Joshuas Gewürzreise: Szechuan Pfeffer

Szechuan Pfeffer ist eins der spannendsten und zugleich komplexesten Gewürze, die ich mir vorstellen kann. In der Beschreibung, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, aber ich werde es versuchen:

Leicht bitter, leicht sauer, sehr fruchtig am Anfang. Die saure Fruchtigkeit, sehr wie Zitrone, aber milder, bleibt wirklich lange bestehen, gepaart mit der charakteristischen Mundtaubheit, die vorallem auf der Zunge und im Gaumen stattfindet Es ist insgesamt fast, wie wenn sich jemand ein Bonbon ausgedacht hat, dass für ein bisschen Mundfrische sorgen soll.

Ich mache nicht gerne Werbung, aber dieses Mal muss ich. Ich habe schon den ein oder anderen Szechuan-Pfeffer probiert. Die Qualitätsunterschiede sind groß. Die meisten verursachen die vertraute Taubheit, aber dieser bringt eine unglaubliche Fruchtigkeit mit sich, die ich so bisher nicht wahrgenommen habe. Es fängt beim Geruch an, der sich schnell in der ganzen Wohnung verbreitet und ist mir jetzt noch im Mund.

Aber zurück zum Essen. Dadurch, dass das Aromenprofil so komplex ist, kann man es gut allein verwenden, aber es passt auch zu vielen Speisen und Gewürzen. Besonders geschätzt wird es in der asiatischen, genau in der chinesischen und NOCH genau in der Szechuan-Küche, wo der Pfeffer auch seinen Namen herbekommt. Dort hat die betäubende Art der Schärfe, die durch eine Reizung des Trigeminus-Nervs entsteht, sogar einen eigenen Namen: málà. Diese wird gerne mit “richtiger” Schärfe aus Chili gepaart und es entsteht ein Aroma, das den europäischen Gaumen fast überwältigt. Eine Schärfe und Taubheit, der man nicht entkommen kann, die aber gleichzeitig regelrecht süchtig macht.

Ich möchte heute ein paar Facetten des Szechuan-Pfeffers, der übrigens nichtmal ein Pfeffer ist, sondern botanisch eher mit Zitrusfrüchten verwandt ist, ergründen und hier teilen. Die Welt ist für mich eigentlich fast zu groß und faszinierend, um nur 3 Gerichte damit zu machen, aber irgendwer muss das ja auch kochen, essen und lesen. Deswegen hoffe ich, dass es vielleicht Anreiz genug ist, selber mit dem Erkunden dieses tollen Gewürzes anzufangen.

Apropos anfangen: Wir fangen auch an. Mit einem kleinen Einstieg vorweg: Grüntee mit Szechuan-Pfeffer. Wäre ich selber vermutlich gar nicht drauf gekommen, es kommt direkt aus meinem tollen Büchlein.

Dazu eine Grüntee aufsetzen und mit ein bisschen Szechuan, vielleicht 1 Messerspitze pro TL Grüntee, oder weniger, würzen, ziehen lassen und trinken. Passt gut zu mild gewürzten Speisen.

Für den Sommer, kann ich übrigens sehr empfehlen: Tee etwas zu stark aufkochen, kalt werden lassen und mit Eiswürfel und viel Milch (gern Soja) trinken.

Dann wiederum ist auch ein guter Einstieg, einfach mal die Packung aufzumachen. Das schafft schon einen starken Eindruck.

Jetzt wird aber gekocht!

 

 


Scharfe Auberginen

 

Zutaten:

  • 1 große Aubergine
  • 1 TL Szechuan Pfeffer
  • 2 TL Chili
  • 100 mL Shaosing Reiswein*
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Sesamöl
  • 50 mL Wasser
  • 1 EL Speisestärke
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Optional: Chinesischer schwarzer Essig
  • Genug Öl

 

*Shaosing Reiswein ist in der chinesischen Küche ein Standard. Gibt’s in den meisten Asia-Läden und sehr zu empfehlen. Ebenso wie der schwarze Essig.

 

Die Auberginen in ca. 5 cm lange Stücke schneiden und achteln, sodass 5 cm lange Schnitze entstehen. Am besten auch schonmal die Frühlingszwiebeln schneiden. Den weißen Teil etwas gröber, den grünen feiner. In einer Pfanne Öl erhitzen, denn wir wollen die Auberginen halbfrittieren. Shallowfry, im englischen. Aber oberflächlich frittieren klingt merkwürdig, oder? Soll heißen: Genug Öl, dass die Auberginen vielleicht zu einem Viertel bedeckt sind. Mit den Nicht-Haut-Seiten nach unten schön goldbraun anfrittieren, auf ein Küchetuch geben und abtropfen lassen. Den Szechuan Pfeffer in einem Mörser zerstoßen und mit der Chili mischen, dann in ein bisschen Öl (also vorher etwas aus der Pfanne raus) kurz anschwitzen, aber NICHT verbrennen lassen. Sollte man eigentlich kaum noch sagen müssen, aber der Szechuan Pfeffer verbrennt recht schnell. Die Auberginen wieder dazu geben, dann die groben Frühlingszwiebeln dazu und nach 1-3 Minuten mit Reiswein und Sojasauce ablöschen, Speisestärke mit Wasser vermischen und etwas dazu geben. Wir wollen, dass die Sauce die Auberginen umschließt, aber bitte keinen Pudding. Bei Bedarf sonst einfach etwas mehr Wasser dazu. Jetzt mit dem Sesamöl abschmecken und wer die Säure mag auch mit schwarzem Essig. Zum garnieren mit etwa Sesam und den feinen, grünen Frühlingszwiebeln bestreuen. Dazu passt Reis! Es gibt Reis. Queue Helge Schneider.

Und da haben wir’s. Scharf, aufdringlich, unglaublich geschmacksvoll und komplex. Macht süchtig und man kann ihm nicht entkommen. Ups.


Wie wärs mit etwas anderem?

 

 

Gedämpfte Hefetaschen mit schwarzen Bohnen

Das schöne an diesen Gewürzreisen ist, dass auch ich immer wieder Dinge ausprobiere, die ich sonst nicht tue. Hauptsächlich, weil es im normalen Alltag irgendwie untergeht. Ich habe mich also sehr gefreut, endlich mal solche Hefetaschen selber zu machen und werde das wohl auch in Zukunft mehr machen.


Zutaten:

 

Teig

  • Ca 250 – 300 g Mehl (Weizen, 405)
  • Ca 150 g Wasser
  • 1/2 Päkchen Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Salz

 

Füllung

  • 200 g schwarze Bohnen
  • 1 TL Szechuan Pfeffer
  • 1 TL Koriandersamen
  • 2-3 EL Zucker, idealerweise braun
  • 1 großes Stück Ingwer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Sesamöl
  • 3 – 4 EL Sojasauce
  • 1 großen Sternanis
  • 2 Lorbeerblätter
  • 50 mL Wasser
  • 1 EL Speisestärke


Gewürzmischung

  • 1 TL Szechuanpfeffer
  • 1 TL Chili
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Sesam

 

Wir haben 2 lange Schritte vor uns.

Wir müssen die Bohnen kochen. Das fängt am besten gestern an, in dem wir die Bohnen einweichen, über Nacht. Dann mit Salz und Lorbeerblättern zum kochen bringen und ca. 1.5 Stunden köcheln lassen, bis sie weich sind.

Wir müssen auch den Teig ansetzen. In einer Schüssel das Wasser mit dem Zucker und der Hefe gut vermischen. Dann unter Kneten, entweder mit einer Maschine oder 1-2 Händen das Mehl dazu geben. Ruhig mal mit 200 g anfangen, dann nach und nach. Wir wollen einen Teig, der nicht mehr klebt und sich gut handhaben lässt, aber auch nicht zu dicht wird. Insgesamt sollten das so 250 – 300 g Mehl werden. Gut kneten und mit einem Küchenhandtuch bedeckt an eine warme Stelle stellen. Nicht direkt auf den Herd, aber vielleicht in die Sonne. Also, den Sonnenschein. Den Teig 2-3 Stunden gehen lassen, bis er etwa 1.5 – 2x so groß geworden ist.

Sind die Bohnen weich gekocht, ein bisschen Öl in der Pfanne erhitzen und die Gewürze wieder zerstampfen. Ingwer und Knoblauch am besten reiben und im Öl kurz anbraten. die trockenen Gewürze dazu und nach 30 Sekunden die Bohnen ebenfalls. Alles gut vermischen, Zucker dazu, Sojasauce dazu und wieder mit einem Speisestärkeansatz andicken. Mit Sesamöl und vielleicht Salz und Zucker abschmecken.

Die Gewürzmischung ist einfach: Alles vermengen. Macht aber ein richtig gutes Tischgewürz.

So. Jetzt einen Topf mit ein bisschen Wasser auf dem Herd erhitzen. Aus dem Teig kleine Bällchen machen und mit mehr Mehl auswellen, ca 0.5 – 1 cm dick. Die Größe und Dicke ist Geschmacksache. Ich mag ein bisschen dicker mittelgroß. Der Teig hatte so einen Durchmesser von ca. 10 cm. Aber bitte nicht mit Lineal kochen. Jetzt in die Handnehmen, ca. 1 EL der Füllung hineingeben und formend verschließen. Das kann ich nicht gut erklären. Bitte im Internet nach einem Video gucken. Die Technik ist nicht kompliziert, aber braucht sicherlich Übung um als gut durchzugehen. Schmecken tut es aber auch, wenn es nicht so schick wird. Gottseidank.

Dann entweder auf einem Dämpfeinsatz oder in so schönen Bambus-Dämpfkörbchen (wieder aus dem Asialaden, für vielleicht 5 Euro) mit Backpapier, in das ich Löcher gestochen habe, in dem Topf mit kochendem Wasser und Deckel dämpfen. Daher kommt vermutlich auch der Name der Dämpfgeräte.

Dauert ca. 10 Minuten, glaube ich. Vielleicht auch mehr.

Serviert wird wieder schön mit Frühlingszwiebeln, der Gewürzmischung und einer Sauce, zum Dippen, optional. Zum Beispiel eine Mischung aus Sojasauce, schwarzem Essig und Sesamöl.

Schmeckt HIMMLISCH. Mir zumindest.

 

 


Bonus: Die Mischung als Onigiri. Das überschreitet ein bisschen den Umfang, hier die Kurzanleitung: Sushi-Reis kochen, mit Essig, Salz und Zucker würzen (Mirin) und abkühlen lassen. Formen, Füllen und in ein zugeschnittenes Noriblatt. Schmeckt AUCH sehr gut. War so ein spontan Impuls.

 

Und jetzt…. der Nachtisch:

 

 

Schoko-Szechuan-Eis

Wenn man es sich vorstellt, klingt es komisch scharf. In der Praxis ist es vorallem schokoladig und leicht fruchtig. Spannend, wirklich. Wie aromatisierte Schoki.

 

Zutaten:

  • 75 mL Kokosmilch
  • 100 mL Sojamilch
  • 125 mL Hafermilch
  • 1.5 EL Zucker
  • 1 EL Kakao
  • 1/2 TL Szechuan
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz

 

Milch mit Zucker, Salz, Kakao und gemahlenem Szechuan erhitzen. In einer anderen Schale die Eigelb kurz vermengen. Wenn die Milch kocht, vorsichtig die Eier temperieren. Dazu erst 1 EL in die Eier rühren, dann 2, dann 3, dann 4 und schon steht Weihnachten vor der Tür. Dann die temperierten Eier in die Milch einrühren. Viele rühren. Es soll ja nicht klumpen. Danach einfach in einer Schale in den Tiefkühler stellen. Oder, wer hat, eine Eismaschine. Hab ich aber immer noch keine…

Dazu gibt’s bei mir ein Aprikosenpüree. Leckerrrrrrr..

Und damit sind wir auch am Ende. Entweder jetzt erst hungrig oder richtig satt.

Abschließen möchte ich mit einer kleinen neuen Rubrik: Was ich gelernt habe.

Und zwar.

1. Es lohnt sich, die frisch geschnittenen, grünen Teile der Frühlingszwiebel in Eiswasser zu werfen. So bleiben sie frisch, noch frischer, als sie vorher waren, halten ihre Form und werden noch dekorativer.

2. Die Kombination aus etwas Geschmacksarmen und einem sehr starken Geschmack ist einfach unschlagbar. Wie die gefüllten Teigtaschen, Reisbällchen oder einfach Nudeln mit Sauce. Revolutionär, ich weiß.

 

Vielen Dank fürs Lesen. Ich hoffe, ein paar Insprirationen und Hungergefühle geteilt zu haben.
Bis zum nächsten Mal!

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Programmierer / Web-Developer. Hier.

Vorgestellt: Rooibusch Tee

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Ich erinnere mich noch, wie es früher in den Bioläden unglaublich viele verschiedene Versionen dieses Tees gab: Vanille, Chai, Schokolade, …
Seit dem ist der Tee ein bisschen von der Bildfläche verschwunden. Warum eigentlich?

Unsere neue Demeter Version kommt wie gewohnt von Wupperthal Kleinbauern Cooperative aus Südafrika, denn nur dort wächst der Tee. Er wird noch grün geerntet und ähnlich wie Grün- und Schwarztee fermentiert. Es entsteht ein dunkler, rot-brauner Kräutertee mit einem unvergleichlichen Geschmack. Leicht rauchig, aber irgendwie auch milchig mit einer leicht fruchtigen Note, die entfernt an Beerentee erinnert. Sehr mild, voll und rund – aber das markanteste für mich ist dieser milchig, fast buttrige Geschmack. Man braucht nichts mehr dazu und gleichzeitig bürgt es viele Kombinationsmöglichkeiten, um genau mit diesem Geschmack zu spielen. Es passt so vieles, wodurch dann vermutlich auch die verschiedenen oben angesprochenen Versionen entstanden sind: Vanille, Zimt, kräftige Gewürze, Zitrus, Milch. Da kann man sich austoben und ganz nach dem eigenen Geschmack gestalten. Die Grundlage ist fantastisch.

 

 

 

Ich will hier natürlich niemanden ohne Ideen stehen lassen. Deswegen sind hier 2 Starthelfer:

 

Rooibusch Chai

Funfact: Chai heißt “Tee” auf indisch. Jetzt könnt Ihr auch immer über andere lachen, die Chai Tee haben wollen. Vielleicht ist es aber auch wirklich Tee Tee?

 

Zutaten:

  • 1.5 EL Rooibusch, pur
  • 5 Cardamom Kapseln
  • 5 Nelken
  • 5 Pfefferkörner
  • 1 Stange Zimt
  • 1/2 EL Honig
  • Zitronenzeste
  • 200 mL Milch
  • 250 mL Wasser

 

Die Gewürze grob mit einem Mörser bearbeiten, dann zusammen mit Tee und Wasser aufkochen 5 Minuten köcheln und dann noch mit geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten ziehen lassen. Gegen Ende der Zeit die Milch erhitzen. Den gezogenen Tee mit etwas Honig und Zitronenzeste abschmecken (die Zitronenzeste bringt den Tee etwas mehr zum Leben), Milch aufschäumen, wenn möglich, und zusammenmischen. Fertig.

 


Butter Rooibusch Tee

Für all die Keto-Fans ist Buttertee vielleicht nichts Neues. Ursprünglich aus den Hochlandschaften Tibets hat er auch in der westlichen Welt durch Keto und Co an Popularität gewonnen. Ob man es glaubt oder nicht, ein bisschen Butter passt hervorragend zum Geschmack des Rooibusch, holt ihn ab und erschafft einen wunderbar vollen, aromatischen Tee.

Das Rezept ist denkbar einfach:

  • 2 TL Rooibusch
  • 350 mL Wasser
  • 0.5-1.5 EL Butter (je nach dem wie sehr man daran gewöhnt ist)

 

Den Rooibuschtee nach Anleitung (Wasser kochen, drüber geben, 15 Minuten ziehen lassen) kochen, dann in einem Mixer mit der Butter für ca. 30 Sekunden mixen, bis eine schöne Emulsion entsteht und es leicht schaumig geworden ist. Wichtig ist, den Tee möglichst heiß zu haben, also vielleicht die Tasse vorwärmen, einen Deckel benutzen, …


Und dann könnte man ja auch fast schon wieder mit dem Eistee anfangen. Ein schöner Sommertag (natürlich im Garten oder auf dem Balkon), ein bisschen Tee, bisschen Orangen, Zitrone….


So. Damit dürft Ihr wieder in Eure Selbst-Isolation zurück. Schön, dass man sich immerhin noch virtuell begegnen kann, oder? Haltet die Ohren steif, bleibt gesund, wie man ja jetzt statt auf Wiedersehen sagt und auf Wiedersehen.

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Programmierer / Web-Developer. Hier.

 

Zu Pyrrolizidinalkaloiden im Oregano und im Allgemeinen

 

Liebe KundInnen,

Während der BioFach Messe erreichte uns die Nachricht über die geplante „Markt“–Sendung (19.2.2020)  u.a. zum Thema Pyrrolizidinalkaloide (PA) in Oregano. Eine Charge aus 10/2019 unseres Oreganos war ebenfalls für die Sendung untersucht worden, und es wurden vom Labor des WDR fast 13.000 μg/kg gemessen – ein Wert, der uns sehr erschreckt hat, mit dem wir nie gerechnet hätten, da wir sicherheitshalber schon immer eine Mischung aus 3 – 4 Herkunftsländern machen, und aus dem gefährdetsten Land, der Türkei, nur auf PA analysierte Ware bis ca. 400 μg/kg akzeptieren.

 

Kurze Übersicht, bzw. Rückblick über PA

Seit 2013 ist das Thema PA in der Öffentlichkeit. Damals gab es zum ersten Mal ein standardisiertes Verfahren, um PAs messen zu können. Das BfR ging mit einer ersten Analysereihe über Kräutertees an die Medien, es folgte Honig, 2016 fiel Rooibusch Tee auf. Die höchsten gemessenen Werte waren im unteren 4-stelligen Bereich (ca. 3400 Kamille). Das BfR warb für die Reduktion der PA-Werte in Lebensmitteln, die, wie bekannt, durch die Kontamination mit Beikräutern geschah. Damals konnten 17 Pas von ca. 320 bekannten Verbindungen analytisch bestimmt werden.

 

Hier nochmal aus unserer Erklärung von 2013: Was sind Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)? Es sind sekundäre Pflanzenstoffe, platt gesagt Ester-Säure-Verbindungen, eine recht große Gruppe in der weitläufigen Gruppe der Alkaloide (Alkaloide sind z.B. auch die weit weniger giftigen Koffein/Kaffee/Tee, Theobromin/Kakao und Capsaicin/Chili – aber auch Strychnin und Solanin). Pyrrolizidine können bei höherer Dosis und längerer Anwendung allerdings durch ihre bioaktiven, toxisch wirkenden Abbauprodukte in hohem Maße v.a. die Leber schädigen und u.U. zerstören. Mit PA schützen sich Pflanzen strategisch vor Fraßfeinden. Insekten haben diese erfolgreiche Strategie sogar schon von Pflanzen adaptiert und können das Gift sicher speichern.

Wir und unsere Kollegen wandten uns daraufhin an unsere Bauern, denn die beste Strategie ist ein gutes Unkrautmanagement – bei Bio-Bauern sowieso Usus. Bei konventionellen Bauern könnte man meinen, sie spritzten alle PA-haltigen Unkräuter weg, aber das scheint so nicht zu stimmen: laut Aussage 2019 eines renommierten Labor-Chefs seien konventionelle Kräuter sogar stärker von PA-Kontaminationen betroffen als Bio-Pflanzen.

2016 kam die nächste Medien-Welle wegen Rooibusch Tee. Das BfR machte weitere Untersuchungsreihen.

Inzwischen werden 28 Pas von jetzt 660 bekannten im Standard bestimmt. In den Reihen von 2015 – 2018 des BfR war der höchste gemessene Wert bei Borretsch mit 248.061 μg/kg. Der höchste gemessene Wert bei Oregano und Majoran war 95.234 μg/kg.

 

Entwicklung 2019/ 2020

Kreuzkümmel war bis 2018 in den BfR-Reihen noch nicht auf dem Schirm, doch Ende 2019 ist es das erste Gewürz, was wir, und soweit uns bekannt ist, alle unsere Bio-Kollegen als Monoprodukt aufgegeben haben. Wir hatten die Partien ein Jahr beobachtet, und es schien nichts mehr unter 10.000 zu geben, egal ob Türkei oder Ägypten.

Jetzt auf der BioFach haben wir natürlich die Kollegen, die Labore, Kontrollstellen und Verbände gut interviewen können. Wir haben mehrfach bestätigt bekommen, dass es bei Oregano und bei Kreuzkümmel PA-Belastungen bis sogar 250.000 μg/kg gibt. Wir haben die Vermutung/ Beobachtung mitgeteilt bekommen, dass PA-Werte seit 1 Jahr stark ansteigen würden.

Eine Vermutung war, dass es sich um eine Stressreaktion auf veränderte Umweltbedingungen (Klimawandel etc.) handelt, analog zur plötzlichen Zunahme von Allergien bei Menschen durch die geänderte Lebensweise.

 

Stellungnahme

Wir möchten Euch/Ihnen bereits vor der Sendung schon unsere Überlegungen und Fakten an die Hand geben, ohne Kenntnis, was dort genau Tenor sein wird.
Laut WDR-Journalistin geht es dort nicht darum, einzelne Firmen an den Pranger zu stellen, sondern die Behörden aus Verbraucherschutz-Sicht dazu zu zwingen, den für nächstes Jahr geplanten Grenzwert für PA jetzt sofort zu verordnen.

 

Zu den geplanten Grenzwerten

Es kann sein, dass das BfR nach abgeschlossener Prüfung sich für Höchstmengen zwischen 400 und 1000 μg/ für Gewürze und Kräuter entscheidet – so ist es zurzeit in der Diskussion, wie wir hören. Es kann sein, dass damit Oregano neben anderen Gewürzen wie Kreuzkümmel als Monogewürz vom Markt verschwinden muss, weil kein Importeur entsprechend saubere Ware mehr in der nötigen Menge zur Verfügung stellen kann. Wir vermuten, dass eine realistische Machbarkeits-Grenze eher bei 1500 liegen wird. Ziel ist selbstverständlich, sich jetzt schon im Rahmen der angenommenen zukünftigen Grenzwerte zu orientieren.

Die WDR-Redakteurin fragte uns vorab, wie alle anderen betroffenen Inverkehrbringer, ob wir einen Rückruf in Erwägung ziehen.

Bevor wir entscheiden, ob ein Rückruf die angemessene Reaktion auf eine durch uns möglicherweise verursachte unmittelbare gesundheitliche Gefährdung des Konsumenten sein könnte, versuchen wir, objektive Kriterien für eine Gefährdung zu eruieren. Im Falle eines einzelnen Gewürz wie Oregano, was typischerweise im Mengenbereichen von weniger als 1g pro Tag und nicht jeden Tag benutzt wird, stellt sich das gesundheitliche Risiko anders dar, als bei einem Lebensmittel was täglich in deutlich größerer Menge zu sich genommen wird. (Auf der Website des BfR gibt es verschiedene ausführliche Informationen zu Mengen).

Am Beispiel er Nährwertverordnung sehen wir, dass u.a. für Kräuter, Gewürze und Tee der Gesetzgeber eine Ausnahme Regelung vorgesehen hat. Der Inverkehrbringer ist nicht zur Deklaration verpflichtet, weil der tägliche Verbrauch dieser Produkte zu gering ist, als dass der Verbraucher das überhaupt beim Konsum als relevant einschätzt. Er setzt solche Lebensmittel rein unter Genussaspekten ein.

Anders sieht es der Gesetzgeber beispielsweise für tierische Produkte oder für genau definierte und erforschte Krankheiten verursachenden Stoffe wie Salmonellen, Mykotoxine, Pestizide usw. vor. Im Umkehrschluss: Kräuter, Gewürze und Tee werden bei Nährwert, Allergenen, Rückständen und Schadstoffen logischerweise als geringeres Risiko einstuft als andere Lebensmittel.

Unser Vorgehen als Inverkehrbringer von biologischen Produkten ist generell dadurch bestimmt, dem Verbraucher Alternativen anzubieten, die insgesamt weniger belastet sind als Produkte, die unter dem extremen Kostendruck des konventionellen Marktes hergestellt werden.

Das gelingt nicht immer zu 100%. Wenn mehr als 90 % aller industriell erzeugten Produkte (nicht nur Lebensmittel) und ihre Herstellung sich recht wenig sich um die Folgen der Produktionsweise kümmert, kommt man als Öko schon mal an Machbarkeitsgrenzen.

Wir retten nicht unmittelbar die Welt, verfügen auch nicht über komplette Szenarien, die die
Volksgesundheit nennenswert verbessern. Es hat sich aber gezeigt, dass die zum Teil fast 100-jährige Beschäftigung mit biologischen Anbaumethoden zu einer Bewusstseins-Veränderung geführt hat – sonst wäre der besagte Discounter nicht unwidersprochen der größte Biohändler geworden.

Unter all diesen Aspekten rufen wir die belastetet Ware ohne gesetzliche Grundlage nicht zurück. Wir verstärken aber unsere eigene Forschung und Vernetzung mit Anbauern, Laboren und Kollegen, um die wie gesagt unerklärlich hohen PA Werte in Zukunft zu vermindern.

Die betroffene, im Okt. 2019 produzierte Mischung aus türkischem, deutschem und peruanischem Oregano ist von uns bereits im Oktober 2019 komplett ausverkauft gewesen.

Da wir schon viele Jahre bei Bio-Oregano eine Mangelwirtschaft verwalten, ist unsere Lösung, aus den obengenannten verschiedenen Quellen, neu dabei jetzt auch Griechenland, jeweils aus den gerade verfügbaren Partien eine harmonische Mischung herstellen. Diese Mischung macht uns auch unabhängiger von den riskanteren Herkünften wie Türkei und Peru, wo kurzfristig Partien wegen typischer Pestizidbelastung ausfallen können. Diese werden lückenlos untersucht, seit Bekanntwerden der typischen Anfälligkeit auch auf PA.

Bei PAs ist erst seit einigen Jahren bekannt, dass türkischer Kreuzkümmel sehr hoch belastet sein kann. Seit etwa einem Jahr wissen wir, dass auch Oregano betroffen sein kann, allerdings begegnete uns dies eher im niedrigen 4-stelligen Bereich (für Pestizide gilt die Türkei schon lange als Risiko-Herkunft betreffend Bio-Ware). Haupt-Augenmerk haben wir also auf die Untersuchungsergebnisse der türkischen Ware gelegt.

Wir können aus geschmacklichen Gründen nicht auf türkischen Oregano verzichten; auch mengenmäßig fehlen alternative Herkünfte – also lassen wir die Partien sehr gründlich analysieren, sowohl auf ein paar hundert Pestizide, auf Glyphosat und PAs – und setzten nur Ware mit niedrigen Belastungswerten ein. Die peruanische Ware war im Screening fast unbelastet. Die unangenehme Überraschung jetzt: nicht die unter Generalverdacht stehende türkische Ware ist das Problem, sondern auch anderen Herkünfte. Hier analysieren wir jetzt weiter.

Wir und alle Kollegen werden bei dem Produkt Oregano weiterhin mit Lieferlücken zu kämpfen haben, die Analytikkosten werden sich erhöhen, die Abgabe-Preise entsprechend.

 

Politisch gedacht

Es gibt für verschiedene Produkte und Herkunftsregionen EU – Importrestriktionen. Solche können Signale in den betroffenen Ländern in Gang setzen – und taugliche Veränderungen in der Landwirtschaft initiieren – warum nicht für türkische Ware. (der typische Modus ist z.B. jede 10 Lieferung nur nach Analysen durch den Zoll freizugeben).

 

Gefahreinschätzung

Gewürze sind kein Hauptbestandteil unserer Nahrung. Im Vergleich zu Gemüse, Obst, Getreide schätzen wir die Gesundheitsgefahren geringer ein, selbst wenn vereinzelt ein Wert wie hier bei uns gemessen so hoch sind. Die jetzt noch fehlenden Grenzwerte haben für so geringdosierte Zutaten wie Gewürze & Kräuter weniger Relevanz als für Hauptbestandteils-Lebensmittel, zumal die diskutierten Grenzwerte schon als Leitlinie genommen werden.

 

To Do-Liste für Behörden / Vernetzung mit Laboren, Unis …

 

Im Moment (seit letztem Jahr?) scheinen die PA Werte zu steigen (Eindruck eines von uns befragten Labors). Es werden sicher noch weitere Pflanzen folgen , die in den gleichen Klimazonen wachsen. Wir finden aber, dass auf Plastikfolie oder unter Vlies anzubauen keine nachhaltige Lösung darstellt.

Aus unserer Sicht stellen sich folgende Forschungsaufgaben:

 

  • Liegt der Eindruck steigender Werte daran, dass mehr gemessen wird?
  • Liegt es an den veränderten Rahmenbedingungen im Anbau – Klima, fehlende Arbeitskräfte, die auch beim
    Unkrautmanagement fehlen?
  • Werden die PA Pflanzen unsach- und unzeitgemäß entfernt?
  • Haben PA – Pflanzen eine Sonderstellung eingenommen, weil sie kein Fraßfeinde (Insektensterben) mehr haben und
    sich überproportional vermehren können?
  • Ist die Bildung der PAs in den Pflanzen von Stresssitutionen (Erderwärmung, Klimaphänomene) abhängig?
  • Ist es richtig, wie ein Labor vermutet, dass konventionelle Ernten sogar stärker betroffen sein können, da die PA-
    Pflanzen nicht auf den massiven Pestizideinsatz der konventionellen Landwirtschaft reagieren?
  • Weiterhin fehlt die Bewertung der einzelnen PAs aus der Stoffgruppe. Es gibt über 600 PAs, nur 28 können gemessen
    werden – was bedeutet das für unsere Lebensmittel?

 

 

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

Kurzrezept: Marskuchen

Es ist so weit. Bald ist Weihnachten. Mittlerweile ist es zwar fast 2100 Jahre her, dass Jesus geboren wurde und wir wohnen nicht mal mehr auf dem gleichen Planeten, aber irgendwie konnten wir uns trotzdem nicht davon losreißen. Es ist manchmal einfach schön, mit der Familie oder den Freunden zusammenzukommen, gut zu essen, zu trinken und das Jahr ausklingen zu lassen. Das muss man gar nicht loswerden. Zwar können wir keine Weihnachtsbäume mehr aufstellen, aber ein bisschen Licht und die schönen Weihnachts-Rottöne lassen wir uns nicht nehmen.

Heute wird gebacken, man riecht es schon, sobald man durch die Luftschleuse reinkommt. Es erinnert an früher – alte Rezepte, alte Zutaten. Schwer an Tradition. Es ist eben Weihnachten. Eins meiner Lieblings-Weihnachts-Backrezepte sind immer noch Marskuchen, weil sie so schön nach unserem Planeten aussehen – früher sagte man Leb- oder Pfefferkuchen dazu, glaube ich. Die vielen aromatischen Gewürze, die man mittlerweile leider kaum noch kriegt, tragen stark zur Gemütlichkeit bei und helfen gegen die Eiseskälte, die draußen herrscht. Wärmend und in toller Verbindung mit dem süßen, leicht herben Honig und dem nussigen Roggenmehl. Das kriegt man sonst einfach nicht – aber es passt sonst auch nicht.

 

 

Hier ist mein Rezept:

 

  • 250 g Weizenmehl Type 405
  • 250 g Roggenmehl Type 1150
  • 1 Paket Backpulver
  • 1 Prise Natron
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Kakao
  • 3-4 EL Lebkuchengewürz
  • 300 g Hafermilch
  • 200 g Sojamilch
  • 6 EL Honig
  • 6-8 EL Dattelsirup
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 100 g Walnüsse

 

Das Lebkuchengewürz kann man gut kaufen. Oder eben selber machen. Bei mir kam rein: Zimt, Ingwer, Kardamom, Sternanis, Koriander, Nelken, Muskat und Pfeffer. Angepasst an meine eigenen Vorlieben mit viel Zimt und viel Kardamom. Klassisch braucht es etwas mehr Ingwer und Koriander. Es ist fast wie mit Currymischungen. Es gibt kein richtig und kein falsch – es gibt das, was da ist und das, worauf man Lust hat. Ausprobieren!

Den Ofen auf 170 Grad Umluft erhitzen (190 Grad Ober-Unter-Hitze).
Alle trockenen Zutaten, bis auf die Walnüsse möglichst klumpenfrei miteinander vermischen. Dann die flüssigen Zutaten unterrühren, bis ein gleichmäßiger Teig einsteht. Auf einem Brettchen die Walnüsse grob hacken, sodass die Stücke ca. einen halben Zentimeter dick sind. Diese dann in den Teig unterheben. Nun ein Backblech für dünne oder eine etwas höhere Form für dicke Lebkuchen mit etwas Öl oder Butter einfetten und die Masse darauf gleichmäßig verteilen. Das Blech kommt für ca. 35 Minuten, bei dickeren Lebkuchen ca. 40 Minuten in den Backofen. Es schadet nicht, mal 5 Minuten vorher nachzuschauen.
Wenn dann der Lebkuchen aus dem Ofen genommen wird, mit etwas Milch bestreichen. So bekommt er einen schönen Glanz! Das passt dann zu Weihnachten. Optional ist natürlich auch Schokolade. Immer.

 

Viel Freude damit und eine gute Zeit!

 

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Quickie: China Jasmin Grüntee

Jasmin Tee kennt jede/r Tee TrinkerIn und sogar viele Nicht-Tee-TrinkerInnen. In China ist es der bekannteste und meist getrunkene aromatisierte Tee. Gerne wird er bei uns in diversen asiatischen Restaurants getrunken. Das ist vermutlich so wie der Tomatensaft im Flugzeug.

Traditionell wird Grüntee immer wieder mit den frischen, weißen Jasmin Blüten (und manchmal Magnolia Blüten) gemischt und ausgesiebt, bis er seine charakteristische Note annimmt. Und traditionell gibt es ihn bei uns, hier als feiner Grüntee der Qingshan-Farm aus Hunan. (Fairbiotea)

So viel zu dem, was gesagt werden muss. Jetzt kommen wir zu dem, was ich gerne sagen würde:

Der Tee des Jahrgangs 2019 von Qingshan ist unglaublich prägnant. Der Jasmin Geruch ist unvergleichlich – stark und durchdringend, leicht süß und so blumig, dass es fast zu viel ist. Nicht jedes Jahr stehen so tolle Jasminblüten zur Verfügung …

Ich habe mich recht schwergetan, den Geschmack zu greifen, bis mir auffiel, dass der Jasmin Geschmack kaum auf der Zunge zu finden ist, sondern durch die Nase kommt.

Kurz aufgebrüht hat der Tee ein feines Grüntee-Aroma, fast ohne Bitterstoffe und leicht süß, aber der Geruch ist so stark und holt den Geschmack in der Nase ab, nimmt ihn mit auf ein Meer voller Blumen, einen mystischen Wald mit den zarten Blüten im edlen Weiß.

Der Grüntee sorgt für eine wohlige Wärme, mit der sich diese Blütenpracht in der Kälte genießen lässt. Sehr angenehm.

Das frische Aroma, gepaart mit der anregenden Wirkung beleben bei mir die Geister und entführen mich in eine kleine, fremde Welt. Für mich macht es das zum perfekten Nachmittags und Abendtee, für einen zweiten Anstoß und neue Energie – Obwohl der Tee mich rein geschmacklich eher an den Morgen erinnert.

Wer also abends nach Hause kommt, durchgefroren, müde und genug vom kalten Grau hat, dem möchte ich diesen Tee ans Herzen legen. 5 Minuten Tee, mit geschlossenen Augen und offenem Herzen.

Dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Viel Freude damit!

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Paprika

Die Heuschrecke Paprika Familie

 

Das tief-rote Pulver muss eins der beliebtesten Gewürze weltweit sein. Es ist unheimlich vielseitig und lässt sich ähnlich dem Kurkuma hervorragend benutzen, um Speisen einzufärben.
Ich möchte mich aber hier mit dem guten, geschmackvollen Gewürz auseinandersetzen: Es hat eine erdige, gemüsige Grundnote, auf die eine schöne fruchtige, leicht süßliche-blumige Note folgt, die dann im Abgang von einer leicht bitteren, eventuell scharfen Note abgerundet wird. Mit einem so komplexen, in sich sehr runden Aromenprofil wundert man sich nicht, dass es vielseitig eingesetzt wird.

Wenn man mal überlegt, dass die Paprika erst im 16. Jahrhundert nach Europa und Arabien gekommen ist, ist man glatt beeindruckt, wie schnell sie ihre Einflüsse in der Küche ausgebreitet hat. Die Spanier brachten sie, wie so viele leckere Pflanzen, aus Amerika mit nach Hause. Es handelt sich bei unserer Gemüsepaprika und dem dazugehörigen Gewürz nämlich um nichts anderes, als eine weit gezüchtete Chili. Sie hat es weit geschafft.

Doch neben Geschmack und Farbe, die übrigens oft als Qualitätsmerkmal gilt, bietet das Gewürz sogar noch mehr Vorzüge: Es enthält Unmengen Vitamin C und weitere Vitamine. Warum also kein Paprika essen?

So. Jetzt aber zum Hauptteil. Es gibt viele tolle Gerichte, in denen Paprika eine Hauptrolle spielt. Sie passt zu quasi allen Sorten Fleisch, Kartoffeln, Reis, Fisch und Gemüse. In Ungarn, einem DER Länder für Paprika allein gibt es tolle Gerichte, wie das beliebte Gulasch oder Paprikasch, für die es tolle Rezepte gibt. In Spanien gibt es wieder andere Versionen, gerne auch mit geräucherter Paprika. Und in verschiedenen Ländern von Nordafrika bis nach Indien wird ebenso gerne mit Paprika gewürzt. Es gibt so viele traditionsreiche Rezepte, dass ich mich heute etwas anders daran begeben möchte. Es gibt eine Auswahl meiner Lieblingsrezepte mit Paprika, die alle inspiriert von traditionelleren Rezepte sind, teilweise Küchen kreuzen und im Endeffekt einfach aromatisch und teilweise einfach und lecker sind.

Fangen wir an.

 

Köfte

Die orientalische (gehört die Türkei noch zum Orient?) Variante der heimischen Frikadelle ist sicherlich eine meiner Lieblingszubereitungsarten von Hackfleisch. Es gibt zwar eine unheimliche Variation in der Zubereitung, über eine Menge Länder, Regionen und Varianten, aber hier ist meine, die stark von den vielen kleinen türkischen Supermärkten mit ihren Fleischabteilungen inspiriert ist. Das Paprikapulver sorgt für eine schöne, rötliche Farbe und zusammen mit dem Cumin eine erdig-fruchtige Note.

 

Zutaten:

  • 300 g Hackfleisch (Rind/Lamm)
  • 0,5 EL Paprika süß
  • 0,5 EL Paprika scharf
  • 1 TL Cumin
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Hand voll Petersilie, glatt
  • 1 kleine Prise Zimt
  • Salz, Pfeffer

 

In einer Schüssel Fleisch mit den Gewürzen vermengen. Die Zwiebel und den Knoblauch fein reiben, sodass keine Stücke zu erkennen sind. Die Petersilie sehr fein hacken und unter das Fleisch heben. Dabei das Fleisch möglichst wenig kneten, da es sonst sehr dicht wird. Im Kühlschrank für mindestens eine Stunde ziehen lassen. Vor dem Braten wieder auf Zimmertemperatur kommen lassen. Dann in 2 cm dicke, längliche Schiffchen formen und bei mittlerer-hoher Hitze anbraten.
Entweder so genießen, mit Reis oder auf einem Sandwich.

 


 

Snack-Zeit

Für den kleinen Hunger und die schnelle Küche. Warum nicht mal:

 

Paprika Creme

Eine feine, mühelos zubereitete Paprika Creme. Ähnlich dem Hummus, aber frischer und fruchtiger durch Paprika und Zitrone. Inspiriert durch die marokkanische Küche.

 

Zutaten:

  • 1 Dose Bohnen, nach Wahl
  • 1 EL Paprika, süß
  • 1 TL Cumin
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz

 

In einem Mixer oder Food Processor die abgegossene Dose Bohnen mit den Gewürzen und dem Olivenöl zu einer homogenen, samtigen Masse verarbeiten. Das war’s schon. Serviert mit Brot oder Rohkost eine schöne Zwischenmahlzeit.

Die Wahl der Bohnen ist Präferenz oder Schrankinhalt-abhängig. Weiße Bohnen, Saubohnen, rote Bohnen, …

 


 

 

Reis-Pfanne

Ein bisschen Paella, ein bisschen Jollof Reis, ein bisschen spanische Gewürzmischung, viel Paprika und eine Verwendung meiner neuen Brühen-Entdeckung.

 

Zutaten:

Brühe

  • 1 L Wasser
  • 2 EL Bockshornklee
  • 2 Lorbeerblätter

 

Reis

  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Daumengroßes Stück Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 2 Möhren
  • 1 Staudensellerie
  • 1 Aubergine
  • 250 g Reis
  • 150 g Garnelen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 200 g Tomaten
  • 2 EL Paprikapulver (süß/scharf)
  • 0.5 EL Oregano
  • Saft einer halben Limette
  • 1 große Hand voll Petersilie
  • Viel Salz, Olivenöl und Pfeffer

 

Für die Brühe das Wasser aufkochen, Bockshornklee und Lorbeerblätter dazu geben und für 15 Minuten weiter köcheln lassen. In der Zeit schonmal das Gemüse und die aromatischen Zutaten schneiden und den Reis waschen.

In einer großen Pfanne oder einem Wok Olivenöl erhitzen und die Garnelen für 30s pro Seite anbraten. Wieder aus der Pfanne nehmen. Dann Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch in das Öl geben und die Hitze auf mittel stellen. Für 3 Minuten anschwitzen. Dann das Tomatenmark und das Paprikapulver dazu. Letzteres entwickelt in Öl erst seinen vollen Geschmack. Nach 1 Minute den Reis, gut abgetropft dazu geben, dann das Gemüse, Oregano und eine gute Menge Salz. Jetzt mit der Brühe (wahlweise auch Hühnerbrühe) ablöschen und gut umrühren. Die Menge ist abhängig vom Reis und der Hitze, aber es braucht mindestens einen halben Liter. Damit kann man schonmal anfangen. Die Schwierigkeit liegt darin, nicht zu viel oder zu wenig zu nehmen und trotzdem den Reis möglichst wenig zu bewegen, damit er nicht matschig wird (Bewegung löst Stärke und zerbricht Körner). Alternativ kann man auch nach dem Umrühren den Reis mit der auf der Verpackung empfohlenen Menge Wasser in den Backofen stellen und abgedeckt für ca. 20 Minuten bei 180 Grad Celsius backen lassen.

Zum Garnieren die Garnelen (am besten frühzeitig) und die Petersilie verteilen, mit Limette abschmecken und in der Pfanne auf dem Tisch servieren.

Anmerkung: Die finale Richtung dieses Gerichts hat sich erst gegen Ende entschieden. Man kann auch gut Hühnchen dazu essen, Feta darüber, Paprika dazu, … Kochen, schmecken, weiter entwickeln.

Und zuletzt, das Nächste zu einem Dessert, an das ich kommen konnte:

 

 

Paprika-Chutney

Süß, salzig, rund und sehr aromatisch. Die Süße der Zwiebeln und des Zuckers, Fruchtigkeit der Paprika, verstärkt durch das Gewürz selbst. Passt zu allem, was sich bereit erklärt, gegessen zu werden. Ausprobieren beschreibt es besser als meine Worte.

 

Zutaten:

  • 4 Zwiebeln
  • 3 Paprika
  • 2 EL Olivenöl
  • 1.5 TL Paprika (Süß)
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Rosmarin
  • 1 EL Crema di Balsamico
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Hand voll Rosinen
  • 1 Hand voll Mandeln
  • Salz

 

Paprika in Streifen schneiden und in einer backofenfesten Form mit Olivenöl, Salz und einer Prise Zucker bei hoher Hitze unter den Grill legen, bis sie Farbe bekommen, 10 – 15 Minuten. Wer kann, kann es auch in einer grillfesten Form auf den Grill legen. In einem Topf das Olivenöl auf mittlere Hitze erhitzen, die Zwiebeln in Scheiben schneiden und für mindestens 15 Minuten karamellisieren. Ich habe einen kleinen Trick benutzt und etwas Zucker dazu getan – so geht es schneller und ich wollte etwas extra Süße. Dann das Paprikapulver, Rosinen und die Mandeln gehackt dazu geben und weiter anschwitzen. Die Hitze auf niedrig stellen und die Paprika zusammen mit dem Rest der Zutaten unterheben. Für 15 Minuten köcheln lassen und schauen, dass es nicht anbrennt. Entweder warm oder kalt zu z.B. Käse, Kartoffeln oder Brot servieren.

 

Guten Appetit und bis zum nächsten Mal!

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Loser Tee ist guter Tee

 

 

Berührung

 

Am Anfang steht die Naturkost – Bewegung. Ihre Pioniere versuchten in einer Welt, die schneller, industrieller und abstrakter wurde, der Natur wieder näherzukommen und sich wieder mehr selber zu spüren – auch, einen faireren Umgang (in der ganzen Prozesskette) untereinander zu finden. Dazu versuchten sie, ihre Nahrung möglichst natur-echt zu belassen. Es war eine sehr idealistische Bewegung, mit klaren Ideen und Zielen. Man schätzte Natur und Lebensmittel und versuchte, mit ihnen im Einklang zu leben.
Mittlerweile hat sich einiges verändert: Die Branche ist gewachsen und so überhaupt erst zu einer Branche geworden. Zwar steht Nachhaltigkeit natürlich immer noch auf der Ordnung, aber der Konsum und Alltag hat auch hier Einzug gefunden.
Die Einfachheit der Nahrung ist zu einer Einfachheit in der Nahrungszubereitung geworden: Convenience-Produkte sind auch im Bioladen überall vertreten, Verpackungen sind mannigfaltig und viele Trendprodukte im Bioladen haben nicht mehr viel mit ihrer ursprünglichen Form zu tun.
Wozu die Geschichte? Wir wollen uns gar nicht so vor dem Wandel verschließen. Teebeutel und andere Verpackungen können praktisch sein, genau wie Fertig- und Ersatzprodukte. Leider geht damit auch die Berührung mit den alten Werten verloren, allen voran die Berührung mit der Natur und die Berührung (durchaus auch haptisch gemeint) zu den “echten” Lebensmitteln. Nun haben viele Lebensmittel einen standardisierten, “bekannten” Geschmack und lange Zutatenlisten, wo der ursprüngliche Geschmacksgeber spät oder gar nicht mehr zu finden ist. Einher geht ein schleichender Qualitätsverlust, der begrüßt wird, weil die Produkte somit “simpler” schmecken.
 
  • Es gibt einen Grüntee, der wie ein Grüntee zu schmecken hat.
  • Man versucht Sojabohnen nach Käse schmecken zu lassen
  • Es gibt Kartoffelbrei aus der Tüte.
 
Öfter haben wir schon Nachricht bekommen, dass ein naturbelassenes Produkt “merkwürdig” schmecke, und sich am Ende herausstellt, dass das einfach der natürliche Geschmack des hochwertigen Produkts ist.
Dieser Fortschritt ist faszinierend, teilweise ganz wunderbar. Wir freuen uns über neue Geschmäcker, es ist manchmal sogar gut, (natürliche) Aromen zu entwickeln, um den Geschmack zu erhalten (s. Vanille bei der derzeitigen Preisentwicklung), aber wir freuen uns noch mehr über die “alten”, ursprünglichen Produkte, die oft unvergleichlich komplexer sind. Bei Kaffee und auch bei Bier ist es mittlerweile angekommen, dass es wundervolle Nuancen gibt, wenn man gute Produkte nimmt und diese vorsichtig verarbeitet.
Aber genug von den alten Erzählungen und abstrakten Vergleichen. Hier geht es ja um Tee.
 
Wir haben zum konkreten Vergleich mal Beuteltee aus der Naturkost – Branche eingekauft und uns näher angeschaut. Zum Vergleich unserer loser Tee. Schaut doch erstmal:
 

 

Keltische Blüten, lose
Unsere “Keltischen Blüten”
 
Unser “Darjeeling Supreme Phoobsering 2. Flush”

Hibiscus-Blüten
 
 
Was uns auffällt und was wir anprangern (auch nicht zum ersten Mal, oder?): Beuteltee ist fein gehäckselt, manchmal fast zu Staub. So verliert er schneller an Geschmack (Oxidation an den Schnittkanten) und häufig wird niedrigere Qualität verarbeitet. Halt, das greift schon auf ein anderes Thema vor.
 
Wir fassen gerne an, was wir essen. Das gilt für Gewürze, Tees und frische Lebensmittel. Man kann sehen, was drin ist, man kann sogar sehen, wie die Zutaten aussehen, sie riechen und ertasten. Die Hände lernen, wie man davon dosiert.
Es ist schön zu wissen, was wir zu uns nehmen und es ist noch schöner, es nicht nur auf der Rückseite zu lesen, sondern es mit den eigenen Sinnen wahrzunehmen. So lernt man eine Menge, kann die Produkte einschätzen und verstehen. Dann macht Kochen und Essen gleich viel mehr Spaß.
 
Also: Schaut Euch mal genauer an, was Ihr zu Euch nehmt. Versucht mal, Euer Lieblings-Fertigprodukt selber zu machen, gönnt Euch guten, losen Tee oder ungemahlenen Kaffee. Probiert mal Gemüse ohne maskierende Würzung, um herauszufinden, wie es schmeckt und um beurteilen zu können, was gut ist. Es ist immer Zeit für Einfachheit, aber manchmal braucht es mehr Berührung.
 
 

 

 

Qualität und – ja, Schönheit.

 
Kamillenblüte aus Teebeutel; Rechts – Kamillen-Röhrenblüte aus unserem losen Kamillentee aus ganzen Blüten
 
Der Grund, weshalb wir nur losen Tee handeln – und dies gerne so grobblättrig oder ganzblütig wie möglich – ist der bessere Schutz der Inhaltsstoffe. Größere Flächen bedeuten weniger Bruch- und Schnittkanten, wo immer Oxidation stattfindet und Inhaltsstoffe, z.B. ätherische Öle wie auch Farben, verloren gehen.
Die Biologin und Pilzsachverständige Eva Wandelt hat für uns eine mikroskopische Untersuchung gemacht. Objekte: Gute Nacht Tee, China Gyokuru Grüntee und Rose Galgant Basentee in loser Form von HEUSCHRECKE (extra knapp am MHD ausgewählt), sowie Nacht Tee-Beutel konv., Nacht Tee-Beutel bio, Fastentee-Beutel bio und Sencha Grüntee-Beutel bio aus dem Handel.
Hier nun Evas Bericht:
 
 

Die Fragestellung:

Kann man über mikroskopische Untersuchungen an Pflanzenteilen von HEUSCHRECKE lose verpackten, grobblättrigen Tees und fein zerkleinerten Teebeutel-Inhalten Aussagen über die Qualität oder Konzentration von pflanzlichen Inhaltsstoffen in den verwendeten, getrockneten Pflanzen machen?

Wenn man nicht direkt die Konzentrationen an ätherischen Ölen in den Pflanzen misst, sind nur einige indirekte Aussagen möglich.

Alle Tees (die Teebeutel wurden geöffnet) wurden ca. 5 Stunden in Brunnenwasser zum Quellen eingeweicht und dann mikroskopiert. (Fotos : t01, t02 )

 
 
t01: Nachttee lose und Teebeutel in Brunnenwasser ca. 1 Stunde eingeweicht.
t02: Loser Tee Gute Nacht ca. 1 Std. in kaltem Brunnenwasser eingeweicht.
t02b: Gute Nacht Tee lose: Kornblumen-Blütenblatt 400x vergrößert.
t02b2: Lose Tees und Teebeutel ca. 12 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
t02b3: Lose Tees und Teebeutel ca. 24 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
 
Bereits bei Inaugenscheinnahme der Einweichschälchen konnte festgestellt werden, dass die losen Tees bunt gefärbt waren, die einzelnen Bestandteile waren gut mit bloßem Auge zu erkennen, z.B. ganze Rosenblüten, ganze Kornblumen. Der lose fermentierte Grüntee ist auch eingeweicht wesentlicher heller grün als der Teebeutel-Grüntee, dessen Färbung von Anfang an ins Grün-Braun-Olive geht. (Fotos: t02b2 nach 12 Std., und t02b3 nach 24 Std.)
 
 
t02c: Nacht-Teebeutel konventionell: vollständige Kamillenblüten 40x vergrößert.
t02d: Nacht-Teebeutel konventionell: nicht identifizierbare Pflanzenstückchen (oval – vielleicht Lavendel) 40x vergrößert.
t02e: Gute Nacht Tee lose: Ausschnitt Lavendel (behaart) 40x vergrößert
t02f: Gute Nacht Tee lose: Lavendelblüten-Haarzelle mit hellviolettem Farbstoff 400x vergrößert.
t02g: Gute Nacht Tee lose: Melissen-Blattzellen mit Blattgrün 400x vergrößert.

t02h: Nacht-Teebeutel bio: sehr klein zerrissene Pflanzenteile 40x vergrößert.

t02i: Nacht-Teebeutel konventionell: Kamillen-Pollen staubfein 400x vergrößert.
 
 
Trotz Quellung reicht die Spannung der eingeweichten Tees nicht aus, um Dünnschnitte für eine mikroskopische Untersuchung anzufertigen, deshalb wurden immer ganze Teile, etwas gequetscht, auf den Objektträger gelegt. Anfärbemittel wurden nicht verwendet, um in den Pflanzenteilen vorhandene Farbstoffe sichtbar machen zu können. (Foto: t03)
Die enthaltenen Farbstoffe in den Zellen der losen Tees liefen nicht aus, denn sie befanden sich in immer noch weitgehend intakten Zellen (siehe blau im Kornblumenblütenblatt, hellviolett in Lavendelblütenhaarzellen). Auch die Farbstoffe in zarten Rosen- oder Veilchenblütenblättern waren deutlich zu sehen. Zudem schien das Pflanzengewebe intakt zu sein. (Foto t02f und t02e und t02b und t02g)
Solche Farbstoffe wurden in den weitgehend bräunlich-grünlichen oder eher farblosen Bestandteilen – eigentlich passt der Begriff „verwelkt“ dazu am besten – , die kaum genauer identifiziert werden konnten in den sehr kleinteiligen Teebeuteltees, nicht gefunden (Foto t02h und t02d), wohl aber die Reste von wahrscheinlich Ölbehältern in Pfefferminzblättern im Fastentee-Beutel bio. (Foto t06c)
Im Nacht-Teebeuteltee konv. waren die Pflanzenteile stark zerkleinert, aber die winzigen Röhrenblüten der Kamille waren noch als ganze sichtbar und Kamillenpollenkörner waren auch so feinstaubfein, dass sie nicht mehr Opfer einer maschinellen Zerkleinerung werden konnten. Sie sind ja auch nur einige Mikrometer klein. (Foto t02c und t02i)
Der grüne Farbstoff (Chlorophyll) in grünen Blättern war in den losen Tees leuchtend grün, in den Teebeuteltees opak braungrün, aber gut zu sehen.
 
 
t03: Blütenblätter-Stückchen von Veilchen, Rose, Kornblume in Wasser auf einem Objektträger.
t04b: China Gyokuro Grüntee lose: Blatt-Aufsicht, Blattgrün 40x vergrößert.
t04c: Sencha Grün-Teebeutel bio: Blattstücke opak-blaugrün 40x vergrößert.
 
 
Loser China Gyokuru und Sencha-Teebeuteltee wurden unter genau identischen Bedingungen mikroskopiert: der lose erstrahlt in frischem Grün (Foto t04b), der Teebeutelinhalt hat eine matte Färbung (t04c). Mit etwas Vorsicht könnte man den Schluss ziehen, dass die enthaltenen Farbstoffe in den losen Tee-Zellen darauf hindeuten, dass auch andere, ohne intakte Zellwände eher flüchtige Inhaltsstoffe, also die, weshalb der entsprechende Tee ja getrunken wird, in größerer Menge vorhanden sind als in den vielfach gebrochenen Zellen von fein zerkleinerten Tees.
Farbstoffe und Blattgrün in den Zellen, die im Mikroskop zu sehen sind, sind sozusagen zusätzlich dabei.
Sowohl Chlorophyll wie auch die meist zu den wasserlöslichen blauen bis roten Anthocyanen zählenden Farbstoffe vieler Blüten gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, deren gesundheitsfördernde Wirkungen mittlerweile unbestritten sind, obwohl ihr genauer Wirkmechanismus noch nicht bekannt ist. So konnte ich z.B. nicht herausfinden, ob verblasste Farbstoffe, wie die in den Teebeuteln, überhaupt noch wirksam sind. Sicher führt die Trocknung zu Wirkstoffverminderungen. Klar ist auch, dass viele sekundäre Pflanzenstoffe hitzeempfindlich sind. Erhitzt werden aber sowohl die losen Tees wie auch Teebeuteltees. Kürzlich erst durchgeführte Untersuchungen mit Anthocyanen, die in Gemüse und Obst in viel größeren Mengen als in getrockneten Blättern vorhanden sind, zeigen, dass diese offenbar in erheblichem Umfang bereits im Mund, wahrscheinlich durch Bakterien umgebaut werden. Vielleicht sind sogar diese Abbauprodukte, die dann in den Körper gelangen, eher biologisch aktiv als die eigentlichen sekundären Pflanzenstoffe: neue Forschungsfelder tun sich auf.
 

t06c: Fastentee-Teebeutel bio: wohl Pfefferminzblatt-Ölbehälter 100x vergrößert
t06d: Rose-Galgant-Basentee lose: Reste von Schraubentracheiden hängen aus einer Abrissstelle eines Rosenblütenblatts 400x vergrößert.

 

An manchen Bruchstellen von Wasserleitungsbahnen schnellen übrigens wie schraubig ausgerollte Federn, Reste von Schraubentracheiden aus den gequollenen Blattbruchstückchen heraus, deshalb habe ich noch ein solches Mikrobild angehängt (Foto t06d).
 
Eva Wandelt
Biologin und Pilzsachverständige (DGfM)
 
 
 
Fotos:
t01: Nachttee lose und Teebeutel in Brunnenwasser ca. 1 Stunde eingeweicht.
t02: Loser Tee Gute Nacht ca. 1 Std. in kaltem Brunnenwasser eingeweicht.
t02b2 Lose Tees und Teebeutel ca. 12 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
T02b3 Lose Tees und Teebeutel ca. 24 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
t03: Blütenblätter-Stückchen von Veilchen, Rose, Kornblume in Wasser auf einem Objektträger.
t02b Gute Nacht Tee lose: Kornblumen-Blütenblatt 400x vergrößert.
t02c Nacht-Teebeutel konventionell: vollständige Kamillenblüten 40x vergrößert.
t02d Nacht-Teebeutel konventionell: nicht identifizierbare Pflanzenstückchen (oval – vielleicht Lavendel) 40x vergrößert.
t02e Gute Nacht Tee lose: Ausschnitt Lavendel (behaart) 40x vergrößert.
t02f Gute Nacht Tee lose: Lavendelblüten-Haarzelle mit hellviolettem Farbstoff 400x vergrößert.
t02g Gute Nacht Tee lose: Melissen-Blattzellen mit Blattgrün 400x vergrößert.
t02h Nacht-Teebeutel bio: sehr klein zerrissene Pflanzenteile 40x vergrößert.
t02i Nacht-Teebeutel konventionell: Kamillen-Pollen staubfein 400x vergrößert.
t04b China Gyokuro Grüntee lose: Blatt-Aufsicht, Blattgrün 40x vergrößert.
t04c Sencha Grün-Teebeutel bio: Blattstücke opak-blaugrün 40x vergrößert.
t06c Fastentee-Teebeutel bio: wohl Pfefferminzblatt-Ölbehälter 100x vergrößert.
t06d Rose-Galgant-Basentee lose: Reste von Schraubentracheiden hängen aus einer Abrissstelle eines Rosenblütenblatts 400x vergrößert.
Fotos: (c) Eva Wandelt
 
 
 

 

 
Kamille, Röhrenblüte mit orangener Narbe, erblüht. 40x vergrößert
Unsere stolze Kamille
Kamille, ganze Körbchen, 12 Std. eingeweicht
 
Um Kamille so schön mit ganzen Blütenköpfchen hinzubekommen, hat unser Kamille-Bauer aus Kroatien seinen höchst geheimen, selbst entwickelten Maschinenpark. Denn wenn sie während des Trocknens und Sortierens nicht wie ein rohes Ei behandelt wird, zerfällt sie sofort.
Beim Geschmack scheiden sich die Geister, er ist vielschichtig mit süßlichen wie bitteren Noten und passt zum Beispiel gut zu Schwarztee (Tipp: wer Kamille pur nicht mag – mit Darjeeling o.ä. mischen).
Von den Inhaltsstoffen her ist sie ebenfalls eine ziemliche Generalistin und deshalb seit Jahrhunderten ein bewährter Haustee.
 
 
 
Kamille, junge Röhrenblüten mit Samenanlagen und Staubbeutel. 40x vergrößert.

 

Bei unseren Recherchen für „Loser Tee versus Teebeutel“ hatte Eva Wandelt eine Röhrenblüte der Kamille aus einem Teebeutel unter dem Mikroskop fotografiert – eine hübsche Form, die aber jegliche Farbe verloren hatte – und war neugierig, wie sich unsere Kamille zeigt.
Tatsächlich sieht sie „heiler“ und komplexer aus mit ihren gelblichen Farbstoffen, die noch vorhanden sind. Interessanterweise hat sie insgesamt in ihren Strukturen eine vollständigere Anmutung.
 

Kamillen-Röhrenblüte, orange Narbe. 40x vergrößert.

 

Eine kleine Schönheit, wenn man mal so tief hineinschauen darf. Eva Wandelt schreibt noch zu dieser Kamille-Serie: „In Euren Teetüten sind zwar ganze Blüten, wie bei den anderen auch, aber korrekter müsste es heißen: ganze Körbchen, das ist nämlich ein kompletter Blütenstand, bestehend aus einem Kranz steriler weißer Zungenblüten und den fertilen gelben Röhrenblüten. Auf meinen Fotos sind eigentlich nur die Blütenblätter der Röhrenblüten, die Samenanlagen passen nur bei den jungen noch unaufgeblühten Blüten mit auf das Foto.“
 

Kamille, Röhrenblüte. 40x vergrößert.

 


 

Und was sagt Ihr?

 

Teeverkostung auf der Weiling Messe

Weiling Messe, Coesfeld – Nachdem wir in den sozialen Medien eine kleine Aktion über losen Tee versus Teebeutel gefahren sind, mussten wir das natürlich auch in die Tat umsetzen. Das war für uns sehr spannend, da wir nicht abschätzen konnten, wie die Bio-Ladner darauf reagieren würden. Könnten sie dem folgen, sähen sie auch einen Unterschied oder wäre das alles für sie ein großer Quatsch.
 
 
Das waren wir!
 
 
Wir haben zwar selber schon über den besseren Geschmack berichtet und die Absicht unseres Versuchs lag auf der Hand, aber wir glaubten, dass es einen Unterschied machen würde, die Kunden selber mal Testen zu lassen. Es mal auf der eigenen Zunge zu erleben brennt sich einfach besser ins Gedächtnis ein, als bloß auf irgendeinem Blog darüber zu lesen. Wir hoffen, dass das Ergebnis dazu führt, das man einfach keine Lust mehr auf Teebeutel hat.
So viel also zur Theorie. Hier sind ein paar der Zitate (und Fotos):
 
 
 
Das ist ja wie Tag und Nacht
 
 
 
Ohne Scheiß kann man wirklich sagen, dass der lose Tee deutlich kräftiger und würziger ist und die Teebeutel ein bisschen luschiger.
 
 
 
Der Unterschied – das war nicht nicht zu merken
 
 
Der ist sehr weich und vollmundig ( (über losen Tee: Brennnessel von Heuschrecke. Brennnessel mag eigentlich niemand wirklich gern, diesen aber schon!)
 
 
Nochmals vielen Dank an alle, die uns besucht haben. Es war uns eine große Freude!
 

Joshuas Gewürzreise: Rosmarin

 

Rosmarin von Heuschrecke

Mit Rosmarin ist der Sommer angebrochen. Ich verbinde damit warmes Wetter, Sonne, Grillen und gemütliche Abende. Der Duft nach Rosmarin verströmt Entspannung und Freude. Es riecht nach Urlaub. Das wundert nicht, denn er ist in der mediterranen Küche weit verbreitet und wächst vermutlich in Italien und Frankreich auch in dem ein oder anderen Garten als großer Busch. Er schmeckt sogar nach Südfrankreich.

Doch schauen wir uns das Kraut mal genauer an. Rosmarin hat einen dominanten, unverwechselbaren und sehr komplexen Geschmack. Ein angenehm holziges Aroma, das an Pinien und Fichtenwälder erinnert (schonmal in Südfrankreich gezeltet?), aber auch eine blumige, süßliche Leichtigkeit von Blumenfeldern, eine leichte Zitrusnote und eine gute Prise Eukalyptus. Im Abgang schmeckt er dann nicht zuletzt leicht bitter und harzig, doch nicht unangenehm.

Die Geschichte von Rosmarin erinnert an die der meisten Gewürze: Schon in der Antike war er als Heilkraut bekannt, wurde als Räucherwerk verbrannt und stand als Symbol für Treue und Verlässlichkeit, denn man glaubte, dass er das Gedächtnis stärke. An der Heilwirkung ist natürlich auch etwas dran: Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd und regt den Kreislauf an. Als Extrakt hat es eine stark antiseptische, als Tee eine antimykotische Wirkung, die man im Garten nutzen kann, um Pilzbefall zu behandeln. Auch in der Parfum-Welt findet man Rosmarin wieder, sogar in Kölnisch Wasser.

Die Aromen des Krauts lösen sich hervorragend in Fett. Hier bietet sich Olivenöl besonders an, da seine bittere Note mit der des Rosmarins harmoniert. Typische Paarungen sind Zitrone (um die Zitrus-Note des Rosmarins abzuholen), bittere Aromen wie dunkle Schokolade und andere dominante, leicht bittere Gewürze, wie etwa Salbei. Letzteres findet sich in den Kräutern der Provence wieder. Langsam ergibt alles einen Sinn.

So viel also zum Text-Anteil dieser Reise. Jetzt ist es aber Zeit, den Hunger anzuregen und das Essen zuzubereiten.

Vorweg fangen wir heute mit einem Aperitif an, um uns abzukühlen und auf den Rosmarin-Themenabend vorzubereiten. Theoretisch könnte man nämlich alle Gerichte heute als Abendessen servieren, dann vielleicht aber in kleineren Portionen… oder mit viel Hunger.


Rosmarin-Zitronen-Aperitif

 

Grundlage hierfür ist ein selbstgemachter Sirup, der vielseitig verwendbar ist.

 

Zutaten

  • 1 EL Rosmarin
  • Zeste einer Zitrone
  • 200 ML Wasser
  • 2 EL Zucker

 

Alle Zutaten in einen kleinen Topf geben, kurz aufkochen und dann auf niedriger Hitze ca. 20 Minuten ziehen lassen, dann abkühlen lassen.
Als alkoholfreier Aperitif mit Zitronenscheibe, ca. 300 ML Wasser und dem Saft einer halben Zitrone auf 2 EL Sirup, aber es passt auch Gin oder Vodka dazu… nehme ich an.

Eingestimmt? Gut. Erster Gang.


Ziegenkäse, Tomaten, Zwiebeln, Honig

 

Ein halber Klassiker. Fantastisch im Sommer, sehr rund, süßlich, würzig… Schon der Geruch sorgt für Wonne.


Zutaten:

  • 300 g Ziegenkäse
  • 1 Zwiebel (rot wäre schöner)
  • 6 kleine Tomaten
  • 2 EL Honig
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Rosmarin
  • Salz, Pfeffer, Zitronenzeste

 

Man kann damit auch gut Pakete in Alufolie für den Grill machen. Hier aber die Anleitung im Ofen, die Umwandlung kriegt man aber hin.
Ofen auf 180 Grad vorheizen. In einer Ofenform den Ziegenkäse in große Stücke zerbröckeln, die Zwiebel in etwas dickere Scheiben schneiden (längs, nicht quer), Tomaten halbieren und alles mit dem Rosmarin, Pfeffer, Olivenöl und Honig vorsichtig vermengen, dass der Ziegenkäse nicht weiter zerbricht. Optional kann man noch Zitronenzeste untermengen. Das sorgt für angenehme Frische, wenn man sie findet. Für ca. 20 Minuten backen, dann den Ofen auf Grill und 250 Grad stellen und noch mal 5-10 Minuten backen, bis die Ecken golb-braun werden.

Dazu gibts Brot und Salat… bei mir.

 

Lamm, Rosmarin, Knoblauch

 

Muss ich mehr sagen? Perfekt, ein Klassiker. Ich hab mich die ganze Woche darauf gefreut.

 

Zutaten:

  • 600 g Lammkoteletts
  • 2 EL Rosmarin
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Minze (optional)
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer

 

Knoblauch grob zerstoßen und alles in einer Schüssel vermengen, ca. 1 Stunde ziehen lassen. Wer es länger ziehen lassen will, sollte das Salz erst später dazu geben. Dann auf den heißen Grill oder in eine heiße Pfanne, von beiden Seiten scharf anbraten, bis der gewünschte Blutigkeitsgrad erreicht ist, ca. 3-9 Minuten (rare – well done). Dazu passen Rosmarinkartoffeln (Rosmarin, Kartoffeln, Olivenöl, 35-40 Minuten im Backofen)!

 

 

Creme Brûlée, Rosmarin

 

Klassische Creme Brûlée ist fantastisch, doch mit Rosmarin schaffen wir eine komplexere Creme, die leicht geräuchert schmeckt.

Im Folgenden habe ich eine vegane Creme versucht, die eine gute Alternative ist. Klassische Creme Brûlée spielt aber auf einem anderen Level, darum schreibe ich auch dafür ein Rezept auf.

 

Zutaten Vegan:

  • 300 ML Kokosmilch
  • 100 ML Reismilch
  • 1 Vanilleschote / 1 Messerspitze Vanillepulver
  • 2 EL Zucker
  • 3 EL Speisestärke

 

Die Zubereitung der veganen Creme ist wunderbar einfach: Alle Zutaten bis auf die Speisestärke und 50 ML Reismilch in einem Topf erhitzen und 5 Minuten köcheln lassen. Speisestärke mit der restlichen Milch vermengen und unterrühren. Die Masse sollte gut andicken. Dann in kleine Schälchen füllen und ca. 2 Stunden (oder mehr) in den Kühlschrank damit. Das Servieren kommt nach dem nächsten Rezept.

 

Zutaten klassisch:

  • 250 ML Sahne
  • 50 ML Milch
  • 4 Eigelb
  • 2 EL Zucker
  • 1 Vanilleschote

 

Jetzt wird es nicht kompliziert, aber es gibt ein paar Schritte zu beachten. Wir brauchen 2 Backformen: eine größere, die Platz für die Förmchen hat und eine weitere, die die erste bedeckt, aber nicht verschließt, dass die Luft zirkulieren kann. Jetzt Schritt für Schritt:

 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Sahne mit Milch in einem Topf vermengen und die Vanilleschote aufschneiden und hineingeben.
In einer Schüssel die Eigelb mit dem Zucker aufschlagen, bis sich die Farbe zu einem hellgelb entwickelt, ca. 3 Minuten.
Das Sahne-Milch-Gemisch fast bis zum Kochen bringen, vom Herd nehmen und unter viel Rühren und langsam zu den geschlagenen Eigelb geben.
Optional: Die Menge durch ein feines Sieb geben, um eine vollständig homogene Masse zu erhalten.
Mit einem Löffel den hellen Schaum von der Oberfläche abschöpfen.
Die Förmchen mit der Masse füllen, möglichst bis zum Rand. Am Ende hilft ein Löffel.
Die Förmchen dann in die Backform stellen und Wasser hinzugeben, bis der Pegel bei ca. 1.5 cm steht.
Die zweite Backform obenauf legen, dass sie komplett die Förmchen bedeckt, aber nicht die untere Form verschließt (also am Rand noch Platz hat).
Circa 30-35 Minuten im Ofen backen, bis sie bei vorsichtigem Schütteln leicht wackeln.
Vorsichtig die heißen Förmchen aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.

 

Nun sind wir wieder gleichauf und bereit für die letzte Portion Rosmarin.

 

Zutaten:

  • 3/4 EL Rosmarin
  • 2 EL Zucker

 

In einem Mörser den Rosmarin zerstoßen, bis ein recht feines Pulver entsteht. Kleine Stücke sind OK. Den Zucker untermengen. Nun pro Förmchen 1/2 – 1 EL Zucker über die kalt gewordene Creme streuen. Nun ist es Zeit für das berühmte Ritual: Mit einem Bunsenbrenner den Zucker zerschmelzen und karamellisieren. Nicht zu sehr verbrennen lassen und schnell servieren. Das macht einfach immer Eindruck.

 

Und nicht zuletzt: Guten Appetit.

 

Ich hoffe, Euch Hunger und Lust zu kochen gemacht zu haben. Vielleicht ist es nächstes Wochenende Zeit für einen schönen gemütlichen Rosmarin-Abend? Ich wünsche Euch einen schönen Sommer, den wir nun tatsächlich auch kulinarisch eingeläutet haben.

Bis bald!

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Kurzrezept: Feuersalz

Feuersalz

 

Das ideale Salz für Pommes Frites.

Salzig, würzig und leicht scharf. Die Mischung hat einen Körper aus Zwiebeln und Knoblauch, eine schöne Spitze durch die Chili, dazu eine runde Komplexität, erschaffen durch eine feine Abstimmung von Gewürzen. Gepaart mit Salz, funktioniert sie als spannender Alleinwürzer, komplexer Nachwürzer oder als Grundlage für Gerichte. Schauen wir uns mal die Zusammensetzung an:

Unraffiniertes Atlantikmeersalz (80 %), Bird’s Eye Chili (ca. 2,4 %), Muskatnüsse, Ingwer, Zwiebelpulver, Muskatblüte, Curcuma, Knoblauchpulver, Schabzigerklee, Koriander, Paprika scharf

Natürlich sind die Gewürze aus biologischem Anbau.

Zwar steht noch drauf, dass es gerade für die asiatische Küche gemacht wurde, aber das wird dem Salz nicht gerecht. Ich finde es toll zu Eiern, aufs Käsebrot, Kartoffeln oder Reis. Es ist nicht nur eine gute Mischung für auf den Tisch, sondern eignet sich auch gut, wenn man keine große Lust hat, zu kochen, aber dennoch nicht auf gut abgeschmecktes Essen verzichten will. Gilt wohl für viele Gewürzmischungen.

Jetzt aber zurück zu meiner ursprünglichen Behauptung. Ich esse gerne Kartoffeln, aus dem Backofen, manchmal frittiert, auf jeden Fall sind sie knusprig wunderbar. Die brauchen dann für mich definitiv Knoblauch, viel Salz, Zwiebeln sind gut, Schärfe optional, aber doch meistens drin. Wenn ich dann auch noch etwas Tiefe durch Gewürze kriege, bin ich glücklich.

Um diesem Statement Nachdruck zu verleihen, gibt es wie immer ein Rezept. Deswegen kommt Ihr ja wohl.

 

Currywurst mit Pommes

Pommes Frites

 

Nicht gerade ausgefallen, aber in der deutschen Küche mittlerweile heimisch. Kriegt man in den Städten an jeder Ecke, warum auch nicht. Wir machen unsere eigene Version. Es riecht in meiner Wohnung immer noch nach Curry.

 

Zutaten:

  • Kartoffeln, vorw. festkochend
  • Wasser
  • Neutrales Öl zum Frittieren
  • Feuersalz

 

  • Bratwurst (nach Wahl)
  • 800 g Dosentomaten (ja, immer noch)
  • 2 kl. Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 5 g fr. Ingwer
  • 5 g fr. Curcuma
  • 2 EL Sojasauce
  • 1-2 EL Apfelessig
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Tomatenmark
  • Currypulver der Wahl, Maß nach Wahl
  • Chili, wer mag
  • Salz
  • Chili, Feuersalz, mehr Currypulver

 

Hab ich schonmal meinen Lieblings-Selbstgemachten-Gewürzketchup vorgestellt? In Anlehnung daran mache ich auch meine Currysauce, nur mit Currypulver. In einem Topf Zwiebeln anbraten, Knoblauch, Ingwer und Curcuma dazu geben, anbraten, dann den Rest. Für 1 – 2 Stunden auf niedriger Hitze köcheln lassen.

Jetzt können wir uns den Pommes widmen. Wer’s einfach will, kann sich auch an der Tiefkühltheke bedienen. Mit dem Feuersalz schmecken auch die ganz hervorragend. Aber das wäre langweilig in einem Rezept, oder? Deswegen machen wir es gut.
Also: Topf mit Wasser und Salz zum Kochen bringen, Kartoffeln schälen und in gleichmäßige Stifte schneiden. Ich mag sie gerne etwas dicker, aber wie bei so vielen Dingen, darf das jeder so halten, wie er/sie/Pronomen der Wahl möchte. Die Kartoffeln ca. 10 Minuten kochen: Sie sollen außen anfangen weich zu werden, aber noch nicht durch sein. Abgießen und im Topf oder einer Schüssel mit Deckel ordentlich schütteln. So kriegen sie eine wunderbar raue Oberfläche, die später extra knusprig wird. Dann das Öl in einem Topf erhitzen. Bitte nicht am Öl sparen, das sorgt für traurige Pommes und lange Wartezeiten. Zuerst wollen wir ca. 165 Grad Celsius. Darin werden die Kartoffeln 5-6 Minuten niedrig frittiert. Jetzt sind sie ganz gar und vorsichtig knusprig. Nicht den Topf mit Kartoffeln überladen, lieber mehrere Gänge machen. Dann das Öl auf 205 Grad Celsius erhitzen und die vorfrittierten Kartoffeln darin 3-5 Minuten frittieren, bis sie goldgelb – leicht braun geworden sind, oder eben nach den eigenen Vorstellungen aussehen. Aus dem Topf in eine Schüssel geben, ordentlich Feuersalz rein und vorsichtig durchschwenken, dass sie das Salz überall verteilt.

Irgendwo dazwischen wurden idealerweise auch die Bratwürste angebraten, sodass wir nun zum wirklichen Spaß übergehen können – dem Essen. Wurst auf Teller, Sauce darüber, Pommes Frites dazu. Auf dem Tisch nach Belieben mit Currypulver, Feuersalz oder Chili nachwürzen und genießen!

Ich hoffe, danach seid Ihr vom Feuersalz ebenso angetan wie ich. Sonst fällt mir nur noch ein, einen guten Appetit zu wünschen, darum kommen wir hier zum

Ende.

 

 

 



Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu.

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Mate

Ist Mate noch ein Hype? Ich dachte, das wär schon zu lange hier cool, aber es sind immer noch eine Menge Leute mit ihren “Mate Getränken” unterwegs. Ich habs mal probiert, meins ist es nicht, aber muss ja auch nicht.

Was ich gut finde, ist richtige Mate. Der Tee, der von groben Büschen geerntet wird, über offenem Feuer getrocknet und dann aus kleinen Trinkkürbissen getrunken wird, gerne auch zusammen mit seinen Freunden und Familien. Wir haben das schonmal recht ausführlich selbst gesehen und geschildert. Das Aroma ist ein besonders: erdig, leicht bitter, doch auch leicht süß und tiefgrün. Mit viel Koffein und ähnlich gesunden Eigenschaften wie Grüntee, ist sie eine gute Alternative zum Kaffee. Nachmittags hab ich das jetzt auch für mich entdeckt – so kann ich den Trend also doch nachvollziehen.

Im Folgenden will ich den Geschmack und die Art der Mate etwas ergründen. Beginnend mit 2 klassischen Mate-Aufbereitungen und einem Versuch, das Trendgetränk hier nachzuahmen (zu verbessern? Für mich, vielleicht…)

Aber! Das ist noch nicht alles. Mate Trinken ist zwar in, aber Mate Essen wird noch in. Vielleicht. Aber nochmal zurück zum Wesentlichen: Tee.
Es gibt zwei prominente “ursprüngliche” Versionen: Die traditionelle und bekannte heiße Version, genannt Mate und eine kalte Version, genannt Tereré. Beide Versionen stammen von südamerikanischen Ureinwohnern, genannt Guaraní, die im heutigen Paraguy wohnen. Mate trinken ist oft eine sehr soziale und bindende Angelegenheit. Es wird geteilt und aus demselben Strohhalm getrunken. Die traditionelle Art Mate zu trinken ist für den klassischen Teetrinker ungewohnt, daher jetzt die Erklärung.

 

Mate

Es wird eigentlich aus einem hohlen Kürbis mit einem metallenen Strohhalm getrunken. Mittlerweile gibt es aber auch schöne Holzversionen.
Der Tee besteht aus den Blättern, den “Holzstücken” (daher “con palo”) und enthält auch Pulver, das beim Häckseln anfällt. Damit wird das Gefäß zu ca. 3/4 gefüllt, dann mit der Hand bedeckt und mit der Öffnung nach unten geschüttelt. In der Zwischenzeit wird ca. 1 Liter Wasser auf 70-80 Grad Celsius erhitzt. Das Wasser wird in einer Thermoskanne aufbewahrt, damit es über den Tag wohltemperiert bleibt. Das Gefäß mit dem Tee wird auf eine Seite gelegt, sodass der Tee sich an der Seite ansammelt. In den nun frei gewordenen Raum wird KALTES Wasser gegeben, sodass der Tee leicht befeuchtet wird. Dieser Schritt ist essenziell. Er sorgt dafür, dass der Tee nicht zu heiß gekocht wird. Der Tee wird nun für 1-3 Minuten so stehen gelassen, damit das Wasser gut durchziehen kann. Nun wird der Strohhalm (“Bombilla”) in den Raum so eingeführt, dass er am Rand des Gefäßes entlang verläuft und UNTER den großen Teeberg gelangt. Nun ist der Tee bereit getrunken zu werden. Über den Tag verteilt wird von dem heißen Wasser in den Freiraum gegeben und dann aus dem Strohhalm getrunken.

Das klingt alles sehr kompliziert, wird aber nach den ersten Anwendungen trivial.

 


Tereré

Tereré wird im Grunde genommen sehr ähnlich zubereitet. Der Hauptunterschied ist, dass man statt es heißen Wassers, eine Thermoskanne mit Wasser und Eis füllt und damit den Tee aufschüttet. Dadurch verändert sich selbstverständlich der Geschmack, aber die Art der Zubereitung erklärt sich wohl auch, wenn man beachtet, dass es im Sommer dort über 40 Grad werden kann. Der kalte Tee wird in Südamerika auch gerne noch mit Heil- und Aromapflanzen gestreckt.

 

So wird also traditionell Mate-Tee gebraut. Wenn man aber als Teetrinker mit Tradition Mate in ein Teesieb füllt und mit heißem Wasser übergießt, haut einem auch keiner auf die Finger. Das schmeckt ebenso ganz hervorragend. Pluspunkte gibt es natürlich, wenn man mit etwas kaltem Wasser anfängt, um den Effekt des traditionellen kalten Wassers zu imitieren. Wenn man nur eine Tasse Tee trinken will, halte ich das für die bessere Methode. Gerade für den Mate-Einsteiger, der sonst vielleicht überwältigt wird.

 

So viel zum traditionellen. Da die Hypegetränke nicht traditionell zubereitet werden, musste ich mich auch mal daran versuchen. Vereinfacht gesagt, wird eine Art Sirup gekocht, der dann mit Mineralwasser gemischt ist. Manche karamellisieren den Zucker vorher (die mit dem Club), manche nicht (die ohne Club, haha). Den Sirup kann man dann auch noch aromatisieren. Ingwer und Zitrone sind die Klassiker, Minze ist eine gute Idee, aber der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Hier eine kurze Anleitung für die Grundlage zum selber ausprobieren:

 

  • 300 ML Wasser
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Mate-Tee
  • Mineralwasser

 

Zucker im Topf erhitzen, bis er erst flüssig, dann leicht braun wird. Nicht schwarz, iih. Vorsicht, Karamell ist in etwa so gefährlich wie Lava. Darauf am besten heißes Wasser gießen, aber kaltes tuts auch. Dann nicht erschrecken, das Karamell wird steinhart, löst sich aber wieder auf. Kurz aufkochen, damit sich der Zucker auflöst, dann wieder auf 80 Grad abkühlen lassen und den Tee dazu. Ca. 5-10 Minuten ziehen lassen, dann absieben und kalt werden lassen. Zum Trinken nach Geschmack mit Mineralwasser aufgießen (1:5 – 1:2).


Puh. Jetzt haben wir in etwa schon so viel Text, wie in einer normalen Gewürzreise und ich habe noch nicht mal mit dem Kochen angefangen. Kochen mit bitteren Lebensmitteln ist spannend. Hier wird der Geschmack eher gemieden, in manchen Kulturen gehört er aber dazu. Mit süßlichen Aromen oder Fett ergibt sich aber ein interessantes Erlebnis, das man erstmal ausprobieren sollte, bevor man es als “ungenießbar” verurteilt. Ich hatte viel Spaß damit.
Zuerst wollte ich nur ein bisschen damit Kochen, aber plötzlich ist auch das immer mehr geworden, also fange ich besser mal an und fasse mich kurz.

 

Auberginen-Tomaten-Salat

Süße, warme Aubergine
Kalte, fruchtige Tomaten
Erdige, bittere, aber auch süßliche, holzige Noten der Mate.

 

  • 1/2 Aubergine
  • 1 EL Mate
  • 2 TL Basilikum
  • 40 ML Olivenöl
  • 1 EL Crema di balsamico
  • 200 g Tomaten
  • Salz, Pfeffer, Zitrone, mehr Olivenöl

 

Aubergine würfeln und in Mate, Basilikum, Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer marinieren, 1 Std. – 1 Tag. Dann in der Pfanne anbraten, dauert ca. 10 Minuten auf mittlerer-hoher Hitze. Auf klein geschnittene Tomaten geben und mit den üblichen Verdächtigen und extra Zitrone abschmecken.

 


Hühnchen-Kartoffel-Salat

Das Konzept hat sich so ergeben. Eine feine Mate Note mit guter Schärfe – aufgefangen durch Mayo und Kartoffeln.

 

  • 350 g Hähnchenbrust
  • 1 EL Mate
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Cayenne Pfeffer
  • Salz, Olivenöl

 

  • 500 g Kartoffeln
  • 1 Paprika
  • 1 EL Petersilie
  • Saft einer Limette und Limettenzeste
  • 50 – 100 g Mayonnaise
  • Chilisauce

 

Die Hähnchenbrust würfeln und in oben genannten Zutaten marinieren. Kartoffeln ebenfalls würfeln und in gesalzenem Wasser kochen, kurz vor Ende die gewürfelte Paprika dazu geben, um sie zu blanchieren. In einer Pfanne die Hähnchenbrust anbraten. Alles erkalten lassen. Für die Mayo kann man gekaufte benutzen, aber selber machen ist auch kein großer Aufwand und natürlich besser (…). Ich habe dieses Mal “vegane Mayo” selber gemacht:

 

  • 100 mL Sojamilch, Zimmertemperatur
  • 150 mL Sonnenblumenöl
  • 1 TL Apfelessig
  • Salz

 

Alles in ein hohes, aber enges Gefäß geben, wo der Pürierstab mehr oder minder genau reinpasst. “Pürieren”, es sollte sich sofort eine Emulsion ergeben. Fertig ist die selbstgemachte Mayonnaise.

Dann also alle Zutaten vermengen und nochmal gut abschmecken und Chilisauce (Tabasco, …) nach eigenem Geschmacks- und Schärfe empfinden untermengen.

 


Karamell-Milchreis mit Mate, Mango und Erdnüssen

Definitiv mein Highlight-Gericht für diese Reise. Viele tiefe, starke Geschmäcker. Die Mate gibt dem Milchreis den notwendigen Charakter.

 

  • 350 ML Reismilch
  • 50 ML Kokosmilch
  • 1 EL Mate
  • 10 g Ingwer

 

  • 2 EL Zucker
  • 1 EL Kokosöl
  • 100 g Milchreis

 

  • 100 g Erdnüsse
  • 1 EL Öl
  • Salz
  • Zitronenzeste
  • Mango

 

Zuerst muss die Milch vorbereitet werden. Alle Zutaten wieder auf ca. 80 Grad Celsius erhitzen, 5-10 Minuten ziehen lassen und absieben.
Dann in einem Topf das Kokosöl mit dem Zucker erhitzen, bis Karamell entsteht. Den Milchreis hinzugeben und dann den ersten Teil der Milch. Milchreis kann man am besten wie Risotto kochen – nach und nach Flüssigkeit hinzugeben. Also machen wir das auch. Bis der Milchreis fertig ist.
In einer Pfanne auf mittlerer Hitze das Öl erhitzen und ungeröstete Erdnüsse dazu geben. Unter ständigem Rühren rösten, bis die gewünschte Farbe erreicht ist. Meine sind etwas zu dunkel, ich dachte zwischenzeitig, dass es sich um Kaffeebohnen handelt. Dann auf ausreichend Küchenpapier geben und kräftig salzen. Oder man kauft eben geröstete Erdnüsse. Was Ihr Zuhause macht, ist Eure Sache.


Zum Anrichten auf den Milchreis, geschnittene Mango, Erdnüsse und Zitronenzeste geben und genießen, in Ruhe. Das Kochen war anstrengend.

 

 

So. Ich hoffe, dass ich noch ein paar interessante Facetten und Arten der Mate teilen konnte. Zum Kochen ist sie interessant, aber ihre Stärke liegt definitiv im Getränk. Legt mal Eure Füße hoch und genießt einen schönen Kürbis voll Mate, bis das Koffein anfängt zu wirken und Ihr irgendwas erledigen müsst.

Bis dahin!

 

 

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

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