Kurzrezept: Indischer Herbstanfang

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Meine Inspirationen für dieses Rezept sind sehr herbstlich und, wie dem Titel zu entnehmen ist, indisch. Genauer noch, diese kleinen kartoffelbefüllten Samosas. Wer Lust auf ein bisschen Schärfe, viel Geschmack, Wärme und erdige Wurzelgemüse hat, ist hier genau richtig.

Das Rezept besteht aus zwei wesentlichen Teilen: Das geschmackliche Highlight ist hierbei der Gewürze-Crunch / Öl. Die Mischung aus Textur und fantastischem Geschmack ist phänomenal. Kartoffeln und Kürbis sind ebenso essenziell und bilden die Grundlage – die Leinwand, wenn man so mag. Ihre warmen, süßlichen und erdigen Aromen harmonieren hervorragend mit den Gewürzen.

Bevor das Kurzrezept zu einer langen Beschreibung wird, fangen wir lieber an zu kochen.

 

Indischer Gewürzcrunch

Ich vermute, hier kann jeder seine persönliche Note einbringen, hier ist also meine.

Zutaten:

  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Koriander
  • 1 TL Senfsaat (gelbe)
  • 1 TL Fenchel
  • 1,5 TL Curry scharf
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer
  • Öl (viel)

 

Leider habe ich das Öl nicht abgemessen. Es sollte genug sein, dass die Zwiebeln und die Gewürze ordentlich darin aufgehen können, aber es ist kein Gewürzöl (siehe Foto).

Eine Pfanne auf mittlere-hohe Hitze bringen. In der Zeit die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, die ganzen Gewürze raussuchen und ganz grob in einem Mörser zermahlen. Es reicht, sie aufzubrechen. Dann die Zwiebeln in der Pfanne unter viel Bewegung anbraten. Sie sollen leicht braun werden, aber dürfen nicht verbrennen. Je nach Herd die Hitze etwas runterstellen. Sobald die Zwiebeln etwas Farbe annehmen, die zermahlenen Gewürze, Pfeffer und etwas Salz dazu geben und nochmal ein paar Minuten weiter erhitzen. Ich habe nochmal einen kleinen Schuss mehr Öl dazugegeben – es soll nicht zu trocken werden. Zum Schluss das Currypulver dazu, 30 Sekunden im Öl anschwitzen und vom Herd nehmen. Wenn es etwas abgekühlt ist, gegebenenfalls noch mit etwas Salz abschmecken. Es sollte so durch die Zwiebeln etwas süß, sehr aromatisch und etwas salzig sein!

 


Kartoffel – Kürbis – Erbsen

Zutaten:

  • 1 Kartoffel
  • 1 Stück Butternut Kürbis
  • Erbsen
  • Indischen Gewürzcrunch
  • Salz, Öl

 

Das ist die schicke Version, um all die Zutaten etwas zu zelebrieren. Dazu oder stattdessen kann man Kartoffeln und Kürbis mit etwas Salz, Öl und Curry Scharf Pulver im Ofen für ca. 45 Minuten rösten. Schmeckt fantastisch, gerade mit dem Crunch (siehe unten). Ich hatte aber Lust, auch eine “schickere” Version zu kreieren.

Kartoffeln und Kürbis in dünne Scheiben schneiden und in der Pfanne golden anbraten. Das geht am besten auf mittlerer Hitze und ein bisschen Geduld. Ab und zu wenden und salzen. Dann auf einem Küchentuch abtropfen. Wenn man gefrorene Erbsen nimmt, kann man sie entweder in einem Topf kurz blanchieren oder Wasser aufkochen und darüber geben. Das muss man dann eventuell 2x machen, dass sie auch schön warm sind.

Dann abwechselnd Kürbis und Kartoffeln schichten, ein paar Erbsen dazu und mit dem Crunch garnieren. Jetzt kann man es als dekonstruierte Samosa Füllung verkaufen, oder eben also Kartoffeln, Kürbis und Erbsen mit Gewürzcrunch. Eins ändert sich nicht – es schmeckt phänomenal.

Alternativ, mit den gleichen Zutaten und etwas weniger Eleganz:

Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, es hat euch inspiriert und hungrig gemacht. Bis bald!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Kleiner Gewürzausflug: Curry scharf

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Wie viele von Euch bereits mitbekommen haben, mussten wir und unsere KollegInnen Bio-Kreuzkümmel leider bis auf Weiteres auslisten. Quasi alle Ernten liegen seit ca. 2 Jahren weit über den nun auch gesetzlich festgelegten Grenzwerten für Pyrrolizidinalkaloide. Diese produzieren einige Pflanzenfamilien selbst, um sich vor Insektenfraß zu schützen. Über Beikräuter auf dem Feld gelangen sie in die Gewürzernte. Durch gutes Unkrautmanagment (Jäten und Hacken) holen erfahrene Bauern diese unerwünschten Pflanzen aus dem Feld. Merkwürdigerweise funktioniert das aber bei Kreuzkümmel seit mind. 2 Ernten nicht – jetzt sind wir auf die 2021-Ernten gespannt, ob Verbesserungen sichtbar werden

Kurz und gut: Das lässt sich in den Bio-Läden feststellen: Man findet keinen puren Kreuzkümmel mehr.
Als Solo-Gewürz verzichten wir im Moment – aber unsere Gewürzmischungen brauchen diese faszinierenden herb-würzigen Noten. Wir haben deshalb Tests mit ätherischem Kreuzkümmelöl gemacht, um Kreuzkümmelsaat weitestgehend zu ersetzen, und sie sind recht gut geworden – ein kleines bisschen anders, aber genauso lecker.
Da das Kreuzkümmelöl nicht so einfach in die Mischtrommel geschüttet werden kann, ist das Verfahren etwas komplizierter, so ähnlich, wie wir auch unsere Tees aromatisieren. Wir machen einen Ansatz auf Veilchenwurzel-Pulver, das als Fixateur dient. Das können wir dann gut untermischen. Ihr seht es auf der Zutatenliste.

 

Curry scharf

 

Wie auch der Messe-Seite beschrieben, sind die Currymischungen von Heuschrecke für mich etwas sehr typisches für die Heuschrecke. Woran das liegt, vermag ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht einfach eine Erinnerung.

Wie dem auch sei, für mich ist diese Currymischung sehr ausgewogen und voller Aroma, sodass sie sich hervorragend als “Allein-Gewürz” eignet. Ich glaube, das hatte ich auch bei den anderen Mischungen geschrieben, vielleicht bedeutet das irgendwas…

 

Erstmal die Zutaten:

SENF, Curcuma, Koriander, Cayenne-Pfeffer, Liebstöckel, Bockshornklee, Knoblauch, Pfeffer schwarz, Kreuzkümmel, Zimt Cassia, Lorbeer, Cardamom, Veilchenwurzeln, ätherisches Kreuzkümmelöl

 

Ich weiß gar nicht, wo ich mit der geschmacklichen Beschreibung anfangen soll. Ich probiere es mal so:

Im Vordergrund trifft man auf die Mischung aus Liebstöckel, Senf, Bockshornklee und Koriander – sehr würzig und sehr “curryhaft”. Danach übernehmen leichte Kurkuma-Noten und Knoblauch, die für einen vollen Körper sorgen. Zuletzt trifft man auf die prägnante Schärfe, die sich aus dem Pfeffer und Cayenne-Pfeffer ergibt und ein bisschen anhält, aber auch nicht so sehr, dass es weh tut. Dazu kommen die feinen Noten von Zimt, Lorbeer und Kardamom, die einfach nicht in Curry fehlen sollten. Eher unterstützend, aber würden sie fehlen, wäre es nicht vollständig.

Wie eingangs beschrieben, macht es sich hervorragend als Allein-Gewürz (naja – Gewürzmischung). Wenn ich die Mischung nur schmecke, hab ich gleich ein ganzes Linsen Dal im Kopf und auf der Zunge. Aber auch zu diversen Reisgerichten mit oder ohne Hühnchen würde es ganz gut passen – vielleicht sogar eine Art Paella, wenn man sich nicht unbedingt an Normen halten muss.

Oder man würzt damit, wie meine Tante es immer gerne macht, die Kräuterbutter und schafft so ein Gericht, das man sein Leben lang mitbringen muss.

Aber zurück zu dem Linsen Dal. Das mache ich tatsächlich wöchentlich, was jetzt auch dazu führte, dass mein Curry scharf leer ist…

 

 


Linsen Dal

Trotz meiner stolzen Behauptung des Allein-Würzers, gebe ich an mein Dal noch eine extra Portion Curcuma, Kardamom und Asafoetida (gibt’s online oder in den richtigen Geschäften – sehr indisch).

Weiterhin kann man sich das Rezept so einfach oder komplex wie möglich machen. Hier schreibe ich mein “volles” Rezept auf, aber werde alles, was optional ist, mit einem * kennzeichnen.

Zutaten:

  • 500 g gelbe Linsen
  • 2-3 Zwiebeln
  • 1 großes Stück Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch *
  • 1 Stange Staudensellerie *
  • 1 Möhre *
  • 1 Chili *
  • 1 TL Tomatenmark *
  • 1 EL Curcuma *
  • 2-3 EL Curry scharf
  • 5 Cardamom-Kapseln *
  • 1/2 TL Asafoetida *
  • 1 – 1.5 L Wasser
  • 1/2 Zitrone
  • Salz

 

Wie man an den vielen sieht, kann man wirklich eine Menge weglassen. Mit schmeckt es mir aber besser!

Also: Zwiebeln, Ingwer, Staudensellerie und Möhre in wirklich kleine Stücke schneiden, ca. 0,5 cm oder eben nach Belieben. In etwas Öl, idealerweise ein bisschen Kokosfett oder Ghee, anbraten, ca. 5 – 10 Minuten. Dann Asafoetida, Kardamom, Curcuma und 2 EL Curry dazu geben, kurz anrösten. Kleingeschnittenen Knoblauch und Tomatenmark dazu und für weitere 2 Minuten anbraten. Zuletzt die gelben Linsen und eine gute Portion Salz dazu geben, mit Wasser aufschütten und mit geschlossenem Deckel für ca. 20 – 25 Minuten köcheln lassen. Ich mag etwas mehr Wasser, sodass die finale Konsistenz zwischen Suppe und Brei liegt. Zuletzt mit Zitrone, Salz und mehr Curry Pulver abschmecken.

Dazu kann gerne Brot, Reis oder kleine andere Speisen gereicht werden. Wärmt, sättigt, schmeckt und stellt hochzufrieden.

Und ohne große weitere Worte verabschiede ich mich!

Bis bald!

 

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.