Kurzrezept: Rooibos Eistee

 

Es ist heiß. Hier sogar ziemlich. Da kann man gar nicht viel machen. Trotzdem sollte man dafür sorgen, dass es lecker ist und mir hilft dann immer ein leckeres Getränk, wie etwa dieser Eistee. Voll mit Geschmack, erfrischend und mit ein bisschen Textur zur gustatorischen Freude (und wenn man so will für die Nährwerte, aber das ist zu vernachlässigen). Ich finde es einfach etwas spannender, wenn man noch ein bisschen mehr hat.

Da bei dem Wetter auch das Lesen schwer fällt, kommen wir gleich zum Rezept und dann geht’s schwimmen.

 

Rooibos Eistee – Rezept

Wie oben beschrieben – ziemlich komplex, mit ein paar Beilagen und schön erfrischend.

 

Zutaten

  • Rooibostee Chai
  • Zitrone
  • Frische Minze
  • 1 EL Chiasamen
  • Johannisbeeren
  • Süße nach Wahl

 

Zubreitung

Zuerst muss der Tee gekocht werden. Das geht am besten nach der Anweisung auf der Rückseite. Wer Eistee gerne kalt trinkt (würde ich empfehlen, des Namens wegen, auch wenn man in heißen Ländern eher heißen Tee trinkt, aber ich bin kein Thermodynamik-Physiker), der sollte das am Abend vorher machen, dann hat der Tee genug Zeit zum Abkühlen. Idealerweise ein bisschen abkühlen, dann in den Kühlschrank. Wer seinen Tee mit Zucker süßen möchte, der sollte das in heißem Zustand machen, das geht einfacher. Aber dran denken, dass heiße Gerichte aromatischer sind als kalte, es braucht also etwas mehr. Alternativ gehen auch feine Sirups, mit Beerenaroma oder z. B. Holundersirup.

Wenn der Tee fertig ist, füllen wir ihn in eine Karaffe oder eine Flasche, zum Mitnehmen. Dann kommt der Saft einer halben Zitrone und noch ein paar Zitronenschnitzer hinein. Wer hat, dem empfehle ich noch etwas Minze. Ich gebe nun noch ein paar Chiasamen und ein paar gewaschene und gezupfte Johannisbeeren dazu, das ist immer ein Akzent von fruchtiger Säure, wenn man eine zerbeißt.

Das war’s schon im Wesentlichen. Der Chai Rooibostee ist ziemlich aromatisch, tief und voll, allerdings alleine nicht so erfrischend. Mit der frischen Minze, der Säure und der leichten Fruchtigkeit wird er zu einem tollen Eistee. Sehr zu empfehlen.

 

Ich wünsche euch allen eine schöne heiße Zeit, hoffentlich mit ein bisschen Regen und viel Ruhe, um die Hitze zu genießen. Stress und Hitze sind keine schöne Kombination.

 

Bis bald!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

 

Gewürzausflug: Voatsiperifery-Pfeffer

 

Hier kommt der zweite neue Pfeffer. Eine weitere Rarität, aber aus einem anderen Teil der Welt. Sowohl kulinarisch als auch geografisch.

Der Voatsiperifery-Pfeffer (Piper borbonese) stammt aus einer biozertifizierten Wildsammlung aus Madagaskar. Es handelt sich dieses Mal also auch um Pfeffer, der auch biologisch einer ist.

Aromatisch könnte er nicht unterschiedlicher zum Andaliman-Pfeffer sein: Er ist deutlich pfeffriger, mit einem starken, kampferartigen Holznote und einem leichten Mentholaroma. Sobald man den Pfeffer mahlt oder zertstößt entfaltet er ein unglaubliches, volles Aroma. Es riecht exotisch, ich finde, man kann fast den Urwald sehen. Es riecht ein bisschen nach Baum, harzig, aber anders als hiesige Wälder.

Jetzt zum Geschmack: Es beginnt mit dem kampferartigen Holzton, vermischt mit einem relativ frischen, nicht so aggressiven Pfefferaroma. Die Aromen teilen sich dann. Es ensteht ein sehr klares, volles, holzig kampfpriges Aroma, das für ein paar Sekunden klar dominiert. Dabei behält es eine ätherische Frische. Zum Abgang hin, kommt die Mentholnote klar zum Vorschein. Es bleibt eine wirklich dezente Schärfe und ein warmes, ausfüllendes Gefühl im Mund. Sehr faszinierend.

Man kann den Pfeffer durchaus als Universalgewürz einsetzen, aber man sollte sich der Kraft und ungewohnten Komplexität bewusst sein. Die Aromen sind ziemlich dominant und sollten gezielt und vorsichtig eingesetzt werden, da sie dazu neigen, ein Gericht zu prägen. Wer sich darauf einlässt, wird allerdings belohnt. Der Geschmack ist wirklich toll und die Komplexität erinnert eher an eine gut balancierten Gewürzmischung als an ein Monoprodukt.

Wie bei uns Brauch ist, gibt es noch eine Rezeptidee dazu.

 

„Klare“ Spargelsuppe

Ich muss aber vorwegschicken, dass mir für dieses Rezept die Expertise fehlt. Die Aromen sind relativ schwierig zu balancieren, aber ich war mit dem Endresultat und dem Prozess durchaus zufrieden und habe einiges gelernt.

 

Zutaten

  • 500 g weißer Spargel
  • 150 g Knollensellerie
  • 50 g Lauch
  • 1 L Wasser
  • Muskatnuss, Pfeffer, Salz, Zitrone
  • Optional: 50 – 100 g Butter

 

Zubereitung

Den Spargel schälen und in relativ grobe Stücke schneiden (dritteln, z. B.). Dabei die Köpfe separat halten. Sellerie ebenso schälen und in Stücke schneiden, Lauch waschen und schneiden. Das Gemüse ohne die Spargelköpfe, die Spargelschale, Wasser und eine kleinere Menge Salz zum Köcheln bringen und solange kochen, bis alles weich ist. Das sind so 15 – 20 Minuten. Dann alles in einen Mixer geben und pürieren, bis es relativ homogen wird. Es wird vermutlich aber trotzdem verschiedene Schichten geben – kein Grund zur Sorge.
Jetzt geben wir die Suppe durch ein Sieb (wer es ganz klar will, sollte hier passieren) zurück in den Topf. Es hilft, mit einem Löffel oder Silikonspachtel nachzuhelfen.
Nun die Spargelköpfe vorsichtig darin köcheln. In der Zeit können wir schonmal mit Salz, Zitrone und etwas Muskatnuss abschmecken. Zum Ende des Kochprozesses die Butter in kleinen Würfeln unter viel Rühren in die Suppe einschmelzen. Das schafft eine deutlich vollere, weiche Suppe.
Zum Servieren ein paar der Spargelköpfe und Brühe in eine Schale geben, ein bisschen Schnittlauch dazu und zuletzt das Gewürz der Stunde: Der Voatsiperifery-Pfeffer – entweder frisch gemahlen oder zerstoßen. Ich empfehle eher etwas weniger zu nehmen und sich vorsichtig heranzutasten. Die richtige Menge ist fantastisch. Zu viel und der zarte Geschmack der Brühe wird vollkommen überdeckt vom Pfeffer…

 

Warum Voatsiperifery-Pfeffer dazu?

Die Spargelsuppe profitiert ganz einfach davon. Sie hat einen sehr feinen Geschmack, die volle Würze des Pfeffers verleiht ihr, richtig gewürzt, neue Komplexität und macht sie zu etwas sehr Besonderem.

Und da sind wir schon wieder am Ende der Reise. Viel Spaß mit dem Pfeffer und ciao!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Gewürzausflug: Andaliman-Pfeffer

 

Es gibt einen (bzw. als Vorwegnahme, 2) neue, ziemlich besondere Pfeffer in unserem Sortiment. Naja, streng botanisch ist dieser hier gar kein Pfeffer, aber wenn man damit einmal anfängt muss man glatt die Hälfte aller Pfeffersorten umbenennen, deswegen wollen wir nicht so kleinlich sein.

Heute geht es um den Andaliman-Pfeffer (Zanthoxylum acanthopodium), eine wahre Rarität, wenn man so will. Er wächst nämlich quasi nirgendwo. Unserer kommt aus einer biozertifizierten Wildsammlung aus Sumatra, Indonesien.
Der Pfeffer kommt als ganze Rispe und sieht dadurch spannend aus. Bei genauerem Hingucken sieht man ihm auch seine Verwandtschaft zum Szechuan-Pfeffer an. Diese leicht geöffneten, mit runden Auswuchtungen besetzten Kapseln sind unverkennbar.

Kommen wir aber zum spannenden Teil: der Geschmack. Auch hier findet man die Verwandtschaft naheliegend. Der Andaliman-Pfeffer ist unglaublich intensiv zitrusartig. Es ist fast, wie in eine trockene, nicht saure Grapefruit zu beißen. Dabei ist die Schärfe fast komplett abwesend. Auch des Taubheitsgefühl des Szechuan-Pfeffers bleibt aus. Ein kleiner Geschmackskick, irgendwo auch einen Hauch ätherisch und für die Frische erstaunlich vollmundig. Sehr besonders und anregend, finde ich.

Wem noch keine Ideen zum Kochen gekommen sind, dem möchte ich hier gleich mal eine, und einen Hauch einer 2. mit an die Hand geben. Los geht’s.

 

 

Scharfer Chili Tofu

Dieses Gericht ist zu 100 % inspiriert von der Szechuan Küche und weicht gleichzeitig so weit ab, dass ich keinerlei Anspruch auf Authentizität stelle.

Zutaten

  • 200 g Tofu
  • 1 guten EL Gochujang (koreanische Chilipaste)
  • 1 knappen EL Andaliman Pfeffer
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 gutes Stück Ingwer
  • 1 Frühlingszwiebel
  • Speisestärke, Wasser, Öl, Salz
  • Optional: Chiliflocken, Glutamat, Sesamöl, Sesam

 

Das geht alles recht schnell. Ich empfehle, erst das ganze Gemüse vorzuschneiden. Dann hat man etwas mehr Ruhe.

Staudensellerie in fingerdicke Stücke schneiden, Knoblauch in Scheiben, Ingwer in feine Stifte, Frühlingszwiebeln in Scheiben, Tofu in relativ dicke Würfel. Schonmal in einem Wasserkocher Wasser aufsetzen, um den Tofu vorzuwärmen. Ich empfehle, die einzelnen Kapseln des Pfeffers von den Rispen zu trennen, aber sie nicht zu mahlen.
Am einfachsten: Bevor es losgeht, den Tofu gewürfelt in eine flache Schüssel legen und mit Salz und Wasser übergießen. So wird er gewürzt und lecker.
Dann in einer Pfanne oder einem Wok eine gute Menge Öl erhitzen. Ist es heiß, kommen Ingwer, Sellerie und Knoblauch dazu. Nach ein paar Sekunden auch der Pfeffer. Nach etwa 2 Minuten kommt der EL Chilipaste dazu und wird auch kurz angebraten.
In der Zeit in einer kleinen Schüssel vielleicht 150 Gramm Wasser mit einem EL Speisestärke vermischen. Das ist letzten Endes auch abhängig vom Geschmack: Wie dickflüssig soll es werden und wie viel Sauce willst du.
Dieses Stärkewasser (im englischen liebevoll Cornstarch Slurry genannt) in die Pfanne geben und alles gut vermengen. Jetzt kommen Tofu und Frühlingszwiebel dazu, wer mag noch mehr Chili und Glutamat, sowieso Sesamöl und Sesamsamen. Ich empfehle natürlich alles, aber dann wirds ziemlich scharf und Glutamat ist ja bei manchen umstritten.
Gut, aber vorsichtig vermengen. Der Tofu soll seine Form bewahren und alles soll schön von der dickflüssigen Masse bedeckt sein.
Fertig. Dazu passt wie immer Reis und ein bisschen Frühlingszwiebelgrün, aber auch z. B. ein Spiegelei. Sowas esse ich immer wieder gerne. Es ist ein wahres Geschmackserlebnis, super scharf, voller Aromen. Phänomenal.

 

Warum Andaliman-Pfeffer dazu?

Die kleinen geschmacksintensiven Kapseln sind beim Draufbeißen eine Explosion von Zitrus. Das gibt diesem sehr scharfen und vollen Gericht eine neue Ebene von Leben. Es kontrastiert die anderen Aromen und erweitert das Erlebnis ganz hervorragend. Sehr zu empfehlen.

 

Weitere Ideen

Vor kurzem habe ich wieder mal Zwiebeln eingelegt und dazu Szechuan-Pfeffer gegeben. Hier kann ich mir auch wunderbar den Andaliman-Pfeffer vorstellen. Er verleiht sowohl der Flüssigkeit einen spannenden Geschmack und ist dann auch durch das Einweichen wunderbar so essbar. Wer damit seine Sandwiches garniert, wird sich über die kleinen Geschmacksexplosionen freuen.

Bis auf weiteres, ciao!

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Zum Mitnehmen: Blätterteigtörtchen

 

Manchmal kommt es anders als man denkt: Dann braucht man schnell einen Plan B. Das gilt überall, ob im Job, im Leben oder in der Küche. Dann ist es fantastisch, wenn man flexibel ist und sich mit ein bisschen dadurch freigesetzter Kreativität eine Alternative überlegen und diese Umsetzung kommt.
Das wird vereinfacht, wenn man immer irgendwie darauf vorbereitet[1] ist, oder zufällig Blätterteig im Haus hat. Es gibt quasi nichts, was nicht lecker schmeckt in Blätterteig. Diesen selber zu machen, würde ich als “once in a lifetime”-Geschichte beschreiben. Ist super viel Aufwand, schmeckt natürlich fantastisch, aber ist den Aufwand auch meistens nicht wert.

Jetzt aber direkt zum Rezept, Erklärungen gibt’s später:

 

Scharfe Kohl-Blätterteig-Happen

Würzig, lecker und auch recht locker.

 

Zutaten

  • 1 Blätterteig
  • 150 g Weißkohl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 3 Eier
  • 100 g Joghurt
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • Schwarzkümmel
  • Pfeffer
  • Curcuma
  • Muskat
  • Chili
  • Petersilie
  • Minze
  • Salz
  • Parmesan

 

Zubereitung

Das Rezept lässt sich in 3–4 Schritt aufteilen: los gehts!

1. Ofen vorheizen auf 200 Grad C Umluft. Pfanne können wir auch schon mal anmachen auf mittlere-hohe Temperatur. In der Zeit Kohl, Zwiebel und Möhrchen in 1–2 cm dicke Quadrate schneiden. Dann in die heiße Pfanne und abraten. Den Blätterteig in 12 (oder wie viel man machen möchte) gleich große Rechtecke schneiden, die Muffin Form mit Olivenöl einstreichen und die Blätterteig-Rechtecke hineinstecken. Vorsichtig andrücken und mit der Gabel den Boden einstechen. Wenn der Ofen heiß ist, rein damit. Sie sollen nur ein paar wenige Minuten vorbacken, dass der Boden hält und ein bisschen knusprig wird.

2. Wenn das Gemüse ein bisschen angebraten ist, kommt der Großteil der Gewürze und die Sonnenblumenkerne dazu. Alles gut verrühren und weiter braten. Es sollte alles bissfest, aber nicht roh sein, da die Törtchen nicht mehr lange im Ofen brauchen. Ausmachen und abschmecken. Es soll gut gewürzt sein, weil wir die rohen Eier nicht unbedingt noch probieren wollen.

3. In einer Schüssel die Eier mit dem Joghurt verrühren. Würzen mit den gleichen Zutaten und ein bisschen frische Petersilie und Minze dazu, wenn man mag. Dann das Gemüse hineingeben und die vorgebackenen Blätterteige aus dem Ofen holen. Sie sollten ein bisschen knusprig, aber noch nicht sehr braun sein. Mit einem Löffel die Masse hineinfüllen. Sie gehen ein bisschen auf, aber nicht zu sehr. Optional ein bisschen Parmesan darüber reiben. Dann schnell zurück in den Ofen, Temperatur ein bisschen runterdrehen auf 180 Grad und backen, bis das Ei gestockt ist und der Blätterteig knusprig golden braun ist, ca. 10 – 15 Minuten. Bitte immer ein Auge darauf werfen.

4. Herausholen, ein paar Minuten abkühlen lassen und dann gleich warm genießen! Fertig.

 

 

 

 

Addendum

Anstatt euch vorher mit viel Text zu langweilen, gibt’s hier noch ein paar Anmerkungen zum Rezept.

Der Mix aus Kohl, Möhren und Zwiebeln mit Sonnenblumenkernen ist mir ein sehr vertrauter und ich mag ihn gerne. Man kann hier gerne aber variieren: Mais, Pilze, anderes Gemüse – ganz nach Belieben. Das gilt natürlich auch für die Gewürze.

[1] „Irgendwie darauf vorbereitet“ bedeutet erstmal nur: Man hat Zutaten im Kühlschrank, die das erleichtern. Es gibt gefühlt zwei Arten einzukaufen: Manche kaufen mit einem konkreten Plan ein, für Rezepte, die sie in nächster Zeit kochen werden. Ich kaufe zu 95 % nach Lust und Laune ein: Ich gucke, was es gibt, kaufe viel Gemüse und ein paar Sachen, die ich immer wieder esse und schaue dann spontan, worauf ich Hunger habe. Wer das noch nie so gemacht hat, dem würde ich das mal zum Ausprobieren empfehlen.

Das Gemüse vorzubraten schafft nicht nur die notwendige Vorgarung, sondern ermöglicht es uns auch, abzuschmecken und schafft noch ein paar neue Geschmacksnuancen. Manchmal sind es genau diese Schritte, die helfen, ein Gericht auf die nächste Stufe zu heben.

Genug der Worte: Genießt euren Sonntag und einen guten Appetit!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Zum Mitnehmen: Muffins

Es muss nicht immer herzhaft sein. Ich persönlich mags morgens gerne süß. Das hat sich so eingebürgert. Während mein Frühstück nicht immer gut mitzunehmen ist (und ich es trotzdem ab und zu tue), gibt es heute eine sehr gut mitzunehmende, süße Angelegenheit: Muffins.

Praktisch, handlich und bereit in Sekunden (wenn man die Vorarbeit geleistet hat) sind sie ideal für, wenn es mal schnell gehen soll (oder muss!). Einfach aus der Form und aus dem Haus. Muffins eben…

Nun, ich hab schon viele eher exzentrische Rezepte geschrieben. Spannende Gewürz- und Aromenkombinationen, Experimente. Heute wirds ein Stück einfacher. Ein kleines Stück. Ein gutes Einstiegs-Muffin-Rezept, das sich nicht verstecken muss. Vielleicht mach ich in der kommenden Zeit noch ein „spannenderes“, ich hab noch ein paar Ideen in meinem Kopf. Erstmal wollte ich aber ein funktionierendes, einfaches und leckeres Rezept schreiben. Eine Basis, sozusagen. Dann können wir ja mal gucken.

 

Himbeer-Zitronen-Muffins

Lecker, süß und auch schön luftig. Was will man mehr? Ein Hauch Rosen? Ok.

 

Zutaten

  • 350 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Milch
  • 2 Eier
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Vanilleschote / eine Prise Vanille
  • 1 TL Lemonmyrtle
  • 1/2 Zitrone (Zeste & Saft)
  • 150 – 200 g Himbeeren (gefroren)
  • Rosenblätter

 

Zubereitung

Muffins zu backen, ist tatsächlich denkbar einfach. Es braucht keine große Technik, es braucht keine großen Geräte und es braucht nicht mal viel Zeit. So geht’s:

1. Trockene Zutaten sieben und zusammenmischen
2. Zitronenzeste, Lemonmyrtle, Zitronensaft & Milch in einen Topf geben und eine 20 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein Sieb geben.
3. Vanille, Olivenöl und Eier dazu geben und gut verrühren.
4. Die flüssigen Zutaten in die trockenen geben und zu einem glatten Teig vermischen. Dabei sollte man nicht zu viel kneten, sonst wird der Teig etwas zu fest und gummiartig. Einfach gut verrühren und fertig.
5. Die Himbeeren (gefroren ist in Ordnung, frisch natürlich auch) dazu geben und untermischen. Hier habe ich noch drei getrocknete Rosenknospen auseinander geblättert und untergerührt. Das war in meinem Kopf noch wichtig. Man schmeckt es kaum aber manchmal hat man dann einen Hauch Rosen in Nase und Mund – sehr fein.
6. Die Muffin Form mit Öl bestreichen und ein bisschen Zucker hinein streuen. Das hilft beim herauslösen.
7. Nun den Teig mit einem Löffel (oder Eiscremelöffel) in die Form geben. Ich habe ca. einen großen EL pro Förmchen benutzt, damit waren diese etwa 3/4 voll. Noch ein bisschen Zucker darüber streuen.
8. In einen vorgeheizten Ofen bei 180 Grad stellen und ca. 15 – 20 Minuten backen. (Hängt natürlich auch von der Größe der Muffins ab). Testen kann man mit einem Zahnstocher: Reinstechen, rausziehen und prüfen, ob Teig am Zahnstocher hängen bleibt. Ist er sauber, sollten die Muffins gut sein.
9. Abkühlen lassen – das schafft ein besseres Endresultat. Man schreibt es immer, aber es ist im Grunde klar, dass niemand die Disziplin hat. Man kann sie also auch warm genießen.
10. Essen. Morgens, mittags, abends – ganz nach Laune. Einfach auf die Hand mitzunehmen oder als Snack.

 

 

Anmerkungen

Jetzt noch ein paar Anmerkungen von mir:

1. Olivenöl: Man kann auch Butter benutzen, aber ich mag Teig mit Olivenöl sehr gerne. Das leichte Olivenöl-Aroma harmoniert super mit den hier angeführten Zutaten, finde ich.
2. Sieben: Genialer Film. Und es schafft einen homogeneren und “fluffigeren” Muffin.
3. Zucker auf Gebäck kreiert eine leckere süßliche und leicht karamellige und knusprige Schicht. Es braucht wirklich nicht viel und es gibt dem Rezept relativ viel
4. Gesundheit: 100 g Zucker sind nicht das gesündeste für ein Frühstück. Das verteilt sich zwar auf die Muffins, aber naja. Wer regelmäßiger Backen möchte, kann hier mit Zuckeralternativen (Erythrit, Xylit, …) aushelfen und für ein ausgeglicheneres Ernährungsprofil mit Proteinpulver unterstützen.

5. Buttermilch: Wer kann, sollte Buttermilch benutzen. Das Aroma ist fantastisch. Leider vertrage ich keine Milchprodukte…

Das war’s schon. Guten Appetit und einen schönen Sonntag noch!

 

 


 

 

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Zum mitnehmen: Couscous Salat

Couscous Zutaten Übersicht

 

Sandwich und Brot sind meistens gut, aber manchmal soll es auch etwas anderes sein. Mehr Gemüse, andere Aromen, andere Texturen. Was für mich immer funktioniert, ist ein guter Couscous Salat (Achtung: nicht Taboulé)

Eigentlich ist für „klassischere“ Varianten dessen gerade absolut nicht die Zeit. Standardzutaten wie Tomaten und frische Kräuter sind gerade schwer (naja, schwer saisonal und gut) zu bekommen. Glücklicherweise kann man hier einfach auf andere Zutaten ausweichen. Es ist also eigentlich nur eine Methode, ein leeres Bild, wie man so schön sagt.

Im Grunde braucht es nur 3 Dinge: Couscous (und Linsen), Gemüse und ein gutes Dressing.

Ich werde euch hier eine Möglichkeit anbieten, die mir gut schmeckt. Es ist aber nicht mehr als ein Beispiel, an dem wir einmal den Ablauf durchgehen. Dazu gibts noch ein paar meiner Gedanken und den Test, ob am Abend vorher mischen geschmacklich stark abweicht.

 

Couscous Linsen Salat

Schmeckt gut zu Hause und gut unterwegs. Was will man eigentlich mehr?

 

Am Vorabend gemischt

Couscous und Linsen

Ich mische gerne rote Linsen zu meinem Couscous. Das ist nicht nur texturlich schön, sondern wertet auch das Ernährungsprofil ein bisschen auf. Ich benutze rote Linsen, da sie am schnellsten kochen, das passt gut zum Couscous.

Dazu in Teilen (nach Volumen): 1 Teil Couscous, 1 Teil rote Linsen und 3 Teile Wasser zum Kochen bringen, Deckel drauf und Hitze aus. Dann ca. 15 Minuten ziehen lassen. Alternativ mache ich das gerne im Reiskocher, das ist noch einfacher.

 

Gemüse / Beilagen

Ich mag meinen Salat gerne mit viel Beilagen. Nicht vielen, sondern viel, heißt die Menge in Relation zum Couscous soll hoch sein.

Die einzelnen Zutaten unterscheiden sich quasi jedes Mal und sie hängen davon ab, worauf ich Lust hab. Hier sind aber ein paar Zutatenarten, die in irgendeiner Form fast immer dabei sind:

 

  • Etwas mit Biss, wie Möhren, Radieschen, Gurken, Rettich oder Apfel. Damit es nicht zu einheitlich im Mund ist. Außerdem hält sich eben dieses Gemüse sehr gut für 1–2 Tage.
  • Etwas Süßes, wie Äpfel, Rote Beete, Rosinen, Cranberries oder Datteln. Da ich mein Dressing gerne etwas saurer mache, schaffen die süßen Elemente einen schönen Kontrast.
  • Saftige Zutaten: Zurzeit nur begrenzt, aber im Sommer vor allem Tomaten, hier mussten es gekochte Rote Beete sein. Gerade die Tomaten funktionieren fast als Teil des Dressings, halten sich aber nicht so gut für mehrere Tage.
  • Kräuter und blättriges. Normalen Salat mag ich nicht so gerne, aber frische Kräuter wie Petersilie, Minze, Koriander, Basilikum oder Rucola finde ich super. Nicht nur sehen sie farblich gut aus, sondern sie geben dem Salat noch feine und frische Aromen. Wer einen arabischen / türkischen Supermarkt in der Nähe hat: Hier gibt’s meistens wunderschöne, dicke Bündel frischer Kräuter, die sich ideal eignen.
  • Ein bisschen was zu knuspern: Nüsse oder ähnliches. Nüsse röste ich gerne nochmal an. Sie werden so etwas knuspriger und die leichten Röstaromen sind fantastisch.

 

 

In diesem Salat habe ich viele verschiedenen Zutaten gehabt, hier ist die Liste:

 

  • Möhren
  • Apfel
  • Rote Beete
  • Radiesschen
  • Gurke
  • Rucola
  • Minze
  • Petersilie
  • Walnüsse
  • Datteln

 

Geschichtet und Dressing separat, am Vorabend

Dressing

Wie eingangs erwähnt, mach ich mein Dressing gerne etwas saurer. Ich finde, so wird der Salat erst richtig frisch und das mag ich gerne. Zudem ist der Kontrast zwischen den süßen Zutaten und dem sauren Dressing immer eine Freude.

Ein guter Tipp ist, verschiedene Säuren zu nutzen. Das erhöht die Komplexität der Säure und schafft manchmal mehr Ausgewogenheit. Ein Beispiel sind Zitronensaft und Weißwein-Essig oder Weißwein-Essig und Granatapfelmolasse.

Dazu mag ich (manchmal) gerne frische Zwiebeln in meinem Dressing. Ist natürlich manchmal problematisch.

Letzter Punkt: Gewürze. Sowohl für den Salat, als auch diesen Blog fast essenziell. Sie heben den ganzen Salat nochmal auf ein neues Level: mehr Komplexität und Nuancen, alles etwas raffinierter. Beispiele sind: Kreuzkümmel, Sumach, getrocknete Minze, Pfeffer, Zimt, Schabziger Klee, Hildegarten Mischung, … Ihr wisst sicherlich am besten, was EUCH schmeckt.

 

Hier sind meine Zutaten für diesen Salat:

  • Zwiebel
  • Olivenöl
  • Granatapfelmolasse
  • Weißwein-Essig
  • Kreuzkümmel, frisch geröstet und gemahlen
  • Sumach
  • Salz
  • Pfeffer
  • Getrocknete Minze
  • Zimt

 

Die Zwiebeln klein schneiden, alles andere zusammenmischen und gut abschmecken. Das Dressing profitiert sogar davon, am Vorabend gemacht zu werden. Kreuzkümmel und Zimt schaffen eine angenehme Wärme, Sumach ist schön fruchtig-sauer und die Minze ist nochmal ganz anders als frische.

 

Gemischt am nächsten Morgen

Letzte zu klärende Frage: Am Abend vorher vermischen oder frisch.

Es ist natürlich klar, dass nicht immer beides möglich ist und ich denke, beides hat auch seine Vor- und Nachteile. In meinem Direktvergleich hat mir der frisch angemachte Salat aber deutlich besser geschmeckt. Er war frischer und auch irgendwie saftiger. Ich denke, der am Abend angemacht Salat hat das Dressing schon mehr aufgesogen und das Gemüse hat ein bisschen gelitten. Der Unterschied ist signifikant, aber nicht entscheidend. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, wenn das nicht geht, es schmeckt trotzdem.

 

Hier noch eine kurze Übersicht

 

Am Abend vorher:

+ Theoretisch zieht alles gut durch.
+ Man kann es besser abschmecken.
+ Es ist einfacher und besser vorzubereiten.
– Das Gemüse leidet teilweise (vor allem die Äpfel und die Kräuter). Hier kann man mit einer besseren Gemüseauswahl vorbeugen.
– Der Salat ist nicht so „saftig“, weil das Dressing in den Couscous und das Gemüse zieht.

 

Frisch:

+ Saftiger und frischer
+ Gemüse frischer und knackiger
– Je nach Gelegenheit und Gefäß schwer bis unmöglich zu vermischen
– Es braucht ein zusätzliches Gefäß
– Gefahr zu wenig Dressing zu haben
– Es kann nicht mehr abgeschmeckt werden

 

Um den Salat frischer zu halten und den Aufwand und die Portabilität gleich zu halten, empfehle ich, das Dressing in einem separaten Gefäß mitzunehmen und den Salat zu schichten, nicht zu mischen. Dann kann man das Dressing frisch darüber geben und alles gut durchmischen. Das hält sich fantastisch für 1–2 Tage.

 

Getrennt und frisch am angemacht, am morgen

Alles zusammen

Die einzelnen Schritte habe ich schon erklärt. Wenn man den Couscous aufsetzt und eine Pfanne für Walnüsse vorbereitet, kann man nebenher das Gemüse klein schneiden und vorbereiten. Das Dressing mache ich zum Schluss, da es ja sowieso über Nacht steht, sonst vielleicht vorziehen. Je nach Menge kommt man so unter 30 Minuten raus.

Ich hoffe, es schmeckt euch, vielleicht habt ihr was gelernt oder zumindest Hunger bekommen!

Bis bald.

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

Essen zum Mitnehmen: Banh mi

Bild von selbstgemachtem Banh mi Sandwich

 

Juchuu, wir kochen wieder. Zumindest essen wir wieder. Und das mit einer neuen (Mini-)Serie: Essen zum Mitnehmen. Für die Schule, die Uni, die Arbeit oder zum Wandern, ist egal.

Es soll schmecken, nicht zu viel Zeit (oder viel Zeit, wenn man mag) in Anspruch nehmen, einigermaßen gesund sein und da es von mir kommt, natürlich auch vegetarisch / vegan. Dabei ist es wie üblich nicht schwierig, Fleisch oder Fisch hinzuzufügen.

Also zurück zum Thema. Obwohl viele immer noch zu Hause arbeiten oder unterrichtet werden, ist es ja manchmal auch ganz gut raus zu kommen. Wer nicht zum Mittag rausgeht, dem kann ich das ans Herzen legen – Draußen schmeckt es nochmal ganz anders. Man hat immer die Möglichkeit, sich irgendwo etwas zu kaufen, doch selber machen macht Freude, erweitert die eigenen Möglichkeiten und ist hoffentlich nochmal näher am eigenen Geschmack. Außerdem ist es cool, sich selbst bekochen zu können. Im Zweifel auch noch gesünder und oftmals leckerer.

Die Entscheidung ist also gefällt. Krempel die Ärmel hoch, es geht los mit einem simplen Konzept in einer erweiterten Art: ein belegtes Brot.

 

 

Zweite Version des Sandwiches mit selbstgekauftem Brot
Mein selbstgemachtes Brot, obwohl sehr lecker, ist nicht schön aufgegangen. Meine Hefe war wohl nicht mehr stark genug. Hier nochmal auf selbstgekauftem Brot.

 

Bánh mì / Gefülltes Baguette

Bánh mì ist auch nur vietnamesisch für Brot, doch die Aromen und Belege sind definitiv inspiriert von verschiedenen dort angebotenen Varianten.

 

Brot

Baguette kann man gut kaufen, doch man kann auch ganz passables (heißt: gut, aber nicht perfekt) relativ leicht selber machen. Wie man es macht, ist letzten Endes eigenes Ermessen. Obwohl die meisten wohl nicht ihr eigenes Brot machen werden, zeige ich hier ein sehr grob angeschnittenes Rezept auf, das man als Ausgangspunkt nehmen kann.

Die Zutaten sind nur im Verhältnis angegeben. Das ist im Endeffekt leichter zu merken und die Anforderungen unterscheiden sich von Haushalt zu Haushalt.

Im Backen ist es üblich, Zutaten in Bakers Percentage anzugeben. Alle Zutaten werden in Abhängigkeit zum Mehl gemessen, was demnach 100% darstellt. Als Beispiel: hat man 100g Mehl und nimmt 60g Wasser, so ist der Wassergehalt mit 60% bemessen.

 

Zutaten im Verhältnis:

  • Mehl 100%
  • Wasser 60-65%
  • Hefe 2,5%
  • Salz 1.5%

So hat man schon ein sehr guten Ausgangspunkt, den man für viele Zwecke einsetzen kann: Pizza, Brote, etc.

 

Zubereitung

Ich bin ein Freund von Einfachheit und dem Teig Zeit zu geben. Ich mische deswegen die Zutaten am Vortag zusammen und knete sie gut durch. Dafür sollte man sich (oder der Maschine) ein paar Minuten Zeit geben. Ich mache das nach Gefühl, bis der Teig schön zusammenhängend und glatt aussieht. Ein Startpunkt sind 5 Minuten kneten, 5 Minuten ruhen lassen und nochmal 5 Minuten zu kneten. Mit der Zeit kriegst du dann ein Gefühl für Teig.
Dann kommt der Teig in einer Schüssel oder ähnlichem über Nacht in den Kühlschrank.

Ca. 3 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank holen und eine Stunde auf Zimmertemperatur kommen lassen. Dann in die Größe einer halben Handfläche zerteilen und mit etwas Mehl erst in ein Rechteck formen, dann die beiden langen Seiten des Teigs in die Mitte falten, zusammenkneifen und die Ecke zusammenformen. Umgedreht auf eine leicht bemehlte Fläche legen und mit einem Küchentuch abdecken. Die Teiglinge sollten schon wie Baguettes aussehen und gehen jetzt nochmal 1–2 Stunden.

Vor dem Backen den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Wenn die Baguettes nochmal zerlaufen sind, können sie ganz vorsichtig nochmal auf die gleiche Art geformt werden. Dabei solltest du versuchen, möglichst wenig Luft aus dem Teig zu drücken.
Dann kommen sie also in den Backofen. Wer hat, kann ein bisschen Wasser hineinsprühen und die Teiglinge ca. 20 Minuten backen lassen. Bitte ein Auge darauf lassen und schauen, ob sie schön aussehen. Fertiges Brot hört sich beim draufklopfen hohl an.
Ich habe auf und in meine Baguettes ein paar Sesamsamen gegeben, das schmeckt fein.

Genug zum Brot, der Rest geht kürzer.

 

 

Eingelegtes Gemüse

Nochmal braucht es etwas Vorbereitung, aber mit 5 Minuten Zeitaufwand kann man seine Sandwiches sehr aufwerten, in dem man Gemüse süß-sauer einlegt. Hier mache ich es am Beispiel von Zwiebeln und Möhren, aber das ist letzten Endes auch nur eine Vorlage, hier wieder in Anteilen.

 

Zutaten

  • 4 Teile Wasser
  • 1 Teil Essig (z. B. Weißwein-Essig)
  • 1 Teil Zucker
  • Salz
  • Gewürze (Senfkörner, Piment, Pfeffer, Bockshornklee, …)

 

Zubereitung

Alles vermischen, das Gemüse in dünne Scheiben schneiden und über Nacht (oder Nächte) im Kühlschrank ziehen lassen. Geht immer und schmeckt immer gut.

Tipp: Wer es vergessen hat, oder nicht so lange warten will, kann die flüssigen Zutaten kurz aufkochen und heiß über das Gemüse geben. Dann ist es nach 15-30 Minuten fertig.

 

Gewürzmix aus Schabziger Klee, Chili, Salz und Pfeffer

 

Belegen

Endlich angekommen, hier kommt der finale Teil. Belag ist wie immer Geschmacksache. Hier ist eine Empfehlung.

 

Zutaten

  • Tofu
  • Rucola
  • Gurke
  • Vegane Paté
  • Chili
  • eingelegtes Gemüse
  • Erdnüsse, gesalzen
  • Salzmischung

 

Zubereitung

Ein Brot zu belegen braucht wohl doch keine Erklärung mehr, deswegen gibt’s noch eine leckere Salzmischung und ein paar Tipps.

  • Salzmischung aus: Schabziger Klee, Salz, Pfeffer und Chili. Hat viel Umami, ein bisschen Schärfe und passt toll zu diesem Sandwich.
  • Tofu scharf in der Pfanne anbraten (oder frittieren, aber wer macht das schon zu Hause). Schmeckt nicht nur unvergleichlich besser, sondern ist auch noch schön knusprig. Salzen nicht vergessen.
  • Es macht Welten aus, das Sandwich gut zu würzen. Soll heißen, entweder jede Schicht ganz vorsichtig oder am Ende etwas liberaler zu würzen.
  • Vegane Paté gibt es im Bioladen und in manchen Drogeriemärkten. Früher hieß das Tartex, aber das scheint nicht mehr so hergestellt zu werden…
  • Das fertige Sandwich in Sandwich Papier (oder Backpapier) einzupacken macht zwar etwas mehr Müll, aber hilft unterwegs sehr beim Essen und garantiert die strukturale Integrität (wer hat diesen Begriff hier erwartet?) des Sandwiches.
  • Hungrig essen schmeckt besser

 

 

Kann man gut mitnehmen und kalt essen, schmeckt aber auch ganz hervorragend frisch und zu Hause. Da gibt’s also kein Grund, sich selbst einzuschränken.

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Ende 2021: Neujahr und Zöpfe (Kurzrezept)

Das Jahr ist nun wirklich zu Ende. Da gibt’s nichts mehr dran zu rütteln.

Eine Menge ist passiert, eine Menge hat sich verändert – wie das so ist mit den Jahren. Wo treibt es uns hin, was kommt als Nächstes? Das neue Jahr bringt neue Fragen, neue Energie, neue Aufgaben. Schauen wir mal.

 

Zum Ende des Jahres, bzw. eigentlich zum Jahresanfang gibt es von uns noch ein kleines Rezept. Zur Tradition und Neuinterpretation der Tradition haben wir einen Neujahrszopf gebacken. Der soll vor Krankheit, Hunger und anderen Unglücken schützen. Ob wir daran glauben oder nicht – was Gutes zu essen hat noch nie geschadet.

 

Rezept: Lavendel-Neujahrszopf

Es wäre natürlich kein Heuschrecke Rezept, wenn es nicht auch etwas mit Gewürzen zu tun hätte. Unsere florale Interpretation bringt neue Facetten – etwas komplexer, etwas ungewöhnlicher und sehr lecker!

 

Zutaten

  • 550 g Mehl
  • 400 g Milch
  • 50 g Butter
  • 80 g Zucker
  • 4 g Lavendel
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Eigelb + 1 zum bestreichen
  • 1 Päckchen Hefe

 

Achtung: Ich habe diesen mit glutenfreiem Mehl gebacken, daher sieht er etwas anders aus. Das Mehl / Milch Verhältnis variiert hier nach Mehl ein bisschen. Gewünscht ist ein schöner, weicher Hefeteig.

 

Zubereitung

Den Anfang macht die Milch. Die braucht ein bisschen Zeit. Wir erhitzen die Milch und schmelzen die Butter schonmal hinein. Auch kommen noch 2 EL Zucker (ca. 30 g), Vanille und Lavendel hinzu. Nachdem die Milch heiß ist, einfach einen Deckel drauf und ca. 20 Minuten ziehen lassen, damit Lavendel und Vanille schön in die Milch einziehen können. Hier kann man auch die ganze Vanilleschote hinein geben, denn wir sieben nach den 20 Minuten alles ab.

Wenn die Milch lauwarm ist, wunderbar. Wenn nicht, dann nochmal lauwarm machen. Hinzu kommen Hefe und 2 Eigelb unter viel rühren. Wichtig ist das lauwarme und das Rühren, denn Rührei und Zopf passen nur nach dem Backen zusammen.

In einer Backschüssel das Mehl und den Zucker vermischen. Eine Prise Salz schadet auch nicht, wie immer. Dann die Milch dazu geben und den Teig kneten, für ca. 5 Minuten. Nun zudecken und an einem warmen Plätzchen gehen lassen. 1 – 2 Stunden sind dafür gut, dann fühlt sich der Teig gut und expandiert.

Ausgeruht kommt der Teig auf unser Brett und soll in drei gleich große Teile geteilt werden. Diese werden in dicke Würste gerollt, mit 2 Händen und dann zu einem Zopf geflochten. Das erfordert ein bisschen Koordination, aber das kriegen wir noch hin.. Auch an Neujahr.

Jetzt geben wir dem Teig nochmal Zeit an einem warmen Ort. Dann geht der fertig geformte Zopf nochmal schön auf. So wird er garantiert fluffig.

Zuletzt den Ofen auf 180 Grad Umluft erhitzen und den Teig mit einer Mischung aus Eigelb und Milch (50:50) bestreichen. So wird er goldgelb und glänzend. Mein Zopf hat etwa 30 – 35 Minuten gebacken.

Ganz kurz abkühlen lassen und lauwarm mit Butter genießen. So fängt das neue Jahr auch gleich gut an.

 

Also: Wenig Unglücke für Euch im nächsten Jahr. Viel Geld und Gesundheit, viel Energie und Lebensfreude. Für ein fantastisches neues Jahr.

Bis bald!

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Kurzrezept: Glühwein

Es ist wieder so weit. Es ist kalt geworden, es ist weihnachtlich geworden. Der Geschmack sehnt sich nach süßem, umarmenden Wohlgefallen. Dazu kommen Traditionen, Erinnerungen und ein dezentes Sehnen nach Familie und Gemeinsamkeit.

All das hat irgendwie mit Glühwein zu tun – würde ich sagen.

Da Weihnachtsmärkte dieses Jahr immer noch etwas schwierig sind und es zu Hause vielleicht auch ganz schön ist, gibt es heute ein kleines Rezept für Glühwein für die gemütlichen Stunden. Dieses Rezept ist eine Variante zum Klassiker: Etwas gewürzter, etwas weniger sauer, kurzum: etwas mehr nach meinem Geschmack. Ich hoffe, es inspiriert auch Euch dazu, ein bisschen damit herumzuspielen.

 

Anpassungen

Apfel statt Orange: Ich mag Äpfel (gerade) gerne. Das ändert sich immer mal wieder, aber der leicht süßliche, unvergleichliche Apfelgeschmack passt meiner Meinung nach sehr gut zu Glühwein und den Gewürzen.

Ein bisschen Kardamom, ein bisschen Tonka-Bohne und mehr Gewürze: Was soll ich sagen, ich mag es würziger. Ich finde, die verschiedenen Aromen aromatisieren toll mit dem sonst recht süßen Tee und machen Glühwein zu dem Getränk, was es ist.

Traubensaft statt Rotwein: Das ist lediglich eine Möglichkeit, alkoholfrei zu bleiben. Wenn man lieber mit Rotwein (und sogar einem Schuss Rum) kochen möchte, steht dem nichts im Wege. Vielleicht braucht es dann, wie immer ganz nach Geschmack, ein bisschen Süße in Form von Honig oder braunem Zucker.

 

Rezept

Zutaten

  • 500 ml Traubensaft
  • 4 Kardamomkapseln, zerstoßen
  • 1 Sternanis
  • 5 Nelken
  • 1 Prise Tonka, gemahlen
  • 1 große Prise Zimt / 1 Zimtstange
  • 1 halber Apfel, fein geschnitten

 

Zubereitung

Da ich schon die Verarbeitung der Zutaten mit aufgeschrieben hatte, können wir direkt alles in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Dann Hitze aus und idealerweise eine halbe Stunde ziehen lassen, damit sich die Aromen voll entfalten können. Wer es heiß mag, sollte es dann nochmal erhitzen. Wer es etwas weniger “voll” mag, kann noch etwas Wasser dazu geben. Auch hier ist ein Spielplatz für Kreativität und Ausleben des eigenen Geschmacks.

Dann in schöne Tassen füllen und mit warmen Gedanken genießen – ob im Wohnzimmer oder draußen.

Viel Freude und bis bald!

 

 


 

 

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Gewürzausflug: 5-Gewürze-Pulver

 

Das 5-Gewürze-Pulver ist eine der weitverbreitesten Gewürzmischungen in der chinesischen Küche. In der chinesischen Küche heißt hier wirklich: komplett China. Es wird quasi in jeder Region angewandt.

Das warum ist recht simpel zu erklären: Es enthält quasi alle 5 Grundaromen: Sauer, süß, bitter, salzig und umami. Das erklärt auch gleich den Namen. Na ja, unter anderem. Weitere Erklärungen sind, dass es jedes der 5 Elemente abdecken soll und auch einfach, weil es aus 5 Zutaten besteht.

Ich finde, es ist eine phänomenale Gewürzmischung, nicht zuletzt, weil sie ein paar meiner Lieblingsgewürze enthält. Sie ist extrem aromatisch und dominant, sehr komplex und hat eine spannende Entwicklung über die Zeit, vom Moment an dem es den Gaumen berührt bis sich der Nachgeschmack des Szechuan-Pfefferkorns entfaltet. Dieser ist im Abschluss dann angenehm dominant und gewohnt langanhaltend.

Für den europäischen Geschmack etwas ungewöhnlich wird es traditionell viel in gedämpftem Fleisch und Eintopf verwendet. Hier kann sich das Aroma dann richtig entfalten und es bietet einen wunderbaren Kontrast zu dem deftigen Fleischaroma.

So genug der Einleitung. Machen wir erstmal welches.

 

Zubereitung

Es gibt hier genau so viele Variationen, wie bei Garam Masala. Immerhin über die Zutaten ist man sich einigermaßen einig, aber in welchen Dimensionen bleibt dem Zubereiter überlassen. Wenn eine Komponente zu dominant erscheint oder man z. B. mehr Fenchelaroma möchte, so kann man hier gut variieren. Hier ist aber mein momentaner Stand.

 

Zutaten

  • 10 g Szechuan Pfefferkorn
  • 10 g Sternanis
  • 4 g Gewürznelken
  • 5 g Fenchel
  • 8 g (Cassia-)Zimt

 

Wenn man Zimtstangen hat, kann man alle, sonst alle außer dem Zimt in der Pfanne kurz anrösten, bis sie anfangen, ihr Aroma zu versprühen. Das dauert je nach Herd ca. 3–5 Minuten. Das hilft dem Geschmack wie gewohnt ungemein. Dann alles gut in der Gewürzmühle mahlen, bis es ein feines Pulver wird.

Das war’s schon. Am besten ist es natürlich frisch, aber gut gelagert hält es sich auch ein bisschen. Wie mit anderen frisch-gemahlenen Gewürzen.

 

Aufschlüsselung

Ich möchte mir ein bisschen Zeit und Worte nehmen, um die Gewürze aufzuschlüsseln, wie ich das schon bei anderen Gewürzmischungen gemacht habe:

Szechuan Pfeffer: Ich hab ja schon geschrieben, wie unglaublich aromatisch und zitrus-floral unser Szechuan Pfeffer ist. Diese Eigenschaft gibt auch dieser Mischung genau diese Note. In den eingangs erwähnten 5 Aromen ist er die Säure, aber natürlich auch die gewohnte, leicht betäubende Wirkung. Unverwechselbar.

Sternanis: Die elegante Schwester des gewöhnlichen Anis. Das Anisaroma ist unverkennbar und gewohnt prägnant. In der Gewürzmischung begleitet es die ersten 2/3 der Zeit erkennbar, ohne aber zu aufdringlich zu sein. Es ist Teil der Süße, des Umami und auch des Salzigen.

Fenchel: Der Übergang zum Fenchel ist nahtlos. Auch er enthält das anisige Anethol, ist aber noch deutlich süßer und wärmer im Geschmack.

Gewürznelken: Vom Fenchel komme ich zur Nelke. Auch ihre Aromen sind tendenziell „warm“, aber auch gleichzeitig etwas bitter.

Zimt: Zuletzt der Zimt: Eine klare, erdige Note. Leicht bitter, leicht scharf. Gefühlt gibt er dem Gewürz etwas mehr Bodenständigkeit und macht es so deutlich ausgewogener und runder.

Zuletzt bleibt dazu noch zu sagen: Die Gewürzmischung ist nicht nur auf dem Gaumen unglaublich komplex, sondern hat auch für die Nase eine breite und intensive Palette aufzubieten. Wirklich ein kleines Feuerwerk.

Und jetzt noch was zu Essen.

 

Gemüse – Nudel – Pfanne

Zutaten

  • 200 g Kürbis
  • 150 g Brokkolistrunk
  • 100 g Apfel
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 EL 5-Gewürze-Pulver
  • 1 EL Chili (optional)
  • Sesam, Salz, Frühlingszwiebel, (Glutamat)

 

  • 200 g Nudeln

 

Wasser für die Nudeln aufsetzen. In der Zeit all das Gemüse in kleine, ähnlich große Stücke schneiden und eine Pfanne auf mittel-hohe Temperatur erhitzen. Dann all das Gemüse in etwas Öl anbraten, ca. 5 Minuten, bis es knackig ist und anfängt weich zu werden. Nun die Gewürze und das Salz dazu geben. Bei mir ist es viel Chili, weil ich es scharf wollte. Man kann aber auch weniger oder gar kein Chili verwenden. Die Kombination ist aber super.

Nach weiteren 2–3 Minuten sollte das Gemüse einen schönen Garheitsgrad haben. An dem Punkt entweder vom Herd nehmen, wenn die Nudeln noch nicht gar sind, oder die Nudeln dazu geben und mit etwas Pasta-Kochwasser vermengen und das Wasser verkochen lassen. Das bringt alles etwas zusammen. Servieren mit Frühlingszwiebel und Sesam.

Es entsteht ein Gericht, das denkbar simpel erscheint, aber eine wahnsinnige Aromentiefe hat. Trügerisch und fantastisch lecker.

Hinweis: Idealerweise nimmt man diese chinesischen, selbstgemachten Weizennudeln, aber wie auf dem Foto tun es auch andere Nudeln.

 

So. Ich glaube, es wird noch eine ausführlichere Kochepisode mit diesem Gewürzpulver geben. Vielleicht. Das werden wir noch herausfinden.

Bis hierhin hoffe ich, es hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

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