Das war der Mai 2021 – nass und kalt!

Foto 1: Calocybe gambosa (Maipilz)

 

Endlich ein Mai, wie ihn der Pilzfan schon Jahre lang nicht erlebt hat! Endlich mal genug Bodenfeuchte für Pilze, die manchmal schon den Mai im Namen tragen.

 

Foto 2: Maipilz-Mahlzeit

 

Fangen wir an mit dem Maipilz, Calocybe gambosa (Foto 1), der in so großer Fruchtkörperanzahl am nährstoffreichen krautigen Wegesrand bei Ulmen und Wildbirne  wuchs, dass wir im Mai unsere 1. Pilzmahlzeit 2021 (Foto 2) genießen konnten. Denn der intensive mehlig-ranzige Frischpilzgeruch des Maipilzes verliert sich in der Pfanne.

 

Foto 3: Entoloma clypeatum (Schildrötling)
Foto 4: Entoloma clypeatum (Schildrötling)
Foto 5: Entoloma clypeatum(Schild-Rötling) Sporen 400x

 

Ein besonderer Fund am gleichen Standort, zusätzlich zur Wildbirne gab es weitere Rosengewächse –  Schlehen, Heckenrosen und Weißdorn – , war ein nie gesehenes Massenaufkommen des ebenfalls im Frühjahr erscheinenden Schild-Rötlings, Entoloma clypeatum (Foto 3,4), auch der wird von Kennern verspeist, aber Achtung! Verwechslungsgefahr mit giftigen anderen Rötlingen! Obwohl die Familie der Rötlinge (Entolomataceae) sehr gut von anderen Rosasporern durch ihre eckigen Sporen (Foto 5) abgrenzbar ist, sind die einzelnen Arten der Familie oft ganz schwer auseinanderzuhalten.

 

Foto 6: Geastrum coronatum (Dunkler Erdstern)
Foto 7: Geastrum coronatum (Dunkler Erdstern)

 

Überraschungepilze entdeckten wir beim Ausschneiden eines Lebensbaumes: In der darunter liegenden dicken Nadelstreu fanden sich, sozusagen semihypogäisch ganze Nester von Erdsternen, die sich nach eingehender Analyse als Exemplare des Dunklen Erdsterns Geastrum coronatum – ( Name Pandemie -konform) – entpuppten. (Foto 6,7).

 

Foto 8: Peziza arvernensis (Buchenwald-Becherling)
Foto 9: Peziza arvernensis (Buchenwald-Becherling) Schläuche 100x
Foto 10: Peziza vesiculosa (Blasiger Becherling)
Foto 11: Peziza vesiculosa (Blasiger Becherling) Schläuche 400x 1 offener Deckel dabei

 

Oft fast Eierbecher-große Becherlinge aus der Klasse der Schlauchpilze, Ascomycota, gab es unter Buchen in der verrottenden Buchenblätterschicht, nämlich den Buchenwald-Becherling, Peziza arvernensis (Foto 8,9 )und auf einem altjährigen Sägeplatz den nährstoffliebenden Blasigen Becherling, Peziza vesiculosa (Foto 10,11). Beides Schlauchpilze deren Schlauchspitze sich mit Melzers Reagenz blau verfärbt und die Sporen werden aus der Schlauchspitze über einen sich öffnenden Deckel entlassen.

 

Foto 12: Morchella esculenta (Gemeine Speisemorchel)
Foto 13: Orchis mascula (Mannsknabenkraut)
Foto 14: Geißklee-Bläuling

 

Auch die Gemeine Speisemorchel, Morchella esculenta (Foto 12) ist ein Frühjahrspilz, den wir im Mai  unter nährstoffreichen Hecken am Rande des NSG Schönecker Schweiz sichten konnten. Warteten die Pilze eher in gedeckten Farben auf, war auf Magerwiesen und Wacholderheiden, anders als in den letzten trockenbraunen Jahren Buntes zu bewundern, hier das Mannsknabenkraut, Orchis mascula (Foto 13) und der wunderschöne Geißklee-Bläuling (Foto 14). Das macht Lust auf mehr!

 

 


Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.

Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

Der Fliegenpilz

 

 

 

 Wie ist es mit einem Fliegenpilz – Der Glück verspricht und doch so giftig ist.

 

 


 

Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA (“Point Zero Painting”), Kunstglaserin, ausgebildet im “Begleiteten Malen”, Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   www.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter: https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 

“Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…”

 

Kathrin Franckenberg

Ohrenkuss: Natur

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

In der neuen Ausgabe geht es um das große Thema Natur. Für viele ist es ein wunderbarer Ausgleich, für manche eine beängstigende Sache, die lieber aus der Ferne beobachtet wird. Für mich persönlich ist es ein Grundstein für das Glück – eine Meinung die auch in den Texten immer wieder auftaucht. Im Heft beschreiben die AutorInnen ihre Beobachtungen, Gedanken und Gefühle zu verschiedenen Themen, die wir hier ganz frei kategorisiert haben.

Das Heft selber hat einen anderen Aufbau gewählt – es stellt ein Alphabet der Natur dar, wie immer gepaart mit einem hochkreativen Design und aufbereiteten Bildern.

 

Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

Jahreszeiten: Natur in vier Formen

 

Julia Bertmann, selbst am Computer geschrieben
Natur sind auch die 4 Jahres-Zeiten. Ein Kastanien-Baum blüht im Frühjahr, hat im Sommer viele grüne Blätter, hat im Herbst Kastanien und verliert zum Winter hin die Blätter. Das passiert ohne dass der Mensch etwas daran macht.

 

Johanna von Schönfeld, mit der Hand geschrieben
Ich hasse die Winternatur, weil ich sehe das die Bäume und überhaupt die Landschaft in der Natur keine Kleidung mehr haben. Und es ist verschneit, Arschkalt, Graues Wetter. Deswegen haben viele schlechte Laune und ich habe um 6 Uhr früh Schwierigkeiten beim aufzustehen.

 

Johanna von Schönfeld, mit der Hand geschrieben
Im Frühling wär ich gerne geboren. Es sieht alles wieder nach Leben aus. Sobald der Frühling kommt freuen sich die Menschen.

 

Natascha Seibt, diktiert
Ich liebe Sommer, wenn der Sommer anfängt ist die Uhrzeit anders. Mir gefällt, wenn die Blumen wächst, wie eine Sonne über Tal wächst. Und kann man sehr gut wandern, muss man sehr viel Wasser trinken und zum Baden zu gehen und Eis zu essen.

 

Maria Trojer, selbst am Computer geschrieben
Ich habe einen Traum mit Fichtenduft, bunte Blätter liegen am Boden, weil der Herbst ein Maler ist.

 

 

Natur empfinden

 

Damian Bright, selbst am Computer geschrieben
Ich laufe durch den Wald und höre die Vögel singen unten meine Füsse raschelt dass Laub. Die Alte Bäume stehen neben den junge Bäumen. Blumen blühen und duften. Ein Baum stumpf leuchtet goldig angestrahlt von der Morgendlichen Sonne. Es richt alles frisch nach dem Gestrigen Regen. Die Luft im Wald ist kühl die Sonne scheint durch die Bäume auf den Boden. Es ist wie ein Traum. die Rinde der Bäume ist feucht. Die Zeit ist endlos, alles ist still nur dass singen der Vögel ist zu Hören. Danke Wald, nach dem Spaziergang bin ich entspannt und glücklich.

 

Teresa Knopp, diktiert
Für mich ist Natur sehr sehr befreiend und ich lasse sehr viel los. Wenn ich wütend war oder ich angespannt war, dann kann ich richtig loslassen und ich kann wieder in die nächste Woche wieder starten mit neuer Kraft.

 

Dorothee Reumann, diktiert via FaceTime
Spazieren am Meer mit den nackten Füßen gehen, kalte Meer und Füße im Meer, schön – jetzt ein Eis mit dem Sonnenschein. Sonnenschein macht gute Laune! Gute Laune macht schön!

 

Anna-Lisa Plettenberg, mit der Hand geschrieben
Ich bin eine Pflanze Die lacht und weint aber Glücklicht ist Ich hätte früher eine große Sonnenblume an der linken Hand und an der rechten Hand eine große Schultüte gehabt und ich war sehr klein. Das war witzig gewesen. Die Sonneblume bin ich ganz alleine

 

Anna Münz, am Computer geschrieben
Ich fühle das, ich ein Teil der Natur bin. In andere bin ich eine Blume die Wärme und die Sonne. Ich kann alle Herzen erhellen und erwärmen. Ich allein bin verbunden in Natur. Ich bin das Glück auch bin ich Geborgenheit. Denn das ist wichtig wenn man ein Teil der Natur ist.

 

Ansgar Peters, selbst am Smartphone geschrieben
Hammer Cool ich Liebe dich du Schöner Schnee

 

Angela Fritzen, diktiert
Die Natur, die Freiheit ist für die Vögel zu fliegen und die Gefühle rauszulassen. Nicht nur die Menschen haben Gefühle – die Tiere haben das auch. Ich fühle mich befriedigend zu geben. Ich fühle mich geehrt. Ich fühle mich wie neugeboren. Ich fühle mich nach links nach rechts. Ich lasse meine Gefühle frei. Die Gefühle ist in mir. Ich fühle mich, dass die Liebe stark macht. Ich fühle mich, wenn ich selbst ein Foto mache. Ich fühle mich länger zu schlafen. Ich fühle mich die Luft rauszulassen. Jetzt fühle ich mich, wenn ich auf den Sessel sitze. Meine Gefühle ist für einkaufen. Ich fühle mich frei. Ich fühle mich nur für mich, mitten im Herzen. Hier bin ich ein Mensch zu sein mit den schöne Gefühle. Ich habe die Gefühle, am iPad euch zu sehen. Ich wünsche die Gefühle verlassen werden. Mein Gefühl ist: Mein Magen knurrt.

 

Natur wahrnehmen

 

Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben
Natur kann mannn richen und schmecken Natur kann mann auch anfassen. Natur kann ich auch fühllen und spüren. Die erde deuch die hände flissen lassen. Ich kann auch die erde anfassen. und deuch meine hände risseln lassen.

 

Maria Trojer, selbst am Computer geschrieben
Sonnenstrahlen die schimmern so schön in die Finsternis hinein. Um sich zu verstecken darin.

 

David Blaeser, selbst am Smartphone geschrieben
Die Natur ist von den Menschen geschaffen. Die Natur verbindet von Menschen und ist ein Teil unser Gebiet. Die Erde ist aus zwei Drittel Wasser. Das heißt, dass wir nur ein Drittel grüne Fläche haben. Die Natur bedeutet, dass die Tiere und Menschen Freiheit haben.
Ich bin ein Teil von Natur.

 

David Blaeser, diktiert
Also für die Leute, die Lagerfeuer anzünden wollen, habe ich Tipps:
Man braucht brennbare Holz, bzw. brennbare dicke Holz. Man braucht Äste und ein bisschen Blätter, um Kohle herstellen. Tipp: Keine feuchten Blätter nehmen. Und keine Blätter, wo man die ganze Zeit kratzen muss.
Hier kommt ein Achtung-Zeichen.
Dann kann man aus Steinen einen Kreis formen. Weil Steine kühler sind als das Feuer.
Dann nimmt man Zeitungsblätter, zerknüllt es, zündet man es an, die ganze Fläche und schmeißt was ins Lagerfeuer. Und dann kommt das nächste Zeitungsblatt. Das Holz muss man so eine Art wie Pyramide bauen. Dann schmeißt man an angezündeten Zeitungsbälle da rein.
Und – das ist ganz wichtig: Alles verbrennen zu lassen.

 

Mirco Kuball, selbst am Computer geschrieben
Ich war im Regen ich auch nass und kalt
Die Bäume waren auch nass über all auf der Welt
Die Natur waren auch nass
Die Straßen waren auch nass
Ein Mal war es dunkel
Ein Mal kam die Sohne harus
Ich mag regen Gerne will es gut ist für uns alle wir können Wasser trinken.

 

Julia Bertmann, selbst am Computer geschrieben
Man atmet die Natur ein, man kann die Natur auch fühlen, und man spürt die Natur auch am ganzen Körper.

 

 

Tiere

 

Marley Thelen, selbst am Computer geschrieben
Wenn die Tiere Natur sind dann sind Menschen auch Natur.

 

Teresa Knopp, diktiert
Wenn ich so früh wach werde, dann höre ich sie manchmal, und dann kann auch der Tag richtig schön werden. Vögel sind etwas sehr Faszinierendes. Man sieht sie nicht richtig. Man hört sie nur.

 

Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben
Natur ist alles. In Natur kann auch wunderscön sein in natur in natur kann auch fahratausflüge unternemen. In natur ob whol ich es hasse. Ich liebe das gefül das über mein körpper und über meine haut rum krappelt und andere krappeltire bei mir rum krappeln. das gefül liebe ich so sehr ich liebe es. das. alles. krapppe

 

Johanna von Schönfeld, mit der Hand geschrieben
Die Vögel nerven mich vorallem in der Frühlingszeit sobald die laut zwitschernt mich wecken und das ist meistens zu früh.

 

Natalie Dedreux, selbst am Laptop geschrieben
Ja Natur ist wunder schön und ich mag auch wenn die Tiere Krach und Musik in der Natur machen und die machen einen Höllen Lärm. Und das hört sich so an wie ein Konzert von Insekten und Vögel. Und das ist für mich Musik in der Natur und ich finde das cool das in der Natur Krach gemacht wird.

 

Ansgar Peters, selbst am Smartphone geschrieben
Ach wie schön so ein Igel Beby Süß so Klein und Kuschelich und Herrlich und ich bin jetzt Glücklich mit dem Beby Igel zu Spielen

 

Verena Elisabeth Turin, mit der Hand geschrieben und selbst am Computer abgetippt
Diese Glühwürmchen leuchten in der Dunkelheit sehr hell. Und sehr romantisch. Sie zeigen uns den richtigen Weg

 

Zum Abschluss:

 

Julian Göpel, selbst am Computer geschrieben
Bitte keine Umweltbeschmutzung machen im Wald und in der Stadt und auf dem Land.

 

Und von mir wieder eine wirklich herzliche Empfehlung das Magazin in seiner Gänze zu lesen. Es ist eine wirklich freudige Begegnung voller Emotionen und Beobachtungen des Lebens – kunstvoll aufbereitet.

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es schon seit 1998.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Text und Fotos © Ohrenkuss

Erklärung zu Ethylenoxid (EtO)

Was geschah

Seit Herbst 2020 gibt es vermehrt Ethylenoxid-Funde in Sesam aus Indien. Die Rückrufe deswegen haben auch einige Bio-Hersteller mit Sesamprodukten böse erwischt – so ein Rückruf kann extrem teuer sein wegen der Verwaltungskosten im mehrstufigen Handel.
In der RASFF-Datenbank ist dies nachzuverfolgen. RASFF ist das Schnellwarnsystem der EU für Lebens- und Futtermittel. Hier werden alle nicht gesetzeskonformen Befunde gemeldet, gesammelt, und in regelmäßigen Konferenzen mit den EU-Mitgliedsstaaten besprochen.
Für Ethylenoxid (EtO) gab es im Oktober 2020 eine eigene, erste Behörden-Konferenz, und das Thema wird öfter upgedatet. Infolge dieses Austausches unter den Mitgliedsländern werden Statistiken erhoben, Regularien erlassen (z.B. jeder zweite Sesamcontainer muss vom Zoll analysiert werden) und weitere Forschungen initiiert.

Seit Anfang 2021 gibt es auch vereinzelte Funde bei Curcuma und Ingwer aus Indien (unklar, ob bio oder konventionell). Wir haben daraufhin besagte Datenbank auf EtO gefiltert (seit 2008). Insgesamt gibt es sehr wenig Einträge, nur Einzelfälle verschiedener Herkünfte und Gewürze, unklar, ob bio und konventionell; kein System erkennbar.
Erst seit Winter 2020/2021 erfordert der Import aus Indien auch für Gewürze erhöhte Wachsamkeit.

 

Wofür wird EtO eingesetzt

Zur Entwesung und Entkeimung durch Begasung von Kunststoffen, Medizinprodukten, aber auch Lebensmitteln, die Probleme mit der Mikrobiologie (auch Salmonellen) haben, wie Getreide, Saaten (Sesam) und Nüsse.
In Deutschland und der EU ist die Begasung von Lebensmitteln mit EtO verboten, aber für Medizinprodukte erlaubt.
In anderen Ländern, vorneweg USA, wo das Verfahren auch patentiert wurde, sowie Indien und Kanada, ist es bei konventionellen Lebensmitteln erlaubt, aber wenigstens bei Bio-Lebensmitteln nicht erlaubt. EtO gilt als kanzerogen und mutagen.
In Europa werden (Stand 2011) jährlich 3,8 Mio. Tonnen Ethylenoxid produziert. Eine deutsche Hersteller-Firma wirbt immer noch (Stand 2018, abgerufen 2021) mit Ethylenoxid-Gas für Pflanzenschutz.

Die Begasungsanlagen sind recht teuer, und das Verfahren ist aufwändig, komplex und ziemlich risikobehaftet. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat sich inzwischen mit dem Gefahrenpotential von EtO befasst: in den letzten 30 Jahre gab es 4 Explosionen in europäischen Produktionswerken; zusätzlich dürfen auch die Gefahren durch die Dauerbelastung durch Hintergrundkonzentrationen für Arbeitspersonal und umliegender Bevölkerung nicht vernachlässigt werden.

Die Komplexität des Verfahrens macht klar, dass die EtO-Behandlungen in Drittländern wie Indien eher von sehr großen Exporteuren mit Exportvolumen in die USA/Kanada eingesetzt werden. Insgesamt ist die Datenlage (RASFF, BfR, Bundes- und Länderbehörden) aber noch gering.
Wir haben unsere Bio-Exporteure in verschiedenen Ländern (Indien, Sri Lanka, Afrika) befragt: überall sei die Landwirtschaft zu kleinteilig, um mit einer EtO – Anlage in Berührung zu kommen.
Global gesehen sollen wir also mit diesem Gift und viele anderen Giftstoffe leben; leider hat sich bisher kein Politik-Gipfel dafür interessiert, Verbote nicht nur auf einem Kontinent, sondern weltweit zu erlassen; die westliche produzierte Büchse der Pandora bleibt weltweit geöffnet …

 

Was machen wir

Da etliche Hersteller in unserer Biobranche bereits durch belasteten Sesam sehr geschädigt wurden, nehmen wir die Bedrohung ernst.
Seit Winter 2020 analysieren wir unsere Containerware aus Indien zusätzlich auf EtO (Im Jahr 2020 war größtenteils kein Import wegen der Lockdowns möglich). Alle Analysen sind bisher ohne Befund.

Unser indischer Partner, das Kleinbauernprojekt PDS, hat uns über neue verpflichtende Maßnahmen in Indien vor dem Export informiert:

 

„Our control Body announced a mandatory third party sampling and analysis for EtO (Ethylene Oxide) for herbs and spices export to all over the world. For getting the certificate of Inspection for the concern lot, we have to submit the EtO analyses report to our certification body. And we will share the EtO analyzed report for your reference.“

 

Die obligatorischen Analysen werden von einem zuverlässigen Partnerlabor des renommierten GBA Labor gemacht.

Andere indische Produkte erhalten wir über langjährige Importeurskollegen. Hier wurde teilweise bereits seit Mitte 2020 lückenlos auf EtO analysiert, neue Ware kaufen wir mit EtO-Analyse ein.

Wir versuchen ja, wenn es irgend geht, nicht einfach ‘Weltmarkt’ Gewürze, sondern bei uns seit Jahren bekannten Projekten einzukaufen bzw. bei ausgewählten langjährigen Importeuren, die flächendeckend eine überdurchschnittliche, chargen-genaue Analytik der Importgewürze betreiben.

Alte Ware aus Ernten 2019 und früher, die nicht mehr auf Lager ist, wird nicht von uns nachanalysiert, denn die RASFF-Warnmeldungen zeigen keine Anzeichen, dass schon vor 2018/2019/Mitte 2020 systematisch für Bio-Gewürze behandelt wurden. Produkte, wo eine EtO-Behandlung absurd erscheint wie (Salze, Spezialitäten bzw. kleinchargige Produkte) werden nicht auf EtO analysiert.

Gewürze werden üblicherweise, so auch im Bio-Bereich, mittels Wasserdampfs schonend keimreduzierend behandelt.
Das Foto zeigt die Heizung der Wasserdampf-Sterilisationsanlage von PDS. Das Verfahren funktioniert sehr gut.

 

 

happy new year – now!

Silvester 2020

 

Wohin wird das neue Jahr uns führen? (Kathrin Franckenberg)
 
Auch wenn es wunderlich wird – alles Gute für das neue Jahr – wünschen Euch die Heuschrecken

 

 


 

Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA (“Point Zero Painting”), Kunstglaserin, ausgebildet im “Begleiteten Malen”, Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   www.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter: https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 

“Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…”

 

Kathrin Franckenberg

Ohrenkuss: Verbindung

 

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

Die neue Ausgabe dreht sich rund um das Thema Verbindung und Unverbindung (durch Corona). Für manche ist die Zeit schwieriger, für manche einfacher. Es kommen viele schöne und weniger schöne Facetten zum Vorschein, wir erfahren Tipps und manchmal wird auch einfach nur das gesagt, was gesagt werden muss. So entstand ein wirklich rundes Programm, dass die letzten Monate eigentlich ganz gut zusammengefasst hat.

Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Nora Fiedler, als eMail geschrieben

Ich spüre eine Verbindung auch in meine Liebe … in der Sensucht sehe ich auch eine Verbindung. Alle Bewegungen jeden einzeige Köpper Teile die sich bewegen verbinden sich in eine starke Verbindung. Das ganze Leben und das ganze Weld gib auch eine Verbindung.
Ich spüre auch eine Verbindung bei meine Familiche. Und alle die Sonne und der Mond ist auch eine Verbindung zu sehen auch bei Tag und Nacht ist auch eine Verbindung. Das ganze Wld. Gibt eine Verbindung wie bei Leben und Sterben.

Einfach alles … in mein Kopf und in meine Gedangen dehe ich auch eine Verbindung ich versuche die Verbindung raus zu grigen das ich wieder klar dengen kann und dann fühle ich mich wieder frei an dann bin ich für alles ofen und frei. DAS GANZE WLD. GIBT EINE VERBINDUNG WIE BEI LEBEN UND STERBEN 

 

 

Die zwei Seiten des Corona-Lebens: Freuden…

 

Daniel Rauers, 16.03.2020, diktiert bei Zoom

Was ich lustig finde: Wenn ich zu meine Eltern bin. Ich hab ein gutes Leben ich habe. Mein Leben ist gut, wenn ich zusammen Zeit mit meinen Eltern verbringe. Meine Zeit, das ist irgendwie interessant. Ich will es gerne verraten, mit meine Zeiten mit meinen Eltern zu verbringen. Gestern haben wir ein Huhn gegessen. Ein gekochtes Huhn. Huhn mit Reis. Gestern am Sonntag bin ich Fahrrad gefahren, gestern Sonntag. Was habe ich noch gemacht? Wir haben Kuchen gegessen gestern. Ich liebe Kuchen! Ich spiele gerne Schlagzeug. Ich spiele gerne freiwillig. Mehr.  

 

Marc Lohmann, 02.04.2020, diktiert am Telefon

Mir geht es gut und mal noch gucken, was wir heute Nachmittag machen. Gleich mal heute rausgehen. Und mit den quatschen, was spielen. Und dann gibt es eine Kaffee danach, am Nachmittag. So lange gehe ich in Terrasse in den Garten. 
Schönes Wetter, ja! Gestern war es auch schön. 
Aber sonst, ich bin fit und ich bin gut drauf! 

 

Martin Weser, 03.04.2020, diktiert

Ich habe ganz sehr viel gemacht. Mit meinem Onkel und meiner Mutter geholfen. Mein Onkel hat den Holz gesägt. Ich aufgestapelt, in einem Gitterbox. Ich habe auch mit Laubbläser zusammen durchgepustet. Ich hatte mein Spaß gehabt! Ich habe auch meiner Mutter geholfen: Gießkanne voll gemacht. Und meine Hosen aussortiert, die mir nicht mehr passen. Im Kleiderschrank aussortiert. Und viel gekehrt, unser Hof. Wir haben genug Holz zu machen. Dann kann nächsten Winter kommen. Ganz bestimmt! Ich hab keine Langeweile.  
Und abends schön faul auf dem Sofa, mit Entspannung, mit einer Kerze am Fenster, denken an die Leute in Krankenhaus arbeiten, dass bald weniger Leute krank werden. Und zu Hause bleiben. Darum: Hände waschen. 

 

 

… und Leiden

 

Andrea Halder, 17.03.2020, selbst am Computer geschrieben

Eigentlich geht es mir im Moment nicht so gut und lustig. Weil sehr viele von meinen Lieblingsbeschäftigungen finden leider nicht statt, in den nächsten folgendenen Wochen sind alle meine Termine komplett abgesagt worden. Echt uncool.
Ich sitze gerade an meinem Laptop und beschäftige mich mit meinen neuen Artikel über Corona-Virus! Da kann ich mich jetzt so richtig reinsteigern. Ich bin jetzt gerade ein paar Tage bei meiner Mutter auf Corona-Ferien eingezogen. Mal sehen, wie lange sie es mit mir aushält. Und ich mit ihr. Sie hat eben Geburtstag gehabt. Langweile kann man es hier nicht nennen, denn meine Mutter ist bekannt darin um mich auf Trab, besser Galopp zu halten!
Man fühlt sich wie eingesperrt sich an, oder am eigenen Leib wie eingemauert in einer Wand.

 

Marc Lohmann, 29.03.2020, diktiert am Telefon

Toll ist es nicht hier, ist schon langweilig. Mitte August bin ich schon ein Jahr hier.  Alles zu, Werkstatt, alles zu. Hat geschlossen. Dauert länger. 
Habe ich Tagesschau gehört. Nur einmal habe ich gesehen. Ist nicht besonders. 
Glaube, es ist besser, wenn ich in Bonn wohne, wäre mir lieber. 
Eigentlich wäre ich am Wochenende zuhause, aber das darf ich nicht.  Das ist Mist. Ohne mich haben die kein schönes Wochenende. Auch Ostern darf ich nicht nach Hause. Ist auch gemein, finde ich. Immer neue Sachen… 

 

Dominic Edler, 04.04.2020, selbst am Computer geschrieben

Was soll ich machen wenn mir meine ??? WG ein Beuscher-Verbot mir gibt?
Das kömmte in Bonn auch prassrien.  
Dominic von meiner WG im Göppingen gertent wurde. Deswegen bin Eltern jetzt leben zu müssen das ist echt füchtbar.

 

 

Der Alltag

 

Ansgar Peters, 25.03.2020, als eMail geschrieben

Virus zu haben ist nicht Schön das wäre gut das wir gesund Bleiben.

 

Michael Häger, diktiert am Telefon

Katja?  Treffen am Dienstag Ohrenkuss? Heute ist Samstag. 
Finde ich schwer. Finde ich scheiße. 
Ist sehr schwer, kommt kein Taxi mehr und kein Bus. 
Katja? Und die anderen, alle gut? 

 

Andrea Halder, selbst am Computer geschrieben

Home-Office bedeutet dass man von zu Hause her arbeiten kann. Das Wort ist englisch und Home bedeutet Haus. Und das Wort Office stammt auch aus dem englischen und bedeutet Büro. Zusammen bedeutet das ganze Wort Haus-Büro. Für manche Menschen ist das praktisch, für andere aber nicht.

 

Andrea Halder, selbst auf dem Computer geschrieben

Jetzt in der Corona-Zeit ist es oft egal wie man sich anzieht im Home-Office. Ich weiß das bloß von anderen Leuten. Unten rum sitzen sehr viele nur in ihrer Jogginghose/Leggings und oben rum sind sie ordentlich angezogen.
Bei den offiziellen Skyp-Meetings oder bei wichtigen Video-Konferenzen takeln sie sich richtig auf und tun sie sich aufhübschen.
Bei mir wenn ich auf Skype bin dann bin ich trotz allem hübsch genug angezogen, und ich betone dann auch meine Lippen. Mehr brauche ich nicht. Wahre Schönheit kommt eben auch von innen. Bei mir wechselt das. Es kommt eben auch darauf an, wie wichtig gerade so ein Skype-Meeting oder auch eine Video-Konferenz ist.
Wenn ich Skype-Meeting mache dann gebe ich mir schon Mühe mit meinem Aussehen und meiner Kleiderwahl.
Meinen Freunden ist das nicht so wichtig oder und die wollen nicht so perfekt aussehen. Mich interessiert viel mehr die Wohnsituationen wie sie wohnen und leben, und natürlich auch der Blickkontakt ist mir besonders wichtig.

 

 

 

Regeln

 

Angela Fritzen

Arbeiten von 17.30 bis 20 Uhr. Keine Schimpfwörter

 

Ansgar Peters

Konzentrieren, zuhören, man muss zusammenarbeiten. Nicht pupsen. Kein Sex im Büro.

 

Marley Thelen

Kein Alkohol trinken beim Ohrenkuss, Arbeit ist Arbeit.

 

 

Handys

 

Charlotte König, selbst am Computer geschrieben

Seidtem ich ein Handy besitze halte ich mit meine beste Freundinnen in Kontakt, und so kommunizieren wir und Verbinden wir uns, und tauschen uns mal die Handynummern aus damit wir im Kontakt haben und das fühlt echt so toll und so frei an.

 

Maria Trojer, selbst am Computer geschrieben

Mein Handy sieht rosarot aus und ist ein Samsung.
Man kann damit telefonieren oder chatten ,Sms schreiben.
Fotos machen, Videos schicken, habe einen Kalender drauf und die Uhrzeit.
Wenn es keinen Akku hat, dann kann ich es mit meinem Kabel aufladen.
Ich habe auch Facebook auf meinem Handy und kann alles selber, außer wenn es kaputt geht, mache ich ein riesen Aufstand um meine Eltern zu nerven muss man wegen mir sofort ein neues Handy kaufen, sonst bin ich übellaunig und unausstehbar.
Ich brauche mein Handy jeden Tag!

 

 

Verbindung

 

Andrea Halder, als eMail geschrieben

Man kann heutzutage alles nutzen mit den neuen Medien. Und man muss das auch lernen damit umzugehen. Manche brauchen Assistenz bei solchen Sachen. Ich nicht. Ich bin meine eigene Assistentin vom Beruf.

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert

Wenn ich einen Brief schreibe, dann gehe ich an den Briefkasten und schmeiß das ein. Am nächsten Tag wird es dann bestimmt liefern, an besonderen Mensch, den ich liebe. Dann wird er Schmetterlinge im Bauch haben und Gänsehaut kriegen. Dann wird er Tränen in Augen kriegen und er weiß, wer das war.

 

 

Langeweile

 

Angela Fritzen, diktiert

Mir ist nie langweilig, das weißt du doch. Ich schreibe ja immer. 
Dann würde ich sagen, dass einem nie langweilig wird, die sollen sich beschäftigen! Mache ich ja auch. 
Entweder Mandalas malen, Saxophon spielen, lesen oder schreiben. Und am besten auch für die Schule, auch Biologie, ist auch sehr wichtig, dann über den Körper muss man auch wissen und es gibt für den Wirbelsäule für den Rücken, wenn man einen krummen Rücken hat, braucht man keine Rückenschmerzen zu kriegen. Ich mache viel zuhause, Krankengymnastik, für meinen Rücken. Wie oft? Ich spiele gleich mit dem Papa Tischtennis, das mache ich auch gerne. 

 

Ansgar Peters, diktiert

Als Kind hatte ich mal Langeweile, da kann ich mich sehr gut dran erinnern. 1997 war das. Da war ich sieben Jahre alt. Und ich hatte Langeweile. Ich habe lange gewartet, bis der Eismann kommt. Im Sommer. Wann kommt der? Wann kommt der? Meine Oma hat mitbekommen, als der Eiswagen kam. Dann habe ich mir ein Eis genehmigt.
Wenn ich jetzt Langeweile habe, dann setze ich mich auf eine Bank und schaue den Wolken zu. Oder zähle die Schäfchenwolken. Oder höre den Vögeln beim Zwitschern zu. Oder den Fröschen, die am Quaken sind.

 

Natalie Dedreux, selbst am Computer geschrieben

Langeweile heißt für mich: hochleistungschillen.
Bei mir sieht das so aus: Erstmal Kaffee ans Bett. Frühstücken. Und dazu gleichzeitig Home-Office. Corona – das passt mir nicht! Ja, mir ist auch langweilig.
Wenn ich Langeweile habe, dann höre ich Kasalla. Also Karnevalsmusik in der Richtung. Ich bin ein Riesenfan von Kasalla. Wenn ich Langeweile habe, dann fange ich auch an zu puzzeln. Das ist ein Puzzle von einem Riesenaquarium mit bunten Fischen drin. Ich kann Euch auch verraten, wie viele Teile das hat: Das hat 1500 Teile. Puzzeln ist nicht langweilig. Ich puzzele und trinke Cola dazu. Cola light. Ist ja auch nur, weil ich nicht raus darf. Da wird mir am meisten langweilig. Und eins kann ich verraten: Ich werde morgen Autokino machen.

 

 

 

Einsamkeit

 

Diese diktierten Texte sind in einem Zoom-Workshop mit Dr. Samuel Elstner entstanden.

Anna-Lisa Plettenberg

Wenn ich alleine bin und Einsamkeit, würde ich still und schüchtern und das tut meiner Seele weh und wenn man einer stirbt oder mehrere Leute sterben, tut das meiner Seele auch weh und ich bin auch alleine. Und ich fühle mich auch in meine Zimmer rein und schließe meine Tür zu und bin alleine und ziehe mich zurück und das macht mich traurig und eigentlich will ich das nicht machen.

 

Johanna von Schönfeld

Wenn man einsam ist und sich so fühlt, eingeschlossen im Zimmer sein mag, gebe ich den Tipp: Man darf traurig sein und einsam, aber man soll bedenken und auch machen, glücklich zu schätzen. So fühle ich mich auf jeden Fall, ich schätze mich glücklich, weil wir haben eine gute medizinische Versorgung als die anderen Ländern.

 

 

 

Freunde und Freuden

 

Natascha Seibt, diktiert

(Ich vermisse) meine Freunde. Ich darf nicht mit meine Freunde treffen. Das finde ich fies und gemein. Ich darf nicht mit meiner Freundin Eis essen gehen.

 

Marley Thelen, selbst am Computer geschrieben

Wenn die Corona Vorbei ist dann kann man andere Menschen Kontakt Nehmen. Das finde ich super wenn die Menschen Nicht die mundschutz Trägt und endlich Mal Umarmen kann und dann kann ich auch Endlich Mit dem Bahn fahren. das finde ich super und ich finde gut wenn ich beim Ohrenkuss Da hin fahre. Das finde ich super und dann kann ich alles machen was ich tun kann.

 

Teresa Knopp, selbst am Computer geschrieben

Also, ich bin gespannt, wann ich wieder arbeiten kann. Ich bin Zuhause und helfe beim Haushalt, beim Aufräumen. Ich trompete sehr viel, ich genieße mein Leben und ruhe mich aus und entspanne mich. So sieht mein Homeoffice aus. Homeoffice ist gewöhnugsbedürftig, man darf nicht den Kopf hängen lassen. Es geht auch wieder vorbei. In Corona Zeit, bleibt gesund und munter. Wir sehen uns wieder.

 

 

 

Aladdin Detlefsen

Scheiß Corona! Ich will tanzen gehen.  

 

 

 

Im richtigen Magazin werde natürlich noch weitere Themen wirklich schön dargestellt. Dieses Mal auch mit vielen selbstgemachten Werken der KünstlerInnen mit Down Syndrom.

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos: Swetlana Gasetski, instagram.com/swetlanagasetsk, Text und Fotos © Ohrenkuss

Phänomene dieser Zeit

geposted in: Kunst 0

 

… ich finde, das Bild spricht für diese seltsamen Phänomene dieser Zeit. Chaos, Wirrwarr, keine Klarheit, was kann ich glauben, was geschieht gerade, wieso? Wo bin ich? Fragen über Fragen.

 

 

 


 

Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA (“Point Zero Painting”), Kunstglaserin, ausgebildet im “Begleiteten Malen”, Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   www.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter: https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 

“Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…”

 

Kathrin Franckenberg

Ohrenkuss: Geschwister

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

Die neue Ausgabe dreht sich rund um das Thema Geschwister. Geschwister haben ist besonders, unvergleichlich. Manchmal anstrengend, oft schön. Mit viel Freude, Unterstützung, Verständnis und gegenseitiger Bewunderung berichten die Autoren selbst, aber teilweise auch ihre Geschwister. Sie erzählen aus dem Leben.

Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Über Geschwister…

 

Lioba Ullrich, ditkiert
Die sind einfach in meinem Herzen, das kann man nicht beschreiben. Wenn ich die jetzt so sehe, dann denke ich, dass meine Geschwister das Beste von mir rausholen wollen, dass ich auch selbstständig werde.

 

Angela Fritzen, diktiert
Ich reite alleine, aber sie selbst nicht, meine Schwester nicht. Das ist ein großer Unterschied. Ich bin keine Ärztin, aber meine Schwester schon. Sie ist normal und ich bin mit. Sie hat kein Down-Syndom, aber ich hab’s. Das ein großer Unterschied. Merkt man auch an.

 

Pia Heim, handgeschrieben
Bei meinem Bruder und bei meiner Mutter und mir sind gewissen Ähnlichkeiten. Wir machen alles gemeinsam und wir sprechen über alles. Wir haben keine Meinungsverschiedenheiten. Ich freue mich immer wenn er kommt.

 

 

Natalie und Fredo

 

Fredo Dedreux, am Computer geschrieben
Ich heiße Fredo Dedreux und bin 17 Jahre alt. Meine Schwester Natalie Dedreux ist 21 Jahre alt.
Ich finde toll an meiner Schwester:

  • Freude am Leben
  • Wie einfach Natalie die meisten Dinge sieht → unkomplizierte Sichtweise auf die Umwelt
  • Wie sie sich für Menschen mit Down-Syndrom einsetzt → und dass sie damit schon so weit gekommen ist
  • Wie interessiert sie am Rest der Welt ist → politisch, kulturell, …
  • Dass sie sagt, was sie denkt und sich keine Sorgen macht, was das für Konsequenzen haben könnte

Das laute Singen meiner Schwester im Nebenzimmer (nicht mehr aktuell, weil sie ausgezogen ist) finde ich doof, was anderes fällt mir aber nicht ein.
Von meiner Schwester habe ich gelernt, Sachen einfacher bzw. unkomplizierter zu sehen.
Nicht zu “überdenken” → Dinge akzeptieren, wie sie sind.
“Das wird schon irgendwie” → alles was kommt, wird funktionieren.

 

 

Natalie Dedreux, diktiert
Mein Bruder heißt der springende Freddy. So nenne ich ihn gerne. Weil mein Bruder cool ist. Für mich ist es mein Bruderherz. Vor allem mit Liebe. Geschwister sein ist für mich etwas Besonderes. Wir waren als Geschwister sehr viel unterwegs. Ich bin die einzige Schwester, die hier das Down-Syndrom hat.

 

 

Jonas und Nora

 

Jonas Möhl (4 Jahre alt) und Nora Möhl (3 Jahre alt)

 

Jonas Möhl, diktiert
Magst du Nora? Ja
Was findest du toll an Nora? Noras Stoppersocken.
Hast du einen Spitzname für Nora? Spitznamen kenne ich nicht. Spitz sind Zähne.

 

Nora Möhl, diktiert
Was magst du an Jonas? Ich mag mit Jonas Doktor spielen.
Hast du einen Spitznamen für Jonas? Jonas hat keinen Spitznamen vorher und jetzt hat er einen.
Was denn für einen? Joni Spitznamen hat der Jonas. Und ich habe Nörchen Spitznamen.
Kannst du dich an eine schöne Sache erinnern, die du früher mal mit dem Jonas gemacht hast? Wir haben draußen gebadet in dem Swimmingpool (Erinnerung an das Planschbecken, was wir letzten Sommer im Garten aufgestellt hatten).

 

 

 

Das finde ich …

 

Dorothee Reumann, diktiert
Manchmal gestritten oder nicht, manchmal vertragen und umarmt.

 

Martin Weser, handgeschrieben
An meinem Schwester und Bruder über alles gut. Die sind in Leben ganz wichtig das finde ich toll. An meine Geschwister. Die sind besonderes für mich da. Ich finde toll das wir Gegenzeitig schreiben ich habe Geschwister Gruppe das wir schreiben können das ist toll.

 

 

Spitznamen

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert
Meine Schwester nenne ich Evi oder Eva.
Meine Schwester nennt mich Lisi zu mir.
Ich finde das sehr schön, wenn meine Schwester mich so nennt.

 

David Blaeser, diktiert
Wenn ich ehrlich bin, meine Geschwister sagen mir immer “kleiner Bruder”. Für mich fühle es gar nicht so gut an, weil ich ja gar nicht klein bin, sondern nur in der Größe hängt es davon ab, aber ich ja groß genug für mein Alter, ja klar bin ich 16 Jahre alt, aber es nicht ob ich klein bin, ganz klein! Die sollen einfach sagen: einfach nur David.

 

 

Zusammen

 

Paul Spitzeck, diktiert
Ich ware mit mein Schwester mal in Kino alleine gegangen. Das haben wir genossen ohne Eltern.

 

Marc Lohman, diktiert
Liebe Nadine, ich freue mich auf den schönen Urlaub. Sag mir mal, wann wir los fahren und in den guten Morgen starten. Auf den schönen Tag. Und wir machen auch mal Pause zwischendurch. Hoffentlich kein Stau. Das ist in der Woche. Guten Morgen Urlauber, bin gespannt, was wir am Tag machen. Wo wir ankommen, in welchem Ort. Bestimmt auch Städte. Leute sind sehr freundlich.
Liebe Grüße, Marc

 

 

Voneinander Lernen

 

Claudine Egli, diktiert
Das haben meine Schwestern von mir gelernt: Nöd jufle! (Schweizerdeutsch. Bedeutet auf deutsch: Nicht hetzen!)

 

Martin Weser, handgeschrieben
Von meinem Bruder habe ich Auto gefahren gelernt oben auf der Wisse und auch Tracktor als Früherschein das war alles wunderbar. Mein Bruder Herz hat mir Wie man Tracktor das hat er mir gelernt.

 

 

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos: Swetlana Gasetski, instagram.com/swetlanagasetsk, Text und Fotos © Ohrenkuss

 

Ohrenkuss: Ukraine

 

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

 

Der Einleitungstext kommt dieses Mal von Teresa Knopp, einer Autorin des Ohrenkuss-Teams höchstpersönlich.

 


 

Teresa Knopp, diktiert

Ohrenkuss besteht schon seit 20 Jahren und ist ein Magazin. Wir schreiben zu einem bestimmten Thema, aber jeder hat ja eine Meinung, als der andere.
TOUCHDOWN 21 hat nicht so eine lange Geschichte hinter sich, das besteht seit 4 Jahren. Das ist ein Forschungs-Institut. Wir forschen zum Thema Down-Syndrom.
In der Ukraine waren wir als TOUCHDOWN 21 Team unterwegs. Es gab eine Ausstellung. Und es gab Vorführungen von TOUCHDOWN 21 mini. Es gab Gespräche und Austausch.
Aber jetzt gibt es auch einen Ohrenkuss zum Thema Ukraine. Denn es gibt so viele schöne Texte zu dem Thema.

 


 

Behandelt wird das Land, die Ausstellung, sowie die gegenwärtigen Themen: Was wichtig ist, Arbeit und Wünsche. Wie immer variieren die Texte und Inhalte sehr: manchmal beschreibend, manchmal tief greifend, manchmal auch banal oder herzlich; aber vor allem sehr menschlich. Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Natalie Dedreux, diktiert

Priviet heißt Hallo auf Deutsch.

 

 

 

UKRAINE

 

Ansgar Peters, selbst am Computer geschrieben

In Ukraine ist ser Groß um Glauplich Groß es wohnen auch Wenige Leute da und es Gibt Viel Landschaft und Tiere in Ukrarine und auch Wunderschön dort.

 

Johanna von Schönfeld, diktiert
Die Ukraine ist ganz bunt.

 

Valentyn Radchenko, diktiert

Alle, die in der Ukraine leben, sind meine Menschen. Ich sehe ihre Häuser. Sie sind meine Nachbarn.

 

Teresa Knopp, diktiert

Wir hatten einen Dolmetscher gehabt, sodass wir die Leute auch da verstanden haben. Das Wichtigste war für mich, dass wir in der Sprache des Herzens gesprochen haben.

Das ist die innigste Verbindung zwischen Deutschland und der Ukraine.

 

 

 

WAS WICHTIG IST

 

Nataliia Samsonova, diktiert
Wichtig ist, dass ich ich selbst bin.

 

Yevhen Holubentsev, diktiert

im Auto rauchen

glücklich
zusammen mit Freunden

Herz und Liebe

 

Yevhen Navoenko, diktiert

Ein Telefon ist wichtig in meinem Leben. Ohne Handy gehe ich nicht aus dem Haus.

 

 

 

ARBEIT

 

Natalie Dedreux, diktiert
In Deutschland ist es so: Fast alle Menschen mit Down-Syndrom haben eine Arbeit. Ich will Journalistin werden. Das ist auch Arbeit. Menschen mit Down-Syndrom können auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten. Oder in der Werkstatt. In der Ukraine haben nur fünf Leute mit Down-Syndrom eine Arbeit. Das ist, weil Inklusion dort noch nicht so oft gemacht wird, weil es daran noch hapert. Das muss sich ändern.

 

Valentyn Radchenko, diktiert
Ich arbeite nicht. Ich sitze zu Hause. Ich arbeite nicht. Ich will arbeiten! Ich suche nach Arbeit! Ich suche nach einer neuen Arbeit. Ich suche. So ist es.
Ich kann schreiben. Ich will in einem Werk arbeiten. Ich möchte arbeiten beim Straßenbau. Darauf warte ich!
Für mich ist es wichtig, zu arbeiten. Ich möchte Straßen und Brücken bauen.

 

Nataliia Hetmanova, diktiert
Ich bin auf die Sache konzentriert.
Geschäftlich.
Arbeit ist eine ernste Sache. Ich schwatze nicht so viel. Ich bin nicht zum Spaß aufgelegt. Ich schwatze nicht. Ich meine es ernst.

 

 

 

WÜNSCHE

 

Vladyslav Pohribnyi, diktiert
Ich werde mit Geduld darauf warten, dass jemand mich liebt.

 

Nataliia Hetmanova, diktiert
Ich möchte gerne Motorradfahrerin werden. Ich will ein Bike fahren! Ich will Rennen fahren mit Freunden, mit zwei Jungs. Ich fahre eine Kawasaki Ninja 300. Ich möchte das Motorrad hier in Kiew haben. Es ist ein Benzin-Bike.
Ich kenne mich mit Motorrädern aus. Ich verstehe viel davon. Ich verstehe etwas von Motoren! Ich will den Motorradführerschein machen. Dafür brauche ich Training. Das würde ich gerne täglich machen. Ich hätte gerne einen Trainer, der mir das Motorradfahren beibringt. Ich würde gerne Tricks machen mit dem Motorrad. Das ist energetisch. Zum Beispiel, wenn man das Bike auf das Hinterrad stellt. Dann fährt man rückwärts. Das fühlt sich supergeil an!

 

Nataliia Samsonova, diktiert
Ich möchte, dass die ganze Welt lebt und am Leben bleibt.

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos: Britt Schilling, www.brittschilling.de Text und Fotos © Ohrenkuss

Das Wolkenschaf

 

Guten Morgen.

Ich bin ein Wolkenschaf.
Ich lebe in meinem Traum.
Dann bin ich nicht da und andere sehen mich nicht.
Das macht mich einsam und ich fühle mich mal gut, mal nicht so gut.
Etwas in mir will nichts ändern.
Und etwas ist so, als würde es auf etwas warten.
Aber auf was?

Dann stehe ich auf und gehe herum.
Ich esse etwas, ich trinke etwas.
Und es passiert nichts.
Nur irgendwann ist das Tageslicht dann weg und es ist Abend.

Dann kann ich schlafen gehen und weiterträumen.
Bis zum nächsten Tag.

Bin ich eigentlich mal wirklich aufgewacht?
Doch schon.
Und auch war es wohl auch nur ein anderer Traum.
Von einem zum anderen.
Wie jeder Tag in den nächsten mündet.
Bis etwas passiert.
Bis es aufhört.

Dann träume ich woanders weiter. Oder?

Oder ich wache auf!

 

 


 

Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA (“Point Zero Painting”), Kunstglaserin, ausgebildet im “Begleiteten Malen”, Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   www.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter: https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 

“Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…”

 

Kathrin Franckenberg

1 2 3