Joshuas Gewürzreise: Majoran

Obwohl Majoran eins der hier meist verbreiteten Gewürzkräuter ist, wird er recht wenig verwendet – ja, viele wissen nicht mal so genau, was das genau ist. Wieso also wird er so viel angebaut und was macht man nun damit? Schauen wir uns das Kraut mal genauer an.

Majoran gehört zur Gattung Dost, ist daher mit dem gleichnamigen Kraut, aber auch mit Oregano verwandt. Er wird deshalb manchmal böse als Oreganoersatz für uns Mitteleuropäer gehandelt. Dabei kommt die Pflanze ursprünglich aus Kleinasien, fühlt sich aber auch hier sehr wohl.

Die kleinen Blätter sind ziemlich würzig. Man kann ihnen die Verwandtschaft zum Oregano nicht absprechen, aber er ist meiner Meinung nach weniger erdig, eher kräuterig, fast blumig, aber irgendwo auch grasig. Dazu ist er deutlich würziger – im Sinne von Brühe.

Wie den anderen Heil- und Gewürzkräutern spricht man auch dem Majoran diverse medizinische Wirkungen zu: Er wirkt antiseptisch und soll bei Unruhe und Verspannungen helfen… Mittlerweile braucht das ja kaum noch gesagt werden: Fast jedes Gewürz soll in irgendeiner Weise wirken und wurde irgendwann mal als Heilkraut verwendet. Vielleicht ist da ja was dran.

Neben den hier aufgeführten Gerichten passt Majoran noch toll zu Kartoffeln, Bohnen und Fisch – einfach mal ausprobieren.

Noch ein Tipp zum Kochen: Majoran sollte man erst gegen Ende des Kochvorgangs dazu geben, da sich sonst auch hier die Aromen verflüchtigen. So kommt er gut zur Geltung.

 

In der griechischen Antike galt er als Zeichen für Glückseligkeit. Ich hoffe, dass die folgenden Gerichte genau diese Glückseligkeit hervorrufen. Fangen wir also an.

 

Champignon – Weißwein – Majoran

 

 

Zur Vorspeise gibt es heute ein Gericht, dass eigentlich noch 2 Monate zu früh ist. Trotzdem war mir sehr danach und es passt ganz hervorragend zum würzigen Kraut.

 

Zutaten:

  • 500 g Champignons
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Lauch
  • 150 ml Weißwein
  • 175 ml Kokosmilch
  • 450 ml Wasser
  • 1/2 EL Majoran
  • 1/4 EL Kräuter der Provence
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

 

Die Pilze ordentlich putzen. Das ist sowohl das unangenehmste, längste und auch unspaßigste des ganzen Prozesses. Versprochen. Dann in Scheiben schneiden. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, Knoblauch, Staudensellerie und Ingwer ebenso. In einem weiten Topf Öl erhitzen und Zwiebeln und Ingwer dazu geben. Kurz anschwitzen, dann auf hoher Hitze die Pilze anbraten. Es kann gut sein, dass diese erst Wasser lassen. Dann einfach weiter kochen lassen, bis das verkocht ist, dann anbraten, bis sie schön Farbe bekommen haben. In der Zeit den Lauch in feine Ringe schneiden und gut waschen, dann dazu geben. Jetzt auch Knoblauch und Sellerie dazu. Nach 2 Minuten mit Weißwein ablöschen und den Wein verkochen lassen. Kokosmilch (oder Sahne) dazu, Wasser dazu und für ca. 10 Minuten köcheln lassen. Kräftig abschmecken und schon ist die Suppe fertig.

 

Optional kann man sie noch pürieren, aber für den Sommer war mir das zu schwer.

 

 

Lammwürstchen*

 

*Funktioniert auch mit Schwein.

 

Majoran wird nicht umsonst auch als Wurstgewürz bezeichnet. Diesem Namen musste ich gerecht werden und habe zum ersten Mal Würste selber gemacht. Leckere Schweinerei. Majoran + Fenchel schaffen fantastische Würste.

 

Zutaten:

  • 400 g Lammfleisch (mit ordentlich Fett, Rücken, oder beim Metzger nachfragen)
  • 1/2 EL Majoran
  • 1/4 EL Oregano
  • 1/4 EL Fenchel
  • 1/4 EL Knoblauchpulver
  • Salz, Pfeffer
  • Optional scharfe Paprika

 

Zum Würste selber machen braucht man natürlich einen Fleischwolf. Wer keinen hat, kann die Masse aber auch so einfach anbraten – Schmeckt wunderbar.

Das Lammfleisch im Fleischwolf zerfleischen. Den Fenchel im Mörser etwas zerstoßen. Dann alle Gewürze dazu und gut vermengen. Wer sich beim Abschmecken nicht sicher ist, kann ein kleines Stück der Masse in der Pfanne anbraten und probieren. Dann am Fleischwolf den Wurstfüllaufsatz (so heißt der bestimmt) mit Darm bespannen. Das Fleisch einladen und die Würste vorsichtig befüllen. Nicht vergessen, ab und zu eine Wurst zu schließen. Das war’s schon. Jetzt sind sie bereit zum Anbraten. Dazu zum Beispiel Kartoffelbrei und noch mehr Champignons oder Salat. Oder grillen.

 

Anmerkungen:

1. Würste machen ist etwas aufwendig, vor allem das Drumherum. Ich empfehle, direkt mehr zu machen und den Rest einzufrieren.
2. Die Würste sind etwas dicht, etwa wie Merguez. Beim nächsten Mal (und wenn meine Mitesser es vertragen) würde ich eingeweichte Brotkrumen unter mischen. So werden sie saftiger und lockerer.
3. Darm für die Würste kriegt man im Internet, z.B. auf Ebay oder auf Nachfrage manchmal beim Metzger
4. Das Verschließen der Würste braucht keine zusätzlichen Mittel. Ich habe die Würste danach ein paar mal gedreht, ca. 5 Mal. Danach halten sie ihre Form von alleine.

 


Wassermelone – Za’atar

 

Einen Nachtisch mit Majoran zu machen ist gar nicht so einfach. Die Gewürzmischung Za’atar kommt aus dem Mittleren Osten und ist eine wunderschöne, komplexe Aromamischung: Würzig, nussig, fruchtig und sauer. Sie runden die süße Frische der Wassermelone schön ab – Fantastisch.

 

Zutaten:

  • Wassermelone

 

  • 1 EL Majoran
  • 1 EL Oregano
  • 1 EL Thymian
  • 1.5 EL Sumach
  • 1.5 EL Sesam

 

  • Optional Salz

 

 

Den Sesam in der Pfanne anrösten, bis er goldgelb wird. Dann mit all den anderen Zutaten vermischen. Die Melone in mundgerechte Stücke schneiden und schön anrichten. Mit einer ordentlichen Menge der Gewürzmischung bestreuen und einer kleinen Prise Salz vervollständigen. Fertig ist die erfrischende, aber auch sehr befriedigende Nachspeise.

 

 

So sind wir auch schon wieder am Ende. Ich hoffe, es war unterhaltsam und appetitanregend – vielleicht sogar motivierend, mal wieder etwas Feines zu kochen und herumzuexperimentieren. Das würde mich freuen.

 

Sonst würde ich sagen: beim nächsten Mal gerne wieder.

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Petersilie

Stellt Euch vor, es ist Eiszeit. Dann wächst nichts mehr. Nicht mal unsere geliebte Petersilie. Dann wäre es doch optimal, getrocknete Petersilie im Gewürzregal zu haben! Stellt Euch weiterhin vor, Ihr habt lange nicht viel gegessen außer Dosenkost und getrocknetem Fisch. Plötzlich seht Ihr was… Eine Dose, die sofort Euer Interesse weckt: RAVIOLI. Das Essen aus der Dose schlechthin. Schmeckt trotzdem lange nicht so gut wie selbstgemacht. Also los, selber machen.

Ravioli wie aus der Dose

Nudelteig kann man auch frisch kaufen, ist gar nicht so schlimm… Dann wiederum kann man auch Ravioli aus der Dose kaufen. Wenn nicht gerade Eiszeit ist, würde ich aber davon abraten… Die Würzung der Ravioli ist traditionell deutsch, als Tribut für die Dosenkost.

Füllung:

  • 300g Rinderhack
  • 1 Möhre
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 2 kl. Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Petersilie
  • 1 TL Basilikum
  • 1 TL Fenchel
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • 2 Eier

Das ergibt ziemlich viel Füllung, da die einzelnen Nudeln nicht viel davon abkriegen. Eventuell kann man das Rezept also halbieren.

Sauce:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1000 ml Tomaten (natürlich aus der Dose)
  • 1 EL Petersilie
  • 1 TL Fenchel
  • Salz, Pfeffer, Chili, Olivenöl

Zuerst die Füllung zubereiten, da sie abkühlen muss: Hackfleisch anbraten und das Gemüse klein schneiden. Dann Zwiebeln, Möhre und Sellerie für 2 Minuten anschwitzen. Knoblauch hinzu und auf mittlerer Hitze nochmal 5 Minuten anbraten. Vom Herd nehmen und die Kräuter dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist es abgekühlt, die Eier unterrühren und für die richtige Konsistenz in einem Food Processor foodprocessorieren.

Die Sauce ist sehr simpel. Zwiebeln kurz anschwitzen, Knoblauch dazu, dann 1 EL Tomatenmark dazugeben und kurz anbraten lassen. Das sorgt für einen schön tiefen Tomatengeschmack. Die restlichen Tomaten dazu, Fenchel, Salz, Pfeffer und optional Chili hinzugeben und für mindestens 1 Stunde auf niedriger Hitze köcheln lassen. Zum Ende die Petersilie dazu geben.

Hier kann man optional Nudelteig selber machen, das geht in etwa so:

Dazu grob 200 g Weizenmehl Type 405 mit 100 g Hartweizengrieß vermengen und auf einer Küchenfläche als Berg aufschütten. In die Mitte eine Kuhle machen und 3 Eier hinein geben. Vorsichtig mit einer Gabel alles vermengen, bis man den Teig ein kneten kann. Dies ca. 4 Minuten machen, dann den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und 30 Minuten ruhen lassen. Entweder mit einem Nudelholz oder einer Nudelmaschine auswellen.

Wasser aufsetzen, natürlich mit viel Salz.

Nudelteig dünn ausrollen und in regelmäßigen Abständen, ca. ¾ EL der Füllung darauf geben. Die Größe hängt hier vom eigenen Größenwahn ab. Man kann auch etwas mehr nehmen, wenn man die Ravioli gerne dick hat. Dann eine 2. Schicht Nudelteig darauf und diesen gut andrücken, vor allem um die Füllung herum. Mit einem Messer die Ravioli in Ravioligröße schneiden und die Ränder nochmal gut andrücken, mit einer Gabel, einem Ravioliformgerät, den Fingern oder den Fingern eines anderen. Dann für ca. 3-4 Minuten in das kochende Wasser werfen. Mit ausreichend Sauce servieren und natürlich mit dekorativer Petersilie garnieren.

Petersilie ist ein tolles Gewürz. Sie schafft Frische, sogar in getrocknetem Zustand. Dazu eine ganz leichte kräuterige Würzigkeit und eine gewisse Süße. Es erinnert mich immer an den Frühling.  In den Ravioli schafft sie es, die sonst schwer anmutende Nudel in der roten Sauce etwas leichter und frischer zu machen. Wenn Dosenravioli so schmecken würden, dann würde ich mich auf die Eiszeit freuen.

Ein kurzer Einschub: Petersilie gibt es natürlich rund ums Jahr frisch, und frisch ist in aller Regel immer besser, so auch bei Petersilie. Getrocknete Petersilie verliert flüchtige Teile des Aromas, genauer gesagt das ___ . Nichtsdestotrotz finde ich, dass auch getrocknete Petersilie einen Platz verdient hat. Dann sollte sie gut sein, da so manche getrocknete Petersilie, wie auch andere Gewürze, nach nichts schmeckt. Es gibt sogar Gerichte, in denen ich getrocknete Petersilie vorziehe, gerade für Ofengerichte wie Kartoffeln oder Marinaden für Fleisch. Auch gebe ich manchmal getrocknete Petersilie zum Kochen dazu, weil ich das Gefühl habe, dass sie ihren Geschmack an die Sauce abgibt.

Zurück zu unserer ernsten Eiszeit. In Vorbereitung darauf haben wir jetzt schonmal 400 Dosen Ravioli selber gemacht. Das reicht immerhin für ein paar Jahre. Jetzt brauchen wir noch Brühe, um Suppen zu kochen oder unsere deutschen Gerichte zu würzen.

Selbstgemachte Brühe

Schmeckt eine Eiszeit besser als alles, was man kaufen kann.

Zutaten:

  • 100 g Lauch
  • 250 g Möhre
  • 100 g Knollensellerie
  • 80 g Fenchel
  • 50 g Zwiebeln
  • 50 g Staudensellerie
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Petersilie
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Kräuter der Provence
  • 1 Lorbeerblatt
  • 5 Pimentkörner
  • ½ TL Macis
  • 60 g Salz

Im Prinzip kann man Brühe mit nur Suppengrün selber machen. Ich wollte aber Brühe, die etwas komplexer ist und meinem Geschmack entspricht. Generell finde ich, sollte in keiner Brühe Petersilie fehlen. Sie gibt der Brühe einen Teil ihres typischen Geschmacks. So wird’s gemacht:

Gemüse grob hacken, dann roh und mit allen Gewürzen in einem Food Processor zu einer fast breiartigen Konsistenz pürieren. Das Gemüse ist fein genug, dass es beim Aufgießen mit Wasser gekocht wird. Ich habe vorher Piment und Lorbeer in meiner Gewürzmühle (eine alte Kaffeemühle) zermahlen. Dann die Masse in 2 vorher abgekochte, sterilisierte Gläser geben und mit etwas Olivenöl begießen, sodass die Brühe keinen Kontakt zur Luft hat. Das bewahrt sie vor Schimmel. Auch wenn mein 1. Glas schon zur Hälfte leer ist, sollte sie sich so ca. 1 Jahr halten.

Auch mein letztes Rezept kann man theoretisch in einem Eiszeitschutzbunker kochen, aber ich weiß nicht, was die anderen Bewohner dazu sagen, wenn es nach Fett riecht. Vielleicht lecker?

Selbstgemachte Falafel

Wenn ich in meiner Eiszeithöhle gute Falafel hätte, wäre mir auch nicht kalt.

  • 200 g Kichererbsen
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Cumin
  • ½ TL Bockshornklee
  • 5 Pfefferkörner
  • 3 EL Petersilie
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Mehl
  • Optional: 1 EL Pfefferminze
  • Öl zum Braten

In Falafel darf keine Petersilie fehlen. Das ist ein Fakt. Genauso wenig wie Kichererbsen.

Die Kichererbsen am Abend zuvor in ca. 500 mL Wasser einweichen lassen. Dann das Wasser abgießen. Die Kichererbse in ihrer rohen Form schonmal den Food Processor geben. Koriander, Cumin, Bockshornklee und Pfeffer in einer Pfanne anrösten, bis sich ihr Geruch in der Küche verteilt. Dann alles in einen Food Processor geben und klein häckseln. In einer Pfanne genügend Öl erhitzen, auf ca. Stufe 2 von 3. Mit feuchten Händen kleine Bällchen aus der Masse formen und in das heiße Fett geben. Mehrmals wenden, ca. 5-8 Minuten braten und 2-3 Minuten frisch und warm genießen. So sind sie wunderbar knusprig und innen schön weich. Dazu passt gut eine Joghurt-Tahini-Petersilie-Zitronen-Salz-Pfeffer-Sauce. Lecker.

Wer jetzt noch Hunger hat, der kriegt zum Nachtisch einen Hühner-Pfannen-Kuchen… Darin ist Petersilie ganz toll, glaubt mir.

Am Ende fällt mir auf, dass jedes Gericht in einem Food Processor gemacht wurde. Für die Ravioli braucht man aber nicht wirklich einen und für die Brühe kann man auch einfach einen Mixer oder Pürierstab nehmen. Nur für Falafel fällt mir keine gute Alternative ein. Man könnte jede Kichererbse zerbeißen…

Petersilie ist quasi überall. Ein wahnsinnig vielfältiges Gewürz, dass so manchem sonst recht faden oder einseitig-schwerem Essen eine fein-würzige Frische verleiht. Mir fallen noch weitere tolle Gerichte ein, wie der gerade erwähnte Huhn-Kuchen, was im Prinzip eine Art Hühnerfrikassee mit Blätterteig ist. Dann fällt mir noch Hühnerfrikassee ein. Ohne Petersilie wäre der Geschmack meiner Meinung zu eindimensional.

Ähnlich wie Zitrone ist Petersilie eine Möglichkeit, Gerichte nochmal zu neuem Leben zu verhelfen. Vielleicht ja auch mir, nach der Eiszeit.

Bis dahin.


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu.

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Galgant

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Galgant schwebt irgendwo zwischen vollkommen unbekannt und “Ah, das hab ich schonmal gehört”. In der Thai- und chinesischen Küche wird es viel verwendet, weswegen man ihn manchmal als “Thai-Ingwer” bezeichnet. Er ist zwar weitaus weniger bekannt als sein Bruder Ingwer, aber geschmacklich steht er ihm in nichts nach. Es gibt hier starke Unterschiede zwischen getrocknetem, der leicht scharf, erdig, zimtig und doch ein bisschen fruchtig schmeckt und dem frischen, der auch so schmeckt, mit einer ausgeprägteren Zitrusnote. Mit Hildegard von Bingen hat er auch hier Verwendung gefunden. Internet und Globalisierung helfen natürlich auch bei der Verbreitung.

Persönlich finde ich Galgant spannend. Für mich ist es irgendwas zwischen Zimt, Ingwer und einer getrockneten exotischen Frucht. Im Folgenden wird es drei Rezepte geben, die aber nicht das ganze Verwendungsspektrum widerspiegeln. Dazu kann ich noch Galgant im Frühstücksporridge empfehlen, gerade in der kalten Winterzeit. Auch in Fried Rice, Keksen und Schmorbraten eine interessante Zutat. Mein Vorschlag wäre, es als Alternative zu Zimt zu probieren, um dem Essen neue und exotischere Nuancen zu geben. Zurück zur Norm kann man danach immer noch.

Zarter Fisch aus Asien


Galgant sagt man nach, er würde Fischgeschmack maskieren. So wird er in der asiatischen Küche gerne in Fischeintöpfen verwendet. Doch was ist, wenn man das gar nicht möchte?

Ich finde, die erdige und fruchtige Note des getrockneten Galgants passt super zu fruchtigen, frischen Früchtchen. Zusammen mit einem Hauch Sesamöl, Pfeffer und Chili wird ein feines Dressing draus. Passt auch fein zu Salaten.

  • Saft einer halben Orange
  • 1/2 TL Galgant
  • 1 TL Sesamöl
  • 1/4 TL Chilisamen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 3 EL neutrales Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 300 g Kabeljau

Den Fisch waschen, abtrocknen und salzen. Die restlichen Zutaten zusammen zu einem Dressing verrühren. Wer möchte, kann sich auch ein sous vide Gerät zulegen. Die sind mittlerweile relativ erschwinglich (gerade für den schicken Namen). Fisch ist ganz hervorragend, wenn er sous vide gekocht wird. Alternativ kann man den Fisch, zusammen mit der Sauce in Alufolie wickeln und im Ofen oder auf dem Grill backen. Ich würde auf 20 Minuten bei 200C tippen. Mit etwas Reis wird eine Hauptspeise daraus.

Galgant-Kokos-Brühe


Das Schöne daran ist, dass man ohne viel Aufwand eine vollkommen andere Brühe kochen kann. Eine, die mal nicht aus Huhn oder klassischem Suppengemüse besteht. Da kann man von zu Hause in 30 Minuten seinen eigenen Horizont erweitern oder ein Stück Thailand (oder Thai Restaurant) nach Hause holen. Das Ergebnis ist eine angenehm weiche, unglaublich cremige und doch spannend würzige Suppe. Fantastisch.

  • 500 Ml Kokosmilch
  • 1000 Ml Wasser
  • 2 TL Galgant
  • 8 Kaffirlimettenblätter
  • 25 g Zitronengras
  • Optional: Thai-Chili
  • 3 Karotten
  • 250 g Blumenkohl
  • 200 g Pilze
  • 200 g Schrimps
  • Salz, Zitrone

Hier geht es in erster Linie um die Brühe. Wenn man die hat, kann man wirklich einfach reinschmeißen, was man da hat. Klassisch gibt es Tom Kha Gai, eine Brühe mit Huhn, wo ein Wort sogar für Galgant steht. Die Recherche überlasse ich aber Euch. Klassisch verwendet man auch frischen Galgant, aber getrockneter ist ebenso wunderbar.
Zurück zum Rezept:
In einem Topf Wasser und Kokosmilch erhitzen und die anderen Zutaten dazugeben, dann für ca. 30 Minuten vorsichtig köcheln lassen. Man kann die Gewürze danach drin lassen, aber ich fische sie gerne raus, sodass ich das nicht in meinem Mund machen muss. Nach den 30 Minuten das Gemüse und Salz in den Topf werfen (bitte geschnitten) und ca. 10 Minuten garen. Zum Ende die Schrimps hinzugeben und ebenfalls garen. Zum Servieren reiche ich gerne frischen Koriander, Frühlingszwiebeln und Zitronen. Auch hier passt wieder Reis.

Apfel-Schoko-Törtchen


Mehr ein Test oder ein Weg, aber durchaus ein guter. Ich finde, Galgant passt toll zu Schokolade, genau wie Zimt und Ingwer. Genauso zu Äpfeln. Nun hatte ich Lust auf süße Törtchen und dazu Schokolade und Äpfel. Warum also nicht? Das Ergebnis war schon gar nicht schlecht, aber es hat noch Potenzial!

  • 200 g Mehl
  • 100 g Butter
  • 1/2 TL Galgant
  • 1/2 TL Zimt
  • 50 g Zucker
  • Prise Salz
  • 3 große Äpfel
  • 1/2 TL Galgant
  • 500 Ml Milch
  • Kakao nach Maß
  • Zucker nach Maß
  • 3 EL Speisestärke
  • Prise Salz

Wir haben hier drei Komponenten, in die man theoretisch alle Galgant geben könnte. Ich habe Teig und Apfelkompott ausprobiert. Beim nächsten Mal werde ich den Galgant im Schokopudding testen.

Als Teig haben wir klassischen Mürbeteig. Alle Zutaten einfach zusammenmischen und für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dann ausrollen und idealerweise in kleinen Förmchen backen. Hatte ich nicht, so musste ich improvisieren. Geht auch… einigermaßen… Den Teig bei 180 C 20 Minuten backen.

Apfelkompott ist auch simpel. Die Äpfel schälen, klein schneiden und ca. 10-20 Minuten (nach Sorte und Geschmack) mit dem Galgant kochen.

Zuletzt Schokopudding. Fast genauso einfach. Milch erhitzen, dann das Kakaopulver einrühren. Das Schwierigste am Rezept ist, ein gutes Kakaopulver zu finden. Schaut nach einem mit hohem Fettgehalt. Auf Wunsch süßen. In einer kleinen Schüssel die Speisestärke mit ein wenig Milch anrühren und in die heiße Schokolade geben. Kurz aufkochen, dann sollte eine gute Puddingkonsistenz entstehen. Sonst noch ein bisschen mehr Stärke.

Ein kleiner Einwurf zu Milch: Als Nichtmilch-Trinker verwende ich für Pudding gerne eine Mischung aus 40 % Hafer, 40 % Soja und 20 % Kokosmilch. So ist es leicht süß, leicht cremig und leicht seidig.

Zum Servieren etwas Schokoladenpudding in ein Teigschälchen geben und Apfelkompott darüber geben. Wenn man es den teuren Restaurants gleichtun will, muss man einfach Apfel in Schokolade noch in anderen Formen dazu servieren: Schoko Eis, getrocknete Äpfel, ganze Äpfel, Sorbet – Nach Lust und Verfügbarkeit. Fertig.




Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu.

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Schwarzkümmel

Schwarzkümmel – Auch zum Kochen

 

 

Die gesundheitlichen Vorzüge von Schwarzkümmel brauche ich nach dem großen Schwarzkümmel-Hype vermutlich gar nicht erst zu schildern. Für Immunsystem und Verdauung, gegen Allergien und und und kann man mittlerweile überall Schwarzkümmelöl kaufen. Schmeckt den meisten zwar fürchterlich, aber solange es hilft… stimmt?
Was viele darüber scheinbar vergessen haben, ist, dass es auch als Gewürz verwendet werden kann. Der Schwarzkümmel schmeckt leicht bitter, nussig, erinnert an Kümmel und auch leicht an Kreuzkümmel, ist aber trotz des Namens überhaupt nicht verwandt.
Viele kennen das klassische Fladenbrot, das fast immer mit Schwarzkümmel besträut ist. Das war auch mitunter meine Motivation, mich dem Schwarzkümmel zu widmen, denn ich mag ihn darauf sehr gerne. Vorher habe ich es meistens ähnlich benutzt – als Deko und letzte Aromabeigabe über eine Speise drüber. Doch möchte ich diesen Monat darüber hinaus gehen und ein paar feine Gerichte zubereiten, in den der Schwarzkümmel einen integralen Part spielt. Was sich daraus für mich ergeben hat, waren spannenenden Geschmackseindrücke, wunderschöne Farbspiele und wer weiß – vielleicht bin ich nach so viel Schwarzkümmel auch etwas gesünder!

 

Schwarzkümmel-Dinkel-Brot

 

 

Backen schleicht sich mehr und mehr in mein Leben und so auch in diesen Blog. Dieses wirklich simple und schnelle Brot eignet sich hervorragend für Sandwiches, hat jedoch durch den Schwarzkümmel einen tollen Eigengeschmack.

 

Zutaten:

  • 4 TL Schwarzkümmel
  • 1 TL Sesam
  • 400g Vollkornmehl
  • 100g Feines Mehl (405)
  • 10g Salz
  • 1 Paket Trockenhefe
  • 1 TL brauner Zucker
  • 325 ml warmes Wasser

 

Das Rösten von Gewürzen ist mittlerweile hoffentlich ein bekanntes Spiel. 3 TL Schwarzkümmel werden ca. 3-5 Minuten in der Pfanne angeröstet. In der Zeit das Wasser mit der Hefe und dem Zucker verrühren und ca. 10 Minuten stehen lassen. In einer größeren Schüssel das Mehl mit dem Salz gut vermengen, dann die gerösteten Gewürze und die Hefemischung dazu geben. Es entsteht ein Teig mit 65% Feuchtigkeit, der gute 8-12 Minuten geknetet werden sollte. Am Ende den Teig zu einer Kugel formen, in eine geölte Schüssel geben und gut zudecken. Dann muss der Teig einige Stunden ruhen. 2 sind genug, mehr sind hier immer besser. Theoretisch kann man auch einen Vorteig ansetzen, aber das passiert vielleicht zu einem anderen Gewürz. Jetzt den Teig auf ein Backblech mit Backpapier geben und zu einem Laib formen (oder welche Form Ihr auch immer bevorzugt), dann nochmal eine Stunde ruhen. In der Zeit kann man gut warten. Den Backofen auf 200 Grad C vorheizen und das Brot je nach Form 30-45 Minuten backen. Es sollte danach von unten trocken sein und auf Klopfen hohl klingeln. Jetzt MUSS (…sollte) es abkühlen, am besten auf einem Gitter. Dann ganz nach Lust und Laune aufessen.

 

Schwarzkümmel-Fenchel-Ingwer-Spinat

 

 

Am Ende des Kochens ist mir aufgefallen, dass wir ja schonmal ein ähnliches Spinatgericht hatten, aber ich versichere, dass hier schmeckt anders.

 

Zutaten:

 

  • 500g Spinat
  • 1.5 TL Schwarzkümmel
  • 1.5 TL Fenchelsamen
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1/2 Daumen großes Stück Ingwer
  • 1 Zh. Knoblauch
  • 1 TL schwarzen Senf
  • 1 Stück Zimt
  • 1 EL Tomatenpaste
  • Wasser, Salz, Öl

 

Öl in die Pfanne, dann die ganzen Gewürze (Schwarzkümmel, Senf, Fenchel, Zimt). Das ganze kurz im Öl anbraten, bis es toll riecht. Die klein geschnittenen Zwiebeln in die Pfanne und ca. 2 Minuten weitermachen, während es toll riecht. Dann geriebenen Ingwer, Knoblauch und die Tomatenpaste dazu geben. Nach einer Minuten mit etwas Wasser ablöschen und den Spinat dazu geben. Das ganze muss jetzt etwas köcheln. Tiefkühlspinat ist super, frischer auch. TK-Spinat sollte nach dem Kochen nicht mehr eiskalt sein. Mit Salz abschmecken. Schmeckt so wie es ist gut zu Reis, in Blätterteig oder mit Paneer als quasi Palak Paneer.

 

 

Europäisierter Schwarzkümmelkuchen

 

 

Darauf warte ich schon den ganzen Blogbeitrag. Ich hab das Rezept gesehen und war sofort begeistert. Sieht toll aus und es sind für unseren Gaumen ungewöhnliche Geschmackseindrücke.
Außerdem ist der Herstellungsprozess ein tolles Kontrastspiel.
Wer irgendwie finden kann, kann hier gerne 100g Qizha verwenden, doch habe ich davor noch nie davon gehört, also musste ich wohl oder übel selber etwas (europäisierteres) machen. Das ganze kommt übrigens aus Palästina.

 

  • 50g Schwarzkümmel
  • 50g Sesam

 

 

 

Der Prozess läuft in etwa so ab wie bei selbstgemachtem Tahini (würde ich nicht machen) oder wie bei selbstgemachter Erdnussbutter (würde ich schwer empfehlen). Die beiden Samen 5 Minuten in der Pfanne rösten, dann in einen Food Processor geben und klein häckseln. Unter Beigabe von neutralem Öl eine dunkle, lichtaufsaugende Paste produzieren, die gleichermaßen beeindruckend wie unheimlich ist.

 

 

 

Zutaten:

  • 100g Qizha (unsere Paste)
  • 400g Mehl (405)
  • 150 mL Olivenöl
  • 150 g Honig
  • 100 mL Wasser
  • 50g gehackte Walnüsse

 

Und schon kommt der nächste Prozess, den ich noch nie gemacht habe: Das Mehl in einer großen Pfanne auf mittlerer Temperatur erhitzen und rösten, bis es gold-gelb-braun wird. Das dauert ca. 10-15 Minuten und viel Rühren. Dann etwas abkühlen lassen und mit den flüssigen Zutaten zu einem (möglichst) guten Teig zusammenmengen.

 

 

Das Ergebnis ist eine dunkle Kugel Teig – sieht toll aus. Diese in eine Form ebnen und in gleichgroße Stücke schneiden. Bei 200 Grad erst auf niedrigster Einstellung für 10-15 Minuten, dann auf höchstmöglicher für 5-10 Minuten backen. Nach Dicke der Schicht variiert es natürlich. Danach sofort mit Zuckersirup (50% Zucker, 50% Wasser, Spritzer Zitrone) oder einem ähnlichen Sirup (ich hatte noch viel Lindenblütensirup – lecker) übergießen.

Anmerkung: Bei mir war die Konsistenz eher sandig, drum habe ich im Rezept 50 mL mehr Olivenöl und 50 mL mehr Honig angeordnet, die auch dem Geschmack gut tun sollten. Die Wassermenge muss eventuell angepasst werden. Da vertraue ich auf den Koch.

Trotz des Teigs, der bei mir ein bisschen wie nasser, schwarzer Sand aussieht, wurde das Ergebnis sehr lecker. Der Kuchen schmeckt sehr nussig, leicht süß und der stark bittere Geschmack des Schwarzkümmel sorgt hier für Ausgewogenheit. Eine klare Empfehlung für Neugierige und solche, die es gerne wären.

 

Bis zum nächsten Mal

 

 



Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

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Joshuas Gewürzreise: Safran

Safran – Wertvolle Exotik aus dem Orient

 

Safran, das teuerste Gewürz, ein damaliges Zeichen von Reichtum und doch wurde es immer dem Wert gerecht gehalten. In der Küche verleiht es dem Essen eine unvergleichliche Note bei einer Beigabe von nur ein paar Fäden. Ganz nebenher gibt es dem Gericht auch noch eine satte, gelbe Farbe – wo dann auch der Name herkommt. Auf arabisch bedeutet Safran “Das Gelbe”. Zu alledem soll es die Menschen bei zu großem Konsum regelrecht verrückt machen, bei geringer Menge die Stimmung aufhellen.

Der hohe Kilopreis ist schnell verständlich, berücksichtig man einerseits, dass die Beigabe von bloß ein paar Fäden ausreichen, um ein Gericht zu würzen, und andererseits, dass ein riesiger Aufwand im Anbau von Safran steckt. So liest man, dass für einen Kilogramm Safran ca. 150 000 – 200 000 Blüten notwendig sind, die auf einer Anbaufläche von rund 10 000 Quadratmetern wachsen. Die Pflanze blüht einmal jährlich im Herbst und gibt dem Anbau etwas sehr exklusives. Ganz nebenbei sieht Safran auch noch kostbar und fast mystisch aus.

Widmen wir uns aber langsam dem Kochen. Zuerst kochen wir uns einen Kaffee, gewürzt mit ein paar feinen, in der Hand zermahlenen Fäden dieses exotischen Gewürzes und ein bisschen Zimt. Gegen Abend werden wir noch einen Tee daraus kochen. Mit den gleiche Zutaten, doch für ca. 10 Minuten gekocht, schmeckt der Tee angenehm würzig-spannend und soll gegen Stress helfen. Diese beiden Getränken sollen schonmal einen guten Eindruck vom Geschmack geben und zu mehr kochen anregen.

Generell ist es eine gute Idee, den Safran vor dem Kochen in einem Mörser zu zerstoßen. So entfaltet er sein volles Aroma und zeigt direkt seine starke Farbe. Für Reisgerichte ist es klug, diese zerstoßenen Fäden in ein bisschen Wasser ziehen zu lassen. Das intensiviert später die Farbe. Für das allgemeine Würzen mit Safran gilt, dass es erst später dem Essen beigegeben werden soll, da langes Kochen den feinen Geschmack zerkocht. Mit ein paar allgemeinen Tipps und einer Tasse guten Kaffee gewappnet machen wir uns ans Kochen.

 

Safran-Kokos-Reis

Rezeptfoto: Safran-Kokosmilch-Reis
Safran-Kokosmilch-Reis mit Deko

Heute gibt es zum Start erstmal etwas wirklich einfaches. Doch in seiner Einfachheit bietet dieses Gericht viel Komplexität. Wie eine Mischung aus Milchreis und persischem Reisgericht, unterstützt durch ein buntes Ensemble von Beilagen, lädt dieses Gericht immer wieder zum Wiederkochen ein. Es geht schnell, es geht einfach und es stellt zufrieden.

 

Zutaten

  • 125g Reis
  • 125ml Kokosmilch
  • 125ml Wasser
  • 1 Zwiebel
  • 1 gute Prise Safran
  • 1 Hand voll Rosinen
  • Öl und Salz
  • 1 Ei
  • 1/2 Frühlingszwiebel
  • Tomaten

 

Zubereitung

Den Safran am besten in einem Mörser mahlen und über Nacht in der Kokosmilch ziehen lassen. Die Zwiebeln würfeln und in einem kleinen Topf im Öl anschwitzen. Nach 3-5 Minuten den Reis dazu geben und für ca. 1 Minute anbraten. Dann die Kokosmilch, das Wasser und Salz dazu geben und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis der Reis gegart ist.
In der Zwischenzeit das Ei für exakt 6:30 kochen, die Tomaten halbieren und die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Ist alles fertig, nach eigenem Kunstgeschmack garnieren und servieren.

 

Hühner – “Bouillabaisse” mit Aioli

Rezeptfoto: Hühner - "Bouillabaisse" mit Aioli
Hühner – “Bouillabaisse” mit Aioli, hier von ganz Nahem

 

 

Safran und Bouillabaisse gehören einfach zusammen. Dieses Gericht nimmt sich seine Inspiration bei dieser fantastischen Fischsuppe, aber geht einen deutlich einfacheren und kürzeren Weg. Der Safran rundet die leicht säuerliche, fruchtige Sauce ab und dient dem Hühnchen als Begleiter – Naja. Eigentlich könnte man das Huhn auch weglassen, denn es schmeckt auch so einfach hervorragend.

 

Zutaten

  • 4 Hähnchenschenkel
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Fenchel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 200 ml Weißwein
  • 200 ml Hühnerbrühe
  • 600g geschälte Tomaten
  • 4 kleine Kartoffeln
  • 1 gute Prise Safran
  • Salz, Pfeffer Öl

 

  • Mayonaise (Alternativ 1 Eigelb, 1 EL Senf, 1 EL Weißweinessig und ca 150ml Öl)
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Zitronensaft

 

Zubereitung

Hähnchenschenkel salzen und in einer heißen Pfanne für ca. 4 Minuten auf der Hautseite braten. Währenddessen die Zwiebel, den Fenchel und den Knoblauch in kleine, feine Stücke schneiden. Dann das Hühnchen umdrehen und für eine weitere Minute Braten lassen, aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller warten lassen. In die heiße Pfanne kommt nun das gerade geschnittene Gemüse für ein paar Minuten in dem schon heißen Öl dünsten. Dann mit dem Wein ablöschen und den Wein ca. auf die Hälfte reduzieren lassen. Jetzt die geviertelten Kartoffeln, die Tomaten und die Brühe dazu geben, mit einer ordentlichen Prise Safran würzen und alles miteinander vermischen. Die Tomaten müssen noch mit dem Küchengerät der Wahl zerdrückt werden. Ist alles gut verrührt kommen die Hühnchenschenkel oben auf und das ganze wird für ca. 15-20 Minuten kochen gelassen. Das geht hier ganz von alleine.

Die Zeit wird allerdings gut genutzt um das Aioli zuzubereiten. Dafür die gekaufte Mayonaise (Ja. Kann man auch selber machen, mache ich auch gerne. Oft ist das Aufwand-Geschmacksverbesserungs-Verhältnis aber kein gutes.) mit 2 Zehen geriebenem Knoblauch, Zitronensaft, Salz und einer Prise Cayennepfeffer vermengen. Schon fertig.

Ist das Huhn dann irgendwann fertig gegart und die Kartoffeln weich, schnell noch ein paar Scheiben gutes, krustiges Brot dazu schneiden und mit Aioli servieren. Das geht gut in einer Schüssel, einem tiefen Teller oder als ganzes, wie es ist, auf den Tisch. Schmeckt noch besser, mit Freunden und der vergleichsweise geringe Aufwand macht es ideal für einen schönen, entspannten Abend mit gutem Essen. Dazu vielleicht noch einen Nachtisch?

 

Safran-Ingwer-Apfel-Kompott

Rezeptfoto: Safran-Ingwer-Apfel-Kompott
Safran-Ingwer-Apfel-Kompott, mit Vanilleeis

 

Da die meisten Menschen ja doch mal jung waren, ist den meisten Menschen auch Apfelkompott bekannt. Für mich hat die Zeit des guten Apfelmus nie aufgehört. Das gekaufte hat in 90% der Fälle Zucker, ist mir zu “musig” oder nicht apfelig genug. Jedes mal, wenn ich dann Apfelkompott selber mache, denke ich mir, dass das öfter geschehen sollte.
Safran passt ganz gut zum Apfel und gibt dem ganze eine schöne, tiefere Note und eine gute Balance. Mit der Schärfe des Ingwers ist es eine gute Variation des klassischen Apfelmus.

 

Zutaten

  • 4 Äpfel
  • 1 Prise Safran
  • 1 Prise Ingwer oder ein kleines Stück frischen Ingwer
  • 1 kleine Prise Salz
  • Wasser
  • das obligatorische, optionale Vanilleeis

 

Nun, es gibt genug Rezepte, die eine bestimmte Sorte Äpfel vorgeben. Natürlich sind diese Vorgaben irgendwo sinnvoll, doch man sollte sich nicht davon abhalten lassen, andere Äpfel zu verwenden. Diese Sorten Äpfel werden sonst wirklich traurig und traurige Äpfel machen traurige Menschen.

 

Zubereitung

Äpfel klein schneiden und mit einem bisschen Wasser und den Gewürzen bei kleiner-mitllerer Hitze solange köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Für manche von Ihnen ist es vielleicht notwendig, die Äpfel noch zu pürieren, für manche sind sie mit ein bisschen Biss besser. Das fertige Apfelmus mit dem optionalen, aber sehr empfohlenen Vanilleeis servieren und den schönen Abend (oder morgen – man kann es zu jedem Zeitpunkt essen) genießen.

Das beschließt meine Reise mit Safran. Es ist ein spannendes Gewürz. Sehr teuer, sehr wertvoll und doch findet man quasi niemanden, der sagt, dass ein bestimmtes Essen nach Safran schmecken sollte. Doch lässt man es weg, sei es bei einer Bouillabaisse oder in den wunderschönen persischen Restaurants, so fällt schnell auf, dass etwas fehlt. Die Speisen schmecken nicht so, wie sie schmecken sollten und haben nebenbei nicht die wunderschöne Farbe, die Safran oft verleiht. Auch einfacherer Reis mit Safran, oder das schöner formulierte Gericht Risotto Milanese sind unglaublich schmackhaft und besonders dekorativ.

Was das eigentlich bedeuten soll – jeder sollte Safran im Haus haben und ab und an mal damit kochen. Wenn das keine Werbung ist…

Ich hoffe, es schmeckt. Bis zum nächsten Mal.