Joshuas Gewürzreise: Schwarzkümmel

Schwarzkümmel – Auch zum Kochen

 

 

Die gesundheitlichen Vorzüge von Schwarzkümmel brauche ich nach dem großen Schwarzkümmel-Hype vermutlich gar nicht erst zu schildern. Für Immunsystem und Verdauung, gegen Allergien und und und kann man mittlerweile überall Schwarzkümmelöl kaufen. Schmeckt den meisten zwar fürchterlich, aber solange es hilft… stimmt?
Was viele darüber scheinbar vergessen haben, ist, dass es auch als Gewürz verwendet werden kann. Der Schwarzkümmel schmeckt leicht bitter, nussig, erinnert an Kümmel und auch leicht an Kreuzkümmel, ist aber trotz des Namens überhaupt nicht verwandt.
Viele kennen das klassische Fladenbrot, das fast immer mit Schwarzkümmel besträut ist. Das war auch mitunter meine Motivation, mich dem Schwarzkümmel zu widmen, denn ich mag ihn darauf sehr gerne. Vorher habe ich es meistens ähnlich benutzt – als Deko und letzte Aromabeigabe über eine Speise drüber. Doch möchte ich diesen Monat darüber hinaus gehen und ein paar feine Gerichte zubereiten, in den der Schwarzkümmel einen integralen Part spielt. Was sich daraus für mich ergeben hat, waren spannenenden Geschmackseindrücke, wunderschöne Farbspiele und wer weiß – vielleicht bin ich nach so viel Schwarzkümmel auch etwas gesünder!

 

Schwarzkümmel-Dinkel-Brot

 

 

Backen schleicht sich mehr und mehr in mein Leben und so auch in diesen Blog. Dieses wirklich simple und schnelle Brot eignet sich hervorragend für Sandwiches, hat jedoch durch den Schwarzkümmel einen tollen Eigengeschmack.

 

Zutaten:

  • 4 TL Schwarzkümmel
  • 1 TL Sesam
  • 400g Vollkornmehl
  • 100g Feines Mehl (405)
  • 10g Salz
  • 1 Paket Trockenhefe
  • 1 TL brauner Zucker
  • 325 ml warmes Wasser

 

Das Rösten von Gewürzen ist mittlerweile hoffentlich ein bekanntes Spiel. 3 TL Schwarzkümmel werden ca. 3-5 Minuten in der Pfanne angeröstet. In der Zeit das Wasser mit der Hefe und dem Zucker verrühren und ca. 10 Minuten stehen lassen. In einer größeren Schüssel das Mehl mit dem Salz gut vermengen, dann die gerösteten Gewürze und die Hefemischung dazu geben. Es entsteht ein Teig mit 65% Feuchtigkeit, der gute 8-12 Minuten geknetet werden sollte. Am Ende den Teig zu einer Kugel formen, in eine geölte Schüssel geben und gut zudecken. Dann muss der Teig einige Stunden ruhen. 2 sind genug, mehr sind hier immer besser. Theoretisch kann man auch einen Vorteig ansetzen, aber das passiert vielleicht zu einem anderen Gewürz. Jetzt den Teig auf ein Backblech mit Backpapier geben und zu einem Laib formen (oder welche Form Ihr auch immer bevorzugt), dann nochmal eine Stunde ruhen. In der Zeit kann man gut warten. Den Backofen auf 200 Grad C vorheizen und das Brot je nach Form 30-45 Minuten backen. Es sollte danach von unten trocken sein und auf Klopfen hohl klingeln. Jetzt MUSS (…sollte) es abkühlen, am besten auf einem Gitter. Dann ganz nach Lust und Laune aufessen.

 

Schwarzkümmel-Fenchel-Ingwer-Spinat

 

 

Am Ende des Kochens ist mir aufgefallen, dass wir ja schonmal ein ähnliches Spinatgericht hatten, aber ich versichere, dass hier schmeckt anders.

 

Zutaten:

 

  • 500g Spinat
  • 1.5 TL Schwarzkümmel
  • 1.5 TL Fenchelsamen
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1/2 Daumen großes Stück Ingwer
  • 1 Zh. Knoblauch
  • 1 TL schwarzen Senf
  • 1 Stück Zimt
  • 1 EL Tomatenpaste
  • Wasser, Salz, Öl

 

Öl in die Pfanne, dann die ganzen Gewürze (Schwarzkümmel, Senf, Fenchel, Zimt). Das ganze kurz im Öl anbraten, bis es toll riecht. Die klein geschnittenen Zwiebeln in die Pfanne und ca. 2 Minuten weitermachen, während es toll riecht. Dann geriebenen Ingwer, Knoblauch und die Tomatenpaste dazu geben. Nach einer Minuten mit etwas Wasser ablöschen und den Spinat dazu geben. Das ganze muss jetzt etwas köcheln. Tiefkühlspinat ist super, frischer auch. TK-Spinat sollte nach dem Kochen nicht mehr eiskalt sein. Mit Salz abschmecken. Schmeckt so wie es ist gut zu Reis, in Blätterteig oder mit Paneer als quasi Palak Paneer.

 

 

Europäisierter Schwarzkümmelkuchen

 

 

Darauf warte ich schon den ganzen Blogbeitrag. Ich hab das Rezept gesehen und war sofort begeistert. Sieht toll aus und es sind für unseren Gaumen ungewöhnliche Geschmackseindrücke.
Außerdem ist der Herstellungsprozess ein tolles Kontrastspiel.
Wer irgendwie finden kann, kann hier gerne 100g Qizha verwenden, doch habe ich davor noch nie davon gehört, also musste ich wohl oder übel selber etwas (europäisierteres) machen. Das ganze kommt übrigens aus Palästina.

 

  • 50g Schwarzkümmel
  • 50g Sesam

 

 

 

Der Prozess läuft in etwa so ab wie bei selbstgemachtem Tahini (würde ich nicht machen) oder wie bei selbstgemachter Erdnussbutter (würde ich schwer empfehlen). Die beiden Samen 5 Minuten in der Pfanne rösten, dann in einen Food Processor geben und klein häckseln. Unter Beigabe von neutralem Öl eine dunkle, lichtaufsaugende Paste produzieren, die gleichermaßen beeindruckend wie unheimlich ist.

 

 

 

Zutaten:

  • 100g Qizha (unsere Paste)
  • 400g Mehl (405)
  • 150 mL Olivenöl
  • 150 g Honig
  • 100 mL Wasser
  • 50g gehackte Walnüsse

 

Und schon kommt der nächste Prozess, den ich noch nie gemacht habe: Das Mehl in einer großen Pfanne auf mittlerer Temperatur erhitzen und rösten, bis es gold-gelb-braun wird. Das dauert ca. 10-15 Minuten und viel Rühren. Dann etwas abkühlen lassen und mit den flüssigen Zutaten zu einem (möglichst) guten Teig zusammenmengen.

 

 

Das Ergebnis ist eine dunkle Kugel Teig – sieht toll aus. Diese in eine Form ebnen und in gleichgroße Stücke schneiden. Bei 200 Grad erst auf niedrigster Einstellung für 10-15 Minuten, dann auf höchstmöglicher für 5-10 Minuten backen. Nach Dicke der Schicht variiert es natürlich. Danach sofort mit Zuckersirup (50% Zucker, 50% Wasser, Spritzer Zitrone) oder einem ähnlichen Sirup (ich hatte noch viel Lindenblütensirup – lecker) übergießen.

Anmerkung: Bei mir war die Konsistenz eher sandig, drum habe ich im Rezept 50 mL mehr Olivenöl und 50 mL mehr Honig angeordnet, die auch dem Geschmack gut tun sollten. Die Wassermenge muss eventuell angepasst werden. Da vertraue ich auf den Koch.

Trotz des Teigs, der bei mir ein bisschen wie nasser, schwarzer Sand aussieht, wurde das Ergebnis sehr lecker. Der Kuchen schmeckt sehr nussig, leicht süß und der stark bittere Geschmack des Schwarzkümmel sorgt hier für Ausgewogenheit. Eine klare Empfehlung für Neugierige und solche, die es gerne wären.

 

Bis zum nächsten Mal

 

 



Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Safran

Safran – Wertvolle Exotik aus dem Orient

 

Safran, das teuerste Gewürz, ein damaliges Zeichen von Reichtum und doch wurde es immer dem Wert gerecht gehalten. In der Küche verleiht es dem Essen eine unvergleichliche Note bei einer Beigabe von nur ein paar Fäden. Ganz nebenher gibt es dem Gericht auch noch eine satte, gelbe Farbe – wo dann auch der Name herkommt. Auf arabisch bedeutet Safran “Das Gelbe”. Zu alledem soll es die Menschen bei zu großem Konsum regelrecht verrückt machen, bei geringer Menge die Stimmung aufhellen.

Der hohe Kilopreis ist schnell verständlich, berücksichtig man einerseits, dass die Beigabe von bloß ein paar Fäden ausreichen, um ein Gericht zu würzen, und andererseits, dass ein riesiger Aufwand im Anbau von Safran steckt. So liest man, dass für einen Kilogramm Safran ca. 150 000 – 200 000 Blüten notwendig sind, die auf einer Anbaufläche von rund 10 000 Quadratmetern wachsen. Die Pflanze blüht einmal jährlich im Herbst und gibt dem Anbau etwas sehr exklusives. Ganz nebenbei sieht Safran auch noch kostbar und fast mystisch aus.

Widmen wir uns aber langsam dem Kochen. Zuerst kochen wir uns einen Kaffee, gewürzt mit ein paar feinen, in der Hand zermahlenen Fäden dieses exotischen Gewürzes und ein bisschen Zimt. Gegen Abend werden wir noch einen Tee daraus kochen. Mit den gleiche Zutaten, doch für ca. 10 Minuten gekocht, schmeckt der Tee angenehm würzig-spannend und soll gegen Stress helfen. Diese beiden Getränken sollen schonmal einen guten Eindruck vom Geschmack geben und zu mehr kochen anregen.

Generell ist es eine gute Idee, den Safran vor dem Kochen in einem Mörser zu zerstoßen. So entfaltet er sein volles Aroma und zeigt direkt seine starke Farbe. Für Reisgerichte ist es klug, diese zerstoßenen Fäden in ein bisschen Wasser ziehen zu lassen. Das intensiviert später die Farbe. Für das allgemeine Würzen mit Safran gilt, dass es erst später dem Essen beigegeben werden soll, da langes Kochen den feinen Geschmack zerkocht. Mit ein paar allgemeinen Tipps und einer Tasse guten Kaffee gewappnet machen wir uns ans Kochen.

 

Safran-Kokos-Reis

Rezeptfoto: Safran-Kokosmilch-Reis
Safran-Kokosmilch-Reis mit Deko

Heute gibt es zum Start erstmal etwas wirklich einfaches. Doch in seiner Einfachheit bietet dieses Gericht viel Komplexität. Wie eine Mischung aus Milchreis und persischem Reisgericht, unterstützt durch ein buntes Ensemble von Beilagen, lädt dieses Gericht immer wieder zum Wiederkochen ein. Es geht schnell, es geht einfach und es stellt zufrieden.

 

Zutaten

  • 125g Reis
  • 125ml Kokosmilch
  • 125ml Wasser
  • 1 Zwiebel
  • 1 gute Prise Safran
  • 1 Hand voll Rosinen
  • Öl und Salz
  • 1 Ei
  • 1/2 Frühlingszwiebel
  • Tomaten

 

Zubereitung

Den Safran am besten in einem Mörser mahlen und über Nacht in der Kokosmilch ziehen lassen. Die Zwiebeln würfeln und in einem kleinen Topf im Öl anschwitzen. Nach 3-5 Minuten den Reis dazu geben und für ca. 1 Minute anbraten. Dann die Kokosmilch, das Wasser und Salz dazu geben und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis der Reis gegart ist.
In der Zwischenzeit das Ei für exakt 6:30 kochen, die Tomaten halbieren und die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Ist alles fertig, nach eigenem Kunstgeschmack garnieren und servieren.

 

Hühner – “Bouillabaisse” mit Aioli

Rezeptfoto: Hühner - "Bouillabaisse" mit Aioli
Hühner – “Bouillabaisse” mit Aioli, hier von ganz Nahem

 

 

Safran und Bouillabaisse gehören einfach zusammen. Dieses Gericht nimmt sich seine Inspiration bei dieser fantastischen Fischsuppe, aber geht einen deutlich einfacheren und kürzeren Weg. Der Safran rundet die leicht säuerliche, fruchtige Sauce ab und dient dem Hühnchen als Begleiter – Naja. Eigentlich könnte man das Huhn auch weglassen, denn es schmeckt auch so einfach hervorragend.

 

Zutaten

  • 4 Hähnchenschenkel
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Fenchel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 200 ml Weißwein
  • 200 ml Hühnerbrühe
  • 600g geschälte Tomaten
  • 4 kleine Kartoffeln
  • 1 gute Prise Safran
  • Salz, Pfeffer Öl

 

  • Mayonaise (Alternativ 1 Eigelb, 1 EL Senf, 1 EL Weißweinessig und ca 150ml Öl)
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Zitronensaft

 

Zubereitung

Hähnchenschenkel salzen und in einer heißen Pfanne für ca. 4 Minuten auf der Hautseite braten. Währenddessen die Zwiebel, den Fenchel und den Knoblauch in kleine, feine Stücke schneiden. Dann das Hühnchen umdrehen und für eine weitere Minute Braten lassen, aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller warten lassen. In die heiße Pfanne kommt nun das gerade geschnittene Gemüse für ein paar Minuten in dem schon heißen Öl dünsten. Dann mit dem Wein ablöschen und den Wein ca. auf die Hälfte reduzieren lassen. Jetzt die geviertelten Kartoffeln, die Tomaten und die Brühe dazu geben, mit einer ordentlichen Prise Safran würzen und alles miteinander vermischen. Die Tomaten müssen noch mit dem Küchengerät der Wahl zerdrückt werden. Ist alles gut verrührt kommen die Hühnchenschenkel oben auf und das ganze wird für ca. 15-20 Minuten kochen gelassen. Das geht hier ganz von alleine.

Die Zeit wird allerdings gut genutzt um das Aioli zuzubereiten. Dafür die gekaufte Mayonaise (Ja. Kann man auch selber machen, mache ich auch gerne. Oft ist das Aufwand-Geschmacksverbesserungs-Verhältnis aber kein gutes.) mit 2 Zehen geriebenem Knoblauch, Zitronensaft, Salz und einer Prise Cayennepfeffer vermengen. Schon fertig.

Ist das Huhn dann irgendwann fertig gegart und die Kartoffeln weich, schnell noch ein paar Scheiben gutes, krustiges Brot dazu schneiden und mit Aioli servieren. Das geht gut in einer Schüssel, einem tiefen Teller oder als ganzes, wie es ist, auf den Tisch. Schmeckt noch besser, mit Freunden und der vergleichsweise geringe Aufwand macht es ideal für einen schönen, entspannten Abend mit gutem Essen. Dazu vielleicht noch einen Nachtisch?

 

Safran-Ingwer-Apfel-Kompott

Rezeptfoto: Safran-Ingwer-Apfel-Kompott
Safran-Ingwer-Apfel-Kompott, mit Vanilleeis

 

Da die meisten Menschen ja doch mal jung waren, ist den meisten Menschen auch Apfelkompott bekannt. Für mich hat die Zeit des guten Apfelmus nie aufgehört. Das gekaufte hat in 90% der Fälle Zucker, ist mir zu “musig” oder nicht apfelig genug. Jedes mal, wenn ich dann Apfelkompott selber mache, denke ich mir, dass das öfter geschehen sollte.
Safran passt ganz gut zum Apfel und gibt dem ganze eine schöne, tiefere Note und eine gute Balance. Mit der Schärfe des Ingwers ist es eine gute Variation des klassischen Apfelmus.

 

Zutaten

  • 4 Äpfel
  • 1 Prise Safran
  • 1 Prise Ingwer oder ein kleines Stück frischen Ingwer
  • 1 kleine Prise Salz
  • Wasser
  • das obligatorische, optionale Vanilleeis

 

Nun, es gibt genug Rezepte, die eine bestimmte Sorte Äpfel vorgeben. Natürlich sind diese Vorgaben irgendwo sinnvoll, doch man sollte sich nicht davon abhalten lassen, andere Äpfel zu verwenden. Diese Sorten Äpfel werden sonst wirklich traurig und traurige Äpfel machen traurige Menschen.

 

Zubereitung

Äpfel klein schneiden und mit einem bisschen Wasser und den Gewürzen bei kleiner-mitllerer Hitze solange köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Für manche von Ihnen ist es vielleicht notwendig, die Äpfel noch zu pürieren, für manche sind sie mit ein bisschen Biss besser. Das fertige Apfelmus mit dem optionalen, aber sehr empfohlenen Vanilleeis servieren und den schönen Abend (oder morgen – man kann es zu jedem Zeitpunkt essen) genießen.

Das beschließt meine Reise mit Safran. Es ist ein spannendes Gewürz. Sehr teuer, sehr wertvoll und doch findet man quasi niemanden, der sagt, dass ein bestimmtes Essen nach Safran schmecken sollte. Doch lässt man es weg, sei es bei einer Bouillabaisse oder in den wunderschönen persischen Restaurants, so fällt schnell auf, dass etwas fehlt. Die Speisen schmecken nicht so, wie sie schmecken sollten und haben nebenbei nicht die wunderschöne Farbe, die Safran oft verleiht. Auch einfacherer Reis mit Safran, oder das schöner formulierte Gericht Risotto Milanese sind unglaublich schmackhaft und besonders dekorativ.

Was das eigentlich bedeuten soll – jeder sollte Safran im Haus haben und ab und an mal damit kochen. Wenn das keine Werbung ist…

Ich hoffe, es schmeckt. Bis zum nächsten Mal.