Wolfgang Wilhelm: Letter of Thanks

 

Wolfgang (links) und sein Bio- Kontrolleur Jochen Neuendorff von GfRS

 

Oder: Wolfgang Wilhelm geht in Rente.

 

Mit Wolfgang Wilhelm sind wir schon seit mindestens 1978 als unserem Teelieferanten verbunden. Jetzt haben wir mit ihm seinen Abschied aus dem Arbeitsleben gefeiert. „Rentner müssen mutig in die Zukunft blicken“ beginnt er seine Abschiedsrede.

Die Teebranche ist eine faszinierende Szene, viele interessante, weit-denkende Menschen, die in der Regel ihr ganzes Arbeitsleben dem Tee treu sind, und dadurch einen ganz bestimmten Qualitätsbegriff leben.

Axel Köhnken und Mathias Kloth – Inhaber der Firma Kloth&Köhnken

Wir saßen an einer festliche Tafel zusammen in der Firma Kloth & Köhnken, wo Wolfgang in den letzten gut 20 Jahre die Bio-Abteilung geleitet und weiterentwickelt hat. Die Chefs: Axel Köhnken wurde bereits mit 12 Jahren im Schülerpraktikum klar, dass seine Welt der Tee ist, auch Matthias Kloth ist sein ganzes Leben lang im Teegeschäft und kann sich nichts anderes vorstellen.

 

Wolfgang begann vor 42 Jahren mit dem Teehandel, selbständig in einem alten Kino als Lagerraum. Matthias hat ihn zunächst nach Hamburg und schließlich nach Bremen geholt, eine lange Verbundenheit von Anfang an über die Stationen in verschiedenen Teefirmen.

Wolfgang hat einen wichtigen Anteil daran, dass es heute auf der Welt ein umfassendes Bio-Angebot an Tee gibt. Wir erinnern uns noch gut: Es gab einen Punkt in den 90igern, wo wir, die Heuschrecke, auch dank Wolfgang stolz sagen konnten: nun können wir wie beim Wein aus allen relevanten Teeanbaugebieten schöne Bio-Qualitäten anbieten.

Die Festtafel mit den Teekollegen

2000 dann die gemeinsame China-Reise. Nicht einfach – gerade gab es eine vorsichtige Öffnung Richtung Privatwirtschaft , und es gab Mister Wu, der als erster ziemlich zuverlässig sicheren Bio-Grüntee aus Wuyuan exportierte. Insgesamt war bzw. ist Bio in China etwas schwierig, auch die soziale Absicherung der Teearbeiter in dieser Umbruchphase, ein Spannungsfeld zwischen Kadersystem und Kapitalismus. Hier konnten europäische Bio-Importeure sich durchaus die Zähne ausbeißen, und so hat Wolfgang schließlich aus seinen Erfahrungen heraus die Organisation bzw. das System „Fairbiotea“ gegründet für chinesische Teefarmen. Hier geht es um den kontinuierliche Aufbau von Bio-Qualitätssicherheit und sozialer Verantwortlichkeit.

 

In seiner Rede heißt es:

„Mit www.fairbiotea.de habe ich in den letzten 10 Jahren, echte nachhaltige Strukturen in China aufgebaut.
Eine solche Entwicklungsarbeit ist sehr anstrengend, zeitraubend
und von vielen Rückschlägen geprägt.
Trotzdem ist es nach vielen Höhen und Tiefen gelungen:
Die Probleme im Qualitätsmanagement wurden beseitigt
Der Bioanbau ist ökologischer und sicherer geworden.
Die Arbeiter in den Fairbiotea- Gärten haben heute alle Arbeitsverträge mit gesetzlichen Arbeitsrechten, Mindestlöhnen und Sozialversicherungen.
Solche Erfolge können wegen zu geringer Exporteinnahmen jederzeit wieder zerbrechen.“

 

Axel Köhnken und Matthias Kloth an der Festtafel

Die Website fairbiotea.de möchten wir noch mal zum Lesen empfehlen. Es ist einmalig, wie transparent hier berichtet wird und wie tief die EndkundInnen in die Teefarmen hineinschauen können – mit allen Stärken und Schwächen, wie das Leben auch ist. Kein Marketingsprech.

Uns ist schon etwas wehmütig zumute, Wolfgang nicht mehr im Alltagsgeschäft zu wissen, sein beharrliches Engagement für soziale Nachhaltigkeit, gerechte Löhne und Teepreise, lange Telefongespräche über Hintergründe und Zusammenhänge, die wir an unsere KundInnen weitergeben konnten. Er selbst mailte an seinem letzten Arbeitstag: … ein komisches Gefühl breitet sich aus, das man durchaus als leichte Panik bezeichnen kann. Aber die Alten müssen mutig nach vorne blicken und sich nicht zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigen…“

Alles Gute und Danke für die lange Zeit, Wolfgang.

 

 

 

Doch zurück zum Fest. Seine Abschiedsrede endet:

„Zu meinem Abschied habe ich diesen Wunsch an Euch.
Macht Euch dauerhaft, ernsthafte Gedanken zum Thema soziale Verantwortung .
Es gibt viele kleine und große Möglichkeiten etwas für die Teegärten zu tun.
Es muss nicht immer viel kosten
und es kann trotzdem viel bewirken
Oft reicht schon die richtige Wahl zu treffen

und die richtige Sache zu unterstützen.“

Das schönste Abschiedsgeschenk war für Wolfgang der Besuch der chinesischen Partner von der Qingshan Farm, über die wir auch schon oft berichtet haben und von denen wir sehr viele Teesorten, vor allem Grüntee, mit dem

Der Preis, den die chinesischen Partner von der Qingshan Farm Wolfgang verliehen haben

Fairbiotea-Siegel im Programm haben.

Es gab einen Letter of Thanks (folgend) und eine Preisverleihung für seine Verdienste um die Förderung des chinesischen Bio-Tees.

 

 

 


 

Letter of Thanks

 

Dear Mr. Wolfgang Wilhelm,

Remember it was back in 2005, through communications between you and us, the standard Green Tea G8318 was born along with our first deal. Thanks to this, we’ve knocked open the gate of cooperating with you.

Not long since then, you started to pass on the knowledge of Organic to us, led us to make Organic teas, came to Qingshan tea plantation in person to guide us and arranged experts from Nanjing to our plantations to teach us the theories of Organic and the practical methods of operation.

With you taking the lead, Fairbio (Fairbiotea) System was established in accordance with your ideas of environment protection and fulfillment of social responsibilities. The tea plantation and tea farmers will remember forever the following projects Fairbio System had already accomplished,

• Road constructions in parts of the tea garden, it logistically linked the tea garden to the outside;
• Procurement of the tools needed for picking and other operations for the tea garden, it helped us increase the efficiency of the tea garden management;
• Plantations of shading trees, when the little saplings grew into big trees they’ll save the tea bushes from the scorching sun;
• Installment of multimedia equipment in the school of tea garden area, this very equipment still serves an important role of spreading knowledge and inheriting culture in the school;
• Guidance of compost making by hiring foreign experts, it enabled the tea garden managers to jump out the loop of the Chinese traditional concept of farmyard manure. By training, tea garden can successfully make compost using modern methods;
• Purchase of various equipment for compost making;
• Encouragement and sponsorship of cow raising in Qingshan tea garden, partially finished the nutrition circle of the tea garden; and so on

Through the development and trade of Organic tea, the living quality of the local farmers had improved by a large scale. Farmers say it a lot that thanks to Hunan Tea Group Co., Ltd. for taking them on making organic tea and leading them to prosperity. In essence we know they were thanking KLOTH & KOEHNKEN company.

Am Vorabend des Abschiedsfest trafen die Partner der Qingshan Teefarm aus China ein. Links und rechts außen: die Gäste von der Qinshan Farm. In der Mitte Wolfgang Wilhelm, rechts von Wolfgang: Matthias Kloth, hinter und links von Wolfgang: die Mitarbeiter Bettina, Jan und Andreas. Jan und auch Andreas werden die Arbeit von Wolfgang übernehmen.

Organic is indeed a cause very beneficial to human-beings, environment and the society. With promotions and development in the recent years, along with increasing concerns towards environment protection, not only in China but globally there are more and more people getting involved in Organic agriculture and the demands from everyday consumers for Organic products are getting stronger and stronger. Year by year the trade of Organic products grows, the number of people working in the Organic market grows as well. We feel ultimately fortunate that under your guidance and support, our understanding an perspective of Organic now is beyond many practitioners in China. On basis of this great and solid foundation, in the future we will no doubt work even harder in aspects as organic management of tea gardens, nutrition circle and social responsibilities.

During our cooperation, you often point out what we should improve once there is anything unprofessional occurs in our practical operations and guide us to improve. Your dedication and preciseness always spurs us and sets an excellent example for us. Your erudition and wisdom frequently brings us many innovative and whole different views. Your personal charisma will definitely be a strong inspiration for us to work better.

The time zips by, this year is now 13th year of our cooperation. We feel deeply grateful for your contribution for our both companies. Please allow us to pay you, our sincere and reliable close partner, our greatest respect.

We strongly believes that the firm foundation you’ve laid out for us during your work period will also be carried on and flourished in the hands of your successor. The future for our cooperation will be nothing but bright! And with all this, from us, it merges into one sentence, THANK YOU!
With all our hearts, we wish our friendship to be forever like “waterfalls on the high mountain”, long-standing and well-established!

May you enjoy a relaxed and wonderful life in the days yet to come and live every one of them as beautiful as poetry!

Wish you good health! May all go well with you!

Welcome you and your beloved family to come to Hunan at anytime!

Hunan Tea Group Co., Ltd. (Qingshan Teegarten), im Juni 2018

 


 

 

Und nun: was bringt die Zukunft – die Heuschrecken gehen noch nicht in Rente – wir bleiben dran – sowohl bei Fairbiotea, bei den neuen Verantwortlichen für den Biotee, und bei den vielen kleinen Kräuter- und Gewürzprojekten und netten Lieferantenbeziehungen, die wir kontinuierlich in 40 Jahren aufgebaut haben. Es gibt noch ein Menge Aufgaben und Verantwortlichkeiten, um Bio sicher zu machen.
Wir haben uns einen entsprechenden Ruf der Bio-Szene erarbeitet, sowohl auf Kunden- als auch auf Lieferantenseite. Wir werden weiter sehr selbstbewusst und kritisch kommentieren, was uns nicht passt – weder dogmatisch-fundamentalistisch noch völlig businessgetrieben – als kleine Firma mit wildem Sortiment haben wir weiter gute Chancen, etwas zu bewegen und durchzusetzen !
Die Kommunikation mit Wolfgang Wilhelm war auch prägend für unsere Herangehensweise an die Bioprobleme mit Nicht-EU-Herkünften neben (vielen anderen BioKollegInnen..) – nochmals DANKE für Dein (von einigen als sperrig empfundenes) Engagement !

 

Wolgang Wilhelm und Heinz-Dieter (HeiDi) Gasper

 

Sanjas Garten

Das Ende einer Oase?

 

Foto 1 – Sanjas Garten

 

Sanja, die Chefin von Terra Magnifica, ist vor 8 Jahren ans Ende der Welt gezogen, wo es nur noch grün ist.  Sanja ist die absolute Kräuterspezialistin, liebt ihren Garten und experimentiert dort – mit Kräutern natürlich.

Im Rahmen des Lindenblütenmonitoring wurde auch ihr Garten über 2 Monate analytisch “begleitet”. Die Beschreibungen und Erklärungen werden hier von Roman und Ivan vom Labor Quanta, selbst dargestellt. Der Text wurde dazu von uns wörtlich auf deutsch übersetzt. Soweit wir wissen, ist dies und auch das vorherige Monitoring die Erstveröffentlichung eines wissenschaftlichen Pestizidmonitorings solcher Art – vielen Dank dafür an Labor Quanta. Eine Fortsetzung “Sanjas Garten 2” wird es auch noch geben.

 

Foto 2 – Die umliegenden Weinberge

“Sanja lebt seit 8 Jahren in einer Bio-Oase.

Bio, weil dort in den letzten 8 Jahren nicht gespritzt wurde – und wahrscheinlich auch nicht in den 20 Jahren davor, in den die ehemaligen Besitzer dort gelebt haben und keine Landwirtschaft betrieben haben.
Auch Bio, weil die Oase komplett von 3 – 10m hohen Bäumen umrandet ist. Um diese Bäume stehen Gebüsche, die Sicht und Wind verminder. Sie ist zwar nicht bio-zertifiziert, doch unter den oben genannten Umständen sollten die Ökokontrollstellen dies ohne Probleme tun können.
Oase, weil sie umgeben von Weinbergen und einem Landeplatz für betrunkene UFOs ist (Auf Google Maps kann man sie sehen).

Auf der Karte, auf dem Foto “Foto 6 – Im Garten” und auf Foto 4 kann man den Lindenbaum sehen, der Teil unseres Monitoring war. Er heißt Jastrebarsko. Wir haben auch Blätter eines weiteren Baumes benutzt, markiert als Roter Hartriegel. Dieser ist auch auf Foto 5 hinter Sanja zu sehen. Ihn haben wir getestet, weil wir Probleme mit der Glyphosat-Analyse von Linden hatten (Wir haben im Zuge der Politischen Lindenblütenaktion mehrfach berichtet). Wir haben nur eine einzige Glyphosat-Analyse dieses Baums gemacht und nach dem diese eine Belastung von nur 0,002mg/kg aufwies, haben wir aufgehört, weil Juni, Juli , usw. die Zeit für Insektizide ist und nicht für Herbizide wie Glyphosat, welches seinen Höchststand in Mai hat.
Weiterhin haben wir Weinblätter vom höheren Teil des Weinbergs auf Foto 4, direkt unter dem Lindenbaum, genommen.

 

 

Foto 3 – Mehr Weinberge

Zeitrahmen:

07.06.
Vor der Haupt-Spritz-Saison

21.06.
Am Anfang der Haupt-Spritz-Saison

02.07.
Nach 10 regnerischen Tagen

03.07.
Proben wurden am Morgen genommen, nachdem die Weinberge auf Foto 4 am Abend des vorherigen Tages ca. eine halbe Stunde gespritzt wurden

04.07.
Proben wurden am Morgen genommen, nachdem die Weinberge auf Foto 4 am Abend des vorherigen Tages ca. eine halbe Stunde gespritzt wurden. Es ist kein Tippfehler! Vielleicht hatte der Bauer am Tag davor zu wenig Spritzmittel oder hat eine andere Formel verwendet….

Foto 4 – Die getestete Linde (Weißes Oval)

 

Beschreibung der Landschaft:

Die Bio-Oase liegt auf einem Grad zwischen zwei Tälern, etwa 20 Meter über dem Boden der Täler. Man kann auf Foto 4 sehen, wie steil es ist. Der Traktor auf Foto 5 parkt überhalb des gespritzen Weinbergs auf Foto 4.
Das bedeutet, dass die Pestizide die Berge hoch und über die hohen Bäume, die die Oase umgeben, steigen müssen, um den Roten Hartriegel-Baum zu erreichen, aber auch die Lindenblätter, die auf der dem Garten zugewandten Seite des Baumes wachsen, circa 5 Meter vom Hartriegel entfernt. Aber diese Höhe konnte sie nicht aufhalten, wie man der Tabelle (ganz unten) entnehmen kann.

Zuerst kann man in der Reihe “Total Result” den Zuwachs von Pestizid-Rückständen vom 07.06 bis zum 21.06 als Anfang der Spritzsaison erkennen. Dann sieht man den Rückgang vom 21.06. bis zum 02.07., wahrscheinlich weil man nicht spritzen konnte und die Rückstände vom Regen

Foto 5 – Traktor und Wege

abgewaschen oder wegen des Metabolismus der Pflanzen abgebaut wurden – dies wird noch weiter untersucht.
Dann geschah die wirkliche Tragödie am 03.07., besonders aber am 04.07.: Von Total 0,067mg/kg auf 1,1817mg/kg  – innerhalb 2 Tage 30 facher Zuwachs an Ruckstanden und 100 Mal zuviel fur Bio in den armen, nie gespritzen Hartriegel.
Das Ergebnis der Weinblätter vom Weinberg auf Foto 4 zeigt klar das Level der direkt und absichtlich gespritzten Pflanzen (187,94 mg/kg – Das 150-fache des indirekt getroffenen Hartriegel-Baums). Doch kann man sich nicht sicher sein, ob die auch die Weinberge auf der anderen Seite der Oase (Foto 1-3) zum Zuwachs im Hartriegel beigetragen haben, weil gleich mehrere Pestizid-Rückstände signifikant angestiegen sind, die nicht in den Weinblättern von Foto 4 auftauchen (Fenhexamid und Imidacloprid). Auf der anderen Seite finden sich ein paar Pestizide auf den Weinblättern, die nicht im Hartriegel auftachen (Deltamethrin und Fenazaquin), aber das könnten auch ältere Rückstände auf den Weinblättern sein (eine andere Formel).

Also – Bio-Oase adieu.”

 

Roman Turk, Ivan Perisa

Labor Quanta

 Juli 2018

 

 

Foto 6 – Im Garten (Gelb – Linde, Rot – Hartriegel)

 

 

Für die Interessierten und als Referenz – Hier die Tabelle mit den Messdaten – es erschlägt einen die Fülle der Pestizidprodukte auf dem kleinen Fleck Erde. Wenn ein Mensch soviele verschiedene Medikamente bekäme …

Sum – result
mg/kg
Months date of
sampling
article          
  Jun   Jul          
  Jun 07 Jun 21 Jul 02   Jul 03   Jul 04  
pesticide Linden leaf Linden leaf Cornus leaf (Hartriegel)
Linden leaf Cornus leaf (Hartriegel) Linden leaf Cornus leaf (Hartriegel) Vine leaves
Benalaxyl               0.134
Cyprodinil           0.015    
DEET 0.023              
Deltamethrin               0.832
Difenoconazole             0.029 0.043
Dimethomorph   0.015         0.026 13.771
Fenazaquin               0.201
Fenhexamid           0.053 0.292  
Fenvalerate             0.087 5.061
Flutolanil             0.012 0.058
Folpet 0.012 0.063   0.010   0.047 0.414 150.496
Glyphosate 0.008   0.002          
Imidacloprid   0.012         0.071  
Metalaxyl 0.018 0.053 0.017 0.021 0.067 0.133 0.100 0.661
Metrafenone   0.071       0.029   0.016
Permethrin   0.053 0.028 0.078   0.026 0.701 0.060
Pyrimethanil           0.010 0.014 0.012
Spiroxamine   0.036            
Tebuconazole 0.010 0.034 0.010 0.019   0.033 0.071 16.595
Triticonazole           0.055    
Zoxamide   0.070            
Total Result 0.071 0.407 0.057 0.128 0.067 0.401 1.817 187.940

 

 

 

Lindenblüten-Monitoring und aktuelle Ernte

 

Gut organisierter Trocknungsspeicher einer Sammlerin

 

  • Unsere politische Lindenblütenaktion läuft und läuft und läuft

  • Wie geht es den anderen Wildkräutern?

 

Traditionell kommen wertvolle Bestandteile unserer Ernährung aus Wildsammlung – so auch viele Haustees wie die Lindenblüten.

Die Linde – die, wie Paracelsus sagt, einem Menschen gleiche, und im mitteleuropäischen Bereich heimisch ist – ist seit dem Mittelalter in der Anwendung belegt, auch Hildegard von Bingen schreibt über sie.

Mit unserer politischen Lindenblütenaktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass diese Idylle bedroht ist. Unbefangen Blüten pflücken oder Wildkräuter ernten – man fängt sich durch die intensiven Pestizidanwendungen in der konventionellen Landwirtschaft, selbst wenn sie über 1km entfernt ist, immer öfter einen Pestizidcocktail mit ein.

Da wir viel mit Wildkräutern zu tun haben, führen wir unfreiwillig am Beispiel Glyphosat eine Hitparade:

  1. Vogelmiere Kraut: 35,216 mg/kg
  2. Erdrauch Kraut: 24,118 mg/kg
  3. Hirtentäschel Kraut: 9,01 mg/kg
  4. Sauerampfer Wurzel: 10,625 mg/kg
  5. Weidenröschen Kraut: 2,033 mg/kg
  6. Zinnkraut (Schachtelhalm) Kraut: 3,174 mg/kg
    Sanja nimmt auf einer Brachwiese eine Probe Johanniskraut fürs Labor

Diese tapferen, kleinen Wildpflanzen-Kraftpakete reinigen immer wieder die verschmutzten Böden, und gehen noch nicht mal dabei ein, wie man eigentlich annehmen könnte.

Gesetzlicher Grenzwert für Glyphosat in Tees ist 2mg/kg. Die Linde hat, obwohl sie nie selbst gespritzt wird, sogar einen eigenen Eintrag in der Höchstmengenverordnung für Glyphosat – da hat also eine Behörde schon die Kollateral-Belastung mit eingeplant.

Wir wollen jetzt hiermit keine Panik schüren. Eher ein bisschen Rabatz machen, damit die deutsche und die EU-Politik die giftspritzende Landwirtschaft an die Kandare nimmt – siehe auch die aktuelle Nitrat-Rüge ….

Unser bevorzugtes Labor mit einer großen Expertise in Kräutern geht davon aus, dass a) sich Glyphosat sehr langsam in der Umwelt abbaut und sich damit in ihr anreichert, und b) dass es so gut wasserlöslich ist, dass es per hoher Luftfeuchtigkeit und einem späteren Abregnen ziemlich weit entfernt von den verursachenden konventionellen Landbauflächen verbreitet wird.

Von einem Bio-Gemüseimporteur erhielten wir den Bericht, dass an feuchten Tagen keine Analyseproben mehr von Frischkräutern genommen werden, da es zu verzerrten Ergebnissen führt, für die kein Biobauer etwas kann – ganz schön irre ….

 

Das Screening

Aber wir wollen nicht nur schimpfen, sondern Material zusammentragen, um in den möglichen Refugien weiter das Bio-Geschäft weiter zu treiben (und zu sichern) – solange, bis den Giftmischern die Spritze aus der Hand genommen wird. Wir schätzen, dass früher oder später der unangemessene Umweltfrevel der Landwirtschaft abgestraft werden wird – wie andere Umweltverbrechen auch.

Anfang Mai begann das Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica bereits mit einem analytischen Screening einzelner Lindenbäume in verschiedenen Regionen Kroatiens. Im Moment laufen die Ernten. Ziel soll sein, Hinweise zu finden, wo und wann was gesammelt werden kann, ohne der Hitparade noch ein paar zusätzliche Werte hinzuzufügen, also unfreiwillige Pestizideinträge im Vorfeld auszuschließen oder zu reduzieren.

 

Hier die Beschreibungen der Regionen:

„Donja Velika, Gornja Velika und Sredice liegen in einer hügligen Region mit wenig extensiver Landwirtschaft, aber auch nicht viel Bio dabei. Die Hauptverschmutzung stammt von der Mais-„Behandlung“. Hier liegt die Grundbelastung bei Birke, Brennessel und Linde zwischen 0,004 und 0,014. mg/kg. An Pestiziden wurden angetroffen: Glyphosat überall, dann noch abwechselnd Metolachlor, Chlorpropham, Terbuthylazine, DEET (aus der Mückenbekämpfung, oft per Flugzeug) und Piperonyl butoxide.

Novigrad ist ein Ort mit vielleicht 2-3000 Leute, die Linde steht etwa 1km von der nächsten Landwirtschaft entfernt. Die Region ist landwirtschaftlich relativ stark erschlossen. Gefunden wurden Glyphosat, Terbuthylazine, Triticonazole, über mehrere Wochen konstant im Bereich 0,009 – 0,019. Sowie im Juni 0,064 mg/kg DEET, vielleicht aus einer Flugzeugspritzung.

Jastrebarsko ist die Lokalität mit Linden inmitten der Weinberge. Hier gab es Glyphosat, Folpet, Metaxyl, Tebuconazole und DEET im Bereich 0,008 bis 0,023 mg/kg.

Bjelovar zeigte höhere Werte an. Warum die Werte in Bjelowar aus dem Rahmen fallen, ist bisher nicht erklärbar. Terra Magnifica wird das detektivistisch untersuchen. Hier wurden Glyphosat, Permethrin, DEET und Piperonyl butoxide im Bereich zwischen 0,047 und 0,151 mg/kg gemessen.“

 

Diese vielen Zahlen und Namen hören sich schrecklich an, aber alle Lindenblüten aus den 5 oben genannten Gebieten ausser Bjelovar entsprechen problemlos der EU-Bio-Verordnung, und den BNN-Orientierungswerten. Linde aus Bjelovar ist als Bio nicht einsetzbar.

 

 

Bilderkarussel: Bäume aus dem Lindenblütenmonitoring

 

 

Terra Magnifica macht dieses aufwändige Screening auf Lindenblätter noch vor der Sammlung der Blüten, damit in den zu stark belasteten Gebieten erst gar nicht gesammelt wird und später dann Verluste entstehen. Wohlgemerkt – alle Werte liegen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten für die konventionelle Ware.

 

Ivan Perisa vom Labor, der das Screening macht, gibt einen kurzen Überblick:

„Hauptprobleme sind Mais und Tabak in Mai, und die Weinberge zwischen April und Juli (oder so lange wie es viel regnet).

Herbstware ist meistens unproblematisch, weil die Pflanzen die Pestizide abbauen und generell wenig gespritzt wird.

Deshalb gibt es nur selten Probleme mit Früchten (Sammlung im Herbst)und Rinde (Sammlung im Frühjahr). In Wurzeln (Sammlung Herbst-Frühling) finden wir meistens nur die ausdauernde Pestizide wie DDT, Glyphosat etc.

Vielleicht setzen wir dieses Monitoring an dem Wasser aus einer Zisterne in Jastrebarsko fort.“

Als wir in den 70ern mit Bio begannen, hätten wir uns diesen Aufwand nicht träumen lassen. Es ist ja auch ungerecht, dass dieses Schlachtfeld den Ökos überlassen wird – wir glauben nicht, dass die konventionellen Verursacher soviel in die Analytik stecken. Man muss sich nur vorstellen, aus wie vielen verschiedenen Sammelgebieten und Mikro-Klimata sich ein größeres Lot Lindenblüten oder Gänseblümchen zusammensetzt, und in wie viele Analysen investiert werden muss. Alleine das kurze Screening vom 2.5. – 14.6. besteht aus 21 Analysen, die im Schnitt 150,-EUR pro Analyse kosten.

 

Terra Magnifica, Wildsammlung und engagierter Naturschutz

Seit 2013 ist Kroatien in der EU. Viele Sachen sind dadurch geregelter, aber vor allem in den neueren EU-Ländern gibt es einen aufgesetzten Hang zur Überregulierung. In Kroatien (wahrscheinlich auch in weiteren EU-Ländern) leiden die Sammler und Kleinbauern darunter. Durch hohe Restriktionen und Steuerbelastung passiert es wahrscheinlich als Automatismus (auch neues Lieblingswort unserer GroKo) dass die Wildsammlung und kleinbäuerliche Landwirtschaft aussterben. Nicht nur die allgemeine Pestizidverseuchung ist ein Sargnagel, sondern auch die Bürokratie.

 

Roman Turk und seine Frau Sanja leiten die Firma Terra Magnifica. Wir kennen wenige Menschen, die soviel Pflanzen-Wissen haben. Zusammen eine unermüdliche Energie für das Wildsammlungsprojekt.

 

Roman Turk, Mitgründer von Terra Magnifica, schreibt im Jahre 2001 in einem Brief an den WWF anschaulich über die Geschichte der traditionellen Wildsammlung auf dem Balkan und heutige Hintergründe. Es geht darum, dass von dem Unternehmen verlangt wird, zu „beweisen“, dass „das Sammeln die Stabilität des natürlichen Habitats und die Erhaltung der Arten im Sammelgebiet nicht beeinträchtigt“, gem. EG – Verordnung 2092/91 Anhang I, Teil A“. Wir möchten das, weil es weiter aktuell ist, hier wiedergeben:

 

„Das kommerzielle Sammeln von Kräuter in Kroatien begann um das Jahr 1860, mit den Exporten von Salbei, Rosmarin, und ätherischen Öle daraus, in die europäische Länder.

Anfang des 20. Jahrhunderts gewann neben diesen Kräutern auch Pyrethrum, oder Dalmatinische Insektenpulverpflanze, an Bedeutung, als natürliches Insektizid.

Im Jahr 1932 wurden 1062 Tonnen Salbei, 642 Tonnen Pyrethrum und 833 Tonnen anderer Kräuter, großteils aus der Wildsammlung, exportiert.

Nach der Erfindung von DDT in den dreißiger Jahren hat man Pyrethrum fast vergessen, aber die Salbei-Exporte haben sich bis zum Krieg in 1991 auf dem Niveau von 500 – 800 Tonnen im Jahr gehalten.

 

Der Export von Salbei im Jahr 1995 betrug 129 Tonnen (andere Heilkräuter aus der Wildsammlung insgesamt ca. 550 Tonnen) und im Jahr 2000 lediglich 30 Tonnen (andere Kräuter aus Wildsammlung ca. 200 Tonnen).

Zusammenfassend fiel die Exportmenge von Kräutern aus Wildsammlung im Jahr 2000 auf ca. 10% des Wertes aus den besseren Jahren.

 

Der Hauptgrund für so einen rasanten Rückgang der Exporte in den letzten 10 Jahren ist sicherlich der Krieg 1991 bis 1995, sowie die Wirtschaftskrise davor und danach.

Drei größte Betriebe, die Kräuter verarbeitet haben, wurden in diesen Jahren geschlossen.

Es entstanden neue kleine Firmen, die versuchen, einen Bruchteil des ehemaligen Marktes zurück zu gewinnen. Eine diese Firmen ist auch unsere, und wenn eine 6 Jahre alte Firma, die buchstäblich von Null begann, ein Drittel des Exportes von wildwachsenden Heilkräutern Kroatiens macht, bedeutet es, dass es dem Land wirklich schlecht geht.

Rein mathematisch ist es also schwer zu glauben, dass nach praktisch 100 Jahren intensiver Nutzung, die offensichtlich nachhaltig war (sonst würde sie ja nicht 100 Jahre dauern ) und nach einem so gewaltigen Rückgang der Exporte, das Sammeln der Heilkräuter die Erhaltung der Arten in den Sammelgebieten beeinträchtigt .

Natürlich setzen wir dabei voraus, dass die geschützten Pflanzen nicht gesammelt werden, und die Regeln der jahrzehntelangen Sammelpraxis weiterhin geachtet werden.

Des weiteren kam es in den Kriegsjahren zu großen Bewegungen der Bevölkerung, es entstanden große „menschenleere“ Gegenden, und ein Viertel der Einwohner Kroatiens lebt inzwischen im Großraum der Hauptstadt Zagreb.

 

Folge davon ist, dass die landwirtschaftliche Flächen sicherlich weit über 50% nicht bebaut sind (so offensichtlich, dass keine offizielle Statistik erforderlich ist ), wobei bei den Weiden die Situation noch viel schlimmer ist.

Manche Wälder wurden in den letzten Jahren (unter Aufsicht von Forstämtern) beraubt, genauso wie die andere in die Herrschaftslosigkeit geratene Güter, wie Firmen, öffentliche Objekte etc..

Bauer kämpfen ums Überleben, es gibt keine durchdachte Strategie für die Landwirtschaft. Dazu waren sie auch in der Zeit der Staatssozialismus nicht gewohnt, marktorientiert zu denken.

Also, wenn man sich nur 20 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt befindet, ist man bereits in der praktisch unberührten Natur.

Die Spuren der Landwirtschaft sind zwar erkennbar, aber auf den ehemaligen Äckern gibt es eine beeindruckende Artenvielfalt. Das schmeckt man auch im Blütenhonig, welcher eine Reihe von verschiedenen Geschmacksnoten im Mund hinterlässt.

 

Diese Wiesen werden nur noch vereinzelt gemäht, so verbreiten sich die Wildkräuter immer schneller.

Genauso schreitet der Wald, mit seinem eher armen Artenspektrum, in die Felder fort.

Es entstand in den letzten Jahren vielerorts ein praktisch neues Habitat.

Dieser Prozess dauert jetzt seit mehreren Jahrzehnten an und wurde durch die Flucht der Leute vom Land verursacht. Der Krieg hat die Veränderungen nur beschleunigt.

 

Es erhebt sich also für uns die Frage, was ein natürliches Habitat ist :

 

  • jener laut Kataster, in welchem die Änderungen sehr oft seit 50 Jahren nicht eingetragen wurden,
  • jener vor dem Krieg,
  • der heutige,
  • vor oder nach dem menschlichen Eingriff im Feld, im Wald, am Flussufer…?
  • Wie sind die verlassene Wege, Bahnstrecken, Dörfer, die von der Natur „zurück-erobert“ wurden, zu werten?
  • Wie sind die nicht gepflegten, mehrjährigen Pflanzen, wie Obstbäume (auch Plantagen), Lavendelfelder, die keinen Besitzer mehr haben, zu interpretieren ?
  • Ohne dies zu definieren, ist es sehr schwer zu sagen, ob das Sammeln die Stabilität des natürlichen Habitats beeinträchtigt, oder nicht !

 

Auch wenn diese Definition einmal stehen würde: es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine kroatische Behörde so eine Aussage verantwortlich abgeben könnte, denn ein organisiertes Monitoring gibt es nicht einmal in den Nationalparks.

Die Anforderungen, die sich an die zertifizierte Wildsammlung stellen, haben uns in den letzten Jahren jedoch gezwungen, eigene Methoden zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit zu entwickeln:

 

  • Sammeln in mehreren Regionen, um etwaiges Übertreiben an wenigen Lokalitäten zu vermeiden.
  • Sammeln vorzugsweise in den „jungen“ Habitats, d.h. auf den seit 5 oder mehr Jahren nicht mehr bewirtschafteten Flächen.
  • Interne Regel über Wildsammlung, beinhaltend Zeitraum und Methode für einzelne Arten
  • Schulung der lokalen Koordinatoren / Kontrolleure der Sammlung
  • Schulung der Sammler durch die Koordinatoren
  • Beobachtung der Auswirkungen der Sammlung durch mehrere Jahre
  • Anbauversuche

 

Wir sind auch stolz darauf, dass wir das Sammeln der Kräuter auch in die Regionen, wo es keine Tradition gab, verbreitet haben.

Dadurch betrachten die neue Sammler die Kräuter anders als früher, und zwar als wichtige Ressource, die man schützen soll.

Es sind viele bislang uninteressante Pflanzen, oder sogar lästige Unkräuter auf einmal für sie überhaupt sichtbar / wertvoll geworden !

Richtig geschnitten, nur teilweise entrindet oder so ausgegraben, dass die Hauptwurzel noch im Boden verbleiben, können sich die Pflanzen durchaus regenerieren.

Die mit der kontrollierten Wildsammlung verbundene Einnahmen sind für ganze Dörfer ein wirtschaftlicher Anreiz geworden, um den (egal neuen oder alten) Lebensraum mancher Heilpflanzen zu erhalten.

 

Zurück zum Salbei: ohne Tiere die das Gras rundherum fressen, und ohne den Schäfer, welcher die Pflanzen jedes Jahr schneidet, verwächst der Salbei von Jahr zu Jahr und irgendwann erobert der Stech–Wacholder den Karst.

Und ohne Salbei, nur von den Tieren, überlebt auch der Schäfer schwieriger die allgemeine Not.

Meistens sind das alte Leute, die den Salbei noch als Kinder gesammelt haben.

 

In ein paar Jahren werden wir im dalmatinischen Hinterland nur die unberührte Natur, ohne Menschen haben.

Ist das der Ziel des Naturschutzes ?

Oder die gesunde Interaktion Tiere – Pflanzen – Menschen ?“

Roman Turk, im Mai 2001

 

Link zum Post politische Lindenblüten

 

Heuschrecke und Terra Magnifica untersuchen ein neues Habitat.
Heinz-Dieter Gasper und Roman Turk

Kräuter Unterwegs: Vetiver Slush

Was wird eigentlich so aus unseren Kräutern?

Apfel-Vetiver-Slushy

 

Vetiver Slush © Hilton IceBAR, Köln
Vetivergras – so sieht es aus

Wir arbeiten sehr gerne mit unseren Bio-Kleinbauern-Projektpartnern zusammen, und nehmen auch gerne seltene und ausgefallene Kräuter, die die Bauern sammeln oder anbauen, ins Programm – manchmal eher für den Spaß als für den Umsatz.

Wenn wir dann aromaverrückte Menschen treffen, wie Christian, den Barkeeper der Hilton Ice Bar in Köln, überlegen wir schon fast automatisch, was man so jemandem als Herausforderung mal weitergeben könnte.

Heute: Vetiver (Vetiveria zizanoides), ein Gras, von dem die sehr aromatische Wurzel verwendet wird. Sie hat eine tief-würzige, balsamische Note und kommt vor allem als Natur-Basisnote bei der Parfümherstellung oder zur Aromatisierung zum Einsatz. Vetiver stammt aus Indien und ist im Ayurveda auch als Tee oder als Aromatikum für Trinkwasser bekannt. Es beruhigt Vata und hat einen kühlenden Effekt. Dieses Vetivergras bekommen wir von den Sahyadri Spice Farmers, einem Bio-Kleinbauernprojekt der NGO PDS mit ca. 2000 Familien in Kerala, Südindien.

 

Zu PDS gehört auch die ayurvedische Heilmittelfabrik Sahyadri. Hier
liefern SammlerInnen Rohmaterial an.

Christian hatte also die richtige Intuition, als er einen Eis-Slushy daraus komponierte. Das Vetivergras wurde zunächst zu Sirup verarbeitet. Naturtrüber Apfelsaft zur Essenz reduziert. Zitronensaft gibt eine umwerfende Frische dazu. Als alkoholische Basis wählte er den würzigen „Büffelgras“-Wodka Grasovka aus Polen. Das Ganze wird mit crushed Ice im Mixer „sämig“ geschlagen. Die Aromen des Vetiver verbinden sich mit der Würze des Wodkas und bilden die sanfte, tiefe Grundnote. Apfelessenz und Zitrone geben eine saftige Spritzigkeit hinzu, garniert mit einem Thymian- oder Rosmarinzweig. Passenderweise kommt der neue Apfel-Vetiver-Slushy nun auf die Sommerkarte:

 

Link zu Facebook.

Mehr über PDS und den Sahyadri Spice Farmers

 

 

 

Zum PDS-Projekt gehört auch das Urwald-Reservat Kannampady, ein geschütztes Gebiet für die indigenen Ureinwohner. Hier bekommen wir allem guten Urwaldpfeffer her.
Familie Vattothu, die auch zu den Sahyadri Spice Farmers gehört, baut eher “normale” Gewürze wie Vanille, Curcuma und Ingwer an.

 

 

 

 

 

Politische Lindenblütenaktion

Lindenblütentee aus Wildsammlung mit konventioneller Auslobung und deklariertem Glyphosatgehalt

 

Ein Aufruf an die Politik und Bio-Warnstreik zugleich: Dämmt die Ackergifte der konventionellen Agrochemie ein!

 

 

 

 

“Seit ca. 2013 beobachten wir eine zunehmend beunruhigende Kontamination unserer Bio-Kräuter und –Gewürze mit Pestiziden, die aus der Agroindustrie in die Umwelt und dann in die Bio-Felder gelangen.”

 

Das bekannteste Pestizid: Glyphosat

Pestizide werden mittels Nanotechnologie immer volatiler konstruiert. Sie verbreiten sich durch Klimawandel-Phänomene unkontrollierter, und verteilen sich durch Wind, Staub, Regen und Überschwemmungswasser weiträumiger in der Natur, als zuvor angenommen. Der Pestizideinsatz steigt ungehemmt weiter. Unser Beispiel Glyphosat wird inzwischen im menschlichen Urin, Blut und Muttermilch gemessen. Ein Unrechtsbewusstsein der Agrarindustrie und Verbandsvertreter ist kaum erkennbar. Der Einfluss deren Lobbyisten auf die Politik ist so groß wie eh und je. Der Verbraucher- und Umweltschutzaspekt wird wie gewöhnlich negiert (siehe Dieselskandal).

 

Unsere “Politische Lindenblütenaktion”

Wir bringen einen Lindenblütentee aus traditioneller Wildsammlung heraus, der als „konventionell“ deklariert wird, mit ausgewiesenem Glyphosatgehalt.
Auf dem Rücketikett verweisen wir auf die Umweltproblematik und leiten zu diesem erklärenden Text weiter.
Glyphosat ist nur eines einer Reihe von Pestiziden, die den Bio-Bauern aller Kontinente große Probleme bereiten. Wir nehmen es für unsere Aktion als Beispiel.

 

 

 

 

 

Unser politischer Aufruf

  • Unsere „Politische Lindenblütenaktion“ ist eine Aufforderung an die Politik, die Pestizide der konventionellen Agroindustrie zu bändigen, und die Bio-Landwirtschaft sowie die Verbraucher davor zu schützen.
  • Die Umwelt bzw. die Natur ist ein Allgemeingut, und nicht der Besitz Einzelner oder einer Generation. Es erfordert Mut seitens der zuständigen PolitikerInnen, den LobbyistInnen standzuhalten. Genau das erwarten wir von den zuständigen Ministerien: langfristige Werte gegen kurzfristige Interessen zu verteidigen und vor der Zerstörung zu bewahren.
  • Es sollte kein Bio-Bauer, keine Bio-Bäuerin, durch unverschuldete Belastungen die Bio-Anerkennung und evtl. die Existenz verlieren. Bio-Anbau bringt selbst keine Ackergifte ein. Er darf nicht zur Risiko-Lotterie verkommen.
  • Die Folgekosten der ausufernden Pestizideinbringung durch Großbauern wie Kleingärtnern sollen auf die Verursacher zurückgeführt und dürfen nicht der Allgemeinheit angelastet werden.
  • Wir rufen die EU-Politik dazu auf, in wissenschaftliche Untersuchungen zu investieren und Kataster der Pestizidkontaminationen in den Mitgliedsländern zu erstellen.
  • Wir wünschen uns weltweite Gremien (z.B. an die UN oder an Wirtschaftsgipfel angebunden), die gemeinsam am Abbau des Chemikalieneinsatzes in der Landwirtschaft arbeiten. Dazu gehört ein Einsatz der Politik, der nationale Interessen überwindet. Genauso, wie es eine WHO und eine UNICEF gibt, brauchen wir auch ein Bodenhilfswerk.

 

Hintergrund

Das Pestizid-Grundrauschen hat unsere Linde erreicht. Die Glyphosat-Belastung der Blüten ist bei der 2017er Ernte aus verschiedenen Regionen Kroatiens im Durchschnitt bei 0,03 mg/kg analysiert worden. In Bulgarien und Ungarn wurden ähnliche bis höhere Werte gemessen. Die französische Ernte aus der berühmten Lindenblüten-Region Drôme war komplett ausgefallen, auch, weil die Toleranzwerte der französischen Behörden bezüglich der EU-Bio-VO restriktiver ausgelegt werden.

Wir befürchten, dass in ca. 2 Jahren die Lindenblüten wegen der kumulierenden Belastung aus der Bio-Verordnung herausfallen könnten. Die Linde ist unser Kulturbaum, Thing-Baum, Dorfplatzbaum, und fast jeder kann sich sofort den süßen, edlen Duft vorstellen, den sie Ende Mai/Juni so großzügig verströmt. Der wohltuende, wärmende Tee begleitet uns seit Jahrhunderten, belegt durch die Kräuterbücher seit Erfíndung des Buchdrucks. Die schockierende Vorstellung, dass es wegen der konventionellen Ackergifte im Bioladen keinen Lindenblütentee mehr gibt, könnte bald zur Realität werden.

Bei der Linde erfolgt die Kontamination mit größter Wahrscheinlichkeit durch den Regen. Glyphosat ist stark wasserlöslich. Vor der Lindenblüte waren bereits Löwenzahn, Schachtelhalm, wilder Hopfen und weitere bekannte, volksheilkundliche Pflanzen aus biozertifizierter Wildsammlung für den Bio-Bereich ausgefallen. Diese Pflanzen werden gerne wegen ihrer entgiftenden und reinigenden Wirkung in unseren traditionellen Frühlingstees verwendet. Genauso reinigen sie offensichtlich die Böden von den Kontaminationen der Agroindustrie, z.B. nach Regen und Überschwemmung und nehmen Ackergifte auf.

 

Komplikation EU-Bio-Verordnung

Die neue EU-Bio-Verordnung soll ab 2021 gelten, ist noch nicht verabschiedet, und es fehlen natürlich auch noch die europäischen und nationalen Durchführungsbestimmungen. Als sicher gilt, dass sie weiter prozessorientiert bleibt – also nicht der Laborwert entscheidet, ob etwas bio ist, sondern ob die Bio-Landwirte alles richtig gemacht haben.

Jetzige Situation: Zwar ist allen bewusst, dass die globale Umweltverschmutzung mit Pestiziden sich in Bioprodukten wiederspiegelt, aber die Auslegungen sind innerhalb der EU und auch innerhalb der deutschen Bundesländer ein Flickenteppich.

Mit unserer Aktion wollen wir auf das Ausmaß der Belastungen von Biofeldern oder Sammelgebieten durch Ackergifte der konventionellen Landwirtschaft aufmerksam machen.

Die Analysekosten steigen für Bio-Betriebe immens – und der Ausgang von Analysen wird unberechenbarer. Dabei arbeiten wir mit sehr langjährigen Partnern, die wir über viele Jahre analytisch schon beobachtet haben. Plötzlich wird verstärkt in der Umgebung abgeholzt, plus Extremwetter-Situationen, wo im konventionellen Bereich mehr Spritzmittel gebraucht werden, plus Anbau für Biosprit – wo alle Schranken fallen, da kein Lebensmittel.
Das passiert überall: in Argentinien, in den Balkanländern, aber auch in Brandenburg.
Wir melden dann die Kontaminationen an unsere Bio-Kontrollstelle, die sie bei Klärungsbedarf an unsere NRW-Landesbehörde weitermeldet. Die Ware ist bis zur behördlichen Freigabe mindestens 3 Monate, in der Regeln 6 Monate und länger, gesperrt. Die finanzielle Belastung und die drohende Deklassifizierung kann Betriebe gefährden.

Bei Produkten mit „Verarbeitungsfaktor“ (Trocknungsfaktor) wie Gewürze, Kräuter und Trockenfrüchten ist das Umweltproblem schneller sichtbar. Grenzwerte beziehen sich auf die frische Pflanze auf dem Feld. Dort ist in der Regel bei Bioprodukten nichts nachweisbar. Nach der Trocknung ist alles 4 – 10 mal konzentrierter durch den Wasserentzug, auch Pestizidkontaminationen sind nun analytisch messbar.

 

Nulltoleranz bei Bio-Produkten?

Null Rückstand bei Bioprodukten – eine wünschenswerte Vorstellung, die heute erst recht nicht mehr der landwirtschaftlichen Realität entspricht. Schon ab den früher 80er Jahren hat die Biobranche mit entsprechenden Aktionen auf ubiquitäre Belastungen hingewiesen, obwohl die Analytik damals bei weitem noch nicht auf dem heutigen Stand war. Deren Technik und Software hat sich parallel zum – und bedingt durch – den weiterentwickelten Pestizidseinsatz ebenfalls entwickelt, so ähnlich wie Fahrradschlösser und Fahrraddiebstahl sich gegenseitig in der Entwicklung ihrer Fertigkeiten antreiben.

Im Vorgriff auf die neue EU-Bio-Verordnung akzeptieren einige EU-Mitgliedsländer bereits seit 1 – 2 Jahren keinerlei Kontaminationsrückstände mehr bei Bio-Produkten. Dorthin ist kaum noch ein Export von Bio-Gewürzen möglich.

 

Zur Einordnung von Mess- und Grenzwerten:

Bei der Bewertung eines Bio-Produkts ist der BNN-Orientierungswert bzw. die Nachweisgrenze hilfreich: Liegt die gemessene Belastung nicht höher als 0,01 mg/kg bezogen auf die Frischpflanze, geht man von einer ubiquitären Belastung aus. Darüber löst man einen Cross Check aus – es wird noch mal geprüft, ob ein Fehler oder Betrug vorliegt. (Das System wird von unserem Branchenverband BNN ständig weiterentwickelt und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst.)

In Deutschland wird die Nachweisgrenze 0,01 von einigen Bundesländern so akzeptiert, andere sperren dann bereits die Ware oder tolerieren nicht die Trocknungsfaktoren. Einige EU-Mitgliedsländer haben in ihrer Interpretation der Verordnung eine Null-Toleranz für Rückstände bei Bioware, der Export dorthin wird gerade bei Gewürzen zum Bumerang.

Zu unserem Beispiel Lindenblüte mit ca. 0,03 mg/kg Glyphosat: Wegen des Trockungsfaktors wird der Wert für die Bewertung durch 4 geteilt, und dann noch mal durch 2 für eine typische Messunsicherheit von 50%, das wären 0,00375mg/kg für die frische Pflanze.
Wer weiterrechnen möchte: für 1l Tee benötigt man 10g getrocknete Droge – in unserem Beispiel würde man mit dem Liter Tee insgesamt 0,0003 mg Glyphosat aufnehmen.

Der gesetzliche Rückstandshöchstwert für Glyphosat in Tee und Kräutertee, der auch für Bioprodukte gilt, ist 2mg/kg.  Die Linde hat im Register der HöchstmengenVO für Glyphosat sogar einen eigenen Eintrag, obwohl es weder sinnvoll noch zielführend ist, eine Linde mit Glyphosat zu entlauben odet abzutöten. Das zeigt, dass das Kontaminationsproblem bekannt ist, und sich Lobbyisten schon für einen Grenzwert stark gemacht. Für Getreide wie Weizen liegt der Höchstwert sogar bei 10 mg/kg, für Gerste und Hafer bei 20mg/kg, da das Pestizid typischerweise zur Abtötung des Ernteguts zur leichteren Ab-Ernte angewendet werden darf (Siccation). Interessanterweise ist der zulässige Höchstwert bei wildgesammelten Pilzen bei 50mg/kg. Für sonstige pflanzliche Lebensmittel ist er 0,1 mg/kg. Solche Höchstwerte werden auch unter Machbarkeitsaspekten erstellt, und wir erwarten, dass sie in nächster Zeit sukzessive hochgesetzt werden.

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir hier auch noch den Daily Intake. Die europäische Behörde EFSA sowie das deutsche BfR empfehlen eine duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) von höchstens 0,5 mg/kg Körpergewicht, das wären für eine Person, die 60 kg wiegt, bis zu 30 mg Glyphosat pro Tag.

 

Wer sich in die komplexe Materie vertiefen möchten, findet viele weitere Informationen auf der Website http://www.panna.org/ (USA) oder http://www.pan-germany.org/ (Pesticide Action Network Deutschland)

 

Heinz Gasper und  Ursula Stübner

 

Foto: Lindenblüten-SammlerInnen in Kroatien © Terra Magnifica

Biofach 2018

BioFach 2018 – Bericht

 

Ein Heuschrecke-Bericht über die BioFach und TOSF-Konferenz

 

Unser Biofach-Stand in vollem Glanz

 

 

Leitthemen

 

Diese BioFach-Messe (die 29ste, wir waren auf fast allen dabei) war ein kleines bisschen anders. Es ging weniger um noch ein neues Convenience-Bioprodukt, noch eine Innovation, sondern um Zukunft. Die neue, junge Bio-Generation war Thema, z.B. Start-Ups, Trainee-Manifest, oder die zweite Generation, die jetzt gerade die Betriebe der Eltern übernimmt. Zweites Leitthema war die Saatgut- und Tierzuchtforschung.

Im weltweiten Wettlauf um Rohstoffe und Lebensmittelumsatz ist deutlich ein Umbruchpunkt für die altbekannte Biobewegung erkennbar: Schafft die Bio-Branche es, ihr Leitbild für eine gesunde Umwelt für alle – ohne Pestizide – weiterhin mit Kraft zu durchzusetzen? Oder sind die Regierungen, die an den Stellschrauben sitzen, durch die vielen anderen Probleme so getrieben, dass es ein Roll-Back im Umweltschutz gibt – so scheint es jedenfalls zur Zeit.

 

Neuprodukt 1: Eine mildere Chili aus Tansania
Neuprodukt 2: Extrem scharfe Bird’s Eye – Chili aus Uganda

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BioFach und Politik

 

Kurz vor der Messe hatte der amtierende Bundeslandwirtschaftsminister die Weiterzulassung des prominentesten Ackergiftes Glyphosat ermöglicht (siehe auch unsere kleine Twitterkampagne – wir berichteten).

Auf der BioFach durften wir unsere NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze-Föcking kennenlernen, die aus der konventionellen Tiermast-Landwirtschaft kommt (Westfalen – Gülleland), eine zugewandte und freundliche Politikerin, die hoffentlich durch die BioFach-Messe einen besseren Zugang zur ökologischen Landwirtschaft gewinnt.

Bioland-Chef Plagge forderte passend auf der Messe von der Politik ein bundesweites Kataster für Pestizidbelastungen. Wir würden ergänzen: europaweit. Die unverschuldeten Pestizidkontaminationen aus der konventionellen Agroindustrie bedeuten für viele Bio-Rohstoffe die Deklassifizierung. Die neue Bioverordnung ist so angelegt, dass das Problem durch Meldepflicht geringster Kontaminationsspuren und direkter Sperrung eher verschärft wird. Während Pestizide weiter boomen, wird der Bio-Anbau oder die biozertifizierte Wildsammlung immer mehr zum Risiko für die Bauern.

Jetzt noch mal von Beginn.

Für uns beginnt die Messe bereits Montags mit dem Standaufbau.

Dienstags findet dann traditionell unsere Konferenz „Trust Organic Small Farmers“ (TOSF) statt. TOSF ist eine Initiative von Kleinbauernprojekten aus z.Zt. Indien (PDS, TPI), Sri Lanka (SOFA) und Südafrika (Wupperthal Cooperative), sowie gleichgesinnten Importeuren und Händlern aus verschiedenen Ländern. Den größten Teil der Konferenz nimmt ein Sharing ein: Jedes Projekt und Unternehmen erzählt aus dem vergangenen Jahr, über Neuerungen, Änderungen, und auch über Probleme aller Art. Die Offenheit und das Vertrauensverhältnis in dieser Gruppe ist in dieser Hinsicht wirklich etwas Besonderes und eine Chance.

 

Teefelder nach mehrmonatigem Streik in Darjeeling 2017
Gautam schreibt: “In these pictures what you see are weeds that have overtaken the tea fields. So whatever overgrowth or green matter you see in these pictures has tea bushes underneath.”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die „Trust Organic Small Farmers” – Konferenz

 

Von Links: Unsere französischen Kolleginnen Arlette und Aurelie, Father Jilson (PDS), Praveen, Ashwini und Gautam (TPI),

 

Dieses Jahr war es die 12. Konferenz. Ging es in den ersten Jahren noch darum, Kleinbauernprojekte überhaupt erst bekannter zu machen, nahmen uns die Weltagrarberichte Nr.1 und Nr.2, sowie der Welthungerbericht dann diese Arbeit ab. Diese wissenschaftlichen Berichte zeigen, dass die zukünftige Welternährung nur durch Bio-Kleinbauernlandwirtschaft gesichert wird, denn die Agro-Industrie wird langfristig die Ressourcen Land und Wasser eher zerstören um kurzfristig Profite einzufahren. Die Kosten werden sozialisiert und künftige Generationen daran zu tragen haben.

Wupperthal Original Rooibush Cooperative: Salome aus dem Vorstand mit einer jungen Kollegin, und Berater Bennie

Ab ca. 2013 wurde mit feineren Labormethoden erstmals das Ausmaß der Umweltverseuchung durch Pestizide und weitere Stoffe (z.B. MOSH/MOAH) sichtbar. Manche Stoffe wie Glyphosat konnten erst ab da standardmäßig überhaupt erfasst werden.

Die unbeabsichtigten Pestizidkontaminationen bei Bio-Ware war auf vielen und auch dieser Konferenz ein großes Thema. Seit der Konferenz 2015 können die Projekte konkret über die Auswirkungen des Klimawandels berichten. Die Temperaturkurven des Tages verschieben sich, was neue Pilzkrankheiten mit sich bringt. Die Erntezeitpunkte fallen plötzlich in den Monsun, auch das ist gefährlich für die Qualität der Ware. In anderen Ländern bringt die Trockenheit die langjährigen Sträucher zum Absterben, so bei

Ritual: Nach der Eröffnungsrede der Chairwoman (Ursula) folgt das Sharing:
Von Links: Gautam (TPI, Indien), HeiDi und Ursula (Heuschrecke), Sunil (PDS, Indien), Bernard (Präsident SOFA, Sri Lanka), Claudio (Altromercato, Italien)

Rooibusch oder auch bei Tee – ein Anblick, der einem die Tränen in die Augen treiben kann. Im konventionellen Umfeld wird dann z.T. wie verrückt gespritzt, um der neuen Bedingungen Herr zu werden, das driftet wiederum verstärkt in die Ökofelder.

Unsere Projektpartner wünschen sich mehr Forschung für natürliche Pflanzenschutzmittel, die in der Biolandwirtschaft eingesetzt werden können. Letzten Endes würde das allen nutzen (he, Bayer, Paradigmenwechsel …).

Das andere Thema, was die Kleinbauernprojekte bewegt, ist der fehlende Nachwuchs. Die jungen Leute zieht es in die Stadt. Wie überall auf der Welt hat der Beruf Bauer viel zu wenig Wertschätzung. Ein größerer Teil der Investitionen geht daher in Schulungen und fachliche Begleitung der Mitglieds-Bauern.

Jormon von PDS aus Indien , und Frederica aus Südafrika – beide sorgen dafür, dass die Container gut bei uns ankommen.

Gautam von TPI (Darjeeling-Tee) berichtet noch einmal über die Auswirkungen des Streiks. Es war im Grunde ein Drama: Die Gurkhas waren nach 6 Monaten politischen Streiks, ohne jegliche Einkünfte, regelrecht ausgehungert. Das politische Problem ist leider nicht gelöst. Die Teefelder verwandelten sich in einen Dschungel, und es brauchte mehrere Monate, die Felder wieder zu bearbeiten, das Unkraut herauszuhacken und die Teesträucher – fast Bäume jetzt – in mehreren Stufen wieder zu beschneiden. Für die Pflanzen war es wohl die längste Ruhepause ihres Lebens, es gab 2017 nur 10% Ernte, der Streik hatte tragischerweise keine Ergebnisse, und so brodelt es weiter in Darjeeling. Die Ernte 2018 wird ebenfalls noch knapp und deutlich teurer ausfallen.

In einer lebhaften Diskussion wurde die Zukunft von Kleinbauernprojekten eher skeptisch gesehen. Der politische Wille, diese kleinteilige Art von Landwirtschaft wirklich zu erhalten, fehlt sowohl in Europa, als auch in anderen Erdteilen. Typischer ist, wie Gautam konstatierte, ein besorgniserregendes Level an Konzentration auf der ganzen Welt, nur ein aktuelles Beispiel: Whole Food und Amazon.

 

 

 

 

 

Die Messe

 

Eins dieser interessanten Zusammentreffen : Severijn von Het blauwe Huis in Holland, unsere NRW – Landwirtschaftsministerin Schulze -Föcking, wir von der Heuschrecke, und unser Vanillepartner aus Madagaskar.

 

 

Mittwoch dann der Messe-Beginn. Dienstag noch Baustelle, erscheinen Hallen, Stände und Menschen nun in strahlendem Glanz. Samstag Abend ist innerhalb von 15 Minuten der Glamour wieder rückabgewickelt … jedes Mal ein Faszinosum.

Als Neuheit stellten wir ein kleines Chili-Programm vor, in 2 verschiedenen Schärfegraden jeweils Chili ganz, Chili crushed, und Cayenne gemahlen. Bei Pfeffer gibt es ja schon längst ein ausgefeiltes Spezialitäten-Programm. Wir möchten nun gerne im Chili-Sortiment auch mehr in die Tiefe gehen.

Messe-Begegnung: Guszti und Werner. Beide sorgen dafür dass wir unseren hervorragenden ungarischen Paprika bekommen.

Außerdem gab es neue Tees bei uns, darunter endlich Stevia-Blatttee, der erst seit gut einem halben Jahr erlaubt ist (Novel-Food-Bürokratie).

Die BioFach-Messe hat für uns immer etwas Festliches. Wir treffen natürlich unsere Kunden und sprechen nicht nur über Ökobusiness – manche kennen wir bisher nur vom Telefon. Es wird philosophiert, politisiert und rumgesponnen.

Unsere Lieferanten kommen z.T. über 10.000km angereist, auch eine Freude, sie zu sehen. Viel geht um Vernetzung: A und B zusammenzubringen und etwas sinnvoll Neues daraus erwachsen zu lassen. Es gibt manchmal schon sehr verrückte Situationen, wenn am Stand zufällig Menschen zusammentreffen, die sonst nie im Leben zusammenkämen.

Dieses Jahr war es nach unserem Eindruck die erste BioFach, wo wir mehr Englisch als Deutsch gesprochen haben, und etwa 50:50 Lieferantenanfragen und Kundenanfragen betreut haben. Es gab schon immer die Scharen von allen möglichen Verkäufern, die zwischen den Kunden Zeit erhaschen wollen – dieses Jahr war es noch mehr, auch Bauern sind dabei. In manchen Jahren spiegeln die Bauernanfragen die politischen Situationen wieder – vor ca. 4 Jahren waren es auffallend viele portugiesische junge Menschen, die aus den Städten zurück auf das Land der Vorfahren wollten. Auf der Messe möchten sie herausbekommen, welche Kräuter oder Gewürze gerade gefragt sind. Im Folgejahr waren es junge Griechen. Dieses Jahr einige aus dem Hunsrück (vielleicht bekommen wir in ein/zwei Jahren Cannabistee aus dem Hunsrück). In diesen Gesprächen warnen wir mittlerweile davor, einfach etwas nach Mode-Wellen anzubauen. Das wichtigste ist, herauszubekommen, was auf dem eigenen Boden gut (traditionell) und sicher wächst. Sonst scheitert das Neubauernprojekt nach wenigen Jahren.

Eine schöne Innovation: Orangenwein, zufällig gefunden.

Es ist gut, dass auch die Kontrollstellen (und Labore) auf den Messen vertreten sind. Dann ist z.B. eine Konferenz wegen unverschuldeter kontaminierter Mate mit Glyphosat (Klimawandel-Problem, Wald-Raubbau, konv. Monokulturen) zwischen unserer Kontrollstelle, der argentinischen Kontrollstelle, uns und dem argentinischen Anbauer möglich. Es gibt natürlich formale Wege, die Monate und Monate dauern, um die Bio-Qualität trotz Kontamination zu bestätigen, aber auch viele Fallstricke, um sich im Bürokratiedschungel aufzuhängen. Doch letztes Endes darf nach bisheriger Gesetzgebung ein Bioprodukt nicht seine Anerkennung verlieren, wenn der Bauer keine Fehler gemacht hat. Die persönlichen Gespräche bauen zumindest die kulturellen Hürden ab, was nicht zu unterschätzen ist.

Die interessantesten Produkte dieses Jahr auf der Messe – unsere kleine Heuschrecke – Auswahl:

  1. Orangenwein aus Katalonien, professionell gekeltert aus Orangen. Riecht wie ein frischer Sommerweißwein, und schmeckt erst im Abgang nach Orangen, sehr fein beschwingt. Also wirklich ein Wein.

  2. Eine schwarze Cardamom-Varietät aus Vietnam, eine Sorte groß wie eine große Muskatnuss und auch so glatt – zum Verwechseln. Im Geschmack fast parfümartig aromatisch mit einer interessanten, spritzigen Schärfe.

 

Messe-Ende: Glanz und Gloria für dieses Mal vorbei.

 

 

Die Messe – Abende

 

Mittwochs abends ist immer der große Empfang des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), unserem Branchenverband. Hier treffen wir die anderen Verbandsmitglieder, andere Bio-Verbände und auch Politiker sind dort eingeladen. Manche Menschen kennt man seit 40 Jahren …

Donnerstags findet ein langer Abend der Messe statt. Unternehmen aller Nationalitäten laden zur Stand-Party ein, ein Flanieren durch die Hallen, sogar mit Tanz bei sehr lauter Live-Musik.
Freitag abends haben wir einen fast historisch zu nennenden Termin. Wir gehen immer zum gleichen Italiener essen, mit unseren Freunden von den Kräuterbetrieben Het Blauwe Huis aus Holland und Herbier du Diois, gegründet vom Amsterdamer Ton Vink in Frankreich. Vor über 35 Jahren fing unsere Zusammenarbeit mit diesen beiden Betrieben an.

Am Samstag gibt es seit 3 Jahren eine neue Tradition: nach dem Messe-Abbau chillen wir gemeinsam mit unseren Kleinbauernpartnern von TOSF beim Thailänder. Es kommen 4 Kontinente und 5-6 Länder am Tisch zusammen. Jecke Gespräche kommen in dieser Runde auf, dieses Jahr über Darwins Evolutionstheorie (ein Bauernberater outet sich als Kreationist – schwerer Posttruth-Tobak mit unserem limitiertem Englisch-Wortschatz …) und extraterrestrischem Leben, über die Relativitätstheorie und der Unendlichkeitszahl Pi, die beide zuerst in Indien entdeckt worden sein sollen … ein entspannt-angeregter Messeausklang.

 

Chillen nach der Messe in trauter Runde mit unseren Trust Organic Small Farmers Kollegen.

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

 

Biofach und unsere Twitterkampagne

Twitterkampagne 2018 – Biofach, Schmidt und Glyphosat

 

 

Unsere wohl kleinste Twitterkampagne geht nun zuende.

Wir hatten berichtet: Wir wollten anregen, dass dieses Jahr Umweltministerin Barbara Hendricks die BioFach-Messe eröffnet, und nicht wie üblich der Bundeslandwirtschaftsminister. Denn Christian Schmidt war im November 2017 dafür verantwortlich, dass die Glyphosat-Zulassung in der EU erneuert werden konnte – entgegen deutscher Regierungsabsprache.

Kleiner Erfolg unserer Kampagne: Christian Schmidt eröffnet nicht die Biofach. Leider aber auch nicht unsere verehrte Umweltministerin Barbara Hendricks, die sich sehr für das Glyphosat-Verbot eingesetzt hatte.

 

 

Das Problem: Glyphosat kann zum Sargnagel für Bio werden. Das Grundrauschen, egal ob in Brandenburg, auf dem Balkan oder in Südamerika ist schon so hoch, dass vielen Ökofeldern das Schicksal droht, ihre Bio-Anerkennung zu verlieren.

 

 

Am 9. Januar hatten wir, nachdem wir auf anderen Wegen kein Gehör fanden, angefangen zu twittern – wie man das eben so tut. Jeden Tag einen intelligenten Spruch zu Fakten rund um Glyphosat. Nun, mit der Zeit verselbstständigte sich diese Routine – da sich auch nichts tat und alle klugen Argumente auf dem Tisch lagen – und wandelte sich unmerklich um in eine kölsche Twitter-Soap mit den Protagonisten Bärbelche und Chris, die heute zu Ende geht. Vielleicht gibt es ja eine zweite Staffel.

 

 

 

 

Hier die letzten 3 Folgen:

 

„… Dä Markus hät Schiss, dat hä de Wahl nit jewinnt un schick dä Onko op de Meß. Ov dat d’r Bauernbande schmeck oder nit, et Jlüfosat jeiht d’r Bach erav. Un Jott sproch: ich han doch nit 7 Dag all esu staats jemaach, domet Ehr et met dä Spritzerei en d’r Tonn kloppt.

 

Un d’r leeve Jott sproch : „Ich sage üch, e neu Arche moot her, domet dat beßje Levve op d’r Ääd üvverlevt.“ Dä Chris quittiert tirek d’r Job un missioniert de Bauernbande. Un wann se nit jestorve sin, dann levve se noch hück.

 

 

De Arche is fädich, un Jott well jrad met dä Sintflut lossläje. Do sät dä Chris: Momang, m’r han kin Platz mieh för de Insekte un Vüjel un et Jröns. De janze Politiker un Bonze han all Plätz jeboch. Jott sät: Määt nix. Dann maache ich us däm Scheff a Raumscheff zom Mars.”

 

Die ganze Twittergeschichte kann auf unserem Twitterprofil nachgelesen werden.

 

 

Wir freuen uns jetzt erst mal auf eine anregende BioFach-Messe. Es tut gut, seinen Betrieb mal von außerhalb zu betrachten. Montag und Dienstag ist bereits Aufbau in Nürnberg, Dienstag abend ist wie jedes Jahr unsere Kleinbauernkonferenz TOSF, und am Mittwoch geht’s dann los mit der Messe. Es ist immer auch wie ein Fest: wir werden viele liebenswerte Kunden und Lieferanten, auch von ganz weit her, wiedersehen.

 

Jahresanzeige 2018

Jahres-Anzeigenthema 2018: Illusion? Nein, Bio!

 

Wir überlegen uns jedes Jahr in unserer Anzeigenplanung, ob wir konkrete Produkte bewerben, oder auf die Metaebene gehen wollen. Bei einem Sortiment von fast 1000 Sorten entscheiden wir uns meistens für ein Metathema, das wir gerne hervorheben möchten.

 

 

2017 war biomäßig zäh wie Kaugummi – es gab viele Ausfälle bei Bio-Ware durch unbeabsichtigte Kontaminationen aus der konventionellen Agroindustrie, die die BNN-Orientierungswerte überschreiten können.

Klimawandelphänomene plus Nano-Spritzmittel plus Raubbau von Waldgebieten (Schutzwälle fehlen) auf der ganzen Welt machen das Problem für Einzelbauern nicht mehr handhabbar. Leider wird genau das durch die neue EU-Bio-Verordnung den EndverbraucherInnen vorgegaukelt. Doch Bio-Landwirtschaft kann immer nur ein Versprechen an die Zukunft sein.

Besonders Produkte mit Trocknungsfaktor wie Gewürze, Kräuter, Tee und Trockenfrüchte, wo eine Belastung beim Frischprodukt unter der Nachweisgrenze, aber nach der Verarbeitung zwischen 0,01 und 0,08 mg/kg liegen kann, sind prädestiniert für Behördensperrungen, die die neue Verordnung mit sich bringen kann.

 

 

 

Weiterhin viele Ausfälle durch Kontaminationen (durch die Luft und Wasser / Überschwemmungen) bei Bio-Wildsammlung, und die Erkenntnis, dass auch in Erdteilen, die wir als „sicherer“ eingeschätzt hatten, die Glyphosatanwender zusammen mit den Abholzern wüten. Die Umweltbelastung scheint sich von einem auf das andere Jahr deutlich zu verschlimmern. Das Bangen um eine vernünftige EU-Bio-Verordnung. Die Unwissenheit der VerbraucherInnen um das Ausmaß der Umweltverseuchung durch die Agrochemie und die Erwartung, dass Bio aus einer idyllischen Glasglocke kommen soll.

 

 

 

Den letzten Anstoß gab uns dann der ungenierte Glyphosat-Lobbyismus, und die verpasste Chance, die Weiterzulassung zu verhindern. Der ungenierte ministerielle Glyphosat-Lobbyismus lässt befürchten, dass in den nächsten Jahren kleinere Bio-Bauern das Handtuch werfen und am anderen Ende der Skala das Wildern (organic-land-grabbing) nach „Virgin Land“ erfolgen könnte. Die kürzliche, stolze Präsentation der hiesigen 200 Mio EUR-Pestizidentwicklungs-Versuchsanlage, perverser Weise Pflanzenschutz genannt, lässt aus unserer Sicht nichts Gutes für die Zukunft ahnen.

Das Thema ist also einfach Bio!

Wir haben das Anzeigenthema wieder in drei Versionen (mit drei unserer Bauernpartner) gestaltet, mit der Aussage, dass letztendlich nur die Bio-Landwirtschaft auch zukunftsfähig ist (keine Illusion, sondern wissenschaftlich begründet in den Weltagrarberichten 1 und 2, und dem Welthungerbericht). Die vorgestellten Bio-Anbauer sind: Urwaldprojekt Kannampady innerhalb der Sahyadri Spice Farmers in Kerala, der Biolandhof Tannenhof in Nordhessen und die Dorfkooperative Sanjukta Vikash in der schön verwunschenen Darjeeling-Region Mineral Spring.

 

 

Alles Gute wünschen Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner

 

Heuschrecke-Web im neuen Gewand

Gemerkt? Unsere neue Website.

 

Zum Ende dieses Jahres haben wir nochmal richtig umgestellt. Zwischen der Planung von Messen, der bevorstehenden Inventur und dem Weihnachtsstress konnten wir es uns nicht nehmen lassen, unsere Website auf ein neues System mit neuem Design umzustellen!

 

Es hat einiger Planung, immer wieder Absprache über E-Mails, hin und wieder mal darüber schlafen und Fleißarbeit und viel guten Tees bedurft, aber jetzt sind wir zufrieden mit der neuen Seite.

 

 

Warum eigentlich das Ganze?

 

Unsere alte Website und das zugrunde liegende System waren mittlerweile etwas veraltet.
Das Design entspricht nicht mehr ganz dem, was heute als schick und benutzerfreundlich (intuitiv) gilt, wir konnten nur die kleineren Bilder verwenden und und und. Das alte System machte es mitunter schwierig oder langatmig, viele Bilder zu verwalten und neue Beiträge zu erstellen. All das haben wir versucht zu lösen.

 

 

Und was ist neu?

 

Vieles kann man schon herausfinden, wenn man sich die neue Website einfach mal anschaut. Wir haben versucht, einige Änderungen durchzuführen, aber auch nicht vollkommen neu aufzutreten. Wir wollten das vertraute und durchaus schöne Design beibehalten, dass man sich nicht vollkommen verloren fühlt, und unser schönes Farbschema wollten wir uns auch nicht nehmen lassen. Und natürlich sollte auch der erzählerische, fast journalistische Heuschrecke-Stil bleiben.

 

Navigation

Die blaue Navigationsleiste hat eine kleine Wanderung unternommen und befindet sich jetzt oben. Damit hat sich auch die allgemeine Navigation verändert. Waren es früher nur einzelne Links, die dann auf Unterseiten mit unseren “Akkordeons” führten, sind es jetzt gleich mehrere Links, die man über die Leiste finde kann. Das soll das Ganze für Sie etwas vereinfachen. Dazu kommen noch blaue weiterführende Links, die auf weitere Informationen zu dem Thema verweisen.

 

Mehr Platz

Wir haben unserer neuen Seite deutlich mehr Platz gegeben. Es gibt jetzt zu den Seiten hin Freiräume, die Schriftgröße haben wir deutlich größer gewählt und mit der Abschaffung des Akkordeons sind die Seiten fokussierter und angenehmer zu lesen. Generell soll so die Seite angenehmer für Sie als LeserIn werden!

 

Blog

Den alten Blog konnten wir leider nicht komplett mit umziehen. Trotzdem konnten wir dieses historisch-wertvolle Gut nicht einfach aufgeben. Sie finden nun dorthin über den Navigationspunkt Blog →  Archiv.Beiträge 2009 – 2017. Dort ist noch alles wie beim Alten und unterstützt somit ganz unbeabsichtigt das Gefühl einer historischen Zeitkapsel.

Der neue Blog ist ganz in der Nähe zu finden. Wir haben unter Blog erstmal 2 Unterkategorien angelegt, die auf die Kategorien verweisen. Wie gewohnt ist der Blog aber auch noch durch den roten Kasten zugänglich. In den neuen Blogbeiträgen können sie sich auf größere Bilder freuen, gepaart mit angenehmerer Schrift und mehr Raum. So sollte das Blog-Lesen hoffentlich NOCH mehr Spaß machen.

 

Das beschließt die Änderungen im Groben. Hier und da werden Sie noch kleine Unterschiede feststellen. Alle alten Inhalte werden Sie auch hier finden. Im Zweifelsfall ist die Suchfunktion oben rechts auch jetzt noch ein guter Helfer. Ansonsten laden wir Sie ein, einfach mal ein bisschen zu stöbern, zu schauen und hoffentlich zu genießen.
Die jetzt allseits propagierte Verschlüsselung – obwohl ohne Shop und Aufnahme von Kundendaten nicht unbedingt notwendig – wird im Frühjahr folgen, dann werden wir ein gutes Modell dafür haben.
Bei Fragen und Anregungen erreichen Sie uns wie gewohnt,  natürlich über die Kommentarfunktion und auf den einschlägigen “Social Media” Seiten!

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf der neuen Seite und ein schönes Weihnachtsfest, ein schönes Hanukkah-Ende oder einfach nur ein paar schöne Tage!

 

Bis bald,

 

Eure Heuschrecken  und Joshua Stübner