Politische Lindenblütenaktion

Lindenblütentee aus Wildsammlung mit konventioneller Auslobung und deklariertem Glyphosatgehalt

 

Ein Aufruf an die Politik und Bio-Warnstreik zugleich: Dämmt die Ackergifte der konventionellen Agrochemie ein!

 

 

 

 

“Seit ca. 2013 beobachten wir eine zunehmend beunruhigende Kontamination unserer Bio-Kräuter und –Gewürze mit Pestiziden, die aus der Agroindustrie in die Umwelt und dann in die Bio-Felder gelangen.”

 

Das bekannteste Pestizid: Glyphosat

Pestizide werden mittels Nanotechnologie immer volatiler konstruiert. Sie verbreiten sich durch Klimawandel-Phänomene unkontrollierter, und verteilen sich durch Wind, Staub, Regen und Überschwemmungswasser weiträumiger in der Natur, als zuvor angenommen. Der Pestizideinsatz steigt ungehemmt weiter. Unser Beispiel Glyphosat wird inzwischen im menschlichen Urin, Blut und Muttermilch gemessen. Ein Unrechtsbewusstsein der Agrarindustrie und Verbandsvertreter ist kaum erkennbar. Der Einfluss deren Lobbyisten auf die Politik ist so groß wie eh und je. Der Verbraucher- und Umweltschutzaspekt wird wie gewöhnlich negiert (siehe Dieselskandal).

 

Unsere “Politische Lindenblütenaktion”

Wir bringen einen Lindenblütentee aus traditioneller Wildsammlung heraus, der als „konventionell“ deklariert wird, mit ausgewiesenem Glyphosatgehalt.
Auf dem Rücketikett verweisen wir auf die Umweltproblematik und leiten zu diesem erklärenden Text weiter.
Glyphosat ist nur eines einer Reihe von Pestiziden, die den Bio-Bauern aller Kontinente große Probleme bereiten. Wir nehmen es für unsere Aktion als Beispiel.

 

 

 

 

 

Unser politischer Aufruf

  • Unsere „Politische Lindenblütenaktion“ ist eine Aufforderung an die Politik, die Pestizide der konventionellen Agroindustrie zu bändigen, und die Bio-Landwirtschaft sowie die Verbraucher davor zu schützen.
  • Die Umwelt bzw. die Natur ist ein Allgemeingut, und nicht der Besitz Einzelner oder einer Generation. Es erfordert Mut seitens der zuständigen PolitikerInnen, den LobbyistInnen standzuhalten. Genau das erwarten wir von den zuständigen Ministerien: langfristige Werte gegen kurzfristige Interessen zu verteidigen und vor der Zerstörung zu bewahren.
  • Es sollte kein Bio-Bauer, keine Bio-Bäuerin, durch unverschuldete Belastungen die Bio-Anerkennung und evtl. die Existenz verlieren. Bio-Anbau bringt selbst keine Ackergifte ein. Er darf nicht zur Risiko-Lotterie verkommen.
  • Die Folgekosten der ausufernden Pestizideinbringung durch Großbauern wie Kleingärtnern sollen auf die Verursacher zurückgeführt und dürfen nicht der Allgemeinheit angelastet werden.
  • Wir rufen die EU-Politik dazu auf, in wissenschaftliche Untersuchungen zu investieren und Kataster der Pestizidkontaminationen in den Mitgliedsländern zu erstellen.
  • Wir wünschen uns weltweite Gremien (z.B. an die UN oder an Wirtschaftsgipfel angebunden), die gemeinsam am Abbau des Chemikalieneinsatzes in der Landwirtschaft arbeiten. Dazu gehört ein Einsatz der Politik, der nationale Interessen überwindet. Genauso, wie es eine WHO und eine UNICEF gibt, brauchen wir auch ein Bodenhilfswerk.

 

Hintergrund

Das Pestizid-Grundrauschen hat unsere Linde erreicht. Die Glyphosat-Belastung der Blüten ist bei der 2017er Ernte aus verschiedenen Regionen Kroatiens im Durchschnitt bei 0,03 mg/kg analysiert worden. In Bulgarien und Ungarn wurden ähnliche bis höhere Werte gemessen. Die französische Ernte aus der berühmten Lindenblüten-Region Drôme war komplett ausgefallen, auch, weil die Toleranzwerte der französischen Behörden bezüglich der EU-Bio-VO restriktiver ausgelegt werden.

Wir befürchten, dass in ca. 2 Jahren die Lindenblüten wegen der kumulierenden Belastung aus der Bio-Verordnung herausfallen könnten. Die Linde ist unser Kulturbaum, Thing-Baum, Dorfplatzbaum, und fast jeder kann sich sofort den süßen, edlen Duft vorstellen, den sie Ende Mai/Juni so großzügig verströmt. Der wohltuende, wärmende Tee begleitet uns seit Jahrhunderten, belegt durch die Kräuterbücher seit Erfíndung des Buchdrucks. Die schockierende Vorstellung, dass es wegen der konventionellen Ackergifte im Bioladen keinen Lindenblütentee mehr gibt, könnte bald zur Realität werden.

Bei der Linde erfolgt die Kontamination mit größter Wahrscheinlichkeit durch den Regen. Glyphosat ist stark wasserlöslich. Vor der Lindenblüte waren bereits Löwenzahn, Schachtelhalm, wilder Hopfen und weitere bekannte, volksheilkundliche Pflanzen aus biozertifizierter Wildsammlung für den Bio-Bereich ausgefallen. Diese Pflanzen werden gerne wegen ihrer entgiftenden und reinigenden Wirkung in unseren traditionellen Frühlingstees verwendet. Genauso reinigen sie offensichtlich die Böden von den Kontaminationen der Agroindustrie, z.B. nach Regen und Überschwemmung und nehmen Ackergifte auf.

 

Komplikation EU-Bio-Verordnung

Die neue EU-Bio-Verordnung soll ab 2021 gelten, ist noch nicht verabschiedet, und es fehlen natürlich auch noch die europäischen und nationalen Durchführungsbestimmungen. Als sicher gilt, dass sie weiter prozessorientiert bleibt – also nicht der Laborwert entscheidet, ob etwas bio ist, sondern ob die Bio-Landwirte alles richtig gemacht haben.

Jetzige Situation: Zwar ist allen bewusst, dass die globale Umweltverschmutzung mit Pestiziden sich in Bioprodukten wiederspiegelt, aber die Auslegungen sind innerhalb der EU und auch innerhalb der deutschen Bundesländer ein Flickenteppich.

Mit unserer Aktion wollen wir auf das Ausmaß der Belastungen von Biofeldern oder Sammelgebieten durch Ackergifte der konventionellen Landwirtschaft aufmerksam machen.

Die Analysekosten steigen für Bio-Betriebe immens – und der Ausgang von Analysen wird unberechenbarer. Dabei arbeiten wir mit sehr langjährigen Partnern, die wir über viele Jahre analytisch schon beobachtet haben. Plötzlich wird verstärkt in der Umgebung abgeholzt, plus Extremwetter-Situationen, wo im konventionellen Bereich mehr Spritzmittel gebraucht werden, plus Anbau für Biosprit – wo alle Schranken fallen, da kein Lebensmittel.
Das passiert überall: in Argentinien, in den Balkanländern, aber auch in Brandenburg.
Wir melden dann die Kontaminationen an unsere Bio-Kontrollstelle, die sie bei Klärungsbedarf an unsere NRW-Landesbehörde weitermeldet. Die Ware ist bis zur behördlichen Freigabe mindestens 3 Monate, in der Regeln 6 Monate und länger, gesperrt. Die finanzielle Belastung und die drohende Deklassifizierung kann Betriebe gefährden.

Bei Produkten mit „Verarbeitungsfaktor“ (Trocknungsfaktor) wie Gewürze, Kräuter und Trockenfrüchten ist das Umweltproblem schneller sichtbar. Grenzwerte beziehen sich auf die frische Pflanze auf dem Feld. Dort ist in der Regel bei Bioprodukten nichts nachweisbar. Nach der Trocknung ist alles 4 – 10 mal konzentrierter durch den Wasserentzug, auch Pestizidkontaminationen sind nun analytisch messbar.

 

Nulltoleranz bei Bio-Produkten?

Null Rückstand bei Bioprodukten – eine wünschenswerte Vorstellung, die heute erst recht nicht mehr der landwirtschaftlichen Realität entspricht. Schon ab den früher 80er Jahren hat die Biobranche mit entsprechenden Aktionen auf ubiquitäre Belastungen hingewiesen, obwohl die Analytik damals bei weitem noch nicht auf dem heutigen Stand war. Deren Technik und Software hat sich parallel zum – und bedingt durch – den weiterentwickelten Pestizidseinsatz ebenfalls entwickelt, so ähnlich wie Fahrradschlösser und Fahrraddiebstahl sich gegenseitig in der Entwicklung ihrer Fertigkeiten antreiben.

Im Vorgriff auf die neue EU-Bio-Verordnung akzeptieren einige EU-Mitgliedsländer bereits seit 1 – 2 Jahren keinerlei Kontaminationsrückstände mehr bei Bio-Produkten. Dorthin ist kaum noch ein Export von Bio-Gewürzen möglich.

 

Zur Einordnung von Mess- und Grenzwerten:

Bei der Bewertung eines Bio-Produkts ist der BNN-Orientierungswert bzw. die Nachweisgrenze hilfreich: Liegt die gemessene Belastung nicht höher als 0,01 mg/kg bezogen auf die Frischpflanze, geht man von einer ubiquitären Belastung aus. Darüber löst man einen Cross Check aus – es wird noch mal geprüft, ob ein Fehler oder Betrug vorliegt. (Das System wird von unserem Branchenverband BNN ständig weiterentwickelt und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst.)

In Deutschland wird die Nachweisgrenze 0,01 von einigen Bundesländern so akzeptiert, andere sperren dann bereits die Ware oder tolerieren nicht die Trocknungsfaktoren. Einige EU-Mitgliedsländer haben in ihrer Interpretation der Verordnung eine Null-Toleranz für Rückstände bei Bioware, der Export dorthin wird gerade bei Gewürzen zum Bumerang.

Zu unserem Beispiel Lindenblüte mit ca. 0,03 mg/kg Glyphosat: Wegen des Trockungsfaktors wird der Wert für die Bewertung durch 4 geteilt, und dann noch mal durch 2 für eine typische Messunsicherheit von 50%, das wären 0,00375mg/kg für die frische Pflanze.
Wer weiterrechnen möchte: für 1l Tee benötigt man 10g getrocknete Droge – in unserem Beispiel würde man mit dem Liter Tee insgesamt 0,0003 mg Glyphosat aufnehmen.

Der gesetzliche Rückstandshöchstwert für Glyphosat in Tee und Kräutertee, der auch für Bioprodukte gilt, ist 2mg/kg.  Die Linde hat im Register der HöchstmengenVO für Glyphosat sogar einen eigenen Eintrag, obwohl es weder sinnvoll noch zielführend ist, eine Linde mit Glyphosat zu entlauben odet abzutöten. Das zeigt, dass das Kontaminationsproblem bekannt ist, und sich Lobbyisten schon für einen Grenzwert stark gemacht. Für Getreide wie Weizen liegt der Höchstwert sogar bei 10 mg/kg, für Gerste und Hafer bei 20mg/kg, da das Pestizid typischerweise zur Abtötung des Ernteguts zur leichteren Ab-Ernte angewendet werden darf (Siccation). Interessanterweise ist der zulässige Höchstwert bei wildgesammelten Pilzen bei 50mg/kg. Für sonstige pflanzliche Lebensmittel ist er 0,1 mg/kg. Solche Höchstwerte werden auch unter Machbarkeitsaspekten erstellt, und wir erwarten, dass sie in nächster Zeit sukzessive hochgesetzt werden.

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir hier auch noch den Daily Intake. Die europäische Behörde EFSA sowie das deutsche BfR empfehlen eine duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) von höchstens 0,5 mg/kg Körpergewicht, das wären für eine Person, die 60 kg wiegt, bis zu 30 mg Glyphosat pro Tag.

 

Wer sich in die komplexe Materie vertiefen möchten, findet viele weitere Informationen auf der Website http://www.panna.org/ (USA) oder http://www.pan-germany.org/ (Pesticide Action Network Deutschland)

 

Heinz Gasper und  Ursula Stübner

 

Foto: Lindenblüten-SammlerInnen in Kroatien © Terra Magnifica

Ohrenkuss: Schweiz

 

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet, und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor, oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

Die TOUCHDOWN-Ausstellung, ein Projekt von Touchdown21 und der Bundeskunsthalle Bonn, ist nun in die Schweiz nach Bern gewandert. Die KünstlerInnen und AutorInnen mit Down Syndrom haben sich also einige Zeit in der Schweiz aufgehalten und für die Ohrenkuss-LeserInnen eine ausführliche aber kurzweilige Anleitung zum Land geschrieben. Hier einige Kostproben:

 

 

Schweiz (von A-Z)

 

 

A

Alphorn

Björn Langenfeld, diktiert

Ein Mann bläst Alphorn. Bläst rein.
Mund, Lieder, toll!
Musik, sehr schön.
Ein Mann, Alphorn, ist jetzt Schweiz.
Berge und Wiese

 

 

B

Berge

Natalie Dedreux, diktiert
Die Berge sehen so schön blau aus. Weil es da mehr Schnee gibt und kälter ist. Weil man da friert. Es ist eiskalt da oben, anstatt von unten. Und in den Bergen war es so warm. Da hatten wir eine Wiese im Sonnenschein. Es waren megaviele Wolken im Himmel. Wir saßen unter den Wolken. Das war eine schöne Aussicht! Die Aussicht war gut. Man konnte weit gucken und wir haben es da sehr genossen. Da konnte man viel erleben! Abenteuer Schweiz!

 

 
C

Café

Dorothee Reumann, diktiert
Das Land. Schweiz [seufzt]. Das Land Schweiz trinkt warmes, schönes Kaffee. Kaffee und Kekse, macht gut, liest die Zeitung und entspannt. Und trinken im Café.

 
 
F

Flagge

Björn Langenfeld, diktiert
Kreuz ist Schweiz, Fahne. Rand rot. Draußen bläst und Wind. Dann wackelt so. Sturm.
Kreuz ist Notarzt, Kreuz ist Koffer.

 

 

G

Glocke

Michael Häger, diktiert
Die Kühe sind auf der Weide auf Gras.

Und dann kommt ein Bauer ein Stall. Der Bauer macht sauber im Stall. Heu.

Die Kühe essen. Die Kühe hat Euter. Glocke.

Kommt eine Frau und ein Mann. Schick.

Ein Trekker. Fahr los! Fahr los!

Ein Mann, der hat was an, ein schwarze Hose.

Kommt eine Frau, zusammen helfen im Stall. Macht sauber, überall.

Die Schafe geht auf dem Weise Gras essen.

Der Hund ist schwarz. Punkte.

Ganz viele Hunde auf der Wiese.

Glocke, Hunde. Die Schweine im Bauernhof.

Ganz viele Schweine, macht sauber.

Die Mutter ist schön.

Hat was an, eine Schürze ein Handschuh.

Ganz viel Kühe. Die Frau Hände zum Kühe rausholen,

ein Kälbchen.

 

 
H

Heidi

Angela Fritzen, diktiert
Neben die Hütte links steht ein dicke fetten Baum. Und als im Hintergrund sind die Berge mit Schnee bedeckt. Die Heidi ist acht Jahre alt, schätze ich mal so. Acht Jahre alt und der Großvater weiß ich nicht, ich sag mal 92. So genau weiß ich das auch nicht. Der raucht die Pfeife. Und der hört, dass die Heidi sagen möchte. Was sie gerne mit Peter, mit die Ziegen zu melken. Und auf die Wiesen herumzuführen.

Ich weiß nur, dass die Heidi kein Down-Syndrom hat. Und die hat Angst, dass die Kinderheim, dem Großvater, dem Almöhi wegnimmt. Und die soll auch dableiben, hat er gesagt. Weil die Großvater ist nicht so viel kinderlieb. Der muss das erstmal noch verdauen. Dass er normalerweise alleine lebt mit den Ziegen. Mit seinem Bernhardinerhund. Papino heißt der Hund. Der ist kräftig und der isst zu viel.

Der Großvater hat Angst. Dann sagt die Tante Tete: „Almöhi, das darfst du nicht machen. Das ist dein Enkelin. Sie kann nicht lesen und sie kann nicht schreiben. Die muss erstmal zur Schule gehen.“

Die Heidi muss ihre Koffer packen. Da kann sie die Freundin kennenlernen, Clara. Die auch im Rollstuhl sitzt. Weil die ist ja dann alleine und einsam. Die ist auf einem Ziegenbock gewesen und hat geguckt, dass die Mutterziege die Babyziege dann auf die Welt kam. Dann sagt die Heidi dann: „Clara, du kannst doch stehen!“ Aber nicht lange, die ist ein bisschen zittrig, die Clara. Die muss erst noch laufen lernen durch die Heidi. Von der Heidi soll die Clara laufen lernen. Dann nimmt der Peter den Rollstuhl von Clara in der Tiefe. Schmeißt den schnell runter von den Bergen da runter und hat die Heidi dann gesagt: „Ui, du kannst doch laufen. Super!“ Dann hat die Clara dann gesagt: „Jetzt kann ich laufen, ich brauch den Rollstuhl nicht mehr.” Danach kam sein Vater zum Almöhi in die Berge, also zu Besuch halt. Dann sagt sie dann: „Sieht mal Schatz, du kannst doch laufen. Super! Wo ist denn der Rollstuhl?“

Sie trinken Kaffee in der Hütte. Und die spielt gerne mit den Ziegen. Dann schläft sie auf dem Heuboden. Das ist sein Bett. Und sie trägt keine Schuhe.

Die schaukelt sehr gerne. Und dann liegt sie dann auf der Wolke mittendrin. Und sie lacht auch sehr gerne. Also vorher kommt noch die Musik noch. Und dann schwingt in die Wolken und ziehen dauernd weiter mit Heidi mit. Und der Peter, der Geißenpeter, der ist ein bisschen älter als Heidi. Der müsste glaube ich 12/13 Jahre alt sein. Schätze ich halt, so genau weiß ich das nicht. Die Heidi hat noch Familie, seine Großoma. Die ist blind. Die Oma ist blind von Kindheit.

Ich weiß nur von der Heidi, dass sie die Mutter hat. Und ihren Vater auch. Sie hat das abgegeben im Waisenhaus. Also im Kinderheim war es. Also ich weiß von seinem Vater, dass er außerhalb arbeitet und die Mutter ist, glaube ich, eher Krankenschwester oder so. So genau weiß ich das gar nicht.

 

K

Käsefondue

Samira Guggisberg, diktiert
Über Schweiz: Man muss unbedingt auch Fondue esse. Eigentlich. Kann man überlegen, wie kommt man an die Reihe. Muss man Brot reintunken. Der Käse kommt aus der Aelziger Alp.

 

 

M

Murmeltier

Julian Göpel, diktiert
Biber und Murmeltiere zu beschreiben – das ist Naturwissenschaft.
Murmeltiere sind so süß und knuffig. Biber auch. Das ist kein Unterschied.
Aber jetzt kommt der Unterschied: Biber lieben Wasser. Murmeltiere lieben auch Wasser – eigentlich ist das doch kein Unterschied.
Murmeltiere sind auf Futtersuche – und Biber auch.

Biber laufen schnell und viel, Murmeltiere auch.
Es gibt fast keinen Unterschied zwischen den beiden.

Aber die Schwänze von den beiden sehen anders aus:
Der Schwanz vom dem Biber ist rund und platt. Der Schwanz von dem Murmeltier hat nur Fell und ist nicht platt.

Das Murmeltier macht Winterschlaf und der Biber nicht.

Der Biber baut einen Staudamm und das Murmeltier nicht.

 

S

Schokolade

Johanna von Schönfeld, diktiert
Jeder Schweizer Staatsbürger muss Schokolade im Haus haben.

 

Steuerhinterziehung

Tobias Wolf, diktiert
Aus dem Radio habe ich in den Nachrichten von der Steuerhinterziehug gehört.

Die aus dem Finanzamt von den deutschen Behörden und den Politikern kaufen die Daten-CDs von den Steuerhinterziehern, von den Firmen und ganz bestimmten Leuten.

Das heißt, dass die Firmen und die Leute ihr Geld in der Schweiz haben bei den Schweizer Banken. Sie wollen nicht die Steuern in Deutschland bezahlen. Die Schweizer Banken und die Deutschen Banken wollen besser zusammen arbeiten, um Steuerhinterziehung zu verhindern. Ich möchte mich nicht einmischen, aber ich möchte schon auch, dass sie das verhindern.

 

 

Z

Zentrum Paul Klee Ausstellung TOUCHDOWN

(Anm. von Heuschrecke: Wanderausstellung von touchdown21 und Bundeskunsthalle Bonn. Eine spannende Ausstellung mit und über Menschen mit Down Syndrom eingebettet in die Science-Fiktion-Rahmenhandlung „Second Mission“. Sehr beeindruckend, sehr empfehlenswert. Vom 24.1. – 13.5.2018 im Paul Klee Zentrum in Bern)

 

Julia Bertmann, diktiert

Bei diesen Portraits haben wir acht Leute mit Down-Syndrom aus der Schweiz dazubekommen. Ich finde das sehr gut. Man sieht, dass alle das Down-Syndrom haben. Die Leute aus Bonn haben deutsche Aussprache. Die Leute aus der Schweiz haben Schweizer Sprache.

Hier gibt es einen Raum nur über die Liebe – nicht gemischt. Dieser Raum ist schön groß und erzählt über die Liebe.

Der Raum: „Der große Auftritt“ von Dr. John Langdon-Down ist viel größer als in Bonn und übersichtlicher. Der Foto-Apparat ist nicht mehr dabei, aber sonst alles beim Alten.

Die Künstlerin Judith Scott hat tolle Kunstwerke erschaffen. Dieses Kunstwerk, das vor mir steht, sieht aus wie ein Golfschläger. Alle vier Kunstwerke finde ich toll und interessant.

Ich finde das sehr interessant mit den Stäbe mit Wolle. Dann hat man das Gefühl, dass man auch was eingewickelt hat wie Judith Scott das gemacht hat. Man kann kreativ sein und verschiedenen Woll-Arten benutzen. Und das finde ich toll und auch super, dass man selber kreativ sein kann.

Ich finde die Figuren von Markus Keuler super gelungen Man sieht, dass diese Figuren das Down-Syndrom haben. Ich finde es toll, dass sie in der Mitte von der Ausstellungshalle stehen. Dann sieht man, dass es sich um diese Personen dreht, die Ausstellung.

Die Ausstellung ist aufgemacht wie im Weltraum. Man fühlt sich auch wie im Weltraum. Wenn man durch die Ausstellung läuft, ist man ein Astronaut oder Astronautin und man spürt die Atmosphäre in einem Raumschiff. Und wenn man gelandet ist, landet man wieder auf dem normalen Boden. Wenn man aus der Ausstellung rausgeht, ist man wieder ein normaler Mensch.

 

 

 



… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos www.brittschilling.de
Text und Fotos © Ohrenkuss

 

Joshuas Gewürzreihe: Muskat

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Muskat – Ganz gewöhnlich

 

 

 

Muskat ist ein merkwürdiges Gewürz. Es ist quasi überall, in jeder Küche vertreten, sogar viel in der relativ gewürzarmen deutschen. Und doch – kommt es gar nicht von hier, nicht mal aus der Nähe.

Ursprünglich kommt die Frucht aus dem Großraum Indonesien und hat vermutlich erst mit den portugiesischen Seefahrern vermehrt nach Europa gefunden. Frucht schreibe ich, da sowohl die Samen, welche die Muskatnüsse sind, als auch der tiefrote Samenmantel, als Macis bekannt, verwendet werden.

 

Muskatfrucht

 

Weiterhin faszinierend ist die Vielzahl von Verwendungmöglichkeiten der Nuss. Neben der Küche findet sie unter Anderem in der traditionellen Heilkunde dank ihrer antiseptischen und desinfizierenden Wirkung Anwendung. Auch gegen Durchfall und verschiedene Infektionskrankheiten soll sie helfen und wird für ihre wärmende Wirkung geschätzt. Ihre würzigen Öle werden benutzt um Parfüms und andere aromatische Produkte herzustellen und nicht zuletzt besitzt sie rauschinduzierende Inhaltstoffe (Zugegeben: Muskat hat sich nie wirklich als Droge durchgesetzt).

Auch die Anwendung in der Küche ist vielseitig. Mit seiner milden Süße, leichter Würze und fast ein bisschen Schärfe findet sie, ähnlich dem Lorbeer oder dem Piment, in alle Arten von Gerichten ihren Weg. Seien es Süßspeisen, Eintöpfe, Gemüsegerichte oder Fleisch, wenn man mal nicht weiter weiß, nimmt man einfach noch Muskat. Passt eigentlich immer. Doch entgegen der meisten Einschätzungen wird Muskat schnell von den anderen Gewürzen überdeckt und sollte daher auch allein verwendet werden.

 

Muskatnüsse im Mantel

 

Meine Woche wurde von den verschiedensten Essenswünschen durchzogen und ich tat mich schwer, mich auf drei Gerichte festzulegen. Deshalb gibt es diese Woche 4, aus den verschiedensten Zutaten, frei nach Gelüsten und Ideen zusammengestellt. Eins bleibt den Rezepten doch gemein. Sie enthalten alle Muskat und wenig andere Gewürze – um meine Behauptung zu belegen – und weil sie auch so wunderbar schmecken.

Ohne viel weiterzuschreiben, geht es so los:

 

Fenchel-Zwiebel-Apfel-Gemüse

 

Fenchel-Zwiebel-Apfel-Gemüse

 

Diese Woche hatte ich immer wieder Lust auf Fenchel. Es ist ein Gemüse, das von sich aus schon sehr aromatisch ist und von den meisten Menschen entweder geliebt oder gemieden wird. Ich gehöre definitiv zur ersten Gruppe. Das Gericht braucht nicht viele

 

Zutaten:

  • 1 Fenchel
  • 1/2 – 1 Apfel
  • 1 Zwiebel
  • 1 Prise Muskat
  • Salz, Zitronen, Olivenöl
  • optional: Wasser

 

Es gibt im Grunde 2 Möglichkeiten der Zubereitung. Entweder man brät alles kurz an, oder man nimmt sich Zeit und es braucht gute 30 Minuten. Beides ist fantastisch. Ich habe mich für die lange Variante entschieden. Dazu alle Zutaten in feine Streifen schneiden und bei mittlerer Hitze in Olivenöl kurz anbraten. Dann ca. 100 mL Wasser dazugeben, mit Muskat würzen und ein bisschen mit Salz, Pfeffer und Zitronen beträufeln. Deckel darauf und einfach bei niedriger Hitze köcheln lassen. Das Ziel ist, dass das Gemüse weich wird, aber am Ende kein Wasser mehr übrig ist. Also irgendwann den Deckel wieder runter. Dann nochmal abschmecken, einen guten Schuss gutes Olivenöl dazu geben und fertig. Schmeckt gut alleine, auf Brot oder zu allem anderen. Die Muskatnuss untermalt den süßlichen Geschmack der drei Komponenten und rundet das Gericht ab.

 

Spinat

 

Spinat mit Tomaten

 

Titel ist Programm. Die Zubereitung ist ein bisschen anders.

 

Zutaten:

  • 600g Spinat
  • 1 Zwiebel
  • 5 Zehen Knoblauch
  • 1 große Prise Muskat
  • 100 mL Kokosmilch
  • 200ml Wasser
  • Salz, Zitrone

 

Ob TK-Spinat oder frischen ist hier egal. Auch hier ist die Zubereitung wirklich einfach und eignet sich für jede Gelegenheit. Zwiebel und Knoblauch, in kleine Stücke geschnitten, kurz anbraten, dann den Spinat dazu geben. Nach 1-2 Minuten Kokosmilch und Wasser hinzugeben, mit Muskat und ein bisschen Salz würzen und wieder mal 30 Minuten oder mehr mit Deckel köcheln lassen. Was hier entsteht ist quasi Rahmspinat, aber gewürzt und leckerer. In Indien wird Spinat oft lang gekocht. Dadurch entwickelt sich nochmal ein ganz anderer Geschmack. Auch hier wird das Essen wieder leicht süßlich. Bei Bedarf Wasser nachgeben oder den Deckel beiseite legen. Ist man zufrieden, nochmal abschmecken und als Beilage reichen. Vielleicht mit ein paar Tomaten. ODER, man geht noch einen Schritt weiter.

 

Spinat-Blätterteig-Taschen

 

 

Bonus-Zutaten:

  • Blätterteig
  • Tomaten
  • Feta (optional)

 

Wer will kann gerne selber Blätterteig machen, aber gekaufter ist sehr gut vertretbar. Den Teig in Rechtecke, Quadrate oder anderer geometrische Formen schneiden und Spinat darauf geben. Mit 2-3 kleinen Tomatenstücken garnieren und wer mag, mit Feta. Dann daraus Taschen formen und nach Anweisung des Blätterteigherstellers im Ofen backen. Es entstehen leckere Blätterteigtaschen, denen man nicht widerstehen kann.

 

Flammkuchen

 

Tres des tartes flambées

 

So reisen wir durch die verschieden Aromen und kommen schließlich zum Flammkuchen. Obwohl vermutlich jeder schon einmal Flammkuchen gegessen hat, gibt es nicht so viele, die ihn selber gemacht haben. Dabei ist es ganz einfach und sollte nicht ohne Muskatnuss geschehen.

 

Zutaten Teig:

  • 300g feines Mehl
  • 3 EL Olivenöl
  • 100-150mL Wasser
  • Prise Salz

 

Es gibt keinen festen Teig für Flammkuchen. Das kann man ganz nach Belieben entscheiden, ob Hefeteig, Tarteteig, Blätterteig, fertig gekaufter Teig oder eben dieser Ölteig. Den kann man definitiv selber machen. Generell ist das Backen und Arbeiten mit Teig eine immer wieder aufflammende Leidenschaft für mich und dieser Teig war wieder mal Zunder. Alles gut vermengen. Der Teig sollte recht fest, aber gut knetbar werden. Das sollte dann auch für gute 5 Minuten geschehen (und ich empfehle wieder mal gute Handarbeit). Danach ein bisschen ausruhen – und den Teig auch ausruhen lassen.

 

Zutaten Teil 2:

  • 3 Zwiebeln
  • Speck
  • Creme fraiche/Soja Creme fraiche/Schmand
  • Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer
  • Optional: alles andere

 

Flammkuchen ist wie Pizza, man kann ihn ganz nach Belieben belegen. Traditionell mit viel feingeschnittenen Zwiebeln und Speck, aber auch Pilze, Lachs, Tomaten und viele weitere Zutaten ergeben wunderschöne Kuchen. Für die flüssige Grundmasse Creme fraiche mit Muskat, Salz und ein bisschen Joghurt vermengen. Für mich gibt es keine Milchprodukte, deswegen nur Sojajoghurt. Ist auch kein Problem. Wie man sieht, hat man auch hier freie Hand. Wie so häufig in der Küche, kann man von den (traditionellen) Rezepten abweichen und es geschieht trotzdem nichts Schlimmes. Im schlimmsten Fall entdeckt man ein neues Rezept.
Also, Masse nach Wunsch anrühren, Zutaten fein schneiden, dass sie schnell garen können, Teig dünn ausrollen und belegen. Dann aber schnell in den Ofen bei 220 Grad für 10-17 Minuten. Nach Augenmaß – manchen mögen es dunkler und knuspriger, andere eben zart! Nur durch sollte es sein, aber auch hier… Zur Dekoration und für den Geschmack empfehle ich Petersilie oder Schnittlauch.

 

Muskat-Mohn-Nudeln

 

Muskat-Mohnnudeln

 

Aus mir unbefindlichen Gründen war mein erster Gedanke, nachdem ich mich für Muskat entschied: Mohn. Mohnnudeln, oder wie auch immer man sie nennen möchte, habe ich erst vor nicht all zu langer Zeit zum ersten Mal gegessen und war mittelmäßig begeistert. Aber gut, es versprach Verbesserungspotential. Interessanter Weise war meine Herangehensweise ein 2-Schritt-Ansatz. Ich liebe Kartoffelbrei und zufällig ist das genau die gleiche Richtung. Also wer mag, erster Halt: Kartoffelbrei.

 

Zutaten:

 

  • 1 KG mehlig-kochende Kartoffeln
  • 50g-100g Butter
  • Muskat
  • Milch nach Wahl
  • Salz

 

Die Kartoffeln schälen und kochen lassen, bis sie fertig zum stampfen sind. Butter und Kartoffelbrei ist eine großartige Verbindung. Es gibt Legenden von einem 1:1 Verhältnis, doch das ist für wahre Helden gedacht. Was ich sagen will ist: Butter macht einen guten Kartoffelbrei aus. Oder eben Magarine. Dazu gehört definitiv auch Muskatnuss und Salz. Mit ein bisschen Milch wird es noch cremiger. Schon gibt es einen guten Kartoffelbrei und man könnte hier aufhören. Doch das tun wir nicht!

Wer keinen Kartoffelbrei möchte, kocht eben Kartoffeln und presst diese direkt. Mit Butter den Verlust des Kartoffelbreis kompensieren! Das Rezept wird besser, wenn die Kartoffeln am Vortag gekocht wurden, aber das ist nicht notwendig und nicht geschehen.

Zutaten:

  • 500g Kartoffelbrei
  • 150g Mehl
  • 1 Eigelb

 

  • 50g Butter
  • 1 Prise Muskat
  • 1 Prise Piment
  • 2 EL Honig (bevor es zu spät ist…)
  • Prise Salz, Spriter Zitrone
  • 50-100g Mohn

 

Kartoffeln, Mehl und Eigelb vermengen. Der Teig sollte recht feucht, aber einigermaßen gut formbar sein. Eventuell braucht es dafür noch mehr Mehl. Daraus werden fingerdicke, fingerlange Nudeln geformt und langsam, für ca. 10 Minuten im Wasser gekocht. In der Zeit 50g Butter in einer Pfanne erhitzen, und die anderen Zutaten, bis auf den Mohn, untermischen. Es sollte eine süße, buttrige und leicht würzige Angelegenheit werden. Mit 1-2 EL des Nudelwassers verdünnen. Dann die Nudeln in die Mischung geben und darin schwenken. Jetzt kommt der Mohn-Moment: Den Mohn darüber schütten und darauf achten, dass alle Nudeln damit bedeckt sind. Mehr ist manchmal wirklich mehr. 1 Minute weiter vorsichtig weiterschwenken und erhitzen lassen, dann auf einem Teller servieren und mit der verbleibenden Flüssigkeit beträufeln. Warm genießen!
Für mich klappt dieses Rezept so gut, weil die Nudeln sehr fluffig und bereits gewürzt waren. Mit der Soße ergab sich so eine schöne Nachspeise, die nicht so fest ist, wie ich sie kennen gelernt hatte. Die Gewürze und der Honig machen die standardmäßige Zucker-Butter-Soße deutlich interessanter.

Das wars – Für dieses Mal. Viele verschiedene Gerichte. Der Muskat war überall, doch hat er nie eine dominante Rolle eingenommen. Für mich hätte er dennoch nirgends fehlen dürfen. Ich hoffe, es hat Hunger und Lust zum Kochen gemacht.

Bis zum nächsten Mal!

Jahresanzeige 2018

Jahres-Anzeigenthema 2018: Illusion? Nein, Bio!

 

Wir überlegen uns jedes Jahr in unserer Anzeigenplanung, ob wir konkrete Produkte bewerben, oder auf die Metaebene gehen wollen. Bei einem Sortiment von fast 1000 Sorten entscheiden wir uns meistens für ein Metathema, das wir gerne hervorheben möchten.

 

 

2017 war biomäßig zäh wie Kaugummi – es gab viele Ausfälle bei Bio-Ware durch unbeabsichtigte Kontaminationen aus der konventionellen Agroindustrie, die die BNN-Orientierungswerte überschreiten können.

Klimawandelphänomene plus Nano-Spritzmittel plus Raubbau von Waldgebieten (Schutzwälle fehlen) auf der ganzen Welt machen das Problem für Einzelbauern nicht mehr handhabbar. Leider wird genau das durch die neue EU-Bio-Verordnung den EndverbraucherInnen vorgegaukelt. Doch Bio-Landwirtschaft kann immer nur ein Versprechen an die Zukunft sein.

Besonders Produkte mit Trocknungsfaktor wie Gewürze, Kräuter, Tee und Trockenfrüchte, wo eine Belastung beim Frischprodukt unter der Nachweisgrenze, aber nach der Verarbeitung zwischen 0,01 und 0,08 mg/kg liegen kann, sind prädestiniert für Behördensperrungen, die die neue Verordnung mit sich bringen kann.

 

 

 

Weiterhin viele Ausfälle durch Kontaminationen (durch die Luft und Wasser / Überschwemmungen) bei Bio-Wildsammlung, und die Erkenntnis, dass auch in Erdteilen, die wir als „sicherer“ eingeschätzt hatten, die Glyphosatanwender zusammen mit den Abholzern wüten. Die Umweltbelastung scheint sich von einem auf das andere Jahr deutlich zu verschlimmern. Das Bangen um eine vernünftige EU-Bio-Verordnung. Die Unwissenheit der VerbraucherInnen um das Ausmaß der Umweltverseuchung durch die Agrochemie und die Erwartung, dass Bio aus einer idyllischen Glasglocke kommen soll.

 

 

 

Den letzten Anstoß gab uns dann der ungenierte Glyphosat-Lobbyismus, und die verpasste Chance, die Weiterzulassung zu verhindern. Der ungenierte ministerielle Glyphosat-Lobbyismus lässt befürchten, dass in den nächsten Jahren kleinere Bio-Bauern das Handtuch werfen und am anderen Ende der Skala das Wildern (organic-land-grabbing) nach „Virgin Land“ erfolgen könnte. Die kürzliche, stolze Präsentation der hiesigen 200 Mio EUR-Pestizidentwicklungs-Versuchsanlage, perverser Weise Pflanzenschutz genannt, lässt aus unserer Sicht nichts Gutes für die Zukunft ahnen.

Das Thema ist also einfach Bio!

Wir haben das Anzeigenthema wieder in drei Versionen (mit drei unserer Bauernpartner) gestaltet, mit der Aussage, dass letztendlich nur die Bio-Landwirtschaft auch zukunftsfähig ist (keine Illusion, sondern wissenschaftlich begründet in den Weltagrarberichten 1 und 2, und dem Welthungerbericht). Die vorgestellten Bio-Anbauer sind: Urwaldprojekt Kannampady innerhalb der Sahyadri Spice Farmers in Kerala, der Biolandhof Tannenhof in Nordhessen und die Dorfkooperative Sanjukta Vikash in der schön verwunschenen Darjeeling-Region Mineral Spring.

 

 

Alles Gute wünschen Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner

 

Heuschrecke-Web im neuen Gewand

Gemerkt? Unsere neue Website.

 

Zum Ende dieses Jahres haben wir nochmal richtig umgestellt. Zwischen der Planung von Messen, der bevorstehenden Inventur und dem Weihnachtsstress konnten wir es uns nicht nehmen lassen, unsere Website auf ein neues System mit neuem Design umzustellen!

 

Es hat einiger Planung, immer wieder Absprache über E-Mails, hin und wieder mal darüber schlafen und Fleißarbeit und viel guten Tees bedurft, aber jetzt sind wir zufrieden mit der neuen Seite.

 

 

Warum eigentlich das Ganze?

 

Unsere alte Website und das zugrunde liegende System waren mittlerweile etwas veraltet.
Das Design entspricht nicht mehr ganz dem, was heute als schick und benutzerfreundlich (intuitiv) gilt, wir konnten nur die kleineren Bilder verwenden und und und. Das alte System machte es mitunter schwierig oder langatmig, viele Bilder zu verwalten und neue Beiträge zu erstellen. All das haben wir versucht zu lösen.

 

 

Und was ist neu?

 

Vieles kann man schon herausfinden, wenn man sich die neue Website einfach mal anschaut. Wir haben versucht, einige Änderungen durchzuführen, aber auch nicht vollkommen neu aufzutreten. Wir wollten das vertraute und durchaus schöne Design beibehalten, dass man sich nicht vollkommen verloren fühlt, und unser schönes Farbschema wollten wir uns auch nicht nehmen lassen. Und natürlich sollte auch der erzählerische, fast journalistische Heuschrecke-Stil bleiben.

 

Navigation

Die blaue Navigationsleiste hat eine kleine Wanderung unternommen und befindet sich jetzt oben. Damit hat sich auch die allgemeine Navigation verändert. Waren es früher nur einzelne Links, die dann auf Unterseiten mit unseren “Akkordeons” führten, sind es jetzt gleich mehrere Links, die man über die Leiste finde kann. Das soll das Ganze für Sie etwas vereinfachen. Dazu kommen noch blaue weiterführende Links, die auf weitere Informationen zu dem Thema verweisen.

 

Mehr Platz

Wir haben unserer neuen Seite deutlich mehr Platz gegeben. Es gibt jetzt zu den Seiten hin Freiräume, die Schriftgröße haben wir deutlich größer gewählt und mit der Abschaffung des Akkordeons sind die Seiten fokussierter und angenehmer zu lesen. Generell soll so die Seite angenehmer für Sie als LeserIn werden!

 

Blog

Den alten Blog konnten wir leider nicht komplett mit umziehen. Trotzdem konnten wir dieses historisch-wertvolle Gut nicht einfach aufgeben. Sie finden nun dorthin über den Navigationspunkt Blog →  Archiv.Beiträge 2009 – 2017. Dort ist noch alles wie beim Alten und unterstützt somit ganz unbeabsichtigt das Gefühl einer historischen Zeitkapsel.

Der neue Blog ist ganz in der Nähe zu finden. Wir haben unter Blog erstmal 2 Unterkategorien angelegt, die auf die Kategorien verweisen. Wie gewohnt ist der Blog aber auch noch durch den roten Kasten zugänglich. In den neuen Blogbeiträgen können sie sich auf größere Bilder freuen, gepaart mit angenehmerer Schrift und mehr Raum. So sollte das Blog-Lesen hoffentlich NOCH mehr Spaß machen.

 

Das beschließt die Änderungen im Groben. Hier und da werden Sie noch kleine Unterschiede feststellen. Alle alten Inhalte werden Sie auch hier finden. Im Zweifelsfall ist die Suchfunktion oben rechts auch jetzt noch ein guter Helfer. Ansonsten laden wir Sie ein, einfach mal ein bisschen zu stöbern, zu schauen und hoffentlich zu genießen.
Die jetzt allseits propagierte Verschlüsselung – obwohl ohne Shop und Aufnahme von Kundendaten nicht unbedingt notwendig – wird im Frühjahr folgen, dann werden wir ein gutes Modell dafür haben.
Bei Fragen und Anregungen erreichen Sie uns wie gewohnt,  natürlich über die Kommentarfunktion und auf den einschlägigen “Social Media” Seiten!

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf der neuen Seite und ein schönes Weihnachtsfest, ein schönes Hanukkah-Ende oder einfach nur ein paar schöne Tage!

 

Bis bald,

 

Eure Heuschrecken  und Joshua Stübner