Geschichten aus der Welt

 

Ein Mann sitzt in einem seiner zu Hause. Er langweilt sich, was könnte er denn machen? Er hat schon erfolgreich mehrere Unternehmen gegründet, ist schwer reich, reist durch die ganze Welt und lobt in seiner Freizeit gerne die chinesische Arbeitermoral, oder wie man Ausbeutung heutzutage nennen mag. Welt retten? Klingt irgendwie langweilig und bringt jetzt auch nicht wirklich was. Wozu Milliarden gegen Welthunger investieren, nur weil andere das von einem fordern? Das hat weder Unterhaltungswert noch ist es finanziell förderlich. Hmm, Forschung? Neee, das machen schon andere. Er könnte nochmal irgendwas ins All schießen, aber das hat irgendwie auch schnell seinen Novelty Faktor verloren. Hier der eine Schwerreiche macht doch ein bisschen coole Publicity Stunts in seiner gekauften Zeitung. Aber nachmachen? Nö, das muss besser gehen. Er guckt auf sein Handy: Das ist es. Er hat es ja ganz vergessen, er hatte ein Angebot für Twitter erstellt. War aber ganz schön teuer, da kann man vielleicht noch feilschen. Aber das ist auf dem Markt nicht so gern gesehen und das kann er auch nicht so gut. Was ist… wenn ich so tue, als will ich es doch nicht. Das könnte die Kurse ordentlich ins Wackeln bringen…. Ist zwar nicht gesetzestreu, aber wann hab ich mich davon schon abhalten lassen.

Irgendwo anders im Westen beschwert sich ein Chef eines Agrarkonzerns, dass Bio-Landwirtschaft sowohl den Planeten zerstöre, als auch am globalen Hunger schuld sei. Warum? Da muss man schon etwas tiefer greifen. Also: Bio sei ineffizient und Pflügen wirklich sehr schlecht für die Umwelt. Man soll da lieber mehr Pestizide nutzen und die Effizienz des Saatgutes fördern, z.B. durch Genom Editierung. Denn Mangel an Land ist ja offensichtlich das Problem. Also weg mit EU-Green Deal. Im gleichen Atemzug sagt er, dass durch die Wetterextreme, Dürren, Rekordhitzen und starken Temperaturschwankungen die Preise steigen. Und jetzt natürlich auch noch der Krieg. Das ist eine ganz schöne Belastung. Dass gerade Soja, Getreide und Mais-Preise gestiegen sind, also explizit „Futtermittel“ für Tiere oder Bio-Sprit, ist irgendwie das Problem.

Bei all diesen Problemen und Misslichkeiten fragen wir uns, ob es da nicht eine einfachere Lösung gäbe. Irgendwas mit Geld gegen Hunger, weniger Fleisch, kein Bio-Benzin, weniger Gifteinsätze und mehr Ökotechniken für langjährig gesunde Böden und Wasserquellen, samenfestes Saatgut für die Bauern – oder einfach nur wahre Preise kalkulieren …. wir kriegen es aber nicht richtig zusammen … ist vermutlich auch zu einfach.

 

Hier noch ein paar Links dazu

  1. https://www.dnr.de/publikationen/offener-brief-pestizidreduktion/ (Offener Brief Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“)
  2. https://orf.at/stories/3264363/ (Syngenta-Chef fordert wegen Nahrungskrise Abkehr von Bio)
  3. https://www.consilium.europa.eu/de/policies/green-deal/  (hier steht nochmal alles, was zum EU-Green Deal gehört, z.B. mehr geschützten Land- und Wasserflächen, Pestizid-Reduktion …)
  4. https://www.aoel.org/publikationen/pressemitteilungen/ (Was sagt unsere Branche dazu – hier die vielen interessanten Pressemitteilungen der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller.)

Ohrenkuss: Alltag

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Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

In diesem Heft geht es um den Alltag. Ganz einfach. Im Angesicht des Krieges, des Corona Stresses und der anderen Sorgen tut das sehr gut – ein bisschen Alltag, ein bisschen Freude. Insgesamt eine wunderbare Ablösung. Es finden sich spannende Beobachtungen, Texte mit viel Poesie und Humor und einfache Erzählungen aus dem Leben im Heft wieder. Dazu gibt es wieder wirklich schöne Bilder und die gewohnt fantastische Gestaltung!

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

Hier sind ein paar Auszüge:

 

 

Eindrücke aus dem neuen Ohrenkuss: Alltag

 

Angela Fritzen, diktiert
Mein Alltag ist 46 Jahre alt.
Mein Alltag ist die Schönheit.
Mein Alltag ist die Freiheit.

 

Selime Muminimamuglu, diktiert
Ich arbeite in der Werkstatt. Halb 6 aufstehen. Dusche immer abends. Ich dusche immer abends, halb 8. Sonst müsste ich noch früher aufstehen. Halb 7 gehe ich rauchen. Später mit Freunden Kaffee trinken in der Werkstatt. Halb 8 geht die Arbeit los. Nähen. Gelbes Ding, gelb nähen. Mittagspause ein Uhr. Bisschen spät. Montag Diestag sind die Pausen anders. 10 Uhr Frühstückspause. Mittagspause 1 Uhr. Kaffeepause 3 Uhr. Feierabend halb 4. Dann Bus.

 

 

Alltag in Corona… nicht ohne Widerstand

 

Benjamin Zoch, am Computer geschrieben
Der Altag von Gorona hat sich jezt viel Verändert. Jezt ist Mein Altag ein Bischen Anders mit Frühstüken und Musik hören und viel Spaß haben ich tanze sehr gerne mit Schöne Musik im Hintergund und ich Helfe Meiner Mutter viel aber nicht sehr viel Weil es Komde Zeit so Heiß gewessen wahr. Darußen ich gucke sehr gerne Filme und Spiele auf Mein Tap Pald oder auch Mein Lat Top und ich Schreibe Wahs App mit meine Freunde oder mit Mein Gr0ßen Bruder Cristian Hepp Heißt er oder meine Geschwistern und ich bin auch lieben gerne Darußen. Ja Das ist Mein Tegliches Gorona-Altag.

 

Charlotte König, am Computer geschrieben
Lebenszeit: Seid es Corona gibt, verbringe ich die Zeit meistens mit meiner Familie, gehe in der Werkstatt arbeiten, und hänge dort in den Pausen mit meinen Freundinnen zusammen die ich vom Haus Königesegg und vom Alfred Delp Haus und von meiner ehemalige Schule her kenne. Ich verbringe unheimlich gerne viel Zeit in meinem Zimmer, lese, schreibe Geschichten, tanze, telefoniere mit meiner Freundin aus der Schule, singe, male und bastel tolle Sachen die mir so einfallen, höre Musik und Hörbuch. Ich helfe meiner Familie beim kochen und mache am liebsten alleine Haushalt.

 

Andrea Halder, am Computer geschrieben
Zurzeit geht es mir gut. Ich kann mich nicht beschweren. Aber ich vermisse meine sozialen Kontakte sehr. Deshalb skype ich regelmäßig mit meinen Freunden. Das tut mir gut, sie zumindest virtuell zu sehen. Ausserdem bleibe ich in Kontakt mit einigen Freunden durch lange Mails. Leider haben meine Mädels aus der Frauengruppe kein skype. Das wäre schön.

 

Maren Naefken, diktiert
In der Coronazeit war der Alltag anders. Jeden Abend guck ich Nachricht an, nachmittags auch, meistens NDR. Ganz Europa und Deutschland die ganze Welt. Wir sind Beide geimpft und der Impfpass muss immer dabei sein. Die Arbeit war auch anders, nur jede zweite Woche und immer testen. Jetzt endlich können alle Mitarbeiter wiederkommen. Normaler Alltag. Nur Wochenende Frei. Mein Mann und ich haben auch montags frei. Da kommen die Betreuer und machen Haushalt mit uns. Wir haben eine eigene Wohnung. Da müssen wir alles selber machen. Wäsche waschen, Geschirrspüler, Einkaufen, Müll rausbringen, Staubsaugen.

 

 

Stress und wie man damit umgeht

 

Daniel Rauers, diktiert
Chillen ist, wenn man bisschen Zeit nimmt. Chillen ist zum Beispiel, wenn ich auf dem Handy gucke, zum Beispiel Facebook oder Instagram. Chillen tue ich, Zeit nehme. Das ist meine Sache. Chillen ist irgendwie gut, gut, okay für mich.
Was ich gerne mag: zum Beispiel wie man chillt, das ist meine Sache.
Wenn kein Stress bekommt, manchmal gehe ich raus. Spazieren gehen, oder dann lege ich meine Beine hoch. Oder noch besser: wenn ich die Füße hoch gelegt hab, dann Stress vorbei ist, dann kann ich in aller Ruhe meine E-Mail lesen. Die kann ich sehr gut vorlesen lassen.

 

(Stress) Angela Fritzen, diktiert
Angst ist Stress. Wir haben alle Stress in ganzen Down-Syndrom oder auch Trisomie 21. Herzklopfen, Stress ist das Herzklopfen. Mein Herz in mir steckt. Das steckt, ist krankhaft. Stresst wie mittendrin. Wir haben alle Stress zu kriegen kann.

 

Daniel Rauers, diktiert
Ich hab keinen Stress auf Lager, nur Gutes.

 

 

Der schöne, banale Alltag

 

Michael Häger, diktiert
Ein Auto / Nicht alleine, ein Betreuer / Einsteigen, und da was holen, Einkaufwagen, immer rein / Ich hol was / Kommt alles rein, Chips, Salzstangen, Brezel und zu zahlen / Dann gehe ich Kasse, eine Frau / Die Frau will Geld haben, zu bezahlen / Eine Frau tippen.

 

Conny Albert, am Computer geschrieben
Pizza, Lasagne und gefüllte Paprikaschoten sind mittlerweile meine Leibgerichte. Auch die grünen Nudeln, die meine Mutter im Römertopf kocht, sind nicht zu verachten. Wenn ich in die Arbeit gehe, nehme ich meistens Reste vom Vortag mit. Denn Reste schmecken aufgewärmt (in der Mikrowelle) immer noch gut. Erst vor wenigen Wochen fragte ich Mutter: „Wann gibt es mal wieder grüne Nudeln?“ Sie antwortete: „Bald“. Heute stehen die grünen Nudeln auf dem Küchentisch. Na dann, guten Appetit! ☺

 

Paul Spitzeck, diktiert
Das muss auch ins Heft rein: Werbung für Zahncreme ist eine Lüge. Die Zähne werden nicht so sauber, dass es blinkt.

 

Daniel Rauers, diktiert
Wir sind draußen, grillen oder haben Getränke. Oder Wein, Rotwein, Weißwein.
Ich trinke gerne Spezi. Das ist ein gutes Getränk von mir.
Wenn wir grillen dürfen im Sommer: Salat, oder Würstchen zum grillen, oder Rumpsteak grillen. Nachtisch ist Panna Cotta oder Apfelmus.
Ich höre gerne Kölsche Junge oder Käpt’n Balou. Ich höre einfach alles. Wir haben Steckdosen im Garten. Ja, wir tanzen. Ich fühl mich wohl.

 

 

Das persönliche Stück Freiheit

 

Marley Thelen, diktiert
Freizeit ist, wenn ich in meine Wohnung bleibe und Beinchen hoch legen und ausschlafen und das macht mir auch richtig Spaß. Und Hörbücher anzuhören und stricken oder malen. Weil ich stricke lieber, dann habe ich auch etwas zu tun wegen meiner Finger.

 

Natalie Dedreux, am Computer geschrieben
Und was mir in meinen Alltag besonders wichtig ist das Karneval feiern weil das für mich wichtig ist und weil das auch Heimat ist. und deswegen höre ich auch gerne Karnevalsmusik. Und ich möchte nicht das es wegen dem Corona ganz ausfällt sondern das es gefeiert wird. und was mir auch wichtig ist das die Kneipen wieder auf machen damit man richtig feiern kann und auch beim feiern auch Kölsch trinken.

 

Julian Göpel, diktiert
Ich putze gerne den Boden und die Fenster. Das wird mir echt hier langweilig bei meinen Eltern. Deswegen putze ich.

 

Julian Göpel, diktiert
Ich mache mir selbst die Bewegung. Man kann sich nicht im Wasser hören, unter dem Wasser. Dass man sich entspannt lässt. Entspannung.

 

Johanna von Schönfeld, diktiert
Bewegung braucht jeder Mensch, außer die Covid-Patienten, die im Krankenhaus isoliert werden müssen, nicht. Ich bin noch keine Maschine. Ich bestehe aus Fehlern, aus Krankheiten, aus Behinderungen. Dass ich auch nicht perfekt bin und dass ich nicht in der Perfektion bin. Es ist normal verschieden zu sein. Verschieden sind halt die Jecken. Zu Bewegung gehört Wasser-trinken dazu und ich trinke fast jeden Tag zwei Liter Wasser. Ich achte sehr auf meine Figur, aber gestern und heute und am Wochenende, wir wohnen an einer Eisdiele und wir kaufen ab und zu mal ein Eis am Wochenenden oder in der Woche und ich habe von meiner Freundin gehört, ich muss auf meinen Bauch aufpassen und das tu ich nicht so gerne. Essen mag ich. Und Nervennahrungen auch.

 

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos: Britt Schilling,  Text und Fotos © Ohrenkuss

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze (2022)

Nicht alles geht als Rohkost – differenzierte Betrachtung

Mit dem Vegan- und Rohkosttrend interessieren sich VerbraucherInnen nicht nur für ihre Hauptnahrungsmittel, sondern auch dafür, wie Gewürze und Kräuter getrocknet werden – ob diese als Rohkost gelten können.

 

Haltbarmachen durch Trocknung

Frische Pflanzenteile mit einem Wassergehalt von etwa 20 – 80% auf ca. 5% bis höchstens 12% Feuchtigkeit zu reduzieren, ist die Vorgabe. Es darf nicht gegen Null gehen, da ein natürliches Produkt dann nur noch nach Pappe schmecken würde. Mit steigender Restfeuchte steigt aber das Risiko der Verkeimung bzw. der Vermehrungsaktivität der Mikroorganismen. Für jedes Produkt gibt es ein Optimum – je nachdem, wie fest seine Struktur ist, und ob es sich selbst durch seine Wirkstoffe schützen kann.

Von den Wirkstoffen, dem Wassergehalt, der Struktur des Produkts selbst und den Witterungsbedingungen zum Zeitpunkt der Ernte hängen die erforderlichen Trocknungstemperaturen ab. Aber auch der Einsatzzweck bei den Lebensmittelherstellern und die gewollte Länge des MHD’s entscheidet. Nicht für alle Produkte reicht deshalb die natürliche Luft- oder Sonnentrocknung aus.

 

Mikrobiologie, Keimfreiheit, Keimreduzierung

Das Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (DGHM) gibt Richtlinien zur Mikrobiologie und Hygiene für die verschiedenen Produktgruppen vor – sehr streng bei feuchten bzw. rohen Lebensmitteln (Teiglinge, Wurst, …), weniger streng bei Gewürzen. Wenn diese allerdings in einem frischen, feuchten Lebensmittel verarbeitet werden, sollten sie besser entkeimt sein.

Bei Großmengen und Großkunden wird eher auf weitgehende Keimfreiheit (statt moderater Keimreduzierung) zur Minimierung des Risikos bestanden, was durch eine intensive (z.B. längere) Hitzebehandlung geschieht. Die Hoffnung stirbt zuletzt: Keimfreiheit kostet mehr Energie – das begrenzt etwas die Denaturierungsbemühungen der Lebensmittelverarbeiter.

Technischer Exkurs: AW-Wert. Dieser misst den ungebundenen Anteil Wasser in einem Lebensmittel als Wasserdampfdruck bei einer bestimmten Temperatur über dem Produkt – 1 ist reines Wasser, 0 ist komplett wasserfrei. Frische Lebensmittel bewegen sich zwischen 0,98 und 0,99 – die meisten krankheitserregenden Bakterien benötigen eine Wasseraktivität von über 0,90 – darunter können sie sich nicht vermehren. Nur wenige Mikroorganismen können einen niedrigen AW-Wert als 0,80 tolerieren. Haltbare Trockenprodukte liegen unter 0,6.

 

 

Westliche Ansprüche, östliche und südliche Realitäten

Ein Großteil unserer Gewürze und auch einige Kräuter stammen aus Übersee-Ländern und werden meistens schonend sterilisiert (kurz erhitzt und schnell runtergekühlt) wegen des Verkeimungsrisikos. Das Risiko muss nicht reell sein: wir empfanden die Dschungellandwirtschaft in Indien und Sri Lanka als sauber, aber zum Beispiel die Klein-Felderwirtschaft mit “stehender” Kanal-Bewässerung in Ägypten als gefährdet. Das Risiko ist mit Sicherheit höher als bei einheimischer Ware – die eigenen Bakterien vertragen wir auch halt besser.

Unsere westlichen Hygiene- und Maschinen-Ansprüche sind die Ausnahme, nicht die Norm. In ärmeren Ländern setzen die Bauern auf möglichst einfache Eigenkreationen, von der simplen Trocknungsfläche am Boden bis hin zur selbstgebauten Kammer aus zweckentfremdeten (aber ressourcenoptimierten) Komponenten. Auf den Fotos kann man ermessen, welche Langsamkeit und Mühen hinter den landwirtschaftlichen Prozessen stecken – und dadurch einen neuen Wert der Endprodukte erkennen.

Nach Meinung unseres Kräuterspezialisten Jan Kees vom Blauen Haus, gestandener Demeter-Bauer mit Riesen-Bibliothek, ist Trocknung die werterhaltendste Methode der Haltbarmachung.

Die folgende Recherche bezieht sich auf Bio-Gewürzen und -Kräutern aus eher manufakturellen Produktionsverfahren.
Je überschaubarer die Mengen sind, um so besser einzuschätzen ist auch das Risiko. Daher können wir als Manufakturbetrieb in unserer Marke Heuschrecke für EndverbraucherInnen oft einige mehr Produkte unsterilisiert oder zumindest schonend sterilisiert anbieten, als anderen das vielleicht möglich ist, die z.B. pauschalen, extrem hohen Sterilanforderungen genügen müssen.

Wir haben sehr viele natürlich getrocknete Gewürz- und Teekräuter, aber auch viele Produkte, wo höhere Temperaturen ab 60 bis 120°C nötig sind. Hier der Versuch einer Differenzierung (eine Bildgalerie gibt es am Schluss):

 

Wildkräuter, -Beeren und Baumnadeln aus Wildsammlung

Die meisten Wildkräuter und Wildbeeren, auch Hagebutten, bekommen wir von den SammlerInnen von Terra Magnifica in Kroatien. Fast alle unserer wildwachsenden Kräuter und Früchte werden natürlich getrocknet: auf Planen unter der Sonne, in einer belüfteten Halle oder auf zu Trockenflächen umfunktionierten Dachböden der SammlerInnen. Bei schlechter Witterung muss eine Wärmequelle (Öfen) dazu. Die Temperatur steigt aber auch dabei nicht über 42°C.
Typisch für die natürlich luftgetrockneten Kräuter ist der leicht gräuliche Ton im Grün. Im Gegensatz dazu sind Kräuter, die schnell auf eine höhere Temperatur erhitzt und dann abgekühlt werden, frischer im Grün.
Früchte kann man problemlos zuerst in der Sonne, dann im Schatten, oder neben einem Ofen trocknen, wie Roman Turk von Terra Magnifica uns erklärt.
Die im Moment stark gefragten Kiefern- und Fichtennadeln trocknen direkt am Sammlungsort in einer kleinen beheizten Trocknungskammer auf Rosten, mit Gebläse, nicht über 42°C..

 

Stark wasserhaltige Kräuter aus Wildsammlung und Anbau

Bärlauch aus Kroatien ist zwar aus Wildsammlung, wird aber früh im Jahr geerntet und enthält extrem viel Wasser, also kommt natürliche Trocknung kaum in Frage. Die Temperatur bewegt sich bei unserem Bärlauch um die 40-50°C.
Noch heißer werden die wasserhaltigen und zudem noch zarteren, saftiggrünen Küchenkräuter getrocknet, wie Petersilie, Dill, Kerbel, Korianderblatt etc.. Sie sollen ihr frisches Grün behalten, keimsicher sein, und sind als getrocknetes Produkt leicht crispy. Zwei Beispiele:

Produkt Trocknungstemperatur Dauer
Bio-Spinatblatt 102°C ca. 2,5 Stunden
Bio-Dill 100-105°C ca. 2,5 Stunden

 

Gefriertrocknung spielt im Bio-Bereich keine große Rolle wegen des hohen Preises und Energie-Aufwands.

 

Wurzeln

Wegen ihrer Dicke ist bei Wurzeln auf sorgfältiges Trocknen wegen der Gefahr der Schimmelbildung zu achten. Terra Magnifica, wo wir eine Vielzahl an Wildwurzeln beziehen, schreibt: “Wurzeln werden nach dem Waschen und vor dem Trocknen auf die Dicke eines Fingers zerschnitten. So wird die Trocknung rascher und Mikrobiologie besser.”
Süßholzwurzeln (z.Zt. aus der Ukraine) werden zunächst in vielen Teilpartien luftgetrocknet, dann nach Bedarf teilweise sterilisiert, je nach mikrobiologischem Befund. In einer Charge sind dann ca. 50% keimsteril behandelt.

Küchenkräuter und Kräutertee aus Anbau, Europa

Beim Anbau kommen größere Mengen auf einmal zusammen, und dann muss künstlich getrocknet werden. Zum Erhalt der Inhaltsstoffe darf die Eintritts-Lufttemperatur 38 Grad nicht überschreiten. Die Frischpflanzen liegen auf Rosten, darunter gibt es ein Gebläse, das warme Luft zum Zirkulieren bringt. Den Hauptteil unserer Kräutertee-Pflanzen – Minze, Brennnessel, Salbei, Kamille, Melisse, Lindenblüten etc. – bekommen wir aus Kroatien von Terra Magnifica, von Bioland-und Demeter-Kräuterhöfen aus Deutschland, dem Demeter-Hof ‚Het blauwe Huis’ aus den Niederlanden, und von Sammlern aus Frankreich oder Portugal (Lindenblüte).

Unser Partner Tannenhof trocknet mit abgekühlter Luft, die dadurch sehr trocken ist. Der Energieaufwand ist etwas höher, aber die Trocknungszeiten kürzer, und insgesamt ist das Ganze sehr schonend.

Kräuter mit ätherischen Ölen neigen bei solcher Niedertemperatur-Trocknung zu einer erhöhten mikrobiologischen Belastung. Bei in Deutschland oder Europa angebauten Kräutern, die nicht so stark wasserhaltig sind, können wir dieses Risiko eingehen: so kommt z.B. unser deutscher Majoran, Thymian, der deutsche Oregano, Ysop, Liebstöckel und Bohnenkraut, als frisch geerntetes Kraut auf eine Warmluftflächentrocknung mit ca. 40°C.

Unser Basilikum aus der Kooperative Sud-Officinale in Süditalien wird ebenfalls nur bis ca. 40°C getrocknet, obwohl Basilikum wasserhaltiger ist. Hier macht es die Spitzenqualität, kräftige Pflanzen, optimales Klima und langjähriges Spezialistentum der Kooperative.

Unsere Küchenkräuter und Kräutertees aus Griechenland und Zypern:
Oregano, Majoran und Cistus: die Produkte dieser Landwirte werden in den Sommermonaten auf natürliche Weise im Schatten getrocknet, mit natürlichem Luftstrom. Griechischer Bergtee und Thymian: Dieser Erzeuger verwendet eine Wärmepumpe. Der Prozess beginnt mit der Umgebungstemperatur und endet bei 40 bis maximal 43 Grad Celsius, je nach dem zu trocknenden Produkt. Wenn die Temperatur die vom Hersteller eingestellte Temperatur erreicht, ist der Prozess beendet. (d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem die Temperatur den Höchstwert erreicht, ist der Prozess beendet). Der Trocknungsprozess dauert bei Sideritis etwa 30 Stunden und bei den anderen Kräutern mehr oder weniger gleich lang.
Und hier noch die Beschreibung zu Safran Kozani: Natürliche Trocknung im Schatten, bei Raumtemperatur und natürlichem Luftstrom. Die Raumtemperaturen entsprechen den im Oktober in Nordgriechenland herrschenden Temperaturen. Das heißt, milde Temperaturen. Das Produkt wird streng vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, um Verfärbungen zu vermeiden. Im Allgemeinen dauert die Trocknung 18 bis 20 Stunden. Nicht länger als 24 Stunden. Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt ein bis fünf. Das heißt, aus 5 Kilo frischem Safran erhält man am Ende 1 Kilo getrockneten Safran.

Trockengemüse

Knoblauch, Zwiebel und die ganzen Gemüsearten laufen über Bandtrockner. Sie erreichen eine Mindesttemperatur von 60°C und werden anschließend entkeimt. Hier Beispiele:

 

Produkt Trocknungstemperatur Dauer
Bio-Zwiebeln 60-130°C ca. 3,5 Stunden
Bio-Knoblauch 80°C      ca. 4 Stunden
Bio-Karotten 60-120°C ca. 6 Stunden
Bio-Paprika Flocken 60-120°C ca. 6 Stunden
Bio-Sellerieknolle 110-120°C ca. 2-3 Stunden

 

Unser hochwertiger Gewürz-Paprika aus Ungarn, Pulver und Granulat, wird ebenfalls auf dem Bandtrockner bei 55 – 60°C getrocknet, aber nicht sterilisiert.

Unsere Tomatenprodukte – Flocken, Granulat – werden walzengetrocknet. Die Temperaturen auf der Walze, mit denen das Produkt kurze Zeit in Kontakt kommt, sind zwischen 85-90°C.

 

Gewürze, Küchenkräuter und Kräutertee, Übersee

Fast alles aus exotischen Herkünften – obwohl häufig sonnengetrocknet – wird anschließend dampfsteril behandelt, vor berechtigter, aber auch unberechtiger Keim-Panik: Pfeffer, Curcuma, Ingwer, Cardamom, Galgant, Sternanis, Süßholz, Zitronengras, Chili & Cayenne, Cumin, viel Oregano, viel Koriander, Muskat etc..

Bei unseren Kleinbauernprojekten trocknen die Bauern ihre Ernten natürlich in der Sonne vor, bevor sie in die zentrale Gewürzfabrik zur Sortierung, Reinigung und ggfs. Dampfsterilisation gehen. Einige Produkte werden blanchiert (aber nicht immer…) v.a. Wurzelrhizome wie Ingwer, Galgant und Curcuma.

Keine Erhitzung macht man bei Nelken, Zimt, Rosmarin – die sind natürlich bakterizid, selten bei Paprika, weil das Farbe und Geschmack ruinieren würde, obwohl er das manchmal schwer nötig hätte…. Auch Zitronenverbene verträgt keine Sterilisation.

Unser Bio Hibiskus aus einem Frauenprojekt in Burkina Faso ist in der Regel nicht keimreduziert und wird im Ursprung luftgetrocknet. Die Ware wird nur bei zu hoher Gesamtkeimzahl keimreduziert, was die letzte Zeit nicht der Fall war.

Vanille überschreitet prozessbedingt in jedem Fall die 40°C-Marke. Hier die vollständige Beschreibung aus Madagaskar:

“Nach dem Ernten der grünen Vanilleschoten werden diese ins 65° C heißes Wasser (Zeit je nach Dicke der Schoten – der QM vor Ort testet das von Hand, ohne Termometer oder Uhr) getaucht. Dadurch wird der Fermentationsprozess in Gang gesetzt.
Unser Projekt bearbeitet die Vanille dann nach dem traditionellen Verfahren, d.h. die Schoten werden noch heiß in Wolldecken gepackt, gelagert, wieder herausgenommen, an der Sonne auf Tische ausgebreitet, jede einzelne Schote massiert, um den Vanillinbildungsprozess zu fördern. Durch das Kneten und die Sonneneinwirkung werden die Schoten nach der Fermentierung (dann sind sie nämlich ganz hart) langsam weich.
Wieder werden die Schoten eingewickelt, weggepackt, wieder an der Sonne getrocknet, massiert, so lange, bis der QM sensorisch ermittelt, dass die Schoten den optimalen Feuchtegehalt und eine gewisse Festigkeit erlangt haben.
So gelangen dann unsere Schoten in PE Beutel, gut geschützt vor weiteren Einflüssen und so wird auch weitgehend eine Austrocknung verzögert. Das Innere der Schote, welches dann ja für die Produktionen herausgeschält wird, ist durch die Schote gut genährt und geschützt.
Für Vanilleschoten, welche für die Verpackung in Glasröhrchen vorgesehen sind, ist kundenseitig immer die Anforderung einer Debakterisation.
Durch die Vermahlung der ganzen Schote vergrößert sich die Oberfläche des Produktes und das naturbelassene Produkt weist jetzt eine erhöhte Keimzahl auf, welche in der Lebensmittelindustrie halt eingeschränkt ist.
Deshalb werden vor der Vermahlung die Schoten keimreduziert (ähnlich einer Pasteurisierung – gesättigter Wasserdampf und Druckverfahren), damit diese schon sauber auf die Maschine kommen und das Produkt Vanillepulver dann ‘sicher’ ist.”

 

 

Saaten

Bei Saaten ist es unterschiedlich. Sie sollen ja eigentlich keimfähig bleiben. Entkeimt wird immer Senf, manchmal Kreuzkümmel. Unser Koriander und Kümmel aus Deutschland wird nie entkeimt, Anis, Fenchel und Bockshornklee meistens auch nicht, und werden um die 40°C getrocknet. Hier die Beschreibung eines Kümmel-Anbauers in Deutschland:

“Da es sich hier um Körnerfrüchte handelt, die mit dem Mähdrescher geerntet werden können, dürfen sie keine hohen Feuchtigkeiten haben wie z.B. Blattfrüchte, die zu Tee getrocknet werden. Die Feuchtegehalte von Körnerfrüchten wird 25 % H2O nicht überschreiten, denn sonst streikt der Mähdrescher. Bei gutem Wetter ist die Feuchtigkeit zwischen 15 bis 20 % H2O. Man kann theoretisch auch warten mit der Ernte, bis 10% Feuchte auf dem Feld erreicht werden. Leider sind die Früchte nicht gleichmäßig in der Abreife und die besten Samen, die zuerst reif sind, fallen dann schon vor der Ernte aus.
Für die Trocknung wird bei uns ein Anhänger genommen, der einen Siebboden hat. Durch diesen Siebboden wird warme Luft geschickt, die die Ware durchströmt. Die Temperatur wird möglichst niedrig gehalten, damit die Keimfähigkeit nicht leidet und auch nicht zu viel ätherische Öle verdunsten. Wir arbeiten mit einer Lufttemperatur von ca. 40°. Die Produkttemperatur steigt aber nicht über 30 bis 35°, da im belüfteten Stapel eine Verdunstungskälte entgegenwirkt. Die Temperatur steigt erst dann an, wenn das Produkt trocken ist. Die Trocknung wird sofort nach dem Mähdrusch durchgeführt. Wenn der Drusch am Nachmittag gemacht wird, dann ist der Beginn der Trocknung eine Stunde später und endet in der Nacht oder am nächsten Morgen mit der gewünschten Endfeuchte von < 8 % H2O.”

Vor 3 Jahren geriet eine bestimmte Charge Bockshornklee in Verdacht, die EHEC-Epidemie ausgelöst zu haben. Alle Kontrollanalysen anderer Chargen waren allerdings unbelastet, sodass der Fall letztendlich nicht befriedigend geklärt werden konnte. Seitdem empfiehlt das BfR, Bockshornklee bzw. die selbst gezogenen Sprossen einige Minuten über 70°C zu erhitzen.

 

 

Zu guter Letzt: Tee

Grüntee, Schwarztee, Oolong etc. werden durch ihren typischen Herstellungsprozess auf 60-80°C erhitzt.
Grüntee muss direkt nach der Ernte blanchiert oder trocken “geröstet” werden (ca. 80°C), um die Auto-Oxidation und damit Dunkelfärbung zu unterbinden. Damit er überhaupt so lange haltbar ist, und seine Aromen auch bestmöglich behält, wird er zuletzt in Trocknungstrommeln über nicht zulange Zeit auf bis zu ca. 80°C erhitzt. Im hochtechnisierten Japan sind die Verarbeitungsvorgänge von Grüntee wahrscheinlich am werterhaltendsten ausgetüftelt. Das Endprodukt Tee ist deutlich trockener als Kräuter und Gewürze.

 

 

Trocknungsverfahren in Bildern

Kroatien, Terra Magnifica. Heidelbeeren werden in der Sonne getrocknet.
Terra Magnifica: Minze auf dem Dachboden
Terra Magnifica: Malvenblüten
Terra Magnifica: gerade leere Trocknungsfläche auf dem Dachboden
Terra Magnifica: das Foto hat den Titel: Trocknung für Krim
Terra Magnifica: alter Versuch, etwas Zweck zuentfremden
Terra Magnifica: einfache Trocknungskammer
Terra Magnifica: Professionelle Kammer, Kamille-Trocknung
Terra Magnifica: Großer Kamille-Trockner. Frage: Diese große Kamille-Anlage - trocknet die die Kamille auch bei nur 40°C oder heißer? Antwort: Auf 38 Grad eingestellt. Auch grosse Bestien koennen zart sein.
Terra Magnifica: Großer Kamille-Trockner. Frage: Diese große Kamille-Anlage – trocknet die die Kamille auch bei nur 40°C oder heißer? Antwort: Auf 38 Grad eingestellt. Auch grosse Bestien koennen zart sein.
Terra Magnifica: Malven, Ringelblumen
Terra Magnifica: Sonnenblumenblüten
Terra Magnifica: Ringelblumen
PDS, Kerala, Indien: Holz für den großen Feuerofen
PDS: Ofen für die Dampfsterilisation
PDS, Tribal Projekt Kannampady: kleine Trocknungsflächen im Dschungel
PDS, Tribal Projekt Kannampady: kleine Trocknungsflächen im Dschungel
PDS, Kannampady: kleine Charge weißer Pfeffer
PDS, Kleinbauer Vattothu: Curcuma
PDS: Curcuma auf der Trocknungsfläche der Spice-Factory
Madagascar: Vanille wird in heißes Wasser getaucht vor der Fermentation
China: traditionelle Verarbeitung des Grüntees im Wok. Die Handverarbeitung findet für Edel-Tees statt. Für Alltagstees gibt es heute größere Maschinen.

Pflanzen retten

Eins vorweg an all unsere Langzeit-Leser: wir haben hier eine Neuauflage einer bereits 2018 erzählten Geschichte, die aber auch immer noch ziemlich aktuell ist. Ganz im Sinne der Zeit haben wir sie neu aufgelegt, als Serien Format (eine echte Schreckflix Produktion), jetzt auch in 4k (naja…). Da wir daran nicht so viel Geld verdienen, eure Zeit wertschätzen und klassische Cliffhanger blöd finden, gibt’s die ganze Staffel aber als back to back release in Kurzfassung.

Was das alles heißt: im Grunde gar nichts. Hier ist die Geschichte.

 

Pflanzen retten 2021

ein Schreckflix Original

 

Basierend auf einer wahren* Begebenheit.

 

 

Pestizide und Plastik, die sich mittlerweile überall in der Umwelt und sogar im Menschen finden lassen, sind keine Neuheit. Es ist heute schwierig, davon nicht mehr zu hören. Doch haben Sie schon von CRISPR/Cas und Gene Drive gehört? Die genetischen Eingriffe zur möglichen Eliminierung der sogenannten Unkräuter sind zwar nicht mehr brandneu, aber dennoch sehr unbekannt. Auch wir berichteten neulich auf facebook darüber.

Nachdem wir von Heuschrecke nun seit über 40 Jahren mit Bio den Kampf gegen Pestizide führen, lassen wir uns auch von den neuen Maßnahmen nicht verunsichern. Wir stehen weiter ein für die Natürlichkeit der Pflanzen und die Gesundheit der Natur, dazu gehört eben auch vermeintliches Unkraut (was übrigens häufig in alten Heiltees und Kräutermischungen zu finden ist).

Und wenn die Genforscher nun meinen, bestimmte Widerstandsgene in Unkraut eliminieren zu müssen, dann fügen wir sie eben wieder ein!

 

Nach einer Krisenbesprechung am Montag zum Thema Genmanipulation, CRISP/Cas und Co, war klar, dass wir was dagegen machen müssen. Die Bewegung “Nicht-Auch-Noch-Unser-Unkraut” (NANUU) war gegründet.

Unser geübtes Heuschrecke-Personal hat langjährige Expertise im Umgang mit Pflanzen. Wir haben Experten für die Handhabung der Pflanzen, IT-Experten für Analyse, Verwaltung und Logistik, Fachkräfte für Transport großer Mengen, Kategorisierung und (Gen)-Mischung. Wir sind also gar nicht schlecht aufgestellt.

 

Genbank

 

Obendrein halten wir dank unserer großen Produktpalette eine unerschöpfliche Sammlung von Rückstellmustern aller hiesigen Wildpflanzen vor, die einer Genbank gleichkommt. Die Verwalterin unserer Genbank – wie wir den Rückstellmusterraum jetzt umgetauft haben – ließ gleich vermerken, dass unsere Rückstellmuster-Aufbewahrungsfrist ab sofort von 5 auf 500 Jahre hochgesetzt wird. So können wir langfristige Erfolge garantieren und sind gegen etwaige Pflanzen-Auslöschungs-Maßnahmen (PAMs) auch in entfernter Zukunft gewappnet.

 

Vorbereitung der Operation

 

Unsere Gegenmaßnahmen sind einfach wie effektiv. Wo Gene Drive u.ä. versuchen, bestimmte Gene auszuschneiden, setzen wir sie wieder ein:

 

Vorbereitung

 

Mit geschultem Auge erkennen unsere MitarbeiterInnen die kränkelnden Pflanzen, die schon an hiesigen Weges und Feldrändern stehen und bringen sie schnell in den eigens dafür eingerichteten Operations-Saal. Das Referenzmuster wird in der Zeit schon vorbereitet, Gene extrahiert, dupliziert (wir haben dafür ein Stammzellen-ähnliches Verfahren entwickelt) und mit Hilfe von Genreperaturschere und -lupe von unseren Pflanzenchirurgen wieder eingesetzt. Das Ganze ist nicht ohne Risiko, doch unsere Erfolgsrate spricht für sich.

 

Die fehlenden DNA-Abschnitte kommen aus Referenzpflanze wieder dazu
Nochmal in der Nahaufnahme

 

Die reparierten Pflanzen müssen sich dann erstmal auskurieren. In unserem Firmengärten werden sie gefüttert und umsorgt, sodass sie optimal gedeihen können. Pestizidfreie Ernährung und die milde rheinländische Luft sorgen für Nährstoffe, während Biomusik und vorsichtiges Streicheln die Psyche der traumatisierten Pflanzen wieder heilen. Sobald die Pflanzen wieder bereit für die freie Wildbahn sind, werden sie in ihre Heimat zurückgebracht und eingepflanzt.

 

Die Pflanzen kommen in die Reha

 

Unser Ziel ist es, möglichst viele Pflanzen zu retten. In unseren Augen ist jede Pflanze perfekt wie sie ist, jede Art wichtig für das Überleben unseres Planeten. Es gilt, die Diversität zu erhalten und wenn möglich sogar auszubauen. Nur so können wir eine langfristig glückliche Natur und somit auch glückliche Menschen erreichen.

 

Während unser eigener Arbeitsradius sich hauptsächlich auf unserer Region bemisst, sind wir bereits in Gesprächen mit unseren Lieferanten überall auf der Welt. Viele von Ihnen sind Experten für glückliche Pflanzen vor Ort, sodass wir uns große Chancen auf weitgreifenden Erfolg ausrechnen.

 

 

*nicht wirklich wahr, aber mit ein bisschen Wahrheit vielleicht.

Zum Safran dieses Jahr

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Die Safran-Ernten sind abgeschlossen. Unser Bauer von Kozani informierte uns jetzt über die aktuelle Situation auf dem griechischen Safran-Markt.

Die durchschnittliche Gesamtmenge von Kozani, dem einzigen Safran-Anbaugebiet in Griechenland, beträgt etwa 2,5 bis 3 Tonnen pro Jahr.
Aufgrund der Wetterbedingungen betrug die aktuelle Ernte jedoch nur ungefähr 1 Tonne. Auch unser Bauer aus Kozani hatte Ernte-Einbußen. Seine Ernte verringerte sich von 50 kg auf 40 kg.

Da auch andere namhafte Safran-Anbaugebiete wie z.B. der Iran wegen Dürre und Wasserknappheit starke Einbrüche (50 – 70%, wie wir hörten) in der Safran-Produktion zu verzeichnen hat, ist die Nachfrage nach griechischem Safran deutlich gestiegen. In beiden Herkünften werden die Preise steigen.

Wir führen beide Herkünfte, beide von hoher Qualität.

 

Tja Safran. Ein wahres Gewürzphänomen. Von der Pflanze bis zum fertigen Produkt ein malerisches Prachtwerk. Der Geschmack ist unvergleichlich, floral, süß, richtig betörend und die feinen Fäden sind sehr intensiv.

Was schon immer eine kleine Rarität war, ist nun, wie eingangs beschrieben, noch seltener und kostbarer geworden. Das ist nur noch ein weiterer Grund, sich für den Erhalt und die Gesundheit unseres Planeten einzusetzen.

Zusätzlich wollen wir dieses feine Gewürz heute auch nochmal mit einem Rezept zelebrieren.

Wer später noch mehr darüber lesen möchte: Wir haben vor Jahren (tatsächlich 2017) eine Gewürzreise zum Safran gemacht, wo natürlich weitere Rezepte und ein paar mehr Informationen zu finden sind.

 

Risotto alla milanese

Ein wahrer Klassiker und das vollkommen gerechtfertigt. Die floral-süßen Noten des Safran kommen hervorragend zur Geltung und harmonieren toll mit dem vollen Geschmack von Parmesan und der Säure des Weißweins.

 

Zutaten

  • 150 g Risotto / Milchreis (Psst)
  • 100 g Weißwein
  • 350 – 450 g Brühe
  • 1 Zwiebel (2 Schalotten)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 40 g Parmesan
  • 1 gute Prise Safranfäden (siehe Bild)
  • 30 g Butter
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer

 

Erstmal vorab:

1. Idealerweise nimmt man einen guten Risotto Reis. Das ist in der Regel ein sehr stärkehaltiger Kurzkornreis. Hier gibt es sicherlich starke Meinungen. Wenn man aber dringend Risotto machen möchte und keinen entsprechenden Reis findet, so eignet sich auch Milchreis ganz exzellent, denn dieser hat genau diese Eigenschaften.

2. Wie bei vielen italienischen Klassikern ist Risotto ein Gericht mit recht wenig Zutaten. Dann ist es immer umso wichtiger, dass diese Zutaten so gut wie möglich sind. Es gibt teilweise gute Brühen zu kaufen, aber ich habe wieder eine selber gemacht. Dazu habe ich ein bisschen Gemüse genommen (Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Sellerie und Karotte), dieses angebraten, ein bisschen Tomatenmark und Weißwein dazu, viel Salz und dann einfach eine Stunde köcheln lassen, dann durch ein Sieb geben. Meiner Meinung nach ist das Resultat besser als das meiste, was man kaufen kann, ist aber auch entsprechend etwas mehr Aufwand.

3. Ich mache Risotto lieber in einer weiten Pfanne, als in einem Topf.

4. Traditionell kommt in das Risotto alla milanese Rindermark. Das stelle ich mir sehr gut vor und empfehle es jedem, der nicht vegetarisches Risotto machen möchte.

5. Nachdem ich beim Schreiben noch mehr Rezepte durchforstet habe, habe ich noch den Tipp gefunden, den Reis in der Brühe zu waschen. Das soll später beim Andicken helfen. Da ich es zu spät gefunden habe, kann ich die Effektivität nicht vergleichen. Es geht auch gut ohne.

 

Das ist in etwa auch die Menge, die ich an mein Risotto getan habe

 

Jetzt aber zum eigentlichen Rezept. Die Zwiebel in kleine, homogene Stücke schneiden und in einer gesunden Menge Olivenöl anschwitzen. Das am besten auf mittelhoher Flamme, denn wir wollen keine Karamellisation, sondern weiche, zarte Zwiebeln. Das dauert ca. 3 – 5 Minuten. Dann den Knoblauch kleingeschnitten dazu und nach 30 Sekunden mit dem Weißwein abschrecken. Dieser soll dann aber komplett verdunsten.

In der Zeit können wir schonmal die Safran-Fäden in ein bisschen (idealerweise warmer) Brühe “einweichen” lassen. Das hilft, den Geschmack voll zu entfalten. Das mache ich gerne in einem (Stein-)Mörser, da ich dann auch noch etwas mahlen kann. Weiterhin können wir auch noch den Parmesan reiben, das hilft dann später beim Schmelzen. Es ist auch gut, wenn die Brühe vorgewärmt ist, damit die Pfanne nicht jedes Mal wieder auskühlt. Wenn man die Brühe selber gekocht hat, ist sie das vielleicht noch, sonst empfehle ich, diese vorzuwärmen.

Wenn der Weißwein komplett verkocht ist und nur noch die glasigen Zwiebeln und der Knoblauch in der Pfanne sind, kommt der Reis dazu. Dieser wird nun auch für ca. 3 – 5 Minuten weiter angeröstet, dann kommt die erste Kelle Brühe dazu.

Jetzt muss immer wieder umgerührt und nachgeschenkt werden. Kelle für Kelle wird der Reis dann gar gekocht. Das dauert wohl so 20 Minuten, ist aber eine fast meditative Aufgabe, die ich sehr genieße. Wie viel Brühe der Reis im Endeffekt braucht, ist sowohl von der Reis-Art als auch vom Kochgefäß abhängig. Ich empfehle immer wieder mal ein bisschen zu probieren und den Reis auf seine Gar-Stufe zu testen. Die Safran-bereicherte Brühe habe ich circa zur Mitte des Kochprozesses, nach 10 Minuten also, hinzugegeben.

Wenn der Reis fast gar ist, ca. nach 20 Minuten, nehmen wir ihn von der Hitze und rühren Parmesan und Butter hinein. Wenn er noch mehr Flüssigkeit braucht, kommt auch davon noch ein bisschen hinzu und schmecken mit Salz ab. Letzteres empfehle ich erst nach dem Parmesan zu tun, da dieser auch ziemlich salzig ist. Meine Brühe war aber auch gesalzen.

Ich lasse den Reis dann gerne noch ein paar Minuten durchziehen, was auch die Empfehlung mit sich bringt, das zu tun, bevor der Reis komplett gar ist. Das Ziel ist ein wunderbar-cremiger Reis voller Aroma.

Dieses feine Risotto kann man zwar gut als Beilage reichen (traditionell zu Osso Buco), aber es kann auch alleine für sich stehen. Der Geschmack ist phänomenal und als Gericht ist es sehr rund und befriedigend.

 

Ich hoffe, Euch hat das Rezept gefallen – vielleicht ist das ja was für dieses Jahr Weihnachten.

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Kurzrezept: Indischer Herbstanfang

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Meine Inspirationen für dieses Rezept sind sehr herbstlich und, wie dem Titel zu entnehmen ist, indisch. Genauer noch, diese kleinen kartoffelbefüllten Samosas. Wer Lust auf ein bisschen Schärfe, viel Geschmack, Wärme und erdige Wurzelgemüse hat, ist hier genau richtig.

Das Rezept besteht aus zwei wesentlichen Teilen: Das geschmackliche Highlight ist hierbei der Gewürze-Crunch / Öl. Die Mischung aus Textur und fantastischem Geschmack ist phänomenal. Kartoffeln und Kürbis sind ebenso essenziell und bilden die Grundlage – die Leinwand, wenn man so mag. Ihre warmen, süßlichen und erdigen Aromen harmonieren hervorragend mit den Gewürzen.

Bevor das Kurzrezept zu einer langen Beschreibung wird, fangen wir lieber an zu kochen.

 

Indischer Gewürzcrunch

Ich vermute, hier kann jeder seine persönliche Note einbringen, hier ist also meine.

Zutaten:

  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Koriander
  • 1 TL Senfsaat (gelbe)
  • 1 TL Fenchel
  • 1,5 TL Curry scharf
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer
  • Öl (viel)

 

Leider habe ich das Öl nicht abgemessen. Es sollte genug sein, dass die Zwiebeln und die Gewürze ordentlich darin aufgehen können, aber es ist kein Gewürzöl (siehe Foto).

Eine Pfanne auf mittlere-hohe Hitze bringen. In der Zeit die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, die ganzen Gewürze raussuchen und ganz grob in einem Mörser zermahlen. Es reicht, sie aufzubrechen. Dann die Zwiebeln in der Pfanne unter viel Bewegung anbraten. Sie sollen leicht braun werden, aber dürfen nicht verbrennen. Je nach Herd die Hitze etwas runterstellen. Sobald die Zwiebeln etwas Farbe annehmen, die zermahlenen Gewürze, Pfeffer und etwas Salz dazu geben und nochmal ein paar Minuten weiter erhitzen. Ich habe nochmal einen kleinen Schuss mehr Öl dazugegeben – es soll nicht zu trocken werden. Zum Schluss das Currypulver dazu, 30 Sekunden im Öl anschwitzen und vom Herd nehmen. Wenn es etwas abgekühlt ist, gegebenenfalls noch mit etwas Salz abschmecken. Es sollte so durch die Zwiebeln etwas süß, sehr aromatisch und etwas salzig sein!

 


Kartoffel – Kürbis – Erbsen

Zutaten:

  • 1 Kartoffel
  • 1 Stück Butternut Kürbis
  • Erbsen
  • Indischen Gewürzcrunch
  • Salz, Öl

 

Das ist die schicke Version, um all die Zutaten etwas zu zelebrieren. Dazu oder stattdessen kann man Kartoffeln und Kürbis mit etwas Salz, Öl und Curry Scharf Pulver im Ofen für ca. 45 Minuten rösten. Schmeckt fantastisch, gerade mit dem Crunch (siehe unten). Ich hatte aber Lust, auch eine “schickere” Version zu kreieren.

Kartoffeln und Kürbis in dünne Scheiben schneiden und in der Pfanne golden anbraten. Das geht am besten auf mittlerer Hitze und ein bisschen Geduld. Ab und zu wenden und salzen. Dann auf einem Küchentuch abtropfen. Wenn man gefrorene Erbsen nimmt, kann man sie entweder in einem Topf kurz blanchieren oder Wasser aufkochen und darüber geben. Das muss man dann eventuell 2x machen, dass sie auch schön warm sind.

Dann abwechselnd Kürbis und Kartoffeln schichten, ein paar Erbsen dazu und mit dem Crunch garnieren. Jetzt kann man es als dekonstruierte Samosa Füllung verkaufen, oder eben also Kartoffeln, Kürbis und Erbsen mit Gewürzcrunch. Eins ändert sich nicht – es schmeckt phänomenal.

Alternativ, mit den gleichen Zutaten und etwas weniger Eleganz:

Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, es hat euch inspiriert und hungrig gemacht. Bis bald!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

GA: Arrabiata da Roberto

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Es ist schon sehr praktisch, einen richtigen Italiener in der Familie zu haben. Das kann man nicht nur über unseren lieben Roberto sagen, sondern auch über diese Gewürzmischung. Wenn die Laune nach scharf und italienisch steht, dann ist man hier genau richtig. Und es passt auch einfach schön in den Sommer, finde ich.

Bevor ich mit der geschmacklichen Aufschlüsselung weiter mache, erstmal die Zutaten:

Rosmarin, Thymian, Cayenne, Liebstöckel, Oregano, Basilikum, Zwiebel, Knoblauch, Tomate, Meersalz, Kreuzkümmel

 

 

Ich finde, man liest die Zutaten und hat direkt eine gute Vorstellung und weiß, dass es italienisch wird. Es ist scharf, würzig, warm und mit viel Körper. Es riecht nach Sonne und Urlaub und versetzt mich sofort dahin.

Rosmarin, Thymian und Oregano bilden dabei die große würzig, kräuterige Basis und eine ordentliche Dosis Cayenne sorgt für die notwendige Schärfe. Wir reden hier immerhin von Arrabiata. Dazu kommt eine Umami-Bombe mit Liebstöckel, Knoblauch, Zwiebel, Tomate und etwas Salz. Dann zur Verfeinerung noch ein bisschen Basilikum für etwas Süße und Frische und ein Hauch Kreuzkümmel, um die tieferen Aromen zu unterstützen.

Das kann man eigentlich direkt so benutzen: Brot, Butter, Arrabiata da Roberto und schon schmeckt es. Darüber hinaus passt es natürlich hervorragend zu Tomaten und Nudelgerichten, aber auch zu Reis, Bohneneintöpfen und anderem Gemüse. Auch als Grillgewürz kann ich es mir gut vorstellen.

Was ich mir noch gut vorstellen kann: würziger Nudelsalat. Und das ist die Überleitung.

 

Würziger Tomaten Spaghetti Salat

Erstaunlich einfach, erstaunlich gut und ideal für Picknicks oder Grillabende.

 

Zutaten

350 g Tomaten
70 g getrocknete Tomaten
70 g Rucola
30 g Basilikum
3 Knoblauchzehen
80 g Parmesan
250 g Spaghetti
2 TL Arrabiata da Roberto
1/2 Zitrone
2 EL Balsamico
4 EL Olivenöl
Salz + Pfeffer

 

Zubereitung

Als Erstes können wir das Wasser aufsetzen. Ca. 2 Liter sollten reichen. Wenn das Wasser aufkocht, Salz dazu und die Spaghetti al dente kochen.

Währenddessen die Tomaten, frisch und getrocknet in kleine Stücke schneiden, Rucola und Basilikum waschen und je nach Größe noch etwas kleiner scheiden. Den Parmesan in dünne Scheiben schneiden, nicht zu klein, aber mundgerecht.

In einer kleinen Schüssel den Saft der halben Zitrone mit Olivenöl, Balsamico, Arrabiata Gewürz und 3 fein gehackten Knoblauchzehen vermischen und für mindestens 10 Minuten ziehen lassen. So entfalten die Gewürze erst richtig ihr Aroma. Dann noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wenn die Nudeln gekocht sind, kurz abkühlen lassen, aber noch warm mit all den anderen Zutaten vermischen. Die noch warmen Nudeln können gut die Aromen aufsaugen und ein lauwarmer Salat ist einfach nochmal besonders (lecker). Wenn alles gut untergehoben ist, nochmal abschmecken. Entweder direkt verzehren oder zum Picknicken mitnehmen. Ein bisschen Zeit zum Ziehen schadet dem Salat nicht.

Idealerweise in der Sonne essen und das Leben dazu genießen.

Bis bald!

 

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Das war der Mai 2021 – nass und kalt!

Foto 1: Calocybe gambosa (Maipilz)

 

Endlich ein Mai, wie ihn der Pilzfan schon Jahre lang nicht erlebt hat! Endlich mal genug Bodenfeuchte für Pilze, die manchmal schon den Mai im Namen tragen.

 

Foto 2: Maipilz-Mahlzeit

 

Fangen wir an mit dem Maipilz, Calocybe gambosa (Foto 1), der in so großer Fruchtkörperanzahl am nährstoffreichen krautigen Wegesrand bei Ulmen und Wildbirne  wuchs, dass wir im Mai unsere 1. Pilzmahlzeit 2021 (Foto 2) genießen konnten. Denn der intensive mehlig-ranzige Frischpilzgeruch des Maipilzes verliert sich in der Pfanne.

 

Foto 3: Entoloma clypeatum (Schildrötling)
Foto 4: Entoloma clypeatum (Schildrötling)
Foto 5: Entoloma clypeatum(Schild-Rötling) Sporen 400x

 

Ein besonderer Fund am gleichen Standort, zusätzlich zur Wildbirne gab es weitere Rosengewächse –  Schlehen, Heckenrosen und Weißdorn – , war ein nie gesehenes Massenaufkommen des ebenfalls im Frühjahr erscheinenden Schild-Rötlings, Entoloma clypeatum (Foto 3,4), auch der wird von Kennern verspeist, aber Achtung! Verwechslungsgefahr mit giftigen anderen Rötlingen! Obwohl die Familie der Rötlinge (Entolomataceae) sehr gut von anderen Rosasporern durch ihre eckigen Sporen (Foto 5) abgrenzbar ist, sind die einzelnen Arten der Familie oft ganz schwer auseinanderzuhalten.

 

Foto 6: Geastrum coronatum (Dunkler Erdstern)
Foto 7: Geastrum coronatum (Dunkler Erdstern)

 

Überraschungepilze entdeckten wir beim Ausschneiden eines Lebensbaumes: In der darunter liegenden dicken Nadelstreu fanden sich, sozusagen semihypogäisch ganze Nester von Erdsternen, die sich nach eingehender Analyse als Exemplare des Dunklen Erdsterns Geastrum coronatum – ( Name Pandemie -konform) – entpuppten. (Foto 6,7).

 

Foto 8: Peziza arvernensis (Buchenwald-Becherling)
Foto 9: Peziza arvernensis (Buchenwald-Becherling) Schläuche 100x
Foto 10: Peziza vesiculosa (Blasiger Becherling)
Foto 11: Peziza vesiculosa (Blasiger Becherling) Schläuche 400x 1 offener Deckel dabei

 

Oft fast Eierbecher-große Becherlinge aus der Klasse der Schlauchpilze, Ascomycota, gab es unter Buchen in der verrottenden Buchenblätterschicht, nämlich den Buchenwald-Becherling, Peziza arvernensis (Foto 8,9 )und auf einem altjährigen Sägeplatz den nährstoffliebenden Blasigen Becherling, Peziza vesiculosa (Foto 10,11). Beides Schlauchpilze deren Schlauchspitze sich mit Melzers Reagenz blau verfärbt und die Sporen werden aus der Schlauchspitze über einen sich öffnenden Deckel entlassen.

 

Foto 12: Morchella esculenta (Gemeine Speisemorchel)
Foto 13: Orchis mascula (Mannsknabenkraut)
Foto 14: Geißklee-Bläuling

 

Auch die Gemeine Speisemorchel, Morchella esculenta (Foto 12) ist ein Frühjahrspilz, den wir im Mai  unter nährstoffreichen Hecken am Rande des NSG Schönecker Schweiz sichten konnten. Warteten die Pilze eher in gedeckten Farben auf, war auf Magerwiesen und Wacholderheiden, anders als in den letzten trockenbraunen Jahren Buntes zu bewundern, hier das Mannsknabenkraut, Orchis mascula (Foto 13) und der wunderschöne Geißklee-Bläuling (Foto 14). Das macht Lust auf mehr!

 

 


Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.

Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

Joshuas Botanicals: Zitronengras

Und so beginnt eine weitere Folge Botanicals. Dieses Mal mit Fokus auf Zitronengras.

Das Zitronengras selber muss ich gar nicht so sehr erklären, wie den Cistus Tee. Es hat seinen Namen nicht ohne Grund und genießt auch deutlich mehr Popularität. Man kann es mittlerweile hier auch gut frisch finden, aber es ist etwas widerspenstig im Umgang. Die festen Stile lassen sich schwer schneiden. Nichtsdestotrotz hat es natürlich auch Vorteile, wie alle frischen Kräuter und Gewürze.

Wie dem auch sei – wer sich Arbeit sparen will, der kann sehr gut zum Tee greifen. Er besteht, wie auf dem Foto auch zu sehen ist, aus den geschnittenen Stücken der kräftigen Grashalme. Es schmeckt erfrischend zitronig, ohne die Säure und Citrus-Noten mitzubringen. Das macht es sehr vielseitig einsetzbar und ich könnte auch eine ganze Kochreihe daraus machen. Man kann es auch gut zu anderen Teesorten beigeben, wie etwa Grüntee, um der Mischung eine Frische zu verleihen.

Jetzt aber zu den Getränken. Ich habe einen Versuch gemacht, wie man am besten den Geschmack aus der Pflanze kriegt: Einmal heiß aufgegeossen, wie Tee und einmal kalt. Sobald die Blätter mit dem heißen Wasser in Kontakt kommen, verströmen sie ihr unvergleichliches Aroma und verleihen dem Wasser eine grünlich-gebliche Farbe. Kalt lässt dieser Effekt etwas zu Wünschen übrig. Auch nach einem Tag ziehen lassen, ist der Geschmack sehr zart und etwas befremdlich – es erinnert unerwartet wenig an Zitronengras. Daher empfehle ich für die Zubereitung der folgenden Getränke die klassischen Teezubereitung (10 g auf 1 Liter). Das kann man gut auch 1-2 Tage stehen lassen ohne unerwünschte Nebengeschmäcker zu erzeugen.

Meine erste Idee ergibt sich aus der asiatischen Küche und daher hat der folgende Cocktail auch liebevoll seinen Namen bekommen:

 

Tom Kha Tail

Haha. Wie es so bei Getränke-Namen üblich ist, fangen jetzt die schlechten Witze an. Der Name leitet sich vom thailändischen Gericht Tom Kha Gai ab, was ich sogar mal in einer Gewürzreise gekocht habe. “Gai” bedeutet in dem Fall Huhn, was ich hier mal rigoros rausgelassen habe.
Die anderen Zutaten finden jedoch Verwendung – so entsteht eine frische Neukomposition einer traditionellen Geschmackswelt. Oh ja – dieser ist auch alkoholfrei.

 

Zutaten:

  • 150 ml Zitronengrastee
  • 25 ml Galgantsirup (100 ml Wasser, 50 ml Zucker, 1 TL Galgant, Rezept weiter unten)
  • 25 ml Kokosmilch
  • 8 Kaffirlimettenblätter
  • 1 kleines Stück Thai-Chili
  • 1 Teelöffelspitze Sojasauce (wer sich traut)

 

Die meisten Zutaten gibt es in jedem kleinen Asia-Geschäft. Zitronengras und Galgant bei uns – Kaffirlimettenblätter in getrocknet auch, aber hierfür brauchen wir frische!

 

Zubereitung

Also: Der Zitronengrastee wird wie oben beschrieben zubereitet.

Der Galgantsirup ist ähnlich wie beim letzten Mal. Einfacher Sirup ist immer noch 1:1 im Mengenverhältnis, aber 2:1 tuts auch, wenn es nicht dickflüssig sein muss. Wasser mit Zucker aufkochen, 1 TL Galgant-Pulver dazu und dann idealerweise durch einen Kaffee-Filter geben. Dadurch wird der Sirup klar und frei von Teilchen (abhängig von Vergrößerungslevel).

Kurzes Wort zum Sirup: Ich finde den super. Erinnert etwas an Ingwer, aber hat nochmal komplett andere Nuancen. Riecht etwas erdig, hat aber auch eine feine Fruchtigkeit und Säure. Auf jeden Fall ausprobieren – es würde mich nicht wundern, wenn ich den nochmal verwende.

 

Zum Mischen sollte alles abgekühlt sein. Dann in einem Shaker den Tee, den Sirup, die Kokosmilch, die Kaffirlimettenblätter, Chili und wer mag wirklich nur einen Hauch Sojasauce mit viel Eis vermischen und dann in einem geeigneteren Gefäß als ich habe servieren (ich arbeite daran).

 

 

Es entsteht ein komplexes, cremiges und dennoch frisches Getränk, fast etwas dessertartig. Hier sind die Detailerklärung:

 

 

Detail-Aufschlüsselung

Zitronengras: Frisch, Zitronig, macht den Großteil des Getränks aus. Durch die Frische ist es angenehm zu trinken, nicht zu schwer und somit auch nicht überwältigt von Kokosmilch und Sirup – Bildet die Grundlage.

Galgantsirup: Die Süße und Erdigkeit mit Hang zur Exotik. Bildet quasi den Körper.

Kokosmilch: Es reicht wirklich ein Spritzer aus, um den Getränk durch das Fett eine tolle Cremigkeit zu verleihen. Jeder, der milchige Cocktails mag, weiß, was ich meine. Die, die sie nicht so gerne mögen, wie ich, werden aber auch nicht unangenehm von der Schwere erschlagen.

Kaffirlimette: Nicht nur beim Kochen ein wahnsinniges Aroma. Sehr frisch, sehr intensiv und unvergleichlich. Nimmt die “Zitronigkeit” und Frische des Zitronengrases auf, aber auf einem anderen Level. Als besten Vergleich fällt mir ein musikalischer ein: Es ist quasi eine Oktave über dem Zitronengras – vielleicht reicht das als Erklärung.

Ein Stück Chili: Die kleinen Thai-Chilis sind ziemlich scharf, aber in einem Kaltgetränk löst sich die Schärfe nicht so schnell. Eher ein Hauch, der als Anspielung auf die Herkunft des Namens ist, aber manchmal auch wahrnehmbar genug ist, um interessant zu wirken.

Sojasauce: Nicht nur als Anspielung gemeint. Umami ist eine Note, die in den meisten süßlichen Getränken gar nicht vorkommt. Wer sich aber daran traut, stellt fest, dass es gar keine üble Idee ist. Macht das Getränk unvergleichlich komplexer ohne wirklich vordergründig als Sojasauce herauszuschmecken ist, da wir nur einen Hauch dazu gegeben haben. Ich würde empfehlen, das mal auszuprobieren – Ich glaube, es trifft nicht jedermans Geschmack, aber es ist hochinteressant und durchaus würdig, da weiterzuforschen.

 

Finale Worte: Insgesamt hat mich das Getränk ein bisschen an Milktea erinnert. Ich stelle mir das toll mit Boba-Perlen vor, wer Lust hat, das mal auszuprobieren. Ansonsten auch so spannend. Man kann bestimmt auch noch Alkohol dazu geben, aber das verschiebe ich auf ein nächstes Mal (Das ist eine Andeutung).


Ich wünsche Euch schöne Ostertage, in welcher Form auch immer. Genießt die Sonne und die Erholung. Bis bald!

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Kleiner Gewürzausflug: Curry scharf

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Wie viele von Euch bereits mitbekommen haben, mussten wir und unsere KollegInnen Bio-Kreuzkümmel leider bis auf Weiteres auslisten. Quasi alle Ernten liegen seit ca. 2 Jahren weit über den nun auch gesetzlich festgelegten Grenzwerten für Pyrrolizidinalkaloide. Diese produzieren einige Pflanzenfamilien selbst, um sich vor Insektenfraß zu schützen. Über Beikräuter auf dem Feld gelangen sie in die Gewürzernte. Durch gutes Unkrautmanagment (Jäten und Hacken) holen erfahrene Bauern diese unerwünschten Pflanzen aus dem Feld. Merkwürdigerweise funktioniert das aber bei Kreuzkümmel seit mind. 2 Ernten nicht – jetzt sind wir auf die 2021-Ernten gespannt, ob Verbesserungen sichtbar werden

Kurz und gut: Das lässt sich in den Bio-Läden feststellen: Man findet keinen puren Kreuzkümmel mehr.
Als Solo-Gewürz verzichten wir im Moment – aber unsere Gewürzmischungen brauchen diese faszinierenden herb-würzigen Noten. Wir haben deshalb Tests mit ätherischem Kreuzkümmelöl gemacht, um Kreuzkümmelsaat weitestgehend zu ersetzen, und sie sind recht gut geworden – ein kleines bisschen anders, aber genauso lecker.
Da das Kreuzkümmelöl nicht so einfach in die Mischtrommel geschüttet werden kann, ist das Verfahren etwas komplizierter, so ähnlich, wie wir auch unsere Tees aromatisieren. Wir machen einen Ansatz auf Veilchenwurzel-Pulver, das als Fixateur dient. Das können wir dann gut untermischen. Ihr seht es auf der Zutatenliste.

 

Curry scharf

 

Wie auch der Messe-Seite beschrieben, sind die Currymischungen von Heuschrecke für mich etwas sehr typisches für die Heuschrecke. Woran das liegt, vermag ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht einfach eine Erinnerung.

Wie dem auch sei, für mich ist diese Currymischung sehr ausgewogen und voller Aroma, sodass sie sich hervorragend als “Allein-Gewürz” eignet. Ich glaube, das hatte ich auch bei den anderen Mischungen geschrieben, vielleicht bedeutet das irgendwas…

 

Erstmal die Zutaten:

SENF, Curcuma, Koriander, Cayenne-Pfeffer, Liebstöckel, Bockshornklee, Knoblauch, Pfeffer schwarz, Kreuzkümmel, Zimt Cassia, Lorbeer, Cardamom, Veilchenwurzeln, ätherisches Kreuzkümmelöl

 

Ich weiß gar nicht, wo ich mit der geschmacklichen Beschreibung anfangen soll. Ich probiere es mal so:

Im Vordergrund trifft man auf die Mischung aus Liebstöckel, Senf, Bockshornklee und Koriander – sehr würzig und sehr “curryhaft”. Danach übernehmen leichte Kurkuma-Noten und Knoblauch, die für einen vollen Körper sorgen. Zuletzt trifft man auf die prägnante Schärfe, die sich aus dem Pfeffer und Cayenne-Pfeffer ergibt und ein bisschen anhält, aber auch nicht so sehr, dass es weh tut. Dazu kommen die feinen Noten von Zimt, Lorbeer und Kardamom, die einfach nicht in Curry fehlen sollten. Eher unterstützend, aber würden sie fehlen, wäre es nicht vollständig.

Wie eingangs beschrieben, macht es sich hervorragend als Allein-Gewürz (naja – Gewürzmischung). Wenn ich die Mischung nur schmecke, hab ich gleich ein ganzes Linsen Dal im Kopf und auf der Zunge. Aber auch zu diversen Reisgerichten mit oder ohne Hühnchen würde es ganz gut passen – vielleicht sogar eine Art Paella, wenn man sich nicht unbedingt an Normen halten muss.

Oder man würzt damit, wie meine Tante es immer gerne macht, die Kräuterbutter und schafft so ein Gericht, das man sein Leben lang mitbringen muss.

Aber zurück zu dem Linsen Dal. Das mache ich tatsächlich wöchentlich, was jetzt auch dazu führte, dass mein Curry scharf leer ist…

 

 


Linsen Dal

Trotz meiner stolzen Behauptung des Allein-Würzers, gebe ich an mein Dal noch eine extra Portion Curcuma, Kardamom und Asafoetida (gibt’s online oder in den richtigen Geschäften – sehr indisch).

Weiterhin kann man sich das Rezept so einfach oder komplex wie möglich machen. Hier schreibe ich mein “volles” Rezept auf, aber werde alles, was optional ist, mit einem * kennzeichnen.

Zutaten:

  • 500 g gelbe Linsen
  • 2-3 Zwiebeln
  • 1 großes Stück Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch *
  • 1 Stange Staudensellerie *
  • 1 Möhre *
  • 1 Chili *
  • 1 TL Tomatenmark *
  • 1 EL Curcuma *
  • 2-3 EL Curry scharf
  • 5 Cardamom-Kapseln *
  • 1/2 TL Asafoetida *
  • 1 – 1.5 L Wasser
  • 1/2 Zitrone
  • Salz

 

Wie man an den vielen sieht, kann man wirklich eine Menge weglassen. Mit schmeckt es mir aber besser!

Also: Zwiebeln, Ingwer, Staudensellerie und Möhre in wirklich kleine Stücke schneiden, ca. 0,5 cm oder eben nach Belieben. In etwas Öl, idealerweise ein bisschen Kokosfett oder Ghee, anbraten, ca. 5 – 10 Minuten. Dann Asafoetida, Kardamom, Curcuma und 2 EL Curry dazu geben, kurz anrösten. Kleingeschnittenen Knoblauch und Tomatenmark dazu und für weitere 2 Minuten anbraten. Zuletzt die gelben Linsen und eine gute Portion Salz dazu geben, mit Wasser aufschütten und mit geschlossenem Deckel für ca. 20 – 25 Minuten köcheln lassen. Ich mag etwas mehr Wasser, sodass die finale Konsistenz zwischen Suppe und Brei liegt. Zuletzt mit Zitrone, Salz und mehr Curry Pulver abschmecken.

Dazu kann gerne Brot, Reis oder kleine andere Speisen gereicht werden. Wärmt, sättigt, schmeckt und stellt hochzufrieden.

Und ohne große weitere Worte verabschiede ich mich!

Bis bald!

 

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 
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