Neujahrsgeschichte 2020: End of Service

 

Wir wollen die Tradition der Heuschrecke-Weihnachtsgeschichte, die wir vorletztes Jahr begründet haben, fortsetzen. Diesmal ist es eine Neujahrsgeschichte geworden und natürlich wieder reine Science Fiction … vermutlich.

 

End Of Service

 

Erinnert Ihr Euch, als in Eurem Jahr 2012 die Welt untergehen sollte?

Das war eigentlich der geplante Prozess. Doch es war einfach zu spannend. Wir haben mittlerweile ziemlich viele solcher Welten gebaut und ausprobiert. Einige haben deutlich kürzer gehalten, manche sind uns aus Versehen kaputtgegangen (… beim Umzug verloren und so …), manche sind wirklich schön geworden, haben sich prächtig entwickelt und höchst interessante Lebensformen hervorgebracht. So haben wir viel gelernt.

Doch Ihr, Ihr seid anders. Wir haben bisher noch keine Spezies beobachten können, die sowohl so neugierig, noch so selbstzerstörerisch ist.

Die häufigste Entwicklung endet in einem Gleichgewicht. Wir ändern oft ein paar Variablen, um zu gucken, wie sie sich auswirken. Manchmal patchen wir die Welt noch, um Veränderung zu forcieren und vielleicht noch neue Facetten ans Licht zu bringen, doch nach einer gewissen Zeit stellt sich normalerweise wieder ein Gleichgewicht ein, das wir zwar noch ein bisschen beobachten, aber dann doch die Simulation ziemlich bald beenden.

 

Kleinbauernprojekt SOFA in Sri Lanka, biologischer Anbau, Natur und Mensch im Gleichgewicht

 

Das sollte eben auch mit Euch passieren. 2012 war der geplante Abschaltzeitpunkt. End-of-Service. Keine Ahnung, wie die Maya das rausgefunden haben. Da hat wohl jemand nicht aufgepasst. Wir haben unser Wissen schon in viele neue und aktuellere Projekte gesteckt, um die wir uns kümmern wollen. Es ist anstrengend, sich um so alte Experimente zu kümmern und sie zu pflegen. Das kennt Ihr ja auch. Alter Code, alte Hardware.

Durch Eure Neugier habt Ihr ja sogar angefangen, ähnliche Simulationen und Spiele wie wir zu basteln, die dabei helfen sollten, Zusammenhänge zu verstehen oder abzubilden. OK, etwas rudimentär, aber trotzdem spannend. Der unendliche Durst zu verstehen, zu verändern und sich der Erde zu bemächtigen – faszinierend. Ihr seht Euch echt als das Hochgut der Entwicklung. Zugegebenermaßen kann ich das nachvollziehen. Ihr habt in der Hinsicht wirklich was von uns abbekommen.

Dazu dieser unbedingte Drang, Euch selbst zu zerstören. Wirklich hoch spannend. Wir haben schon bei anderen Spezies beobachtet, wie sie zu Ihrer eigenen Auslöschung beitragen. Durch Gier und Neid, manchmal einfach aus Boykott oder weil sie meinen, nicht mehr existieren zu wollen. Doch bei Euch hat sich das auch entwickelt – trotz des großen Überlebenswunsches, den wir Euch gegeben haben. Oder gerade deswegen? Das müssen wir nochmal genauer überdenken. Trotz des relativ hohen Alters Eurer Simulation, haben wir das in dem Maße und in der Kombination jedenfalls nicht mehr beobachten können. Ich muss das ja gar nicht besonders tief greifend erklären, Ihr seht es ja sogar selber. Kriege, Hunger, Unwille zur Kooperation, teilweise natürlich auch hier durch Gier und Machtgelüste – na Ihr wisst schon. Auf jeden Fall höchst interessant, wie sich das so entwickelt hat. Ihr habt ja auch mal klein angefangen.

Naja. Worauf ich eigentlich hinaus wollte. Seit 2012 ist Euer Support abgelaufen. Wir haben seit dem nicht mehr eingegriffen und werden auch nichts mehr tun. Aber weil Ihr eine wirklich unvorhersehbare und lehrreiche Simulation abbildet, werden wir sie einfach noch ein bisschen laufen lassen. Mal schauen, was passiert. Ein paar haben auf jeden Fall schon Wetten abgeschlossen. Ich selber bin nicht so der Typ dafür.

Also herzlichen Glückwunsch oder so, dass Ihr es so weit geschafft habt. Viel Spaß noch und natürlich viel Glück. Wir werden ab und zu nochmal rein gucken, aber wir haben wie gesagt auch anderes zu tun.

 

 

 

 

Es geht natürlich auch anders.

Ganz oben: Urwaldgebiet Kannampady – PDS Kleinbauernprojekt. Die BäuerInnen leben gerne so viel wie möglich draußen. Der Wald ist ihr Zuhause, sie kennen jede Pflanze und pflegen sie.

 

Krebsbachhof, Europa, Demeter-Anbau von Ringelblumen, das ganzheitliche Anbauverfahren im Einklang mit den Planeten

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Manchmal aber auch so was. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Programmierer / Web-Developer. Hier.

Kurzrezept: Marskuchen

Es ist so weit. Bald ist Weihnachten. Mittlerweile ist es zwar fast 2100 Jahre her, dass Jesus geboren wurde und wir wohnen nicht mal mehr auf dem gleichen Planeten, aber irgendwie konnten wir uns trotzdem nicht davon losreißen. Es ist manchmal einfach schön, mit der Familie oder den Freunden zusammenzukommen, gut zu essen, zu trinken und das Jahr ausklingen zu lassen. Das muss man gar nicht loswerden. Zwar können wir keine Weihnachtsbäume mehr aufstellen, aber ein bisschen Licht und die schönen Weihnachts-Rottöne lassen wir uns nicht nehmen.

Heute wird gebacken, man riecht es schon, sobald man durch die Luftschleuse reinkommt. Es erinnert an früher – alte Rezepte, alte Zutaten. Schwer an Tradition. Es ist eben Weihnachten. Eins meiner Lieblings-Weihnachts-Backrezepte sind immer noch Marskuchen, weil sie so schön nach unserem Planeten aussehen – früher sagte man Leb- oder Pfefferkuchen dazu, glaube ich. Die vielen aromatischen Gewürze, die man mittlerweile leider kaum noch kriegt, tragen stark zur Gemütlichkeit bei und helfen gegen die Eiseskälte, die draußen herrscht. Wärmend und in toller Verbindung mit dem süßen, leicht herben Honig und dem nussigen Roggenmehl. Das kriegt man sonst einfach nicht – aber es passt sonst auch nicht.

 

 

Hier ist mein Rezept:

 

  • 250 g Weizenmehl Type 405
  • 250 g Roggenmehl Type 1150
  • 1 Paket Backpulver
  • 1 Prise Natron
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Kakao
  • 3-4 EL Lebkuchengewürz
  • 300 g Hafermilch
  • 200 g Sojamilch
  • 6 EL Honig
  • 6-8 EL Dattelsirup
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 100 g Walnüsse

 

Das Lebkuchengewürz kann man gut kaufen. Oder eben selber machen. Bei mir kam rein: Zimt, Ingwer, Kardamom, Sternanis, Koriander, Nelken, Muskat und Pfeffer. Angepasst an meine eigenen Vorlieben mit viel Zimt und viel Kardamom. Klassisch braucht es etwas mehr Ingwer und Koriander. Es ist fast wie mit Currymischungen. Es gibt kein richtig und kein falsch – es gibt das, was da ist und das, worauf man Lust hat. Ausprobieren!

Den Ofen auf 170 Grad Umluft erhitzen (190 Grad Ober-Unter-Hitze).
Alle trockenen Zutaten, bis auf die Walnüsse möglichst klumpenfrei miteinander vermischen. Dann die flüssigen Zutaten unterrühren, bis ein gleichmäßiger Teig einsteht. Auf einem Brettchen die Walnüsse grob hacken, sodass die Stücke ca. einen halben Zentimeter dick sind. Diese dann in den Teig unterheben. Nun ein Backblech für dünne oder eine etwas höhere Form für dicke Lebkuchen mit etwas Öl oder Butter einfetten und die Masse darauf gleichmäßig verteilen. Das Blech kommt für ca. 35 Minuten, bei dickeren Lebkuchen ca. 40 Minuten in den Backofen. Es schadet nicht, mal 5 Minuten vorher nachzuschauen.
Wenn dann der Lebkuchen aus dem Ofen genommen wird, mit etwas Milch bestreichen. So bekommt er einen schönen Glanz! Das passt dann zu Weihnachten. Optional ist natürlich auch Schokolade. Immer.

 

Viel Freude damit und eine gute Zeit!

 

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Quickie: China Jasmin Grüntee

Jasmin Tee kennt jede/r Tee TrinkerIn und sogar viele Nicht-Tee-TrinkerInnen. In China ist es der bekannteste und meist getrunkene aromatisierte Tee. Gerne wird er bei uns in diversen asiatischen Restaurants getrunken. Das ist vermutlich so wie der Tomatensaft im Flugzeug.

Traditionell wird Grüntee immer wieder mit den frischen, weißen Jasmin Blüten (und manchmal Magnolia Blüten) gemischt und ausgesiebt, bis er seine charakteristische Note annimmt. Und traditionell gibt es ihn bei uns, hier als feiner Grüntee der Qingshan-Farm aus Hunan. (Fairbiotea)

So viel zu dem, was gesagt werden muss. Jetzt kommen wir zu dem, was ich gerne sagen würde:

Der Tee des Jahrgangs 2019 von Qingshan ist unglaublich prägnant. Der Jasmin Geruch ist unvergleichlich – stark und durchdringend, leicht süß und so blumig, dass es fast zu viel ist. Nicht jedes Jahr stehen so tolle Jasminblüten zur Verfügung …

Ich habe mich recht schwergetan, den Geschmack zu greifen, bis mir auffiel, dass der Jasmin Geschmack kaum auf der Zunge zu finden ist, sondern durch die Nase kommt.

Kurz aufgebrüht hat der Tee ein feines Grüntee-Aroma, fast ohne Bitterstoffe und leicht süß, aber der Geruch ist so stark und holt den Geschmack in der Nase ab, nimmt ihn mit auf ein Meer voller Blumen, einen mystischen Wald mit den zarten Blüten im edlen Weiß.

Der Grüntee sorgt für eine wohlige Wärme, mit der sich diese Blütenpracht in der Kälte genießen lässt. Sehr angenehm.

Das frische Aroma, gepaart mit der anregenden Wirkung beleben bei mir die Geister und entführen mich in eine kleine, fremde Welt. Für mich macht es das zum perfekten Nachmittags und Abendtee, für einen zweiten Anstoß und neue Energie – Obwohl der Tee mich rein geschmacklich eher an den Morgen erinnert.

Wer also abends nach Hause kommt, durchgefroren, müde und genug vom kalten Grau hat, dem möchte ich diesen Tee ans Herzen legen. 5 Minuten Tee, mit geschlossenen Augen und offenem Herzen.

Dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Viel Freude damit!

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

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Joshuas Gewürzreise: Kurkuma

 

Kurkuma ist ein interessantes Gewürz: Kennt man keinen guten, dient er nur zur Färbung. Frisch schmeckt er nochmal deutlich fruchtiger, aber gutes getrocknetes Pulver hat noch ein bisschen verbleibende Frische, gepaart mit einer schönen Erdigkeit und einer leicht bitteren Note. Dazwischen finden sich noch süßliche, holzige und leicht scharfe Noten. Und man denkt natürlich direkt an eins: Currypulver. Das verwundert gar nicht: In vielen Currypulvern ist er ein grundlegender Bestandteil und gibt ihm die prominente Farbe. Doch nicht nur zur Farbgebung ist er in der Gewürzmischung. Er hat Aspekte von vielen anderen Bestandteilen und sorgt somit als wichtiges Verbindungsstück zwischen ihnen.
Wenn man Kurkuma zum Färben benutzen möchte, kann man ihn zum Beispiel ins Kochwasser geben, eine Prise zum Nudelteig geben oder sogar die Vanillesauce damit einfärben, um ihr eine schöne gelbliche Note zu geben. Doch Vorsicht: Verwendet man zu viel Kurkuma, schmeckt das Essen schnell bitter.
Für mich ist Kurkuma in der kalten Zeit genau richtig: Er wärmt, im Tee schmeckt er toll und der komplexe Charakter passt gut zu fettigeren Speisen und Wintergemüse. Nicht zuletzt werden ihm starke Immunsystem-unterstützende Eigenschaften nachgesagt, das kann also gar nicht schlecht sein.

Wichtiger Hinweis: Kurkuma eignet sich nicht nur zur Färbung von Speisen, sondern auch von Händen und Geschirr. Einfach mal schön mit dem Pulver einreiben, das hält manchmal Tage!

Aber auf zu einer Reise mit Kurkuma. Trotz der klaren Verbindung zur indischen Küche, halte ich mich hier fern ab von jeglicher Tradition. Dals, Curries und Biryanis sind toll, aber ich möchte etwas anderes machen!

 

 


Kurkuma Milch

Genau das richtige für schönen, kalten Herbsttage. Sorgt für das gemütliche, warme Körpergefühl. Durch die Zitrone ist alles etwas leichter und hinterlässt keinen trägen Nachgeschmack.

Zutaten:

  • 5 Nelken
  • 8 g Ingwer
  • 5 Pimentkörner
  • 10 Pfefferkörner
  • 1.5 TL Kurkuma
  • 1 EL Honig
  • 1 großes Stück Zitronenschale
  • 50 ml Kokosmilch
  • 150 ml Reismilch
  • 300 ml Sojamilch

 

Zuerst die großen Gewürze im Topf erhitzen, sodass sie ihren Geschmack entfalten: Gewürznelken, Piment und Pfeffer. Dann kommen die restlichen Zutaten ins schöne Warme. Kurz aufkochen lassen, dann auf niedriger Hitze mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Länger tut auch niemandem weh. So können sich die Geschmäcker voll entfalten und das ist gut.

 

 

Kürbissuppe

Fruchtig, leicht scharf, schön wärmend und leicht erdig. Der Kurkuma unterstützt alle diese Elemente.

 

Zutaten:

  • 1/2 Butternut Kürbis
  • 1/2 große Zwiebel
  • 1 kl. Stück Ingwer
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Möhre
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 50 g Knollensellerie
  • 1/2 EL Honig
  • 1 TL Bockshornklee
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 1 bisschen Orangenzeste
  • Saft einer 1/2 Orange
  • 100 ml Kokosmilch
  • 600 ml Wasser
  • Chili, Salz, Pfeffer

 

Den Kürbis längs halbieren, mit Öl und Salz bestreichen und bei 200 Grad Umluft mit Grill ca. 35 Minuten garen lassen oder bis er weich und angeröstet ist. In der Zeit das restliche Gemüse schneiden, den Bockshornklee rösten und mahlen und dann auch noch das Gemüse in folgender Reihenfolge andünsten: Zwiebeln → Ingwer, Knoblauch → Rest. Trotz der vielen warmen Dinge einen kühlen Kopf bewahren. Dazu kommt Chili, Kurkuma, Honig und natürlich Salz. Wenn es gut riecht und schön aussieht, den Kürbis aus seiner Schale in den Topf löffeln, Wasser dazu geben und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis alles Suppengarheit erreicht hat. Als Nächstes kommt alles in den Miiiiiixer, dazu Kokosmilch, Orangensaft und Orangezeste und Muskatnuss. Pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Idealerweise mit Kürbiskernöl, selbst gerösteten Kürbiskernen und einer Prise der Gewürze für die schöne Dekoration garnieren, servieren und mangieren.

 

 


Kichererbsen Kurkuma Fatté

Ok, ganz kurze Geschichte. Dieses Gericht habe ich vor Kurzem in einem kleinen libanesischen Restaurant gefrühstückt und war begeistert. Hier ist aber meine Version, ergänzt um Kurkuma und andere Kleinigkeiten, die alles etwas komplexer und komplizierter machen, als es sein müsste. Aber auch saulecker.

 

Zutaten:

Kichererbsen

  • 350 g Kichererbsen
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 2 Z. Knoblauch

 

Backofenkichererbsen

  • 150 g Kichererbsen
  • 2 EL Öl
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Cumin
  • Chili und Salz

 

Brot

  • 1-3 Pitabrot(e), je nach Größe
  • Öl mit hohem Rauchpunkt
  • Cumin, Salz

 

Joghurt

  • 200 g Joghurt
  • 1 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Cumin
  • 2 TL Tahini
  • 1 Spritzer Zitrone
  • 1 Z. Knoblauch
  • Salz

 

Garnieren

Kurkuma, Mine, Petersilie, Olivenöl, Salz, Pfeffer

 

Das ist mal ‘ne Liste. Aber nicht davon abschrecken lassen, das wird gut.
1. Schritt: Am Tag zuvor die Kichererbsen in kalten Wasser einweichen.
2. Schritt – Kichererbsen: Gemüse sehr grob schneiden und mit viel Wasser und den Kichererbsen ca. 30-35 Minuten kochen, bis sie weich, aber nicht matschig sind.
2. Schritt – Backofenkichererbsen: Haha, 2 2. Schritte. Beides braucht etwa gleich lang. Also los: Kichererbsen mit Gewürze und Öl vermengen, den Backofen auf 200 Grad Umluft erhitzen und die Kichererbsen auf einem Backblech rösten.
3. Schritt – Joghurt: Die Knoblauchzehe zermatschen, auf die präferierte Art. Ich mache das mit einem Messer und etwas Salz. Dann mit den Gewürzen und dem Joghurt vermengen und mit Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken.
4. Schritt – Brot: Das Öl erhitzen auf ca. 160 Grad. Es braucht kein Frittieren sein, es reicht auch ca. 1 cm in einer Pfanne. Das Pitabrot darin schön braun frittieren, ca. 2 Minuten. Auf ein Stück Küchenrolle geben und mit Cumin und Salz bestreuen.
5. Schritt – Komposition: Nach unten kommt das Brot, darauf die gekochten Kichererbsen und eine schöne Schicht Joghurt. Das ist quasi das Minimum. Jetzt noch 1-2 EL Backkichererbsen, frisch-gehackte Pflanzen, etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und Gewürze. So wird aus gut richtig gut. Guten Appetit!

 

 

Kurkuma Pflaumen Milchreis

Der 37. Milchreis in der Gewürzreise. Immer noch nicht langweilig, oder?

 

Zutaten:

  • 150 g Reis
  • 250 g Milch
  • 1 TL Kurkuma
  • 3 Gewürznelken
  • 1 Prise Vanille
  • 150 g Pflaumen

 

Reis und Milch aufkochen und die Gewürze dazu geben. Wenn der Reis fast fertig ist, die Pflaumen dazu geben, sodass sie ihre Konsistenz behalten können.

Pro Tipp: Wenn man möchte, dass die Kurkuma-Farbe gut zur Geltung kommt, sollte man nicht braunen Reis dazu mischen…

 

 

So. Das war’s schon wieder. Was haben wir dieses Mal gelernt?

Kurkuma passt toll zu Milch. Fett und Süße runden die herben Noten gut ab und erschaffen eine wunderschöne Balance, die sowohl zu süßem als auch zu herzhaftem passt.

Während Kurkuma und Curry zusammen gehören, kann man mit Kurkuma auch so wunderbar kochen. Man kann auch tollte Curries OHNE Kurkuma machen. Verrückte Welt.

Falls Euch noch mehr einfällt, schreibt mir gerne.

Bis dahin, schöne kalte Tage mit viel Gemütlichkeit und Wärme.

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Bohnenkraut

Wofür man Bohnenkraut benutzt ist kein besonders gut gehütetes Geheimnis. Wenn ich nicht gegessen werden wollen würde, würde ich mir vermutlich einen besseren Namen ausdenken als Bohnenkraut. Doch der Name trügt, denn man kann das Gewürz auch noch für andere Gerichte verwenden (NeinDochOoh). Bevor wir aber eine Gewitzreise machen, besinnen wir uns eines besseren und kommen zurück zum Geschmack.

Ich finde, dieser ist sehr komplex. Erinnert an die Würzigkeit von Oregano, hat eine fast Eukalyptus-artige mediterrane Note, etwas holzig und harzig, leicht bitter und hat doch viel “Wärme”. Hinzu kommen noch eine leicht süßlich-blumige und eine feine pfeffrige Note.

Das ist schonmal gut.


Geschmacklich und botanisch ist es verwandt mit Rosmarin, Thymian und Co, so findet es passenderweise seinen Platz in Kräutern der Provence und in der mediterranen Küche. Man kann damit natürlich auch andere Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Eintöpfe und sogar Fleisch würzen. In Bulgarien gilt es sogar als ein Universalgewürz und findet dort seinen Weg in viele Gerichte, wie Gjuwetsch, einen Eintopf mit Schweinefleisch und viel Gemüse.

Interessant ist: Früher galt es als Aphrodisiakum, doch da muss man heute wohl auf stärkere Mittel zurückgreifen. Nochmal interessant: Das Gewürz wird heutzutage seinem Namen gleich doppelt gerecht, denn es wird gern neben Bohnen gepflanzt, um die Läuse fernzuhalten. Praktisch!

Jetzt aber der WIRKLICH interessante Teil: Essen.

Den Anfang macht, wie könnte es anders sein, ein Bohnengericht. Dem Schicksal sollte man manchmal nachgehen.

 

 

Bohnensuppe

Frei nach der guten Suppe der guten Mutter.

 

Zutaten:

  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Möhren
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1/3 Stange Lauch
  • 4 Kartoffeln
  • 2 Tomaten
  • 500 g Bohnen
  • 2 Mettwürstchen
  • 1/2 EL Brühe
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2/3 EL Bohnenkraut
  • 1.5 L Wasser
  • 0.1 L Weißwein
  • Olivenöl und Salz

 

Wenn ich überlege, wie ich eine Suppe machen würde, dann ließe sich das 1 :1 auf dieses Rezept übertragen. So geht’s:

Gemüse schneiden, in recht kleine Stücke, oder größere, wenn man die Suppe als rustikal verkaufen möchte. Die Zwiebeln in Olivenöl anschwitzen, dann Möhren, Staudensellerie und Knoblauch dazu, weiter anbraten. Danach Lauch und Tomaten dazu, ein bisschen salzen und für 5 Minuten braten lassen. Mit Weißwein ablöschen und den Wein verkochen lassen. Dann alle restlichen Zutaten mit einer guten Prise Salz dazugeben, aufkochen und bei niedriger Hitze gar kochen lassen, ca. 25-30 Minuten. Am Ende noch mit Salz und zusätzlichen Bohnenkraut abschmecken und an einen kalt werdenden Herbsttag genießen (geht aber auch gut im Sommer).

 

 

Pilz Burger

Die Umami-Umami Kombination ist einfach gut. Bohnenkraut für eine tolle Würze.

 

Zutaten:

  • 400 g Champignon
  • 400 g Hackfleisch (Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Bohnenkraut
  • 1/2 TL Knoblauchpulver
  • 1 EL Sojasauce
  • Salz, Pfeffer

 

  • Burgerbrötchen
  • Burgerbelag

 

Pilze und Zwiebeln schälen und entweder klein hacken oder in einem Food Processor zu einem Mus zermahlen. Letzteres hab ich dieses Mal gemacht. Mit Salz, Pfeffer, Sojasauce, Bohnenkraut und Knoblauch vermischen und dann recht vorsichtig unters Fleisch mischen. Je weniger der Mix verarbeitet wird, desto besser.
Burgerbrötchen machen oder kaufen und aufbacken. Bei mir gab’s dieses Mal glutenfreie, aber das Rezept ist noch nicht 100 % ausgereift, sodass ich das lieber vertage. Grob war es eine Mischung aus verschiedenen Mehlen (Reis, Mais, Kartoffel) und Hefe.
Als weitere Beläge eignen sich Mayonnaise, Ketchup, Gurken, Zwiebeln und Tomaten, oder eben das, was man da hat oder gern mag.
Die Burger formen und in einer sehr heißen Pfanne anbraten. Sie sind bei mir relativ fragil gewesen, deswegen mit Vorsicht behandeln oder kleinere Formen, dann wird das schon. Nach dem Wenden für eine durchgebratenere Version die Hitze etwas herunterstellen und unter mehrmaligem Wenden braten lassen.
Zu guter Letzt alles bestmöglich aufeinander stapeln und versuchen, möglichst von allem auf einmal abzubeißen.

 

 

 


Mascarpone Olivenöl Honig Bohnenkraut

Dieser Nachtisch hat sich so ergeben. Plötzlich war er da.

 

Zutaten:

  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Honig
  • 1 EL Bohnenkraut
  • 1 Orange
  • 80 g gehackte Mandeln
  • 1/2 TL Zimt
  • Salz

 

  • Mascarpone
  • Buchweizen
  •  

In einer Pfanne Honig und Olivenöl und geschnittene Orangenstücke erhitzen und leicht karamellisieren lassen. Vom Herd nehmen und mit Salz, Zimt und Bohnenkraut verfeinern. Dann großzügig mit Mascarpone schichten, Buchweizen in der Pfanne rösten und damit garnieren. Zum Servieren noch etwas Bohnenkraut und Zimt darüber streuen, sieht gut aus.

 

Und das war es auch schon wieder. Ich hoffe, es hat Hunger gemacht und vielleicht sogar geschmeckt (kocht hier jemand?).

Bis zum nächsten Mal!

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Joshuas Gewürzreise: Paprika

Die Heuschrecke Paprika Familie

 

Das tief-rote Pulver muss eins der beliebtesten Gewürze weltweit sein. Es ist unheimlich vielseitig und lässt sich ähnlich dem Kurkuma hervorragend benutzen, um Speisen einzufärben.
Ich möchte mich aber hier mit dem guten, geschmackvollen Gewürz auseinandersetzen: Es hat eine erdige, gemüsige Grundnote, auf die eine schöne fruchtige, leicht süßliche-blumige Note folgt, die dann im Abgang von einer leicht bitteren, eventuell scharfen Note abgerundet wird. Mit einem so komplexen, in sich sehr runden Aromenprofil wundert man sich nicht, dass es vielseitig eingesetzt wird.

Wenn man mal überlegt, dass die Paprika erst im 16. Jahrhundert nach Europa und Arabien gekommen ist, ist man glatt beeindruckt, wie schnell sie ihre Einflüsse in der Küche ausgebreitet hat. Die Spanier brachten sie, wie so viele leckere Pflanzen, aus Amerika mit nach Hause. Es handelt sich bei unserer Gemüsepaprika und dem dazugehörigen Gewürz nämlich um nichts anderes, als eine weit gezüchtete Chili. Sie hat es weit geschafft.

Doch neben Geschmack und Farbe, die übrigens oft als Qualitätsmerkmal gilt, bietet das Gewürz sogar noch mehr Vorzüge: Es enthält Unmengen Vitamin C und weitere Vitamine. Warum also kein Paprika essen?

So. Jetzt aber zum Hauptteil. Es gibt viele tolle Gerichte, in denen Paprika eine Hauptrolle spielt. Sie passt zu quasi allen Sorten Fleisch, Kartoffeln, Reis, Fisch und Gemüse. In Ungarn, einem DER Länder für Paprika allein gibt es tolle Gerichte, wie das beliebte Gulasch oder Paprikasch, für die es tolle Rezepte gibt. In Spanien gibt es wieder andere Versionen, gerne auch mit geräucherter Paprika. Und in verschiedenen Ländern von Nordafrika bis nach Indien wird ebenso gerne mit Paprika gewürzt. Es gibt so viele traditionsreiche Rezepte, dass ich mich heute etwas anders daran begeben möchte. Es gibt eine Auswahl meiner Lieblingsrezepte mit Paprika, die alle inspiriert von traditionelleren Rezepte sind, teilweise Küchen kreuzen und im Endeffekt einfach aromatisch und teilweise einfach und lecker sind.

Fangen wir an.

 

Köfte

Die orientalische (gehört die Türkei noch zum Orient?) Variante der heimischen Frikadelle ist sicherlich eine meiner Lieblingszubereitungsarten von Hackfleisch. Es gibt zwar eine unheimliche Variation in der Zubereitung, über eine Menge Länder, Regionen und Varianten, aber hier ist meine, die stark von den vielen kleinen türkischen Supermärkten mit ihren Fleischabteilungen inspiriert ist. Das Paprikapulver sorgt für eine schöne, rötliche Farbe und zusammen mit dem Cumin eine erdig-fruchtige Note.

 

Zutaten:

  • 300 g Hackfleisch (Rind/Lamm)
  • 0,5 EL Paprika süß
  • 0,5 EL Paprika scharf
  • 1 TL Cumin
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Hand voll Petersilie, glatt
  • 1 kleine Prise Zimt
  • Salz, Pfeffer

 

In einer Schüssel Fleisch mit den Gewürzen vermengen. Die Zwiebel und den Knoblauch fein reiben, sodass keine Stücke zu erkennen sind. Die Petersilie sehr fein hacken und unter das Fleisch heben. Dabei das Fleisch möglichst wenig kneten, da es sonst sehr dicht wird. Im Kühlschrank für mindestens eine Stunde ziehen lassen. Vor dem Braten wieder auf Zimmertemperatur kommen lassen. Dann in 2 cm dicke, längliche Schiffchen formen und bei mittlerer-hoher Hitze anbraten.
Entweder so genießen, mit Reis oder auf einem Sandwich.

 


 

Snack-Zeit

Für den kleinen Hunger und die schnelle Küche. Warum nicht mal:

 

Paprika Creme

Eine feine, mühelos zubereitete Paprika Creme. Ähnlich dem Hummus, aber frischer und fruchtiger durch Paprika und Zitrone. Inspiriert durch die marokkanische Küche.

 

Zutaten:

  • 1 Dose Bohnen, nach Wahl
  • 1 EL Paprika, süß
  • 1 TL Cumin
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz

 

In einem Mixer oder Food Processor die abgegossene Dose Bohnen mit den Gewürzen und dem Olivenöl zu einer homogenen, samtigen Masse verarbeiten. Das war’s schon. Serviert mit Brot oder Rohkost eine schöne Zwischenmahlzeit.

Die Wahl der Bohnen ist Präferenz oder Schrankinhalt-abhängig. Weiße Bohnen, Saubohnen, rote Bohnen, …

 


 

 

Reis-Pfanne

Ein bisschen Paella, ein bisschen Jollof Reis, ein bisschen spanische Gewürzmischung, viel Paprika und eine Verwendung meiner neuen Brühen-Entdeckung.

 

Zutaten:

Brühe

  • 1 L Wasser
  • 2 EL Bockshornklee
  • 2 Lorbeerblätter

 

Reis

  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Daumengroßes Stück Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 2 Möhren
  • 1 Staudensellerie
  • 1 Aubergine
  • 250 g Reis
  • 150 g Garnelen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 200 g Tomaten
  • 2 EL Paprikapulver (süß/scharf)
  • 0.5 EL Oregano
  • Saft einer halben Limette
  • 1 große Hand voll Petersilie
  • Viel Salz, Olivenöl und Pfeffer

 

Für die Brühe das Wasser aufkochen, Bockshornklee und Lorbeerblätter dazu geben und für 15 Minuten weiter köcheln lassen. In der Zeit schonmal das Gemüse und die aromatischen Zutaten schneiden und den Reis waschen.

In einer großen Pfanne oder einem Wok Olivenöl erhitzen und die Garnelen für 30s pro Seite anbraten. Wieder aus der Pfanne nehmen. Dann Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch in das Öl geben und die Hitze auf mittel stellen. Für 3 Minuten anschwitzen. Dann das Tomatenmark und das Paprikapulver dazu. Letzteres entwickelt in Öl erst seinen vollen Geschmack. Nach 1 Minute den Reis, gut abgetropft dazu geben, dann das Gemüse, Oregano und eine gute Menge Salz. Jetzt mit der Brühe (wahlweise auch Hühnerbrühe) ablöschen und gut umrühren. Die Menge ist abhängig vom Reis und der Hitze, aber es braucht mindestens einen halben Liter. Damit kann man schonmal anfangen. Die Schwierigkeit liegt darin, nicht zu viel oder zu wenig zu nehmen und trotzdem den Reis möglichst wenig zu bewegen, damit er nicht matschig wird (Bewegung löst Stärke und zerbricht Körner). Alternativ kann man auch nach dem Umrühren den Reis mit der auf der Verpackung empfohlenen Menge Wasser in den Backofen stellen und abgedeckt für ca. 20 Minuten bei 180 Grad Celsius backen lassen.

Zum Garnieren die Garnelen (am besten frühzeitig) und die Petersilie verteilen, mit Limette abschmecken und in der Pfanne auf dem Tisch servieren.

Anmerkung: Die finale Richtung dieses Gerichts hat sich erst gegen Ende entschieden. Man kann auch gut Hühnchen dazu essen, Feta darüber, Paprika dazu, … Kochen, schmecken, weiter entwickeln.

Und zuletzt, das Nächste zu einem Dessert, an das ich kommen konnte:

 

 

Paprika-Chutney

Süß, salzig, rund und sehr aromatisch. Die Süße der Zwiebeln und des Zuckers, Fruchtigkeit der Paprika, verstärkt durch das Gewürz selbst. Passt zu allem, was sich bereit erklärt, gegessen zu werden. Ausprobieren beschreibt es besser als meine Worte.

 

Zutaten:

  • 4 Zwiebeln
  • 3 Paprika
  • 2 EL Olivenöl
  • 1.5 TL Paprika (Süß)
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Rosmarin
  • 1 EL Crema di Balsamico
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Hand voll Rosinen
  • 1 Hand voll Mandeln
  • Salz

 

Paprika in Streifen schneiden und in einer backofenfesten Form mit Olivenöl, Salz und einer Prise Zucker bei hoher Hitze unter den Grill legen, bis sie Farbe bekommen, 10 – 15 Minuten. Wer kann, kann es auch in einer grillfesten Form auf den Grill legen. In einem Topf das Olivenöl auf mittlere Hitze erhitzen, die Zwiebeln in Scheiben schneiden und für mindestens 15 Minuten karamellisieren. Ich habe einen kleinen Trick benutzt und etwas Zucker dazu getan – so geht es schneller und ich wollte etwas extra Süße. Dann das Paprikapulver, Rosinen und die Mandeln gehackt dazu geben und weiter anschwitzen. Die Hitze auf niedrig stellen und die Paprika zusammen mit dem Rest der Zutaten unterheben. Für 15 Minuten köcheln lassen und schauen, dass es nicht anbrennt. Entweder warm oder kalt zu z.B. Käse, Kartoffeln oder Brot servieren.

 

Guten Appetit und bis zum nächsten Mal!

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Loser Tee ist guter Tee

 

 

Berührung

 

Am Anfang steht die Naturkost – Bewegung. Ihre Pioniere versuchten in einer Welt, die schneller, industrieller und abstrakter wurde, der Natur wieder näherzukommen und sich wieder mehr selber zu spüren – auch, einen faireren Umgang (in der ganzen Prozesskette) untereinander zu finden. Dazu versuchten sie, ihre Nahrung möglichst natur-echt zu belassen. Es war eine sehr idealistische Bewegung, mit klaren Ideen und Zielen. Man schätzte Natur und Lebensmittel und versuchte, mit ihnen im Einklang zu leben.
Mittlerweile hat sich einiges verändert: Die Branche ist gewachsen und so überhaupt erst zu einer Branche geworden. Zwar steht Nachhaltigkeit natürlich immer noch auf der Ordnung, aber der Konsum und Alltag hat auch hier Einzug gefunden.
Die Einfachheit der Nahrung ist zu einer Einfachheit in der Nahrungszubereitung geworden: Convenience-Produkte sind auch im Bioladen überall vertreten, Verpackungen sind mannigfaltig und viele Trendprodukte im Bioladen haben nicht mehr viel mit ihrer ursprünglichen Form zu tun.
Wozu die Geschichte? Wir wollen uns gar nicht so vor dem Wandel verschließen. Teebeutel und andere Verpackungen können praktisch sein, genau wie Fertig- und Ersatzprodukte. Leider geht damit auch die Berührung mit den alten Werten verloren, allen voran die Berührung mit der Natur und die Berührung (durchaus auch haptisch gemeint) zu den “echten” Lebensmitteln. Nun haben viele Lebensmittel einen standardisierten, “bekannten” Geschmack und lange Zutatenlisten, wo der ursprüngliche Geschmacksgeber spät oder gar nicht mehr zu finden ist. Einher geht ein schleichender Qualitätsverlust, der begrüßt wird, weil die Produkte somit “simpler” schmecken.
 
  • Es gibt einen Grüntee, der wie ein Grüntee zu schmecken hat.
  • Man versucht Sojabohnen nach Käse schmecken zu lassen
  • Es gibt Kartoffelbrei aus der Tüte.
 
Öfter haben wir schon Nachricht bekommen, dass ein naturbelassenes Produkt “merkwürdig” schmecke, und sich am Ende herausstellt, dass das einfach der natürliche Geschmack des hochwertigen Produkts ist.
Dieser Fortschritt ist faszinierend, teilweise ganz wunderbar. Wir freuen uns über neue Geschmäcker, es ist manchmal sogar gut, (natürliche) Aromen zu entwickeln, um den Geschmack zu erhalten (s. Vanille bei der derzeitigen Preisentwicklung), aber wir freuen uns noch mehr über die “alten”, ursprünglichen Produkte, die oft unvergleichlich komplexer sind. Bei Kaffee und auch bei Bier ist es mittlerweile angekommen, dass es wundervolle Nuancen gibt, wenn man gute Produkte nimmt und diese vorsichtig verarbeitet.
Aber genug von den alten Erzählungen und abstrakten Vergleichen. Hier geht es ja um Tee.
 
Wir haben zum konkreten Vergleich mal Beuteltee aus der Naturkost – Branche eingekauft und uns näher angeschaut. Zum Vergleich unserer loser Tee. Schaut doch erstmal:
 

 

Keltische Blüten, lose
Unsere “Keltischen Blüten”
 
Unser “Darjeeling Supreme Phoobsering 2. Flush”

Hibiscus-Blüten
 
 
Was uns auffällt und was wir anprangern (auch nicht zum ersten Mal, oder?): Beuteltee ist fein gehäckselt, manchmal fast zu Staub. So verliert er schneller an Geschmack (Oxidation an den Schnittkanten) und häufig wird niedrigere Qualität verarbeitet. Halt, das greift schon auf ein anderes Thema vor.
 
Wir fassen gerne an, was wir essen. Das gilt für Gewürze, Tees und frische Lebensmittel. Man kann sehen, was drin ist, man kann sogar sehen, wie die Zutaten aussehen, sie riechen und ertasten. Die Hände lernen, wie man davon dosiert.
Es ist schön zu wissen, was wir zu uns nehmen und es ist noch schöner, es nicht nur auf der Rückseite zu lesen, sondern es mit den eigenen Sinnen wahrzunehmen. So lernt man eine Menge, kann die Produkte einschätzen und verstehen. Dann macht Kochen und Essen gleich viel mehr Spaß.
 
Also: Schaut Euch mal genauer an, was Ihr zu Euch nehmt. Versucht mal, Euer Lieblings-Fertigprodukt selber zu machen, gönnt Euch guten, losen Tee oder ungemahlenen Kaffee. Probiert mal Gemüse ohne maskierende Würzung, um herauszufinden, wie es schmeckt und um beurteilen zu können, was gut ist. Es ist immer Zeit für Einfachheit, aber manchmal braucht es mehr Berührung.
 
 

 

 

Qualität und – ja, Schönheit.

 
Kamillenblüte aus Teebeutel; Rechts – Kamillen-Röhrenblüte aus unserem losen Kamillentee aus ganzen Blüten
 
Der Grund, weshalb wir nur losen Tee handeln – und dies gerne so grobblättrig oder ganzblütig wie möglich – ist der bessere Schutz der Inhaltsstoffe. Größere Flächen bedeuten weniger Bruch- und Schnittkanten, wo immer Oxidation stattfindet und Inhaltsstoffe, z.B. ätherische Öle wie auch Farben, verloren gehen.
Die Biologin und Pilzsachverständige Eva Wandelt hat für uns eine mikroskopische Untersuchung gemacht. Objekte: Gute Nacht Tee, China Gyokuru Grüntee und Rose Galgant Basentee in loser Form von HEUSCHRECKE (extra knapp am MHD ausgewählt), sowie Nacht Tee-Beutel konv., Nacht Tee-Beutel bio, Fastentee-Beutel bio und Sencha Grüntee-Beutel bio aus dem Handel.
Hier nun Evas Bericht:
 
 

Die Fragestellung:

Kann man über mikroskopische Untersuchungen an Pflanzenteilen von HEUSCHRECKE lose verpackten, grobblättrigen Tees und fein zerkleinerten Teebeutel-Inhalten Aussagen über die Qualität oder Konzentration von pflanzlichen Inhaltsstoffen in den verwendeten, getrockneten Pflanzen machen?

Wenn man nicht direkt die Konzentrationen an ätherischen Ölen in den Pflanzen misst, sind nur einige indirekte Aussagen möglich.

Alle Tees (die Teebeutel wurden geöffnet) wurden ca. 5 Stunden in Brunnenwasser zum Quellen eingeweicht und dann mikroskopiert. (Fotos : t01, t02 )

 
 
t01: Nachttee lose und Teebeutel in Brunnenwasser ca. 1 Stunde eingeweicht.
t02: Loser Tee Gute Nacht ca. 1 Std. in kaltem Brunnenwasser eingeweicht.
t02b: Gute Nacht Tee lose: Kornblumen-Blütenblatt 400x vergrößert.
t02b2: Lose Tees und Teebeutel ca. 12 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
t02b3: Lose Tees und Teebeutel ca. 24 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
 
Bereits bei Inaugenscheinnahme der Einweichschälchen konnte festgestellt werden, dass die losen Tees bunt gefärbt waren, die einzelnen Bestandteile waren gut mit bloßem Auge zu erkennen, z.B. ganze Rosenblüten, ganze Kornblumen. Der lose fermentierte Grüntee ist auch eingeweicht wesentlicher heller grün als der Teebeutel-Grüntee, dessen Färbung von Anfang an ins Grün-Braun-Olive geht. (Fotos: t02b2 nach 12 Std., und t02b3 nach 24 Std.)
 
 
t02c: Nacht-Teebeutel konventionell: vollständige Kamillenblüten 40x vergrößert.
t02d: Nacht-Teebeutel konventionell: nicht identifizierbare Pflanzenstückchen (oval – vielleicht Lavendel) 40x vergrößert.
t02e: Gute Nacht Tee lose: Ausschnitt Lavendel (behaart) 40x vergrößert
t02f: Gute Nacht Tee lose: Lavendelblüten-Haarzelle mit hellviolettem Farbstoff 400x vergrößert.
t02g: Gute Nacht Tee lose: Melissen-Blattzellen mit Blattgrün 400x vergrößert.

t02h: Nacht-Teebeutel bio: sehr klein zerrissene Pflanzenteile 40x vergrößert.

t02i: Nacht-Teebeutel konventionell: Kamillen-Pollen staubfein 400x vergrößert.
 
 
Trotz Quellung reicht die Spannung der eingeweichten Tees nicht aus, um Dünnschnitte für eine mikroskopische Untersuchung anzufertigen, deshalb wurden immer ganze Teile, etwas gequetscht, auf den Objektträger gelegt. Anfärbemittel wurden nicht verwendet, um in den Pflanzenteilen vorhandene Farbstoffe sichtbar machen zu können. (Foto: t03)
Die enthaltenen Farbstoffe in den Zellen der losen Tees liefen nicht aus, denn sie befanden sich in immer noch weitgehend intakten Zellen (siehe blau im Kornblumenblütenblatt, hellviolett in Lavendelblütenhaarzellen). Auch die Farbstoffe in zarten Rosen- oder Veilchenblütenblättern waren deutlich zu sehen. Zudem schien das Pflanzengewebe intakt zu sein. (Foto t02f und t02e und t02b und t02g)
Solche Farbstoffe wurden in den weitgehend bräunlich-grünlichen oder eher farblosen Bestandteilen – eigentlich passt der Begriff „verwelkt“ dazu am besten – , die kaum genauer identifiziert werden konnten in den sehr kleinteiligen Teebeuteltees, nicht gefunden (Foto t02h und t02d), wohl aber die Reste von wahrscheinlich Ölbehältern in Pfefferminzblättern im Fastentee-Beutel bio. (Foto t06c)
Im Nacht-Teebeuteltee konv. waren die Pflanzenteile stark zerkleinert, aber die winzigen Röhrenblüten der Kamille waren noch als ganze sichtbar und Kamillenpollenkörner waren auch so feinstaubfein, dass sie nicht mehr Opfer einer maschinellen Zerkleinerung werden konnten. Sie sind ja auch nur einige Mikrometer klein. (Foto t02c und t02i)
Der grüne Farbstoff (Chlorophyll) in grünen Blättern war in den losen Tees leuchtend grün, in den Teebeuteltees opak braungrün, aber gut zu sehen.
 
 
t03: Blütenblätter-Stückchen von Veilchen, Rose, Kornblume in Wasser auf einem Objektträger.
t04b: China Gyokuro Grüntee lose: Blatt-Aufsicht, Blattgrün 40x vergrößert.
t04c: Sencha Grün-Teebeutel bio: Blattstücke opak-blaugrün 40x vergrößert.
 
 
Loser China Gyokuru und Sencha-Teebeuteltee wurden unter genau identischen Bedingungen mikroskopiert: der lose erstrahlt in frischem Grün (Foto t04b), der Teebeutelinhalt hat eine matte Färbung (t04c). Mit etwas Vorsicht könnte man den Schluss ziehen, dass die enthaltenen Farbstoffe in den losen Tee-Zellen darauf hindeuten, dass auch andere, ohne intakte Zellwände eher flüchtige Inhaltsstoffe, also die, weshalb der entsprechende Tee ja getrunken wird, in größerer Menge vorhanden sind als in den vielfach gebrochenen Zellen von fein zerkleinerten Tees.
Farbstoffe und Blattgrün in den Zellen, die im Mikroskop zu sehen sind, sind sozusagen zusätzlich dabei.
Sowohl Chlorophyll wie auch die meist zu den wasserlöslichen blauen bis roten Anthocyanen zählenden Farbstoffe vieler Blüten gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, deren gesundheitsfördernde Wirkungen mittlerweile unbestritten sind, obwohl ihr genauer Wirkmechanismus noch nicht bekannt ist. So konnte ich z.B. nicht herausfinden, ob verblasste Farbstoffe, wie die in den Teebeuteln, überhaupt noch wirksam sind. Sicher führt die Trocknung zu Wirkstoffverminderungen. Klar ist auch, dass viele sekundäre Pflanzenstoffe hitzeempfindlich sind. Erhitzt werden aber sowohl die losen Tees wie auch Teebeuteltees. Kürzlich erst durchgeführte Untersuchungen mit Anthocyanen, die in Gemüse und Obst in viel größeren Mengen als in getrockneten Blättern vorhanden sind, zeigen, dass diese offenbar in erheblichem Umfang bereits im Mund, wahrscheinlich durch Bakterien umgebaut werden. Vielleicht sind sogar diese Abbauprodukte, die dann in den Körper gelangen, eher biologisch aktiv als die eigentlichen sekundären Pflanzenstoffe: neue Forschungsfelder tun sich auf.
 

t06c: Fastentee-Teebeutel bio: wohl Pfefferminzblatt-Ölbehälter 100x vergrößert
t06d: Rose-Galgant-Basentee lose: Reste von Schraubentracheiden hängen aus einer Abrissstelle eines Rosenblütenblatts 400x vergrößert.

 

An manchen Bruchstellen von Wasserleitungsbahnen schnellen übrigens wie schraubig ausgerollte Federn, Reste von Schraubentracheiden aus den gequollenen Blattbruchstückchen heraus, deshalb habe ich noch ein solches Mikrobild angehängt (Foto t06d).
 
Eva Wandelt
Biologin und Pilzsachverständige (DGfM)
 
 
 
Fotos:
t01: Nachttee lose und Teebeutel in Brunnenwasser ca. 1 Stunde eingeweicht.
t02: Loser Tee Gute Nacht ca. 1 Std. in kaltem Brunnenwasser eingeweicht.
t02b2 Lose Tees und Teebeutel ca. 12 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
T02b3 Lose Tees und Teebeutel ca. 24 Stunden in Brunnenwasser eingeweicht.
t03: Blütenblätter-Stückchen von Veilchen, Rose, Kornblume in Wasser auf einem Objektträger.
t02b Gute Nacht Tee lose: Kornblumen-Blütenblatt 400x vergrößert.
t02c Nacht-Teebeutel konventionell: vollständige Kamillenblüten 40x vergrößert.
t02d Nacht-Teebeutel konventionell: nicht identifizierbare Pflanzenstückchen (oval – vielleicht Lavendel) 40x vergrößert.
t02e Gute Nacht Tee lose: Ausschnitt Lavendel (behaart) 40x vergrößert.
t02f Gute Nacht Tee lose: Lavendelblüten-Haarzelle mit hellviolettem Farbstoff 400x vergrößert.
t02g Gute Nacht Tee lose: Melissen-Blattzellen mit Blattgrün 400x vergrößert.
t02h Nacht-Teebeutel bio: sehr klein zerrissene Pflanzenteile 40x vergrößert.
t02i Nacht-Teebeutel konventionell: Kamillen-Pollen staubfein 400x vergrößert.
t04b China Gyokuro Grüntee lose: Blatt-Aufsicht, Blattgrün 40x vergrößert.
t04c Sencha Grün-Teebeutel bio: Blattstücke opak-blaugrün 40x vergrößert.
t06c Fastentee-Teebeutel bio: wohl Pfefferminzblatt-Ölbehälter 100x vergrößert.
t06d Rose-Galgant-Basentee lose: Reste von Schraubentracheiden hängen aus einer Abrissstelle eines Rosenblütenblatts 400x vergrößert.
Fotos: (c) Eva Wandelt
 
 
 

 

 
Kamille, Röhrenblüte mit orangener Narbe, erblüht. 40x vergrößert
Unsere stolze Kamille
Kamille, ganze Körbchen, 12 Std. eingeweicht
 
Um Kamille so schön mit ganzen Blütenköpfchen hinzubekommen, hat unser Kamille-Bauer aus Kroatien seinen höchst geheimen, selbst entwickelten Maschinenpark. Denn wenn sie während des Trocknens und Sortierens nicht wie ein rohes Ei behandelt wird, zerfällt sie sofort.
Beim Geschmack scheiden sich die Geister, er ist vielschichtig mit süßlichen wie bitteren Noten und passt zum Beispiel gut zu Schwarztee (Tipp: wer Kamille pur nicht mag – mit Darjeeling o.ä. mischen).
Von den Inhaltsstoffen her ist sie ebenfalls eine ziemliche Generalistin und deshalb seit Jahrhunderten ein bewährter Haustee.
 
 
 
Kamille, junge Röhrenblüten mit Samenanlagen und Staubbeutel. 40x vergrößert.

 

Bei unseren Recherchen für „Loser Tee versus Teebeutel“ hatte Eva Wandelt eine Röhrenblüte der Kamille aus einem Teebeutel unter dem Mikroskop fotografiert – eine hübsche Form, die aber jegliche Farbe verloren hatte – und war neugierig, wie sich unsere Kamille zeigt.
Tatsächlich sieht sie „heiler“ und komplexer aus mit ihren gelblichen Farbstoffen, die noch vorhanden sind. Interessanterweise hat sie insgesamt in ihren Strukturen eine vollständigere Anmutung.
 

Kamillen-Röhrenblüte, orange Narbe. 40x vergrößert.

 

Eine kleine Schönheit, wenn man mal so tief hineinschauen darf. Eva Wandelt schreibt noch zu dieser Kamille-Serie: „In Euren Teetüten sind zwar ganze Blüten, wie bei den anderen auch, aber korrekter müsste es heißen: ganze Körbchen, das ist nämlich ein kompletter Blütenstand, bestehend aus einem Kranz steriler weißer Zungenblüten und den fertilen gelben Röhrenblüten. Auf meinen Fotos sind eigentlich nur die Blütenblätter der Röhrenblüten, die Samenanlagen passen nur bei den jungen noch unaufgeblühten Blüten mit auf das Foto.“
 

Kamille, Röhrenblüte. 40x vergrößert.

 


 

Und was sagt Ihr?

 

Teeverkostung auf der Weiling Messe

Weiling Messe, Coesfeld – Nachdem wir in den sozialen Medien eine kleine Aktion über losen Tee versus Teebeutel gefahren sind, mussten wir das natürlich auch in die Tat umsetzen. Das war für uns sehr spannend, da wir nicht abschätzen konnten, wie die Bio-Ladner darauf reagieren würden. Könnten sie dem folgen, sähen sie auch einen Unterschied oder wäre das alles für sie ein großer Quatsch.
 
 
Das waren wir!
 
 
Wir haben zwar selber schon über den besseren Geschmack berichtet und die Absicht unseres Versuchs lag auf der Hand, aber wir glaubten, dass es einen Unterschied machen würde, die Kunden selber mal Testen zu lassen. Es mal auf der eigenen Zunge zu erleben brennt sich einfach besser ins Gedächtnis ein, als bloß auf irgendeinem Blog darüber zu lesen. Wir hoffen, dass das Ergebnis dazu führt, das man einfach keine Lust mehr auf Teebeutel hat.
So viel also zur Theorie. Hier sind ein paar der Zitate (und Fotos):
 
 
 
Das ist ja wie Tag und Nacht
 
 
 
Ohne Scheiß kann man wirklich sagen, dass der lose Tee deutlich kräftiger und würziger ist und die Teebeutel ein bisschen luschiger.
 
 
 
Der Unterschied – das war nicht nicht zu merken
 
 
Der ist sehr weich und vollmundig ( (über losen Tee: Brennnessel von Heuschrecke. Brennnessel mag eigentlich niemand wirklich gern, diesen aber schon!)
 
 
Nochmals vielen Dank an alle, die uns besucht haben. Es war uns eine große Freude!
 

Joshuas Gewürzreise: Majoran

Obwohl Majoran eins der hier meist verbreiteten Gewürzkräuter ist, wird er recht wenig verwendet – ja, viele wissen nicht mal so genau, was das genau ist. Wieso also wird er so viel angebaut und was macht man nun damit? Schauen wir uns das Kraut mal genauer an.

Majoran gehört zur Gattung Dost, ist daher mit dem gleichnamigen Kraut, aber auch mit Oregano verwandt. Er wird deshalb manchmal böse als Oreganoersatz für uns Mitteleuropäer gehandelt. Dabei kommt die Pflanze ursprünglich aus Kleinasien, fühlt sich aber auch hier sehr wohl.

Die kleinen Blätter sind ziemlich würzig. Man kann ihnen die Verwandtschaft zum Oregano nicht absprechen, aber er ist meiner Meinung nach weniger erdig, eher kräuterig, fast blumig, aber irgendwo auch grasig. Dazu ist er deutlich würziger – im Sinne von Brühe.

Wie den anderen Heil- und Gewürzkräutern spricht man auch dem Majoran diverse medizinische Wirkungen zu: Er wirkt antiseptisch und soll bei Unruhe und Verspannungen helfen… Mittlerweile braucht das ja kaum noch gesagt werden: Fast jedes Gewürz soll in irgendeiner Weise wirken und wurde irgendwann mal als Heilkraut verwendet. Vielleicht ist da ja was dran.

Neben den hier aufgeführten Gerichten passt Majoran noch toll zu Kartoffeln, Bohnen und Fisch – einfach mal ausprobieren.

Noch ein Tipp zum Kochen: Majoran sollte man erst gegen Ende des Kochvorgangs dazu geben, da sich sonst auch hier die Aromen verflüchtigen. So kommt er gut zur Geltung.

 

In der griechischen Antike galt er als Zeichen für Glückseligkeit. Ich hoffe, dass die folgenden Gerichte genau diese Glückseligkeit hervorrufen. Fangen wir also an.

 

Champignon – Weißwein – Majoran

 

 

Zur Vorspeise gibt es heute ein Gericht, dass eigentlich noch 2 Monate zu früh ist. Trotzdem war mir sehr danach und es passt ganz hervorragend zum würzigen Kraut.

 

Zutaten:

  • 500 g Champignons
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Lauch
  • 150 ml Weißwein
  • 175 ml Kokosmilch
  • 450 ml Wasser
  • 1/2 EL Majoran
  • 1/4 EL Kräuter der Provence
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

 

Die Pilze ordentlich putzen. Das ist sowohl das unangenehmste, längste und auch unspaßigste des ganzen Prozesses. Versprochen. Dann in Scheiben schneiden. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, Knoblauch, Staudensellerie und Ingwer ebenso. In einem weiten Topf Öl erhitzen und Zwiebeln und Ingwer dazu geben. Kurz anschwitzen, dann auf hoher Hitze die Pilze anbraten. Es kann gut sein, dass diese erst Wasser lassen. Dann einfach weiter kochen lassen, bis das verkocht ist, dann anbraten, bis sie schön Farbe bekommen haben. In der Zeit den Lauch in feine Ringe schneiden und gut waschen, dann dazu geben. Jetzt auch Knoblauch und Sellerie dazu. Nach 2 Minuten mit Weißwein ablöschen und den Wein verkochen lassen. Kokosmilch (oder Sahne) dazu, Wasser dazu und für ca. 10 Minuten köcheln lassen. Kräftig abschmecken und schon ist die Suppe fertig.

 

Optional kann man sie noch pürieren, aber für den Sommer war mir das zu schwer.

 

 

Lammwürstchen*

 

*Funktioniert auch mit Schwein.

 

Majoran wird nicht umsonst auch als Wurstgewürz bezeichnet. Diesem Namen musste ich gerecht werden und habe zum ersten Mal Würste selber gemacht. Leckere Schweinerei. Majoran + Fenchel schaffen fantastische Würste.

 

Zutaten:

  • 400 g Lammfleisch (mit ordentlich Fett, Rücken, oder beim Metzger nachfragen)
  • 1/2 EL Majoran
  • 1/4 EL Oregano
  • 1/4 EL Fenchel
  • 1/4 EL Knoblauchpulver
  • Salz, Pfeffer
  • Optional scharfe Paprika

 

Zum Würste selber machen braucht man natürlich einen Fleischwolf. Wer keinen hat, kann die Masse aber auch so einfach anbraten – Schmeckt wunderbar.

Das Lammfleisch im Fleischwolf zerfleischen. Den Fenchel im Mörser etwas zerstoßen. Dann alle Gewürze dazu und gut vermengen. Wer sich beim Abschmecken nicht sicher ist, kann ein kleines Stück der Masse in der Pfanne anbraten und probieren. Dann am Fleischwolf den Wurstfüllaufsatz (so heißt der bestimmt) mit Darm bespannen. Das Fleisch einladen und die Würste vorsichtig befüllen. Nicht vergessen, ab und zu eine Wurst zu schließen. Das war’s schon. Jetzt sind sie bereit zum Anbraten. Dazu zum Beispiel Kartoffelbrei und noch mehr Champignons oder Salat. Oder grillen.

 

Anmerkungen:

1. Würste machen ist etwas aufwendig, vor allem das Drumherum. Ich empfehle, direkt mehr zu machen und den Rest einzufrieren.
2. Die Würste sind etwas dicht, etwa wie Merguez. Beim nächsten Mal (und wenn meine Mitesser es vertragen) würde ich eingeweichte Brotkrumen unter mischen. So werden sie saftiger und lockerer.
3. Darm für die Würste kriegt man im Internet, z.B. auf Ebay oder auf Nachfrage manchmal beim Metzger
4. Das Verschließen der Würste braucht keine zusätzlichen Mittel. Ich habe die Würste danach ein paar mal gedreht, ca. 5 Mal. Danach halten sie ihre Form von alleine.

 


Wassermelone – Za’atar

 

Einen Nachtisch mit Majoran zu machen ist gar nicht so einfach. Die Gewürzmischung Za’atar kommt aus dem Mittleren Osten und ist eine wunderschöne, komplexe Aromamischung: Würzig, nussig, fruchtig und sauer. Sie runden die süße Frische der Wassermelone schön ab – Fantastisch.

 

Zutaten:

  • Wassermelone

 

  • 1 EL Majoran
  • 1 EL Oregano
  • 1 EL Thymian
  • 1.5 EL Sumach
  • 1.5 EL Sesam

 

  • Optional Salz

 

 

Den Sesam in der Pfanne anrösten, bis er goldgelb wird. Dann mit all den anderen Zutaten vermischen. Die Melone in mundgerechte Stücke schneiden und schön anrichten. Mit einer ordentlichen Menge der Gewürzmischung bestreuen und einer kleinen Prise Salz vervollständigen. Fertig ist die erfrischende, aber auch sehr befriedigende Nachspeise.

 

 

So sind wir auch schon wieder am Ende. Ich hoffe, es war unterhaltsam und appetitanregend – vielleicht sogar motivierend, mal wieder etwas Feines zu kochen und herumzuexperimentieren. Das würde mich freuen.

 

Sonst würde ich sagen: beim nächsten Mal gerne wieder.

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

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Joshuas Gewürzreise: Rosmarin

 

Rosmarin von Heuschrecke

Mit Rosmarin ist der Sommer angebrochen. Ich verbinde damit warmes Wetter, Sonne, Grillen und gemütliche Abende. Der Duft nach Rosmarin verströmt Entspannung und Freude. Es riecht nach Urlaub. Das wundert nicht, denn er ist in der mediterranen Küche weit verbreitet und wächst vermutlich in Italien und Frankreich auch in dem ein oder anderen Garten als großer Busch. Er schmeckt sogar nach Südfrankreich.

Doch schauen wir uns das Kraut mal genauer an. Rosmarin hat einen dominanten, unverwechselbaren und sehr komplexen Geschmack. Ein angenehm holziges Aroma, das an Pinien und Fichtenwälder erinnert (schonmal in Südfrankreich gezeltet?), aber auch eine blumige, süßliche Leichtigkeit von Blumenfeldern, eine leichte Zitrusnote und eine gute Prise Eukalyptus. Im Abgang schmeckt er dann nicht zuletzt leicht bitter und harzig, doch nicht unangenehm.

Die Geschichte von Rosmarin erinnert an die der meisten Gewürze: Schon in der Antike war er als Heilkraut bekannt, wurde als Räucherwerk verbrannt und stand als Symbol für Treue und Verlässlichkeit, denn man glaubte, dass er das Gedächtnis stärke. An der Heilwirkung ist natürlich auch etwas dran: Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd und regt den Kreislauf an. Als Extrakt hat es eine stark antiseptische, als Tee eine antimykotische Wirkung, die man im Garten nutzen kann, um Pilzbefall zu behandeln. Auch in der Parfum-Welt findet man Rosmarin wieder, sogar in Kölnisch Wasser.

Die Aromen des Krauts lösen sich hervorragend in Fett. Hier bietet sich Olivenöl besonders an, da seine bittere Note mit der des Rosmarins harmoniert. Typische Paarungen sind Zitrone (um die Zitrus-Note des Rosmarins abzuholen), bittere Aromen wie dunkle Schokolade und andere dominante, leicht bittere Gewürze, wie etwa Salbei. Letzteres findet sich in den Kräutern der Provence wieder. Langsam ergibt alles einen Sinn.

So viel also zum Text-Anteil dieser Reise. Jetzt ist es aber Zeit, den Hunger anzuregen und das Essen zuzubereiten.

Vorweg fangen wir heute mit einem Aperitif an, um uns abzukühlen und auf den Rosmarin-Themenabend vorzubereiten. Theoretisch könnte man nämlich alle Gerichte heute als Abendessen servieren, dann vielleicht aber in kleineren Portionen… oder mit viel Hunger.


Rosmarin-Zitronen-Aperitif

 

Grundlage hierfür ist ein selbstgemachter Sirup, der vielseitig verwendbar ist.

 

Zutaten

  • 1 EL Rosmarin
  • Zeste einer Zitrone
  • 200 ML Wasser
  • 2 EL Zucker

 

Alle Zutaten in einen kleinen Topf geben, kurz aufkochen und dann auf niedriger Hitze ca. 20 Minuten ziehen lassen, dann abkühlen lassen.
Als alkoholfreier Aperitif mit Zitronenscheibe, ca. 300 ML Wasser und dem Saft einer halben Zitrone auf 2 EL Sirup, aber es passt auch Gin oder Vodka dazu… nehme ich an.

Eingestimmt? Gut. Erster Gang.


Ziegenkäse, Tomaten, Zwiebeln, Honig

 

Ein halber Klassiker. Fantastisch im Sommer, sehr rund, süßlich, würzig… Schon der Geruch sorgt für Wonne.


Zutaten:

  • 300 g Ziegenkäse
  • 1 Zwiebel (rot wäre schöner)
  • 6 kleine Tomaten
  • 2 EL Honig
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Rosmarin
  • Salz, Pfeffer, Zitronenzeste

 

Man kann damit auch gut Pakete in Alufolie für den Grill machen. Hier aber die Anleitung im Ofen, die Umwandlung kriegt man aber hin.
Ofen auf 180 Grad vorheizen. In einer Ofenform den Ziegenkäse in große Stücke zerbröckeln, die Zwiebel in etwas dickere Scheiben schneiden (längs, nicht quer), Tomaten halbieren und alles mit dem Rosmarin, Pfeffer, Olivenöl und Honig vorsichtig vermengen, dass der Ziegenkäse nicht weiter zerbricht. Optional kann man noch Zitronenzeste untermengen. Das sorgt für angenehme Frische, wenn man sie findet. Für ca. 20 Minuten backen, dann den Ofen auf Grill und 250 Grad stellen und noch mal 5-10 Minuten backen, bis die Ecken golb-braun werden.

Dazu gibts Brot und Salat… bei mir.

 

Lamm, Rosmarin, Knoblauch

 

Muss ich mehr sagen? Perfekt, ein Klassiker. Ich hab mich die ganze Woche darauf gefreut.

 

Zutaten:

  • 600 g Lammkoteletts
  • 2 EL Rosmarin
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Minze (optional)
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer

 

Knoblauch grob zerstoßen und alles in einer Schüssel vermengen, ca. 1 Stunde ziehen lassen. Wer es länger ziehen lassen will, sollte das Salz erst später dazu geben. Dann auf den heißen Grill oder in eine heiße Pfanne, von beiden Seiten scharf anbraten, bis der gewünschte Blutigkeitsgrad erreicht ist, ca. 3-9 Minuten (rare – well done). Dazu passen Rosmarinkartoffeln (Rosmarin, Kartoffeln, Olivenöl, 35-40 Minuten im Backofen)!

 

 

Creme Brûlée, Rosmarin

 

Klassische Creme Brûlée ist fantastisch, doch mit Rosmarin schaffen wir eine komplexere Creme, die leicht geräuchert schmeckt.

Im Folgenden habe ich eine vegane Creme versucht, die eine gute Alternative ist. Klassische Creme Brûlée spielt aber auf einem anderen Level, darum schreibe ich auch dafür ein Rezept auf.

 

Zutaten Vegan:

  • 300 ML Kokosmilch
  • 100 ML Reismilch
  • 1 Vanilleschote / 1 Messerspitze Vanillepulver
  • 2 EL Zucker
  • 3 EL Speisestärke

 

Die Zubereitung der veganen Creme ist wunderbar einfach: Alle Zutaten bis auf die Speisestärke und 50 ML Reismilch in einem Topf erhitzen und 5 Minuten köcheln lassen. Speisestärke mit der restlichen Milch vermengen und unterrühren. Die Masse sollte gut andicken. Dann in kleine Schälchen füllen und ca. 2 Stunden (oder mehr) in den Kühlschrank damit. Das Servieren kommt nach dem nächsten Rezept.

 

Zutaten klassisch:

  • 250 ML Sahne
  • 50 ML Milch
  • 4 Eigelb
  • 2 EL Zucker
  • 1 Vanilleschote

 

Jetzt wird es nicht kompliziert, aber es gibt ein paar Schritte zu beachten. Wir brauchen 2 Backformen: eine größere, die Platz für die Förmchen hat und eine weitere, die die erste bedeckt, aber nicht verschließt, dass die Luft zirkulieren kann. Jetzt Schritt für Schritt:

 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Sahne mit Milch in einem Topf vermengen und die Vanilleschote aufschneiden und hineingeben.
In einer Schüssel die Eigelb mit dem Zucker aufschlagen, bis sich die Farbe zu einem hellgelb entwickelt, ca. 3 Minuten.
Das Sahne-Milch-Gemisch fast bis zum Kochen bringen, vom Herd nehmen und unter viel Rühren und langsam zu den geschlagenen Eigelb geben.
Optional: Die Menge durch ein feines Sieb geben, um eine vollständig homogene Masse zu erhalten.
Mit einem Löffel den hellen Schaum von der Oberfläche abschöpfen.
Die Förmchen mit der Masse füllen, möglichst bis zum Rand. Am Ende hilft ein Löffel.
Die Förmchen dann in die Backform stellen und Wasser hinzugeben, bis der Pegel bei ca. 1.5 cm steht.
Die zweite Backform obenauf legen, dass sie komplett die Förmchen bedeckt, aber nicht die untere Form verschließt (also am Rand noch Platz hat).
Circa 30-35 Minuten im Ofen backen, bis sie bei vorsichtigem Schütteln leicht wackeln.
Vorsichtig die heißen Förmchen aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.

 

Nun sind wir wieder gleichauf und bereit für die letzte Portion Rosmarin.

 

Zutaten:

  • 3/4 EL Rosmarin
  • 2 EL Zucker

 

In einem Mörser den Rosmarin zerstoßen, bis ein recht feines Pulver entsteht. Kleine Stücke sind OK. Den Zucker untermengen. Nun pro Förmchen 1/2 – 1 EL Zucker über die kalt gewordene Creme streuen. Nun ist es Zeit für das berühmte Ritual: Mit einem Bunsenbrenner den Zucker zerschmelzen und karamellisieren. Nicht zu sehr verbrennen lassen und schnell servieren. Das macht einfach immer Eindruck.

 

Und nicht zuletzt: Guten Appetit.

 

Ich hoffe, Euch Hunger und Lust zu kochen gemacht zu haben. Vielleicht ist es nächstes Wochenende Zeit für einen schönen gemütlichen Rosmarin-Abend? Ich wünsche Euch einen schönen Sommer, den wir nun tatsächlich auch kulinarisch eingeläutet haben.

Bis bald!

 

 

 


Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu

Mehr zu dem anderen hier.

Kurzrezept: Feuersalz

Feuersalz

 

Das ideale Salz für Pommes Frites.

Salzig, würzig und leicht scharf. Die Mischung hat einen Körper aus Zwiebeln und Knoblauch, eine schöne Spitze durch die Chili, dazu eine runde Komplexität, erschaffen durch eine feine Abstimmung von Gewürzen. Gepaart mit Salz, funktioniert sie als spannender Alleinwürzer, komplexer Nachwürzer oder als Grundlage für Gerichte. Schauen wir uns mal die Zusammensetzung an:

Unraffiniertes Atlantikmeersalz (80 %), Bird’s Eye Chili (ca. 2,4 %), Muskatnüsse, Ingwer, Zwiebelpulver, Muskatblüte, Curcuma, Knoblauchpulver, Schabzigerklee, Koriander, Paprika scharf

Natürlich sind die Gewürze aus biologischem Anbau.

Zwar steht noch drauf, dass es gerade für die asiatische Küche gemacht wurde, aber das wird dem Salz nicht gerecht. Ich finde es toll zu Eiern, aufs Käsebrot, Kartoffeln oder Reis. Es ist nicht nur eine gute Mischung für auf den Tisch, sondern eignet sich auch gut, wenn man keine große Lust hat, zu kochen, aber dennoch nicht auf gut abgeschmecktes Essen verzichten will. Gilt wohl für viele Gewürzmischungen.

Jetzt aber zurück zu meiner ursprünglichen Behauptung. Ich esse gerne Kartoffeln, aus dem Backofen, manchmal frittiert, auf jeden Fall sind sie knusprig wunderbar. Die brauchen dann für mich definitiv Knoblauch, viel Salz, Zwiebeln sind gut, Schärfe optional, aber doch meistens drin. Wenn ich dann auch noch etwas Tiefe durch Gewürze kriege, bin ich glücklich.

Um diesem Statement Nachdruck zu verleihen, gibt es wie immer ein Rezept. Deswegen kommt Ihr ja wohl.

 

Currywurst mit Pommes

Pommes Frites

 

Nicht gerade ausgefallen, aber in der deutschen Küche mittlerweile heimisch. Kriegt man in den Städten an jeder Ecke, warum auch nicht. Wir machen unsere eigene Version. Es riecht in meiner Wohnung immer noch nach Curry.

 

Zutaten:

  • Kartoffeln, vorw. festkochend
  • Wasser
  • Neutrales Öl zum Frittieren
  • Feuersalz

 

  • Bratwurst (nach Wahl)
  • 800 g Dosentomaten (ja, immer noch)
  • 2 kl. Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 5 g fr. Ingwer
  • 5 g fr. Curcuma
  • 2 EL Sojasauce
  • 1-2 EL Apfelessig
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Tomatenmark
  • Currypulver der Wahl, Maß nach Wahl
  • Chili, wer mag
  • Salz
  • Chili, Feuersalz, mehr Currypulver

 

Hab ich schonmal meinen Lieblings-Selbstgemachten-Gewürzketchup vorgestellt? In Anlehnung daran mache ich auch meine Currysauce, nur mit Currypulver. In einem Topf Zwiebeln anbraten, Knoblauch, Ingwer und Curcuma dazu geben, anbraten, dann den Rest. Für 1 – 2 Stunden auf niedriger Hitze köcheln lassen.

Jetzt können wir uns den Pommes widmen. Wer’s einfach will, kann sich auch an der Tiefkühltheke bedienen. Mit dem Feuersalz schmecken auch die ganz hervorragend. Aber das wäre langweilig in einem Rezept, oder? Deswegen machen wir es gut.
Also: Topf mit Wasser und Salz zum Kochen bringen, Kartoffeln schälen und in gleichmäßige Stifte schneiden. Ich mag sie gerne etwas dicker, aber wie bei so vielen Dingen, darf das jeder so halten, wie er/sie/Pronomen der Wahl möchte. Die Kartoffeln ca. 10 Minuten kochen: Sie sollen außen anfangen weich zu werden, aber noch nicht durch sein. Abgießen und im Topf oder einer Schüssel mit Deckel ordentlich schütteln. So kriegen sie eine wunderbar raue Oberfläche, die später extra knusprig wird. Dann das Öl in einem Topf erhitzen. Bitte nicht am Öl sparen, das sorgt für traurige Pommes und lange Wartezeiten. Zuerst wollen wir ca. 165 Grad Celsius. Darin werden die Kartoffeln 5-6 Minuten niedrig frittiert. Jetzt sind sie ganz gar und vorsichtig knusprig. Nicht den Topf mit Kartoffeln überladen, lieber mehrere Gänge machen. Dann das Öl auf 205 Grad Celsius erhitzen und die vorfrittierten Kartoffeln darin 3-5 Minuten frittieren, bis sie goldgelb – leicht braun geworden sind, oder eben nach den eigenen Vorstellungen aussehen. Aus dem Topf in eine Schüssel geben, ordentlich Feuersalz rein und vorsichtig durchschwenken, dass sie das Salz überall verteilt.

Irgendwo dazwischen wurden idealerweise auch die Bratwürste angebraten, sodass wir nun zum wirklichen Spaß übergehen können – dem Essen. Wurst auf Teller, Sauce darüber, Pommes Frites dazu. Auf dem Tisch nach Belieben mit Currypulver, Feuersalz oder Chili nachwürzen und genießen!

Ich hoffe, danach seid Ihr vom Feuersalz ebenso angetan wie ich. Sonst fällt mir nur noch ein, einen guten Appetit zu wünschen, darum kommen wir hier zum

Ende.

 

 

 



Mein Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu.

Mehr zu dem anderen hier.

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