Ohrenkuss: Verbindung

 

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

Die neue Ausgabe dreht sich rund um das Thema Verbindung und Unverbindung (durch Corona). Für manche ist die Zeit schwieriger, für manche einfacher. Es kommen viele schöne und weniger schöne Facetten zum Vorschein, wir erfahren Tipps und manchmal wird auch einfach nur das gesagt, was gesagt werden muss. So entstand ein wirklich rundes Programm, dass die letzten Monate eigentlich ganz gut zusammengefasst hat.

Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Nora Fiedler, als eMail geschrieben

Ich spüre eine Verbindung auch in meine Liebe … in der Sensucht sehe ich auch eine Verbindung. Alle Bewegungen jeden einzeige Köpper Teile die sich bewegen verbinden sich in eine starke Verbindung. Das ganze Leben und das ganze Weld gib auch eine Verbindung.
Ich spüre auch eine Verbindung bei meine Familiche. Und alle die Sonne und der Mond ist auch eine Verbindung zu sehen auch bei Tag und Nacht ist auch eine Verbindung. Das ganze Wld. Gibt eine Verbindung wie bei Leben und Sterben.

Einfach alles … in mein Kopf und in meine Gedangen dehe ich auch eine Verbindung ich versuche die Verbindung raus zu grigen das ich wieder klar dengen kann und dann fühle ich mich wieder frei an dann bin ich für alles ofen und frei. DAS GANZE WLD. GIBT EINE VERBINDUNG WIE BEI LEBEN UND STERBEN 

 

 

Die zwei Seiten des Corona-Lebens: Freuden…

 

Daniel Rauers, 16.03.2020, diktiert bei Zoom

Was ich lustig finde: Wenn ich zu meine Eltern bin. Ich hab ein gutes Leben ich habe. Mein Leben ist gut, wenn ich zusammen Zeit mit meinen Eltern verbringe. Meine Zeit, das ist irgendwie interessant. Ich will es gerne verraten, mit meine Zeiten mit meinen Eltern zu verbringen. Gestern haben wir ein Huhn gegessen. Ein gekochtes Huhn. Huhn mit Reis. Gestern am Sonntag bin ich Fahrrad gefahren, gestern Sonntag. Was habe ich noch gemacht? Wir haben Kuchen gegessen gestern. Ich liebe Kuchen! Ich spiele gerne Schlagzeug. Ich spiele gerne freiwillig. Mehr.  

 

Marc Lohmann, 02.04.2020, diktiert am Telefon

Mir geht es gut und mal noch gucken, was wir heute Nachmittag machen. Gleich mal heute rausgehen. Und mit den quatschen, was spielen. Und dann gibt es eine Kaffee danach, am Nachmittag. So lange gehe ich in Terrasse in den Garten. 
Schönes Wetter, ja! Gestern war es auch schön. 
Aber sonst, ich bin fit und ich bin gut drauf! 

 

Martin Weser, 03.04.2020, diktiert

Ich habe ganz sehr viel gemacht. Mit meinem Onkel und meiner Mutter geholfen. Mein Onkel hat den Holz gesägt. Ich aufgestapelt, in einem Gitterbox. Ich habe auch mit Laubbläser zusammen durchgepustet. Ich hatte mein Spaß gehabt! Ich habe auch meiner Mutter geholfen: Gießkanne voll gemacht. Und meine Hosen aussortiert, die mir nicht mehr passen. Im Kleiderschrank aussortiert. Und viel gekehrt, unser Hof. Wir haben genug Holz zu machen. Dann kann nächsten Winter kommen. Ganz bestimmt! Ich hab keine Langeweile.  
Und abends schön faul auf dem Sofa, mit Entspannung, mit einer Kerze am Fenster, denken an die Leute in Krankenhaus arbeiten, dass bald weniger Leute krank werden. Und zu Hause bleiben. Darum: Hände waschen. 

 

 

… und Leiden

 

Andrea Halder, 17.03.2020, selbst am Computer geschrieben

Eigentlich geht es mir im Moment nicht so gut und lustig. Weil sehr viele von meinen Lieblingsbeschäftigungen finden leider nicht statt, in den nächsten folgendenen Wochen sind alle meine Termine komplett abgesagt worden. Echt uncool.
Ich sitze gerade an meinem Laptop und beschäftige mich mit meinen neuen Artikel über Corona-Virus! Da kann ich mich jetzt so richtig reinsteigern. Ich bin jetzt gerade ein paar Tage bei meiner Mutter auf Corona-Ferien eingezogen. Mal sehen, wie lange sie es mit mir aushält. Und ich mit ihr. Sie hat eben Geburtstag gehabt. Langweile kann man es hier nicht nennen, denn meine Mutter ist bekannt darin um mich auf Trab, besser Galopp zu halten!
Man fühlt sich wie eingesperrt sich an, oder am eigenen Leib wie eingemauert in einer Wand.

 

Marc Lohmann, 29.03.2020, diktiert am Telefon

Toll ist es nicht hier, ist schon langweilig. Mitte August bin ich schon ein Jahr hier.  Alles zu, Werkstatt, alles zu. Hat geschlossen. Dauert länger. 
Habe ich Tagesschau gehört. Nur einmal habe ich gesehen. Ist nicht besonders. 
Glaube, es ist besser, wenn ich in Bonn wohne, wäre mir lieber. 
Eigentlich wäre ich am Wochenende zuhause, aber das darf ich nicht.  Das ist Mist. Ohne mich haben die kein schönes Wochenende. Auch Ostern darf ich nicht nach Hause. Ist auch gemein, finde ich. Immer neue Sachen… 

 

Dominic Edler, 04.04.2020, selbst am Computer geschrieben

Was soll ich machen wenn mir meine ??? WG ein Beuscher-Verbot mir gibt?
Das kömmte in Bonn auch prassrien.  
Dominic von meiner WG im Göppingen gertent wurde. Deswegen bin Eltern jetzt leben zu müssen das ist echt füchtbar.

 

 

Der Alltag

 

Ansgar Peters, 25.03.2020, als eMail geschrieben

Virus zu haben ist nicht Schön das wäre gut das wir gesund Bleiben.

 

Michael Häger, diktiert am Telefon

Katja?  Treffen am Dienstag Ohrenkuss? Heute ist Samstag. 
Finde ich schwer. Finde ich scheiße. 
Ist sehr schwer, kommt kein Taxi mehr und kein Bus. 
Katja? Und die anderen, alle gut? 

 

Andrea Halder, selbst am Computer geschrieben

Home-Office bedeutet dass man von zu Hause her arbeiten kann. Das Wort ist englisch und Home bedeutet Haus. Und das Wort Office stammt auch aus dem englischen und bedeutet Büro. Zusammen bedeutet das ganze Wort Haus-Büro. Für manche Menschen ist das praktisch, für andere aber nicht.

 

Andrea Halder, selbst auf dem Computer geschrieben

Jetzt in der Corona-Zeit ist es oft egal wie man sich anzieht im Home-Office. Ich weiß das bloß von anderen Leuten. Unten rum sitzen sehr viele nur in ihrer Jogginghose/Leggings und oben rum sind sie ordentlich angezogen.
Bei den offiziellen Skyp-Meetings oder bei wichtigen Video-Konferenzen takeln sie sich richtig auf und tun sie sich aufhübschen.
Bei mir wenn ich auf Skype bin dann bin ich trotz allem hübsch genug angezogen, und ich betone dann auch meine Lippen. Mehr brauche ich nicht. Wahre Schönheit kommt eben auch von innen. Bei mir wechselt das. Es kommt eben auch darauf an, wie wichtig gerade so ein Skype-Meeting oder auch eine Video-Konferenz ist.
Wenn ich Skype-Meeting mache dann gebe ich mir schon Mühe mit meinem Aussehen und meiner Kleiderwahl.
Meinen Freunden ist das nicht so wichtig oder und die wollen nicht so perfekt aussehen. Mich interessiert viel mehr die Wohnsituationen wie sie wohnen und leben, und natürlich auch der Blickkontakt ist mir besonders wichtig.

 

 

 

Regeln

 

Angela Fritzen

Arbeiten von 17.30 bis 20 Uhr. Keine Schimpfwörter

 

Ansgar Peters

Konzentrieren, zuhören, man muss zusammenarbeiten. Nicht pupsen. Kein Sex im Büro.

 

Marley Thelen

Kein Alkohol trinken beim Ohrenkuss, Arbeit ist Arbeit.

 

 

Handys

 

Charlotte König, selbst am Computer geschrieben

Seidtem ich ein Handy besitze halte ich mit meine beste Freundinnen in Kontakt, und so kommunizieren wir und Verbinden wir uns, und tauschen uns mal die Handynummern aus damit wir im Kontakt haben und das fühlt echt so toll und so frei an.

 

Maria Trojer, selbst am Computer geschrieben

Mein Handy sieht rosarot aus und ist ein Samsung.
Man kann damit telefonieren oder chatten ,Sms schreiben.
Fotos machen, Videos schicken, habe einen Kalender drauf und die Uhrzeit.
Wenn es keinen Akku hat, dann kann ich es mit meinem Kabel aufladen.
Ich habe auch Facebook auf meinem Handy und kann alles selber, außer wenn es kaputt geht, mache ich ein riesen Aufstand um meine Eltern zu nerven muss man wegen mir sofort ein neues Handy kaufen, sonst bin ich übellaunig und unausstehbar.
Ich brauche mein Handy jeden Tag!

 

 

Verbindung

 

Andrea Halder, als eMail geschrieben

Man kann heutzutage alles nutzen mit den neuen Medien. Und man muss das auch lernen damit umzugehen. Manche brauchen Assistenz bei solchen Sachen. Ich nicht. Ich bin meine eigene Assistentin vom Beruf.

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert

Wenn ich einen Brief schreibe, dann gehe ich an den Briefkasten und schmeiß das ein. Am nächsten Tag wird es dann bestimmt liefern, an besonderen Mensch, den ich liebe. Dann wird er Schmetterlinge im Bauch haben und Gänsehaut kriegen. Dann wird er Tränen in Augen kriegen und er weiß, wer das war.

 

 

Langeweile

 

Angela Fritzen, diktiert

Mir ist nie langweilig, das weißt du doch. Ich schreibe ja immer. 
Dann würde ich sagen, dass einem nie langweilig wird, die sollen sich beschäftigen! Mache ich ja auch. 
Entweder Mandalas malen, Saxophon spielen, lesen oder schreiben. Und am besten auch für die Schule, auch Biologie, ist auch sehr wichtig, dann über den Körper muss man auch wissen und es gibt für den Wirbelsäule für den Rücken, wenn man einen krummen Rücken hat, braucht man keine Rückenschmerzen zu kriegen. Ich mache viel zuhause, Krankengymnastik, für meinen Rücken. Wie oft? Ich spiele gleich mit dem Papa Tischtennis, das mache ich auch gerne. 

 

Ansgar Peters, diktiert

Als Kind hatte ich mal Langeweile, da kann ich mich sehr gut dran erinnern. 1997 war das. Da war ich sieben Jahre alt. Und ich hatte Langeweile. Ich habe lange gewartet, bis der Eismann kommt. Im Sommer. Wann kommt der? Wann kommt der? Meine Oma hat mitbekommen, als der Eiswagen kam. Dann habe ich mir ein Eis genehmigt.
Wenn ich jetzt Langeweile habe, dann setze ich mich auf eine Bank und schaue den Wolken zu. Oder zähle die Schäfchenwolken. Oder höre den Vögeln beim Zwitschern zu. Oder den Fröschen, die am Quaken sind.

 

Natalie Dedreux, selbst am Computer geschrieben

Langeweile heißt für mich: hochleistungschillen.
Bei mir sieht das so aus: Erstmal Kaffee ans Bett. Frühstücken. Und dazu gleichzeitig Home-Office. Corona – das passt mir nicht! Ja, mir ist auch langweilig.
Wenn ich Langeweile habe, dann höre ich Kasalla. Also Karnevalsmusik in der Richtung. Ich bin ein Riesenfan von Kasalla. Wenn ich Langeweile habe, dann fange ich auch an zu puzzeln. Das ist ein Puzzle von einem Riesenaquarium mit bunten Fischen drin. Ich kann Euch auch verraten, wie viele Teile das hat: Das hat 1500 Teile. Puzzeln ist nicht langweilig. Ich puzzele und trinke Cola dazu. Cola light. Ist ja auch nur, weil ich nicht raus darf. Da wird mir am meisten langweilig. Und eins kann ich verraten: Ich werde morgen Autokino machen.

 

 

 

Einsamkeit

 

Diese diktierten Texte sind in einem Zoom-Workshop mit Dr. Samuel Elstner entstanden.

Anna-Lisa Plettenberg

Wenn ich alleine bin und Einsamkeit, würde ich still und schüchtern und das tut meiner Seele weh und wenn man einer stirbt oder mehrere Leute sterben, tut das meiner Seele auch weh und ich bin auch alleine. Und ich fühle mich auch in meine Zimmer rein und schließe meine Tür zu und bin alleine und ziehe mich zurück und das macht mich traurig und eigentlich will ich das nicht machen.

 

Johanna von Schönfeld

Wenn man einsam ist und sich so fühlt, eingeschlossen im Zimmer sein mag, gebe ich den Tipp: Man darf traurig sein und einsam, aber man soll bedenken und auch machen, glücklich zu schätzen. So fühle ich mich auf jeden Fall, ich schätze mich glücklich, weil wir haben eine gute medizinische Versorgung als die anderen Ländern.

 

 

 

Freunde und Freuden

 

Natascha Seibt, diktiert

(Ich vermisse) meine Freunde. Ich darf nicht mit meine Freunde treffen. Das finde ich fies und gemein. Ich darf nicht mit meiner Freundin Eis essen gehen.

 

Marley Thelen, selbst am Computer geschrieben

Wenn die Corona Vorbei ist dann kann man andere Menschen Kontakt Nehmen. Das finde ich super wenn die Menschen Nicht die mundschutz Trägt und endlich Mal Umarmen kann und dann kann ich auch Endlich Mit dem Bahn fahren. das finde ich super und ich finde gut wenn ich beim Ohrenkuss Da hin fahre. Das finde ich super und dann kann ich alles machen was ich tun kann.

 

Teresa Knopp, selbst am Computer geschrieben

Also, ich bin gespannt, wann ich wieder arbeiten kann. Ich bin Zuhause und helfe beim Haushalt, beim Aufräumen. Ich trompete sehr viel, ich genieße mein Leben und ruhe mich aus und entspanne mich. So sieht mein Homeoffice aus. Homeoffice ist gewöhnugsbedürftig, man darf nicht den Kopf hängen lassen. Es geht auch wieder vorbei. In Corona Zeit, bleibt gesund und munter. Wir sehen uns wieder.

 

 

 

Aladdin Detlefsen

Scheiß Corona! Ich will tanzen gehen.  

 

 

 

Im richtigen Magazin werde natürlich noch weitere Themen wirklich schön dargestellt. Dieses Mal auch mit vielen selbstgemachten Werken der KünstlerInnen mit Down Syndrom.

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos: Swetlana Gasetski, instagram.com/swetlanagasetsk, Text und Fotos © Ohrenkuss

Ohrenkuss: Geschwister

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

Die neue Ausgabe dreht sich rund um das Thema Geschwister. Geschwister haben ist besonders, unvergleichlich. Manchmal anstrengend, oft schön. Mit viel Freude, Unterstützung, Verständnis und gegenseitiger Bewunderung berichten die Autoren selbst, aber teilweise auch ihre Geschwister. Sie erzählen aus dem Leben.

Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Über Geschwister…

 

Lioba Ullrich, ditkiert
Die sind einfach in meinem Herzen, das kann man nicht beschreiben. Wenn ich die jetzt so sehe, dann denke ich, dass meine Geschwister das Beste von mir rausholen wollen, dass ich auch selbstständig werde.

 

Angela Fritzen, diktiert
Ich reite alleine, aber sie selbst nicht, meine Schwester nicht. Das ist ein großer Unterschied. Ich bin keine Ärztin, aber meine Schwester schon. Sie ist normal und ich bin mit. Sie hat kein Down-Syndom, aber ich hab’s. Das ein großer Unterschied. Merkt man auch an.

 

Pia Heim, handgeschrieben
Bei meinem Bruder und bei meiner Mutter und mir sind gewissen Ähnlichkeiten. Wir machen alles gemeinsam und wir sprechen über alles. Wir haben keine Meinungsverschiedenheiten. Ich freue mich immer wenn er kommt.

 

 

Natalie und Fredo

 

Fredo Dedreux, am Computer geschrieben
Ich heiße Fredo Dedreux und bin 17 Jahre alt. Meine Schwester Natalie Dedreux ist 21 Jahre alt.
Ich finde toll an meiner Schwester:

  • Freude am Leben
  • Wie einfach Natalie die meisten Dinge sieht → unkomplizierte Sichtweise auf die Umwelt
  • Wie sie sich für Menschen mit Down-Syndrom einsetzt → und dass sie damit schon so weit gekommen ist
  • Wie interessiert sie am Rest der Welt ist → politisch, kulturell, …
  • Dass sie sagt, was sie denkt und sich keine Sorgen macht, was das für Konsequenzen haben könnte

Das laute Singen meiner Schwester im Nebenzimmer (nicht mehr aktuell, weil sie ausgezogen ist) finde ich doof, was anderes fällt mir aber nicht ein.
Von meiner Schwester habe ich gelernt, Sachen einfacher bzw. unkomplizierter zu sehen.
Nicht zu “überdenken” → Dinge akzeptieren, wie sie sind.
“Das wird schon irgendwie” → alles was kommt, wird funktionieren.

 

 

Natalie Dedreux, diktiert
Mein Bruder heißt der springende Freddy. So nenne ich ihn gerne. Weil mein Bruder cool ist. Für mich ist es mein Bruderherz. Vor allem mit Liebe. Geschwister sein ist für mich etwas Besonderes. Wir waren als Geschwister sehr viel unterwegs. Ich bin die einzige Schwester, die hier das Down-Syndrom hat.

 

 

Jonas und Nora

 

Jonas Möhl (4 Jahre alt) und Nora Möhl (3 Jahre alt)

 

Jonas Möhl, diktiert
Magst du Nora? Ja
Was findest du toll an Nora? Noras Stoppersocken.
Hast du einen Spitzname für Nora? Spitznamen kenne ich nicht. Spitz sind Zähne.

 

Nora Möhl, diktiert
Was magst du an Jonas? Ich mag mit Jonas Doktor spielen.
Hast du einen Spitznamen für Jonas? Jonas hat keinen Spitznamen vorher und jetzt hat er einen.
Was denn für einen? Joni Spitznamen hat der Jonas. Und ich habe Nörchen Spitznamen.
Kannst du dich an eine schöne Sache erinnern, die du früher mal mit dem Jonas gemacht hast? Wir haben draußen gebadet in dem Swimmingpool (Erinnerung an das Planschbecken, was wir letzten Sommer im Garten aufgestellt hatten).

 

 

 

Das finde ich …

 

Dorothee Reumann, diktiert
Manchmal gestritten oder nicht, manchmal vertragen und umarmt.

 

Martin Weser, handgeschrieben
An meinem Schwester und Bruder über alles gut. Die sind in Leben ganz wichtig das finde ich toll. An meine Geschwister. Die sind besonderes für mich da. Ich finde toll das wir Gegenzeitig schreiben ich habe Geschwister Gruppe das wir schreiben können das ist toll.

 

 

Spitznamen

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert
Meine Schwester nenne ich Evi oder Eva.
Meine Schwester nennt mich Lisi zu mir.
Ich finde das sehr schön, wenn meine Schwester mich so nennt.

 

David Blaeser, diktiert
Wenn ich ehrlich bin, meine Geschwister sagen mir immer “kleiner Bruder”. Für mich fühle es gar nicht so gut an, weil ich ja gar nicht klein bin, sondern nur in der Größe hängt es davon ab, aber ich ja groß genug für mein Alter, ja klar bin ich 16 Jahre alt, aber es nicht ob ich klein bin, ganz klein! Die sollen einfach sagen: einfach nur David.

 

 

Zusammen

 

Paul Spitzeck, diktiert
Ich ware mit mein Schwester mal in Kino alleine gegangen. Das haben wir genossen ohne Eltern.

 

Marc Lohman, diktiert
Liebe Nadine, ich freue mich auf den schönen Urlaub. Sag mir mal, wann wir los fahren und in den guten Morgen starten. Auf den schönen Tag. Und wir machen auch mal Pause zwischendurch. Hoffentlich kein Stau. Das ist in der Woche. Guten Morgen Urlauber, bin gespannt, was wir am Tag machen. Wo wir ankommen, in welchem Ort. Bestimmt auch Städte. Leute sind sehr freundlich.
Liebe Grüße, Marc

 

 

Voneinander Lernen

 

Claudine Egli, diktiert
Das haben meine Schwestern von mir gelernt: Nöd jufle! (Schweizerdeutsch. Bedeutet auf deutsch: Nicht hetzen!)

 

Martin Weser, handgeschrieben
Von meinem Bruder habe ich Auto gefahren gelernt oben auf der Wisse und auch Tracktor als Früherschein das war alles wunderbar. Mein Bruder Herz hat mir Wie man Tracktor das hat er mir gelernt.

 

 

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
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Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
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Fotos: Swetlana Gasetski, instagram.com/swetlanagasetsk, Text und Fotos © Ohrenkuss

 

Ohrenkuss: Ukraine

 

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

 

Der Einleitungstext kommt dieses Mal von Teresa Knopp, einer Autorin des Ohrenkuss-Teams höchstpersönlich.

 


 

Teresa Knopp, diktiert

Ohrenkuss besteht schon seit 20 Jahren und ist ein Magazin. Wir schreiben zu einem bestimmten Thema, aber jeder hat ja eine Meinung, als der andere.
TOUCHDOWN 21 hat nicht so eine lange Geschichte hinter sich, das besteht seit 4 Jahren. Das ist ein Forschungs-Institut. Wir forschen zum Thema Down-Syndrom.
In der Ukraine waren wir als TOUCHDOWN 21 Team unterwegs. Es gab eine Ausstellung. Und es gab Vorführungen von TOUCHDOWN 21 mini. Es gab Gespräche und Austausch.
Aber jetzt gibt es auch einen Ohrenkuss zum Thema Ukraine. Denn es gibt so viele schöne Texte zu dem Thema.

 


 

Behandelt wird das Land, die Ausstellung, sowie die gegenwärtigen Themen: Was wichtig ist, Arbeit und Wünsche. Wie immer variieren die Texte und Inhalte sehr: manchmal beschreibend, manchmal tief greifend, manchmal auch banal oder herzlich; aber vor allem sehr menschlich. Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Natalie Dedreux, diktiert

Priviet heißt Hallo auf Deutsch.

 

 

 

UKRAINE

 

Ansgar Peters, selbst am Computer geschrieben

In Ukraine ist ser Groß um Glauplich Groß es wohnen auch Wenige Leute da und es Gibt Viel Landschaft und Tiere in Ukrarine und auch Wunderschön dort.

 

Johanna von Schönfeld, diktiert
Die Ukraine ist ganz bunt.

 

Valentyn Radchenko, diktiert

Alle, die in der Ukraine leben, sind meine Menschen. Ich sehe ihre Häuser. Sie sind meine Nachbarn.

 

Teresa Knopp, diktiert

Wir hatten einen Dolmetscher gehabt, sodass wir die Leute auch da verstanden haben. Das Wichtigste war für mich, dass wir in der Sprache des Herzens gesprochen haben.

Das ist die innigste Verbindung zwischen Deutschland und der Ukraine.

 

 

 

WAS WICHTIG IST

 

Nataliia Samsonova, diktiert
Wichtig ist, dass ich ich selbst bin.

 

Yevhen Holubentsev, diktiert

im Auto rauchen

glücklich
zusammen mit Freunden

Herz und Liebe

 

Yevhen Navoenko, diktiert

Ein Telefon ist wichtig in meinem Leben. Ohne Handy gehe ich nicht aus dem Haus.

 

 

 

ARBEIT

 

Natalie Dedreux, diktiert
In Deutschland ist es so: Fast alle Menschen mit Down-Syndrom haben eine Arbeit. Ich will Journalistin werden. Das ist auch Arbeit. Menschen mit Down-Syndrom können auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten. Oder in der Werkstatt. In der Ukraine haben nur fünf Leute mit Down-Syndrom eine Arbeit. Das ist, weil Inklusion dort noch nicht so oft gemacht wird, weil es daran noch hapert. Das muss sich ändern.

 

Valentyn Radchenko, diktiert
Ich arbeite nicht. Ich sitze zu Hause. Ich arbeite nicht. Ich will arbeiten! Ich suche nach Arbeit! Ich suche nach einer neuen Arbeit. Ich suche. So ist es.
Ich kann schreiben. Ich will in einem Werk arbeiten. Ich möchte arbeiten beim Straßenbau. Darauf warte ich!
Für mich ist es wichtig, zu arbeiten. Ich möchte Straßen und Brücken bauen.

 

Nataliia Hetmanova, diktiert
Ich bin auf die Sache konzentriert.
Geschäftlich.
Arbeit ist eine ernste Sache. Ich schwatze nicht so viel. Ich bin nicht zum Spaß aufgelegt. Ich schwatze nicht. Ich meine es ernst.

 

 

 

WÜNSCHE

 

Vladyslav Pohribnyi, diktiert
Ich werde mit Geduld darauf warten, dass jemand mich liebt.

 

Nataliia Hetmanova, diktiert
Ich möchte gerne Motorradfahrerin werden. Ich will ein Bike fahren! Ich will Rennen fahren mit Freunden, mit zwei Jungs. Ich fahre eine Kawasaki Ninja 300. Ich möchte das Motorrad hier in Kiew haben. Es ist ein Benzin-Bike.
Ich kenne mich mit Motorrädern aus. Ich verstehe viel davon. Ich verstehe etwas von Motoren! Ich will den Motorradführerschein machen. Dafür brauche ich Training. Das würde ich gerne täglich machen. Ich hätte gerne einen Trainer, der mir das Motorradfahren beibringt. Ich würde gerne Tricks machen mit dem Motorrad. Das ist energetisch. Zum Beispiel, wenn man das Bike auf das Hinterrad stellt. Dann fährt man rückwärts. Das fühlt sich supergeil an!

 

Nataliia Samsonova, diktiert
Ich möchte, dass die ganze Welt lebt und am Leben bleibt.

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
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Fotos: Britt Schilling, www.brittschilling.de Text und Fotos © Ohrenkuss