I Ging Zeichen auswildern – Das Buch

Wer erinnert sich? In den Jahren 2012 bis ca. 2015 durften wir das Projekt der Kölner Künstlerin Gabriele Seifert „I Ging outside“ mitverfolgen und Fotos daraus in unserem Blog vorstellen. Auch an unserem Firmengebäude finden sich ihre goldenen Zeichen. Jetzt gibt es ein Buch zum Projekt, das wir hier vorstellen möchten. Doch zunächst die Geschichte.

 

I Ging

Dieses Zeichensystem, das aus 64 einzelnen Hexagrammen besteht und denen jeweils ein Begriff zugeordnet ist, ist vor über 3000 Jahren in China entstanden. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass unsere Welt sich in einem ständigen Wandel befindet, man diesen aber klug beeinflussen kann. Es ist ein Orakel, das mit Schafgarbenstengeln oder Münzen „geworfen“ wird. Hinter den einzelnen Hexagrammen stehen komplexe Weisheitstexte, die den eigenen Blick über das Geschehen hinaus erweitern.

 

I Ging outside

In den Jahren 2011 – 2015 hat Gabriele Seifert in Köln, aber auch in anderen Städten und Ländern, I Ging-Zeichen mit goldener Farbe angebracht: in der Natur auf Felsen und Bäumen, in Städten auf Wegen, Mauern, Gebäuden. Highlight ist das Zeichen „Der Friede“ auf einer Flagge am Besucherzentrum Grenze Süd-/Nordkorea. Mutig!

Vor Ort leuchten sie dem Betrachter, der Betrachterin, förmlich entgegen, laden in einen kleinen Moment der Stille ein, der sich über den Alltag hinaushebt. Dazu muss man nicht die einzelnen Zeichen kennen, aber wenn man sie kennt, geben sie dem auserwählten Platz nochmal eine Bedeutung hinzu: wortwörtlich, witzig oder tiefsinnig.

 

Die Künstlerin

Gabriele lernten wir am Rande der großartigen David-Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party kennen. Weil Christiane – ex-Heuschrecke-Mitarbeiterin und Bioladen-Pionierin, mit ihr dort war. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstängel kommend, kamen wir auf ihr I Ging outside Projekt.

Gabriele Seifert studierte Kunst und Philosophie in Münster, war Meisterschülerin von Ulrich Erben sowie in Düsseldorf Gast in der Klasse von Nam June Paik. Sie zeichnet und malt, und arbeitet mit Fotografie und Video, gewann etliche Preise und Auszeichnungen. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie in Köln.

 

Das Buch

Aus den Fotodokumentationen ist jetzt ein ganzes Buch entstanden, woraus wir Euch eine Kostprobe zeigen dürfen. Die Fotos sind mit den Hexagramm-Namen untertitelt, und es zieht sich ein begleitender Text von Kunsthistoriker Dr. Johannes Stahl durch das Buch. Am Ende gibt es eine Liste mit Ortsangaben zu den Fotos. Es ist schön, das Buch anzuschauen. Die Bilder mit den goldenen Zeichen haben einen Moment eingefangen, der in eine Stille leitet, worin sich etwas entfalten kann. Das Betrachten ist sehr entspannend.

Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir auf ein goldenes Zeichen (oft jetzt schon verblasst) auf unseren Wegen durch Köln treffen.

 

Hier Link zur Kostprobe des Buches.

Ihre Webseite: https://gabrieleseifert.net/