Gewürzausflug: 5-Gewürze-Pulver

 

Das 5-Gewürze-Pulver ist eine der weitverbreitesten Gewürzmischungen in der chinesischen Küche. In der chinesischen Küche heißt hier wirklich: komplett China. Es wird quasi in jeder Region angewandt.

Das warum ist recht simpel zu erklären: Es enthält quasi alle 5 Grundaromen: Sauer, süß, bitter, salzig und umami. Das erklärt auch gleich den Namen. Na ja, unter anderem. Weitere Erklärungen sind, dass es jedes der 5 Elemente abdecken soll und auch einfach, weil es aus 5 Zutaten besteht.

Ich finde, es ist eine phänomenale Gewürzmischung, nicht zuletzt, weil sie ein paar meiner Lieblingsgewürze enthält. Sie ist extrem aromatisch und dominant, sehr komplex und hat eine spannende Entwicklung über die Zeit, vom Moment an dem es den Gaumen berührt bis sich der Nachgeschmack des Szechuan-Pfefferkorns entfaltet. Dieser ist im Abschluss dann angenehm dominant und gewohnt langanhaltend.

Für den europäischen Geschmack etwas ungewöhnlich wird es traditionell viel in gedämpftem Fleisch und Eintopf verwendet. Hier kann sich das Aroma dann richtig entfalten und es bietet einen wunderbaren Kontrast zu dem deftigen Fleischaroma.

So genug der Einleitung. Machen wir erstmal welches.

 

Zubereitung

Es gibt hier genau so viele Variationen, wie bei Garam Masala. Immerhin über die Zutaten ist man sich einigermaßen einig, aber in welchen Dimensionen bleibt dem Zubereiter überlassen. Wenn eine Komponente zu dominant erscheint oder man z. B. mehr Fenchelaroma möchte, so kann man hier gut variieren. Hier ist aber mein momentaner Stand.

 

Zutaten

  • 10 g Szechuan Pfefferkorn
  • 10 g Sternanis
  • 4 g Gewürznelken
  • 5 g Fenchel
  • 8 g (Cassia-)Zimt

 

Wenn man Zimtstangen hat, kann man alle, sonst alle außer dem Zimt in der Pfanne kurz anrösten, bis sie anfangen, ihr Aroma zu versprühen. Das dauert je nach Herd ca. 3–5 Minuten. Das hilft dem Geschmack wie gewohnt ungemein. Dann alles gut in der Gewürzmühle mahlen, bis es ein feines Pulver wird.

Das war’s schon. Am besten ist es natürlich frisch, aber gut gelagert hält es sich auch ein bisschen. Wie mit anderen frisch-gemahlenen Gewürzen.

 

Aufschlüsselung

Ich möchte mir ein bisschen Zeit und Worte nehmen, um die Gewürze aufzuschlüsseln, wie ich das schon bei anderen Gewürzmischungen gemacht habe:

Szechuan Pfeffer: Ich hab ja schon geschrieben, wie unglaublich aromatisch und zitrus-floral unser Szechuan Pfeffer ist. Diese Eigenschaft gibt auch dieser Mischung genau diese Note. In den eingangs erwähnten 5 Aromen ist er die Säure, aber natürlich auch die gewohnte, leicht betäubende Wirkung. Unverwechselbar.

Sternanis: Die elegante Schwester des gewöhnlichen Anis. Das Anisaroma ist unverkennbar und gewohnt prägnant. In der Gewürzmischung begleitet es die ersten 2/3 der Zeit erkennbar, ohne aber zu aufdringlich zu sein. Es ist Teil der Süße, des Umami und auch des Salzigen.

Fenchel: Der Übergang zum Fenchel ist nahtlos. Auch er enthält das anisige Anethol, ist aber noch deutlich süßer und wärmer im Geschmack.

Gewürznelken: Vom Fenchel komme ich zur Nelke. Auch ihre Aromen sind tendenziell „warm“, aber auch gleichzeitig etwas bitter.

Zimt: Zuletzt der Zimt: Eine klare, erdige Note. Leicht bitter, leicht scharf. Gefühlt gibt er dem Gewürz etwas mehr Bodenständigkeit und macht es so deutlich ausgewogener und runder.

Zuletzt bleibt dazu noch zu sagen: Die Gewürzmischung ist nicht nur auf dem Gaumen unglaublich komplex, sondern hat auch für die Nase eine breite und intensive Palette aufzubieten. Wirklich ein kleines Feuerwerk.

Und jetzt noch was zu Essen.

 

Gemüse – Nudel – Pfanne

Zutaten

  • 200 g Kürbis
  • 150 g Brokkolistrunk
  • 100 g Apfel
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 EL 5-Gewürze-Pulver
  • 1 EL Chili (optional)
  • Sesam, Salz, Frühlingszwiebel, (Glutamat)

 

  • 200 g Nudeln

 

Wasser für die Nudeln aufsetzen. In der Zeit all das Gemüse in kleine, ähnlich große Stücke schneiden und eine Pfanne auf mittel-hohe Temperatur erhitzen. Dann all das Gemüse in etwas Öl anbraten, ca. 5 Minuten, bis es knackig ist und anfängt weich zu werden. Nun die Gewürze und das Salz dazu geben. Bei mir ist es viel Chili, weil ich es scharf wollte. Man kann aber auch weniger oder gar kein Chili verwenden. Die Kombination ist aber super.

Nach weiteren 2–3 Minuten sollte das Gemüse einen schönen Garheitsgrad haben. An dem Punkt entweder vom Herd nehmen, wenn die Nudeln noch nicht gar sind, oder die Nudeln dazu geben und mit etwas Pasta-Kochwasser vermengen und das Wasser verkochen lassen. Das bringt alles etwas zusammen. Servieren mit Frühlingszwiebel und Sesam.

Es entsteht ein Gericht, das denkbar simpel erscheint, aber eine wahnsinnige Aromentiefe hat. Trügerisch und fantastisch lecker.

Hinweis: Idealerweise nimmt man diese chinesischen, selbstgemachten Weizennudeln, aber wie auf dem Foto tun es auch andere Nudeln.

 

So. Ich glaube, es wird noch eine ausführlichere Kochepisode mit diesem Gewürzpulver geben. Vielleicht. Das werden wir noch herausfinden.

Bis hierhin hoffe ich, es hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Kurzrezept: Kürbis Linsen Suppe

 

Es wird Herbst. Es ist sogar schon Herbst. Heute hat es bei mir das erste Mal gefroren. Die Zeit für wärmendes Essen ist also definitiv da. Dazu kommt, dass Kürbisse gerade wunderbar in Saison sind. Ich habe meinen bei einem Nachbarn gekauft, saisonaler geht also kaum.

Wenn es draußen kalt ist, macht dieses scharfe, wärmende, ja gerade einhüllende Essen eine große Freude – mir zumindest. Es tut gut, es macht gemütlich und es wärmt die Seele.

Genug der Einleitung – kommen wir zum Rezept.

 

Kürbis–Linsen-Suppe

Wie Kürbissuppe, nur mit etwas mehr Gehalt. Wie Linsensuppe, aber mit etwas mehr Kürbis.

 

Zutaten

  • 400 g Kürbis
  • 300 g rote Linsen
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Kleine Finger großer Ingwer
  • 8 Pimentkörner
  • 4 Cardamom Kapseln
  • 1 TL Chili
  • 1/2 EL Kurkuma
  • Zitrone
  • 1 – 1.5 L Wasser
  • Pfeffer, Salz

 

  • Brot
  • Feuersalz
  • Walnüsse

 

 

Zubereitung

Wichtige Faktoren für diese Suppe sind ein paar Röstaromen und eine komplexe, angenehme und wärmende Schärfe und dazugehörige Aromen.

Die Zwiebel in Würfel schneiden und in Öl schön heiß anbraten. Sie sollen nicht anbrennen, aber doch ordentlich Farbe kriegen. Das dauert so 7-10 Minuten. In der Zeit können wir den Kürbis, Ingwer und Knoblauch schneiden und die Pimentkörner, Chili und den Cardamom in einem Mörser zerkleinern. Wenn die Zwiebeln schön Farbe haben, kommen Ingwer und Kürbis und schonmal etwas Salz dazu. Auch diese werden kurz angebraten, 2-3 Minuten. Danach fügen wir die Gewürze (auch der Kurkma und der Peffer) und nochmal etwas Salz dazu, warten ca. 1 Minute und geben nun auch die Linsen in den Topf. Mit Wasser ablöschen, je nach gewünschter Konsistenz. Wer unsicher ist, gibt lieber etwas weniger dazu – verdünnen können wir auch später noch. Das geht auch gut mit Kokosmilch, wer möchte.

Nun lassen wir die Suppe mit geschlossenem Deckel für ca. 15 Minuten kochen. Alles soll schön weich sein und es besteht keine Gefahr, irgendwas zu verkochen, denn: Jetzt wird alles püriert. Mir ist eine homogene Konsistenz wichtig, aber man kann auch hier nach eigenem Geschmack handeln. Nun aber abschmecken mit Salz und Zitrone, damit die Aromen schön hervortreten.

Zum Anrichten habe ich noch Croutons aus Brot mit Feuersalz gemacht, Walnüsse angeröstet und ein bisschen Frische durch Tomate und Frühlingszwiebeln hinzugefügt. Das finde ich eine gelungene Kombination.

Jetzt bleibt nur noch eins: Schön anrichten und die wärmende Freude genießen. Vielleicht ja sogar am Feuer, oder unter einer Decke.

Einen schönen, goldenen Herbsttag Euch, bis zum nächsten Mal!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Kurzrezept: Tofu Scramble

 

Hui, lange her, dass ich ein Rezept geschrieben haben. Los geht’s: Tofu Scramble ist in der veganen Community ein richtiger Klassiker. Ich selbst habe lange damit gehadert, weil ich immer viel und gerne Eier gegessen habe und an ein wirklich gutes Rührei wenig herankommt.

Der Bruch kommt, wenn man aufhört, es als Rührei Ersatz zu sehen. Es ist nämlich mehr. Die Konsistenz ist selbstverständlich ähnlich und die Inspiration kommt daher, aber es sollte kein Ersatz sein. Lieber ein weiteres Rezept im eigenen Rezept Gürtel.

Dieses Rezept ist zwar wieder mit Gewürzen und genauen Angaben, aber wichtiger als das ist auch hier die Technik. Damit kann man dann ausprobieren, abwandeln und hinzufügen, würzen und experimentieren und kann so quasi jeden Tag ein anderes Rezept kochen. Mein Rezept bedient sich des Ei-Geschmacks, ist schön cremig, mit genug Konsistenz und Biss und eher starkem Aroma. So sieht es aus:

 

Zutaten

  • 250g fester Tofu
  • 1/2 TL Kala Namak
  • 1/2 TL Kurkuma
  • Prise Pfeffer
  • 50 – 100g Sojamilch
  • (optional) eine Prise Glutamat
  • 1/2 geröstetes Nori Blatt
  • etwas Sesam

Zubereitung

Den Tofu über der Spüle etwas ausdrücken, damit möglichst wenig Wasser übrig bleibt. Das geht gut mit den Händen, oder man macht es zwischen 2 Küchentüchern. Dann wird er in einer Schüssel zerbröselt. Die Größe der Brösel diktiert Teil der endgültigen Konsistenz – ich mag es etwas feiner. Dazu kommen Kala Namak, Glutamat, Kurkuma (nicht nur für die Farbe) und Pfeffer. Alles gut vermengen.

In einer Pfanne Öl erhitzen, medium heiß. Dann die Masse dazu geben und mit einem Spatel schön verteilen. Es gibt Leute, die mögen ihr Rührei braun, ich nicht. Der Tofu ist etwas vergebender, aber auch nur ein bisschen. Nach ca. 3–5 Minuten, je nach Herd, sollte der Tofu heiß sein. Nun kommt die Sojamilch dazu, je nach gewünschter Konsistenz. Weniger Sojamilch ergibt ein trockeneres Endresultat, logisch. Nur ca. 30 Sekunden in der Pfanne vermischen, dann schnell vom Herd und schnell servieren. Es verhält sich wie mit dem Ei, mit jeder vergangenen Minute wird es fester (und trockener).

Ich hab meins mit grob und fein gerissenem, gerösteten Noriblatt, etwas Sesam und noch ein bisschen Kala Namak garniert. Die Kombination aus der aromatischen Alge und dem cremig, weichen Tofu gefällt mir sehr gut. Die starke Schwefelnote macht es noch spannender.

Dazu kann man gut Toast essen, aber auch Reis, oder gar nichts.

Guten Appetit, bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.