Gewürzausflug: Moringa Brühe

 

Ich hatte im April bereits über Moringa geschrieben. Ein “Botanical” mit einer unklassischen Martini-Variation. Ebenso hatte ich damals schon den Gedanken in den Raum geworfen, daraus eine Brühe zu kochen. Die leicht würzige, sehr volle Note schien mir hervorragend für eine feine Sommerbrühe, asiatisch inspiriert, asiatisch ausgeführt – aber eben doch fernab jeder Tradition.

Nun, hier ist sie. Kommen wir ohne große Umschweife zum Rezept. Die Einleitung kann man ja in der anderen Geschichte lesen und alles Relevante werde ich nochmal erörtern.

 

 

Kalte Moringa Brühe

Wenn es draußen warm ist, sind kalte Speisen einfach gut. Diese erfrischende und dennoch äußerst zufriedenstellende Brühe mit Nudeln und Beilagen ist inspiriert durch diverse, kalte asiatische Nudelgerichte. Das spiegelt sich auch in den Zutaten wider.

 

Zutaten

  • 2 Kombublätter
  • 200 g weißer Rettich
  • 1 EL getrocknete Pilze
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 5 g Moringa
  • 2 L Wasser
  • Salz, Zucker, Zitrone, Sojasauce, Sesamöl, Glutamat (zum Abschmecken)

 

  • Nudeln nach Wahl (Reisnudeln / Soba-Nudeln / …)

 

Beilagen nach Wahl, hier ein paar Beispiele:

  • Frühlingszwiebeln
  • Pilze
  • Tofu
  • Sesam
  • Pak Choy
  • Rettich
  • Sojasprossen
  • Worauf ihr Lust habt
  • Chilisauce

 

 

Zubereitung

Eins gleich vorweg: Auch die Brühe ist nicht in Stein gemeißelt. Das ist, was ich mag. Moringa ist aber tatsächlich fantastisch in der Brühe. Mehr Dimension, mehr Körper, einfach spannender. Sehr zu empfehlen. Aber zurück zum Kochen.

In einem Topf die Kombublätter und Pilze für 30 Minuten – Übernacht einweichen. Den Rettich in Scheiben schneiden und die weißen Teile der Frühlingszwiebeln grob zerteilen und auch ins Wasser geben. Auf den Herd stellen, anmachen. Kurz bevor es anfängt zu kochen, sollte man die Kombublätter rausnehmen, da sie sonst anfangen, einen bitteren Beigeschmack zu entwickeln. Sie haben ihre Arbeit aber auch schon erledigt. Ca. 30 Minuten köcheln lassen, 40 oder 50 sind auch OK. Dann den Moringa am besten in einen Teebeutel füllen und einfach dazu geben, weitere 10 Minuten köcheln lassen.

Anmerkung: Gerne mal die Brühe VOR und NACH dem Moringa probieren. Dadurch wird der Effekt schön klar.

Alles absieben und schonmal ein bisschen abschmecken: Salz, Zucker einen Hauch Sojasauce, dann abkühlen lassen. Wichtig ist, dass man die Suppe nicht auf den Geschmack im heißen Zustand abschmeckt, da er sich beim Abkühlen verändert. Wenn die Suppe kalt ist, nochmal abschmecken. Ich bevorzuge es, jetzt erst die Zitrone dazuzugeben, da sie so erfrischender bleibt. Wer mag, kann auch etwas Glutamat dazu geben – das hilft eigentlich immer. Ziel ist eine angenehm ausbalancierte Brühe, leicht süßlich, leicht erfrischend und aromatisch genug, um als Brühe zu fungieren.

Nun Wasser für die Nudeln erhitzen und diese nach Anleitung kochen. In der Zeit die Beilagen zubereiten: Bei mir gab es dieses Mal scharf angebratene Kräuterseitlinge, marinierten Tofu, viele Frühlingszwiebeln und ein bisschen des mitgekochten Rettichs.

Sind die Nudeln gekocht, durch ein Sieb geben und ein paar Eiswürfel dazu geben, damit sie etwas abkühlen. In einer Schüssel die Nudeln und Beilage zur Freude anrichten und mit der Brühe übergießen. Ich finde, ein paar Tropfen von guter Chilisauce passen hervorragend dazu, aber das ist natürlich sehr subjektiv. Fertig, genießen, entweder mittags oder abends. Hilft garantiert.

 

Suppenauflösung

Zum Abschluss gibt es noch einen kurzen “Breakdown” meiner Zutatenwahl für die Brühe:

Kombublätter: Unverwechselbarer, sehr dezenter Algengeschmack mit viel Körper für die Suppe. Schafft tatsächlich ein volleres, samtigeres Mundgefühl.

Rettich: Eine meiner persönlichen Präferenzen. Ich mag den Geschmack von Rettich, gerade in Suppen. Alleine manchmal etwas aufdringlich, aber in Kombination mit den anderen Zutaten einfach ein Bestandteil einer komplexeren Suppe

Frühlingszwiebeln: Umami, Aroma von Zwiebeln und Lauch, typisch asiastisch. Kann nicht fehlen, darf nicht fehlen, passt immer.

Getrocknete Pilze: Was Gemüsebrühen durch Fleisch nicht kriegen, wird durch Pilze etwas verbessert. Klassische Umami Quelle, aber auch einfach ein schönes Aroma. Kann natürlich auch durch frische Pilze ersetzt werden.

Moringa: Fein würzig, leicht kräuterig. Rundet die Suppe ab, schafft mehr Körper und fügt eine wirklich feine Note hinzu, die man so gar nicht ersetzen kann. Trotzdem nicht aufdringlich.

Salz, Zucker, Glutamat, Zitrone, Sojasauce: Abschmecken ist wichtig. Ich mag diese kalte Brühe gerne etwas süßer und aromatisch.

 

 

Und somit sind wir am Schluss. Ich hoffe, es geht euch gut. Entweder in der Hitze oder im Wasser. Gerne bis zum nächsten Mal! Bis bald.

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

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