Was uns beschäftigt 06.22

Wir haben drei tolle Neuprodukte

 

Andaliman Pfeffer

Beschreibung: Sehr zitronig, ganze Rispe. Kommt aus Sumatra, kbA aus biozertifizierter Wildsammlung.
Gehört wie Szechuanpfeffer zur Familie Zanthoxylum (Rautengewächse), und zwar acanthopodium. Durch den hohen Linalool- Anteil sowie Citral ist er deutlich zitronig im Geschmack. Eingesetzt wird er wie anderer Szechuan-Pfeffer.

Hier gibt’s eine ausführlichere Beschreibung mit Rezept.

 

Voatsiperifery

Beschreibung: Urwaldpfeffer aus Madagaskar, erstmalig aus kbA (biozertifizierter Wildsammlung). Dieser ist aus der Piper-Familie (Piper borbonese), sieht aus wie eine Miniaturausgabe von Kubebenpfeffer – kleine Beeren mit Stilchen. Er hat neben einer typischen Pfefferschärfe einen warmen Holzton und leichte Mentholnoten.

Hier gibt’s eine ausführlichere Beschreibung mit Rezept.

 

Flugdarjeeling 2022

Gibt’s in der 50g Tüte und im Kilo. Dieses Mal spritzig, beschwingt, mit fruchtig-floralen Noten und süßlichen Abgang.

 

Updates zur Gewürzmischung Bauerngarten

Nach gut 15 Jahren haben wir die Rezeptur unserer Gewürzmischung „Bauerngarten“ verändert. Bauerngarten hatte seinen Ursprung im botanischen Garten von Jena, wo wir die Nachbildung eines typischen mittelalterlichen Bauerngartens vorfanden. Wir fanden es interessant, daraus eine Zeitreise in unsere Vergangenheit zu machen in Form einer Gewürz-Kräutermischung.
Bauerngarten enthielt damals viel Borretsch, das „Gurkenkraut“, das naturgemäß Pyrrolizidinalkaloide enthält – nicht so viel wie Beinwell, aber es störte einige. So haben wir jetzt die Rezeptur neu aufgebaut, auch streng historisch, was vor 500 – 1000 Jahren im Selbstversorgergarten angebaut wurde. Es ist wie ein Feuerwerk geworden, da es nicht fein vermahlen, sondern geschroten ist. D. h. man beißt schonmal unvermutet auf ein Anis-, Dill- oder Korianderstückchen und hat eine Geschmacksexplosion im Mund. Bauerngarten ist nach wie vor universell einsetzbar.
Die neue Rezeptur kommt in ca. 1 Monat in den Handel.

 

Preisänderungen

Nach wie vor kämpfen unsere Lieferant:innen mit den Klimaveränderungen, da wird ja vermutlich so schnell auch nicht besser. Verschiedene Pflanzen wachsen schlechter an ihren bisherigen Standorten, (z. B. Kümmel in Deutschland), der Anbau wird aufwendiger, es kommt zu Ausfällen. Dazu kommen gestiegene Lohnkosten, durch den Krieg deutlich gestiegene Transportkosten und Verknappung von produktrelevanten Ressourcen, wie Verpackungen. Mit den neuen Ernten 2022 erwarten wir nochmal eine allgemeine Preiserhöhung durch die gestiegenen Energiekosten (Trocknungskosten). Aber man hört es ja gerade überall: Alles wird teurer. Das gilt leider auch für Kräuter, Tee und Gewürze.

 

Updates zu social media

Wir sind jetzt auf Mastodon (mastodon.online) zu finden. Twitter wurde uns zu bunt, die Gründe sind aber relativ simpel – wir wollten Elon Musk nicht folgen. Wir unterstützen die dezentralisierte, open source Plattform Mastodon, das sagt uns besser zu. Auf Facebook und Instagram sind wir als #Heuschreckebio aber weiter wie gewohnt zu finden.

 

Unsere Website wurde gehackt

Vor ca. einem Monat wurde unsere Website gehackt und wir mussten ältere Teile komplett abschalten, weil das „Archiv-System“ befallen war. Damit sind viele Inhalte von 2007 bis 2017 verschwunden, ihr erkennt es an den durchgestrichenen Links. Wir arbeiten daran, uns wichtige Inhalte nach und nach zu migrieren.

 

Und sonst so?

Den größten Raum in unserer Arbeit nimmt weiter die Beschaffung ein. Unsere letzten Erfahrungen zeigen, dass zurzeit wieder viele Chargen Bio-Ware wegen Kontaminationen ganz kurzfristig ausfallen. Die Suche nach Ersatz beansprucht dann wiederum viel Zeit und Glück.

Die Analytik und allein deren Verwaltung ist zum Kraftakt geworden: es kommt vor, dass ein gemahlenes Produkt mit 17 Analysen, (gemahlen aus 4 Teilpartien, jede mit 4-5 Analysen) ankommt – das ist nicht mehr vernünftig zusammenzufassen.
Wir haben unsere Analyseverfolgung in unserer Warenwirtschaft jetzt nochmal verbessert für unsere eigenen Prüfpläne. Die Dokumentenerstellung für Kunden bleibt bei unseren knapp 2000 Rohstoffen weiterhin eine gewaltige Arbeit, da bei jeder Anfrage erneut eine Überprüfung stattfindet. Das kann verständlicherweise nur bei entsprechenden Umsätzen kostenneutral bleiben. Leider führen EU-Bürokratie und private Zertifizierungsbürokratien zu dem Druck, dass die Strukturen immer größer, effizienter und das Produkt selbst billiger (in der Qualität einfacher) werden muss, um Bestand zu haben. Leider wird – wie wir beobachten – in diesen Strukturen auch viel Ware vernichtet, die noch hätte gegessen werden können.

Diese Woche ist eine interessante WWF-Studie herausgegeben worden, die unter anderem auch das zeigt (https://www.wwf.eu/?uNewsID=6641916). Bei Bio gibt es noch das Problem der unterschiedlichen Toleranzen umweltinduzierter Rückstände, die ebenfalls in die Vernichtung führen.

Die Tendenz, dass die wahren Preise der konventionellen Landwirtschaft sichtbarer werden, ist ein Beispiel, was Pandemie/ Ukraine-Krieg mit sich gebracht hat. Die auf erdölbasierte Stickstoff-Produktion bei Dünger und auch andere von uns Ökos nicht gerade präferierten Chemikalien – werden richtig teuer. Konventionelle Produktionen werden sich jetzt zumindest zeitweise als teurer herausstellen als ökologische.

Den Endverbraucher:innen wird diese Wahrheit noch vorenthalten durch Rabattschlachten. Das Prinzip „Wahre Preise“ wird interessant in Hinsicht auf die getriebene Entlastungs-Gießkannenmaßnahmen der derzeitigen Politik – die leider noch nicht mal mittelfristige Lenkungswirkungen haben – siehe dazu auch die Pressemitteilung der AöL: Lenkungswirkung nutzen: „wahre Preise“ bieten nachhaltige Lösungen und packen Probleme an den Wurzeln (https://www.aoel.org/publikationen/pressemitteilungen/).

Außerdem sammeln wir gerade Erfahrungen mit ersten Drittland-Importen nach der neuen EU-Bio-Verordnung. Wir erleben gerade die Folgen von differierenden Interpretationen einzelner EU-Regelungen zwischen Drittland Kontrollstelle, Spice Board of India, und dem Rotterdam Zoll – die Ware liegt seit Wochen im Hafen fest bei täglichem Email-Verkehr zwischen den genannten Stellen sowie Exporteur und uns, die sich bemühen, das zu dirigieren … teure Zeitverzögerungen.

Unsere Firmenphilosophie ist, weiter die Freude am guten Produkt zu bewahren, nah dranzubleiben an Natur, der Ware und den Anbauern, und das über unsere Produkte an KundInnen und EndverbraucherInnen weiter zu spiegeln. Wir erwarten hohe Qualität von unseren Lieferanten, ob Kleinbauern, Importeure oder Zwischenhändler, und sind an langfristigen Handelsbeziehungen interessiert. Wir gehen aber ggfs. bei unseren Bauernpartnern auch bei Qualitätseinbußen durch Klimaphänomene mit und erklären die spezielle Jahrgangsqualität – alles ist ja relativ. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, Preise zu zahlen, die diese Wertschätzung der Produktion widerspiegelt, damit wir auch in Zukunft die benötigten Waren bekommen und sie zuverlässig an Euch weitergeben können.

So viel dazu. Wir hoffen, es geht Euch allen gut und wir werden einfach so weiter machen.

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