Gewürzausflug: Orangencurry

Ich finde den Namen etwas trügerisch, wenn auch nicht falsch, strenggenommen. Es hat recht wenig mit dem zu tun, was man hierzulande von einem Curry erwartet. Wer ein “fruchtiges Curry-Gericht” sucht, der muss sich noch etwas gedulden. Das Orangencurry geht für mich viel mehr in den ostasiatischen Raum und im Folgenden beschreibe ich, warum.

 

Geschmacksprofil

Der prägnanteste Geschmack und Geruch kommt vom Anethol, das stark anisartig ist und eins dem anderen wohl auch seinen Namen gibt. Das liegt in erster Linie darin, dass es ein sehr dominantes Aroma ist und gleich durch das Süßholz und den Sternanis gedoppelt wird. Dazu kommt vordergründig natürlich die unverkennbare leicht bittere Süße und ein dezentes Zitrusaroma der Orangenschale und eine feine Kräuterigkeit von Thymian, Estragon und Kerbel. Im Abgang ist ein Anflug von Schärfe durch Zimt, Ingwer und Pfeffer zu erahnen.

Insgesamt entsteht ein sehr komplexes und vielschichtiges Aroma, das sich gefühlt mit jedem Probieren nochmal verändert. Es macht Spaß es einfach zu probieren und zu erkunden und jetzt bei der Beschreibung kann ich es mir sogar als Dipping Gewürz vorstellen. Das muss ich mal ausprobieren – entweder für Früchte oder eventuell nach dem Frittieren von Tofu oder ähnlichem.

 

Zutaten

Nachdem ich schon viele der Zutaten aufgezählt habe, ist hier nochmal die volle Zutatenliste:

Orangenschale (ca. 24 %), Melisse, Curcuma, Süßholz, Thymian, Estragon, Lemon-Myrtle, Sternanis, Pfeffer weiß, Ingwer, Kerbel, Lorbeer, Cassia-Zimt

 

Anwendung

Neben der schon erwähnten Verwendung als “Finishing” Gewürz und dem Rezept, das ich koche, eignet es sich gut für leichte asiatische Küche, helles Gemüse, Reis und Tofu Rezepte. Es beinhaltet ein paar flüchtigere Aromen, die beim langen Kochen verloren gehen und es wird deshalb empfohlen, es erst zum Ende dazuzugeben, aber wie ihr im Folgenden sehen werdet, ist das auch nicht immer das letzte Wort. Ich könnte es mir auch in Plätzchen vorstellen. Es gibt viele Möglichkeiten.

Jetzt aber zum Rezept!

 

Geschmorter Rettich

Ich selber liebe Rettich, aber es gibt sicherlich auch Menschen, die anders denken. Auch diesen würde ich empfehlen, dieses Rezept mal zu probieren. Durch den leicht süßlichen und sehr vollmundigen Schmor-Sud und die lange Kochzeit verändert sich das harsche und leicht zarte Aroma deutlich. Es harmoniert ganz hervorragend.

 

Zutaten:

  • 2.5 L Wasser
  • 8 Shiitake Pilze
  • 50 g Kichererbsen
  • 1 großes Blatt Kombu
  • 50 g Zucker
  • 60 g Sojasauce
  • 2 EL schwarzen Essig / Malzessig
  • 2 Sternanis
  • 2 TL Orangencurry
  • Salz
  • (Achtung: Glutamat*)
  • 1 großer Weißer Rettich (ca. 1 Kg?)

 

Erstmal vorab: Ich habe das Gefühl, dass ich mich für Glutamat rechtfertigen muss. Lange Zeit war ich auch der Meinung, dass mit Glutamat zu kochen ein Merkmal für schlechte Küche ist, ABER, nachdem ich jetzt ein paar Monate damit herumprobiert habe, hat sich schnell herauskristallisiert, dass das (für mich) ein Trugschluss ist. Ohne einen zu langen Text dazu schreiben zu wollen, sind hier ein paar Gründe:

– Es vertieft diverse Aromen, es ist einfach ein reines Umami Aroma. Das macht es hervorragend in diversen (asiatischen) Suppen.
– Gerade in vegetarischen Gerichten, in den eine starke glutamathaltige Zutat (Fleisch) wegfällt, gleicht es dieses Defizit aus
– Es ist kein Allgemeingewürz. In manchen Speisen finde ich es furchtbar
– Wenn es kümmert – es reduziert den Salzbedarf, weil es mit dem Salz synergiert und den natürlichen Geschmack verstärkt

Wer dennoch skeptisch ist oder es einfach nicht möchte oder hat, der kann es getrost weglassen. Im Endeffekt haben Sojasauce, Shiitake Pilze und Kombu alle unter anderem die Aufgabe, den Umami-Geschmack (= Glutamat) zu verstärken.

 


Warum Orangencurry

Das Gericht ist wie beschrieben leicht süß. Dazu passt die natürliche Süße des Orangencurrys ganz hervorragend. Süßholzaroma ist genau, was in diesem Gericht perfekt ist. Die leichte Fruchtigkeit und die Komplexität des Gewürzes machen das Rezept einfach noch interessanter.

 

Zubereitung

Idealerweise weicht man das Kombublatt und die Pilze über Nacht ein und nimmt dann die Flüssigkeit. Man kann aber auch beides direkt mit erwärmen. Das Kombublatt sollte aber spätestens, wenn der Sud heiß ist, entnommen werden, da es sonst ein leicht bitteres Aroma abgibt. Dazu kommen eigentlich alle anderen Zutaten. Warum Kichererbsen habe ich glaube ich schonmal beschrieben – fürs Mundgefühl. Der Sud wird bis knapp unter Kochen erhitzt. Es sollte ganz leicht blubbern – wer schonmal Brühen gekocht hat, kennt das sicherlich.

Zum Rettich: Die Rettichstange gut schälen und in ca. 3 cm dicke Scheiben schneiden. Idealerweise ist der Rettich möglichst jung. Das erkennt man angeblich dadurch, dass er möglichst schwer ist, da älterer Rettich etwas porös wird. Die Scheiben werden dann noch leicht abgerundet, wie auf dem Bild hoffentlich zu erkennen ist. Das sieht nicht nur sehr schön aus, sondern hilft auch, den Rettich möglichst gleichmäßig zu kochen.

Die abgeschnittenen Kanten eignen sich ganz hervorragend für einen Rettich Salat. Ich mag auch rohe Rote Beete dazu. Als Dressing ein bisschen Sesamöl, Senf, Zucker, Essig und Salz.

Diese Rettich-Diamanten werden dann in dem Sud auf schwacher Hitze für 1 – 1.5 Stunden geschmort. Idealerweise sind sie alle unter Wasser (sie schwimmen). Entweder man wendet sie ab und zu oder man deckt sie mit ein bisschen kochfestem Küchenpapier (Wachspapier)unter der Oberfläche. Das verhindert, dass sie auf einer Seite austrocknen.

Nach der Kochzeit sollten sie sehr zart und gleichmäßig weich sein. Zum Servieren mit ein bisschen Orangencurry und ein bisschen Frühlingszwiebeln und Brühe entweder in eine Schüssel oder einen tiefen Teller geben. Fertig!

 

 

Das war’s schon wieder. Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche. Bis bald!

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Joshuas Botanicals: Moringa

Heute machen wir einen drastischen Cut in der Reihe der bisherigen Botanicals. Es wird “herzhaft” und es hat Alkohol.

Aber zuerst: Grundlage bildet heute Moringa, genauer, die Blätter des Moringa oleifera Baums. Die dickstämmigen, optisch an Rettich erinnernden Bäume wachsen hier gar nicht. Sie sind heimisch in manchen südlichen Teilen Asiens und in Afrika. Unser Moringa-Blatt-Tee kommt aus Tansania, von unseren lieben Freunden der Kimango Farm.

Der Tee der Blätter schmeckt leicht grasig, kräuterig mit einer gewissen Wärme und einer dezenten Süße, in etwa wie Wiese im Sommer. Doch das reicht nicht, um den Geschmack voll zu beschreiben. Ich finde, er könnte fast an als Brühe funktionieren. Vielleicht muss ich dazu mal etwas machen. Stelle ich mir interessant als Art Brühe mit Seidentofu vor. Ich würde das auf eine gewisse Würzigkeit mit einem Hauch Umami zurückführen. Sehr leicht, aber dennoch sehr befriedigend. Wer Shiso Blätter kennt – fern verwandt damit, aber deutlich leichter.

Wie dem auch sei, ich wusste sofort, was ich damit machen wollte. Teile der Zutaten mögen etwas komisch klingen, aber ich würde mich freuen, wenn ihr euch darauf einlasst und es probiert. Es ist angelehnt an einen Martini, wie sich gleich unschwer erkennen lässt.

 

Moringatini

Wie für Martini üblich ist, kommt Wermut rein. Es ist kein schwer alkoholischer Cocktail, sondern vom Alkoholgehalt eher eine Weinschorle oder so. Wer es alkoholfrei möchte, kann den Wermut durch einen Hauch Zitronensaft, etwas Zucker und etwas Traubensaft ersetzen.

 

Zutaten:

  • 3 Teil (150 ml) Moringa Tee
  • 1 Teil (50 ml) Wermut
  • 1 Teil Gewürzgurkenwasser
  • 1 Spritzer Olivenlake
  • 1 Olive

 

Jaja ich weiß. Aber genau wie in guten Kartoffelsalat Gewürzgurkenwasser kommt, kommt es auch hier rein.

Für diesen Cocktail ist es wichtig, möglichst gute Produkte zu verwenden, da sie sonst schnell den Geschmack verderben. Hier ist die Auflistung.

 

Detail Aufschlüsselung

Moringa Tee: Wie auf der Rückseite beschrieben zubereiten: 8g Tee (4 EL) mit 1 L kochendem Wasser übergießen. Einfach im Glas stehen lassen und abkühlen lassen, idealerweise bis er vollkommen kalt ist. Die Blätter können ruhig drin bleiben. Das hält sich sogar ein paar Tage. Wie oben beschrieben ist es der Geschmack einer kräuterigen Brühe, die sowohl herzhaft als auch süß benutzt werden könnte. Dies bietet eine tolle Grundlage. Passt ganz hervorragend zur kräuterigen Note des Wermuts und sorgt dafür, dass der gesamte Cocktail sehr angenehm, statt überwältigend schmeckt.

Wermut: Wermut ist ein verstärkter Wein, der mit Kräutern versetzt wurde. Besonders wichtig ist dabei das Wermutkraut. Es gibt ihn in verschiedene Süßen, ähnlich wie Wein, von extra trocken bis süß, die sich auf den Zuckergehalt beziehen. Wir brauchen einen trockenen.

Gewürzgurkenwasser: Hier gibt es viele Möglichkeiten und ich möchte meinen, dass hier auch der Hebel angesetzt werden kann (und sollte), um den Cocktail dem eigenen Geschmack nach zu beeinflussen oder für Abwechslung zu sorgen. Wichtig ist, dass das Wasser ein angenehmes Verhältnis aus Zucker und Essig hat und zumindest dezent nach Gurken schmeckt. Man kann frei wählen, in welchen Maßen und ob und wenn welche Gewürze man dazu gibt. Frühe Leser dieser Gewürzreisen erinnern sich vielleicht noch an die Gewürzgurken mit Bockshornklee. Auch diese wären durchaus geeignet. Ich habe fantastische, klassische aus der Gegend (Spreewaldgurken sind in Berlin keine fremden) benutzt, die mit Dill und Zwiebeln gewürzt sind, und in einer relativ milden Flüssigkeit eingelegt sind. Wer keine guten kennt oder finden kann, der kann folgendes Rezept benutzen:

 

  • 1 Liter Wasser
  • 0.25 Liter Essig
  • 100 g Zucker
  • 50 g Salz
  • 1 Zwiebel
  • 1 Kg Einlegegurken
  • 5 Pfefferkörner
  • Dill

 

Wasser, Zucker, Essig und Salz kurz aufkochen, dann in ein großes Glas mit den gewaschen Gurken, einer grob in Scheiben geschnittenen Zwiebel und den Gewürzen geben, gut verschließen und ein paar Tage stehen lassen.

Ich mache mir auch zur Zeit ca. einmal die Woche eingelegtes Gemüse, das einem sehr ähnlichen Rezept folgt. Dabei lege ich nicht so viel Wert auf genaue Maße, sondern koche einfach eine Mischung aus Essig, Wasser und Zucker auf, wie es gerade kommt, suche mir 1-2 Gewürze aus und übergieße damit mein geschnittenes Gemüse. Das sind zur Zeit gerne Fenchel, rote Beete und Rettich. Das sieht durch die rote Beete nicht nur toll aus, sondern bietet in einer Zeit mit sehr erdigen Geschmäckern einen tollen Kontrast.

 

Zurück zum Cocktail. Der dezente Geschmack der Gurken und die leicht süß-sauere Flüssigkeit passen toll zu den 2 anderen Zutaten. Der Cocktail ist nicht überaus sauer oder süß, sondern ausgewogen, aber interessant genug um ihn zu trinken. Vermutlich gut als Aperitif.

Spritzer Olivenlake: Gibt dem Cocktail einen leicht salzigen Kick und durch die Oliven ein recht prägnantes, interessantes Aroma. Hier ist es besonders wichtig, gute Oliven zu wählen. Geschwärzte Oliven aus dem Glas wären hier kein Mehrwert. Eine Olive kommt auch noch dazu, weil es schön aussieht, klassisch zum Martini gehört, aber auch als salzige Aromabombe einen tollen Kontrast bietet.

 


Zubereitung

In einem Cocktail Shaker den Tee, Wermut und das Gewürzgurkenwasser mit Eis gut vermischen und durch ein Sieb in ein Glas der Wahl geben. Dann mit einem Teelöffel eine Olive mit einem Spritzer Lake in das Glas geben und möglichst direkt genießen.

 

Es entsteht ein leckerer Gurkenmartini. Etwas würziger, ja vielleicht interessanter, aber dennoch, zum letzten Mal, sehr angenehm zu trinken.

 

Das war es. Gutes Ausprobieren, Rumprobieren und Genießen. Bis bald!

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Der Fliegenpilz

 

 

 

 Wie ist es mit einem Fliegenpilz – Der Glück verspricht und doch so giftig ist.

 

 


 

Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA (“Point Zero Painting”), Kunstglaserin, ausgebildet im “Begleiteten Malen”, Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   www.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter: https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 

“Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…”

 

Kathrin Franckenberg

Joshuas Botanicals: Zitronengras

Und so beginnt eine weitere Folge Botanicals. Dieses Mal mit Fokus auf Zitronengras.

Das Zitronengras selber muss ich gar nicht so sehr erklären, wie den Cistus Tee. Es hat seinen Namen nicht ohne Grund und genießt auch deutlich mehr Popularität. Man kann es mittlerweile hier auch gut frisch finden, aber es ist etwas widerspenstig im Umgang. Die festen Stile lassen sich schwer schneiden. Nichtsdestotrotz hat es natürlich auch Vorteile, wie alle frischen Kräuter und Gewürze.

Wie dem auch sei – wer sich Arbeit sparen will, der kann sehr gut zum Tee greifen. Er besteht, wie auf dem Foto auch zu sehen ist, aus den geschnittenen Stücken der kräftigen Grashalme. Es schmeckt erfrischend zitronig, ohne die Säure und Citrus-Noten mitzubringen. Das macht es sehr vielseitig einsetzbar und ich könnte auch eine ganze Kochreihe daraus machen. Man kann es auch gut zu anderen Teesorten beigeben, wie etwa Grüntee, um der Mischung eine Frische zu verleihen.

Jetzt aber zu den Getränken. Ich habe einen Versuch gemacht, wie man am besten den Geschmack aus der Pflanze kriegt: Einmal heiß aufgegeossen, wie Tee und einmal kalt. Sobald die Blätter mit dem heißen Wasser in Kontakt kommen, verströmen sie ihr unvergleichliches Aroma und verleihen dem Wasser eine grünlich-gebliche Farbe. Kalt lässt dieser Effekt etwas zu Wünschen übrig. Auch nach einem Tag ziehen lassen, ist der Geschmack sehr zart und etwas befremdlich – es erinnert unerwartet wenig an Zitronengras. Daher empfehle ich für die Zubereitung der folgenden Getränke die klassischen Teezubereitung (10 g auf 1 Liter). Das kann man gut auch 1-2 Tage stehen lassen ohne unerwünschte Nebengeschmäcker zu erzeugen.

Meine erste Idee ergibt sich aus der asiatischen Küche und daher hat der folgende Cocktail auch liebevoll seinen Namen bekommen:

 

Tom Kha Tail

Haha. Wie es so bei Getränke-Namen üblich ist, fangen jetzt die schlechten Witze an. Der Name leitet sich vom thailändischen Gericht Tom Kha Gai ab, was ich sogar mal in einer Gewürzreise gekocht habe. “Gai” bedeutet in dem Fall Huhn, was ich hier mal rigoros rausgelassen habe.
Die anderen Zutaten finden jedoch Verwendung – so entsteht eine frische Neukomposition einer traditionellen Geschmackswelt. Oh ja – dieser ist auch alkoholfrei.

 

Zutaten:

  • 150 ml Zitronengrastee
  • 25 ml Galgantsirup (100 ml Wasser, 50 ml Zucker, 1 TL Galgant, Rezept weiter unten)
  • 25 ml Kokosmilch
  • 8 Kaffirlimettenblätter
  • 1 kleines Stück Thai-Chili
  • 1 Teelöffelspitze Sojasauce (wer sich traut)

 

Die meisten Zutaten gibt es in jedem kleinen Asia-Geschäft. Zitronengras und Galgant bei uns – Kaffirlimettenblätter in getrocknet auch, aber hierfür brauchen wir frische!

 

Zubereitung

Also: Der Zitronengrastee wird wie oben beschrieben zubereitet.

Der Galgantsirup ist ähnlich wie beim letzten Mal. Einfacher Sirup ist immer noch 1:1 im Mengenverhältnis, aber 2:1 tuts auch, wenn es nicht dickflüssig sein muss. Wasser mit Zucker aufkochen, 1 TL Galgant-Pulver dazu und dann idealerweise durch einen Kaffee-Filter geben. Dadurch wird der Sirup klar und frei von Teilchen (abhängig von Vergrößerungslevel).

Kurzes Wort zum Sirup: Ich finde den super. Erinnert etwas an Ingwer, aber hat nochmal komplett andere Nuancen. Riecht etwas erdig, hat aber auch eine feine Fruchtigkeit und Säure. Auf jeden Fall ausprobieren – es würde mich nicht wundern, wenn ich den nochmal verwende.

 

Zum Mischen sollte alles abgekühlt sein. Dann in einem Shaker den Tee, den Sirup, die Kokosmilch, die Kaffirlimettenblätter, Chili und wer mag wirklich nur einen Hauch Sojasauce mit viel Eis vermischen und dann in einem geeigneteren Gefäß als ich habe servieren (ich arbeite daran).

 

 

Es entsteht ein komplexes, cremiges und dennoch frisches Getränk, fast etwas dessertartig. Hier sind die Detailerklärung:

 

 

Detail-Aufschlüsselung

Zitronengras: Frisch, Zitronig, macht den Großteil des Getränks aus. Durch die Frische ist es angenehm zu trinken, nicht zu schwer und somit auch nicht überwältigt von Kokosmilch und Sirup – Bildet die Grundlage.

Galgantsirup: Die Süße und Erdigkeit mit Hang zur Exotik. Bildet quasi den Körper.

Kokosmilch: Es reicht wirklich ein Spritzer aus, um den Getränk durch das Fett eine tolle Cremigkeit zu verleihen. Jeder, der milchige Cocktails mag, weiß, was ich meine. Die, die sie nicht so gerne mögen, wie ich, werden aber auch nicht unangenehm von der Schwere erschlagen.

Kaffirlimette: Nicht nur beim Kochen ein wahnsinniges Aroma. Sehr frisch, sehr intensiv und unvergleichlich. Nimmt die “Zitronigkeit” und Frische des Zitronengrases auf, aber auf einem anderen Level. Als besten Vergleich fällt mir ein musikalischer ein: Es ist quasi eine Oktave über dem Zitronengras – vielleicht reicht das als Erklärung.

Ein Stück Chili: Die kleinen Thai-Chilis sind ziemlich scharf, aber in einem Kaltgetränk löst sich die Schärfe nicht so schnell. Eher ein Hauch, der als Anspielung auf die Herkunft des Namens ist, aber manchmal auch wahrnehmbar genug ist, um interessant zu wirken.

Sojasauce: Nicht nur als Anspielung gemeint. Umami ist eine Note, die in den meisten süßlichen Getränken gar nicht vorkommt. Wer sich aber daran traut, stellt fest, dass es gar keine üble Idee ist. Macht das Getränk unvergleichlich komplexer ohne wirklich vordergründig als Sojasauce herauszuschmecken ist, da wir nur einen Hauch dazu gegeben haben. Ich würde empfehlen, das mal auszuprobieren – Ich glaube, es trifft nicht jedermans Geschmack, aber es ist hochinteressant und durchaus würdig, da weiterzuforschen.

 

Finale Worte: Insgesamt hat mich das Getränk ein bisschen an Milktea erinnert. Ich stelle mir das toll mit Boba-Perlen vor, wer Lust hat, das mal auszuprobieren. Ansonsten auch so spannend. Man kann bestimmt auch noch Alkohol dazu geben, aber das verschiebe ich auf ein nächstes Mal (Das ist eine Andeutung).


Ich wünsche Euch schöne Ostertage, in welcher Form auch immer. Genießt die Sonne und die Erholung. Bis bald!

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.