Joshuas Gewürzreise: Süßholz

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Das letzte Glied in der Anethol-Reihe. Süßholz fällt aber ein bisschen aus der Reihe. Nicht so stark Anis-artig dafür der unvergleichlich süße und gleichzeitig leicht bittere Geschmack. Gefühlt ein weiterer polarisierender Geschmack, der in erster Linie durch Lakritze bekannt geworden ist. Im Englischen unterscheiden sich da nicht mal die Wörter: liquorice.

Zurück zum Geschmack. Zuerst kriegt man die leicht bittere Note des Süßholzes, leicht harzig, leicht holzig, doch dann kommt die Süße, die vielleicht entfernt vergleichbar mit Stevia ist – alles mit diesem Hauch von Anis-Unterton und auch einem gewissen Röstaroma. Die Geschmackskombination ergibt einen recht warmen Geschmack, ziemlich voll, aber nicht unverständlich, sodass das Kauen auf Süßholz nicht unbedingt unangenehm ist.

Die Süße stammt von der enthaltenen Glycyrrhinzinsäure, von der sich Glycyrrhizin spaltet, das etwa 50 mal so süß ist wie Haushaltszucker. Diese Eigenschaft wird gerne und besonders viel in der Süßwarenindustrie benutzt, wo daraus, oft sogar ohne weiteren Zucker, diverse Lakritze und lakritzartige Kleinigkeiten hergestellt werden. In manchen Ländern wird diese Kombination noch mit Salz abgerundet. Auch in der Alkoholindustrie wird gerne Süßholz benutzt, um die Anis-Familien mit einer notwendigen Süße auszubalancieren. Außerhalb unserer westlichen Hemisphäre, wenn man mal über den Tellerrand hinausschaut, findet es in einigen asiatischen Ländern in Saucen, Suppen und Eintöpfen Verwendung, in den die Süße einen ausgleichenden Charakter einnimmt und die stark Umami-haltigen Gerichte abrundet. Und man schätzt dort natürlich auch einfach eine süßliche Note.
Neben diesen Verwendungen passt Süßholz ziemlich gut zu fettigen Gerichten und tiefen Geschmäckern, ähnlich wie in der chinesischen Küche, aber eben mit heimischen Zutaten: In Dunkelbier geschmortem, dunklem Fleisch, oder auch zu fettigen Fisch (siehe letzte Reise: Anis).
Oh ja. Bevor ich es vergesse. Man kann auch wunderbar Tee daraus machen. Ob als Monotee oder gemischt mit vielleicht etwas Ingwer, Zimtblättern oder Anis/Fenchel….

 

Und zuletzt, eine kleine Warnung: Süßholz kann bei übermäßigem Verzehr zu hohem Blutdruck führen. Wer damit Probleme hat, bitte ein bisschen darauf achten!

 

Doch was machen wir damit? Nur drüber reden? Ja. Bis zum nächsten Mal…


Ooooooder, wir gehen mal in die Küche, finden heraus, was sich damit machen lässt und raspeln *buchstäblich* ein bisschen Süßholz. Unsere erste Kombination ist direkt eine Geschmacksbombe, mit der man eine Menge anstellen kann. Viel Umami, Salz, etwas süß und sehr komplex.

 

 

Sojasaucen-Reduktion

Das fällt vermutlich ebenso in die Tare-Kategorie. Dazu später mehr.

 

Zutaten:

  • 75 mL Sojasauce
  • 50 mL Shaosing Reiswein
  • 2 kleine Stücke Ingwer
  • 1 EL dunklen Zucker, Dattelsirup oder vergleichbares
  • 1 TL Süßholz

 

Die Herstellung ist denkbar einfach. Erst schön Süßholz raspeln. Das geht gut mit einer kleinen Reibe. Dann zusammen mit den anderen Zutaten auf mittlerer Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit auf grob 1/3 reduziert hat oder eine leicht dickflüssige Konsistenz erreicht ist. Das war’s. Hier ist eine Anwendung:

Neutralen, relativ festen Tofu in Scheiben schneiden und kurz anbraten. Dazu eine ganze Frühlingszwiebel längs halbieren und ebenfalls anbraten. Nach ca. 5-8 Minuten aus der Pfanne nehmen, leicht abtupfen und mit einem Pinsel mit unserem Geschmackslack bestreichen. So kommt der Geschmack schön durch. Er passt eben auch hervorragend zur Frühlingszwiebel. Ein einfaches, elegantes und sehr geschmacksreiches Amuse-bouche (“Mundfreude”, für die Nicht-Franzosen / Nicht-Kulinaren …. gibt’s die hier?).

Ebenso passt die Reduktion einfach zu Reis oooooder zu …

 

 

Ramen – aber auch nicht

 

Da Ramen lediglich Nudelsuppe bedeutet, lass ich das mal so stehen. Ich glaube aber nicht, dass die Geschmackskombinationen klassisch japanisch sind, aber mit 2 zugedrückten Augen kann man es sich auch gut gehen lassen.

 

Zutaten:

  • 100 g Shiitake Pilze
  • 80 g Shimeji Pilze
  • 2/3 Lauch
  • 2 Karotten
  • 1 große Zwiebel
  • 1 großes Stück Ingwer
  • 1 Frühlingszwiebel (groß, haha)
  • 1 Kombu-Blatt
  • 1 Stange Süßholz
  • 1 EL Fenchel
  • 6 Nelken
  • 10 Pfefferkörner
  • 4 L Wasser


Die Zubereitung ist ganz klar. Alles Gemüse grob schneiden, ins Wasser geben und mit den Gewürzen ca. 2 Stunden köcheln lassen. Alles rausfischen oder durch ein Sieb geben und fertig ist die Grundbrühe. Schön aromatisch, leicht süßlich, etwas fremd. Der komplexere Schritt ist der nächste:

Brühe mit Lauchzwiebel und ein bisschen Ingwer wieder erhitzen und mit Salz abschmecken. Ich hab sogar noch ein bisschen Zucker dazu getan, um den süßlichen Geschmack zu verstärken.

Das was frisch obendrauf soll zurechtmachen. Bei mir: Lauchzwiebeln, Chinakohl, gekochter Bambus und natürlich ein 6-Minuten-Ei.

Für die Auberginen habe ich Auberginen (ach was) kleinschnitten und mit Sojasauce, Chili, Knoblauch, Öl, Sesam, Salz und etwas Maisstärke vermischt und in einer Pfanne schön knusprig gebraten – ist toll!

Nudeln nach Anweisungen al dente kochen.

Dann: In die Schüssel oben genanntes (oder anderes) Tare geben, Nudeln darauf türmen und mit Suppe aufschütten. Dann alles, was wir so gemacht haben schön darauf verteilen. Fantastisch. Sehr komplex. Eine Mischung aus Umami, leicht süß, bei mir leicht scharf dank Chili-Knoblauch-Sauce und viel Frische.

 

Da fehlt doch nur noch eins… Ein Dessert.

 

 

Custard mit Rhabarber

 

Es ist Rhabarber-Zeit. So gerade eben. Dazu ein unglaublich cremigen, leicht süßen Pudding? Au ja.

 

Zutaten:

  • 400 mL Milch (bei mir ca. 250 mL Hafer, 100 mL Soja, 50 mL Kokos)
  • 3 Eigelb
  • 1 EL Zucker
  • 1.5 EL Speisestärke
  • 1 bisschen Vanille
  • 1 vorsichtiger Teelöffel Süßholz

 

  • 1 KG Rhabarber
  • 100 mL Rotwein
  • 1/3 Stange Süßholz
  • 1 bisschen Vanille
  • Zucker nach Maß


Die Milch zusammen mit der Vanille und dem Süßholz erhitzen, bis sie fast kocht. In der Zeit die Eier trennen und dann, kurz bevor es so weit ist, mit der Speisestärke und dem Zucker vermengen. Nun die Milch vom Herd nehmen und zuerst nur einen EL in die Ei-Stärkemasse rühren. Dann nochmal 3, dann nochmal 5. Ziel ist, die Eigelbs vorsichtig auf Temperatur zu bringen, dass wir die Rührei Situation in unserem Pudding vermeiden. Sind die Eier temperiert, in die Milch einrühren und kurz zum Kochen bringen. Dann in 1-3 Schüsseln geben und im Kühlschrank erkalten lassen.

In der Zeit den Rhabarber waschen und schneiden und mit den restlichen Zutaten kochen. Besser noch: Im Ofen machen. So behält er besser seine Form… ist mir aber erst im Nachhinein wieder eingefallen… Schmeckt trotzdem fantastisch. Der Rotwein klingt kontraintuitiv, weil der Rhabarber genug Säure hat, aber schmeckt einfach hervorragend dazu.

Ist der Pudding erkaltet, oder, für die Ungeduldigen, etwas abgekühlt, mit ein wenig Rhabarber servieren. Und fertig.

Das war’s. Es war mir wieder eine Freude. Ich hoffe, Euch auch.

Bis zum nächsten Mal!

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Programmierer / Web-Developer. Hier.

Ohrenkuss: Geschwister

Ohrenkuss …da rein, da raus – ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft GmbH.

Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen. Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet und auf hohem ästhetischen Niveau.

In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

Die neue Ausgabe dreht sich rund um das Thema Geschwister. Geschwister haben ist besonders, unvergleichlich. Manchmal anstrengend, oft schön. Mit viel Freude, Unterstützung, Verständnis und gegenseitiger Bewunderung berichten die Autoren selbst, aber teilweise auch ihre Geschwister. Sie erzählen aus dem Leben.

Es ist uns eine Herzensfreude, das Magazin zu lesen und hier Ausschnitte mit Euch zu teilen.

Das neue Magazin ist natürlich im Abo erhältlich. Viel Spaß!

 

 

Über Geschwister…

 

Lioba Ullrich, ditkiert
Die sind einfach in meinem Herzen, das kann man nicht beschreiben. Wenn ich die jetzt so sehe, dann denke ich, dass meine Geschwister das Beste von mir rausholen wollen, dass ich auch selbstständig werde.

 

Angela Fritzen, diktiert
Ich reite alleine, aber sie selbst nicht, meine Schwester nicht. Das ist ein großer Unterschied. Ich bin keine Ärztin, aber meine Schwester schon. Sie ist normal und ich bin mit. Sie hat kein Down-Syndom, aber ich hab’s. Das ein großer Unterschied. Merkt man auch an.

 

Pia Heim, handgeschrieben
Bei meinem Bruder und bei meiner Mutter und mir sind gewissen Ähnlichkeiten. Wir machen alles gemeinsam und wir sprechen über alles. Wir haben keine Meinungsverschiedenheiten. Ich freue mich immer wenn er kommt.

 

 

Natalie und Fredo

 

Fredo Dedreux, am Computer geschrieben
Ich heiße Fredo Dedreux und bin 17 Jahre alt. Meine Schwester Natalie Dedreux ist 21 Jahre alt.
Ich finde toll an meiner Schwester:

  • Freude am Leben
  • Wie einfach Natalie die meisten Dinge sieht → unkomplizierte Sichtweise auf die Umwelt
  • Wie sie sich für Menschen mit Down-Syndrom einsetzt → und dass sie damit schon so weit gekommen ist
  • Wie interessiert sie am Rest der Welt ist → politisch, kulturell, …
  • Dass sie sagt, was sie denkt und sich keine Sorgen macht, was das für Konsequenzen haben könnte

Das laute Singen meiner Schwester im Nebenzimmer (nicht mehr aktuell, weil sie ausgezogen ist) finde ich doof, was anderes fällt mir aber nicht ein.
Von meiner Schwester habe ich gelernt, Sachen einfacher bzw. unkomplizierter zu sehen.
Nicht zu “überdenken” → Dinge akzeptieren, wie sie sind.
“Das wird schon irgendwie” → alles was kommt, wird funktionieren.

 

 

Natalie Dedreux, diktiert
Mein Bruder heißt der springende Freddy. So nenne ich ihn gerne. Weil mein Bruder cool ist. Für mich ist es mein Bruderherz. Vor allem mit Liebe. Geschwister sein ist für mich etwas Besonderes. Wir waren als Geschwister sehr viel unterwegs. Ich bin die einzige Schwester, die hier das Down-Syndrom hat.

 

 

Jonas und Nora

 

Jonas Möhl (4 Jahre alt) und Nora Möhl (3 Jahre alt)

 

Jonas Möhl, diktiert
Magst du Nora? Ja
Was findest du toll an Nora? Noras Stoppersocken.
Hast du einen Spitzname für Nora? Spitznamen kenne ich nicht. Spitz sind Zähne.

 

Nora Möhl, diktiert
Was magst du an Jonas? Ich mag mit Jonas Doktor spielen.
Hast du einen Spitznamen für Jonas? Jonas hat keinen Spitznamen vorher und jetzt hat er einen.
Was denn für einen? Joni Spitznamen hat der Jonas. Und ich habe Nörchen Spitznamen.
Kannst du dich an eine schöne Sache erinnern, die du früher mal mit dem Jonas gemacht hast? Wir haben draußen gebadet in dem Swimmingpool (Erinnerung an das Planschbecken, was wir letzten Sommer im Garten aufgestellt hatten).

 

 

 

Das finde ich …

 

Dorothee Reumann, diktiert
Manchmal gestritten oder nicht, manchmal vertragen und umarmt.

 

Martin Weser, handgeschrieben
An meinem Schwester und Bruder über alles gut. Die sind in Leben ganz wichtig das finde ich toll. An meine Geschwister. Die sind besonderes für mich da. Ich finde toll das wir Gegenzeitig schreiben ich habe Geschwister Gruppe das wir schreiben können das ist toll.

 

 

Spitznamen

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert
Meine Schwester nenne ich Evi oder Eva.
Meine Schwester nennt mich Lisi zu mir.
Ich finde das sehr schön, wenn meine Schwester mich so nennt.

 

David Blaeser, diktiert
Wenn ich ehrlich bin, meine Geschwister sagen mir immer “kleiner Bruder”. Für mich fühle es gar nicht so gut an, weil ich ja gar nicht klein bin, sondern nur in der Größe hängt es davon ab, aber ich ja groß genug für mein Alter, ja klar bin ich 16 Jahre alt, aber es nicht ob ich klein bin, ganz klein! Die sollen einfach sagen: einfach nur David.

 

 

Zusammen

 

Paul Spitzeck, diktiert
Ich ware mit mein Schwester mal in Kino alleine gegangen. Das haben wir genossen ohne Eltern.

 

Marc Lohman, diktiert
Liebe Nadine, ich freue mich auf den schönen Urlaub. Sag mir mal, wann wir los fahren und in den guten Morgen starten. Auf den schönen Tag. Und wir machen auch mal Pause zwischendurch. Hoffentlich kein Stau. Das ist in der Woche. Guten Morgen Urlauber, bin gespannt, was wir am Tag machen. Wo wir ankommen, in welchem Ort. Bestimmt auch Städte. Leute sind sehr freundlich.
Liebe Grüße, Marc

 

 

Voneinander Lernen

 

Claudine Egli, diktiert
Das haben meine Schwestern von mir gelernt: Nöd jufle! (Schweizerdeutsch. Bedeutet auf deutsch: Nicht hetzen!)

 

Martin Weser, handgeschrieben
Von meinem Bruder habe ich Auto gefahren gelernt oben auf der Wisse und auch Tracktor als Früherschein das war alles wunderbar. Mein Bruder Herz hat mir Wie man Tracktor das hat er mir gelernt.

 

 

 

 


… mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch …

Ohrenkuss …da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich – mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen – der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

 

Fotos: Swetlana Gasetski, instagram.com/swetlanagasetsk, Text und Fotos © Ohrenkuss

 

Ciao Elke!

Verbandsgeschichte: Elke Röder verlässt den Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V.

Der BNN war immer eine Konstante in unserer Naturkostbranche, mit einigen Änderungen, in stetiger Weiterentwicklung, und sehr geprägt von Geschäftsführerin Elke Röder, die uns nun leider nach 30 Jahren verlässt. So ganz unkommentiert wollen wir Elke nicht gehen lassen, ein dickes Lob braucht es und unser persönliches und fachliches zugeneigt Sein darf nicht fehlen. Denn mit Elkes Wirken sind einige Meilensteine der Branche geschaffen worden.
Einige Stichwörter aus der Vergangenheit, die vielleicht den jüngeren Mitgliedern nicht so präsent sind:
Auf den Zusammenbruch des ersten Branchenverbandes Naturkost e.V. folgte in einem aufwändigen gemeinsamen Findungsprozess das Konstrukt Dachverband mit den 3 Teilen Großhandel, Einzelhandel und Hersteller. Hier sollten die Mitglieder ihre Interessensvertretung finden, aber gleichzeitig eine gemeinsame Branche nach außen vertreten.

Die Idee war eine Zeit lang tragfähig, aber irgendwann dysfunktional – zu viele Partikularinteressen – harmonisches Miteinander war selten.

Logisch folgte daraus die Zusammenführung, zuerst Hersteller und Großhandel, folgend der Einzelhandel, in einen einzigen Verband. Elke als Geschäftsführerin der GH stand für diese Entwicklung mit Unterstützung vieler Vorstände und Mitgliederversammlungen.

Lobby Arbeit und gute persönliche Vernetzung führten dazu, dass eine Reihe von BNN-Qualitätsvorstellungen sich in der ersten EG-Bioverordnung wieder fanden. Dennoch wurde im Verband meist federführend durch den GH, also Elke, und ihrer Vorstände nach Konzepten gesucht, das Originäre der Szene-Bio-Qualität besonders herauszustellen – Richtungsweise gab es die IK Liste als Anhaltspunkt für zertifizierte Bioprodukte.

Wohl der wichtigste Meilenstein, heute international bekannt und genutzt: die BNN-Orientierungswerte.
Der Aufbau der superben QS-Abteilung, wir möchten stellvertretend nur diese Namen mal nennen: Nina Schinkowski, Kirsten Arp, Karin Wegner und Cornelia Dressler. Begleitet durch den hochgeschätzten wissenschaftlichen Beirat.
Die BNN-Aromaverordnung sollte den Naturkostcharakter des Sortiments im Bioladen stützen – jetzt in leicht veränderte Form in der neuen EG-Bioverordnung generalisiert. Um Pestizid-Doping betrügerischer Biobetriebe zu entlarven wurde ein Obst & Gemüse-Monitoring installiert, später kam das Trocken-Monitoring hinzu. Für diverse Verbands-Kampagnen – konnte Brüsseler Landwirtschafts-Geld akquiriert und sinnvoller verwendet werden.

Immer dabei Elke mit Fachverstand die Bedürfnisse der Mitglieder aufgreifend und strukturiert durchführend. Bio Politik in Berlin, Brüssel und auf Länderebene, wachsame Begleitung der neuen EU-Öko-Verordnung Kontakte mit der Ministerialbürokratie; Initiativen im Dachverband BÖLW ergreifen.
Nicht alle wohlgemeinten Initiativen aus der Mitgliedschaft ließen sich erfolgreich abschließen: das „N“ (ähnlich wieder aufgegriffen mit „Öko statt Ego“), „Acht für Alle“ Pfandsystem statt Grüner Punkt (kommt vom Unverpackt-Verband vielleicht in anderer Form wieder).

Diese Aufzählung ist subjektiv und spontan – soweit es die Zeit und Seitenlänge erlaubt – bitte nutzt die Kommentarfunktion – stellt richtig und erweitert spontan.

 

Liebe Elke, wir können uns die Branche nicht wirklich ohne Dich vorstellen, und sind dankbar, dass Du uns im Verband so eine lange Zeit begleitet hast.  Alles Gute und Liebe für die Zukunft und auf ein Wiedersehen,

 

Heinz Gasper und Ursula Stübner

Vorgestellt: Rooibusch Tee

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Ich erinnere mich noch, wie es früher in den Bioläden unglaublich viele verschiedene Versionen dieses Tees gab: Vanille, Chai, Schokolade, …
Seit dem ist der Tee ein bisschen von der Bildfläche verschwunden. Warum eigentlich?

Unsere neue Demeter Version kommt wie gewohnt von Wupperthal Kleinbauern Cooperative aus Südafrika, denn nur dort wächst der Tee. Er wird noch grün geerntet und ähnlich wie Grün- und Schwarztee fermentiert. Es entsteht ein dunkler, rot-brauner Kräutertee mit einem unvergleichlichen Geschmack. Leicht rauchig, aber irgendwie auch milchig mit einer leicht fruchtigen Note, die entfernt an Beerentee erinnert. Sehr mild, voll und rund – aber das markanteste für mich ist dieser milchig, fast buttrige Geschmack. Man braucht nichts mehr dazu und gleichzeitig bürgt es viele Kombinationsmöglichkeiten, um genau mit diesem Geschmack zu spielen. Es passt so vieles, wodurch dann vermutlich auch die verschiedenen oben angesprochenen Versionen entstanden sind: Vanille, Zimt, kräftige Gewürze, Zitrus, Milch. Da kann man sich austoben und ganz nach dem eigenen Geschmack gestalten. Die Grundlage ist fantastisch.

 

 

 

Ich will hier natürlich niemanden ohne Ideen stehen lassen. Deswegen sind hier 2 Starthelfer:

 

Rooibusch Chai

Funfact: Chai heißt “Tee” auf indisch. Jetzt könnt Ihr auch immer über andere lachen, die Chai Tee haben wollen. Vielleicht ist es aber auch wirklich Tee Tee?

 

Zutaten:

  • 1.5 EL Rooibusch, pur
  • 5 Cardamom Kapseln
  • 5 Nelken
  • 5 Pfefferkörner
  • 1 Stange Zimt
  • 1/2 EL Honig
  • Zitronenzeste
  • 200 mL Milch
  • 250 mL Wasser

 

Die Gewürze grob mit einem Mörser bearbeiten, dann zusammen mit Tee und Wasser aufkochen 5 Minuten köcheln und dann noch mit geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten ziehen lassen. Gegen Ende der Zeit die Milch erhitzen. Den gezogenen Tee mit etwas Honig und Zitronenzeste abschmecken (die Zitronenzeste bringt den Tee etwas mehr zum Leben), Milch aufschäumen, wenn möglich, und zusammenmischen. Fertig.

 


Butter Rooibusch Tee

Für all die Keto-Fans ist Buttertee vielleicht nichts Neues. Ursprünglich aus den Hochlandschaften Tibets hat er auch in der westlichen Welt durch Keto und Co an Popularität gewonnen. Ob man es glaubt oder nicht, ein bisschen Butter passt hervorragend zum Geschmack des Rooibusch, holt ihn ab und erschafft einen wunderbar vollen, aromatischen Tee.

Das Rezept ist denkbar einfach:

  • 2 TL Rooibusch
  • 350 mL Wasser
  • 0.5-1.5 EL Butter (je nach dem wie sehr man daran gewöhnt ist)

 

Den Rooibuschtee nach Anleitung (Wasser kochen, drüber geben, 15 Minuten ziehen lassen) kochen, dann in einem Mixer mit der Butter für ca. 30 Sekunden mixen, bis eine schöne Emulsion entsteht und es leicht schaumig geworden ist. Wichtig ist, den Tee möglichst heiß zu haben, also vielleicht die Tasse vorwärmen, einen Deckel benutzen, …


Und dann könnte man ja auch fast schon wieder mit dem Eistee anfangen. Ein schöner Sommertag (natürlich im Garten oder auf dem Balkon), ein bisschen Tee, bisschen Orangen, Zitrone….


So. Damit dürft Ihr wieder in Eure Selbst-Isolation zurück. Schön, dass man sich immerhin noch virtuell begegnen kann, oder? Haltet die Ohren steif, bleibt gesund, wie man ja jetzt statt auf Wiedersehen sagt und auf Wiedersehen.

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Programmierer / Web-Developer. Hier.