Teepause: Mao Feng Grüntee

Erinnert Ihr Euch? Wir haben auch Tee. Sehr viel sogar und auch ziemlich guten…. finden wir.

In der kommenden Zeit wollen wir Euch ein paar neuere Grün-, Schwarz- und Oolong-Tees vorstellen. Dazu gibt es ein paar Hintergrundinfos und ein bisschen kleine Teekunde. Natürlich gibt’s das meiste schon auf unserer Webseite zu finden, aber es hilft dem Kontext.

Die kommenden Tees werden überwiegend etwas besonderer sein. Wir hoffen dennoch, dass für jeden etwas dabei ist. Heute fangen wir mit diesem Mao Feng Tee an.

 

Mao Feng

Dieser Tee kommt aus einer der Fairbio-Tea Plantagen, genauer von der Farm Qingshan aus der Provinz Hunan. Das ist in China.

Unsere Beschreibung liest sich wie folgt: „Sonnengetrockneter Grüntee mit weichem, ‚cremigen‘  Geschmack und feinherbem Aroma.

Besonders ist an diesem Tee das Schlagwort cremig. Ein ungewöhnliches Wort, wenn man Grüntee beschreiben will, oder? Ich möchte in meiner persönlichen Detailbeschreibung nochmal darauf eingehen. Verarbeitet wird dieser Tee sehr traditionell in einem Wok. Nach diesem Schritt wird er dann ausgebreitet und in der Sonne getrocknet, bis die gewünschte Restfeuchtigkeit erreicht ist. Letzteres passiert heutzutage in vermehrt in einem Heizluftofen. Durch die besondere Verarbeitung entsteht oben angesprochene Cremigkeit.

 

Was ist eigentlich Grüntee

Ohne zu tief darauf einzugehen: Grüntee, Oolong und Schwarztee entstammen alle einer Pflanze (mehr oder weniger). Der Hauptunterschied ist der Grad der Fermentation: Auf der Skala ist Grüntee am wenigsten (gar nicht / so gut wie gar nicht) fermentiert, Schwarztee vollkommen fermentiert und Oolong-Tee liegt irgendwo dazwischen. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche Geschmacksprofile.

Grüntees sind in der Regel sehr frisch, neigen aber auch dazu grasig oder strohig zu schmecken. Das hängt natürlich stark von der Qualität ab. Mit zunehmender Fermentation wird der Geschmack komplexer, ähnlich wie bei Essen. Durch die Fermentation kommen teilweise süße Noten und auch die übliche Fermentationsnoten durch.

Zurück zum Mao Feng.

 

Tee-Probe

Tee ist nie eindimensional und lässt sich eigentlich auch nicht einmal beschreiben. Guter Tee entwickelt sich mit jedem Aufguss und verändert seinen Charakter zum Teil sehr stark. Das macht ihn sehr spannend, die Veränderung nimmt den Genießenden mit auf eine kleine Reise. Manche Noten treten nur anfangs auf, während andere erst gegen Ende des „Zyklus“ verstärkt durchkommen. Darum werde ich in den Tee-Vorstellungen immer mindestens drei Aufgüsse machen und beschreiben.

Zur Zubereitungsmethode habe ich mich einigermaßen an die Empfehlungen auf der Rückseite gehalten: 4–5 TL auf 1 L Wasser. Das habe ich aber runterskaliert. Meine Zubereitung war also: 1.5 TL auf ca. 250 g Wasser, gekocht auf 80 Grad C und für ca. 2 Minuten ziehen lassen. Mehr dazu in den jeweiligen Aufgüssen.

 

Erster Aufguss

(2 Minuten, 80 Grad)

Der Tee schmeckt hier angenehm warm, leicht grasig. Man erkennt die klassischen Grüntee-Noten: Grasig, leicht herb, relativ stark. Für meinen Geschmack ein Ticken zu harsch. Interessanterweise hinterlässt er einen leicht cremigen Nachgeschmack.

 

Zweiter Aufguss

(2 Minuten, 80 Grad)

Weniger herb, etwas süßer. Ich hatte das Gefühl, der Tee ist ein bisschen gereift, wie von Frühling auf Sommer. Er ist etwas voller, weicher und die Cremigkeit kommt stärker zur Geltung. Das trifft meinen Grüntee-Geschmack schon deutlich besser. Hat mir gut gefallen.

 

Dritter Aufguss

(3.5 Minuten, 80 Grad)

Jetzt ist der Tee richtig cremig. Man kriegt fast das Gefühl, dass ein Schluck Sahne oder Milch darin ist. Die klassisch herbe Grüntee-Note ist schon fast verschwunden, dafür kommt die Süße noch mehr hervor. Samtig, süßlich, mit zartem Aroma.

 

Insgesamt eine spannende Reise. Aus den Varianten habe ich noch eine persönliche Empfehlung abgeleitet, die aber auch einer oftmals chinesischen, klassischen Weise entspricht.

 

Empfehlung

Meine Empfehlung ist sehr simpel: Man gießt den Tee mit 80 Grad C das erste Mal auf, aber nur für 30 Sekunden. Das wird mit einigen Tees traditionell gemacht: Man weckt die Aromen auf und entzieht dem Tee die für manche unangenehme „rohe“ Note. Das kann man nun entweder wegschütten, oder aber trinken. Durch die kurze Ziehzeit ist es gut erträglich. Jetzt gießt man den Tee ein zweites Mal wie gewohnt auf: 2 Minuten bei 80 Grad (man könnte auch mal mit 70 Grad spielen). Dieser Aufguss ist deutlich runder: Eine Vermählung der klassisch bekannten Grünteenoten, aber mit mehr Süße und einer leichten Cremigkeit. So schmeckte er mir sehr gut. Der dritte (und vierte) Aufguss soll natürlich auch genossen werden.

 

Das wars. Der nächste Tee kommt bald, ich freu mich drauf. Bis dahin, viel Freude!

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

 

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