Teepause: Haruno Sencha Grüntee

Zeit für den nächsten Grüntee, dieses Mal sehr filigran und edel, los geht’s!

 

Haruno Sencha Verpackung

Haruno Sencha

Der Haruno Sencha kommt aus Japan, genauer aus der Region Kagoshima, im Südwesten von Japan.

Haruno heißt hier „Felder im Frühling“, denn daher stammt der Tee. Es handelt sich um die erste Pflückung im Jahr. Er wächst halb beschattet von traditionellen Netzen, sogenannten Kabuse. Dadurch bildet der Tee mehr Wirkstoffe und ihm ist ein duftig-frisches Aroma eigen.

Die erste Pflückung ist besonders frisch, fein blumig, fast ein bisschen zaghaft und filigran, dabei sehr fein. Nichtsdestoweniger kann er, kräftig aufgegossen, sehr intensiv sein, sehr anregend und aufweckend.

Der Geruch erinnert an einen der ersten wärmen Tage im Mai, frisch, grün, mit einer vorsichtigen Wärme.

Die Tassenfärbung ist kräftig, hellgrün.

Ich finde, es ist ein sehr guter „Nachmittagstee“, für den zweiten Aufschwung. Nicht zu aggressiv, aber mit genug Power, um wiederzubeleben. Im Geschmack erinnert er mich fast etwas an Matcha, interessanterweise. Der Tee weiß, was er will. Der zeigt ohne große Umschweife, was er hat, würde ich sagen.

 

Haruno Sencha Detail

Tee-Probe

Tee ist nie eindimensional und lässt sich eigentlich auch nicht einmal beschreiben. Guter Tee entwickelt sich mit jedem Aufguss und verändert seinen Charakter zum Teil sehr stark. Das macht ihn sehr spannend, die Veränderung nimmt den Genießenden mit auf eine kleine Reise. Manche Noten treten nur anfangs auf, während andere erst gegen Ende des „Zyklus“ verstärkt durchkommen. Darum werde ich in den Tee-Vorstellungen immer mindestens drei Aufgüsse machen und beschreiben.

 

Bei der Zubereitung habe ich mich wieder an die Anleitung (heruntergerechnet) gehalten:

Auf 1 L Wasser kommen 10 g Tee. Laut Rezept soll das Wasser aufgebrüht und dann auf 60 Grad Celsius abgekühlt werden. Meinem ungeduldigen Wesen dauert das zu lange, deswegen hab ich Wasser direkt auf 60 Grad aufgekocht. Dabei soll er immer nur ca. 1 Minuten ziehen gelassen werden. Diese Empfehlung sollte ernst genommen werden! Solange die Teeblätter noch warm sind, kann man sie bis zu dreimal* aufgießen.

Meine Teekanne fasst etwa 220 ml, die Mathematik erspare ich Euch.

 

Erster Aufguss

(1 Minuten, 60 Grad)

Mein erster Aufguss war noch vorsichtig, vielleicht liegt daran, dass ich die Kanne nicht vernünftig aufgewärmt hatte (später noch ein Versuch). Die Tassenfärbung ist hier sehr klar und intensiv hell grün. Das frische Aroma kommt schon durch, will aber noch etwas aufgeweckt werden.

 

Zweiter Aufguss

(1 Minuten, 60 Grad)

Der zweite Aufguss ist eine andere Hausnummer. Klar, typisch grün, kräftig. Riecht nach Frühling, wie oben beschrieben. Im Aroma sehr klar, herb und intensiv, ohne dabei eine gewisse Leichtigkeit zu verlieren. Mit der zweiten Tasse wird zudem klar, dass er eine gute Portion Teein enthält. Guter Pick-me-up Tee.

 

Dritter Aufguss

(1 Minuten, 60 Grad)

Auch hier wieder klar und kräftig. Ich meine, eine stärkere Blumigkeit kommt durch, doch der Tee bleibt geradlinig. Das gefällt mir. Das weckt in mir Bilder von japanischem Minimalismus und trotzdem einer klaren Eleganz.

 

Vierter Aufguss

(1 Minute, 65 Grad)

Langsam wird er sanfter und weicher, aber er behält ein bisschen Herbe. Ich finde, auch der vierte Aufguss kann sich sehen lassen, auch wenn ich langsam keinen Grüntee mehr trinken kann. Die Tassenfärbung ist bis zuletzt bemerkenswert.

 

Das wars. Mehr als vier schaffe ich nicht, aber ich hab es sehr genossen. Die klare Linie hat etwas sehr erfrischendes. Zusammen mit der Herbe und dem Teein vertreibt sie die Diffusität des Nachmittags und räumt auf, schiebt nochmal an. Sehr fein.

Wenn ich Winterschlaf machen würde, dann wäre das genau der Tee, den ich trinken würde, wenn er vorbei wäre.

 

Oh Übrigens

Wem immernoch zu heiß ist, oder wenn die Hitze wieder kommt, der kann diesen Tee wunderbar als Eistee vorbereiten. Dazu einen Liter nach Anleitung kochen, vielleicht eine halbe Minute länger ziehen lassen und dann abkühlen. Mehr muss gar nicht gemacht werden. Wer aber möchte, der kann noch frische Minze, Zitrone und / oder etwas zum süßen dazu geben, wie Honig oder einfachen Zucker. Hilft bestimmt gegen die Hitze!

 

Und damit schließen ich, der nächste Tee kommt dann aber auch schon bald!

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

 

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