Botanicals: Lavendelblüten

Es ist Zeit. Zeit für ein neues botanisches Getränk. Heute mit einem sehr prägnanten und charakteristischen Geschmack und Geruch, der für mich absolut in den Sommer gehört: Lavendel.

Ich liebe den Geruch von Lavendel und der schiere Gedanke an große Lavendelbüsche ruft Urlaubsvorstellungen hervor. Die Wärme und Süße der Blüten sind sehr provenzalisch – ich liebe es.

Genug von mir, was kann man damit machen? Naheliegend ist natürlich eine einfache Aufbereitung zu Tee. Heißes Wasser, ein bisschen Lavendel und, wer möchte, ein bisschen Honig und schon hat man einen tatsächlich beruhigend wirkenden Tee. Man kann aber auch damit kochen. Vorsichtig dosiert kann er ein Gericht sehr interessant machen. In dieser Form wird er gerne in Schmorgerichte gegeben, aber passt auch toll zu Früchten und Marmeladen, um diesen sein typisch florales Aroma zu verleihen.

Doch ist das hier keine Gewürzreise, sondern ein Rezept für ein Getränk. Nichtsdestotrotz bedienen wir uns den beschriebenen Eigenschaften, verbinden sie mit saisonalem Obst und ein bisschen Gewürz und schaffen ein sommerliches, erfrischendes und zugleich samtiges Getränk, das sowohl alkoholfrei, als auch mit Alkohol einen tollen Aperitif bildet.

 

Lavendel – Rhabarber – Vanille

Weich, trotzdem spritzig und floral. Komplex und rund.

 

Zutaten

Lavendel-Sirup:

  • 10 g Lavendel
  • 200 g Wasser
  • 100 g Zucker

 

Rhabarber-Saft:

  • 500 g Rhabarber
  • 100 g Portwein
  • Vanille
  • Zucker
  • Salz
  • 150 g Wasser
  • Etwas Zitronenzeste

 

Alles zusammen:

  • 150 g Sprudel / Prosecco
  • 50 g Rhabarber-Saft
  • 30 g Lavendel-Sirup
  • Eis
  • Minze zum Garnieren

 

 

Zubereitung

Lavendelsirup: Das Wasser mit dem Lavendel aufkochen und für 8 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein Sieb absieben und je nach Menge, die entstanden ist reduzieren oder mit etwas mehr Wasser aufstocken. Das Ziel sind 100 ml stark konzentrierter Lavendel Tee. Zucker dazu geben und nochmal aufkochen, damit sich der Zucker komplett auflöst. In ein Gefäß geben und abkühlen lassen.

Rhabarber-Saft: Den Rhabarber waschen und in grobe Stücke schneiden. In einem Topf mit Portwein, einer guten Portion Vanille, 2 EL Zucker, einer Prise Salz, Wasser und einem Hauch Zitronenzeste aufkochen lassen und, leider, zerkochen, damit eine homogene Masse entsteht. Diese durch ein Sieb geben. Wir wollen nur den Saft. Die Rhabarbermasse kann aber trotzdem gegessen werden!

Getränk: Wenn beides abgekühlt ist, die angegebenen Mengen in einem Glas oder skaliert in einem größeren Gefäß mit Eis mischen und nochmal abschmecken. Nimmt man Prosecco, braucht man vielleicht noch etwas mehr Saft/Sirup – ganz nach Geschmack. Ein bisschen Minze für den Hauch Aroma, aber noch wichtiger, den Farbkontrast dazu geben und eiskalt genießen.

 

 

Aufschlüsselung

Lavendel-Sirup: Wie eingangs erklärt, ist der Lavendel unglaublich floral und prägnant. Er passt aber ganz hervorragend zu der Säure des Rhabarbers und der Samtigkeit von Vanille. So entsteht ein ausgeglichenes, schon gleich lavendeliges Getränk, dass mehr als eine Achse des Aromenkompasses bespielt. Wir machen einen einfachen Sirup (1:1 Zucker – Wasser) daraus. Wir brauchen die Süße und es soll einfach zu dosieren sein.

Rhabarber-Saft: Vanille, Rhabarber und Portwein bilden ein feines Ensemble. Sehr sauer und astringend durch Rhabarber und Wein. Die leichte Süße des Ports hilft beim Zähmen und die Vanille schafft eine interessante Harmonie. Ohne Lavendel schon nicht schlecht, doch mit um eine weitere Achse bereichert. Wer mag, kann auch noch ein paar Heidelbeeren mitkochen – auch sehr fein.

Zusammen: Bevor ich mich zu sehr wiederhole nur kurz: Sowohl der Saft als auch der Sirup sind relativ “schwer”, nicht nur durch ihre etwas erhöhte Viskosität, sondern auch durch ihre hohe Konzentration. Mit Eis und etwas sprudeligem entsteht ein spritzigeres Getränk – perfekt für den Sommer.

Und das war’s auch schon. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und zum Ausprobieren eingeladen. Ich finde das Getränk wirklich wieder sehr gelungen. Es ist nahezu samtig, fruchtig und blumig zugleich. Eine spannende Kombination und für die heißen, langen Sommerabende genau richtig.

 

Bis bald!

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

Botanicals: Brombeerblatt-Tee

Da sind wir wieder. Zurück mit einem feinen Teegetränk.

Wer nicht wusste, dass man aus den Blättern der Brombeer- (und auch Himbeer-) Sträucher einen ganz zauberhaften Tee brauen kann, der kann heute was lernen.

Wir nennen ihn einen “Haustee”. Wem das nichts sagt, keine Sorge, denn mir hat das auch nichts gesagt, deswegen hier die Erklärung:
Da Brombeeren wild wachsen und zumindest früher doch einige einen Strauch zu Hause hatten oder in der Nähe eines solchen wohnten, hatte man guten Zugang zu den Blättern. Aufgebrüht hat man sich dann schön vors Haus in die Sonne gesetzt, den Tee, das Wetter und durchaus auch das ein oder andere Gespräch mit den Nachbarn genossen. Klingt sehr schön – vielleicht für den ein oder anderen sogar nostalgisch.

Trotz der Einfachheit des Tees, ist er geschmacklich sehr fein zu trinken. Wärmend, kräftig mit einem Hauch von Fruchtaroma, das gleichermaßen süßlich und leicht sauer ist. Das aber eher dezent im Hintergrund – wie eine Erinnerung. Beim Trinken kann ich mir sofort vorstellen, wie man damit in der immer noch angenehm warmen Abend-Sonne sitzt und den Tag ausklingen lässt. Es ist ein Tee, der mich einfach zufriedenstellt.

Unsere Brombeerblätter stammen aus der zertifizierten Wildsammlung von Terra Magnifica – definitiv kein Unbekannter bei uns und wir haben schon häufig von dort berichtet.

Damit jetzt auch besagte warmen Sommertage anfangen, gibt es noch ein Rezept für ein sehr sommerliches Getränk, dass sowohl als Aperitif oder als Kinderschorle getrunken werden kann. Es ist einfach genug, aber gleichermaßen komplex und ansprechend. Ein schönes Mittel, finde ich.

 

 

Brombeer – Brombeer – Yuzu

Frisch und fruchtig. Damit der Sommer jetzt wirklich kommt.

 

Zutaten:

  • 300 g Brombeerblatt Tee
  • 50 g Brombeer-Sirup *
  • 5 g Yuzu-Saft

 

Brombeer-Sirup*

  • 300 g Brombeeren (gefroren ist fein)
  • 100 g Zucker
  • 100 g Wasser
  • (Ein Hauch von Vanille)

 

Alles zusammen aufkochen und ein für ca. 15 Minuten auf niedriger Hitze köcheln lassen. Dann alles pürieren und durch einen Kaffee-Filter geben. Achtung: Dauert unglaublich lange und der Ertrag ist relativ gering. Man kann es auch ungefiltert lassen, aber ich wollte eine klare Flüssigkeit und keine Kerne. Für eine noch einfachere Alternative kann man bestimmt auch Brombeer-Sirup kaufen. Das Püree nicht wegschmeißen – Das passt toll zu Vanille-Eis und anderen Desserts.

 

Aufschlüsselung

Brombeerblatt-Tee: Ein voller und wärmender Körper, eine Erinnerung an Beeren(-Tee), inklusive der Süße und Säure und eine Menge wärmende Sonne – so würde ich den Tee beschreiben. Im Geschmack nicht herausstechend, aber ideal als Grundlage. Macht im Vergleich zu Wasser das Endprodukt ungleich komplexer und vollmundiger.

Brombeer-Sirup: Der Hauptgrund mich für Brombeeren zu entscheiden, ist natürlich die Dopplung. Nichtsdestotrotz ist die Paarung auch so sehr effektiv. Wie oben beschrieben, hat der Tee eine ganz dezente Brombeer-Note, die wir hier natürlich aufgreifen. Der Brombeer-Geschmack harmoniert aber toll mit Fruchtigkeit und Säure von Yuzu und der recht hohe Zuckeranteil schafft es, das Getränk dezent zu süßen und die Säure abzurunden.

Yuzu: Yuzu-Saft kriegt man eventuell in gut sortierten Supermärkten, in Essig/Spirituosen Fachgeschäften (da hab ich meinen her) oder natürlich online. Sieht aus wie eine Zitrone und hat gleichermaßen eine gute Zitrus-Säure, ist aber unglaublich viel komplexer. Schmeckt etwas fruchtiger und hat eine Note, die mir schwerfällt zu beschreiben. Sie ist eher grün – wem das etwas sagt.

 


Zubereitung

Sehr simpel: Tee nach Rezept aufbrühen (10 – 1 – 10: 10 g auf 1 Liter Wasser für 10 Minuten), filtern und erkalten lassen. Dann 300 g mit dem Brombeer-Sirup, Yuzu-Saft und Eis in einem Cocktail-Shaker mixen. Gerade für den Sommer kann man aber auch in einem größeren Gefäß größere Mengen mischen und es als eine Art Schorle trinken. Leicht süß und sehr erfrischend, solange es kalt ist.


Wem nach etwas anderes zumute ist, für den hab ich noch eine Entdeckungsrichtung. Tee, Brombeer-Sirup, Zitrone, Minze und Tonic Water. Hab ich zuerst ausprobiert, war mir aber etwas zu süß. Da die Geschmäcker aber unterschiedlich sind und ich dort durchaus auch Potenzial sehe, möchte ich es hier empfehlen. Passt vielleicht auch gut zu Gin?


Damit noch ein schönes Wochenende. Es soll ja warm werden, vielleicht ist das eine spannende Idee zum Grillen?

Bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Joshuas Botanicals: Cistus

Getränke und Cistus – zwei ziemlich neue Erfahrungen für mich. Ich habe mich in den letzten Tage mit beidem beschäftigt und hoffe, Euch diese Erfahrungen etwas näherzubringen.

Fangen wir mit Cistus an, bei uns auch Zistrose genannt. Diese Pflanze sieht nicht nur hübsch aus, sondern hat auch ein ziemlich spannendes Aroma. Angefangen mit einem warmen, balsamischen Geruch, der im Wohlbefinden mit Bergtee mithalten kann. Doch das Geschmacksprofil ist ein anderes. Wie mit vielen Teesorten kann man sogar 2 verschiedene erzeugen:

Kurz gebrüht kommen die balsamischen, süßlich-waldhonigartigen Noten deutlicher zur Geltung. Sehr angenehm zu trinken – mit einem vollen Körper macht dieser Tee fast satt.
Lässt man den Tee etwas länger ziehen, also etwa 4-7 Minuten, kommt die herbe Bitterkeit hinzu. Nicht direkt unangenehm, ganz im Gegenteil. Sie passt irgendwie ganz gut zum sonstige Aromenprofil, ist aber ist nicht immer erwünscht – bei mir.

Nun aber die Frage, was damit anzufangen ist. Das naheliegendste und absolut sinnvolle ist ein einfacher Tee. Darüber muss man aber nicht gleich einen Beitrag schreiben.

Meine Herangehensweise an die Botanicals ist anders als zu den Gewürzreisen. Deutlich weniger Zutaten, deutlich weniger Rezepte, dafür eine etwas genauere Beschreibung und Begründung. Mal schauen, wie es sich entwickelt. Fangen wir aber an:

 

Cistus – Elixir

Der volle Charakter mit der Süße hat mich an eine Art Eistee erinnert, vielleicht in Richtung eines Cocktails, den ich nicht kenne.

Wie dem auch sei, hier sind die Zutaten:

 

  • 500 ml Wasser
  • 3 EL Cistus

 

  • 125 ml Wasser
  • 75 g Zucker
  • 2 TL Anis Samen

 

  • 125 ml Wasser
  • 75 g Zucker
  • 75 g Koriandersamen

 


Zuerst habe ich 500 ml Wasser mit 3 EL Cistus vermischt, kalt, und in einem Glas kalt ziehen gelassen – über mehrere Tage. Ich würde vorschlage, mindestens 3. Nach einer Woche kommt dann irgendwann etwas mehr Bitterkeit durch. Kalt aufbrühen hilft in aller Regel, die Bitterkeit möglichst gering zu halten und die süßen Noten stärker durchzubringen – funktioniert auch bei Kaffee.

 

Dann habe ich 2 einfache Sirups gemacht. Je 125 ml Wasser mit 75 g Zucker erhitzen, dann die Samen dazu. Ich habe in meiner ersten Version die Samen ganz gelassen, würde aber empfehlen, sie vorher leicht zu zerstoßen, damit der Geschmack verstärkt wird.

Der Anissirup spielt in das Waldhonig-artige des Cistus Tees und harmonisiert ebenso mit dem balsamischen.

Der Koriandersamen-Sirup hingegen unterstützt die Wärme und den vollen Körper und bringt noch eine sehr feine weitere Note.

So geben die Sirups dem Getränk nicht nur die fehlende Süße, sondern unterstützen die natürlichen Aromen des Cistus-Tees. Sie werden vorsichtig dosiert, sodass man sie kaum benennen könnte, sondern lediglich das bestehende Geschmacksprofil verstärken.

 

Übrigens: Die Sirups funktioneren auch erstaunlich gut mit Zucker-Ersatz.


Mein fertiges Elixir-Rezept sieht folgendermaßen aus:

  • 200 ml Cistustee
  • 40 ml Koriandersirup
  • 30 ml Anissirup
  • 200 ml Wasser
  • 1/2 Zitrone
  • 8 Minzeblätter
  • Viel Eis

 

Von der Zitrone benutzen wir sowohl die Zeste, als auch den Saft. Sie bringen die nötige Frische und Säure. Die Minzblätter in feine Streifen schneiden. Sie unterstützen die Frische, bieten den süßlich-vollen Aromen der restlichen Zutaten einen guten Gegenspieler und schaffen einen schönen Farbakzent.

Alle Zutaten am besten in einem (Cocktail)-Shaker oder ähnlichem gut vermischen. Dann auf Eis gießen und genießen.

 

Das finale Getränk ist ein sehr ausgewogen, frisch, süß genug und ansprechend. Erinnert ein wenig an Ginger-Ale. Um es voll beschreiben zu können, würde ich vorschlagen, das einfach selber mal zu probieren!

Ich hoffe, diese zweite Botanical – Episode hat Freude bereitet. Ich werde definitiv langsam warm damit und meine Neugierde und Experimentierfreudigkeit sind geweckt. In den nächsten Monaten werde ich mit einigen alkoholischen und nichtalkoholischen Zutaten arbeiten, die ich noch nie benutzt habe – und das allein ist schon eine große Freude für mich. Hoffentlich springt diese auf den ein oder anderen über.

Bis bald!

 

 

 


Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.