Geschichten aus der Welt

 

Ein Mann sitzt in einem seiner zu Hause. Er langweilt sich, was könnte er denn machen? Er hat schon erfolgreich mehrere Unternehmen gegründet, ist schwer reich, reist durch die ganze Welt und lobt in seiner Freizeit gerne die chinesische Arbeitermoral, oder wie man Ausbeutung heutzutage nennen mag. Welt retten? Klingt irgendwie langweilig und bringt jetzt auch nicht wirklich was. Wozu Milliarden gegen Welthunger investieren, nur weil andere das von einem fordern? Das hat weder Unterhaltungswert noch ist es finanziell förderlich. Hmm, Forschung? Neee, das machen schon andere. Er könnte nochmal irgendwas ins All schießen, aber das hat irgendwie auch schnell seinen Novelty Faktor verloren. Hier der eine Schwerreiche macht doch ein bisschen coole Publicity Stunts in seiner gekauften Zeitung. Aber nachmachen? Nö, das muss besser gehen. Er guckt auf sein Handy: Das ist es. Er hat es ja ganz vergessen, er hatte ein Angebot für Twitter erstellt. War aber ganz schön teuer, da kann man vielleicht noch feilschen. Aber das ist auf dem Markt nicht so gern gesehen und das kann er auch nicht so gut. Was ist… wenn ich so tue, als will ich es doch nicht. Das könnte die Kurse ordentlich ins Wackeln bringen…. Ist zwar nicht gesetzestreu, aber wann hab ich mich davon schon abhalten lassen.

Irgendwo anders im Westen beschwert sich ein Chef eines Agrarkonzerns, dass Bio-Landwirtschaft sowohl den Planeten zerstöre, als auch am globalen Hunger schuld sei. Warum? Da muss man schon etwas tiefer greifen. Also: Bio sei ineffizient und Pflügen wirklich sehr schlecht für die Umwelt. Man soll da lieber mehr Pestizide nutzen und die Effizienz des Saatgutes fördern, z.B. durch Genom Editierung. Denn Mangel an Land ist ja offensichtlich das Problem. Also weg mit EU-Green Deal. Im gleichen Atemzug sagt er, dass durch die Wetterextreme, Dürren, Rekordhitzen und starken Temperaturschwankungen die Preise steigen. Und jetzt natürlich auch noch der Krieg. Das ist eine ganz schöne Belastung. Dass gerade Soja, Getreide und Mais-Preise gestiegen sind, also explizit „Futtermittel“ für Tiere oder Bio-Sprit, ist irgendwie das Problem.

Bei all diesen Problemen und Misslichkeiten fragen wir uns, ob es da nicht eine einfachere Lösung gäbe. Irgendwas mit Geld gegen Hunger, weniger Fleisch, kein Bio-Benzin, weniger Gifteinsätze und mehr Ökotechniken für langjährig gesunde Böden und Wasserquellen, samenfestes Saatgut für die Bauern – oder einfach nur wahre Preise kalkulieren …. wir kriegen es aber nicht richtig zusammen … ist vermutlich auch zu einfach.

 

Hier noch ein paar Links dazu

  1. https://www.dnr.de/publikationen/offener-brief-pestizidreduktion/ (Offener Brief Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“)
  2. https://orf.at/stories/3264363/ (Syngenta-Chef fordert wegen Nahrungskrise Abkehr von Bio)
  3. https://www.consilium.europa.eu/de/policies/green-deal/  (hier steht nochmal alles, was zum EU-Green Deal gehört, z.B. mehr geschützten Land- und Wasserflächen, Pestizid-Reduktion …)
  4. https://www.aoel.org/publikationen/pressemitteilungen/ (Was sagt unsere Branche dazu – hier die vielen interessanten Pressemitteilungen der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller.)

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