Kurzrezept: Rooibos Eistee

 

Es ist heiß. Hier sogar ziemlich. Da kann man gar nicht viel machen. Trotzdem sollte man dafür sorgen, dass es lecker ist und mir hilft dann immer ein leckeres Getränk, wie etwa dieser Eistee. Voll mit Geschmack, erfrischend und mit ein bisschen Textur zur gustatorischen Freude (und wenn man so will für die Nährwerte, aber das ist zu vernachlässigen). Ich finde es einfach etwas spannender, wenn man noch ein bisschen mehr hat.

Da bei dem Wetter auch das Lesen schwer fällt, kommen wir gleich zum Rezept und dann geht’s schwimmen.

 

Rooibos Eistee – Rezept

Wie oben beschrieben – ziemlich komplex, mit ein paar Beilagen und schön erfrischend.

 

Zutaten

  • Rooibostee Chai
  • Zitrone
  • Frische Minze
  • 1 EL Chiasamen
  • Johannisbeeren
  • Süße nach Wahl

 

Zubreitung

Zuerst muss der Tee gekocht werden. Das geht am besten nach der Anweisung auf der Rückseite. Wer Eistee gerne kalt trinkt (würde ich empfehlen, des Namens wegen, auch wenn man in heißen Ländern eher heißen Tee trinkt, aber ich bin kein Thermodynamik-Physiker), der sollte das am Abend vorher machen, dann hat der Tee genug Zeit zum Abkühlen. Idealerweise ein bisschen abkühlen, dann in den Kühlschrank. Wer seinen Tee mit Zucker süßen möchte, der sollte das in heißem Zustand machen, das geht einfacher. Aber dran denken, dass heiße Gerichte aromatischer sind als kalte, es braucht also etwas mehr. Alternativ gehen auch feine Sirups, mit Beerenaroma oder z. B. Holundersirup.

Wenn der Tee fertig ist, füllen wir ihn in eine Karaffe oder eine Flasche, zum Mitnehmen. Dann kommt der Saft einer halben Zitrone und noch ein paar Zitronenschnitzer hinein. Wer hat, dem empfehle ich noch etwas Minze. Ich gebe nun noch ein paar Chiasamen und ein paar gewaschene und gezupfte Johannisbeeren dazu, das ist immer ein Akzent von fruchtiger Säure, wenn man eine zerbeißt.

Das war’s schon im Wesentlichen. Der Chai Rooibostee ist ziemlich aromatisch, tief und voll, allerdings alleine nicht so erfrischend. Mit der frischen Minze, der Säure und der leichten Fruchtigkeit wird er zu einem tollen Eistee. Sehr zu empfehlen.

 

Ich wünsche euch allen eine schöne heiße Zeit, hoffentlich mit ein bisschen Regen und viel Ruhe, um die Hitze zu genießen. Stress und Hitze sind keine schöne Kombination.

 

Bis bald!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

 

BioBeitrag: Verantwortlicher Umgang mit CO₂

 

Die Öko-Lebensmittelhersteller streben eine nachhaltigere Unternehmensausrichtung an. Das bedeutet, Nachhaltigkeit ganzheitlich in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen. Ein entscheidender Faktor sind dabei die CO₂-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Wer diese vermeidet und klimaneutrale Produkte erwirtschaftet, der leistet einen konkreten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Die Unternehmen berechnen dafür zunächst ihren Status Quo: Alle CO₂-Emissionen, die in der Prozesskette unvermeidlich entstehen, werden durchleuchtet. Anschließend können über optimierte Prozesse Emissionen verringert werden, wie z.B. bei Herstellverfahren oder Verpackungen. Eine alternative Möglichkeit, unvermeidbaren CO₂-Ausstoß auszugleichen, sind anerkannte Klimaschutzprojekte.

 

Anmerkung Heuschrecke: Wie ist das bei uns?

Als stark manuell arbeitender Betrieb sind wir seit jeher ressourcensparend ausgerichtet. So ist es auch in unseren Lieferketten: Kräuter, Gewürze und Tee unterliegen wenigen Verarbeitungsschritten. Energie ist notwendig für die Trocknung, Schneiden/ Mahlen sowie für Transporte. Transporte laufen hauptsächlich auf geraden Wegen, direkt zu uns oder über einen Importeur. Wir machen jetzt seit 45 Jahren Bio und sind seit 1993 (Geburt des EU-Bio-Gesetzes) biozertifiziert.

Die jetzt ungefähr 15 Jahre alte Idee der zusätzlich Klimaneutralitätszertifizierung mit CO₂-Kompensationszahlungen für CO₂-Emissionen hat uns damals sofort an den kirchlichen Ablasshandel erinnert. Es ist eine westliche Idee und bekommt eine Anmutung neokolonialer Züge: Die Gelder gehen in oft autokratisch regierte Drittländer mit hohem Korruptionsindex, die eigentlich aber die rechnerisch „eingesparten“ Treibhausgasemissionen auf ihr eigenes CO₂-Neutralitätskonto nehmen dürften – aber zugunsten der Industrieländer irgendwie darauf verzichten sollen – sonst würde die westliche Rechnung ja nicht stimmen.
Natürlich gibt es Wettbewerb unter den Zertifizierern sowie den Anbietern für die Ausgleichszahlungen. Man zahlt nicht überall dasselbe, um eine Tonne CO₂ rechnerisch vermieden zu haben. Auch wer sich mit der gerade aufkommenden Idee der „wahren Preise“ für Produkte beschäftigt (dort sind die Umwelt- und Sozialkosten im Verkaufspreis enthalten, die das Produkt konkret verursacht, die aber zurzeit vergesellschaftet werden – was Bio so teuer aussehen lässt …), sieht, dass in der Vorbild-Studie eines LEH die Hälfte der „wahren Kosten“ weggelassen wurde.

Für komplexe, intransparente Lieferketten, die darauf aus sind, global jeweils den billigsten Ort für die jeweilige Teilproduktion zu nutzen, wäre das CO₂-Neutralitäts-Label ein nützliches Werbe-Instrument, das aber nicht wirklich etwas mit einer umfassenden Nachhaltigkeits-Qualität des Produkts zu tun hat.
Für Kleinbetriebe sind solche Zertifizierungen kostspieliger: es geht ja nicht nur um ein paar Tausend Euro Zertifizierungskosten und zusätzlich Ausgleichszahlungen jährlich, sondern es braucht eine zusätzliche Stelle und legt einmal im Jahr den Betrieb für eine Woche lahm. Am Ende hat man dasselbe Siegel wie ein Konzern, aber die eigenen Produkte sind viel teurer, und auch von der Qualität her nicht wirklich vergleichbar.

Wir arbeiten bevorzugt mit Kleinbauernprojekten und selbstständigen Bauern, und wir zahlen für unsere guten Qualitäten vergleichsweise sehr hohe Preise. Das, was wir bei härterer Gangart als Gewinn einstreichen und in „Greenwashing“ stecken könnten, geben wir sofort den Bauern. Die Projekte haben ihrerseits häufig Zugang zur (Umwelt-/Klima-/Saatgut-/Boden-) Forschung. Gerade die Bio-kleinbäuerliche Landwirtschaft schafft einen hohen Wert für Umwelt und Klima.

Es ist ein sich selbst antreibendes Rad: die Strukturen der Industrie sind so groß, dass selbstverständliche Umwelt- und Sozialstandards nur über Zertifikate kommuniziert werden können. Dafür sind alle Mitglieder der Lieferkette bis in die Drittländer angehalten, selbst in Zertifizierungen zu investieren. Verwaltung und Kosten der „Nachhaltigkeit“ lassen sich leichter in Großbetrieben mit eigener Nachhaltigkeitsabteilung stemmen.

Frage: wie stellst Du dir die gesamten Zertifizierungskosten im Verhältnis zum Einkommen in der Landwirtschaft im Ursprung vor?

Für den Kleinbetrieb gilt: gibt er jetzt Tausende für das Klimaneutralitätslabel aus, oder steckt er dasselbe Geld in neue, energieeffizientere Ausrüstungen?

 

#30JahreAöL
#45JahreHeuschrecke
AÖL = Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller 

Neues Leben – Teil 2

Eine wilde Ansammlung von neuem Leben: links Koriander, rechts Bockshornklee

 

Vor ca. 3 Monaten habe ich einen Beitrag zu Samen geschrieben, die ich gepflanzt habe. Das waren größtenteils alte Gewürzbestände, die ein neues Leben in der Natur bekommen haben. Das ist ein schöner Weg, diese älteren Samen nochmal anders zu verwenden und sogar andere Gewürze dadurch zu bekommen.

Hier sind ein paar Updates der gepflanzten Samen:

 

 

Koriander

Der Koriander ist schon oben zu sehen, aber auch an dieser Stelle habe ich noch welchen gepflanzt. Die Pflanzen sind in die Höhe geschossen und blühen mittlerweile schon vereinzelt. Das würzige Koriandergrün ist für die meisten Menschen eine Wonne, ich mag es sehr gerne. Wir haben also aus den Samen quasi ein neues Gewürz geschaffen und es ist sehr ergiebig, aber ich glaube nur einjährig.

Das Umfeld ist hier voll mit anderen Kräutern, die ich entweder gesät oder gepflanzt habe. Hier hat man aber in der Regel nicht die Samen zu Hause rumliegen.

 

 

Bockshornklee

Aus den leckeren gelben Samen ist bei mir quasi ein ganzes Beet voll Bockshornklee gewachsen. Dieses wird gerne in und um Indien, Iran oder benachbarten Ländern verwendet. Es ist etwas bitter, aber gleichzeitig sehr tief aromatisch. Bisher habe ich erst einmal damit gekocht, ein einfaches „Aloo Methi“, heißt im Grunde Bratkartoffeln mit Bockshornklee. Das war eine wunderbare Kombination. Dazu ist es einfach auch schön anzusehen, man erkennt den „Klee“.

 

 

Selbstgezogener Dill

 

Und der Rest?

Bei Anis und Kreuzkümmel weiß ich leider nicht, wie sie gewachsen aussehen. Ich habe sie etwas kreuz und quer in meinem Garten gepflanzt und sie natürlich nicht beschriftet. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie irgendwie sprießen und wachsen, vor meiner Nase, aber ich kann nicht sagen, wie sie aussehen. Vielleicht werde ich sie aber am Geschmack irgendwann wieder erkennen.

Als Ausgleich gibt’s hier noch einen prächtigen, selbstgezogenen Dill, der genau wie Anis und Kreuzkümmel ein Doldenblütler ist. 

 

Ich hoffe, diese kleinen Einblicke motivieren euch, selber ein paar Kräuter zu pflanzen und zu ziehen. Während sie nicht unbedingt den Bedarf auf alle Zeiten abdecken, hat man danach ein schönes Bild der Pflanze und weiß nochmal besser, wo jetzt die Kräuter und Gewürze herkommen und wie sie aussehen. Das alleine finde ich wertvoll für die Beziehung zu ihnen.

 

Bis bald!

 

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Galgant

 

Wurzel-Gewürze kaufen wir gerne als Chips, also in Scheiben geschnitten, ein. So halten sie sich länger, die Aromen bleiben frisch. In unseren Gewürzmischungen werden die Chips mit den anderen Zutaten zusammen gemahlen, dadurch vermählen sich die Aromen, und die Mischung wird rund und harmonisch.

Dieses Mal haben wir Galgant nicht in Chips, sondern in großen Wurzelstücken bekommen –  sofort hat man den Eindruck von eigenwilligen Lebewesen, mystisch und etwas skurril. Prominentestes Beispiel ist die Ginseng Wurzel.

Unser „großer“ Galgant (Galangal, Alpinia galanga) gehört zur Familie der Ingwergewächse und ist im asiatischen Raum heimisch. Der Geruch erinnert an warmes Brot, leicht säuerlich und appetitanregend, der Geschmack ist würzig mit feiner Bitternote und erinnert entfernt an Ingwer, die Schärfe ist weniger stark.

Galgant gehört zu den Pflanzen der alten chinesischen Heilkunde, Avicenna hat sie für Arabien beschrieben, und Hildegard von Bingen widmet ihr in der „Physica“ ein besonders großes Kapitel.

Galgant wird als Gewürz vielfältig eingesetzt, vergleichbar mit Ingwer. Er passt zu Fleisch, Fisch, Gemüse, Salat, aber auch zu Süßspeisen und Gebäck. Wir bieten ihn gemahlen in der kleinen roten Streudose an, und haben ihn ebenfalls in einigen Gewürzmischungen sowie Kräuterteemischungen.

 

Beispiele Gewürzmischungen: Curry mild, Hildegarten, Vom Glück des Herzens (ein süßliches Curry).

Beispiele Kräutertee: Luna Energie Tee, Luna Welten Tee, Rose-Galgant Basentee, Vom Glück des Herzens-Kräutertee, Kindertee „Zornige Mädchen“.