Zum Mitnehmen: Blätterteigtörtchen

 

Manchmal kommt es anders als man denkt: Dann braucht man schnell einen Plan B. Das gilt überall, ob im Job, im Leben oder in der Küche. Dann ist es fantastisch, wenn man flexibel ist und sich mit ein bisschen dadurch freigesetzter Kreativität eine Alternative überlegen und diese Umsetzung kommt.
Das wird vereinfacht, wenn man immer irgendwie darauf vorbereitet[1] ist, oder zufällig Blätterteig im Haus hat. Es gibt quasi nichts, was nicht lecker schmeckt in Blätterteig. Diesen selber zu machen, würde ich als “once in a lifetime”-Geschichte beschreiben. Ist super viel Aufwand, schmeckt natürlich fantastisch, aber ist den Aufwand auch meistens nicht wert.

Jetzt aber direkt zum Rezept, Erklärungen gibt’s später:

 

Scharfe Kohl-Blätterteig-Happen

Würzig, lecker und auch recht locker.

 

Zutaten

  • 1 Blätterteig
  • 150 g Weißkohl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 3 Eier
  • 100 g Joghurt
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • Schwarzkümmel
  • Pfeffer
  • Curcuma
  • Muskat
  • Chili
  • Petersilie
  • Minze
  • Salz
  • Parmesan

 

Zubereitung

Das Rezept lässt sich in 3–4 Schritt aufteilen: los gehts!

1. Ofen vorheizen auf 200 Grad C Umluft. Pfanne können wir auch schon mal anmachen auf mittlere-hohe Temperatur. In der Zeit Kohl, Zwiebel und Möhrchen in 1–2 cm dicke Quadrate schneiden. Dann in die heiße Pfanne und abraten. Den Blätterteig in 12 (oder wie viel man machen möchte) gleich große Rechtecke schneiden, die Muffin Form mit Olivenöl einstreichen und die Blätterteig-Rechtecke hineinstecken. Vorsichtig andrücken und mit der Gabel den Boden einstechen. Wenn der Ofen heiß ist, rein damit. Sie sollen nur ein paar wenige Minuten vorbacken, dass der Boden hält und ein bisschen knusprig wird.

2. Wenn das Gemüse ein bisschen angebraten ist, kommt der Großteil der Gewürze und die Sonnenblumenkerne dazu. Alles gut verrühren und weiter braten. Es sollte alles bissfest, aber nicht roh sein, da die Törtchen nicht mehr lange im Ofen brauchen. Ausmachen und abschmecken. Es soll gut gewürzt sein, weil wir die rohen Eier nicht unbedingt noch probieren wollen.

3. In einer Schüssel die Eier mit dem Joghurt verrühren. Würzen mit den gleichen Zutaten und ein bisschen frische Petersilie und Minze dazu, wenn man mag. Dann das Gemüse hineingeben und die vorgebackenen Blätterteige aus dem Ofen holen. Sie sollten ein bisschen knusprig, aber noch nicht sehr braun sein. Mit einem Löffel die Masse hineinfüllen. Sie gehen ein bisschen auf, aber nicht zu sehr. Optional ein bisschen Parmesan darüber reiben. Dann schnell zurück in den Ofen, Temperatur ein bisschen runterdrehen auf 180 Grad und backen, bis das Ei gestockt ist und der Blätterteig knusprig golden braun ist, ca. 10 – 15 Minuten. Bitte immer ein Auge darauf werfen.

4. Herausholen, ein paar Minuten abkühlen lassen und dann gleich warm genießen! Fertig.

 

 

 

 

Addendum

Anstatt euch vorher mit viel Text zu langweilen, gibt’s hier noch ein paar Anmerkungen zum Rezept.

Der Mix aus Kohl, Möhren und Zwiebeln mit Sonnenblumenkernen ist mir ein sehr vertrauter und ich mag ihn gerne. Man kann hier gerne aber variieren: Mais, Pilze, anderes Gemüse – ganz nach Belieben. Das gilt natürlich auch für die Gewürze.

[1] „Irgendwie darauf vorbereitet“ bedeutet erstmal nur: Man hat Zutaten im Kühlschrank, die das erleichtern. Es gibt gefühlt zwei Arten einzukaufen: Manche kaufen mit einem konkreten Plan ein, für Rezepte, die sie in nächster Zeit kochen werden. Ich kaufe zu 95 % nach Lust und Laune ein: Ich gucke, was es gibt, kaufe viel Gemüse und ein paar Sachen, die ich immer wieder esse und schaue dann spontan, worauf ich Hunger habe. Wer das noch nie so gemacht hat, dem würde ich das mal zum Ausprobieren empfehlen.

Das Gemüse vorzubraten schafft nicht nur die notwendige Vorgarung, sondern ermöglicht es uns auch, abzuschmecken und schafft noch ein paar neue Geschmacksnuancen. Manchmal sind es genau diese Schritte, die helfen, ein Gericht auf die nächste Stufe zu heben.

Genug der Worte: Genießt euren Sonntag und einen guten Appetit!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Zum Mitnehmen: Muffins

Es muss nicht immer herzhaft sein. Ich persönlich mags morgens gerne süß. Das hat sich so eingebürgert. Während mein Frühstück nicht immer gut mitzunehmen ist (und ich es trotzdem ab und zu tue), gibt es heute eine sehr gut mitzunehmende, süße Angelegenheit: Muffins.

Praktisch, handlich und bereit in Sekunden (wenn man die Vorarbeit geleistet hat) sind sie ideal für, wenn es mal schnell gehen soll (oder muss!). Einfach aus der Form und aus dem Haus. Muffins eben…

Nun, ich hab schon viele eher exzentrische Rezepte geschrieben. Spannende Gewürz- und Aromenkombinationen, Experimente. Heute wirds ein Stück einfacher. Ein kleines Stück. Ein gutes Einstiegs-Muffin-Rezept, das sich nicht verstecken muss. Vielleicht mach ich in der kommenden Zeit noch ein „spannenderes“, ich hab noch ein paar Ideen in meinem Kopf. Erstmal wollte ich aber ein funktionierendes, einfaches und leckeres Rezept schreiben. Eine Basis, sozusagen. Dann können wir ja mal gucken.

 

Himbeer-Zitronen-Muffins

Lecker, süß und auch schön luftig. Was will man mehr? Ein Hauch Rosen? Ok.

 

Zutaten

  • 350 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Milch
  • 2 Eier
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Vanilleschote / eine Prise Vanille
  • 1 TL Lemonmyrtle
  • 1/2 Zitrone (Zeste & Saft)
  • 150 – 200 g Himbeeren (gefroren)
  • Rosenblätter

 

Zubereitung

Muffins zu backen, ist tatsächlich denkbar einfach. Es braucht keine große Technik, es braucht keine großen Geräte und es braucht nicht mal viel Zeit. So geht’s:

1. Trockene Zutaten sieben und zusammenmischen
2. Zitronenzeste, Lemonmyrtle, Zitronensaft & Milch in einen Topf geben und eine 20 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein Sieb geben.
3. Vanille, Olivenöl und Eier dazu geben und gut verrühren.
4. Die flüssigen Zutaten in die trockenen geben und zu einem glatten Teig vermischen. Dabei sollte man nicht zu viel kneten, sonst wird der Teig etwas zu fest und gummiartig. Einfach gut verrühren und fertig.
5. Die Himbeeren (gefroren ist in Ordnung, frisch natürlich auch) dazu geben und untermischen. Hier habe ich noch drei getrocknete Rosenknospen auseinander geblättert und untergerührt. Das war in meinem Kopf noch wichtig. Man schmeckt es kaum aber manchmal hat man dann einen Hauch Rosen in Nase und Mund – sehr fein.
6. Die Muffin Form mit Öl bestreichen und ein bisschen Zucker hinein streuen. Das hilft beim herauslösen.
7. Nun den Teig mit einem Löffel (oder Eiscremelöffel) in die Form geben. Ich habe ca. einen großen EL pro Förmchen benutzt, damit waren diese etwa 3/4 voll. Noch ein bisschen Zucker darüber streuen.
8. In einen vorgeheizten Ofen bei 180 Grad stellen und ca. 15 – 20 Minuten backen. (Hängt natürlich auch von der Größe der Muffins ab). Testen kann man mit einem Zahnstocher: Reinstechen, rausziehen und prüfen, ob Teig am Zahnstocher hängen bleibt. Ist er sauber, sollten die Muffins gut sein.
9. Abkühlen lassen – das schafft ein besseres Endresultat. Man schreibt es immer, aber es ist im Grunde klar, dass niemand die Disziplin hat. Man kann sie also auch warm genießen.
10. Essen. Morgens, mittags, abends – ganz nach Laune. Einfach auf die Hand mitzunehmen oder als Snack.

 

 

Anmerkungen

Jetzt noch ein paar Anmerkungen von mir:

1. Olivenöl: Man kann auch Butter benutzen, aber ich mag Teig mit Olivenöl sehr gerne. Das leichte Olivenöl-Aroma harmoniert super mit den hier angeführten Zutaten, finde ich.
2. Sieben: Genialer Film. Und es schafft einen homogeneren und “fluffigeren” Muffin.
3. Zucker auf Gebäck kreiert eine leckere süßliche und leicht karamellige und knusprige Schicht. Es braucht wirklich nicht viel und es gibt dem Rezept relativ viel
4. Gesundheit: 100 g Zucker sind nicht das gesündeste für ein Frühstück. Das verteilt sich zwar auf die Muffins, aber naja. Wer regelmäßiger Backen möchte, kann hier mit Zuckeralternativen (Erythrit, Xylit, …) aushelfen und für ein ausgeglicheneres Ernährungsprofil mit Proteinpulver unterstützen.

5. Buttermilch: Wer kann, sollte Buttermilch benutzen. Das Aroma ist fantastisch. Leider vertrage ich keine Milchprodukte…

Das war’s schon. Guten Appetit und einen schönen Sonntag noch!

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

 

Zum mitnehmen: Couscous Salat

Couscous Zutaten Übersicht

 

Sandwich und Brot sind meistens gut, aber manchmal soll es auch etwas anderes sein. Mehr Gemüse, andere Aromen, andere Texturen. Was für mich immer funktioniert, ist ein guter Couscous Salat (Achtung: nicht Taboulé)

Eigentlich ist für „klassischere“ Varianten dessen gerade absolut nicht die Zeit. Standardzutaten wie Tomaten und frische Kräuter sind gerade schwer (naja, schwer saisonal und gut) zu bekommen. Glücklicherweise kann man hier einfach auf andere Zutaten ausweichen. Es ist also eigentlich nur eine Methode, ein leeres Bild, wie man so schön sagt.

Im Grunde braucht es nur 3 Dinge: Couscous (und Linsen), Gemüse und ein gutes Dressing.

Ich werde euch hier eine Möglichkeit anbieten, die mir gut schmeckt. Es ist aber nicht mehr als ein Beispiel, an dem wir einmal den Ablauf durchgehen. Dazu gibts noch ein paar meiner Gedanken und den Test, ob am Abend vorher mischen geschmacklich stark abweicht.

 

Couscous Linsen Salat

Schmeckt gut zu Hause und gut unterwegs. Was will man eigentlich mehr?

 

Am Vorabend gemischt

Couscous und Linsen

Ich mische gerne rote Linsen zu meinem Couscous. Das ist nicht nur texturlich schön, sondern wertet auch das Ernährungsprofil ein bisschen auf. Ich benutze rote Linsen, da sie am schnellsten kochen, das passt gut zum Couscous.

Dazu in Teilen (nach Volumen): 1 Teil Couscous, 1 Teil rote Linsen und 3 Teile Wasser zum Kochen bringen, Deckel drauf und Hitze aus. Dann ca. 15 Minuten ziehen lassen. Alternativ mache ich das gerne im Reiskocher, das ist noch einfacher.

 

Gemüse / Beilagen

Ich mag meinen Salat gerne mit viel Beilagen. Nicht vielen, sondern viel, heißt die Menge in Relation zum Couscous soll hoch sein.

Die einzelnen Zutaten unterscheiden sich quasi jedes Mal und sie hängen davon ab, worauf ich Lust hab. Hier sind aber ein paar Zutatenarten, die in irgendeiner Form fast immer dabei sind:

 

  • Etwas mit Biss, wie Möhren, Radieschen, Gurken, Rettich oder Apfel. Damit es nicht zu einheitlich im Mund ist. Außerdem hält sich eben dieses Gemüse sehr gut für 1–2 Tage.
  • Etwas Süßes, wie Äpfel, Rote Beete, Rosinen, Cranberries oder Datteln. Da ich mein Dressing gerne etwas saurer mache, schaffen die süßen Elemente einen schönen Kontrast.
  • Saftige Zutaten: Zurzeit nur begrenzt, aber im Sommer vor allem Tomaten, hier mussten es gekochte Rote Beete sein. Gerade die Tomaten funktionieren fast als Teil des Dressings, halten sich aber nicht so gut für mehrere Tage.
  • Kräuter und blättriges. Normalen Salat mag ich nicht so gerne, aber frische Kräuter wie Petersilie, Minze, Koriander, Basilikum oder Rucola finde ich super. Nicht nur sehen sie farblich gut aus, sondern sie geben dem Salat noch feine und frische Aromen. Wer einen arabischen / türkischen Supermarkt in der Nähe hat: Hier gibt’s meistens wunderschöne, dicke Bündel frischer Kräuter, die sich ideal eignen.
  • Ein bisschen was zu knuspern: Nüsse oder ähnliches. Nüsse röste ich gerne nochmal an. Sie werden so etwas knuspriger und die leichten Röstaromen sind fantastisch.

 

 

In diesem Salat habe ich viele verschiedenen Zutaten gehabt, hier ist die Liste:

 

  • Möhren
  • Apfel
  • Rote Beete
  • Radiesschen
  • Gurke
  • Rucola
  • Minze
  • Petersilie
  • Walnüsse
  • Datteln

 

Geschichtet und Dressing separat, am Vorabend

Dressing

Wie eingangs erwähnt, mach ich mein Dressing gerne etwas saurer. Ich finde, so wird der Salat erst richtig frisch und das mag ich gerne. Zudem ist der Kontrast zwischen den süßen Zutaten und dem sauren Dressing immer eine Freude.

Ein guter Tipp ist, verschiedene Säuren zu nutzen. Das erhöht die Komplexität der Säure und schafft manchmal mehr Ausgewogenheit. Ein Beispiel sind Zitronensaft und Weißwein-Essig oder Weißwein-Essig und Granatapfelmolasse.

Dazu mag ich (manchmal) gerne frische Zwiebeln in meinem Dressing. Ist natürlich manchmal problematisch.

Letzter Punkt: Gewürze. Sowohl für den Salat, als auch diesen Blog fast essenziell. Sie heben den ganzen Salat nochmal auf ein neues Level: mehr Komplexität und Nuancen, alles etwas raffinierter. Beispiele sind: Kreuzkümmel, Sumach, getrocknete Minze, Pfeffer, Zimt, Schabziger Klee, Hildegarten Mischung, … Ihr wisst sicherlich am besten, was EUCH schmeckt.

 

Hier sind meine Zutaten für diesen Salat:

  • Zwiebel
  • Olivenöl
  • Granatapfelmolasse
  • Weißwein-Essig
  • Kreuzkümmel, frisch geröstet und gemahlen
  • Sumach
  • Salz
  • Pfeffer
  • Getrocknete Minze
  • Zimt

 

Die Zwiebeln klein schneiden, alles andere zusammenmischen und gut abschmecken. Das Dressing profitiert sogar davon, am Vorabend gemacht zu werden. Kreuzkümmel und Zimt schaffen eine angenehme Wärme, Sumach ist schön fruchtig-sauer und die Minze ist nochmal ganz anders als frische.

 

Gemischt am nächsten Morgen

Letzte zu klärende Frage: Am Abend vorher vermischen oder frisch.

Es ist natürlich klar, dass nicht immer beides möglich ist und ich denke, beides hat auch seine Vor- und Nachteile. In meinem Direktvergleich hat mir der frisch angemachte Salat aber deutlich besser geschmeckt. Er war frischer und auch irgendwie saftiger. Ich denke, der am Abend angemacht Salat hat das Dressing schon mehr aufgesogen und das Gemüse hat ein bisschen gelitten. Der Unterschied ist signifikant, aber nicht entscheidend. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, wenn das nicht geht, es schmeckt trotzdem.

 

Hier noch eine kurze Übersicht

 

Am Abend vorher:

+ Theoretisch zieht alles gut durch.
+ Man kann es besser abschmecken.
+ Es ist einfacher und besser vorzubereiten.
– Das Gemüse leidet teilweise (vor allem die Äpfel und die Kräuter). Hier kann man mit einer besseren Gemüseauswahl vorbeugen.
– Der Salat ist nicht so „saftig“, weil das Dressing in den Couscous und das Gemüse zieht.

 

Frisch:

+ Saftiger und frischer
+ Gemüse frischer und knackiger
– Je nach Gelegenheit und Gefäß schwer bis unmöglich zu vermischen
– Es braucht ein zusätzliches Gefäß
– Gefahr zu wenig Dressing zu haben
– Es kann nicht mehr abgeschmeckt werden

 

Um den Salat frischer zu halten und den Aufwand und die Portabilität gleich zu halten, empfehle ich, das Dressing in einem separaten Gefäß mitzunehmen und den Salat zu schichten, nicht zu mischen. Dann kann man das Dressing frisch darüber geben und alles gut durchmischen. Das hält sich fantastisch für 1–2 Tage.

 

Getrennt und frisch am angemacht, am morgen

Alles zusammen

Die einzelnen Schritte habe ich schon erklärt. Wenn man den Couscous aufsetzt und eine Pfanne für Walnüsse vorbereitet, kann man nebenher das Gemüse klein schneiden und vorbereiten. Das Dressing mache ich zum Schluss, da es ja sowieso über Nacht steht, sonst vielleicht vorziehen. Je nach Menge kommt man so unter 30 Minuten raus.

Ich hoffe, es schmeckt euch, vielleicht habt ihr was gelernt oder zumindest Hunger bekommen!

Bis bald.

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

 

Essen zum Mitnehmen: Banh mi

Bild von selbstgemachtem Banh mi Sandwich

 

Juchuu, wir kochen wieder. Zumindest essen wir wieder. Und das mit einer neuen (Mini-)Serie: Essen zum Mitnehmen. Für die Schule, die Uni, die Arbeit oder zum Wandern, ist egal.

Es soll schmecken, nicht zu viel Zeit (oder viel Zeit, wenn man mag) in Anspruch nehmen, einigermaßen gesund sein und da es von mir kommt, natürlich auch vegetarisch / vegan. Dabei ist es wie üblich nicht schwierig, Fleisch oder Fisch hinzuzufügen.

Also zurück zum Thema. Obwohl viele immer noch zu Hause arbeiten oder unterrichtet werden, ist es ja manchmal auch ganz gut raus zu kommen. Wer nicht zum Mittag rausgeht, dem kann ich das ans Herzen legen – Draußen schmeckt es nochmal ganz anders. Man hat immer die Möglichkeit, sich irgendwo etwas zu kaufen, doch selber machen macht Freude, erweitert die eigenen Möglichkeiten und ist hoffentlich nochmal näher am eigenen Geschmack. Außerdem ist es cool, sich selbst bekochen zu können. Im Zweifel auch noch gesünder und oftmals leckerer.

Die Entscheidung ist also gefällt. Krempel die Ärmel hoch, es geht los mit einem simplen Konzept in einer erweiterten Art: ein belegtes Brot.

 

 

Zweite Version des Sandwiches mit selbstgekauftem Brot
Mein selbstgemachtes Brot, obwohl sehr lecker, ist nicht schön aufgegangen. Meine Hefe war wohl nicht mehr stark genug. Hier nochmal auf selbstgekauftem Brot.

 

Bánh mì / Gefülltes Baguette

Bánh mì ist auch nur vietnamesisch für Brot, doch die Aromen und Belege sind definitiv inspiriert von verschiedenen dort angebotenen Varianten.

 

Brot

Baguette kann man gut kaufen, doch man kann auch ganz passables (heißt: gut, aber nicht perfekt) relativ leicht selber machen. Wie man es macht, ist letzten Endes eigenes Ermessen. Obwohl die meisten wohl nicht ihr eigenes Brot machen werden, zeige ich hier ein sehr grob angeschnittenes Rezept auf, das man als Ausgangspunkt nehmen kann.

Die Zutaten sind nur im Verhältnis angegeben. Das ist im Endeffekt leichter zu merken und die Anforderungen unterscheiden sich von Haushalt zu Haushalt.

Im Backen ist es üblich, Zutaten in Bakers Percentage anzugeben. Alle Zutaten werden in Abhängigkeit zum Mehl gemessen, was demnach 100% darstellt. Als Beispiel: hat man 100g Mehl und nimmt 60g Wasser, so ist der Wassergehalt mit 60% bemessen.

 

Zutaten im Verhältnis:

  • Mehl 100%
  • Wasser 60-65%
  • Hefe 2,5%
  • Salz 1.5%

So hat man schon ein sehr guten Ausgangspunkt, den man für viele Zwecke einsetzen kann: Pizza, Brote, etc.

 

Zubereitung

Ich bin ein Freund von Einfachheit und dem Teig Zeit zu geben. Ich mische deswegen die Zutaten am Vortag zusammen und knete sie gut durch. Dafür sollte man sich (oder der Maschine) ein paar Minuten Zeit geben. Ich mache das nach Gefühl, bis der Teig schön zusammenhängend und glatt aussieht. Ein Startpunkt sind 5 Minuten kneten, 5 Minuten ruhen lassen und nochmal 5 Minuten zu kneten. Mit der Zeit kriegst du dann ein Gefühl für Teig.
Dann kommt der Teig in einer Schüssel oder ähnlichem über Nacht in den Kühlschrank.

Ca. 3 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank holen und eine Stunde auf Zimmertemperatur kommen lassen. Dann in die Größe einer halben Handfläche zerteilen und mit etwas Mehl erst in ein Rechteck formen, dann die beiden langen Seiten des Teigs in die Mitte falten, zusammenkneifen und die Ecke zusammenformen. Umgedreht auf eine leicht bemehlte Fläche legen und mit einem Küchentuch abdecken. Die Teiglinge sollten schon wie Baguettes aussehen und gehen jetzt nochmal 1–2 Stunden.

Vor dem Backen den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Wenn die Baguettes nochmal zerlaufen sind, können sie ganz vorsichtig nochmal auf die gleiche Art geformt werden. Dabei solltest du versuchen, möglichst wenig Luft aus dem Teig zu drücken.
Dann kommen sie also in den Backofen. Wer hat, kann ein bisschen Wasser hineinsprühen und die Teiglinge ca. 20 Minuten backen lassen. Bitte ein Auge darauf lassen und schauen, ob sie schön aussehen. Fertiges Brot hört sich beim draufklopfen hohl an.
Ich habe auf und in meine Baguettes ein paar Sesamsamen gegeben, das schmeckt fein.

Genug zum Brot, der Rest geht kürzer.

 

 

Eingelegtes Gemüse

Nochmal braucht es etwas Vorbereitung, aber mit 5 Minuten Zeitaufwand kann man seine Sandwiches sehr aufwerten, in dem man Gemüse süß-sauer einlegt. Hier mache ich es am Beispiel von Zwiebeln und Möhren, aber das ist letzten Endes auch nur eine Vorlage, hier wieder in Anteilen.

 

Zutaten

  • 4 Teile Wasser
  • 1 Teil Essig (z. B. Weißwein-Essig)
  • 1 Teil Zucker
  • Salz
  • Gewürze (Senfkörner, Piment, Pfeffer, Bockshornklee, …)

 

Zubereitung

Alles vermischen, das Gemüse in dünne Scheiben schneiden und über Nacht (oder Nächte) im Kühlschrank ziehen lassen. Geht immer und schmeckt immer gut.

Tipp: Wer es vergessen hat, oder nicht so lange warten will, kann die flüssigen Zutaten kurz aufkochen und heiß über das Gemüse geben. Dann ist es nach 15-30 Minuten fertig.

 

Gewürzmix aus Schabziger Klee, Chili, Salz und Pfeffer

 

Belegen

Endlich angekommen, hier kommt der finale Teil. Belag ist wie immer Geschmacksache. Hier ist eine Empfehlung.

 

Zutaten

  • Tofu
  • Rucola
  • Gurke
  • Vegane Paté
  • Chili
  • eingelegtes Gemüse
  • Erdnüsse, gesalzen
  • Salzmischung

 

Zubereitung

Ein Brot zu belegen braucht wohl doch keine Erklärung mehr, deswegen gibt’s noch eine leckere Salzmischung und ein paar Tipps.

  • Salzmischung aus: Schabziger Klee, Salz, Pfeffer und Chili. Hat viel Umami, ein bisschen Schärfe und passt toll zu diesem Sandwich.
  • Tofu scharf in der Pfanne anbraten (oder frittieren, aber wer macht das schon zu Hause). Schmeckt nicht nur unvergleichlich besser, sondern ist auch noch schön knusprig. Salzen nicht vergessen.
  • Es macht Welten aus, das Sandwich gut zu würzen. Soll heißen, entweder jede Schicht ganz vorsichtig oder am Ende etwas liberaler zu würzen.
  • Vegane Paté gibt es im Bioladen und in manchen Drogeriemärkten. Früher hieß das Tartex, aber das scheint nicht mehr so hergestellt zu werden…
  • Das fertige Sandwich in Sandwich Papier (oder Backpapier) einzupacken macht zwar etwas mehr Müll, aber hilft unterwegs sehr beim Essen und garantiert die strukturale Integrität (wer hat diesen Begriff hier erwartet?) des Sandwiches.
  • Hungrig essen schmeckt besser

 

 

Kann man gut mitnehmen und kalt essen, schmeckt aber auch ganz hervorragend frisch und zu Hause. Da gibt’s also kein Grund, sich selbst einzuschränken.

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.