Bioboom x Heuschrecke

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Bernard Ranaweera, Präsident der Small Organic Farmers Association, von deren Bauern wir einen großen Teil unserer Gewürze bekommen, auch Demeter-Gewürze – Besuch an unserem BioFach Stand.

 

Das Naturkost-Magazin Bioboom hatte uns im Herbst 2025 zum Thema fairer Einkauf interviewt. 
Dieses Thema ist noch aktueller in Kriegs- und Krisenzeiten, da die Beschaffung von Rohstoffen insgesamt sehr viel schwieriger geworden ist. 
Hier also nochmal der Interview-Text:

 

Bioboom x Heuschrecke

Die Heuschrecke-Produkte stammen zu hundert Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau. Wie stellt ihr darüber hinaus sicher, dass die Produkte im Ausland zu fairen Bedingungen hergestellt werden?

 

Etliche unserer Anbauer in Drittländer haben eine der vielen Fairzertifizierungen, aber da wir selbst keine Fairzertifizierung haben, können wir damit nicht werben.

Wir stellen die fairen Bedingungen für unsere Bauernpartner in Drittländern bestmöglich sicher durch die Auswahl unserer Lieferanten und unser Einkaufsverhalten, indem wir keine Preisverhandlungen betreiben, sondern das zahlen, was notwendig für den guten Fortbestand der Betriebe ist. Wir bewegen uns außerdem in einem Qualitätsniveau, das nicht niedrigpreisig ist, was auch eine gute Voraussetzung für gerechte Preise ist. Wir haben langjährige Partner, und möglichst kurze Lieferketten, wenn wir mit ebenfalls langjährigen Importeurskollegen zusammenarbeiten.

Wir haben ja etwas Erfahrung und es gibt auch eine Logik, was fair gehen kann und was eher Missbrauch begünstigt.

Aber es gibt keine Garantien für das menschliche Verhalten über diese Entfernungen und Kulturkreise hinweg. Wir zwingen unsere Bauernpartner nicht zu zusätzlichen Zertifizierungen, die zusätzliche Kosten mit sich bringen. Insofern ist unser Bestreben immer, ein Vertrauensmanagement aufzubauen, anstatt ein Misstrauensmanagement zu führen. Die Bio-Qualität wird natürlich analytisch geprüft.

 

 

 

Welche Ansprüche habt ihr in Bezug auf fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen gegenüber euren Partnerinnen und Partnern im Ausland?

 

Es geht ja nicht darum, möglichst günstig Ware zu beschaffen, sondern auch den Bauernstand und die sozial-kulturellen Gefüge in den Erzeugerländern zu erhalten. Traditionell ist das in vielen Ländern die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Wenn diese erhalten bleiben soll, müssen die Bauern und Bäuerinnen so viel verdienen, dass ihre Betriebe sicher wirtschaften und auch sichere Bio-Ware erzeugen können, und die sozialen Belange, Bildung etc. erfüllt werden. Das wird von der nationalen Gesetzgebung reguliert, und Kleinbauern sind in der Regel in Assoziationen oder Kooperativen organisiert, die das ebenfalls mit einbeziehen. 

 

Wieso ist es euch wichtig, langjährige und faire Handelsbeziehungen/ Kooperationen mit euren Lieferant:innen zu pflegen?

 

Erst durch die Kontinuität entsteht ein Vertrauensverhältnis, in dem man sich auch beiderseits über Bedürfnisse und Problemthemen austauscht. Man erfährt mehr über die Realität der ErzeugerInnen.

 

Wieso bevorzugt ihr kleinbäuerliche Erzeuger:innen?

 

Laut den beiden Weltagrarberichten trägt die kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft am besten zur Ernährungssicherheit der ganzen Erde bei.

Das gilt es zu erhalten. So werden nicht nur sichere Nahrungsmittel für uns produziert, sondern das traditionelle soziale Gefüge sichert auch die Bauernfamilien ab. Und es erhält die ökologisch wertvolle Umgebung. Das ist in der Klimakrise ein wichtiger Punkt.

 

 

 

Ihr habt euch gegen eine Fair Trade-Zertifizierung entschieden, dafür aber die „Trust Organic Small Farmers“-Gruppe mit gegründet. Was sind die Unterschiede zu Fair Trade? Wieso kommt eine Fair Trade Zertifizierung für euch nicht in Frage?

 

Wir sind ein kleines, aber hochspezialisiertes Unternehmen mit einem Riesenprogramm an Rohstoffen. Wir können neben den Zertifizierungen, die wir bereits vom Aufwand her stemmen und finanzieren, keine weiteren Zertifizierungen leisten. Und es gibt noch Zertifizierungen ohne Ende, die von Kunden gewünscht oder von Zertifizierungsdienstleistern gerne verkauft würden.

Die Initiative Trust Organic Small Farmers ist eine Strategie, ohne Bürokratie und Kosten einen Austausch zwischen Drittländern und westlichen Importeuren zu haben, der mehr ist als eine Geschäftsbeziehung. Seit 2007 gibt es die jährlichen Treffen am Vorabend der BioFach, und es ist wirklich ein vertrauensvolles Umfeld entstanden.

 

Das Magazin Bioboom hatte uns im Sept. 2025 die Fragen gestellt. Wer sich für das lesenswerte Magazin in der Naturkostbranche interessiert, findet hier weitere Informationen: https://bioboom.de/ 

 

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