Wiesenmeister’s Bodenschätze

Wiesenpilze – zauberhaft schön und so selten wie seltene Erden

Die Pilzfotos weiter unten sind jeweils im Slider dargestellt – etwas verweilen …

Nachdem wir Anfang Oktober die Apfellese auf den Streuobstwiesen an der Klumpenmühle abgeschlossen hatten, konnten wir uns nach anderen Naturschätzen auf unseren extensiv genutzten Mittelgebirgswiesen umsehen. (Foto 1: Das Biotop).

Wir suchten nach im agrarindustriellen Deutschland selten gewordenen Wiesenpilzen, speziell Saftlingen, wie andere nach seltenen Erden. Obwohl alle Saftlingsarten nach der Bundesartenschutz-Verordnung unter Vollschutz stehen, sind sie von Biotopverlust durch die Intensivlandwirtschaft bedroht und allgemein auf dem Rückzug. Dass wir genau umgekehrt vorgehen, ist unser Vorteil: Wir müssen nicht mit schwerem Gerät auffahren, um die Schätze zu heben, wir brauchen nur etwas Geduld, müssen die Wiesen 10-15-30 Jahre lang vor Düngemittel- und Gülleeinsatz verschonen, die Wiesen 1-2mal im Jahr mähen, nicht mulchen, das Grüngut als Heu abfahren und schwupps, stellen sich die verschollenen Wiesensiedler von selbst wieder ein – zumindest die offenbar Nährstoff-tolerantesten Saftlings-Arten.

Seit diesem Jahr können wir nach 29 Jahren den 6. Neuankömmling, den Gelbrandigen Saftling (Hygrocybe insipida) (Foto 2), auf den Wiesen begrüßen. Ganz am Anfang unserer Landbewirtschaftung – 1988 – haben wir noch nicht auf Saftlinge auf unseren Wiesen geachtet, bis uns nach ca. 10 Jahren zum ersten Mal der Kegelige oder Schwärzende Saftling, Hygrocybe conica (Foto3) und der weiße Jungfern-Ellerling, Cuphophyllus virgineus (Foto 4) auffielen.

In den folgenden 15 Jahren kamen der Papageigrüne-Saftling (Gliophorus psittacinus) (Foto 5) und der blassorangene Wiesen-Ellerling ( Cuphophyllus pratensis) (Foto 6) dazu. Vor 6 Jahren tauchte erstmals der gelbe Stumpfe Saftling (Hygrocybe chlorophana) (Foto 7) auf. Wirklich artenreiche Saftlingswiesen können 20 und mehr Arten beherbergen, sind dann aber wohl 80 bis 100 Jahre ungedüngt. (Extensive Beweidung scheinen sie dagegen zu ertragen).

Wovon sich Saftlinge (Gattung Hygrocybe s.l.) eigentlich ernähren, ist noch immer unbekannt. Im Gegensatz zu z.B. Wiesenchampignons (Agaricus pratensis), die sich saprobiontisch, gerne auch an Kuhfladen auf nährstoffreichen Wiesen gütlich tun, brauchen Saftlinge meist Magerwiesen, manche bevorzugen dabei eher kalkreiche andere eher saure Untergründe in allen Klimazonen auf der ganzen Welt, meiden aber aride Zonen. Aber möglicherweise besteht zumindest zeitweise eine endophytische Lebensweise mit Wiesenkräutern, z.B. mit dem häufigen Spitzwegerich (Plantago lanceolatum). In Wiesenkräuter-Wurzelzellen konnten eingewachsene Saftlingshyphen nachgewiesen werden. Mit Moosen pflegen sie diesen Lebensstil offenbar nicht und auch auf Wiesen mit Sonnenröschen (Helianthenum-Arten sind Halbschmarotzer, liegt es an der Nahrungskonkurrenz?) kommen in direkter Nachbarschaft keine Saftlinge vor. Alle Fragen offen….

Trotzdem: Das Schöne an der Entwicklung auf den Wiesen ist, dass mit den Saftlingen sich auch andere seltenere Pilzarten, wie Wiesenkeulen oder Samtritterlinge einstellen! Ein Saftling kommt selten allein: Zum 1. Mal konnten wir im 25 cm hohen “Gras” die Wurmförmige Keule (Clavaria fragilis) (Foto 8) entdecken.

Der Tintenfischpilz (Chlathrus archeri) (Foto 9) macht uns hingegen klar, dass noch immer viele unserer Wiesenbereiche eher überreich mit Nährstoffen versorgt sind, sonst wäre er nicht da!

Von der Ankunft unserer nächsten Bodenschätze werden wir in kommenden Jahren berichten, nicht weit entfernt wurde von uns bereits der Kirschrote Saftling (Hygrocybe coccinea) gesichtet.

 

 

Das war’s für dieses Jahr 2017 von den PSV Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer.

Wir wünschen einen sicheren Rutsch nach 2018.

 

 

 

 

 


Evi und Lothar Claußnitzer-Wandelt, Pilzsachverständige
Evi und Lothar Claußnitzer-Wandelt, Pilzsachverständige

Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.

 

Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

Weihnachten

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Kathrin Franckenberg: Weihnachten – besondere Tage mit rauhen Nächten

 

Kathrin Franckenberg: Frohe Weihnachten

 

Weihnachten – besondere Tage mit rauhen Nächten.

Fragen nach Zukunft – finden in mir selbst – die Bereitwilligkeit etwas loszulassen

Begegnungen innen und außen –

Eine heilige eben kostbare Zeit – Möglichkeiten erscheinen lassen.

 

Kathrin Franckenberg

 


 


Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA (“Point Zero Painting”), Kunstglaserin, ausgebildet im “Begleiteten Malen”, Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   www.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:
https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 

“Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…”  

Kathrin Franckenberg