Ende 2021: Neujahr und Zöpfe (Kurzrezept)

Das Jahr ist nun wirklich zu Ende. Da gibt’s nichts mehr dran zu rütteln.

Eine Menge ist passiert, eine Menge hat sich verändert – wie das so ist mit den Jahren. Wo treibt es uns hin, was kommt als Nächstes? Das neue Jahr bringt neue Fragen, neue Energie, neue Aufgaben. Schauen wir mal.

 

Zum Ende des Jahres, bzw. eigentlich zum Jahresanfang gibt es von uns noch ein kleines Rezept. Zur Tradition und Neuinterpretation der Tradition haben wir einen Neujahrszopf gebacken. Der soll vor Krankheit, Hunger und anderen Unglücken schützen. Ob wir daran glauben oder nicht – was Gutes zu essen hat noch nie geschadet.

 

Rezept: Lavendel-Neujahrszopf

Es wäre natürlich kein Heuschrecke Rezept, wenn es nicht auch etwas mit Gewürzen zu tun hätte. Unsere florale Interpretation bringt neue Facetten – etwas komplexer, etwas ungewöhnlicher und sehr lecker!

 

Zutaten

  • 550 g Mehl
  • 400 g Milch
  • 50 g Butter
  • 80 g Zucker
  • 4 g Lavendel
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Eigelb + 1 zum bestreichen
  • 1 Päckchen Hefe

 

Achtung: Ich habe diesen mit glutenfreiem Mehl gebacken, daher sieht er etwas anders aus. Das Mehl / Milch Verhältnis variiert hier nach Mehl ein bisschen. Gewünscht ist ein schöner, weicher Hefeteig.

 

Zubereitung

Den Anfang macht die Milch. Die braucht ein bisschen Zeit. Wir erhitzen die Milch und schmelzen die Butter schonmal hinein. Auch kommen noch 2 EL Zucker (ca. 30 g), Vanille und Lavendel hinzu. Nachdem die Milch heiß ist, einfach einen Deckel drauf und ca. 20 Minuten ziehen lassen, damit Lavendel und Vanille schön in die Milch einziehen können. Hier kann man auch die ganze Vanilleschote hinein geben, denn wir sieben nach den 20 Minuten alles ab.

Wenn die Milch lauwarm ist, wunderbar. Wenn nicht, dann nochmal lauwarm machen. Hinzu kommen Hefe und 2 Eigelb unter viel rühren. Wichtig ist das lauwarme und das Rühren, denn Rührei und Zopf passen nur nach dem Backen zusammen.

In einer Backschüssel das Mehl und den Zucker vermischen. Eine Prise Salz schadet auch nicht, wie immer. Dann die Milch dazu geben und den Teig kneten, für ca. 5 Minuten. Nun zudecken und an einem warmen Plätzchen gehen lassen. 1 – 2 Stunden sind dafür gut, dann fühlt sich der Teig gut und expandiert.

Ausgeruht kommt der Teig auf unser Brett und soll in drei gleich große Teile geteilt werden. Diese werden in dicke Würste gerollt, mit 2 Händen und dann zu einem Zopf geflochten. Das erfordert ein bisschen Koordination, aber das kriegen wir noch hin.. Auch an Neujahr.

Jetzt geben wir dem Teig nochmal Zeit an einem warmen Ort. Dann geht der fertig geformte Zopf nochmal schön auf. So wird er garantiert fluffig.

Zuletzt den Ofen auf 180 Grad Umluft erhitzen und den Teig mit einer Mischung aus Eigelb und Milch (50:50) bestreichen. So wird er goldgelb und glänzend. Mein Zopf hat etwa 30 – 35 Minuten gebacken.

Ganz kurz abkühlen lassen und lauwarm mit Butter genießen. So fängt das neue Jahr auch gleich gut an.

 

Also: Wenig Unglücke für Euch im nächsten Jahr. Viel Geld und Gesundheit, viel Energie und Lebensfreude. Für ein fantastisches neues Jahr.

Bis bald!

 

 

 


 

 

Joshua Stübner. Das bin ich. Ich schreibe hauptsächlich Rezepte für Heuschrecke. Es macht mir Freude und ich hoffe, diese auf die ein oder andere Art zu teilen. Manchmal bin ich aber auch ein Web-Developer. Hier.

 

Pflanzen retten

Eins vorweg an all unsere Langzeit-Leser: wir haben hier eine Neuauflage einer bereits 2018 erzählten Geschichte, die aber auch immer noch ziemlich aktuell ist. Ganz im Sinne der Zeit haben wir sie neu aufgelegt, als Serien Format (eine echte Schreckflix Produktion), jetzt auch in 4k (naja…). Da wir daran nicht so viel Geld verdienen, eure Zeit wertschätzen und klassische Cliffhanger blöd finden, gibt’s die ganze Staffel aber als back to back release in Kurzfassung.

Was das alles heißt: im Grunde gar nichts. Hier ist die Geschichte.

 

Pflanzen retten 2021

ein Schreckflix Original

 

Basierend auf einer wahren* Begebenheit.

 

 

Pestizide und Plastik, die sich mittlerweile überall in der Umwelt und sogar im Menschen finden lassen, sind keine Neuheit. Es ist heute schwierig, davon nicht mehr zu hören. Doch haben Sie schon von CRISPR/Cas und Gene Drive gehört? Die genetischen Eingriffe zur möglichen Eliminierung der sogenannten Unkräuter sind zwar nicht mehr brandneu, aber dennoch sehr unbekannt. Auch wir berichteten neulich auf facebook darüber.

Nachdem wir von Heuschrecke nun seit über 40 Jahren mit Bio den Kampf gegen Pestizide führen, lassen wir uns auch von den neuen Maßnahmen nicht verunsichern. Wir stehen weiter ein für die Natürlichkeit der Pflanzen und die Gesundheit der Natur, dazu gehört eben auch vermeintliches Unkraut (was übrigens häufig in alten Heiltees und Kräutermischungen zu finden ist).

Und wenn die Genforscher nun meinen, bestimmte Widerstandsgene in Unkraut eliminieren zu müssen, dann fügen wir sie eben wieder ein!

 

Nach einer Krisenbesprechung am Montag zum Thema Genmanipulation, CRISP/Cas und Co, war klar, dass wir was dagegen machen müssen. Die Bewegung “Nicht-Auch-Noch-Unser-Unkraut” (NANUU) war gegründet.

Unser geübtes Heuschrecke-Personal hat langjährige Expertise im Umgang mit Pflanzen. Wir haben Experten für die Handhabung der Pflanzen, IT-Experten für Analyse, Verwaltung und Logistik, Fachkräfte für Transport großer Mengen, Kategorisierung und (Gen)-Mischung. Wir sind also gar nicht schlecht aufgestellt.

 

Genbank

 

Obendrein halten wir dank unserer großen Produktpalette eine unerschöpfliche Sammlung von Rückstellmustern aller hiesigen Wildpflanzen vor, die einer Genbank gleichkommt. Die Verwalterin unserer Genbank – wie wir den Rückstellmusterraum jetzt umgetauft haben – ließ gleich vermerken, dass unsere Rückstellmuster-Aufbewahrungsfrist ab sofort von 5 auf 500 Jahre hochgesetzt wird. So können wir langfristige Erfolge garantieren und sind gegen etwaige Pflanzen-Auslöschungs-Maßnahmen (PAMs) auch in entfernter Zukunft gewappnet.

 

Vorbereitung der Operation

 

Unsere Gegenmaßnahmen sind einfach wie effektiv. Wo Gene Drive u.ä. versuchen, bestimmte Gene auszuschneiden, setzen wir sie wieder ein:

 

Vorbereitung

 

Mit geschultem Auge erkennen unsere MitarbeiterInnen die kränkelnden Pflanzen, die schon an hiesigen Weges und Feldrändern stehen und bringen sie schnell in den eigens dafür eingerichteten Operations-Saal. Das Referenzmuster wird in der Zeit schon vorbereitet, Gene extrahiert, dupliziert (wir haben dafür ein Stammzellen-ähnliches Verfahren entwickelt) und mit Hilfe von Genreperaturschere und -lupe von unseren Pflanzenchirurgen wieder eingesetzt. Das Ganze ist nicht ohne Risiko, doch unsere Erfolgsrate spricht für sich.

 

Die fehlenden DNA-Abschnitte kommen aus Referenzpflanze wieder dazu
Nochmal in der Nahaufnahme

 

Die reparierten Pflanzen müssen sich dann erstmal auskurieren. In unserem Firmengärten werden sie gefüttert und umsorgt, sodass sie optimal gedeihen können. Pestizidfreie Ernährung und die milde rheinländische Luft sorgen für Nährstoffe, während Biomusik und vorsichtiges Streicheln die Psyche der traumatisierten Pflanzen wieder heilen. Sobald die Pflanzen wieder bereit für die freie Wildbahn sind, werden sie in ihre Heimat zurückgebracht und eingepflanzt.

 

Die Pflanzen kommen in die Reha

 

Unser Ziel ist es, möglichst viele Pflanzen zu retten. In unseren Augen ist jede Pflanze perfekt wie sie ist, jede Art wichtig für das Überleben unseres Planeten. Es gilt, die Diversität zu erhalten und wenn möglich sogar auszubauen. Nur so können wir eine langfristig glückliche Natur und somit auch glückliche Menschen erreichen.

 

Während unser eigener Arbeitsradius sich hauptsächlich auf unserer Region bemisst, sind wir bereits in Gesprächen mit unseren Lieferanten überall auf der Welt. Viele von Ihnen sind Experten für glückliche Pflanzen vor Ort, sodass wir uns große Chancen auf weitgreifenden Erfolg ausrechnen.

 

 

*nicht wirklich wahr, aber mit ein bisschen Wahrheit vielleicht.

Eine Studie zum Hype

Was passiert hier?

Gewürze und Kräutertee tragen grundsätzlich zu einer gesunden Ernährung bei. Aber jetzt in der weltweiten Pandemie werden bestimmte Kräuter und Gewürze knapp, denn vor allem diese sind in ihren jeweiligen Kulturen in Verdacht geraten, gegen das Virus wirken zu können. Das führt zu Engpässen, da die größten Mengen auf dem heimischen Markt bleiben. Beispiele sind Schwarzkümmel und Sternanis, die prompt in den westlichen Ländern ebenfalls übermäßig stark gefragt sind. Diese Interessenskonkurrenz ist leider die Kehrseite von Hypes.

Das neueste sind Fichten- und Kiefernnadeln. Sie enthalten eine Säure, die schon den Sternanis zum Hype gemacht hat. Alle wollen jetzt Tonnen von Nadeln. 

Was passiert dann mit so einer Kunden-Anfrage? Wir haben in diesem Fall unseren langjährigen kroatischen Partner, das Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica gefragt. Dieses koordiniert Sammler- und Bauerngruppen in verschiedenen Regionen Kroatiens. In der außergewöhnlich schönen, aber sehr kargen und strukturschwachen Region Lika werden nun die Fichtenzweige geerntet, getrocknet und abgeschlagen. Eine willkommene Einkommensquelle für die erfahrenen Sammler, und viel raue Handarbeit. (biozertifizierte Wildsammlung wird in Kroatien nicht nur von der Kontrollstelle, sondern auch vom Forstamt überwacht, und die SammlerInnen sind geschult und wissen auch, wie viel und wie gesammelt wird, um einen Bestand nicht zu gefährden).

Die beiden Dokumentarfilmer und -regisseure haben für uns 4 Erstlings-Videos gedreht, aus denen der sehr schräge kroatische Humor blitzt. Das Cutten wurde auf Zweige beschränkt – Sie sehen den director’s cut. Übersetzt hat eine künstliche Intelligenz, die den Text noch ein bisschen schräger macht (Krone=Corona).

Viel Spaß und danke nach Kroatien. 

 

 

 

 

 

Flut in Indien

Wir haben im Sommer 2021 selbst in unserer Region die Folgen von Starkregen, Flut und Hochwasser erlebt, das, was sonst eher weit weg in Monsun-Ländern passiert. Aber wir leben alle auf demselben Planeten, und die zunehmenden Wetterextreme betreffen überall auch sehr stark die Landwirtschaft. Wir möchten die Berichte aus Kerala mit euch teilen, im Grunde, wie auch die Kleinbauern die Gewürze mit uns teilen …

 

Im Oktober schrieb uns Father Jilson vom Kleinbauernprojekt PDS in Kerala:

„Wie Ihr vielleicht wisst, hatten wir am 16. Oktober eine der tödlichsten Überschwemmungen und Erdrutsche, und es war in der Tat ein schwarzer Samstag für viele unserer Landwirte, insbesondere für diejenigen, die in einem Ort namens Azhangad wohnen. Im Rahmen unserer Bemühungen, neue Landwirte an den ökologischen Landbau heranzuführen, hatten wir in diesem Gebiet die höchste Anzahl von Landwirten in ihrem ersten Umstellungsjahr. Bis auf ein paar Landwirte waren alle anderen stark betroffen, entweder in Form von Erdrutschen oder in Form von erheblichen Schäden an ihren Häusern. Ich habe das Gebiet persönlich besucht, und die Situation dort ist erschreckend, viel schlimmer als bei den Überschwemmungen von 2018, und es muss umfassend saniert werden. Wir haben mit Unterstützung der Freiwilligenorganisationen und der Diözese einen Wiederaufbauplan und -maßnahmen eingeleitet. Aber ich fürchte, dass wir mit den begrenzten Mitteln nicht in der Lage sein werden, die Bedürfnisse der Menschen dort vollständig zu erfüllen. Wir müssen ihnen in dieser dringenden Zeit beistehen, damit sie wieder eine nachhaltige Landwirtschaft betreiben können.“

 

Jetzt Ende November schreibt Father Jilson:

„Im Hinblick auf die jüngsten Überschwemmungen haben wir jetzt eine Bewertung der Schäden vorgenommen, die unsere Landwirte erlitten haben, und die Soforthilfemaßnahmen festgelegt, die durchgeführt werden müssen. Ich füge den Bericht zusammen mit einigen Fotos zu Eurer Kenntnisnahme bei. Obwohl mehr als 70-80 Personen betroffen waren, enthält die Liste nur die mit uns verbundenen Landwirte. Die meisten von ihnen sind in Notlager untergekommen und beginnen nun langsam mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten, so dass sie in ihre Häuser zurückkehren können. Was das erodierte Land anbelangt, so müssen sie zunächst die Steine bündeln und dann langsam mit dem Aufbau beginnen, was sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Hoffen wir das Beste.“

 

Die angesprochene Bewertung wurde in einer Excel-Tabelle zusammengefasst, die wir hier mit Euch teilen möchten, da es hilft, die Ausmaße zu erfassen

 

Wir finden, es hat etwas Fürsorgliches, wie pragmatisch PDS die Probleme ermittelt und dann abarbeitet. Das Projekt PDS ist vom Bischof der Region gegründet worden, und es hängt noch immer eng mit der Kirche zusammen. Der Leiter der Gewürzfabrik, Father Jilson, tauft, verheiratet und beerdigt auch seine Schützlinge.