Reisebericht Sri Lanka: Avonlea Hill Organic Teafactory und die Bio Foods Teegärten



Avonlea Hill Teefabrik - Mr. DelpitiyaAvonlea Hill TeefabrikBio Foods verfügt neben der kleineren, auf Grüntee spezialisierten Jamesvalley-Teefabrik außerdem über die Avonlea-Hill-Teefabrik, in der Schwarztee verarbeitet wird, und zwar vom einfachen Ceylon Teebeutelschnitt bis hin zu  Ceylon-Spitzentees.

Im gehobenen Mittelfeld liegt als schöner, duftiger, weicher Blatt-Tee unser Ceylon "Misty Forest".

Daneben gibt es bei Bio Foods noch eine dritte, kleine, sehr spezielle Teefabrik auf 1800m Höhe im Kings Lin Teeprojekt - hier stammt der absolute Spitzentee "Heaven Scent" (Himmelduft, diesen werden wir ab Winter 2008 listen) her.

Mr. Nalaka Delpitiya, Agronom, ist der Leiter der Teefabrik und der Teefarm. Er führte uns durch die Hallen und Gärten.






Avonlea Hill Teefabrik - WelkenAvonlea Hill Teefabrik - WelkenDie frischen Teeblätter werden angeliefert und zunächst auf diesen langen Rosten für wenige Stunden zum Welken ausgebreitet. Die ganze Halle ist vom typischen,  fruchtig-krautigen Duft der frischen Blätter erfüllt.





 




















Avonlea Hill Teefabrik - Welken
 An diesem Tag wurden 1625 kg Rohware erwartet, tatsächlich kamen 3123 kg, mal eben fast doppelt soviel.





















 Avonlea Hill Teefabrik - Tee RollenAvonlea Hill Teefabrik - Tee RollenDer erste Verarbeitungsschritt bei Schwarztee ist das Rollen. (Grüntee wird nach dem Welken, vor dem Rollen, immer als erstes erhitzt bzw. blanchiert, um eine Fermentation wie bei Schwarztee zu verhindern).

























Avonlea Hill Teefabrik - Tee Rollen

In dieser Maschine werden die Teeblätter praktisch zerrieben und bekommen ihre spätere Form.




















Avonlea Hill Teefabrik - Sieben, Zerkleinern, FermentierenAvonlea Hill Teefabrik - Sieben, Zerkleinern, FermentierenVerarbeitungsschritte vor dem Trocknen: Sieben, Zerkleinern (für Fannings, Feinschnitte), und  Schwarztee-Fermentation. Die Fermentation ist eigentlich eine Auto-Oxidation. Die gerollten Teeblätter oxidieren im eigenen Pflanzensaft.
















Hier "ruht" der schwarze Tee zur Auto-Fermentation. Avonlea Hill Teefabrik - Sieben, Zerkleinern, Fermentieren





























Avonlea Hill Teefabrik - TrocknenAvonlea Hill Teefabrik - TrocknenDanach wird der Tee getrocknet. Draußen gibt es eine Feuerungsanlage, die mit Feuerholz beheizt wird. Diese erhitzt Wasser, und mit dieser Hitze wird die Tee-Trocknungsanlage versorgt. Der Tee kommt als nicht, wie typisch bei chinesischen Tees, mit dem Rauch in Berührung, und hat auch keine Röstnoten.















Avonlea Hill Teefabrik - in Siebgrößen einteilenAvonlea Hill Teefabrik - in Siebgrößen einteilenVerarbeitungsschritte nach dem Trocknen: der Tee wird in verschiedene Siebgrößen eingeteilt, z.B. Blatt Tee und Broken.

























Avonlea Hill Teefabrik - in Siebgrößen einteilen
Staub wird herausgesiebt.



























Avonlea Hill Teefabrik -ArbeitstableausAvonlea Hill Teefabrik -ArbeitstableausDokumentation, Arbeitsanweisungen: fanden wir vorbildlich. Arbeitstableaus an der Wand, Warnhinweise, und immer wieder kleine Motivations- oder Schulungstafeln. Auch alle Maschinen waren in ihrer Funktion beschriftet.
























Avonlea Hill Teefabrik - WarnschildAvonlea Hill Teefabrik - ArbeitsanweisungArbeitsanweisungen und Warnschild. Die Warnschilder werden von den Mitarbeitern selber gezeichnet. Hier: "... nicht mit dem Arm in die Maschine kommen ...".



























Avonlea Hill Teefabrik - TeeverkostungAvonlea Hill Teefabrik - TeeverkostungSarath Ranaweera hatte uns schon vor längerem von einem neuen Bio-Foods-Teeprojekt ganz oben auf einem Berg, dem Kings Lin Projekt, erzählt. Dort ist es so stark windig, dass die Autos auf dem Parkplatz ständig wackeln. Man kann sich vorstellen, wie der Wind die Teepflanzen schüttelt und rüttelt - sodass die Blätter aus Schutz eine große Kraft entwickeln.
Daraus wird eine Teeblatt-Auslese gepflückt (two leaves and a bud), die in kleinen Chargen sorgfältig in der projekteigenen kleinen Teefabrik verarbeitet wird. Wir waren also schon lange neugierig, diesen Tee zu verkosten - und hier probieren wir endlich den Tee "Heaven Scent" mit Manager Nalaka Delpitiya. Ein faszinierendes Zusammenspiel von  rassigen, würzigen und blumigen Aromen, ein sehr reichhaltiger, dennoch im Eindruck weicher Tee. Heaven Scent Grüntee und Heaven Scent Schwarztee werden ab Winter 08 bei uns im Sortiment sein.

Teeverkosten ist nicht nur das reine Vergnügen. In der professionellen Verkostung werden die Tees stärker als normal aufgebrüht. Man probiert aus den Teeschalen mit einem Eßlöffel - und schlürft sich durch von Blatt Tees über Broken, kleineren Fannings bis zu feinstem Dust-Grades - die Tees werden dann gerbstoffhaltiger und in dem konzentrierten Aufguss recht bitter, je kleiner das Blatt ist. Es wird wie in einer Weinprobe gespuckt, sonst würde es einem doch etwas übel von den Gerbstoffen.

Zu guter Letzt kamen dann die absoluten Spitzentees ...










Bio Foods Teefarm Uva HochlandBio Foods Teefarm Uva HochlandNalaka Delpitiya führte uns anschließend durch die Bio Foods Teegärten, bevor wir dann den Tee-Kleinbauern Mr. Punchibanda besuchten.

Die Teepflanzen Camellia sinensis und assamica bringen unzählige Varietäten, die sich optisch durch Blattgröße und -form unterscheiden. Hier auf dieser Farm werden auch Pflanzen auf Standorttauglichkeit, Qualität, Aromen und Ertrag getestet.





















Bio Foods Teefarm Uva Hochland




















Avonlea Hill - Schlafstelle der freien KüheAvonlea Hill - biodynische Präparate-HerstellungHier sieht man wieder den Platz, wo die mit Kuhmist oder Quarzpulver gefüllten Kuh-Hörner für die biodynamischen
Präparate-Herstellung vergraben werden.


Auf der Kuppe des Berges direkt vor den Toren der Avonlea-Hill-Teefabrik liegt dieses kleine Wäldchen. Jeden Abend zieht eine Gruppe von ca. 40 "freien" Kühen hier hoch, um zu schlafen.
Die Geschichte der freien Kühe: da Buddhisten keine Tiere essen, die sich selbst nicht stark vermehren (Kühe bekommen nur 1-2 Kälbchen im Jahr - Hühner pflanzen sich sehr viel stärker fort und werden gegessen), werden die älteren Kühe, die keine Milch mehr geben, an einem bestimmten Tag im Jahr freigelassen. Ab da versorgen sie sich selbst, halten sich tagsüber in Dörfern, Städten oder auf dem Land auf, stehen und liegen da schonmal im Weg, und sammeln sich nachts an ihren verborgenen Schlafplätzen. Hier oben gibt es jetzt eine Konkurrenz um den Kuhdung, ein begehrtes Dünge- und Heizmaterial. Die Mitarbeiter der Teefabrik beginnen morgens um 4 Uhr zu sammeln - die Dorfbewohner kommen etwas später ...

Die Kühe auf den Straßen, in Dörfern oder kleinen Städten verlangsamen das öffentliche Leben und wirken beruhigend - solange es noch nicht zu viele Autos gibt. Mit zunehmend modernisiertem Leben wird auch die Forderung laut, die Kühe aus dem Straßenbild zu verbannen ...




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