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Heupd: Klimaschneise statt Fluglärm
Lärmaktionsplan in fünftlautester Stadt wird kreativ umgesetzt
Köln heupd | Sehr sorgfältig sind nach Abschluss von Messungen und Bürgerbefragungen in Köln nun die Ergebnisse kartiert worden. Erwartungsgemäß fiel der schon lang beklagte Fluglärm neben der Karnevalssaison besonders stark ins Gewicht.
Der Leiter des Umweltamtes Karl Bösmann lobt die engagierte Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen, betont aber, dass wahrscheinlich nicht alle Vorschläge zur Lärmreduzierung umgesetzt werden können. "Sobald die Flughafenbetreiber einen lauten Pups machen, ist es Essig mit Nachtflugverbot. Wer sich als kleiner Bürger im 21. Jahrhundert noch einbildet, er könne gegen die Wirtschaft anstänkern, lebt hinterm Mond", so Bösmann, "Bürgerwohl vor Wirtschaftsinteressen hat ausgeschissen." Der Leiter des Umweltamtes hat sich nach seiner Wutäußerung unverzüglich dafür entschuldigt.
Doch im Kölner Umweltamt wird bereits an einer Alternativlösung gearbeitet, dank der Zusammenarbeit der AG Stadtlärm und dem Think Tank Klimawandel. Da die Kölner Lärmkarte deutlich die sternförmige Anordnung der Ein- und Ausflugschneisen zeigt, entstand sogleich die Vision, für ein gesundes Stadtklima in Zeiten der Klimaerwärmung mit radikalen Vorschlägen vorzupreschen.
Bösmann stellt das vorläufige Ergebnis so dar: "Nicht mehr Grüngürtel, sondern Grünschneisen ins Herz der Stadt. Das sorgt für gute Luft, und nach den konsequenten Umsiedlungen stört auch der Fluglärm nicht mehr."
In der Entscheidung ist nun, die Menschen, die bisher in Gebieten mit massivem Fluglärm leben, in den ehemaligen ringförmigen Grüngürtel umzusiedeln, der ja nun nicht mehr gebraucht würde, da die neuen Klimaschneisen die Funktion einer grünen Lunge für die Stadt optimal übernehmen werden.
Zunächst wird es eine preisgünstige aber hochwertige Übergangscontainerlösung, "meinetwegen mit Vorgärtchen" so Bösmann, geben, bis es den umgesiedelten Haushalten finanziell wieder möglich ist, zu bauen.
Bis zum Jahr 2014 soll der mutige Plan vollständig umgesetzt sein, um der wachsenden Wirtschaft in ihren Bedürfnissen den Rücken freizuhalten. Eine neue Stadtphilosophie soll entstehen: "Gesellschaft gleich Ökonomie gleich Arbeitskräftemarkt gleich Gesellschaft", so lautet der neue Slogan.
Bereits jetzt sind kleine Erfolge zu spüren, wenn etwa aus anderen Städten Nachtflüge nach Köln umgelegt werden. "Alle sind herzlich willkommen", lautet es aus dem Kölner Presseamt, "und wenn wir mit der neuen Strategie auf Platz eins der Lärmstädte landen, soll es uns auch recht sein." Ob der gemeine Bürger und die gemeine Bürgerin damit wohl einverstanden sind, bleibt abzuwarten. hg/us
heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
Schamanisches Märchen: Brennnessel
Brennnessel: Mittler zur Erde
Die großen europäische Glaubenskriege waren gerade vorbei, man schrieb das Jahr 2045. Die Aufräumarbeiten waren im Gange, die heimtückischen Genpflanzenminen wurden mühselig neutralisiert.
Flüchtlingsfamilien bekamen Land zugeteilt, oft schon mit einer Hausruine darauf. So auch unsere kleine Familie.
Die Eltern planten den Hausneubau, und besprachen, wie das Land gesäubert werden sollte. Alle Pflanzen, vor allem die wuchernden Brombeersträucher und Brennnesselpflanzen, sollten erst mal mit Stumpf und Stiel herausgerissen, und die nackte Erde fest planiert werden. Da protestierten die Kinder, und bestanden vehement darauf, das ganze Brennnesselfeld am Bach stehen zu lassen. Es bringe sonst Unglück, behaupteten sie.
Die Eltern waren erstaunt über die Heftigkeit, mit der die Kinder ihr Anliegen vertraten. Um den Frieden wiederherzustellen und abzulenken, gab es erst einmal Picknick am Bach.
In der milden Sonne nickten die Eltern bald ein. Sie fühlten sich angenehm von der Natur und besonders der kraftvoll grünen Farbe der Brennnesseln eingehüllt. Im Schlaf verstanden sie plötzlich auch klar die Botschaft der Pflanzen, die die Kinder intuitiv erfasst hatten:
"Ihr Menschen glaubt, Ihr gestaltet die Erde, es ist aber ein ganz diffiziles Gefüge zwischen Mensch und Erde. Die Menschen sind Licht- und Energiegefäße, aber die einzigen Lebewesen, die dunkle Energien für die Natur hervorbringen. Damit vergiften sie nicht zuletzt sich selbst.
Die Menschen dürfen ein vertrauensvolles, intimes Verhältnis zur Erde haben, sich anschmiegen, Dunkles, Sorgen, Ärger, Gifte aller Art loswerden - die Erde nimmt auf, verwandelt, edelt, das Leben entsteht neu.
Wir Brennnesseln sind Mittler, die die Schlacken lösen, dunkle Glaubensgedanken, dunkle Ablagerungen. Die Organe können wieder Licht empfangen, sodass Ihr untereinander voller Energie seid, liebevoll wirken könnt. Die Brennnesseln folgen dem Menschen, und helfen, Licht aufzunehmen."
So kam es, dass die Brennnessel ihren Ehrenplatz am Bachrand behielt, die zarten grünen Blättchen des Frühlings wanderten in den Salat, und ein paar getrocknete Blätter waren immer für Tee bereit.
Überlieferung aufgezeichnet von Ursula Stübner
Brennnesseltee gibt es pur, oder z.B. in folgenden Teemischungen:
- Keltischer Haustee. Zutaten: Brennnesselblatt, Ehrenpreis, Mädesüß, Birkenblätter, Eisenkraut, Kamille, Holunderblüten, Beifuß, Gänseblümchen, Ringelblume, Königskerze, Haselnussblätter
- Frühlings Tee. Zutaten: Birkenblätter, Lindenblüten, Ysop, Schafgarbe, Brennnessel, Melisse, Holunderblüten, Wacholderbeeren, Queckenwurzel, Löwenzahnblüten
Oder auch in folgenden Kräuter-Gewürzmischungen:
- Keltische Kräuterküche, fein. Zutaten: Gundelrebe, Brennnesselblatt, Bärlauch, Knoblauch, Schabziger Klee, Beifuß
- Wildkräuter, geschnitten. Zutaten: Bärlauch, Dost, Quendel, Löwenzahnblatt, Brennnessel-Blatt
die ebooks kommen
Schönes neues Lesen
Als 14-jähriger las ich viel Science-Fiction und war überzeugt, dass die Zukunft grandiose technische Wunder für die Menschheit bereithielt.
Viele Jahre später habe ich eingesehen, dass Atomkraft nicht nur Energieprobleme lösen kann sondern auch einen ganzen Sack neuer Probleme schafft.
Fliegende Autos, Kunstdünger oder Turbo-Gemüse halte ich nun nicht mehr für wünschenswert.
Aber einige meiner Science-Fiction-Träume sind Wirklichkeit geworden und haben unsere Welt grundlegend verändert:
Aus Mister Spocks "Kommunikator" wurde das Klapp-Handy. Endlich sind alle Menschen ständig miteinander verbunden, sogar unterwegs summt es bedeutungsvoll "bin grad in der Bahn..." und Beziehungsklärungen müssen nicht warten bis man sich sieht.
Eine andere Zukunftsidee war ein weltweites Netzwerk von Bildschirmen, über die man Angebot und Nachfrage optimal verteilen kann. Zuviele Äpfel im Garten? Kurze Nachricht und schon tauscht man die Äpfel gegen Birnen oder Ähnliches. Irgend etwas fehlt Dir? Tippe es ein und suche weltweit nach dem Anbieter.
Die rasante Entwicklung der Computertechnik und des Internet verwirklichte diese Utopie: bei ebay habe ich in den letzten Jahren ersteigert, was mir meine Eltern nie kauften und besitze jetzt eine ansehnliche Sammlung von "View Master"-3D-Scheiben oder die Carrera-Bahn, die ich nie bekam weil wir Kinder ja schon eine Märklin-Eisenbahn hatten. Das Internet als Tauschbörse funktioniert wunderbar - für die Musikindustrie sogar zu gut.
Durch intensiver tauschen von MP3-Dateien wurden die Musikkonzerne zum umdenken gezwungen - die alten Geschäftsmodelle funktionierten durch Peer2Peer-Netzwerke und iPods nicht mehr.
Ähnliches steht jetzt auch der Buchbranche bevor und damit sind wir bei einer weiteren Science-Fiction Erfindung:
So wie Captain Kirk in den "Star Trek" Fernseh-Folgen mit einem flachen Gerät in der Hand Baupläne der Enterprise oder Berichte des Schiffsarztes lesen konnte, so können wir Bücher digital lesen, als sogenannte eBooks. Die Entwicklung geht jetzt schon einige Jahre, vor allem auf den mobilen Computern beginnend mit dem Apple Newton über den Palm bis zum heutigen iPhone und auch auf größeren sehr flachen und leichten Lesegeräten, den eBook-Readern. Damit lassen sich digitalisierte Bücher mehr oder weniger komfortabel lesen - ein Vorteil ist, dass man hunderte von Büchern jederzeit bei sich hat und zum Beispiel beim Warten in der Schlange vor dem Postschalter lesen kann. In der Bahn und im Urlaub sowieso. Und im Bett mit dezenter Hintergrundbeleuchtung. Lesen! Überall! Sogar in verschiedenen Schriftgrößen, wenn das Auge nachläßt. Schöne neue Technik-Welt.
Auf der letzten Buchmesse wurden in Frankfurt wieder neue Reader vorgestellt, der Online-Händler Amazon hat den "Kindle" im Angebot, Thalia vermarktet den "Sony Reader" und die amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble plant ein eigenes Gerät.
Interessant ist eine bei Philips in Holland entwickelte Technik, mit der winzig klein schwarz-weisse Kügelchen in einer Bildschirm-Schicht durch elektrische Impulse ausgerichtet werden: dreht man die schwarze Hälfte nach oben, kann man aus vielen Kügelchen Buchstaben zusammensetzen, die sich gut von der weissen Umgebung abheben. Ein Leseerlebnis, dass ähnlich dem gedruckten Buch ist und nicht flimmert wie ein Bildschirm.
Ausserdem erfordert dieses Verfahren der "Elektrophorese" sehr wenig Strom, so dass man über 6000 Seiten lesen kann ohne den Akku des Gerätes laden zu müssen.
Alle großen Buchverlage haben mittlerweile digitales Lesefutter im Programm und haben auf der Buchmesse 2009 stolz von den geplanten Entwicklungen erzählt.
Allerdings werde ich den Eindruck nicht los, dass hier Bekenntnisse von Lippen kommen, die nicht gerne in den digitalen Apfel beissen. Haben die Verlagsmanager Sorge, dass es den Buchverlagen ähnlich gehen könnte wie den Musiklabels? Computer sind nichts anderes als Kopiermaschinen. Und so wie mit der Digitalisierung von Musik in MP3-Dateien auch der illegale Tausch und das kopieren der Daten möglich wurde, so könnte es auch den digitalen Büchern ergehen. Sammlungen von tausenden eingescannter Bücher könnten problemlos und rasend schnell als PDF oder im ePub-Format übers Netz verteilt werden ohne dass Verlage und Urheber daran verdienen.
Die Musiklabels haben diese Entwicklung schon hinter sich und darauf reagiert, indem die Produkte besser ausgestattet werden, Zusatznutzen enthalten und online günstiger erhältlich geworden sind.
Apple macht Millionen mit dem iTunes-Store, wo jeder Song im MP3-Format um 1 Euro kostet, ein Album meist 9,99 Euro.
Da ist der deutsche Buchhandel weit von entfernt:
das Angebot der eBooks, die man kaufen und herunterladen kann ist noch sehr begrenzt.
Keine aktuellen Verkaufshits wie der neue Schätzing oder Dan Brown. Keine Bestseller aus der Spiegel-Liste. Eher angestaubte Ware in einem schnell überschaubaren Sortiment.
Und: obwohl Druckkosten, Papierkosten und Lagerung bei den eBooks entfallen ist der Preis kaum günstiger. "Preisbindung" sagen einige deutsche Verleger und verstecken sich vor attraktiven Angeboten.
Schaut man sich das Sortiment der Online-Shops für deutschsprachige eBooks an, findet man zum Beispiel in meiner geliebten Kategorie "Science Fiction" wenig bekannte Namen und ab Seite 5 im Angebot fehlen dann die Cover-Bilder oder der Vorschautext. Es entsteht der Eindruck der schlechten Sortiments-Pflege, des Feigenblatt-Angebotes.
So verkauft man keine Bücher. Leser sind Augenmenschen und wollen das Cover des Buches sehen und Leseproben testen können, bevor sie kaufen. Und ein eBook darf auch nicht 20 Euro kosten sondern sollte deutlich unter dem Preis eines Taschenbuches liegen.
Ein engagiertes Einsetzen fürs eBook wäre auch den Schulbuchverlagen ans Herz zu legen. Mit digitalisierten Schulbüchern auf einem robusten Lesegerät würden die Schulranzen unserer Kinder ihr Rücken gefährdendes Gewicht verlieren.
Auch Jura- und BWL-Studenten die in meiner Studienzeit immer die Buch-Beladensten waren, könnten um viele Kilos erleichtert durchs Studium schlittern.
Und viele Wälder, die wegen Massen-Produkten wie japanischen Manga-Comics oder deutschen Herz-Schmerz-Romanen abgeholzt werden, könnten geschont werden.
Dann wird ein weiterer Zukunftstraum erfüllt und wir lesen bis unser Akku leer ist.
Wolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur
kpunkt.
Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.
(heupd): Milliardenloch im Gesundheitsfond
Paritätische Aufteilung der Beiträge in Gesundheitsvorsorge und Krankenkosten
BERLIN heupd | Der Schock um das aktuelle Milliardenloch der Krankenkassen hat die neue Regierungskoalition kreativ werden lassen. Die Auswertung des ersten Halbjahrs 2009 hatte ergeben, dass die Leistungen in der Gesundheitsprävention dramatisch vernachlässigt wurden, und es dadurch zu einer horrenden Erhöhung der Krankheitskosten kam.
Einigkeit wurde nun in dem Punkt erzielt, die eigentliche Aufgabe des Gesundheitsfonds durch gesetzliche Anpassungen zu stärken. Die Krankenkassen werden für das Jahr 2010 verpflichtet, 10% der Gesamteinnahmen für Kurse und Einzelberatungsleistungen im Bereich Sport, Ernährung und gesunder Lebensführung, aber auch für soziale, philosophische und spirituelle Lebensberatung zu verwenden. Im Jahr 2011 muss dieser Gesundheitsbeitrag auf 20%, 2012 auf 30% erhöht werden.
Es wird erwartet, dass notwendige, sofortige Rationalisierungsmaßnahmen in Krankenhäusern und Arztpraxen, sowie der bessere Gesundheitszustand der Bevölkerung die Beiträge stabil halten und längerfristig senken werden.
Eine Forschungsgruppe ‚Gesundheitskassen' aus Mitgliedern aller Parteien und externen Fachleuten arbeitet an einem Konzept der Umwandlung von ineffizienten Krankenhäusern und "Krankensystemen" zu "Zukunfts-Gesundhäusern". Es geht um einen integrativen Ansatz von Arzt- und Naturheilpraxen, Ambulanz-Kliniken, Fitnesscentern, sowie den verschiedenen Gesundheits- und Lebensberatungspraxen unter einem Dach. us/hg
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten









