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Coole Kelten
Unsere keltische Serie: Gewürzmischungen und Kräutertees aus heimischer Tradition
- Die naturverbundenen Kelten siedelten einst von Irland / England bis Kroatien. Die Kräuter unserer Keltischen Tees und Würzmischungen begleiten uns kontinuierlich seit 3000 Jahren durch unsere Kultur.
- Unsere Keltische Serie: Keltischer Haustee, Abendtee, Früchtetee, Kräuterküche und neu: Keltisches Würzsalz.
- Mit vielen Kräutern, Blüten, Beeren und Wurzeln von Terra Magnifica aus Kroatien - aus Bio-Wildsammlung und Bio-Anbau von KleinbäuerInnen, siehe auch: www.heuschrecke.com/lieferantenportraits.de
Warum eine keltische Serie?
Inspiriert zu dieser Serie hat uns Wolf-Dieter Storl, Ethnobotaniker, Kulturanthropologe und Buchautor. Er lebt nach langen Jahren in den USA (u.A. Lehre bei indianischen Schamanen) heute im Allgäu, fast selbst ein Schamane, aber eben auch Wissenschaftler.
Sein Buch "Pflanzen der Kelten" beschreibt aus Legenden, Sagen, Relikten von Bräuchen und Tradierungen, und aus der ursprünglichen Botanik hergeleitet, die Bedeutung und Verwendung von Pflanzen in der keltischen Zeit (ca. 1000 v.Chr.) - also für viele von uns die Vorfahren.


Der Einklang des keltischen Lebens mit der Natur in ihrem Jahresrhythmus kann heute im modernen Leben schon manchmal richtig sehnsüchtig machen (Kehrseite: nur waren wir damals mit 35 schon halb im Grab ...).
Mit unserer keltischen Serie möchten wir etwas aus der ursprünglichen Natur mit ihren Jahreszeiten in den heutigen Alltag bringen. Unser Pflanzenreichtum - jenseits von Petersilie und Schnittlauch bzw. Basilikum und Rukola - soll nicht in Vergessenheit geraten.

Gerade Kräuter waren früher, und sind bis heute in anderen Kulturen, Lebens- und Heilmittel zugleich. Bei uns gibt es strikte Trennungen - dank Behördenwut und eifriger Lobbyarbeit.
Man kann diese Kräuter nur für den freien Zugang bewahren, indem man sie eifrig benutzt. So finden Sie in unserer Keltischen Serie auch viele seltenere Zutaten.
Die Illyrer waren Kelten

Aus Kroatien stammt ein großer Teil unserer Kräuterzutaten.
Der Ingenieur Roman Turk hat nach dem Krieg die alte Sammler-Tradition in Kroatien wieder belebt.
Sein Projekt Terra Magnifica hat auch eine wichtige soziale Funktion: Sammler und Sammlerinnen bis ins hohe Alter von 90 Jahren, Kleinbauern, darunter viele traumatisierte Kriegsveteranen, erwirtschaften einen Beitrag für ihren Lebensunterhalt. Diese Arbeit gibt benachteiligten Gruppen ihre Würde wieder.

Für das Sammeln von Kräutern gibt es in den Balkan-Ländern ein großes traditionelles Wissen. In Kroatien sammeln in verschiedenen Regionen vernetzte Gruppen mit Koordinatoren, alle biozertifiziert. Außerdem gibt es einige Kleinbauern, die Blüten und bestimmte Kräuter auf Kontrakt anbauen.
Die Firma Terra Magnifica von Roman Turk koordiniert Sorten und Mengen, die Nachbearbeitung der Ware, die gesamte Bürokratie, die Biozertifizierung und den Export. Ein großer Teil des Repertoires von über 200 Pflanzen, die die Sammler sicher identifizieren und sammeln können, kommt zu uns.
Wir lieben diese Vielfalt, und verwenden sie gerne in unseren Rezepturen. Wir liefern sie auch als Monoware weiter an Kräuterspezialisten, Kosmetik- und Naturheilmittel-Hersteller.
Keltische Kräuterküche

Liest man heute Literatur über die Kelten, fällt auf, wie harmonisch ihre Kultur in unsere Landschaft, Klima und Vegetation eingebettet war. Unsere Kräutermischung ‚Keltische Kräuterküche' aus damals typischen Wildpflanzen ist sozusagen ein Gruß an uns selbst aus ganz alter Zeit. Wir haben überlegt: wie hätte der keltische Eintopf geschmeckt - gewürzt mit dem, was um das Haus herum zu finden war.
Geschmack: aromatisch-würzig mit der genialen Note eines Bärlauch / Schabzigerklee - Mix.
Anwendung: für alle Gerichte vom deftigen Eintopf bis zu feinen Pasta, für Fleisch- und vegetarische Gerichte.
Zutaten: Gundelrebe, Brennnesselblatt, Bärlauch, Knoblauch, Schabzigerklee, Beifuss.
Keltische Würzsalz NEU
Es hatte uns schon länger gereizt, eine Würzmischung mit den vielen wertvollen und kraftvollen Wurzeln herzustellen, die heute im Alltag fast vergessen sind, oder bestenfalls nur noch im Schnaps vermutet werden.
Zusammen mit dem Original - Bergkernsalz aus dem Salzkammergut, worauf sich die Hallstatt-Kultur begründete (der Salzabbau dort war Grundlage eines gewissen Wohlstands der Kelten), ist ein - schon magisch - wohlschmeckendes, intensiv-würziges Salz entstanden.
Geschmack: intensiv-würzig. Auch das bräunliche Bergkernsalz selber hat durch seinen Mineraliengehalt (Eisen, Mangan) eine eigene Würze.
Anwendung: für alle Gerichte vom deftigen Eintopf bis zu feinen Pasta, für Fleisch- und vegetarische Gerichte. Lecker auf dem Frühstücksei oder einfach auf Brot und Butter.
Zutaten: Hallstatt (Bergkern-) Salz (ca. 75%) Bergbohnenkraut, Walnussblatt, Brennnesselwurzel, Petersilienwurzel,Pastinake, Lorbeer, Liebstöckelwurzel, Hirtentäschel, Beinwellblatt, Angelikawurzel, Enzianwurzel, Meisterwurz.
(25% Kräuteranteil)
Keltischer Haustee
Die Kelten haben sehr genau die Natur beobachtet und wussten, wann man am besten welche Kräuter verwandte. Sie haben intensiv mit den Jahreszeiten gelebt und viele Feste gefeiert, z.B. um den Frühling zu begrüßen oder den Sommer zu verabschieden.
Sie haben in der Natur Gottheiten gesehen, z.B. gab es die Blütengöttin, die für alle Pflanzen im Sommer zuständig war. Oder der dunkle und kalte Wintergott, der im Frühling dem nächsten Gott Platz machen musste.
Es wurden Geschichten über diese Götter erzählt, die in Wirklichkeit die Natur beschrieben, z.B. den Lauf der Jahreszeiten und das Keimen, Wachsen, Blühen und Verwelken der Pflanzen.
Unser Keltischer Haustee ist vielleicht ein Zauber- oder Schutztee für Harmonie und Kraft. Er enthält Kräuter und Blüten aus jeder Jahreszeit - wie ein Gezeitenrad -außerdem aus Märchen und Sagen bekannte magische Schutzpflanzen wie Haselnussblätter.
Geschmack: aromatisch, fein würzig, Honig passt gut dazu.
Zutaten: Brennnessel, Ehrenpreis, Feldkamille, Birkenblätter, Mädesüß, Gänseblümchen, Ringelblume, Eisenkraut, Königskerze, Beifuss, Haselnussblätter, Holunderblüten.
Keltischer Abendtee
Dieser Tee ist um den großen Gemeinschaftsbaum, der Linde, und dem magischen Schutzstrauch Weißdorn herumkomponiert. Es ist kein Schlaftee. Sein Thema: abends nach dem Tagwerk zu sich kommen, die eigene Ruhe finden. Ausspannen im Kreis der Lieben.
Geschmack: aromatisch, lieblich-duftig.
Zutaten: Lindenblüte, Weißdorn, Schachtelhalm, Holunderblüten, Holunderbeeren, Melisse, grüner Hafer, Schafgarbe, Mädesüß, Hagebuttenschale, Apfelstücke, Ehrenpreis, Schlüsselblume.
Keltischer Früchtetee
Ein milder Früchtetee mit wenig Säure - die starken Yin-Kräfte der Früchte (Weisheit aus einer anderen alten Kultur) werden ausgeglichen durch die Zutaten Haselnussblatt und Heidekraut.
Durch seine lichte, freundliche Ausstrahlung ist der keltische Früchtetee sehr angenehm zu trinken, auch während etwas trockenerer Alltagsarbeiten, Hausaufgaben oder Büroarbeit.
Geschmack: süßlich-mild-fruchtig, wenig Säure
Zutaten: Apfelstücke, Hagebuttenschale, Rote Bete, Schlehenfrüchte, Birnenstücke, Heidelbeeren, Haselnussblatt, Holunderbeeren, Brennnesselfrüchte, Heidekraut.
Buchempfehlung zum Weiterlesen:
Wolf-Dieter Storl: Pflanzen der Kelten - Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender. AT-Verlag
Heuschrecke-Tees und Gewürze erhalten Sie in Ihrem Naturkostfachgeschäft oder im Bio-Versandhandel.
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner
Bildbetrachtung, Bio
Impressionismus: Bio-Kamillefeld in Kroatien
10 Dinge, die man sieht, und die man nicht sieht.

1) Felder - 3 Farben, sanft wie Schleier: weiß, grün, rot.
Links ziehen sich Kamilleblüten in die Tiefe des Bildes (100m? 300m?). In der Mitte ein schmaler grüner Streifen Gras. Rechts leuchtend roter Mohn, soweit das Auge reicht.
2) Sieht man genau hin, ist auch das weiße Kamillefeld von roten Tupfern durchzogen: Klatschmohnblüten. Im grünen Streifen gibt es rote und weiße Flecken, und auch im roten Mohnfeld gibt es weiße Punkte.
3) Eigentlich ist das Ganze ein Kamillefeld. Der Bio-Bauer in Kroatien hat das Land erst recht spät von der Gemeinde gepachtet, gepflügt, und auf den letzten Drücker noch ausgesät, jedenfalls den linken Teil, der gut aufgegangen ist. Im mittleren Teil liegt eine Drainage zur Entwässerung, deshalb wenig Blüten und sattes Grün. Der rechte Streifen wurde zu spät mit Kamille eingesät, sodass der Mohn das Rennen gewonnen hat.
4) Jetzt ist das Feld abgeerntet. Die Blüten werden getrocknet, und der Mohn von Hand aussortiert - eine Arbeit, die wir uns in Deutschland nicht mehr vorstellen können - oder fast unbezahlbar wäre. Leider konnte in dieser Situation nicht mehr realisiert werden, auch Abnehmer für die getrockneten Mohnblüten zu finden. Mohnblüten sind auch bei uns Bestandteil von Kräuterteemischungen.
5) Ganz kurze Zeit später kam der Hagel und hat innerhalb von 10 Minuten die anderen Felder dieses auf Kamille spezialisierten Bio-Bauers verwüstet, die noch nicht abgeerntet waren. Im Wert macht das ca. 0,5 Mio. EUR aus. Die Häufung solch heftiger Wetterlagen ist Zeichen des Klimawandels (das hören wir auch von unseren anderen Bio-Bauern).
6) Hier die Fotos eines "voll erblühten" Kamillefeldes, aufgenommen ein paar Tage nach dam Hagel, verwüstet.

7) Das ist eine typische Gefahr für die Bio-Landwirtschaft. Bei extremen Wetterlagen verwenden konventionelle Bauern mehr Pestizide. Sie kommen einmal durch Abdrift, zum anderen gelangen kontaminiertes Wasser und Schlamm bei den Überflutungen in die Bio-Felder. Und übrigens auch ins Grundwasser und zunehmend in unsere Mineralwasserbrunnen, wie Ökotest in seiner Ausgabe 7/2011 warnt. Das zunehmende Problem durch die Agrochemie kann kein einzelner Bio-Bauer mehr lösen, sondern gehört auf die politische Ebene.
8) Wenn unser Bio-Bauer uns erzählt, seine Kamillefelder liegen nun weiter von konventionellen Tabakfeldern entfernt, ist das wieder weniger Risiko. Kamille ist ein Sammler - diese Pflanzen speichern mehr Pestizide als andere Pflanzen bei Belastung. Deswegen wird jede Charge analysiert.
9) Im Moment werden die Felder zu einem 2. Versuch vorbereitet. Es wird alles untergepflügt und als Zwischensaat Raps eingesät.
10) Im Spätsommer wird dann wieder Kamille eingesät. Wenn das Wetter mitspielt und mit etwas Glück gibt es noch mal eine Ernte.
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
Bärlauchernte (3) in Echtzeit: Im Wald!
Bio-zertifizierte Wildsammlung in Kroatien

- Bild-Impressionen von der Bärlauch-Ernte 2010 in Kroatien. Die Bio-Firma Terra Magnifica liefert uns seit 10 Jahren Bärlauch. Hier das Sammeln im Wald, jede Woche geht es auf eine höhere Höhenstufe. Für dieses Jahr ist die Ernte nun abgeschlossen. Nächstes Jahr wieder ... Die bisherigen Ernteberichte finden Sie hier: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/06/baerlauchernte-in-echtzeit.htm und www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/10/baerlauchernte-2-in-echtzeit.htm
Bärlauchernte (2) in Echtzeit
Mai ist Bärlauchzeit. Natur und Technik.

Roman Turk ist unser Lieferant aus Kroatien für Bio-Kräuter und -Gewürze. Nachdem er als Maschinenbau-Ingenieur gearbeitet hat, baute er nach dem Krieg ein Netzwerk von Kräutersammlern und -Sammlerinnen, sowie von Bio-Kräuterbauern über ganz Kroatien auf. Er organisiert die Biozertifizierung, Verarbeitung und Export der Ware. Seine Firma trägt den Namen Terra Magnifica. Mehr zu Terra Magnifica: www.heuschrecke.com/kroatien.htm. Das charmante Österreichisch / Deutsch von Roman wurde wegen des Verständnisses leicht geglättet, seine Wortschöpfungen eines Fremdsprachlers beibehalten.
Seit Anfang an gibt es bei Heuschrecke den Bärlauch von Terra Magnifica. Da wir auch als Drittlandimporteur für Kroatien die Importe für den frischen, bzw. tiefgefrorenen Bärlauch organisieren - z.B. für Naturkostmarkenhersteller, die wunderbares Bärlauchpesto und -nudeln machen, bekommen wir die intensive Ernteaktion hautnah mit.
Rückmeldung aus Kroatien:
Der Koordinator hat sich euere Webseite angeschaut und ist begeistert. Ist sofort einige Zentimeter höher geworden.
Fein, der LKW mit Bärlauch ist da.
Aber, es sind 22 Uhr und im schlimmsten Fall können auch 1 in der Nacht sein.
Denn die Sammelgebiete sind weit und es lohnt sich nicht, nur vormittags zu sammeln, das sind die Ganz-Tag-Ausflüge, die erst um ca. 17 Uhr mit dem Abwiegen und Verladen des LKWs enden. Und bis der LKW zum Betrieb fährt, vergehen auch einige Stunden.
Sollte der Bärlauch im ungekühlten LKW übernachten, so ist er in der Früh kaputt, also es kommen jede Nacht 2 Partisanen und tragen die Rohware in den Kühlcontainer rüber – Ergebnis sieht man am Photo 0.
Die Kühl-LKWs wären natürlich auch eine Lösung, wir hatten aber einige Male Probleme mit den schweren Wagen auf den nassen Forstwegen und haben mit dieser Variante aufgegeben.
Außerdem sehen die auf die Natur nicht gewöhnten Fahrer der professionellen Transportfirmen die zarten Markierungen im Wald (z.B. einen 1x1 Meter großen weißen Sack neben dem Weg) nicht, und dann kann man sie nur hellseherisch orten, denn meistens gibt es kein Signal am Handy in den Wäldern.
Und in der Früh gibt es dann Überraschung, wie z.B. die mit Hagel beschädigte (Photo 1) oder vegetativ zu spät gesammelte Ware, bereits in der Blüte (Photo 2).
Dann kommen unsere Damen auf die Szene und verlesen die Rohware vor der weiteren Behandlung (Photo 3). Studenten kommen für diese Arbeit nicht in Frage und meiste Männer sind auch nicht fähig, die Gesprächsthematik länger zu überstehen. Aber auch die Frauen hätten kein Interesse für Getriebe und Jagdgeschichten.
Bis vor kurzer Zeit herrschte in Kroatien ein Mangel an Gefrieranlagen und wir haben bei teueren und unflexiblen ehemaligen Staatsbetrieben, oft aber auch in gemieteten LKWs die Ware zwischenlagern müssen (Photo 4). Wegen Nachbarn musste so eine LKW-Kühlanlage in der Regel mittels Strom (anstatt dem lauten Dieselmotor) betrieben werden, der vorbeifahrende Zug hat in der Nacht die Überspannung ausgelöst und die ganze Ladung war zum Wegwerfen. Der Vermieter des LKWs fühlte sich dafür nicht verantwortlich, hat über Gericht das vereinbarte Geld bekommen und wir haben für nächste Saison eigenen Kühlcontainer gekauft.
Falls Ihr je eine unendliche Baustelle haben wollt, kann ich meinen befreundeten Elektriker empfehlen. Wir haben ihm den Spitznahmen „Kernchen“ zugeteilt, weil er diese einige Jahre lang versprach, aber nie realisiert hat. Die Kernchen sollten den Strom direkt am Kühlcontainer messen und einen high-tech-Alarm (bei etwaigem Stromausfall, nicht aber bei regelmäßigen ein- und ausschalten) auf meinem Handy auslösen.
So habe ich einige Bärlauchmonate im Häuschen neben der laufenden Kühlanlage geschlafen, in der Hoffnung, ich werde eine längere Ruhepause (also keine Wiederinbetriebnahme nach dem Erreichen der maximalen Temperatur im Container) im Schlaf erkennen. Das passierte nie, außer an einer Nacht, wo ich nach Österreich fahren musste und zwischen 22 und 03 niemand vor Ort war.
Außer meinen Hund, der damals neben Vorliebe für meine Socken (Photo 5) auch die Elektrokabel entdeckt- und überlebt hat.
Die Um-03-Uhr-Wächterin hat dann den Kernchen alarmiert und er hat diese (bereits tiefgekühlte Ware) gerettet, aber trotzdem die Kernchen nie gemacht.
Vor ca. 2 Jahren haben sich die Verarbeitungsabläufe modernisiert und standardisiert, und seit dieser Zeit gab es keine Schocktherapie für uns, im Gegensatz zum Bärlauch, der jetzt im Normalfall steif nach Deutschland wegfährt und auch ankommt (was auch 2 verschiedene Begriffe sein können).
Weiter darf ich nicht reden, um etwas nicht zu verzaubern.

Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und langjähriger Lieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen. Zertifizierte Wildsammlung ist Landschaftspflege und dient dem Umweltschutz.
Bärlauchernte in Echtzeit
Mai ist Bärlauchzeit. Biozertifizierte Wildsammlung - logistische Meisterleistung.

Roman Turk ist unser Lieferant aus Kroatien für Bio-Kräuter und -Gewürze. Nachdem er als Maschinenbau-Ingenieur gearbeitet hat, baute er nach dem Krieg ein Netzwerk von Kräutersammlern und -Sammlerinnen, sowie von Bio-Kräuterbauern über ganz Kroatien auf. Er organisiert die Biozertifizierung, Verarbeitung und Export der Ware. Seine Firma trägt den Namen Terra Magnifica. Mehr zu Terra Magnifica: www.heuschrecke.com/kroatien.htm. Das charmante Österreichisch / Deutsch von Roman wurde wegen des Verständnisses leicht geglättet, seine Wortschöpfungen eines Fremdsprachlers beibehalten.
Seit Anfang an gibt es bei Heuschrecke den Bärlauch von Terra Magnifica. Da wir auch als Drittlandimporteur für Kroatien die Importe für den frischen, bzw. tiefgefrorenen Bärlauch organisieren - z.B. für Naturkostmarkenhersteller, die wunderbares Bärlauchpesto und -nudeln machen, bekommen wir die intensive Ernteaktion hautnah mit.
Seit ca. 10 Jahren "machen wir" den Bärlauch.
Frisch, gefroren, lose Blätter oder gemaischt und blanchiert, auch trocken, ganze Blätter oder in verschiedenen Schnittgrößen.
Inzwischen steht Eines fest, den Frischen darf man im Auto nicht über Nacht stehen lassen, ansonsten muss das Auto auf eine Aromatherapie nachher.
Das Machen von Bärlauch ist ein ziemlich kompliziertes System, welches maximal 2 Monate pro Jahr einwandfrei funktionieren muss und darnach bis zur nächsten Saison stillgelegt wird.
Dies weil der Bärlauch oberirdisch nur ab Anfang März bis Ende Mai (auf höchsten Lagen) zu sehen ist und nur in ca. Hälfte dieser Zeit für das Sammeln geeignet ist.
Wenn man die marktbedingten Schwankungen im Absatz dazu nimmt (wir hatten inzwischen eine 2jährige Pause mit Menge Null), ist es klar, dass man fast jedes Jahr das System sorgfältig einspielen-, wenn auch nicht sogar vom Neu anfangen muss.
Ein System für Bärlauch - Sammeln klingt wahrscheinlich etwas hochgetrieben, ich kann Euch aber zusichern, dass die QS (Qualitätssicherungs) - Leute daraus zumindest 200 Seiten machen würden.
Mein ehemaliger Chef im Planungsbüro hat oft wiederholt, dass Präsident Kennedy die Entscheidung über das Vietnam-Krieg auf eine Seite DIN A4 untergebracht hat (DIN hat sich offensichtlich stark in der Welt verbreitet) und in diesem Sinne werde ich also die Kennwörter anführen:
- Sammelgebiet - üblicherweise kein Problem, wenn es denn Bärlauch gibt, dann sind das wie gesäte Felder im Wald zwischen den Bäumen. Man muss sie nur finden.
- Lage des Gebiets - kaum in der Nähe der Leute, wahrscheinlich dort ausgerottet wegen dem Gestank in der Zerfallsphase.
- Zugänglichkeit - üblicherweise schlecht für die LKWs (die bei einer koordinierten und gezielten Sammlung der frischen Kräuter für deren Transport nötig sind)
- Walddichte - wenn Wald zu dünn ist, dann zerfällt der Bärlauch sehr schnell
- Waldschaden - nach dem nassen Schnee und anschließenden sehr tiefen Temperaturen im letztem Winter liegen heuer am Boden unzählige gebrochene Bäume und Äste.
Wetter - Schnee muss abtauen, nach dem Regen verkleben die Teile anderer Pflanzen am Bärlauch gerne, also Trockenperiode ist ideal- Hagel - in April oft vorkommend, macht die Blätter kaputt
- Transport der Sammler - heuer haben wir einen extra LKW für die Sammler, die so ihre Autos am Asphalt stehen lassen können. LKW dient auch als Obdach beim etwaigem Gewitter.
- Transport der gesammelten Blätter zum LKW - Gott erschuf die Gravitation und es wird nur oberhalb der Waldstraße gesammelt.
- Transport an Forstwegen - ein Traktor bringt die Sammler und das Sammelgut zum LKW, dort wo es keine Waldstraße gibt.
- Edukation der Sammler - am besten durch die zeitversetzte Bezahlung, nach der Freigabe des Leiters der Verarbeitung. Deshalb werden die Säcke mit der Rohware mit Namen des Sammlers beschriftet. Und bei der wiederholten Nutzung des Sackes muss der Name des früheren Sammlers gestrichen werden.
- Feiertage - sind nicht umzugehen, man hat aber die Sammler verschiedener Konfessionen und es bleiben immer welche arbeitsfähig, auch am 1.Mai. Wirtschaftskrise hat das potentiell gefährliche Zusammenfahren abgeschafft, es sind immer noch kleine Streiche, wie das Übertrampeln gegnerischer Sammelspur, möglich.
- Aufsicht vor Ort - empfiehlt sich, am besten durch ein(e) der Sammler. Kann auch der Fahrer des LKWs sein, aber meistens sitzen diese lieber in Kabine den ganzen Tag.
Lokaler Koordinator - muss alle Gebiete bereisen und u.a. die zur Verfügung stehende Mengen und die übriggebliebene Zeiträume für die Sammlung erfassen. Muss große Autorität gegenüber den Sammlern haben. Darf nicht am Ende der Saison mit dem für die Sammler bestimmten Geld verschwinden.
Bin schon über A4 und habe mich von der Sammelstelle noch nicht entfernt.
Nicht für USA Präsidenten tauglich.
Kann außerdem nicht hypnotisieren (in den USA gibt es eine "Verschwörungstheorie", die Obama auf Schritt und Tritt analysiert und ihm Hypnosetechniken zuschreibt - ).
Grüsse
Roman

Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und langjähriger Lieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen. Zertifizierte Wildsammlung ist Landschaftspflege und dient dem Umweltschutz.






































