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Gastbeitrag
13.09.2011
18:48

Mikrokosmos: Pluteus

Gestatten: Schwarzschneidiger Dachpilz

 

Kunst? Oder essen?



Unser Schwarzschneidiger Dachpilz (Pluteus atromarginatus) ist leicht erkenntlich an seinen schwarzen (sic) Lamellenschneiden, wenn man gleichzeitig sein bräunlichrosa Sporenpulver und seinen typischen Sitzplatz auf einem morschen Nadelholzstrunk bedenkt, den er mit seinem 4-8 cm flach ausgebreiteten, graubraunen Hut teilweise "bedacht".

Auch mikroskopisch lässt sich die Gattung Pluteus schnell weiter eingrenzen: viele Dachpilz-Arten besitzen an ihren Lamellenschneiden keulige, sterile Sonderzellen (Cheilozystiden, Bild 1), nur wenige aber bilden die eigenartigen dickwandigen Hakenzellen (Pleurozystiden, Bild 2) an den Lamellenflanken aus, und unser Schwarzschneidiger Dachpilz gehört dazu.

Nicht alle Pleurozystiden haben Haken, viele sind einfach nur relativ dickwandig und spitz, wie das Übersichtsbild 3 zeigt. Unser Schwarzschneidiger Dachpilz ist, wie der häufigste Rehbraune Dachpilz auch, zwar essbar, aber nicht schmackhaft, wir haben ihn nur wegen der Aussichten auf den Augenschmaus der wunderbaren Hakenzystiden mitgenommen.




Mikrokosmos: Pluteus atromarginatus, Mikroskopbild



Mikrokosmos: Pluteus atromarginatus, Mikroskopbild



Mikrokosmos: Pluteus atromarginatus, Mikroskopbild







Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung




 



Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: pluteus atromarginatus, schwarzschneidiger dachpilz, pilze, sporen, lamellen, zellen
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Gastbeitrag
24.11.2010
10:20

Mikrokosmos: Kreuzsporiges im Friedhofsmonat November

Kreuzsporiger Filz-Rötling

 

Entoloma conferendum, deutsch: der Kreuzsporige Filz-Rötling
Schon lange haben wir keine Pilzsporen mehr fotografiert, obwohl manche Pilzgattungen gerade an den Sporenformen, die ihre Arten ausbilden, besonders leicht zu erkennen sind, während sie makroskopisch auch dem Pilzkundler oft Rätsel mit sieben Siegeln bleiben.

 

Dazu gehört die in Deutschland ca.275 Arten umfassende Gattung der Rötlinge (Entoloma). Sie heißen nicht deshalb so, weil sie vielleicht besonders rötliche Fruchtkörper hätten, sondern weil alle Arten der Gattung Rosasporer sind. 






 

 

 

Entoloma conferendum, deutsch: der Kreuzsporige Filz-Rötling
Und die rosa Sporen sind alle außerdem - man staune - irgendwie eckig. Bis auf die Artebene dringt man aber leider nicht unbedingt vor, auch wenn man diese beiden Eigenschaften kennt: zu viele Rötlingsarten sind sich da einfach zu ähnlich, um sie voneinander unterscheiden zu können, es sei denn, die Sporen sind "kreuzförmig", wie auf unseren Mikrofotos.

 

 

Dann wissen wir: aha, ein Kreuzsporer! Wenn dann noch Sporengrößen und makroskopische Eigenschaften stimmen, haben wir ihn, bzw. sie: die Entoloma conferendum, deutsch: der Kreuzsporige Filz-Rötling.



 

 


Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung





Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer

 



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: pilzsporen, rötlinge, rosasporer, entoloma conferendum, kreuzsporige filz-rötling
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