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Schamanisches Märchen: Erdbeer

Mit einem Kuss des Himmels auf die Erde gepflanzt

 

Wir schreiben das Jahr 2016. Seit kurzem gab es in der All-Schule für die 5. Klasse das Alten-Praktikum. Es war sehr schnell beliebt, weil es in der Frühsommerzeit stattfand, und fast wie ein Erlebnisurlaub war.

Zwei Wochen hospitierten die Schüler in einer Alteneinrichtung, meistens ein Hof mit etwas Landwirtschaft und Tierhaltung, sowie Handwerkstätten.
Vormittags halfen sie draußen und drinnen mit, der Nachmittag war reserviert für das Zusammensitzen mit den Alten, bei Tee, Kaffee und Kuchen. Hier durften die Jugendlichen alles fragen, was ihnen am Herzen lag, oder die Alten überlegten sich etwas, was sie gerne den Jungen erzählen wollten.

Ida und ihre Freunde saßen gemeinsam mit einigen älteren Männern und Frauen um den Tisch herum. Es war Erdbeerzeit und dementsprechend gab es Erdbeerkuchen.
"Ich würde wirklich gerne wissen, wie ich bin und was ich kann", sagte sie. "Die Welt kann einen ganz verrückt machen, mit dem, was man alles tun soll, und alles haben muss. Das klappt bei mir ja sowieso nicht, und das macht mich traurig."
Einer der Männer, strahlend blaue Augen in runzligem Gesicht, antwortete für die Gruppe: "Das werden wir meditativ beantworten, morgen."

Am nächsten Morgen wurden die Mädchen und Jungen in die Erdbeerfelder geschickt. Nach dem Jäten sollten sie sich mittenrein setzen, und - wie sie es schon kannten - zur Ruhe kommen und sich auf die innere Welt der Pflanze einlassen.
Der Duft der an kostbare Rubine erinnernden Früchte wirkte betörend, und bald waren die Kinder wie im Traum:


"Schau zuerst, wohin Du geboren bist, mit einem Kuss des Himmels auf die Erde gepflanzt. Der Ort ist magisch für Dich, da dort Deine Wünsche erfüllt werden können. Selbst wenn Du später den Kontakt zu Deinen inneren Schätzen verlierst, ist es möglich, am Punkt Deiner Geburt anzuknüpfen.
Sei Dir klar, dass Wünsche nicht von außen, sondern im Inneren erfüllt werden, aus den Schätzen, die der Himmel eingepflanzt hat, die wachsen, das Leben befruchten und nach außen gegeben, den Mitmenschen Freude machen."



Am Nachmittag berichteten sie von dem schönen Gefühl, ganz geborgen an ihrem Platz auf der Erde gesessen zu haben. Der Bauch wurde ihnen warm, und es fühlte sich reich an, als ob darin ihre persönlichen Schätze darauf warteten, sich zu entwickeln und zu zeigen. Ida war glücklich, und freute sich wieder auf die Schule und ihre Lieblingsfächer. Sie wusste nun, dass sie alles entdecken konnte, was sie wollte.






Überlieferung aufgezeichnet von Ursula Stübner






In etlichen unserer Tees finden Sie Erdbeerblätter. Besonders gerne verwenden wir ihn wegen obiger Botschaft in unseren Kinder- und Jugendtees.


  • Guten Morgen Tee. Zutaten: Lindenblüte, Melisse, Majoran, Thymian, Fenchellaub, Korianderfrucht, Oregano, Kamille, Erdbeerblätter,Salbei, Johanniskraut, Rosen, Beifuß, Queckenwurzel, Eibischblüten, Malve
  • Sommer Tee.  Zutaten: Johannisbeerblätter, Lindenblüten, Erdbeerblätter, Rosmarin, Holunderblüten, Schafgarbe, Himbeerblätter, Beifuß, Queckenwurzel
  • Krawallbrause, Kinder-Kräuterfrüchtetee.  Zutaten: Hibiscus, Drachenkopf, Süßholz, Honeybusch, Sanddorn Trester, Zitronenmyrte, Erdbeerblätter, Sanddorn Beeren, Gänseblümchen, Nelke
  • Professor Schlau, Kindertee. Zutaten: Basilikum, Pfefferminze, Zitronengras, Grüner Hafer, Zitronenschale, Haselnussblatt, Augentrost, Nelke, Frauenmantel, Spitzwegerich, Erdbeerblatt, Maisbart
  • Zornige Mädchen, Kindertee. Zutaten: Melisse, Frauenmantel, Erdbeerblätter, Heidekraut, Sonnenblumenblüten, Zimt 'Ceylon' Stückchen, Vanillestückchen, Schlehenfrüchte, Galgant, Klatschmohn, Stiefmütterchenblüten





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Buchbesprechung "Limit"

Über Limit

Buchcover So, jetzt hab ich ihn endlich durchgelesen: den neuen "Schätzing", das Buch "Limit" des Kölner Autors Frank Schätzing.
Auf die 1300 Seiten hatte ich mich schon  gefreut, weil sein letztes Buch "Der Schwarm"  leicht lesbare Unterhaltung mit Öko-Touch bot. Interessant recherchierte Infos zu Ölbohrungen und Wal-Tourismus.

Und weil "Limit" ein Science-Fiction Roman ist. Mit einer Reise zum Mond, wo im Jahr 2025 das wertvolle Helium-3 abgebaut wird, welches alle Energie-Probleme der alten Erde lösen kann.

Aber der Autor hat's in meinen Augen leider vergeigt.
Er hat nach den Sternen gegriffen und ist auf der Nase gelandet:
1300 Seiten für eine Story, für die 400 Seiten völlig ausgereicht hätten.
Schätzing hat emsig Wissen gesammelt - und doziert seitenlang über afrikanische Kolonialgeschichte und prahlt mit seinen wissenschaftlichen Kontakten.
Da wird einem dann zwischendurch die Zeit lang und man ist versucht, viele Seiten "zu überfliegen". Im Buch kommen 72 Protagonisten vor, deren Zeichnung man sich nicht merken kann und mit denen man sich dadurch auch nicht verbunden fühlt. Schätzing gab mir das Gefühl, so zu schreiben, dass der Stoff leicht verfilmt werden kann. Alles wirkt zu filmisch und konstruiert, ich hatte das Gefühl, einige Ansichten schon in anderen SF-Filmen gesehen zu haben. Warum dann das Buch lesen?

Schätzing hat selbst mal zum "Schwarm" gesagt, er schreibe Bücher, weil er keine Filme drehen kann, und wurde der "Roland Emmerich der deutschen Literatur" genannt.
Das passt um so besser, da Roland Emmerich auch mit seinem aktuellen Film "2012" wieder eine weitere Fassung der immer gleichen Geschichte ablieferte: ich kann diese Szenen von riesigen Wellen, die nach New York herein fluten und einstürzenden Hochhäusern nicht mehr sehen.
Emmerich kommt mir ideenlos vor, da er auf der sicheren Seite des einmal erreichten Erfolges bleibt und nicht mutig Neues entwickelt, wie zum Beispiel James Cameron, der mit seinem epochalen "Avatar" gerade das Kino auf ein neues Level hebt. Roland Emmerich hat seinen schöpferische Zenit überschritten.

Auch Schätzing bleibt beim einmal erfolgreichen Konzept, erweitert nur den Umfang an Seiten, die Menge der Darsteller und die zurückgelegten Entfernungen, und kommt dabei an sein persönliches "Limit".
Sicher, er hat eine Menge Spass dabei, seine Liebe zur Science Fiction durch Benennung von Raumschiffen mit SF-Autoren-Namen zu zeigen. Oder einen Hauptakteur als Star in einem "Perry-Rhodan"-Kinofilm zu beschreiben (und damit zuzugeben, dass auch er, gleichaltrig mit mir, diese Groschenheft-SF als Jugendlicher verschlungen hat). Witzig fand ich auch, dass David Bowie als Rock-Greis im Roman auftritt und die Teenie-Band "Tokio Hotel" als gereifter Teil einer möglichen (brrr...) Zukunft beschrieben wird.
Gute Beschreibungen wie etwa der Aufzug zur Raumstation oder der Helium-3-Abbau auf dem Mond werden dozierend und lehrerhaft vorgetragen. Da hat jemand 2 Jahre lang allzu fleissig Informationen gesammelt und muss mir diesen Wust 1300 Seiten lang vortragen. Richtig ärgerlich bei all dem Dozententum sind dann sprachliche Mängel (wenn etwa der Bezug in einem Relativ-Satz nicht stimmt) oder flache Formulierungen, sprachliche Tiefflüge in den Dialogen.

Ich war froh, als ich durch war und bin jetzt wieder frei für wirklich gute Bücher.
Schätzing hat diesmal den Bogen überspannt. Und mich als geneigten Leser verloren.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem Fensterkpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein. 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: limit, schätzing, buchbesprechung, rezension, science fiction
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die ebooks kommen

Schönes neues Lesen

Als 14-jähriger las ich viel Science-Fiction und war überzeugt, dass die Zukunft grandiose technische Wunder für die Menschheit bereithielt.

Viele Jahre später habe ich eingesehen, dass Atomkraft nicht nur Energieprobleme lösen kann sondern auch einen ganzen Sack neuer Probleme schafft.
Fliegende Autos, Kunstdünger oder Turbo-Gemüse halte ich nun nicht mehr für wünschenswert.

Aber einige meiner Science-Fiction-Träume sind Wirklichkeit geworden und haben unsere Welt grundlegend verändert:
Aus Mister Spocks "Kommunikator" wurde das Klapp-Handy. Endlich sind alle Menschen ständig miteinander verbunden, sogar unterwegs summt es bedeutungsvoll "bin grad in der Bahn..." und Beziehungsklärungen müssen nicht warten bis man sich sieht.
Eine andere Zukunftsidee war ein weltweites Netzwerk von Bildschirmen, über die man Angebot und Nachfrage optimal verteilen kann. Zuviele Äpfel im Garten? Kurze Nachricht und schon tauscht man die Äpfel gegen Birnen oder Ähnliches. Irgend etwas fehlt Dir? Tippe es ein und suche weltweit nach dem Anbieter.
Die rasante Entwicklung der Computertechnik und des Internet verwirklichte diese Utopie: bei ebay habe ich in den letzten Jahren ersteigert, was mir meine Eltern nie kauften und besitze jetzt eine ansehnliche Sammlung von "View Master"-3D-Scheiben oder die Carrera-Bahn, die ich nie bekam weil wir Kinder ja schon eine Märklin-Eisenbahn hatten. Das Internet als Tauschbörse funktioniert wunderbar - für die Musikindustrie sogar zu gut.
Durch intensiver tauschen von MP3-Dateien wurden die Musikkonzerne zum umdenken gezwungen - die alten Geschäftsmodelle funktionierten durch Peer2Peer-Netzwerke und iPods nicht mehr.

verschiedene eBook ReaderÄhnliches steht jetzt auch der Buchbranche bevor und damit sind wir bei einer weiteren Science-Fiction Erfindung:
So wie Captain Kirk in den "Star Trek" Fernseh-Folgen mit einem flachen Gerät in der Hand Baupläne der Enterprise oder Berichte des Schiffsarztes lesen konnte, so können wir Bücher digital lesen, als sogenannte eBooks. Die Entwicklung geht jetzt schon einige Jahre, vor allem auf den mobilen Computern beginnend mit dem Apple Newton über den Palm bis zum heutigen iPhone und auch auf größeren sehr flachen und leichten Lesegeräten, den eBook-Readern. Damit lassen sich digitalisierte Bücher mehr oder weniger komfortabel lesen - ein Vorteil ist, dass man hunderte von Büchern jederzeit bei sich hat und zum Beispiel beim Warten in der Schlange vor dem Postschalter lesen kann. In der Bahn und im Urlaub sowieso. Und im Bett mit dezenter Hintergrundbeleuchtung. Lesen! Überall! Sogar in verschiedenen Schriftgrößen, wenn das Auge nachläßt. Schöne neue Technik-Welt.
 
Auf der letzten Buchmesse wurden in Frankfurt wieder neue Reader vorgestellt, der Online-Händler Amazon hat den "Kindle" im Angebot, Thalia vermarktet den "Sony Reader" und die amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble plant ein eigenes Gerät.
Interessant ist eine bei Philips in Holland entwickelte Technik, mit der winzig klein schwarz-weisse Kügelchen in einer Bildschirm-Schicht durch elektrische Impulse ausgerichtet werden: dreht man die schwarze Hälfte nach oben, kann man aus vielen Kügelchen Buchstaben zusammensetzen, die sich gut von der weissen Umgebung abheben. Ein Leseerlebnis, dass ähnlich dem gedruckten Buch ist und nicht flimmert wie ein Bildschirm.
Ausserdem erfordert dieses Verfahren der "Elektrophorese" sehr wenig Strom, so dass man über 6000 Seiten lesen kann ohne den Akku des Gerätes laden zu müssen.

Alle großen Buchverlage haben mittlerweile digitales Lesefutter im Programm und haben auf der Buchmesse 2009 stolz von den geplanten Entwicklungen erzählt.
Allerdings werde ich den Eindruck nicht los, dass hier Bekenntnisse von Lippen kommen, die nicht gerne in den digitalen Apfel beissen. Haben die Verlagsmanager Sorge, dass es den Buchverlagen ähnlich gehen könnte wie den Musiklabels? Computer sind nichts anderes als Kopiermaschinen. Und so wie mit der Digitalisierung von Musik in MP3-Dateien auch der illegale Tausch und das kopieren der Daten möglich wurde, so könnte es auch den digitalen Büchern ergehen. Sammlungen von tausenden eingescannter Bücher könnten problemlos und rasend schnell als PDF oder im ePub-Format übers Netz verteilt werden ohne dass Verlage und Urheber daran verdienen.
Die Musiklabels haben diese Entwicklung schon hinter sich und darauf reagiert, indem die Produkte besser ausgestattet werden, Zusatznutzen enthalten und online günstiger erhältlich geworden sind.
Apple macht Millionen mit dem iTunes-Store, wo jeder Song im MP3-Format um 1 Euro kostet, ein Album meist 9,99 Euro.

Da ist der deutsche Buchhandel weit von entfernt:
das Angebot der eBooks, die man kaufen und herunterladen kann ist noch sehr begrenzt.
Keine aktuellen Verkaufshits wie der neue Schätzing oder Dan Brown. Keine Bestseller aus der Spiegel-Liste. Eher angestaubte Ware in einem schnell überschaubaren Sortiment.
Und: obwohl Druckkosten, Papierkosten und Lagerung bei den eBooks entfallen ist der Preis kaum günstiger. "Preisbindung" sagen einige deutsche Verleger und verstecken sich vor attraktiven Angeboten.
Schaut man sich das Sortiment der Online-Shops für deutschsprachige eBooks an, findet man zum Beispiel in meiner geliebten Kategorie "Science Fiction" wenig bekannte Namen und ab Seite 5 im Angebot fehlen dann die Cover-Bilder oder der Vorschautext. Es entsteht der Eindruck der schlechten Sortiments-Pflege, des Feigenblatt-Angebotes.

So verkauft man keine Bücher. Leser sind Augenmenschen und wollen das Cover des Buches sehen und Leseproben testen können, bevor sie kaufen. Und ein eBook darf auch nicht 20 Euro kosten sondern sollte deutlich unter dem Preis eines Taschenbuches liegen.

Ein engagiertes Einsetzen fürs eBook wäre auch den Schulbuchverlagen ans Herz zu legen. Mit digitalisierten Schulbüchern auf einem robusten Lesegerät würden die Schulranzen unserer Kinder ihr Rücken gefährdendes Gewicht verlieren.
Auch Jura- und BWL-Studenten die in meiner Studienzeit immer die Buch-Beladensten waren, könnten um viele Kilos erleichtert durchs Studium schlittern.
Und viele Wälder, die wegen Massen-Produkten wie japanischen Manga-Comics oder deutschen Herz-Schmerz-Romanen abgeholzt werden, könnten geschont werden.  
Dann wird ein weiterer Zukunftstraum erfüllt und wir lesen bis unser Akku leer ist.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem Fensterkpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.

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Tags: ebook, technik, elektrophorese, sony, reader, zukunftsträume, science fiction
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