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Ohrenkuss: Weltraumforschungstag
Keine Mondexpedition ohne Rutschsocken
Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen. Heute:
Das Ohrenkuss-Team zum Weltraumforschungstag
Am 20. Juli ist der Weltraumforschungstag. Es ist ein Gedenktag anlässlich der ersten bemannten Landung auf dem Mond 1969.
Expeditionen in den Weltraum beschäftigen auch die Ohrenkuss-Redakteure seit geraumer Zeit. Sie planen eine Mars-Expedition und wissen genau, worauf es so ankommt im Weltraum.

Nachwuchs-Autorin Johanna von Schönfeld nimmt vor allem Kräfte mit. Sie diktiert: "Kräfte braucht man zum Bauen und zu überleben zu können."
Weil sie nicht weiß, was sie erwarten wird in den unendlichen Weiten des Weltraums, nimmt sie sich einen Schutzengel als Begleitung mit.
"Ich weiß nicht, wie es wird, weil ich nicht weiß, aber auf die große Entdeckungsreise muss auf jeden Fall der Schutzengel mitkommen, und ich brauche Kräfte für die Entdeckungsreise. Und wenn es dunkel wird, brauche ich sehr viel Licht und Wasser, damit ich leben kann. Ich brauche Steine und Sicherheit, dass wir oder ich bauen können den Grundstück. Wasser und Brot ist beim Bauen auch sehr wichtig. Und bei diesem Gebiet sollte der Schutzengel auf jede Positionen mitkommen und mir oder uns zu beschützen, wenn ich oder wenn wir bauen und das Ganze einrichten sollten. Telefon und Funkgeräten sollten wir zumindest haben, um dann kontaktfähig zu behalten. Ferngläser sollte man mitnehmen, weil dann können wir oder kann ich natürlich in der Ferne sehen und zu beobachten, damit wir oder ich überleben können."
Auch Karoline Spielberg ist auf alle Eventualitäten vorbereitet, die im Weltraum auftreten könnten. Sie packt in ihren Koffer alles, was nützlich sein könnte auf Mond oder Mars. Sie diktiert ihre Packliste:
"* Schlafanzug
* Handschuhe
* 3 Getränke
* Schlafsack
* Lange Haushose
* Bettzeug
* Schlagzeug / Trommeln
* Radio
* Strumpfhose
* Wurst
* Margarine
* T-Shirt
* Käse
* Schokolade
* Rutschsocken
* Hausschuhe"
Und natürlich will sie nicht alleine in den Weltraum. Kollege Horst Kolbitz soll sie begleiten:
"Ich will Horst einladen mitkommt. Da im Hotel helft uns. Koffer tragen. Hotel alleine schaff ich nicht mehr. Hole Bett - zusammen schlafen. Mit Horst zusammen leben, zusammen leben, gut und glücklich und verlobt. "
Horst kann die Expeditions-Koffer tragen, aber besser nicht das Ohrenkuss-Raumschiff fliegen.
Wie das Raumschiff aussieht und sich fortbewegt, davon haben Johanna von Schönfeld und Caroline Spielberg eine ziemlich genaue Vorstellung. Johanna von Schönfeld diktiert, wie das Schiff heißen soll:
"Der Name vom Schiff kann ja ‚Grüß Gott' drauf kommen."
Dann wissen auch alle außerirdischen Lebensformen, dass man im Ohrenkuss-Team was von guten Manieren und Höflichkeit versteht! 
Karoline Spielberg diktiert: " Das (Raumschiff) ist weiß und rot."
Johanna ergänzt: "Sieht zumindest groß aus. Es soll eckig aussehen. Wenn das schön eckig von innen aussieht, soll dann schneller fliegbar sein."
Aber wer fliegt? Caroline Spielberg ist sich sicher - es ist ein Mann! "Der Pilot ist ein Mann (nicht Horst)."
Auch für Johanna erfüllt Horst nicht die entscheidenden Kriterien: "Ein unsichtbarer Mensch soll das Ganze fliegen."
Ob unsichtbar oder nicht - Daniel Rauers hat sich Gedanken um die erforderliche Ausstattung eines Astronauten gemacht. Er diktiert:
"Ein Raumanzug. Der brauch einen Weltraumhelm. Der braucht ein Ufo, um zum Mond hinzukommen. Und der braucht ein Fahrzeug. Das ist Steine von dem Mond aufheben. Dann habe ich noch eine Fahne."
Eine Fahne findet auch Julian Göpel wichtig. Er diktiert:
" Atomkraft
Ich fliege mit der Rakete auf den Mond und ich erforsche die Nicht-Welt: vom Mond bis auf die Erde. Meine Fahne ist eine kanadische Fahne, und die heißt "Ohrenkuss". Wenn ich angekommen bin, habe ich den Raumanzug an und ich fliege raus."
Autor Martin Weser hat seinen Kollegen viel voraus - er war schon mal im Weltraum. Er diktiert: " Ich bin schon mal auf die Weltraum geflogen mit dem Flugzeug. Das war cool und zauberhaft - von oben nach unten zu sehen, wie die Welt so groß ist. Und wahrhaftig. Alles aus dem Flugzeug nach unten auf die Erde zu gucken. Das fand ich zauberhaft cool! Und dann sieht man das aus dem Flugzeug, wie die Welt so ist. Man kann alles aus dem Flugzeug sehen. Beispiel: das Mittelmeer, große Berge, Vulkan und ganz viele Tiere zu sehen."
Auch Daniel Rauers freut sich vor allem auf die tolle Aussicht. Er diktiert: " Wenn ich gelandet bin, dann gucke ich noch. Siehst die Erde."
Und weil man die schönsten Dinge im Leben gerne teilen will, will auch Romy Reißenweber nicht alleine auf den Mond fliegen. Sie nimmt alle Ohrenkuss-Kollegen mit und schreibt: " Wenn wir uns oben Treffen ganz eng umschlingen und zusammen halten." ?
Während also die Supermächte aus Kostengründen ihre Weltraumforschungsprogramme zusammenstreichen, bleiben bei der Bonner Redaktion des Ohrenkuss keine Fragen mehr offen am Weltraumforschungstag. Wir verabschieden uns, oder wie Johanna von Schönfeld diktiert: " Und dies ist meine Texterzählung zu Ende."
Die Illustrationen sind Überarbeitungen der Ohrenkuss-Redaktion aus dem Band "Sinai Hotels" von Haubitz und Zoche, erschienen in der Fotohof edition.
Textredaktion: Anne Leichtfuß

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos.
www.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter: Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren:
www.ohrenkuss-ipeschl.de.
Ohrenkuss: Frischer Wind
Mitschiffs, Backbord 5 Maschine. Langsam voraus
Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns. Heute: Auf hoher See mit der Roald Amundsen (aus Ohrenkuss No 21 / Oktober 2008).
Logbuch Roald Amundsen
Abenteuerliche Stunden in der Kieler Bucht auf der Brigg Roald Amundsen: Vorfreude und eine Busfahrt mit Unwetter, gemeinsames Segelsetzen und duftende Brötchen in den Morgenstunden, Sonne und Schwimmweste, Steuermann und dröhnender Maschinenraum, tonnenweise Kartoffeln schälen und ein seltsames Klo (nachts), Regen und Kompass, eine coole, aufmerksame Crew und Wolken am Himmel, gemütliche Kojen und steile Treppen, Kapitän Hugo und lautlose U-Boote, Sauerkraut und Piratenflagge, 21 Redaktionsmitglieder (auch der Nachwuchs) mit 47 Chromosomen. Kieler Woche 2008 - Feierabend wurde erst gemacht, als das von der Redaktion spendierte Fassbier leer war, es wurden 83 Seiten Logbuch geschrieben, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ohrenkuss dankt für das Abenteuer.
Website der Roald Amundsen
www.sailtraining.de
Und schaut mal hier:
Traumpostkarten können bestellt werden:
http://www.ohrenkuss.de/bestellung/einzelheft/#heft_pk
23.6.2008 // 7:25H
Andrea Wicke, diktiert
Leben kommt an Bord - endlich sind wir aufgestanden. Ein Erlebnisreichertag beginnt auf hoher See.
Marcus Langens, diktiert
Das Wetter ist wechselhaft. Die Seeluft kommt. Die Sonne scheint und die Wolken und dunkel. Irgendwann kommt auch mal der Regen.
Andrea Wicke, diktiert
Sonne und Regen spielen miteinander. Dadurch entsteht ein Regenbogen. Wir werden heute richtig segeln und es wird sogar das Großsegel aufgezogen und die Fock. Wir werden richtig mit einbezogen, wir dürfen all mal ans Steuer.
Michael Häger, diktiert
Unheimlich. Der guckt was nach. Himmel schwarz ist, ist grau. Der
lenkt und gucken bei finster. Kommt Regen runter, wird ganz nass.
Der denkt die Sterne nach. Da oben ist hell, Schiff ist schwarz. Der
Mann geht sehr gut, ist sehr glücklich, das heißt lieb. Der Schiff fährt wohin?
22.6.2006 // 14:47 Uhr
Christiane Grieb, diktiert
Auf hoher See im Schiff.
Ein schönes Gefühl, selber Entdecker zu sein.
Meine Insel heißt Indonesien. Grün.
Es gibt indische Gewürze. Thymian, Melisse und Koriander.
Alles ist grün, es ist angenehm.
Das Wetter bleibt warm. Und einmal regnet es. Dann ist es grau.
Die Gerüche verteilen sich in die blinde Welt.
Sicco Bremer, diktiert
Ich würde mit dem Schiff die ganze Welt umsegeln. Erstens dass es Spaß macht mal was anderes zu sehen und viele schöne Häfen zu sehen und das jedes Land mit dem Boot erreichbar ist. Und das jedes Land seine Spezialitäten hat. Das inspiriert mich, wie die Länder so aussehen. Zum Beispiel das Land von Christopher Kolumbus und es ist schön zu wissen wie Kolumbus es geschafft hat, die Welt zu entdecken. Aber Kolumbus ist nicht der erste, der die Welt erobert hat. Es gab noch einen davor, der wirklich das Land erobert hat. Ich weiß das Kolumbus aus Italien kam und da auch geboren ist.
22.6.2008 // 22:00 Uhr
Veronika Hammel, diktiert
Wir legen an.
Auf den Häusern ist eine schöne rote Farbe und das nennt man Abendrot. Auf den Schiffen, da gehen die Lichter an, da gibt es auch Piratenschiffe. Eine Möwe ist gerade vorbei geflogen. Ich bin schon viel auf Schiffen gefahren. Viele große Häuser auf dem Hafen. Wir legen gerade an und es fährt noch ein kleines Boot auf den See, gucken, ob alles in Ordnung ist. Auf dem Hafen sind die Häuser beleuchtet. Dann gibt es noch rote Fahnen und hier gehen die Lichter an.
23.6.2008 11:43h
Sicco Bremer, selbstgeschrieben
Ich füle mich als wer ich Golumbus. Der di ganse Welt umsegelt und das lit Golumbus war ein schüner Man den man hrzlich danken kann.
Golumbus schpnaes alter Gesel und laufe schnel wirde weint das himliche Kint und aufen das Segel geschtet.
Auf den Schif habe ich schon den Kompas gesichtet und habe den Kepten beim schteurn beobachtet. Der Wint und die Leute erfrischt das Denken beim Schreiben.
23.6.2008
Carina Kühne, selbstgeschrieben
Rudergänger, 1 Steuermann + Kapitän
Mitschiffs
liegt Mitschiffs
ein kurzer Ton
Steuerbord 5
neues Kommando Steuerbord 10
Mitschiffs, Backbord 5
Maschine Langsam voraus
langsam voraus
Kraft vor
Ruder
Backbord 10
3x kurz
langsam zurück
halbe voraus
voll voraus
Ruder liegt 10,15
Stopp Maschine
Motor aus!
an Steuerbord!
1 Steuermann befiehlt dem Rudergänger, was er machen soll.
Rudergänger dreht das Schiffsrad.
Es wird jedes Mal wiederholt!
Kapitän beaufsichtigt, ob alles in Ordnung ist.
Schiff angelegt!
Abschied, Abschluss!!
Im Bus, 23.6.2008 20:45 Uhr, 20:26 Uhr
Svenja Giesler, diktiert
Entdecker
Gibt es auch noch Frauen
Außer Frauen
Gibt es ja auch noch Männer.
Entdecker
Weltentdecker
Weltentdeckerinnen
Kolumbus
Indien nicht
Amerika ist ja auch größer
hat er irgendwie Mist gebaut
was Kleines erwischt,
nichts großes.
Mehr?
Hier kann diese (und auch die bisherigen) Ausgabe bestellt werden.

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos.
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Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
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©Fotos: Michael Bause
www.michael-bause.de
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Auf die Perspektive kommt es an...
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Auf den nächsten Bildern wird es immer klarer - 

Lastschiffe auf dem Rhein aus einer ungewöhnlichen Perspektive fotografiert.
Mit ein wenig Glück erwischt man fast abstrakte Motive.
Von der Kölner Hohenzollern-Brücke (der Eisenbahnbrücke zwischen Hauptbahnhof und dem rechtsrheinischen Stadtteil Deutz) um die Mittagszeit, wenn die Sonne fast senkrecht steht, möglichst grade nach unten fotografiert.
Oder erkennbare Strukturen wie Ladung, Container oder Bewohner dieser Schiffs-Welten.
Bei uns auf dem Rhein sind es oft holländische Schiffe mit blankgeputzten Autos an Bord (obwohl Autos auf dem Wasser gar nicht fahren können :-)
Das Spannende bei diesen Motiven ist, die Position und Geschwindigkeit des Schiffes unter der Brücke richtig einzuschätzen bevor das Schiff unter der Brücke verschwindet, dann im Moment des Auftauchens unter der Brücke
an der richtigen Stelle auf der Brücke zu stehen (oder dort hin zu rennen) und möglichst schnell im möglichst verzerrungs-freien Winkel zu fotografieren.
Das gelingt nicht immer, aber mit wachsender Erfahrung immer öfter.
Gute Photos zeigen die Welt aus einer ungewohnten Perspektive...
Wolfgang Kurtz
ist Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur
Kpunkt.
Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.








