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Heuschrecke
18.06.2010
09:16

Teepause - Eistee

Eiskalt, kalt, lauwarm? Still, prickelnd? Früchte rein oder raus? Experimentierfeld Eistee.

 

Milde Kräuter, Rooibusch, Minze, oder einen leichter Japan Bancha einfach abkühlen lassen - schon hat man ein preiswertes, gesundes Sommergetränk, geschmackvoller als Wasser, und erfrischender als pappige Fertig-Eistees. Fängt man einmal an zu experimentieren, gibt es unzählige Variationen bis hin zur edlen Eistee-Bowle. Hier einige Rezept-Tipps. Siehe ebenfalls unseren Blog-Beitrag zum Thema Hibiscus / Karkadeh: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2009/12/15/teepause-karkadeh.htm



Eistee, bio, selbermachen!

Klassisches Eistee-Rezept mit schwarzem Tee


Klassischer Eistee wird durch schockartiges Abkühlen zubereitet. Sie nehmen die gewohnte Menge Tee für 1 Liter und gießen nur die halbe Menge an Wasser auf, also 1/2 Liter, kräftigen, schwarzen Tee und ca. 10g Teeblätter (z. B. 58233 Assam GFBOP broken, 63243 Ostfriesische Mischung, broken, etc.); Ziehzeit: mindestens 3 Minuten!

Nur kurz abkühlen lassen - dann das Gefäß mit der fehlenden Menge Wasser in Form von Eiswürfeln auffüllen.

Durch dieses Schockkühlen bleibt das Aroma besser erhalten als beim langsamen Abkühlen (abgekühlter bzw. abgestandener Tee schmeckt ja meist bitter).

Nach Belieben kann der Tee gesüßt und/oder mit etwas Zitronensaft verfeinert werden. Eigene Eistee-Kreationen können Sie je nach Geschmack mit Fruchtsäften verwirklichen.





Grüner Wellness-Eistee


Mischung aus:
33790 Rooibusch grün, 2 TL (4g) (Alternative: 'roter' Rooibuschtee Art. nr. 33700)
64213 Vanille Grüntee, 1 TL (2g)
64223 Orange Grüntee, 1 TL (2g)
64203 Earl Grey Güntee, 1 TL (2g)

(Rezept für 1 Liter Eistee / TL = Teelöffel)

Zubereitung:
200ml Wasser kochen und dann 2 Min. abkühlen lassen; Tee aufgießen und 3 Minuten ziehen lassen- mit restl. 800ml eiskaltem Wasser oder Mineralwasser auffüllen (u. nach Geschmack mit Honig süßen). Mit diesem Eistee zaubert man eine grüne Oase in der (hoffentlich) heißen Sommerzeit. Erfrischend, leicht herb-fruchtige Note. Ideal nach der Mittagszeit zu genießen, um die Lebensgeister zu wecken.




Grüner Rooibusch - Apfel Eistee


Mischung aus:
30171 Apfeltee, 5 TL (15g)
33790 Rooibusch grün, 3 TL ( 6g)

(Rezept für 1 Liter Eistee / TL = Teelöffel)

Zubereitung: 
Tee mit 200ml kochendem Wasser übergießen, 5 - 10 Minuten ziehen lassen,
mit restl. 800 ml eiskaltem Wasser oder Mineralwasser auffüllen und nach Geschmack mit Honig süßen.
Koffeinfreier Eistee, der auch den Kindergaumen verwöhnt. Der leicht herbe Rooibusch u. der süße Apfeltee liefern ein mildes, süßes Geschmackserlebnis (mal etwas anderes als Apfelschorle). Die Bowle reicht für ca. 6 - 8 durstige Eisteegenießer - auch eine prima auf jedem Kinderfest/-geburtstag. Verfeinern mit Melonenstückchen (Tipp, kleine Kugeln mit Kugelausstecher sehen schön aus) u. Minzblättern.


Tipp am Rande:   Früchtetee-Eiswürfel
Einfach Früchtetee (z. B. extraroter Früchtetee 33330 Zimtzicke) aufbrühen, abkühlen lassen, einfrieren, fertig





Sommerliche "Kelten"-Bowle

 

  • mit Früchte-/Kräutertee, alkoholhaltig. Statt Wein kann alternativ (Trauben-) Saft genommen werden.


Mischung aus:
1 Flasche Roséwein (0,75l o. 1l...)
33650 Keltischer Früchtetee, ca. 12 TL (ca. 25g)
Eiskaltes, spritziges Mineralwasser     je nach Geschmack 1/2 bis 1 Liter

(Rezept für ca. 2 Liter; reicht für ca. 6 - 8 Personen / TL = Teelöffel)

Zubereitung:
Tee mit 500 ml kochendem Wasser übergießen, mind. 15 Minuten ziehen lassen,  mit  500 ml eiskaltem Wasser auffüllen; kaltstellen. Rosé  hinzufügen, und je nach Geschmack mit eiskaltem, spritzigem Mineralwasser in einem Bowlegefäß auffüllen.
Eine äußerst süffige und erfrischende Angelegenheit ...! Leichter, fruchtig-süßer Begleiter für warme Sommerabende . Wer so richtig feiern möchte, kann auch die Hälfte (oder mehr..) des Mineralwassers durch trockenen Sekt ersetzen. Akzente setzen mit  heimischen Brombeeren, Himbeeren o. Walderdbeeren und mit Blüten und / oder Minzblättern dekorieren.




Viel Spaß beim Ausprobieren ...

Petra Prescher

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: eistee, bio, grüntee, schwarztee, rooibusch, früchte, teebowle
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Südafrika-Reisebericht (6): Rooibusch aus den Cederbergen

Besuch bei unserem Lieferanten: die Wupperthal Original (Bio-) Rooibusch Cooperative

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 6. Teil.

(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem    Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm ) Ankunft in Kapstadt
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem   Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm  ) Im Nordkap, Papkuilsfontain, Flora, Felsmalereien
(3. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fenster http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm  )  Besuch der Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld, Koos Koopman
(4. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm  )  Ankunft in Wupperthal. Die Geschichte des Dorfes Wupperthal, frühere Missionsstation.
( 5. Teil:  Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/11/suedafrika-reise-5-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm   )  Wupperthal Original Rooibusch Cooperative. Verarbeitung und Fermentieren von Bio-Rooibusch.



Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen (Tra Tra - River) und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.





In diesem Teil berichten wir über die Rooibusch-Ernte und die Endverarbeitung des Tees. Außerdem erzählen wir von der Vorstandssitzung und der Farmer-Versammlung, an denen wir teilnahmen.


Doch zunächst sitzen wir, die Reisegruppe, an unserem ersten Abend in Wupperthal zusammen, und haben uns die DVD über den Bau des Teacourts angesehen. Mit einfachem Werkzeug und Schubkarre wurde die alte Leder-Gerberei ausgeräumt, gereinigt, und aus den Felsen die neue Trockenfläche herausgearbeitet.
Unsere Gruppe in Heuningvlei auf dem Weg zur Ernte

Nicht nur die EG-Bio-Verordnung, für uns der Mindeststandard für Bio-Anbau, sondern auch die HACCP-VO oder IFS-Standards für Qualitätsmanagement und Hygiene mit ihrem Perfektionsanspruch stoßen in Drittweltländern gerne an ihre Grenzen - bzw. umgekehrt: den einfachen Bauern und den Vorständen der Kleinbauernverbänden fehlt es oft an Ausbildung und finanziellen Mittel, um alle Bestimmungen immer erfüllen zu können, und es ist eine größere Meisterleistung als bei uns, es zu schaffen.


Nach unseren ganzen Reisen meinen wir - und auch die anderen Mitglieder unserer Reisegruppe - dass in den ärmeren Ländern, die inzwischen den größten Teil unserer (Bio-) Lebensmittel produzieren, ein ewiger Kampf mit und gegen Bestimmungen stattfindet. Mag sein, dass die Vorgaben nicht zur einheimischen Kultur passen (z.B. in China so erlebt), oder andere einheimischen Überlebensprobleme die westlichen Anforderungen auch einfach absurd erscheinen lassen. Zum Teil ist es nötig, sie durchzusetzen, zum Teil könnte es sicher modifiziert werden. Zum Teil ist die Europäische Ordnungsvorstellung in einem Land mit wenig und mentalitätsbedingt anderer Art von Infrastruktur zu schwierig zu bedienen.

In Heuningvlei, auf dem Weg zur Rooibusch-Ernte
Hilft nichts - ohne Erfüllung des EU-Standards kann keine Bio-Ware in die EU exportiert werden - und manchmal wandert auch das ganze Bio-Business (ohne bösen Willen) auf einem Grat zwischen fairen Geschäften und Ökokolonialismus (als eine Art Bevormundung).


Überhaupt steckt in einem Kilo Rooibusch-Tee erstaunlich viel körperliche Arbeit, vor allem in der Weiterverarbeitung auf dem Teacourt.
Wir selber trinken Rooibusch Tee seitdem mit sehr viel mehr Respekt - und haben dabei jetzt auch noch wunderschöne Landschaftsbilder und nette Menschen im Kopf - was wir mit diesem Bericht weitergeben möchten.





In Heuningvlei, auf dem Weg zur Rooibusch-ErnteHolzsammler in Heuningvlei
Am nächsten Tag wurde in Heuningvlei geerntet, eine Siedlung noch einmal 400m höher gelegen.
Nach einem herzlichen Empfang ging es gemeinsam auf die Felder.










Schädling an der Rooibusch-WurzelAbgestorbene Rooibusch-Büsche nach Schädlingsfraß
Zwischendrin waren immer wieder vertrocknete rote Büsche zu sehen - es gibt hier einen verbreiteten Schäding, ein Wurm, der die Wurzel so anfrisst, dass die Pflanze abstirbt. Ein großes Problem, da ein Rooibusch wie Wein oder Tee ca. 3 Jahre braucht, um guten Ertrag zu bringen.











Geerntet wird immer im Team - meist ein Mann und eine Frau. Einer schneidet mit der Sichel die Garben ab, der Partner nimmt sie an, und das Ganze in einer Blitzgeschwindigkeit. Hier eine Bilderreihe:



Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalRooibusch-Ernte in Heuningvlei / WupperthalSkeptische Neugier: Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal. Wir mussten auch ran.Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal. Wir mussten auch ran.Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal. Wir mussten auch ran.Rooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal, VorstellungsrundeRooibusch-Ernte in Heuningvlei / Wupperthal, Vorstellungsrunde




Wenn ein Auto voll beladen ist, wird der Tee sofort zum Teacourt gebracht, zum Schneiden und Fermentieren.
Spontan einberufene Vorstandssitzung in Wupperthal
Wir fuhren mit, da wir anschließend auf eine Vorstandssitzung eingeladen waren, die anlässlich unseres Besuchs stattfand.



Zum 8-köpfigen Vorstand der Cooperative gehören: Wayne van Schalkwyk (Präsident), Barend Salomo (Vizepräsident und verantwortlich für Marketing / Kommunikation, unser Ansprechpartner), Thomas (Tommy) Salomo (Vize-Schatzmeister und Courtmanager), Christian (Koos) Gertse (Training / Organisaion), Christo Farao (Human Ressources (Personal/Mitarbeiter-Belange) und Zertifizierung), Sofia Valentyn (Schatzmeisterin), Petrus (Piet) Salomo (Sekretär), Sofia Farao (Vize-Sekretärin).




Spontan einberufene Vorstandssitzung in WupperthalNachdem wir uns und unsere Unternehmen einzeln vorgestellt hatten, berichtete Barend Salomo aus der Cooperative. Unser Importeur und Organisator der Gruppe, Benedikt Kaukler, hatte ein intelligentes GPS-Gerät mitgebracht. Das erlaubt nun, die Felder genauer zu kartieren, und auch Versuchsreihen besser zu überwachen.
Der Klimawandel macht sich durch verstärkte Dürreperioden bemerkbar, die die Pflanzen bedrohen. Es sollen jetzt gezielte Versuche gemacht werden, auch begleitet von einer Doktorandin, wilde Rooibusch-Pflanzen zu vermehren, und verschiedene Höhenlagen auszuwerten.

Wie in vielen ländlichen Gemeinden gibt es auch in Wupperthal das Problem der Abwanderung junger Menschen - es gibt zuwenig Arbeitsplätze. Bei der nächsten Vorstandswahl sollen gezielt Jüngere und in gleichem Anteil Männer und Frauen aufgestellt werden: "die Jungen haben neue Ideen, und Frauen denken noch mal anders als Männer ...".







Am Abend gab es direkt die nächste Versammlung, die reguläre Farmerversammlung der Region Heuningvlei. Der Vorstand war wieder dabei, außerdem ca. 25 Kleinbauern und -Bäuerinnen. Wir waren praktisch 2 intensive Tage überall dabei gewesen, und gaben jetzt eine Art Feed Back. Nach dem drastischen Umsatzrückgang von Rooibusch in Europa war es aber auch unsere Aufgabe, realistische Möglichkeiten vorzustellen, mehr zur Förderung des Rooibuschtees zu tun. Dabei wurden die Absatzzahlen und die möglichen Produktionsmengen diskutiert, und wir stellten unsere Rooibusch-Mischungen vor - eine Möglichkeit, Mengen zu erhöhen. Ebenso analysierten wir Prozessabläufe in der Herstellung, die evtl. noch optimiert werden können, vor allem bei der Verarbeitung auf dem Teacourt - das Spezialgebiet von Teewissenschaftler Sarath Ranaweera. Es war auch Thema, welche Pflanzen außerdem angebaut und verarbeitet werden könnten (Zitronengras wäre evtl. eine Möglichkeit), um zusätzliches Einkommen zu generieren. Es ist immer noch so, dass viele der Farmer außerhalb der Rooibusch-Saison im Wein- und Zitrusanbau oder in der Viehzucht Saisonarbeit suchen. Hier die Bilderreihe:

Farmerversammlung der Region HeuningvleiWas passiert eigentlich bei uns mit ihrem Tee? Wir stellen die Heuschrecke-Mischungen vor. Farmerversammlung der Region HeuningvleiRooibusch-Chai und Rooibusch-Vanille von Heuschrecke. Farmerversammlung der Region HeuningvleiFarmerversammlung der Region Heuningvlei. Heinz Gasper spricht über den Film zum Bau des Teacourts, und unsere Eindrücke.Kommunikation: Farmerversammlung der Region HeuningvleiFrage, Kommentare, Austausch, Eindrücke: Farmerversammlung der Region HeuningvleiTon Vink spricht über seine Erfahrungen mit einer französischen Kleinbauernkooperative - auf niederländisch. Barend Salomo übersetzt, und schließt die Versammlung mit einem Segen. Farmerversammlung der Region Heuningvlei

Obwohl alle recht gut Englisch sprachen, übersetzte Barend ins Afrikaans, die eigentlich vertraute Sprache im Kapland.
Ton Vink berichtete auf Niederländisch über seine Erfahrungen beim Aufbau einer Kleinbauernkooperative in Frankreich, was von der Versammlung besonders geschätzt wurde.
Wir sprachen auch lange über den außergewöhnlichen Zusammenhalt der Cooperative, der beim Bau des Teacourts so deutlich wurde.

Die Versammlung wurde mit einem Gebet eröffnet und einem Segen geschlossen. Barend hat hier in der Moravian Gemeinde auch die Funktion eines Priesters inne, neben seiner Aufgaben in der Cooperative.




Besuch bei Frans van der Westhuizen - Rooibusch-Endverarbeitung


Frans van der Westhuizen verarbeitet den Rooibusch von WupperthalKing's Products, Frans van der Westhuizen war der erste Produzent von Bio-Rooibusch in Südafrika
Frans van der Westhuizen ist der Bio-Pionier für Rooibusch in Südafrika. Seine Firma Kings Products liegt in Klipfontein, etwa 20km von Wupperthal entfernt.


Frans produziert selber Rooibusch Tee - seine Spezialität ist Grüner Rooibuschtee (hohe Qualität, bei uns im Programm!).
Außerdem macht er Auftragsverarbeitung für andere Betriebe. Es ist ein Familienbetrieb: seine Frau ist verantwortlich für die Eigenmarken-Produktion, und die beiden Söhne (beide zur Zeit im Studium) können auf jeder Position im Betrieb einspringen.






Mischer / SiebMischer / Sieb
Hierhin werden laufend die Säcke fermentierten und sonnengetrockneten Rooibuschs aus Wupperthal für die abschließende Verarbeitung hingebracht.

Frans ist nicht nur Verarbeiter für die Wupperthaler Cooperative, sondern auch Mentor - und weiß, bei welchem Bauern man günstig eine Maschine oder einen Traktor organisieren kann.

Wie bei uns: unser Kräuterbauer Alfred Hammann besorgte uns auch unsere Mühlen und Siebe von Kollegenbetrieben ...





Haupt-Siebanlage, siebt in verschiedene GrößenDer grobe Rooibusch wird im Mischer/Vorsieb herausgesiebt.
Zunächst geht der Tee in die Misch- und Siebanlagen.

Er wird noch einmal gut gemischt und dann durch verschiedene Siebarten separiert nach gröberen Anteilen (Stokkies, gut für unsere Teemischungen), Fine Cut und Superfine Cut (das, was wir als Rooibusch kennen), noch feinere Anteile für Teebeutel, sowie Dust, Staub.








Aus dem Hauptsieb: der feine Rooibusch, wie wir ihn kennen.Trennen in verschiedene Fraktionen

















Sterilisation und Endtrocknung


Anschließend geht der Tee in die Anlage zur Dampfsterilisation und Endtrocknung. Zunächst wird bei 120 - 150°C und 400 bar sterilisiert, und dann bei ca. 60°C endgetrocknet. In dieser Form gelangt der Tee dann zu uns.











Jetzt heißt es, für dieses Mal von den Wupperthalern Abschied zu nehmen. Voraussichtlich werden wir Barend Salomo wieder im Frühjahr auf unserer Trust Organic Small Farmers-Versammlung und der BioFach-Messe in Nürnberg sehen.

Trust Organic Small Farmers ist eine Kommunikations- und Marketing-Initiative zur Förderung von Kleinbauernprojekten. Mitglieder sind Hersteller-Firmen wie wir, Importeure und Kleinbauernprojekte aus der ganzen Welt. Info: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.trust-organic-small-farmers.de



Als letzten Punkt unserer Reise werden wir noch das Honeybusch-Projekt Ericaville besuchen. Dieser Trust, gegründet von Township-Bewohnern, ist vernetzt mit Wupperthal und Heiveld. Hiervon erzählen wir dann im nächsten und letzten Teil unseres Reiseberichts.


Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner

 


 

Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
Alle Fotos mit Klickvergrößerung

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Tags: südafrika, wupperthal, bio-rooibusch, ernte, trocknen, sieben, sterilisieren
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Südafrika-Reise (5) - Vom Rheinland nach Wupperthal

In Wupperthal: Rooibusch - Herstellung

 

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 5. Teil.

(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem    Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem   Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm  )
(3. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fenster http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm  )
(4. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm  )



Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.

 







Wupperthal: Teacourt, fermentierter Rooibusch  Tee trocknetWupperthal: Teacourt, Rooibusch trockne
In diesem Teil wird nun das Schneiden und Fermentieren des Rooibusch-Tees beschrieben - also das, was direkt nach der Ernte geschieht.

Später werden wir die Dorfbewohner zur Ernte begleiten, und auch noch Frans van der Westhuizen besuchen, der die Endproduktion, also das Aussieben der verschiedenen Fraktionen (Größen), das Endtrocknen und Sterilisieren übernimmt.





Zur Rooibusch-Produktion gehört ein Teacourt, das ist einfach eine Trocknungsfläche aus Beton, direkt an der Teehalle, wie es sie auch in Indien und Sri Lanka für Muskat, Pfeffer, Ingwer, Curcuma usw. gibt.






Wupperthal: Teacourt, fermentierter, getrockneter Rooibusch wird zusammengeschobenWupperthal: fermentierter Rooibusch Tee
Diesen Teacourt hatten die Mitglieder der Cooperative, Frauen wie Männer, vor kurzem gebaut: in wirklich schwerer Arbeit, mit Hacken und Schubkarren, eine ebene Fläche aus den Felsen gehauen und betoniert.


Die Vorgeschichte:  es gab in Wupperthal eine Rooibusch-Association, seit 1998 auch biozertifiziert, und im Fairen Handel präsent. Gerade die Wupperthaler Region ist in Südafrika für den besten Rooibusch Tee bekannt.











Wupperthal: Teacourt, fermentierter, getrockneter Rooibusch wird zusammengeschobenWupperthal: Teacourt, fermentierter, getrockneter Rooibusch wird zusammengeschoben
Die Association hatte sich aufgerieben - die übliche Landflucht aus einem Dorf mit zuwenig Verdienstmöglichkeiten, Absatzkrise von Rooibuschtee (sehr starker Rückgang auch in Deutschland). Einige Mitglieder wollten in dieser Situation aufhören, die Bio-Richtlinien zu befolgen, andere doch weiter ökozertifiziert bleiben, was Stress in der Association und mit der Kontrollstelle auslöste (die Zertifizierung von Kleinbauerninitiativen ist recht aufwendig).










Wupperthal, teacourt: Barend Salomo prüft die FermentationWupperthal, teacourt: Barend Salomo, Heinz-Dieter Gaspe
2009 gründete schließlich die "Öko-Fraktion" mit rund 80 Familien die Wupperthal Original Rooibos Coop. Allerdings ohne Produktionsmittel, sodass sie - bis auf ihren Besitz von Rooibos-Feldern - materiell von vorne anfangen mussten. Sie bekamen von der Moravian Church, dem aktuellen Besitzer der ehemaligen Missionsgüter, das Gebäude und Land der ehemaligen Gerberei zugeteilt.

Im dortigen Winter ist der Teacourt gebaut worden, eine Aktion, die auf unglaubliche Art die (Öko-)Dorfbewohner solidarisiert und gestärkt hat. Es existiert eine DVD über den Prozess (die wir irgendwann mal, sobald es technisch geht - in den Blog stellen wollen). Uns erinnerte das an das Zusammenrücken der Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg, dem Schuttaufräumen und Steineklopfen.










Wupperthal, teacourt: Pause!
Zum Zeitpunkt unserer Ankunft am frühen Nachmittag wurde gerade der Tee der Ernte des Vortags zusammengeschoben und in Säcke abgefüllt. Der Tee hatte in der Nacht zuvor fermentiert, und war am Morgen zum Trocken ausgebreitet worden.
Dieser Rooibusch-Rohtee wird später zur Weiterverarbeitung zu Frans van der Westhuizen gebracht.







 

 

 

 

Teehalle: das Lager wurde gerade eingerichtetTeehalle, Büro sieht noch provisorisch aus ..
Teehalle: Büro-Ecke und Lager, alles noch recht frisch eingerichtet.















Teehalle: durch die Kodierung der Säcke, kann  der einzelne Sack bis zum Bauern zurückverfolgt werdenTeehalle: die Beschriftung der Tee-Säcke
Rückverfolgbarkeit: durch den Code auf den Säcken kann der Tee bis zur jeweiligen Pflückung zurückverfolgt werden.













Teehalle: die Vorstandsmitglieder Piet und Sofia
Piet Salomo und Sofia Valentyn aus dem Vorstand. Wir werden später noch an einer Vorstandssitzung teilnehmen.









 

 

 

 

 

 

Teacourt: der frische Rooibusch wird geschnittenTeacourt: der frische Rooibusch wird geschnitten
Es geht weiter mit der Produktion:

Bis Mittag brachten Coop-Mitglieder mehrmals Ladungen frisch geernteten Tees - dieser musste nun auch am selben Tag zügig weiterverarbeitet werden - was mitunter bis in die Nacht geht.









Teacourt: der frische Rooibusch wird geschnittenTeacourt: der frische Rooibusch wird geschnitten
Zunächst wird der Tee auf der Schneidemaschine zerkleinert - die Maschine ist eine neue, stolze Errungenschaft, die Frans vermittelt hatte.



 

 

 

 


Teacourt: der frische Rooibusch wird geschnittenTeacourt: der frische Rooibusch wird geschnitten

 

 

 

 




 

 



Der geschnittene Tee wird eingesammelt

die Rooibusch-Schneidemaschine Frisch geschnitten aus der Machine

















Der frischgeschnittene Rooibusch fällt auf den Teacourt, und wird mit Schubkarren zu einer langen Reihe aufgehäuft.

 

Frisch geschnittener Tee wird zur Reihe angehäuftFrisch geschnittener Tee wird zur Reihe angehäuft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





Experiment

 Experiment, Änderung im Prozess

Zwischendrin gab es ein Experiment - der (Grün-)Teewissenschaftler unserer Gruppe, Dr. Sarath Ranaweera aus Sri Lanka, versuchte eine neue Vorgehensweise - er begleitete die ganze Prozessreihe mit Ideen und Vorschlägen - vielleicht lassen sich einige Techniken der Grünteeherstellung auf den Rooibusch übertragen, um die Aromen noch besser herauszuholen ...



 

 

 

 

 Experiment



















Experiment und Diskussion ...Barend Salomo





















Der Tee wird zum Fermentieren befeuchtetinzwischen geht die Sonne farbenprächtig  unter
Ist die Reihe fertig, wird der Tee für die Fermentation vorbereitet. Er wird angefeuchtet, mit Schaufeln gut durchgearbeitet, und dann muss er sehr fest gepresst bzw. gequetscht werden, um die nadelartigen "Blättchen" des Rooibuschs aufzubrechen.

 

Der Pflanzensaft oxidiert (autofermentiert) dann und bringt die rot-braune Farbe und das Aroma, wie bei Schwarztee in Indien und Sri Lanka.



 

 

 

 

 

Der Tee wird zum Fermentieren befeuchtetDer Tee wird zum Fermentieren befeuchtet

Früher wurden Esel über den Tee geführt, heute macht es ganz profan ein Traktor - gut gereinigt und am Boden abgedichtet, presst er mit seinen Reifen die angehäuften Teereihen. Zwischendurch werden die Reihen mit Schaufel und Holzschieber immer wieder durchgemischt, damit am Ende eine gleichmäßige Fermentation erreicht wird.

Über Nacht fermentiert der Tee, und der Duft, der über dem Teacourt liegt, ändert sich.









Am nächsten Morgen ist die Fermentation abgeschlossen


Am nächsten Morgen wird er dann auf der Trocknungsfläche ausgebreitet, so wie wir es eingangs gesehen hatten.

 

 

 

 

 




Am nächsten Tag werden wir die Cooperativenmitglieder nach Heuningvlei zur Ernte begleiten - das erzählen wir im nächsten Teil ...


Hier wollen wir unseren Wupperthaler Freunden zeigen, wie der Tee bei uns abgepackt wird:






Dear Friends from Wupperthal,




Der Wupperthal-Rooibusch wird abgepackt bei Heuschrecke in SpichDer Wupperthal-Rooibusch wird abgepackt bei Heuschrecke in SpichThank you for showing us frankly all steps of production in your Rooibos-processing, and discussing all issues, equally if difficult or well-functioning. Not at least we thank your for your hospitality and sharing your beautiful environment with us. We often think of you as our global family.




 

 

 

Der Tee wird im 5er-Display verpacktDer Tee wird im 5er-Display verpackt

Here you see how your tea is packed in our company. We don't do any teabags, just loose tea because of the better taste.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere halbautomatische AbfüllmaschineUnsere halbautomatische Abfüllmaschine
The ladies Lydia and Ira are responsible for tea-packing.
There is a half-automatic machine to fill the right weight, and the packages are labelled and closed by hand. Five packages are in one Display.




 

 

 

 

... und hier geht es weiter zum nächsten Teil des Reiseberichts:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/06/11/suedafrika-reisebericht-6-rooibusch-ernte-in-wupperthal.htm

 


Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner bei der Rooibusch-Ernte
Best regards to you all

Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner

 

 

Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
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Vom Rheinland nach Wupperthal (3)

Unsere Lieferanten in Südafrika. Ein Reisebericht

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 3. Teil.
(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm   )


Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.








Karte: Kap Provinz, Nieuwoudtville, Heiveld

Was uns wunderte: obwohl diese Klassifizierung mit dem Ende der Apartheid abgeschafft wurde, wird im Alltag noch exakt zwischen "Black People" und "Brown" oder "Coloured People" (hellere Hautfarbe), und daneben natürlich noch Weißen und Asiaten, unterschieden. 80% der Bevölkerung gehören zur schwarzen Urbevölkerung (Bantu-Völkerfamilie). In der Kap-Provinz, wo die von uns besuchten Rooibusch-Cooperativen Heiveld und Wupperthal sind, gehört der größere Anteil der Bevölkerung jedoch zu den Brown People. Warum?


Die Kap-Spitze mit dem Tafelberg war Ausgangspunkt der aktiven Okkupation durch Europäer. 1653 gründete hier die niederländische Ostindien-Gesellschaft einen Hafen und achtete sorgfältig auf ihre Monopolstellung im Handel. (Ca. 100 Jahre zuvor waren die Portugiesen dort, nahmen Südafrika allerdings nach Niederlagen nicht als Kolonie ein.)


Europäische Siedler drängten wie überall auf der Welt in Konkurrenz untereinander und zu Monopolisten recht aggressiv als Farmer und Lebensmittelproduzenten weiter ins Hinterland der heutigen Kap-Provinz hinein.

Die benötigten Arbeitskräfte wurden mit Sklaven aus anderen afrikanischen und asiatischen Ländern gedeckt, wofür Kapstadt ein aktiver Umschlagplatz war.


Die einheimischen Khoi San und Khoikhoi, traditionell Jäger-Sammler und Viehzüchter, weigerten sich, in abhängige Lohnarbeit (unter schlechten Bedingungen) auf die Farmen zu gehen. Die Stämme lehnten abhängige Arbeitsverhältnisse tief aus ihrem Selbstverständnis heraus ab, durch die Geschichte hindurch. Parallel zur Sklavenhaltung kam es aber schon zu einem kleineren System der Zwangsverknechtung von Khoi San und Khoikhoi.


In der Regel handelte es sich um kleine oder mittlere Farmbetriebe, sodass es zwar offiziell Rassentrennung gab, aber im Alltag unterlaufen wurde. Durch das Problem Frauenmangel unter den weißen Siedlern fand eine Durchmischung mit der schwarzen und asiatischen Bevölkerung von Anfang an statt. Ehen zwischen Weißen und Mischlingen waren mehr oder weniger offiziell.


Anfang des 19. Jahrhunderts gingen die neuen britischen Besatzer im Kapland aus humanitären Gründen gegen die Sklaverei an. Da auf die Arbeitskräfte nicht verzichtet werden konnte, und Sklaven teurer und rarer wurden, begann ein organisiertes "Kidnapping", eine brutale Jagd mit Zügen eines Genozids auf die Khoi San und Khoikhoi, besonders auf Kinder, um sie zu verknechten - dieses Zwangsarbeiterverhältnis war auch rechtlich schlechter gestellt als die Sklaverei.


1833 wurde die Sklaverei offiziell abgeschafft. Zurück blieben im Kapland eine durchmischte, landenteignete Bevölkerung, die Brown People, und ein perfektioniertes System an Arbeitskontrolle und Zwangsarbeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts bis ins 20. entwickelten die Brown People mit der Muttersprache Afrikaans eine neue Identität. Im Kapland leben heute nur noch wenige Menschen der ursprünglich schwarzen Völker, während ihr Bevölkerungsanteil im Osten und Nordosten Südafrikas fast 100% beträgt.

 




Unsere Südafrika-Reisegruppe auf der Landskloof-Farm von Koos KoopmannKoos Koopmann, Bio-Rooibusch-Farmer der Cooperative Heiveld

Doch zurück zu unserer Reise.


Am folgenden Tag besuchten wir Koos Koopman, Rooibusch-Farmer der bio- und Transfair-zertfizierten Cooperative Heiveld in Landskloof.


Seine Geschichte: früher hatte er auf der Landskloof-Farm für 15 Rand am Tag (ca. 1,50 EUR) als Tagelöhner gearbeitet. Nach dem Ende der Apartheid war es möglich, gute Regierungskredite für z.B. Landkauf zu bekommen. So hat er eisern darauf hingearbeitet, genau jene Farm zu kaufen, und er hat es geschafft!

Seine Frau stammt aus Wupperthal, hat dort noch ein Stück Rooibusch-Land und ist Mitglied der Wupperthal-Cooperative. Für beide ist es wichtig, die Hoheit über alle Produktionsprozesse vom "Feld bis zur Tasse" zu haben.



Koos zeigt uns die Pläne seiner Farm

 

Der starke Wunsch nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit, der uns nicht nur bei Koos begegnet ist, erfordert die ständige Suche nach Balance: eine gute Zusammenarbeit in der Kooperative ist unabdingbar, um gesund wirtschaften zu können, aber den entwicklungspolitischen Regierungs- und Nichtregierungs-Organisationen wird mit skeptischer Distanz begegnet, wenn sie sich zu sehr in die Abläufe der Kooperative einmischen. Der Grat zwischen Unterstützung und Bevormundung ist den Kleinbauern fast schon allergisch bewusst, aus der Geschichte. Das Ende der Apartheid und die Entwicklung ist noch sehr präsent.

 

 

 

 

 

Farm Koos Koopmann, Brachland

Wenn man von Kleinbauern spricht: in Sri Lanka und Indien ist die typische Größe eines Kleinbauernbetriebs 1 ha, oft Steillage im Dschungel. Hier in Südafrika sieht es etwas anders aus. Die Größe von Landskloof beträgt 3000 ha. Vieles ist Brachland, doch Koos bepflanzt systematisch. Aber die Gegend ist mehr Wüste als Ackerland.



 

 

 

 

 

 

 

Farm Koos Koopmann, Wildstreifen zwischen Rooibusch-FeldernFarm Koos Koopmann, Wildstreifen zwischen Rooibusch-Feldern



Zum Schutz gegen Erosion und Erhalt der ökologischen Zusammenhänge (Insekten-, Tierwelt) pflanzt er extensiv:
80 Reihen Rooibusch, dann folgt jeweils 20m Brache mit Wildbewuchs.







Farm Koos Koopmann: SchafeFarm Koos Koopmann, Rooibusch Feld

 


Im Brachland weiden auch die Schafe.







 






Farm Koos Koopmann, SetzlingeFarm Koos Koopmann, Setzlinge
Koos ist Spezialist für das Ziehen von Bio-Rooibusch-Setzlingen. Etwas Besonderes, da auf dem Markt keine biozertifierten Setzlinge erhältlich sind.










 


Koos Koopmann, Bio-Rooibusch-Farmer der Cooperative Heiveld: from plant to cupKoos Koopmann, Bio-Rooibusch-Farmer der Cooperative Heiveld: from plant to cup
Er erklärt uns seine Philosophie "from plant to cup".


Neben dem angepflanzten Rooibusch gibt es übrigens überall noch wilde Rooibusch-Pflanzen. Der Tee davon ist feiner mit einem fast blumigen Aroma.

Leider kam es in den letzten 10 Jahren bei uns zu einem Rückgang des Rooibusch-Konsums, was auch in Südafrika zur Rooibusch-Krise geführt hat. Unseren Bio-Kooperativen hat dies Probleme bereitet - also unser Appell: bitte weiter Rooibusch-Tee trinken.

Rooibusch Tee ist am Morgen z.B. eine schöne Alternative zu Schwarztee und schmeckt auch mit Milch (Kinder mögen das).








Später am Abend: unsere kleine Reisegruppe war ja sehr multikulturell, in einem Regenbogenland und der Wiege der Menschheit. Bevor Arlette und Christine zu uns stießen, hatten sie sich fürchterlich verfahren, da es mehrere Orte des gleichen Namens gibt, und man niemanden trifft (auch keine Schilder), der einem weiterhilft.

Sarath, Wissenschaftler aus Sri Lanka, erklärt, wie man aus einem Zweig selber ein Orakel herstellt, um den richtigen Weg herauszufinden. So wird bei Verirren in Sri Lanka heute noch der Gott befragt, der "die Wege kontrolliert."



... hier gehts weiter ...  Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm 


Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

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Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika

 

 

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Tags: südafrika, rooibusch, wupperthal, ericaville, heiveld, kleinbauern, bio, fairtrade
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Vom Rheinland nach Wupperthal (1)

Unsere Lieferanten in Südafrika

 

... ein Reisebericht in Fortsetzungen ...

Karte: ... bis nach Nieuwoudtville.Karte: von Kapstadt über Citrusdal und Clanwilliam ...



Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal.


Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten.

 

Unsere erste Station war zunächst noch weiter im Norden gelegen: die Bio-Rooibusch - Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville.

Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her .
 




Ursula Stübner von Heuschrecke hat meistens fotografiert ...Heinz-Dieter Gasper, Sarath Ranaweera, Benedikt Kaukler, Ton Vink, Sönke HobbensiefkenDoch von Anfang an.

 

Unsere Reisegruppe bestand aus uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH,
Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte,
Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie
Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka.



In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert.




Arlette Rohmer, Christine Nachmann

Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.

Christine hatten wir im Jahr 2000 in China kennengelernt ...












Ankunft in KapstadtEtwas unaufgeräumte Ankunft am Flughafen Kapstadt
Kapstadt präsentierte sich uns in aufgeregter Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft, und auch ein wichtiges Jazzfestival fand dort gerade statt.










Kapstadt: Queen Mary zu BesuchAnkunft in Kapstadt
Viele Baustellen - aber exclusiver Besuch (Queen Mary2).

Kapstadt wird von den Einheimischen Mutterstadt genannt, weil jede auch kleinste Prozedur 9 Monate dauert. 








 


Kapstadt: Außerirdische? Nein, das neue Stadion.Kapstadt in Vorbereitung
Einige Straßen führen noch ins Nichts, aber das Fußballstadion war vor kurzem fertiggestellt worden und sieht echt schmuck (Heidi meint: protzig) aus.













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Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH

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