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Heupd: Köln-Mülheim verordnet Nachtruhe
Gestaltungshoheit der Kommunen nach Leipziger Fluglärm-Urteil
KÖLN-MÜLHEIM heupd | Als erste Kommune in Deutschland nutzte die Bezirksverwaltung Köln-Mülheim nach dem Leipziger Richterspruch zum Nachtflugverbot in Frankfurt die neu gewonnene Gestaltungshoheit über den kommunalen Luftraum.
Bezirksbürgermeister Norbert Gans (SPD): "Mer op dä schäl Sigg sin schon emmer jet flöcker jewese als de andere." Künftig gilt ab 20:00 Uhr mit dem Gong der Tagesschau ein absolutes Überflugverbot für Köln-Mülheim. An Tagen mit spannenden Fußballübertragungen ist sogar schon ab 18:00 Uhr Ruhe angesagt. Gans: "Wat soll dat denn, wenn man sin eijeed Wood nid mih hüre kann? Un naach's tut dä Kraach eets rääch weh en dä Uhre. De Pänz knaatsche off, weil se nid schlofe künne. Fott domet."
Die Köln-Mülheimer waren nicht schon immer schneller, sondern auch rabiater als das restliche Köln, "sonst hätt mer nid mih uns Mülhemmer Freiheit" so Gans. Versuchen der Flughafenbetreiber, das nächtliche Überflugverbot zu ignorieren, wird sofort mit Tower- und Landebahn-Besetzungen entgegengetreten, auch Fesselballons sind gesichtet worden. Und hier gibt es auch keinen einzigen Polizisten, der die Sitzblockierer davontragen würde. "Mer verstonn uns als jood funktionierede Jemeinschaff. Och uns Metbürger un Metbürgerenne met Migrationshingergrund sin dobei." Für diesen Mut muss die rechtsrheinische Kommune einfach beglückwünscht werden. hg/us
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
Heupd: Klimaschneise statt Fluglärm
Lärmaktionsplan in fünftlautester Stadt wird kreativ umgesetzt
Köln heupd | Sehr sorgfältig sind nach Abschluss von Messungen und Bürgerbefragungen in Köln nun die Ergebnisse kartiert worden. Erwartungsgemäß fiel der schon lang beklagte Fluglärm neben der Karnevalssaison besonders stark ins Gewicht.
Der Leiter des Umweltamtes Karl Bösmann lobt die engagierte Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen, betont aber, dass wahrscheinlich nicht alle Vorschläge zur Lärmreduzierung umgesetzt werden können. "Sobald die Flughafenbetreiber einen lauten Pups machen, ist es Essig mit Nachtflugverbot. Wer sich als kleiner Bürger im 21. Jahrhundert noch einbildet, er könne gegen die Wirtschaft anstänkern, lebt hinterm Mond", so Bösmann, "Bürgerwohl vor Wirtschaftsinteressen hat ausgeschissen." Der Leiter des Umweltamtes hat sich nach seiner Wutäußerung unverzüglich dafür entschuldigt.
Doch im Kölner Umweltamt wird bereits an einer Alternativlösung gearbeitet, dank der Zusammenarbeit der AG Stadtlärm und dem Think Tank Klimawandel. Da die Kölner Lärmkarte deutlich die sternförmige Anordnung der Ein- und Ausflugschneisen zeigt, entstand sogleich die Vision, für ein gesundes Stadtklima in Zeiten der Klimaerwärmung mit radikalen Vorschlägen vorzupreschen.
Bösmann stellt das vorläufige Ergebnis so dar: "Nicht mehr Grüngürtel, sondern Grünschneisen ins Herz der Stadt. Das sorgt für gute Luft, und nach den konsequenten Umsiedlungen stört auch der Fluglärm nicht mehr."
In der Entscheidung ist nun, die Menschen, die bisher in Gebieten mit massivem Fluglärm leben, in den ehemaligen ringförmigen Grüngürtel umzusiedeln, der ja nun nicht mehr gebraucht würde, da die neuen Klimaschneisen die Funktion einer grünen Lunge für die Stadt optimal übernehmen werden.
Zunächst wird es eine preisgünstige aber hochwertige Übergangscontainerlösung, "meinetwegen mit Vorgärtchen" so Bösmann, geben, bis es den umgesiedelten Haushalten finanziell wieder möglich ist, zu bauen.
Bis zum Jahr 2014 soll der mutige Plan vollständig umgesetzt sein, um der wachsenden Wirtschaft in ihren Bedürfnissen den Rücken freizuhalten. Eine neue Stadtphilosophie soll entstehen: "Gesellschaft gleich Ökonomie gleich Arbeitskräftemarkt gleich Gesellschaft", so lautet der neue Slogan.
Bereits jetzt sind kleine Erfolge zu spüren, wenn etwa aus anderen Städten Nachtflüge nach Köln umgelegt werden. "Alle sind herzlich willkommen", lautet es aus dem Kölner Presseamt, "und wenn wir mit der neuen Strategie auf Platz eins der Lärmstädte landen, soll es uns auch recht sein." Ob der gemeine Bürger und die gemeine Bürgerin damit wohl einverstanden sind, bleibt abzuwarten. hg/us
heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
heupd| Lärmschädigung bald zuende?
Frachtunternehmen verlässt Flughafen Köln Bonn
Köln | heupd Der Verein Lärmgeschädigte Bürger und Bürgerinnen durch den Flughafen Köln Bonn jubelt: derzeit scheint es so, als hätten sie ihr Ziel - Nachtflugverbot für alle Maschinen - wenn auch indirekt, erreicht.
Die Frachtfirma FRACHT-WEG, deren veraltete und extrem laute Maschinen die Bürger und Bürgerinnen vom rechtsrheinischen Köln bis Siegburg Nacht für Nacht quälten und um ihren Schlaf brachten, gab nun bekannt, den Standort schließen zu wollen. Kurz, nachdem das Unternehmen die weltweit größte vollautomatische Sortieranlage eingeweiht hat, heißt es wieder Koffer packen.
FRACHT-WEG Deutschland-Sprecher Denis Zbel benutzt leicht verändert einen alten Slogan, um die neueste Entscheidung zu verdeutlichen: Fracht braucht die Macht. "Wir gehen davon aus, dass es in absehbarer Zeit in einer westeuropäischen Demokratie nicht mehr möglich sein wird, wirtschaftliche Interessen in der Art über die Interessen der Bürger zu stellen, dass Gesundheitsschäden in erheblichem Ausmaß billigend in Kauf genommen werden."
Der Wind habe sich gedreht, und das Argument Arbeitsplätze ziehe nicht mehr wie noch vor wenigen Jahren. Deshalb habe man sich nach geeigneteren Standorten umgesehen, um den Zentral- und osteuropäischen Markt aufzurollen, und sei auch fündig geworden. Verhandlungen mit der belarussischen Stadt Brest (Bjeraszje) seien vielversprechend.
D. Zbel: "Da die Stadt Brest so günstig an der polnischen Grenze liegt, erfüllt sie voll und ganz die Anforderungen an ein modernes Drehkreuz für Transkontinentalflüge zwischen Asien, USA und Europa."
Auf elegante Art wäre so ein jahrelanger Streit beigelegt, bevor Flughafen und Frachtfirma einem drohenden Bürgerentscheid unterliegen. us/hg
heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
(heupd): Nachtflugverbot
Bundesweites Nachtflugverbot beschlossene Sache
KÖLN heupd | In einer bundesweiten Metastudie werden erstmals die Kosten der Lärmschädigung an der Bevölkerung dem Gewinn der Flughäfen durch Nachtflüge entgegengerechnet.
Das Ergebnis zeigt, dass gesundheitliche Kosten, Kosten für Baumaßnahmen und Verlustkosten durch Leistungseinbußen bis zum Arbeitsausfall die erzielten Gewinne um den Faktor 1,6 übersteigen.
In dieser Studie sind noch nicht die Leistungs-Beeinträchtigungen durch Nachtlärm bei Kindern und Jugendlichen berücksichtigt, die sich vermutlich negativ auf die Schulkarriere auswirken werden. Dies wird nun separat in einer Langzeit - Zukunftsstudie erforscht.
Das schockierende Ergebnis wird zur Zeit heftig von den Regierungs- und Oppositionsparteien diskutiert. Es ist mit einem bundesweiten Nachtflugverbot ab dem 1.1.2010 zu rechnen. In der Kernzeit von 22:00 bis 7:00 darf dann kein Flugzeug mehr starten und landen. us/hg
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten









