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Ohrenkuss: Geheime Emails
GEHEIM 2012
Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen einmal im Monat bei uns zu aktuellen Themen.
Aus aktuellem Anlass erreichte uns folgendes geheime Email von Ohrenkuss.
Wir als Heuschrecken sind allerdings von allen Geheimhaltepflichten befreit, sodass es hier sichtbar ist.
Die Texte zum Briefgeheimnis, der Theorie des Geheimnisses und den möglichen Folgen stammen zum größten Teil bereits aus dem Jahr 1999 - vorahnend - oder ein ewiges Menschheitsthema?
1) Theorie: Was ist ein Geheimnis (philosophisch)
Was ist ein Lebensgeheimnis? Ich würde keinem sagen, was für eine Gefahr uns droht.
Svenja Giesler:
Das Geheimnis Es ist ein Rätsel den man knacken muß oftmals fragtman sich wie kann man es nur lösen ohne es zu berürhen
Julia Keller:
Ein Geheimnis, darf man für sich allein behalten, was keinen angeht. Ein Geheimnis ist was sehr Persönliches, dass man nie im Leben vergessen soll. Ich selber habe auch Geheiminsse, die ich nie weiter erzählen werde, sondern für mich alleine behalte.
Hermine Fraas:
Geheimnis ist, was keiner wissen darf nur ich. Ich lese auch gern geheimnisvolle Bücher. Da erfährt man erst am Ende, warum es so ist.
Tobias Wolf (diktiert und abgeschrieben):
Geheimnisse gibt es in der Natur, zum Beispiel: Man sieht die Vogel in der Luft fliegen. Mann versteht nich, was sie sagen. Sie können zwitschern. Und ein anderes Beispiel sind die Rehe, tagsüber sieht man Weinacheten und Geburtstagen gibt es Uberraschungen und Geschenke
2) Praxis: Briefgeheimnis (gilt auch für Emails und sonstige Daten-Mailboxen)

Falsche Person. Von Anna Schomburg
Was ist ein Briefgeheimnis? Ein Briefgeheimnis ist es, wenn einer jemandem schreibt und dem jenigen, dem man dem man geschrieben hat jemand anders behält. Es ist so, wenn die falsche Person diesen Brief liest, bricht er das Geheimnis. Es ist also immer wichtig, daß die richtige Person ihn kriegt.
Unleidige Freunde. Von Hermine Fraas
Briefgeheimnis habe ich viel. Ich schreibe viele Briefe an Freunde und die ich nicht so leiden kann. Den Brief verstecke ich in meiner Arbeitstasche das es niemand merkt. Und dann gebe ich den ab. Und das gibt manchmal Ärger weil ich manchmal schreibe was die Leute nicht gern hören. Aber es ist wahr. Wenn ich geheimnisse schreibe das dürfen auch nicht alle Leute sehen. Das sind dann heimliche Liebesbriefe. Das ist dann Briefgeheimnis. In mein Buch "ich kann schreiben" durften auch nicht alle Briefe rein. Da habe ich brotestiert bei meiner Mutter.
Geheim ab Postkasten. Von Marc Lohmann, diktiert:
Wenn ich Brief schreibe, ich hab Post in dem Briefumschlag drin. Er soll nicht öffnen, weil das ist meine Schrift, wenn ich Briefe schreibe. Wenn ich den Brief wegschicke, darf keiner den Brief aufmachen - auch nicht meine Eltern. Ich schreibe den Brief an meine Freundin. Oder wenn ich wegfahre. Kein Fremder darf an den Brief! Es ist geheim. In dem Post. Wenn ich in den Postkasten reinschmeiße.

Toternster Liebesbrif. Von Nora Fiedler (selbstgeschrieben mit Stift und Hand:)
BrifGeheimnis
und was bedeutet Das BrifGeheimis Brechen
wenn Mann Fremde Brife ein fach lisst oder one zu fragen auf macht Das heist Brifgeheimis Brechen und ärger von Den Absender. Zum beisbil wei ein Toternster liebesbrif. Das ist Für mich Peinlich auch von den Absender, gib es richtick ärger
Sinnlos. Von Johanna von Schönfeld, diktiert
JvS - Sinnlos. Weil das ist sinnlos einfach. Weil Briefgeheimnis gibt es nicht. Briefgeheimnis gibt es schon, aber ich habe das noch nie gemacht und konnte auch keinen Eindruck sammeln.
Ich kann nur Briefe schreiben. Wenns ein Brief an meine Mutter schreiben würde, dann muss sie als betroffene Person diesen Briefumschlag öffnen und selbst lesen. Und falls es auch an die Familie angehen sollte, dann darf es sie auch dies lesen.
Ich hab noch nie in meinen ganzen Leben lang eine Brieffreundin oder viele Brieffreundinnen den Eindruck sammeln dürfen, um einen Einblick zu werfen.
3) Wenn es zum Krimi wird: Secret times (crimes?)
Es ist wie in einem Krimi man muß höllisch aufpaßen das man den richtig indiferciert man braucht die Angaben sowie Mord, Errpresung, Vergewaltigung und nicht zu fergessen den namen des Mörders dann kann er verhört werden
Zeichnungen © Ohrenkuss. Texte und Zeichnungen aus Ohrenkuss Nr. 3 / 1999 und aus 2011

... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...
Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos.
www.ohrenkuss.de
Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm
Newsletter: Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren:
www.ohrenkuss-ipeschl.de.
Teepause am Aschermittwoch: Fastentees
Kräutertees begleiten körperliches und mentales Fasten
Was will Fasten im weiteren Sinne?
Man möchte gerne fasten, wenn man sich irgendwie überfüttert fühlt. Übertragen: wenn sich Körper oder auch Geist überlastet oder überfüllt fühlen. Man spürt vielleicht im Hintergrund ein Bedürfnis nach Klarheit, Ruhe, Erfrischung und Erneuerung.
Der Einstieg in das Fasten ist eine Phase des innerlichen Reinigens. Man muss es nicht auf die harte Tour machen - es reicht, sich zurückzunehmen, Reize herunterzufahren, viel trinken (klares Wasser) und sich viel bewegen, gut schlafen (genug Raum dafür lassen), und klar essen (frisch und natürlich zubereitet, ohne Zusatzstoffe, keine Konserven, kein Fastfood).
Dann wird sich eine Phase der Erneuerung ankündigen. Deshalb ist auch der Frühling, wo die Natur sich aus der Winterstarre heraus erneuert, eine günstige Zeit zum Fasten.
Vielleicht fühlt es sich so an, als würde man neue Verträge mit dem Leben oder mit sich selbst abschließen, über alltägliche Verhaltensweisen bis hin zur Suche nach Lebenserfüllung. Der Frühling regt an: Veränderung ist möglich in Einklang mit den Erwachen der Wachstumszeit in der Natur.
(Fasten in der anderen klassischen Zeit, der Adventszeit und frühem Winter, hat wieder einen anderen Reiz).
In allen Phasen sind Kräutertees eine gute Begleitung. Sie spülen Niere, Leber und Gefäße, aber "spülen" auch mental. Pflanzen sind differenzierte, kommunikationsfähige Wesen mit Eigenheiten.
Hier stellen wir als Beispiel eine Gruppe geeigneter Bio-Kräutertees aus unserem Sortiment vor, die am besten im Wechsel getrunken werden:
- Brennnessel Tee, Blattkrüll, Anbauer: Bioland-Kräuterhof Tannenhof. Brennnesseltee ist immer eine gute Hilfe, wenn man sich übergessen / überfordert / überfüllt fühlt. Blattkrüll ist ein möglichst grober Schnitt, eine sehr hohe Qualität, die die Inhaltsstoffe schützt und die man schmeckt.
- Maisbart Tee (Maishaar, Griffel), Anbauer: Terra Magnifica, Kroatien. Wärmt und spült schön ...
- Luna-Energietee, Kräuterteemischung mit Maisbart, Hirtentäschel, Kornblume, Galgant. Vitalisierende und wärmende Teepause.
- Ingwer & Zitrus, Ayurvedische Mischung mit: Ingwer, Zitronengras, Zitronenschale, Himbeerblätter, Süßholz, Cassia-Zimt, Fenchel, Galgant, Ringelblume. Erfrischend scharf, belebend, wärmend.
- Und noch ein Vitalgetränk: Frisch gepresste Zitrone in heißem oder kaltem Wasser mit einem Löffel Honig.
Gutes Gelingen wünscht
Ursula Stübner
Heuschrecke-Tees gibt es in Naturkostläden oder im Naturkost-Versandhandel. Siehe unter Links.
Hintergrund: Bio-Newsletter von Ihrem Bioladen
Informationen von Anbauern, Herstellern und aus Bio-Politik. Über den Bioladen zu den EndverbraucherInnen.
Seit einem Jahr betreiben wir unseren Blog, u.a. mit vielen Hintergrundinformationen und Fotos über unsere Produkte, über unsere Anbauer, und aus unserer Produktion.
Einmal im Monat bekommen unsere Kunden, die Bioläden, ein Rundmail von uns. Hier gibt es verschiedene Hintergrundinformationen über Neuigkeiten, Produkte, Preise, Herkünfte usw..
Der Blog hat nun den großen Vorteil für uns, diese Kurztexte mit einem weiterführenden Link versehen zu können. Wer sich für ein Thema näher interessiert, klickt: und kann dann Fotos betrachten, z.B. von unseren Bauern oder aus unserer Produktion - oder ausführlichere Texte zum Thema lesen, als dies auf einer Seite Monats-Rundmail möglich ist.
Der vorbildliche, angenehm und lebendig zu lesende Karmakonsum-Newsletter (Trendscouts für die Themen "gesunde und nachhaltige Lebensstile (LOHAS)" und "neues (grünes) Wirtschaften (CSR)"; kann man unter
http://www.karmakonsum.de/info/home abonnieren) brachte uns auf die Idee, an einem Bio-Rundmail-System vom Ladner zu den EndkundInnen herumzuspinnen. Spinnen im Sinne von Vernetzen.
Unsere Informationen aus der Welt der Bio-Gewürze, -Kräuter und -Tees, die unsere Bioläden erhalten, sind natürlich auch interessant für deren Kunden. Andere Herstellerfirmen senden ähnliche Info-Mails.
Und dann gibt es noch unseren Branchenverband BNN, den Bundesverband Naturkost Naturwaren, der uns Mitgliedern wichtige Nachrichten aus Politik, Gesetzgebung, Wirtschaft usw. aufbereitet, die die Naturkostbranche betreffen. Alles Dinge, die auch für engagierte Naturkost-KäuferInnen interessant sind.
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren betreibt selbst eine Informations- und Service-Website für KonsumentInnen: die Seite
http://www.bio-kodex.de . Hier werden grundsätzliche Themen der Branche beleuchtet, unter dem Motto: "Bio kann mehr." Der Bio-Kodex stellt die zentralen Werte dar, die die Unternehmen der Naturkostbranche (oft Pioniere) leiten und prägen, insbesondere eine sozial-ökologische Gestaltung der Marktwirtschaft, Verantwortung für Natur und Umwelt, Chancengleichheit und Ressourcengerechtigkeit, Transparenz, ganzheitliche Qualität und Partnerschaftlichkeit. Regelmäßig kommen interessante Artikel hinzu, die wunderbar in einem Bio-Rundmail weitergegeben werden können.
Zu diesem Nachrichtenpool (von Herstellern und BNN, idealerweise alles schon im Newsletter-Stil mit weiterführendem Link vorbereitet zum Rauskopieren ...) können regionale Nachrichten oder eigene News hinzukommen.
Was braucht ein Bioladen nun, um für seine Kunden ein - sagen wir mal - monatliches Bio-Rundmail zu erstellen:
- Einen Internetanschluss
- Die Email-Adressen seiner KundenInnen, indem man diese an der Kasse anspricht, ob sie Interesse hätten - vielleicht ein Infoblatt mitgibt, evtl. in Verbindung mit einem kleinen Preisausschreiben. Einige Läden pflegen bereits einen Emailverteiler, z.B. für Gemüse-Abo-Kunden.
- Das Programm Excel (oder open office), um die Email-Adressen ihrer KundInnen zu pflegen. Die Email-Adressen sollen in einer Spalte untereinander stehen.
- Ein Email-Programm (wir haben z.B. Thunderbird / Firefox). Als Empfänger gibt der Laden seine eigene Email-Adresse ein. Unter BCC (Blind Copy, wegen des Datenschutzes) wird die Spalte aus der Excel-Tabelle mit den Email-Adressen einfach reinkopiert (immer nur 50 - 70 Adressen in einer Email, um nicht als Spam-Versender aussortiert zu werden - Email vorher als Vorlage speichern).
- Eine Marketing- und Kommunikationsperson im Laden (InhaberIn, VerkäuferIn mit Zusatzaufgabe, Azubi/ne), die aus dem gesamten Info-Pool die interessantesten Nachrichten auswählt. Mit Copy+Paste werden die 5-6 Sätze langen Texte mit weiterführendem Link in den Rundmail-Text einfügt. Ein paar einleitende Sätze, z.B. Grüße, Persönliches, Aktuelles und Angebote aus dem Laden, voranstellen. Wer seine eigenen Rundmails archivieren will, kann den gesamten Text auch zuerst in Word zusammenstellen, und dann komplett in das Email hineinkopieren.
- Alternativ können (wie es auch bereits einige Bioläden tun) aktuelle Hersteller- oder BNN-Kurzinfos mit Links auf die eigene Website gestellt werden.
Informationsflut? Die durch die moderne Internetkommunikation entstandene Form von Newslettern, die aus aneinandergereihten Kurztexten mit weiterführenden Links bestehen, sind schnell und angenehm zu überfliegen. Als LeserIn erfasst man schnell die Themen, klickt aber nur da auf den Lang-Text, wo etwas einen wirklich interessiert.
Warum ein Bio-Rundmail? Transparenz, Wissen, wo's herkommt, Bioprodukte mit Identität, Hintergrundwissen, auch Problematiken aufzeigen und erklären. Im Ladenalltag ist diese enge Kommunikation oft nicht möglich. Im Bio-Rundmail kann sie in Ruhe gepflegt werden. Wir glauben, dass viele EndverbraucherInnen diesen einmaligen Service zu schätzen wissen.
Auf jeden Fall den Kunden / die Kundin auch zu Antworten und Fragen animieren.
Im Falle muss man natürlich auch die Möglichkeit bieten, sich aus dem Verteiler wieder streichen zu lassen.
Kommunikation kann ein wichtiges Mittel sein, KundInnen an die Einkaufsstätte zu binden, als Bioladen des Vertrauens ... mag sein, dass es auch zu höheren Bons führt. Das moderne Kommunikationsmittel "Bio-Rundmail" kann das "altmodische" Gefühl wiederbringen: mein Bioladen ist ... (meine gute Bäckerei, mein Käsefachgeschäft, meine Lieblingsweinecke, mein Wohlfühl-Kosmetik-Ansprechpartner, mein kompetenter Kräuter- und Teespezialist, meine Partner für gesunde und faire Nahrungsmittel usw.).
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner
Die spirituelle Dimension der Pflanzen
Wirkungsnachweise der Pharmaindustrie oder tradiertes Wissen über Jahrtausende
Viele Berichte und gesundheitspolitische Verlautbarungen der jüngsten Zeit erwecken den Eindruck einer neuen "Aufklärung", die das alte Erfahrungs-, z.T. visionäre und schamanische Pflanzenwissen endgültig in einen spirituellen, eso-schamanischen Sumpf verweisen will, und als Scharlatanerie und dubiose Geschäftemacherei "entlarvt".
Aktuelle Diskussion, von SPD-MdB Lauterbach gestartet (um Wählerresonanz zu testen oder die Pharma-Lobby zu beruhigen?): homöopathische Heilmittel aus der Erstattungspflicht der Krankenkassen herauszunehmen, da mit den derzeitigen Methoden nicht wissenschaftlich eine Wirksamkeit nachzuweisen sei. Dabei ist der Kostenanteil im Gesundheitsetat verschwindend gering, und sowohl die Nachfragen der Patienten als auch die Fortbildungsrate bei den Ärzten nimmt zu.
Die Medien stricken eifrig an der Pseudo-Postaufklärung mit, selbst Medien, wo man es nicht von erwartet, die TAZ, die c't, und selbst die nicht hexenverfolgungsverdächtige Brigitte:
In der aktuellen Zeitschrift Brigitte Woman 9/10 für Frauen über 40 gibt es eine Kolumne über Spiritualität und Esoterik kontra Naturwissenschaften und Vernunft. Die Autorin "entdeckt" mit demonstrativem Unverständnis, dass es Phänomene wie Schamanismus, den Glauben an Engel, die Fähigkeit zu Pendeln, Tarot, Enneagramme und Astrologie gibt - hunderte bis tausende Jahre alte Techniken, die in die europäische Kultur gehören - die sie forsch ins Reich der Spinnerei verweist. Sie vergisst, dass die Art der Naturwissenschaft, auf die sie sich beruft, mit ihren Messtechniken erst ca. 200 Jahre alt ist.
Als Bio-Firma und als gesundheitsbewusste, kapitalismus-lobbyismus-kritische Menschen fragen wir uns natürlich - wem nützt es? Und befürchten ein weiteres Roll-Back Richtung Monopolisierung (eigentlich Oligopolisierung) des Gesundheitsmarktes, ohne dass es den betroffenen kranken Patienten etwas nutzt - nur dem pharma-industriellen Komplex.
Wir möchten nicht missverstanden werden - die Aufklärung des 18.Jh. hat uns die Freiheit von Absolutismus, selbstherrlichen Kirchen, Fürsten und anderen "gottgegebenen" Verhältnissen ermöglicht. Aber es kann doch nicht sinnig sein, aufgeklärt die Interessen der Gesundheitsindustrie und ihrer selektiven Forschungen zu vertreten, die auf der Suche nach Patentierbarem ist. (Bei gentechnischer Unbedenklichkeitsforschung gibt es doch auch einen gesunden Skeptizismus.)
Auch der Hebammenstreit geht in diese Richtung, eine uralte Tradition der „weisen Frauen“ wird verloren gehen. Der Konflikt zwischen schamanischem, Volks- und Erfahrungswissen auf der einen Seite, und der standardisierten Gläubigkeit an die Ergebnisse einer erst 200 Jahre alten wissenschaftlichen Disziplin mit Blackbox-Versuchen, Trial and Error, könnte zum Schaden unserer traditionellen Schätze ausgehen. Der Verlust an traditionellem Wissen ist deshalb so bedenklich, da er immer auch mit dem Verlust der Fähigkeit zur Selbsthilfe einhergeht. Interessanterweise sind die Dinge, die verboten werden, oder verloren gehen, immer die preisgünstigeren und einfacher zugänglichen Dinge ...
Wer intensiv mit Kräutern arbeitet, wie wir als hochspezialisierter Hersteller, kommt automatisch mit der spirituellen Dimension der Pflanzen in Berührung. Wir haben im deutschsprachigem Raum eine reiche Tradition an hochentwickelten Persönlichkeiten, die in der Heilarbeit mit Pflanzen diese in ihrer Ganzheit betrachten, neben dem physischem mit ihren geistig-spirituellem Anteil: Hildegard von Bingen, Paracelsus und Rudolf Steiner sind einige Beispiele.
Auch heute gibt es in Deutschland Kräuterheiler und -wissenschaftler, die mit schamanischen Komponenten arbeiten. Unter unseren Kräuterbauern gibt es charismatische Persönlichkeiten, die eine Pflanze mit ihrer ganzen Wesenheit erfassen.
Die einfachste Technik hierzu ist die Meditation. Jemand, der ein wenig meditationserfahren ist, setzt sich vor eine Pflanze, oder hält etwas der (frischen oder getrockneten) Pflanze in den Händen, um sie auf sich wirken zu lassen. Man kann Reaktionen im Körper spüren, Wärme, Energieströme, verkrampfte Körperstellen, die sich öffnen, auch schon mal zunächst Gegenwehr - hier hilft nur Geduld. Manchmal erhascht man neue Gedanken, die etwas über das Leben erklären.
Aus ethnologischen und ethnomedizinischen Berichten wissen wir, dass die alten, aber auch die heutigen Schamanen (z.B. in Mittel- und Südamerika) in Trance mit dem Geistwesen der Pflanzen in Kontakt treten und die benötigten Informationen empfangen, z.B. über biologische Prozesse oder zu Krankheitsfällen. Begriffe für den geistig- spirituellen Anteil der Pflanze sind z.B. Pflanzenengel, oder Pflanzendeva (jede Kultur hat da ihren eigenen Begriff). Paracelsus drückt es so aus - also auch eine Aufforderung zur Meditation und Kontaktaufnahme mit der spirituellen Welt: "Gib daher auf deinen inwendigen Garten acht, denn wie der innere Mensch geschaffen ist, er horche nur mit dem äußeren auf sich selbst, dann wird er lernen, was ihn niemand lehren kann (...). Wir haben keinen Menschen, der uns lehrt und keinen Menschen, der die Kräuter von selbst weiß und kennt. Er muss es von anderen haben, die mehr oder anders als Menschen sind." (Iwailo Schmidt, in: Wir Heilpraktiker 1/2010, S.15)
Auch moderne Wissenschaftler sprechen vom Familiengeist der Pflanzen.
Für diejenigen, die nun neugierig sind, hier zwei spannende Buchtipps:
Narby, Jeremy: Die kosmische Schlange. Klett-Cotta, Stuttgart 2001
Narby ist ein Schweizer Anthropologe, der hier über eine lange Feldforschung bei indianischen Schamanen in Südamerika berichtet. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern zieht er Parallelen zwischen den visionären Erkenntnissen in der uralten schamanischen Tradition und modernen neurologischen und molekularbiologischen Erkenntnissen. Lebendig und spannend zu lesen.
Von Dr. Wolf-Dieter Storl, Ethnobotaniker und Kulturanthropologe, möchten wir am liebsten alle Bücher empfehlen. Er ist Wissenschaftler, der auch bei Schamanen, Kräuterkundigen und Medizinleuten in Amerika Südasien und im Allgäu (hier leben einige alte Begbauern/-bäuerinnen mit tiefem, "schamanischem" Naturwissen) gelernt hat. Storl lebt heute selbst im Allgäu und gibt dort auch Kurse zum Thema Kräuterkunde. Er schreibt erzählerisch - leicht und anschaulich zu lesen. Hier zwei Titel als Beispiel:
Storl, Wolf-Dieter: Pflanzendevas - Die Göttin und ihre Pflanzenengel, Heilkunde, Kulturgeschichte, Mythologie und Religion der Völker. AT-Verlag, Aarau/Schweiz 1997
Storl, Wolf-Dieter: Pflanzen der Kelten. AT-Verlag, Aarau/Schweiz 2000 Weitere Informationen zu Storl auf
www.storl.de
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
Bärlauchernte (3) in Echtzeit: Im Wald!
Bio-zertifizierte Wildsammlung in Kroatien

- Bild-Impressionen von der Bärlauch-Ernte 2010 in Kroatien. Die Bio-Firma Terra Magnifica liefert uns seit 10 Jahren Bärlauch. Hier das Sammeln im Wald, jede Woche geht es auf eine höhere Höhenstufe. Für dieses Jahr ist die Ernte nun abgeschlossen. Nächstes Jahr wieder ... Die bisherigen Ernteberichte finden Sie hier: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/06/baerlauchernte-in-echtzeit.htm und www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/10/baerlauchernte-2-in-echtzeit.htm




































