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Gastbeitrag
22.06.2011
10:09

Mikrokosmos: Korallenpilze

Runzelige Keulenpilze und Bauchweh-Korallen



Korallenpilz Clavulina cinerea. Foto: Wilhelm Schulz
Im April gab's PilzKORALLEN, diesmal geht's umgekehrt um PILZE, die wie Korallen aussehen.






Die häufigsten korallenähnlichen Pilze, die in unseren Hunsrückwäldern auch auf sauren Böden vorkommen, gehören gar nicht zu den echten Korallen der Gattung Ramaria (Korallen), denn deren Arten beanspruchen meist bessere, basische Böden, sondern zu der Gattung Clavulina (Keulenpilze). Wilhelm Schulz hat sie im Jahr 2010 im Spätherbst fotografiert:












Korallenpilz Clavulina coralloides. Foto: Wilhelm Schulz
Wie kleine Schmuckstücke glitzern uns die hellen, feinverzweigten Fruchtkörper von Kammförmigem oder Grauem Keulenpilz aus Falllaub, dunklen Moosen oder Nadelstreu an. Der Runzelige Keulenpilz wächst oftmals gar auf nackter Erde und ist ein häufiger Begleiter unserer Waldwege.














Korallenpilz Clavulina rugosa. Foto: Wilhelm Schulz
Alle Keulenpilze sind nicht essbar, aber auch echte Korallenpilze sollten, selbst wenn sie gegessen werden könnten, ihrer Seltenheit wegen geschont werden. Manche sind giftig, z.B. die berühmt-berüchtigte "Bauchweh-Koralle" Ramaria pallida, die, wie der Name schon sagt, heftige Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann.





Makroskopisch sind Korallenpilze oft schwer bestimmbar, im Unterschied zu denen der Gattung Clavulina, die in Deutschland nur vier Arten umfasst, von denen wir hier drei! zeigen können.







Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung





PS. Auf unsere Frage, was denn nun die wahren Korallenpilze seien, kam noch folgende Erklärung: "Liebe Ursula, die Keulenpilze (Clavulina) wurden noch vor einigen Jahren auch Korallenpilze genannt, z.B. Clavulina cristata war die Kammförmige Koralle, heissen heute aber Keulenpilze, sehen aber deshalb trotzdem wie Korallenpilze aus. Nur noch für die Gattung Ramaria ist der deutsche Name Korallen vorgesehen und für die Gattung Ramariopsis der deutsche Name Wiesenkorallen. Leider haben wir von denen keine Bilder, da sie z.T. sehr sehr selten sind. Vielleicht haben wir welche nach unserer Wiesenpilztagung im November, wenn wir hoffentlich einige Wiesenkorallen finden werden."






Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Wilhelm Schulz



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: korallen, korallenpilze, clavulina, keulenpilze, ramaria, bauchweh-korallen
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Gastbeitrag
26.04.2011
19:27

Mikrokosmos: Pilzkorallen

Fungia patella


Pilzkoralle, Fungia patella, Oberseite
In der naturkundlichen Sammlung des Prager Nationalmuseums stiessen wir auf eigenartig pilzartige Gebilde, obwohl wir uns augenscheinlich in der Korallenabteilung befanden.



"Fungia patella" lasen wir, ja, tatsächlich es gibt eine ganze Familie mit dem Namen "Pilzkorallen". Mit Pilzen haben sie ausser der lamelligen Blätterpilzstruktur des Korallenkörpers und der an eine Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) erinnernden flachen Unterseite gar nichts gemein.



Pilzkorallen (Fungiidae) gehören zu den Steinkorallen, die nicht wie andere Korallen festgewachsene, in Kolonien lebende Tiere , sondern große Einzelpolypen sind. Wie die meisten Steinkorallen leben sie in einer symbiotischen Beziehung mit kleinen Algen (Zooxanthellen), von denen sie sich mit Nährstoffen versorgen lassen.







Pilzkoralle, Fungia patella, Unterseite
Unsere museale Fungia patella besitzt den Durchmesser einer größeren Untertasse. So groß werden fast alle 25 Fungia-Arten.


Da wir wegen anhaltender Trockenheit derzeit kaum Pilze in Feld und Wald zu sehen bekommen hat uns der Museumsfund hoch erfreut, zumal wir kaum gemerkt haben, dass uns unsere Museumsexkursion zum Stamm der Nesseltiere geführt hat.





Frohe Ostern mit diesem Kuckucksei!





Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer

Bilder mit Klickvergrößerung





Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: fungiidae, pilzkorallen, prag, nationalmuseum
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