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Hintergrund: Bio-Newsletter von Ihrem Bioladen
Informationen von Anbauern, Herstellern und aus Bio-Politik. Über den Bioladen zu den EndverbraucherInnen.
Seit einem Jahr betreiben wir unseren Blog, u.a. mit vielen Hintergrundinformationen und Fotos über unsere Produkte, über unsere Anbauer, und aus unserer Produktion.
Einmal im Monat bekommen unsere Kunden, die Bioläden, ein Rundmail von uns. Hier gibt es verschiedene Hintergrundinformationen über Neuigkeiten, Produkte, Preise, Herkünfte usw..
Der Blog hat nun den großen Vorteil für uns, diese Kurztexte mit einem weiterführenden Link versehen zu können. Wer sich für ein Thema näher interessiert, klickt: und kann dann Fotos betrachten, z.B. von unseren Bauern oder aus unserer Produktion - oder ausführlichere Texte zum Thema lesen, als dies auf einer Seite Monats-Rundmail möglich ist.
Der vorbildliche, angenehm und lebendig zu lesende Karmakonsum-Newsletter (Trendscouts für die Themen "gesunde und nachhaltige Lebensstile (LOHAS)" und "neues (grünes) Wirtschaften (CSR)"; kann man unter
http://www.karmakonsum.de/info/home abonnieren) brachte uns auf die Idee, an einem Bio-Rundmail-System vom Ladner zu den EndkundInnen herumzuspinnen. Spinnen im Sinne von Vernetzen.
Unsere Informationen aus der Welt der Bio-Gewürze, -Kräuter und -Tees, die unsere Bioläden erhalten, sind natürlich auch interessant für deren Kunden. Andere Herstellerfirmen senden ähnliche Info-Mails.
Und dann gibt es noch unseren Branchenverband BNN, den Bundesverband Naturkost Naturwaren, der uns Mitgliedern wichtige Nachrichten aus Politik, Gesetzgebung, Wirtschaft usw. aufbereitet, die die Naturkostbranche betreffen. Alles Dinge, die auch für engagierte Naturkost-KäuferInnen interessant sind.
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren betreibt selbst eine Informations- und Service-Website für KonsumentInnen: die Seite
http://www.bio-kodex.de . Hier werden grundsätzliche Themen der Branche beleuchtet, unter dem Motto: "Bio kann mehr." Der Bio-Kodex stellt die zentralen Werte dar, die die Unternehmen der Naturkostbranche (oft Pioniere) leiten und prägen, insbesondere eine sozial-ökologische Gestaltung der Marktwirtschaft, Verantwortung für Natur und Umwelt, Chancengleichheit und Ressourcengerechtigkeit, Transparenz, ganzheitliche Qualität und Partnerschaftlichkeit. Regelmäßig kommen interessante Artikel hinzu, die wunderbar in einem Bio-Rundmail weitergegeben werden können.
Zu diesem Nachrichtenpool (von Herstellern und BNN, idealerweise alles schon im Newsletter-Stil mit weiterführendem Link vorbereitet zum Rauskopieren ...) können regionale Nachrichten oder eigene News hinzukommen.
Was braucht ein Bioladen nun, um für seine Kunden ein - sagen wir mal - monatliches Bio-Rundmail zu erstellen:
- Einen Internetanschluss
- Die Email-Adressen seiner KundenInnen, indem man diese an der Kasse anspricht, ob sie Interesse hätten - vielleicht ein Infoblatt mitgibt, evtl. in Verbindung mit einem kleinen Preisausschreiben. Einige Läden pflegen bereits einen Emailverteiler, z.B. für Gemüse-Abo-Kunden.
- Das Programm Excel (oder open office), um die Email-Adressen ihrer KundInnen zu pflegen. Die Email-Adressen sollen in einer Spalte untereinander stehen.
- Ein Email-Programm (wir haben z.B. Thunderbird / Firefox). Als Empfänger gibt der Laden seine eigene Email-Adresse ein. Unter BCC (Blind Copy, wegen des Datenschutzes) wird die Spalte aus der Excel-Tabelle mit den Email-Adressen einfach reinkopiert (immer nur 50 - 70 Adressen in einer Email, um nicht als Spam-Versender aussortiert zu werden - Email vorher als Vorlage speichern).
- Eine Marketing- und Kommunikationsperson im Laden (InhaberIn, VerkäuferIn mit Zusatzaufgabe, Azubi/ne), die aus dem gesamten Info-Pool die interessantesten Nachrichten auswählt. Mit Copy+Paste werden die 5-6 Sätze langen Texte mit weiterführendem Link in den Rundmail-Text einfügt. Ein paar einleitende Sätze, z.B. Grüße, Persönliches, Aktuelles und Angebote aus dem Laden, voranstellen. Wer seine eigenen Rundmails archivieren will, kann den gesamten Text auch zuerst in Word zusammenstellen, und dann komplett in das Email hineinkopieren.
- Alternativ können (wie es auch bereits einige Bioläden tun) aktuelle Hersteller- oder BNN-Kurzinfos mit Links auf die eigene Website gestellt werden.
Informationsflut? Die durch die moderne Internetkommunikation entstandene Form von Newslettern, die aus aneinandergereihten Kurztexten mit weiterführenden Links bestehen, sind schnell und angenehm zu überfliegen. Als LeserIn erfasst man schnell die Themen, klickt aber nur da auf den Lang-Text, wo etwas einen wirklich interessiert.
Warum ein Bio-Rundmail? Transparenz, Wissen, wo's herkommt, Bioprodukte mit Identität, Hintergrundwissen, auch Problematiken aufzeigen und erklären. Im Ladenalltag ist diese enge Kommunikation oft nicht möglich. Im Bio-Rundmail kann sie in Ruhe gepflegt werden. Wir glauben, dass viele EndverbraucherInnen diesen einmaligen Service zu schätzen wissen.
Auf jeden Fall den Kunden / die Kundin auch zu Antworten und Fragen animieren.
Im Falle muss man natürlich auch die Möglichkeit bieten, sich aus dem Verteiler wieder streichen zu lassen.
Kommunikation kann ein wichtiges Mittel sein, KundInnen an die Einkaufsstätte zu binden, als Bioladen des Vertrauens ... mag sein, dass es auch zu höheren Bons führt. Das moderne Kommunikationsmittel "Bio-Rundmail" kann das "altmodische" Gefühl wiederbringen: mein Bioladen ist ... (meine gute Bäckerei, mein Käsefachgeschäft, meine Lieblingsweinecke, mein Wohlfühl-Kosmetik-Ansprechpartner, mein kompetenter Kräuter- und Teespezialist, meine Partner für gesunde und faire Nahrungsmittel usw.).
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner
Hintergrund: BioFach 2010 - Nachlese
BioFach Messe 2010: Fairer Handel Kernthema
Für die, die sie bisher noch nicht kannten: Die Biofach-Messe (eine reine Fachmesse) findet jedes Jahr im Februar in Nürnberg statt und gilt als Weltleitmesse für Bio-Produkte. Zugelassen sind nur einwandfrei biozertifizierte Lebensmittel, zertifizierte Naturkosmetik und Naturkleidung.

Nach der Verlegung der Biofach Tage auf Mi - Sa anstatt wie bisher Do - So, und der angekündigten gelichteten Reihen der Aussteller- und Besucherzahlen waren wir natürlich gespannt, wie viel tatsächlich los sein würde.
Am Ende der Messe waren wir zufrieden. Es war ruhiger, aber wir hatten mehr Besuche am Stand als letztes Jahr, ein angenehmes Paradoxon...
Unsere Themen dieses Jahr waren: 
- Kinder- und Jugendtees, wo wir altbewährte und ganz neue Teemischungen mit unse ren mittlerweile bekannt-schrägen Namen vorstellten und verkosteten,
- alle Gewürzmischungen gab es in der Verkostung
- unter dem Titel "Komische Kräuter" zeigten wir - zum Anfassen und Schnuppern - seltene Tee- und Gewürzpflanzen, z.T. Spezialitäten aus dem Ayurveda,
- edle Natursalze (unter 97,5% NaCl, und damit gesetzlich nicht unter Speisesalz fallen) konnten probiert werden, wie Fleur de Sel, Hallstattsalz und Urmeersalz,
- und wir stellten das Thema ‚Fair Handeln' heraus. In Fotoalben konnten BesucherInnen unsere Bauern in Indien und Sri Lanka wenigstens über Bilder kennenlernen.
Erfreulicherweise war das Thema Fairer Handel ein
Kernthema der Messe: die Halle 5 war als "Fair-Halle" deklariert, und man traf dort Verbände und Initiativen, Fair-zertifizierte Bio-Unternehmen und Bio-Projekte, z.B. Kleinbauernprojekte aus der ganzen Welt (z.T. mit viel Flair - wie der Afrika-Gemeinschaftsstand).
Die Kommunikations-, Netzwerk- und Marketing-Initiative "Trust Organic Small Farmers" (TOSF) zur Förderung von Bio-Kleinbauernprojekten (Heuschrecke ist Gründungsmitglied) war erstmals mit einem Stand vertreten. Der kleine Stand unter der Leitung von Harald Gruber und Dr. llse Preiss (beide Journalisten, TOSF ist unter dem Dach der von ihnen gegründeten Comundialis-Stiftung) weckte Neugierde und konkretes Interesse an einer Mitgliedschaft bei einigen europäischen Öko-Unternehmen, sowie bei Kleinbauern-Initiativen aus Kroatien, Laos, Vietnam und Indonesien.
Hinter der Gründung von "Trust Organic Small Farmers" stand u.A. der Gedanke, dass Bio-Kleinbauernprojekte, wie nicht nur viele Wissenschaftler, sondern auch der UN-Weltagrarbericht betonen, unabdingbar für die Welternährung und Erhalt der Umwelt sind, und deshalb bei der drohenden Durch-Industrialisierung der Landwirtschaft (Thema Gentechnik und Patentierung von Saaten und Nahrungspflanzen) besonders zu schützen sind. Am Vorabend der Messe fand die 4. Konferenz von "Trust Organic Small Farmers" statt - darüber berichten wir in den nächsten Wochen ausführlich.
Da diese internationale Messe neben dem bekannten Gesicht, nämlich der Beziehung Lieferant/Hersteller - Kunde und der Präsentation von Produkten, noch ein anderes hat, nämlich Vernetzung von Lieferanten, Herstellern und Anbauern untereinander, fand auch unter uns Ausstellern ein stetiges Hin- und Hergewandere statt. Neue Projekte wurden ausgeheckt, A von B mit C bekannt gemacht, wodurch neue Win-Win-Situationen entstehen sollen, eine global-lebendige, oft familiäre Atmosphäre aufrechterhalten.
Die Präsenz von Halle 5 machte es schön deutlich: Bio geht nicht ohne Fair. Und "Fair Handel" verlangt auch, Konkurrenzdenken zu überdenken. Neue Wege dafür, hier wieder die Stichworte Kommunikation und Vernetzung, zu erfinden und auszutesten wird die nächste wichtige Aufgabe für die Naturkostbranche.
Nach 30 Jahren im Bio-Geschäft liegt für uns das Augenmerk wieder wie am Anfang auf Kommunikation - und im Besonderen auf partnerschaftlichen Netzwerken. Darin sind wir weiß Gott nicht müde geworden, lassen uns weiter begeistern. (Es gibt allerdings auch die andere Seite, scharenweise Bio-Leerverkäufer, Händler, keine Produzenten, typischerweise aus Indien, Ägypten und Osteuropa, wo man nur davon ausgehen kann, dass die "Bioware" kurzzeitig vom konventionellen Markt "ausgeliehen" sein könnte. Gut, da profitiert man von der langjährigen Erfahrung und der Analytik, die dem "Umwidmen" im Moment gewachsen zu sein scheint...)
Wenn es auch gelingt, eine gute öffentliche Kommunikation zu installieren, nehmen auch EndverbraucherInnen gedanklich mehr an der Produktion ihrer Bio-Lebensmittel teil. So ist auch die derzeitige Bio-Kodex-Diskussion des Bundesverbands Naturkost Naturwaren sehr sinnvoll.
Wir stellen natürlich auch auf den kleineren und deshalb leichter zu bearbeitenden Fachmessen BioNord (Hannover) und BioSüd (Augsburg) aus. Doch trotzdem ein Appell an die Naturkostfachgeschäfte: es lohnt sich weiterhin (wenigstens alle 2 Jahre), auch die BioFach Messe zu besuchen, um an der Globalität und Vielfalt teilzuhaben, und den ausstellenden Anbauern, Winzern usw., z.T. von weit her, "Referenz zu erweisen".
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper





















