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Coole Kelten

Unsere keltische Serie: Gewürzmischungen und Kräutertees aus heimischer Tradition





Unsere Keltische Serie: Keltischer Haustee, Abendtee, Früchtetee, Kräuterküche und neu: Keltisches Würzsalz

  • Die naturverbundenen Kelten siedelten einst von Irland / England bis Kroatien. Die Kräuter unserer Keltischen Tees und Würzmischungen begleiten uns kontinuierlich seit 3000 Jahren durch unsere Kultur.
  • Unsere Keltische Serie: Keltischer Haustee, Abendtee, Früchtetee, Kräuterküche und neu: Keltisches Würzsalz.
  • Mit vielen Kräutern, Blüten, Beeren und Wurzeln von Terra Magnifica aus Kroatien -  aus Bio-Wildsammlung und Bio-Anbau von KleinbäuerInnen, siehe auch: www.heuschrecke.com/lieferantenportraits.de







Warum eine keltische Serie?


Bio-Bärlauch-Sammler-Idylle Terra Magnifica, KroatienInspiriert zu dieser Serie hat uns Wolf-Dieter Storl, Ethnobotaniker, Kulturanthropologe und Buchautor. Er lebt nach langen Jahren in den USA (u.A. Lehre bei indianischen Schamanen) heute im Allgäu, fast selbst ein Schamane, aber eben auch Wissenschaftler.

Sein Buch "Pflanzen der Kelten" beschreibt aus Legenden, Sagen, Relikten von Bräuchen und Tradierungen, und aus der ursprünglichen Botanik hergeleitet, die Bedeutung und Verwendung von Pflanzen in der keltischen Zeit (ca. 1000 v.Chr.) - also für viele von uns die Vorfahren.









Terra Magnifica: die älteste Sammlerin und ihre Tochter, in BitelicSammlungsgebiet Rakovica, Wacholder, Terra Magnifica
Der Einklang des keltischen Lebens mit der Natur in ihrem Jahresrhythmus kann heute im modernen Leben schon manchmal richtig sehnsüchtig machen (Kehrseite: nur waren wir damals mit 35 schon halb im Grab ...).


Mit unserer keltischen Serie möchten wir etwas aus der ursprünglichen Natur mit ihren Jahreszeiten in den heutigen Alltag bringen. Unser Pflanzenreichtum - jenseits von Petersilie und Schnittlauch bzw. Basilikum und Rukola - soll nicht in Vergessenheit geraten.






 

 


Sammlungsgebiet Rakovica, Wegwarte, Terra MagnificaSammlungsgebiet Rakovica, Wasserminze, Terra MagnificaGerade Kräuter waren früher, und sind bis heute in anderen Kulturen, Lebens- und Heilmittel zugleich. Bei uns gibt es strikte Trennungen - dank Behördenwut und eifriger Lobbyarbeit.

Man kann diese Kräuter nur für den freien Zugang bewahren, indem man sie eifrig benutzt. So finden Sie in unserer Keltischen Serie auch viele seltenere Zutaten.








Die Illyrer waren Kelten


Sammler-Dorf Bitelic, Terra Magnifica. Li: Heinz-Dieter Gasper, Heuschrecke, Mitte: Roman Turk mit SammlerinKleinbauer und Kriegsveteran in Rakovica. Duka Brajdic baut u.a. für uns Minze anAus Kroatien stammt ein großer Teil unserer Kräuterzutaten.
Der Ingenieur Roman Turk hat nach dem Krieg die alte Sammler-Tradition in Kroatien wieder belebt.

Sein Projekt Terra Magnifica hat auch eine wichtige soziale Funktion: Sammler und Sammlerinnen bis ins hohe Alter von 90 Jahren, Kleinbauern, darunter viele traumatisierte Kriegsveteranen, erwirtschaften einen Beitrag für ihren Lebensunterhalt. Diese Arbeit gibt benachteiligten Gruppen ihre Würde wieder.








Roman Turk (Gründer Terra Magnifica) / Drago Staresincic (baut Blüten für uns an) / Heinz-Dieter Gasper (Gründer Heuschrecke) im Sonnenblumenfeld (Sonnenblume ist indianisch)Malvenernte für uns, in KarlovacFür das Sammeln von Kräutern gibt es in den Balkan-Ländern ein großes traditionelles Wissen. In Kroatien sammeln in verschiedenen Regionen vernetzte Gruppen mit Koordinatoren, alle biozertifiziert. Außerdem gibt es einige Kleinbauern, die Blüten und bestimmte Kräuter auf Kontrakt anbauen.

Die Firma Terra Magnifica von Roman Turk koordiniert Sorten und Mengen, die Nachbearbeitung der Ware, die gesamte Bürokratie, die Biozertifizierung und den Export. Ein großer Teil des Repertoires von über 200 Pflanzen, die die Sammler sicher identifizieren und sammeln können, kommt zu uns.
Wir lieben diese Vielfalt, und verwenden sie gerne in unseren Rezepturen. Wir liefern sie auch als Monoware weiter an Kräuterspezialisten, Kosmetik- und Naturheilmittel-Hersteller.






Keltische Kräuterküche

Peljesac, Bergbohnenkraut, Wildsammlung
Liest man heute Literatur über die Kelten, fällt auf, wie harmonisch ihre Kultur in unsere Landschaft, Klima und Vegetation eingebettet war. Unsere Kräutermischung ‚Keltische Kräuterküche' aus damals typischen Wildpflanzen ist sozusagen ein Gruß an uns selbst aus ganz alter Zeit. Wir haben überlegt: wie hätte der keltische Eintopf geschmeckt - gewürzt mit dem, was um das Haus herum zu finden war.
Geschmack: aromatisch-würzig mit der genialen Note eines Bärlauch / Schabzigerklee - Mix.
Anwendung: für alle Gerichte vom deftigen Eintopf bis zu feinen Pasta, für Fleisch- und vegetarische Gerichte.
Zutaten: Gundelrebe, Brennnesselblatt, Bärlauch, Knoblauch, Schabzigerklee, Beifuss.







Neu: Keltisches Würzsalz von HeuschreckeKeltische Würzsalz       NEU


Es hatte uns schon länger gereizt, eine Würzmischung mit den vielen wertvollen und kraftvollen Wurzeln herzustellen, die heute im Alltag fast vergessen sind, oder bestenfalls nur noch im Schnaps vermutet werden.
Zusammen mit dem Original - Bergkernsalz aus dem Salzkammergut, worauf sich die Hallstatt-Kultur begründete (der Salzabbau dort war Grundlage eines gewissen Wohlstands der Kelten), ist ein - schon magisch -  wohlschmeckendes, intensiv-würziges Salz entstanden.
Geschmack: intensiv-würzig. Auch das bräunliche Bergkernsalz selber hat durch seinen Mineraliengehalt (Eisen, Mangan) eine eigene Würze.
Anwendung: für alle Gerichte vom deftigen Eintopf bis zu feinen Pasta, für Fleisch- und vegetarische Gerichte. Lecker auf dem Frühstücksei oder einfach auf Brot und Butter.
Zutaten: Hallstatt (Bergkern-) Salz (ca. 75%) Bergbohnenkraut, Walnussblatt, Brennnesselwurzel, Petersilienwurzel,Pastinake, Lorbeer, Liebstöckelwurzel, Hirtentäschel, Beinwellblatt, Angelikawurzel, Enzianwurzel, Meisterwurz.
(25% Kräuteranteil)


Keltischer Haustee


Peljesac,  Wildsammlung von SalbeiDie Kelten haben sehr genau die Natur beobachtet und wussten, wann man am besten welche Kräuter verwandte. Sie haben intensiv mit den Jahreszeiten gelebt und viele Feste gefeiert, z.B. um den Frühling zu begrüßen oder den Sommer zu verabschieden.
Sie haben in der Natur Gottheiten gesehen, z.B. gab es die Blütengöttin, die für alle Pflanzen im Sommer zuständig war. Oder der dunkle und kalte Wintergott, der im Frühling dem nächsten Gott Platz machen musste.
Es wurden Geschichten über diese Götter erzählt, die in Wirklichkeit die Natur beschrieben, z.B. den Lauf der Jahreszeiten und das Keimen, Wachsen, Blühen und Verwelken der Pflanzen.
Unser Keltischer Haustee ist vielleicht ein Zauber- oder Schutztee für Harmonie und Kraft. Er enthält Kräuter und Blüten aus jeder Jahreszeit - wie ein Gezeitenrad -außerdem aus Märchen und Sagen bekannte magische Schutzpflanzen wie Haselnussblätter.
Geschmack: aromatisch, fein würzig, Honig passt gut dazu.
Zutaten: Brennnessel, Ehrenpreis, Feldkamille, Birkenblätter, Mädesüß, Gänseblümchen, Ringelblume, Eisenkraut, Königskerze, Beifuss, Haselnussblätter, Holunderblüten.


Keltischer Abendtee


Dieser Tee ist um den großen Gemeinschaftsbaum, der Linde, und dem magischen Schutzstrauch Weißdorn herumkomponiert. Es ist kein Schlaftee. Sein Thema: abends nach dem Tagwerk zu sich kommen, die eigene Ruhe finden. Ausspannen im Kreis der Lieben.
Geschmack: aromatisch, lieblich-duftig.
Zutaten: Lindenblüte, Weißdorn, Schachtelhalm, Holunderblüten, Holunderbeeren, Melisse, grüner Hafer, Schafgarbe, Mädesüß, Hagebuttenschale, Apfelstücke, Ehrenpreis, Schlüsselblume.




Keltischer Früchtetee


Ein milder Früchtetee mit wenig Säure - die starken Yin-Kräfte der Früchte (Weisheit aus einer anderen alten Kultur) werden ausgeglichen durch die Zutaten Haselnussblatt und Heidekraut.
Durch seine lichte, freundliche Ausstrahlung ist der keltische Früchtetee sehr angenehm zu trinken, auch während etwas trockenerer Alltagsarbeiten, Hausaufgaben oder Büroarbeit.
Geschmack: süßlich-mild-fruchtig, wenig Säure
Zutaten: Apfelstücke, Hagebuttenschale, Rote Bete, Schlehenfrüchte, Birnenstücke, Heidelbeeren, Haselnussblatt, Holunderbeeren, Brennnesselfrüchte, Heidekraut.









Buchempfehlung zum Weiterlesen:
Wolf-Dieter Storl: Pflanzen der Kelten - Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender. AT-Verlag

Heuschrecke-Tees und Gewürze erhalten Sie in Ihrem Naturkostfachgeschäft oder im Bio-Versandhandel.

 



Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

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Südafrikareise (4): Vom Rheinland nach Wupperthal

Lieferantenbesuche in Südafrika

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 4. Teil.

(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem   Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm  )
(3. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fenster http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm  )


Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.

 





Südafrika, Cederberg-Region mit  Wupperthal

Südafrika, Western Capeland

Von Nieuwoudtville ging unsere Reise wieder 200 km in den Süden, nach Wupperthal, unserem eigentlichen Hauptziel. Hier besuchten wir unsere Bio-Rooibusch-Lieferanten, die Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, eine Gemeinschaft von 80 Kleinbauernfamilien.



 

 

 

 

 


 

Cederberg-Region um WupperthalReifenpanne

Wupperthal liegt im malerischen Tra-Tra River Tal in den Cederbergen, insgesamt eine unwegsame, karge Region zwischen 600 und 1100 m Höhe, eine wunderschöne Halbwüsten-Landschaft.



Nur Schotterstraßen, jedes Auto einen Reifen gehimmelt, unser Wechsel wurde von Baboons (Pavianen) beobachtet, sonst menschenleer, auf hunderten Kilometer 2 entgegenkommende Autos.









Cederberg-Region um Wupperthal, StraßeCederberg-Region um Wupperthal
Bevor wir jetzt von unseren Rooibusch-Bauern erzählen: erst eine Erklärung zu Wupperthal, die sehr ausführlich geraten ist, und uns fasziniert hat, weil so eine Art Zeitraffer zwischen Eisenzeit und heute in kaum 200 Jahren abgelaufen ist, und die auch infolge der Missionsaufzeichnungen und einer Dissertation an der Uni Kapstadt so schön dokumentiert ist.















Cederberg-Region um WupperthalCederberg-Region um Wupperthal ( das Grüne ist Wupperthal)
Die Gemeinde Wupperthal wurde 1829/1830 von den Rheinischen Missionaren Gottlieb Leiboldt und Von Wurmb als Missionsstation gegründet, auf Farmland, das sie erwerben konnten.










Die koloniale Situation und ihre rauen Folgen - ab ca. 1650 drängten weiße Abenteurer, oft in der Heimat straffällig gewordene Flüchtlinge, sowie weiße Siedler (trekboer, Buren) tiefer ins Kap-Hinterland hinein - ereichte die unzugängliche und landwirtschaftlich unattraktive Cederbergregion später und in etwas "abgemilderter" Form.

 

 

 

Cederberg-Region um Wupperthal
Zur Zeit der Missionsgründung war das Gebiet besiedelt von Khoikhoi (nomadisierenden Viehzüchtern, auch Hottentotten genannt, und auch bekannt aus dem dt.-südwestafrik. Namibia), San (Jäger und Sammler, auch Khoisan oder Buschmänner (bushmen) genannt), und diversen Mischlingen (Bastaards, mit weißen, Khoikhoi-, Khoisan- oder malayischen (Ex-Sklaven) Vorfahren). Vereinzelt gab es weiße Farmen.








 Cederberg-Region um Wupperthal

Die San waren die stärksten Verlierer der Kolonialisierung. Seit mindestens 8000 Jahren für das Kapland belegt, sind sie praktisch innerhalb von 250 Jahren so gut wie verschwunden. Die archaische Lebensweise passte am wenigsten zur sesshaften Lebensform mit individuellem Landbesitz der weißen Siedler. Common Land wurde zu Crown Land, was Enteignung bedeutete. Sie waren "unangepasst", nicht bereit, lohnabhängig zu arbeiten, und wehrten sich mit Überfällen und Raub. Sie wurden vertrieben, dezimiert, und ihre Kinder organisiert für Zwangsarbeit verschleppt. In der späteren Missionsstation waren sie an eher schwächster Position, anfällig für Gewalt und Alkoholismus.

 

 

 

 

 Wupperthal liegt vor uns im Tal (das Grüne)Straßenschild Wupperthal

Die Khoikhoi waren als Viehzüchter mit traditionellem Wissen um die schwierige Halbwüstenregion schon interessanter für die Siedler - was sie einerseits nicht vor Enteignung und Verarmung schützte, andererseits schafften es einige Clans, offizielle Landtitel und damit einen gewissen Wohlstand und Respekt zu bekommen. Sie bildeten die rurale Elite.






Im Klima der Verrohung zwischen weißen Besetzern und Einheimischen, des Verlusts der alten sozialen Gefüge, und der Zunahme "illegitimer" Beziehungen mit ihren Bastaardkindern wurde nach Missionen gerufen, zur "spirituellen Erziehung". Ab ca. 1800 waren englische, niederländische, die deutsche Herrnhuter (Moravian), und schließlich die Rheinische Mission vor Ort.

 

 

Ankunft in Wupperthal - wie vor 150 Jahren  ...

Ankunft in Wupperthal - wie vor 150 Jahren ... - fast ...
Die ersten 10 Jahre der Mission in Wupperthal waren ein Fiasko. Bis auf wenige Clans, die aus dem Getauft-Sein Reputation bezogen, wurde der christliche Glaube nicht angenommen, und obwohl Missionsstationen einen gewissen Schutz vor den kolonialen Ungerechtigkeiten boten, gab es eine hohe Fluktuation.









Wupperthal: das Leipoldt-Haus ist jetzt ein CaféWupperthal: Mission Store
Erst 1840 änderte sich die Situation: eine Anzahl bereits christianisierter Familien von Ex-Sklaven zog hinzu (etwas verzögert nach dem Verbot der Sklaverei 1833), die über Bildung und handwerklicher Ausbildung verfügten. Gleichzeitig beschloss Leipoldt, konzentriert eine lokale Industrie zu entwickeln und ließ Fachleute aus Deutschland anreisen.







Wupperthal: Mission StoreWupperthal: Mission Store


In den nächsten 10 Jahren wurde eine Gerberei, Schuhfabrik, Hutfabrik, Schreinereien, Karrenbauerei und eine Mühle aufgebaut, und die Landwirtschaft und Viehzucht verbessert. Die Clans der Ex-Sklaven-Familien bildeten als Handwerker nun die Missionselite.










Wupperthal Schuhfabrik: in der besten Zeit gab es 40 Angestellte, heute 5Wupperthal Schuhfabrik: in der besten Zeit gab es 40 Angestellte, heute 5















Wupperthal Schuhfabrik: die LeistenWupperthal Schuhfabrik: in der besten Zeit gab es 40 Angestellte, heute 5
















Wupperthal Schuhfabrik: früher wurde das Leder selber gegerbt, heute kommt es aus Cape TownWupperthal Schuhfabrik: ganz weiches Leder, ganz schöne Modelle ...
















Wupperthal: erste Missionshäuser, hier sieht man den MaterialaufbauWupperthal: erste Missionshäuser
Es folgte eine Phase bescheidenen Wohlstands, es gab eine Grundabsicherung für Arme und Kranke, und man begann, mit festen, weißen Steinhäuser mit Reetdach die alten Hütten zu ersetzen. Ebenfalls wurden neue Teacher Training Programs für schwarze/farbige LehrerInnen eingerichtet.









Wupperthal: MissionshäuserWupperthal: Missionshäuser














Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es zwei Wirtschafts- bzw. Spekulationskrisen, den südafrikanischen Burenkrieg, und immer wieder Dürreperioden, die die Mission überforderten. Es konnten nicht mehr alle versorgt werden, viele zogen in die Städte wie Clanwilliam, Tulagh, bis Capetown, um ihr Glück zu versuchen, ungewollte und sehr frühe Schwangerschaften, (sexuelle) Gewalt und Alkoholismus bereiteten regelmäßig große Probleme. Die alteingesessenen Khoikhoi-Bauern verarmten (sie hatten ihr Land an die Mission verkauft, und hatten nun Schwierigkeiten, ihre Pacht zu bezahlen) und rebellierten gegen die Missionare aus Angst vor Landverlust. Die Missionare regierten phasenweise mit einem harten, autoritärem System von Kontrolle und Strafe.




Wupperthal: PostWupperthal: Weg zum Teacourt an der Kirche vorbei
















Auf der anderen Seite bildete sich so etwas wie eine neue, verantwortungsbewusste, bürgerliche Elite, die an der Gemeindeverwaltung aktiv teilnahm. Die vielfältigen ethnischen Herkünfte verschmolzen anfangs des 20. Jahrhunderts zu einer neuen Identität von farbigen, politisch empfindenden Bürgern.
Ein erstes Bild der Rainbow Nation Mandelas. Dieser Geist war auf unserer Reise trotz aller aktuellen Probleme immer spürbar und hat uns in den Bann gezogen.

Es war auch eine Initiative der Bauern Anfang des 20. Jahrhunderts, den "Rother Buschtee" (Rooibuschtee) mit gutem Erfolg zu vermarkten, ein Getränk, was immer schon bei Einheimischen bekannt war. 




Wupperthal: Friedhof, Gräber bestehen traditionell aus 2 SteinenWupperthal: Kirche

Die Mission mit ihren umliegenden Außenstationen zählte zu ihren stärksten Zeiten über 2000 Einwohner. Das Land reichte trotz Zukäufe nicht, um die Bauernfamilien mit Pachtland zu versorgen.

Es organisierte sich ein Zyklus, in dem die ältesten Kinder jeweils in die Stadt für einen Zuverdienst arbeiten gingen, und zurückkehrten, wenn die Jüngeren soweit waren, um dann selber eine Familie zu gründen. In kurzen Perioden lief es rund, zumal auch, wenn die örtliche Industrie gute Aufträge bekam. Über die ganze Zeit betrachtet sieht man jedoch den ständigen Kampf gegen Armut, Hunger und soziale Probleme.





Wupperthal: auf dem Weg zum Teacourt. Die   heutige Teehalle war früher die Gerberei.

Wupperthal: Herzlicher Empfang (Barend  Salomo, Heinz-Dieter Gasper, Ben Kaukler)
Im 20. Jahrhundert setzte eine massive Ökonomisierung des Lebens ein. Farbige Menschen wurden im Arbeitsleben schlechter behandelt und bezahlt als zuvor - hier gab es in der Mission zumindest eine schützende Hand vor der schlimmsten Ausbeutung. Alles Land war jetzt in Besitz von weißen Farmern oder der (weißen) Mission.








Wupperthal: heute geernteter Rooibusch zur WeiterverarbeitungWupperthal: heute geernteter Rooibusch zur Weiterverarbeitung













Die zwei Weltkriege ließen das Schicksal der deutschen Mission ungewiss werden, da auf jeden Fall ein Teil mit den Nationalsozialisten Hitler-Deutschlands symphatisiert hatte. Ab dem Ende des 2. Weltkriegs bereitete sich der Rückzug der Mission vor, es gab eine Phase der Rebellion der jungen Männer gegen ihre schlechten Zukunftschancen, und auch Misswirtschaft/Veruntreuung seitens der Missionsleitung. Die Alten, die im Krieg gegen Deutschland gekämpft hatten, begannen, offen gegen die Leitung zu opponieren.






Wupperthal: Pause vor der TeehalleWupperthal Teehalle: Liste, wer das Tagesgebet spricht. Die Namen sind dieselben wie schon vor 170 Jahren
In einem Klüngel sollte die Station an die apartheidnahe "holländische" Landeskirche übergeben werden. Nach starken Protesten der Bürger konnte das verhindert werden, sodass die Mission schließlich unter der letzten friedlichen und produktiven Leitung 1965 an die gemäßigtere Moravian Church ging. Die weißen Missionsfamilien und einige Familien aus der farbigen Elite zogen dann weg, mit dem Nachteil, dass auch handwerkliches und industrielles Wissen abgezogen wurde.









Wupperthal: der halbe Vorstand der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative: Barend, Piet (sein Bruder), Sofia. Im Dorf redet man sich mit Vornamen und aunt (Tante) bzw. uncle (Onkel) an.
Zurück zur Gegenwart: mit fast einem Déjà-Vu-Gefühl kamen wir an in diesem schmucken Dorf mit Häusern, die in einem deutschen Freilichtmuseum hätten stehen können. Barend Salomo, Vizepräsident der Cooperative hatte uns erwartet - nach einem familiären und herzlichen Empfang wendeten wir uns sofort dem Thema Rooibusch zu ...




... hier gehts weiter: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/11/suedafrika-reise-5-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm








Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner


Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika



Literatur: Mark Ch. Bilbe: Wupperthal. The Formation of a Community in South Africa 1830-1965. Köln 2009. Diese englische Dissertation (aus Kapstadt) ist weitgehend mit Material aus dem Archiv der Rheinischen Mission entstanden. Es wird auch im Herbst 2010 in einer deutschen Übersetzung veröffentlicht werden.
Die Archiv und Museumsstiftung der VEM (Vereinte Evangelischen Mission) hatte uns dieses Buch freundlicherweise zugesandt.


Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass die Fotos nicht original alt sind - obwohl natürlich viele der dargestellten Sujets aus der Originalzeit stammen.

Wer also die alten Geschichten nicht lesen will, kann sich zumindest über neue Fotos freuen - dahinter verbergen sich Erklärungen (mit dem Cursor auf das Bild gehen). Bilder können mit Doppelklick vergrößert werden. Über unsere Bauern, und wie Rooibusch geerntet und verarbeitet wird, erzählen wir das nächste Mal.




Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: südafrika, rooibos, wupperthal, kleinbauern, rheinische mission, kolonialismus, schuhfabrik
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Vom Rheinland nach Wupperthal (3)

Unsere Lieferanten in Südafrika. Ein Reisebericht

Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 3. Teil.
(1. Teil: Öffnet externen Link in neuem  Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm   )


Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.








Karte: Kap Provinz, Nieuwoudtville, Heiveld

Was uns wunderte: obwohl diese Klassifizierung mit dem Ende der Apartheid abgeschafft wurde, wird im Alltag noch exakt zwischen "Black People" und "Brown" oder "Coloured People" (hellere Hautfarbe), und daneben natürlich noch Weißen und Asiaten, unterschieden. 80% der Bevölkerung gehören zur schwarzen Urbevölkerung (Bantu-Völkerfamilie). In der Kap-Provinz, wo die von uns besuchten Rooibusch-Cooperativen Heiveld und Wupperthal sind, gehört der größere Anteil der Bevölkerung jedoch zu den Brown People. Warum?


Die Kap-Spitze mit dem Tafelberg war Ausgangspunkt der aktiven Okkupation durch Europäer. 1653 gründete hier die niederländische Ostindien-Gesellschaft einen Hafen und achtete sorgfältig auf ihre Monopolstellung im Handel. (Ca. 100 Jahre zuvor waren die Portugiesen dort, nahmen Südafrika allerdings nach Niederlagen nicht als Kolonie ein.)


Europäische Siedler drängten wie überall auf der Welt in Konkurrenz untereinander und zu Monopolisten recht aggressiv als Farmer und Lebensmittelproduzenten weiter ins Hinterland der heutigen Kap-Provinz hinein.

Die benötigten Arbeitskräfte wurden mit Sklaven aus anderen afrikanischen und asiatischen Ländern gedeckt, wofür Kapstadt ein aktiver Umschlagplatz war.


Die einheimischen Khoi San und Khoikhoi, traditionell Jäger-Sammler und Viehzüchter, weigerten sich, in abhängige Lohnarbeit (unter schlechten Bedingungen) auf die Farmen zu gehen. Die Stämme lehnten abhängige Arbeitsverhältnisse tief aus ihrem Selbstverständnis heraus ab, durch die Geschichte hindurch. Parallel zur Sklavenhaltung kam es aber schon zu einem kleineren System der Zwangsverknechtung von Khoi San und Khoikhoi.


In der Regel handelte es sich um kleine oder mittlere Farmbetriebe, sodass es zwar offiziell Rassentrennung gab, aber im Alltag unterlaufen wurde. Durch das Problem Frauenmangel unter den weißen Siedlern fand eine Durchmischung mit der schwarzen und asiatischen Bevölkerung von Anfang an statt. Ehen zwischen Weißen und Mischlingen waren mehr oder weniger offiziell.


Anfang des 19. Jahrhunderts gingen die neuen britischen Besatzer im Kapland aus humanitären Gründen gegen die Sklaverei an. Da auf die Arbeitskräfte nicht verzichtet werden konnte, und Sklaven teurer und rarer wurden, begann ein organisiertes "Kidnapping", eine brutale Jagd mit Zügen eines Genozids auf die Khoi San und Khoikhoi, besonders auf Kinder, um sie zu verknechten - dieses Zwangsarbeiterverhältnis war auch rechtlich schlechter gestellt als die Sklaverei.


1833 wurde die Sklaverei offiziell abgeschafft. Zurück blieben im Kapland eine durchmischte, landenteignete Bevölkerung, die Brown People, und ein perfektioniertes System an Arbeitskontrolle und Zwangsarbeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts bis ins 20. entwickelten die Brown People mit der Muttersprache Afrikaans eine neue Identität. Im Kapland leben heute nur noch wenige Menschen der ursprünglich schwarzen Völker, während ihr Bevölkerungsanteil im Osten und Nordosten Südafrikas fast 100% beträgt.

 




Unsere Südafrika-Reisegruppe auf der Landskloof-Farm von Koos KoopmannKoos Koopmann, Bio-Rooibusch-Farmer der Cooperative Heiveld

Doch zurück zu unserer Reise.


Am folgenden Tag besuchten wir Koos Koopman, Rooibusch-Farmer der bio- und Transfair-zertfizierten Cooperative Heiveld in Landskloof.


Seine Geschichte: früher hatte er auf der Landskloof-Farm für 15 Rand am Tag (ca. 1,50 EUR) als Tagelöhner gearbeitet. Nach dem Ende der Apartheid war es möglich, gute Regierungskredite für z.B. Landkauf zu bekommen. So hat er eisern darauf hingearbeitet, genau jene Farm zu kaufen, und er hat es geschafft!

Seine Frau stammt aus Wupperthal, hat dort noch ein Stück Rooibusch-Land und ist Mitglied der Wupperthal-Cooperative. Für beide ist es wichtig, die Hoheit über alle Produktionsprozesse vom "Feld bis zur Tasse" zu haben.



Koos zeigt uns die Pläne seiner Farm

 

Der starke Wunsch nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit, der uns nicht nur bei Koos begegnet ist, erfordert die ständige Suche nach Balance: eine gute Zusammenarbeit in der Kooperative ist unabdingbar, um gesund wirtschaften zu können, aber den entwicklungspolitischen Regierungs- und Nichtregierungs-Organisationen wird mit skeptischer Distanz begegnet, wenn sie sich zu sehr in die Abläufe der Kooperative einmischen. Der Grat zwischen Unterstützung und Bevormundung ist den Kleinbauern fast schon allergisch bewusst, aus der Geschichte. Das Ende der Apartheid und die Entwicklung ist noch sehr präsent.

 

 

 

 

 

Farm Koos Koopmann, Brachland

Wenn man von Kleinbauern spricht: in Sri Lanka und Indien ist die typische Größe eines Kleinbauernbetriebs 1 ha, oft Steillage im Dschungel. Hier in Südafrika sieht es etwas anders aus. Die Größe von Landskloof beträgt 3000 ha. Vieles ist Brachland, doch Koos bepflanzt systematisch. Aber die Gegend ist mehr Wüste als Ackerland.



 

 

 

 

 

 

 

Farm Koos Koopmann, Wildstreifen zwischen Rooibusch-FeldernFarm Koos Koopmann, Wildstreifen zwischen Rooibusch-Feldern



Zum Schutz gegen Erosion und Erhalt der ökologischen Zusammenhänge (Insekten-, Tierwelt) pflanzt er extensiv:
80 Reihen Rooibusch, dann folgt jeweils 20m Brache mit Wildbewuchs.







Farm Koos Koopmann: SchafeFarm Koos Koopmann, Rooibusch Feld

 


Im Brachland weiden auch die Schafe.







 






Farm Koos Koopmann, SetzlingeFarm Koos Koopmann, Setzlinge
Koos ist Spezialist für das Ziehen von Bio-Rooibusch-Setzlingen. Etwas Besonderes, da auf dem Markt keine biozertifierten Setzlinge erhältlich sind.










 


Koos Koopmann, Bio-Rooibusch-Farmer der Cooperative Heiveld: from plant to cupKoos Koopmann, Bio-Rooibusch-Farmer der Cooperative Heiveld: from plant to cup
Er erklärt uns seine Philosophie "from plant to cup".


Neben dem angepflanzten Rooibusch gibt es übrigens überall noch wilde Rooibusch-Pflanzen. Der Tee davon ist feiner mit einem fast blumigen Aroma.

Leider kam es in den letzten 10 Jahren bei uns zu einem Rückgang des Rooibusch-Konsums, was auch in Südafrika zur Rooibusch-Krise geführt hat. Unseren Bio-Kooperativen hat dies Probleme bereitet - also unser Appell: bitte weiter Rooibusch-Tee trinken.

Rooibusch Tee ist am Morgen z.B. eine schöne Alternative zu Schwarztee und schmeckt auch mit Milch (Kinder mögen das).








Später am Abend: unsere kleine Reisegruppe war ja sehr multikulturell, in einem Regenbogenland und der Wiege der Menschheit. Bevor Arlette und Christine zu uns stießen, hatten sie sich fürchterlich verfahren, da es mehrere Orte des gleichen Namens gibt, und man niemanden trifft (auch keine Schilder), der einem weiterhilft.

Sarath, Wissenschaftler aus Sri Lanka, erklärt, wie man aus einem Zweig selber ein Orakel herstellt, um den richtigen Weg herauszufinden. So wird bei Verirren in Sri Lanka heute noch der Gott befragt, der "die Wege kontrolliert."



... hier gehts weiter ...  Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm 


Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

Alle Fotos mit Klickvergrößerung.
Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika

 

 

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Tags: südafrika, rooibusch, wupperthal, ericaville, heiveld, kleinbauern, bio, fairtrade
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SEED-Award für KAITE, Bio-Kleinbauernprojekt Zimbabwe

KAITE: ein neues Bio-Kleinbauernprojekt in Zimbabwe für Kräuter und Gewürze

 

Vorbemerkungen:


Wir freuen uns, dass KAITE soeben den begehrten SEED Award for Entrepreneurship in Sustainable Development in Gold gewonnen hat. einem 2002 von UNEP, UNDP und IUCN gegründeten Netzwerk zur Unterstützung innovativer Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt, dem auch das deutsche Bundesumweltministerium angehört.


KAITE: Dominik Collenberg und Heinz Gasper von Heuschrecke: erste Bio-Chili-MusterWir lernten Dominikus Collenberg auf der BioFach Messe 2008 kennen. Dominikus ist Agraringenieur und Demeterbauer, arbeitete viele Jahre für die GTZ, als Berater u.a. in verschiedenen Ländern Asiens, Lateinamerikas und Afrikas (u.A. Zimbabwe), sowie China, wo er beim Aufbau der organischen Zertifizierung beteiligt war.
In Zimbabwe begründete er 2007 schließlich die umfassende Initiative KAITE.



KAITE - Struktur:

  • Bio-Kleinbauernprojekt in Kooperation mit 2 Trainingscentern, die durch NGOs finanziert werden: ein Center ist das Trainigscenter der Jesuiten, das u.A. durch Miserior, aber auch die EU und andere potente Geber finanziert wird, dann Kufunda, ein kleines Center, dass  für KAITE ideal gelegen und von sehr engagierten Menschen geführt und implementiert wird.
  • KAITE hat ein Unternehmen in Zimbabwe, das zur Erreichung der ökonomischen Ziele notwendig ist, sowie eine Stiftung in Zimbabwe und einen Verein in Deutschland, die zur Erreichung der gemeinnützigen Ziele wichtig ist:
  • - KAITE Stiftung - Vertreter der örtlichen Prominenz, denen die Entwicklung des Landes am Herzen liegt, sind im Stiftungsrat vertreten
  • - in Deutschland ein gemeinnütziger Verein KAITE Trust (u.A. für AIDS-Waisen) 



KAITE verhält sich unpolitisch und verzichtet auf eigenen Landbesitz. KAITE arbeite mit gegenwärtig 500 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen. Diese bauen Kräuter, Gewürze und Ätherische Ölpflanzen an. Die Produkte werden alle bei den Bäuerinnen und Bauern auf den Gehöften weiterverarbeitet und veredelt. Damit entsteht der Mehrwert vor Ort und die Menschen finden Beschäftigung. Das Engagement von KAITE kann schon in dem ersten Jahr zu einer Verdoppelung des Einkommens führen. Das Einkommen wird meist für die Schulausbildung der Kinder und die medizinische Versorgung, aber auch den Zukauf von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln genutzt.
 


KAITE: Blüten-Ernte von HonigmelonensalbeiAuf der BioFach 2008 ging es darum, im Voraus potentielle Abnehmer auf dem Naturkostmarkt für Bio-Gewürze und -Kräuter zu finden, die nun verstärkt angebaut werden sollten. Bis dahin flossen KAITE-Produkte in die Kosmetikherstellung.
Die Aufgabe für unsere Firma Heuschrecke bis zu den geplanten ersten Ernten bestand darin, ein Netz von Interessenten zu gewinnen, und auch, mitzudenken, welche Gewürze und Kräuter für den deutschen Markt Erfolg versprechend sind, sodass es dann genügend Abnehmer für einen Container geben würde. Klimatisch ist Zimbabwe ideal für Kräuter, Blüten, und auch z.B. Chili (klein, sehr scharf, Bird-eye-Qualität).

Doch die Wirklichkeit ist anders als der Plan, und dieses Beispiel zeigt, welch langer Atem für ein Projekt benötigt wird.
Es folgte 2007/08 die Hungersnot und dann die Cholera-Epidemie in Zimbabwe. Die galoppierende Inflation und die einseitige Subventionspolitik Mugabes für Mais verzögerten den Anbau in größerem Umfang und Export von Bio-Kräutern erstmal.
2009 stieß KAITE zu unserer Kommunikations- und Netzwerk-Initiative "Trust organic small farmers". 2010 gewinnt die KAITE Initiative den renommierten SEED AWARD, und der erste große Export von Chilischoten im Herbst (diese werden wir unter der Marke Heuschrecke dann natürlich in den Naturkostläden anbieten) ist realistisch.
 

Wir freuen uns mit KAITE! Lesen Sie hier die Original-Pressemeldung von SEED:




Her zunächst die englische Kurzvorstellung des Kleinbauernprojekts KAITE, Zimbabwe, vom SEED Komitee:

KAITE: Ernte von Tagetes

About KAITE: Since 2007, KAITE trains small-scale farmers to produce, process and certify organic essential oils, herbs and spices. It is the first local enterprise in Zimbabwe to work with small-scale women farmers to produce these products for export. The 30 employees at KAITE connect the 500 cooperating partner farmers to local and international fair trade markets in order to target key markets in Europe and the US in the flavouring, fragrance, cosmetics and pharmaceutical industries.
Each KAITE partner farmer increases its family's income by 150% while fulfilling international customers' demands for organic products and derivatives. This provides a sustainable income base for farmer families, in addition to a marked improvement in food security.
Trainings organised by KAITE not only involve sharing of knowledge about production and processing skills but also about, nutrition, schooling and HIV/Aids prevention. The initiative thus contributes to better health and education levels of participating communities and particularly of households headed by women. This results in direct community involvement and empowerment.
Organic farming promotes sustainable, ecological and holistic approaches to land use. This leads to a marked improvement in soil fertility of partner farmers' plots; elimination of harmful agrochemicals and persistent organic pollutants; and reversal of land degradation in the wards practising conservation agriculture.





SEED Award presented by Dutch Minister of Agriculture to Zimbabwe based organisation KAITE


KAITE: Verleihung des SEED Award auf der BioGFach Messe 2010. Links: Dominik CollenbergNuremberg 17 February 2010 - To celebrate the 2009 SEED Award Gold Winner from Zimbabwe, KAITE, the Dutch Minister of Agriculture, Gerda Verburg, and SEED will hold an Award Ceremony at the Biofach in Nuremberg on 17th February 2010. The Award Ceremony will celebrate the success of KAITE, which has been selected as Gold Winner for the 2009 SEED Awards for Entrepreneurship in Sustainable Development. KAITE trains small-scale farmers to produce, process and certify organic essential oils, herbs and spices. It is the first local enterprise in Zimbabwe to work with small-scale women farmers to produce these products for export.

"The inspiring partnership between KAITE and local communities demonstrates the importance of recognising the connection between community development and organic farming for sustainable development," said Gerda Verburg. "It is this type of innovation in knowledge transfer and community development that the Ministry of Agriculture promotes. As a SEED partner, I congratulate KAITE on their outstanding achievements and leadership."[MZ1]

Constance Hybsier, Programme Manager of the SEED Initiative, said: "Over the last five years SEED has had the privilege of working with exceptional and promising social and environmental entrepreneurs. We are very happy to count KAITE as one of the five 2009 SEED Gold Winners. The partnership of KAITE is inspiring in many different ways, be it in the way they engage with local communities, or tackle the future challenge of sustainable land use. Most importantly however KAITE is an example of how business opportunities can be combined with conserving natural resources and creating positive social, environmental and economic benefits. "

Dominikus Collenberg, Director of KAITE, said: "We and our local partners are overjoyed. We look forward to developing our existing partnerships and developing new ones; KAITE and those with whom we work will genuinely benefit from the support that SEED has to offer."[MZ2]
KAITE's Director furthermore stated: There is an enormous enthusiasm when we approached farmers: "We want to work with you," they tell us, "because we feel that you know how to treat us as your equals. [MZ3]Our main challenge working in Zimbabwe is the lack of finance - there is simply no credit line available banks ask for up to 80% interest. We are sure that SEED will help us to access credit and be able to grow for the benefit of the rural poor!"

KAITE was selected as one of the five SEED Gold Winners from more than 1100 applications from close to 100 countries worldwide, representing the collaborative efforts of about 5000 organizations from the private sector, non-governmental organizations, women's groups, labour organizations, public authorities, international agencies and academia.
Rather than the traditional monetary prize, the Gold Winner will receive individually-tailored business and partnership support services. This includes access to relevant expertise and technical assistance, meeting new partners and building networks, developing business plans and identifying sources of finance. The specific nature of the support is decided by KAITE, hence tuning it to local needs - SEED helps locate and provide the services required, drawing mainly on local know-how and expertise and well as national and international networks.
For more Information:
KAITE - Dominikus Collenberg, Email: Info@KAITE.biz
SEED Initiative - Constance Hybsier, Email: constance.hybsier@seedinit.org




In den folgenden Wochen werden wir hier im Blog über die BioFach 2010 und die "Trust organic small farmers"-Konferenz 2010 berichten.


Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

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Tags: seed award, kaite, bio kräuter, bio gewürze, kleinbauern, zimbabwe, bio chili
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(heupd) WTO schützt Kleinbauern

WTO-Klage auf EU-Zulassung von Stevia

GENF heupd |  Die WTO führt aktuell Klage gegen die EU auf endgültige Zulassung der auf anderen Kontinenten traditionell benutzten Süßpflanze Stevia (Stevia rebaudiana).

Die EU hatte im Jahr 1999 die 1997 für neuartige (gentechnisch veränderte) Lebensmittel geschaffene Novel-Food-Verordnung dazu benutzt, den Handel mit Stevia zu verbieten. Entsprechende Lobbyarbeit der Süßstoffmultis war vorausgegangen.

WTO-Sprecher John Ganapathiplackal: "Es kann nicht angehen, dass eine natürliche Pflanze, die in Südamerika und Teilen Asiens traditionell seit 1000 Jahren in der Nahrung verankert ist, in Europa unter dem Begriff neuartiges Lebensmittel verboten wird, während hightec-manipulierte Pflanzen diese Novel-Food-Verordnung ohne seriöse Umweltstudien passieren."

Die Eu wird zusätzlich aufgefordert, die Kleinbauern Südamerikas und Asiens für die seit 1999 entgangenen Umsätze zu entschädigen. Die Entschädigungen können nach Meinung von EU-Rechtsexperten aus dem Agrarsubventionstopf fließen. us/hg

heupd = Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten.

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Tags: stevia, novel food, gentechnik, süßpflanze, kleinbauern, wto, eu
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