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Japan (3): Shincha-Fest

Shincha - der erste Tee des neuen Jahrgangs


Bio-Teefeld in Kagoshima
Shincha heißt Japans erster Tee des neuen Jahres - wie bei Darjeeling wird eine kleine Menge der hochwertigsten ersten Pflückungstage als Vorbote per Flugzeug eingeflogen. Aller anderer Tee des Jahrgangs folgt dann ab Sommer per Schiff.

Wenn die Tee-Ernte im April beginnt, gibt es ein Teefieber im ganzen Land - der typische Duft von frischen Teeblättern ist in den Teeregionen allgegenwärtig, und in den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert.

Der Geschmack des Shincha wird "wie ein Spaziergang durch die dampfenden Teefelder am frühen Morgen" beschrieben. Dieser Tee wird weniger stark endgetrocknet als anderer Sencha-Tee, und schmeckt dadurch unglaublich frisch und aromatisch bei sehr grüner Tasse.

Dieses Jahr nach dem Atomunglück wurde die Ernte natürlich mit besonderer Spannung erwartet. Die Analysen der ersten Tees im Teeanbaugebiet Kagoshima, ganz im Süden Japans, weisen sie jetzt als unbelastet aus, ebenso im bei Kyoto gelegenen Anbaugebiet Uji.






Shincha-Fest bei Shimodozono International Deutschland


Shimodozono International in Diepholz: Markus und Katharina HastenpflugWir arbeiten seit über 15 Jahren mit dem Familienunternehmen Shimodozono in Kagoshima zusammen.
1954 vom Vater gegründet, wurde sie von den Brüdern Yutaka und Hiroshi Shimodozono weitergeführt und mit einigen Vertrags-Teefarmern auf kontrolliert biologischen Anbau umgestellt. Gerade bereitet Yutaka die Übergabe an die nächste Generation, an seinen Sohn, vor.

Jetzt, am vorletzten Mai-Wochenende, fand in Diepholz ein großes Shincha-Fest bei der deutschen Partner- und Importfirma Shimodozono International von Markus und Katharina Hastenpflug statt. Gleichzeitig feierten die Gäste dort die Einweihung des neuen Firmengebäudes mit, und das Fest umschloss außerdem ein Benefizkonzert für die Betroffenen in der Region Fukushima. Die Spenden gehen an das Japanische Rote Kreuz. (Wer ebenfalls etwas spenden möchte - hier die Konto Nr.: 0191059567, BLZ 25651325, Kreissparkasse Diepholz, Stichwort:Japanhilfe)






Yutaka und Hiroshi Shimodozono, PermakulturShincha-Fest: Yutaka Shimodozono, Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper


Wir freuten uns sehr, Yutaka Shimodozono dort wiederzutreffen, den wir zuletzt 1998 bei unserem Besuch in Kagoshima gesehen hatten. Die Außenkontakte hatte in erster Linie sein jüngerer Bruder Hiroshi wahrgenommen, der leider vor 2 Jahren verstorben ist. In seinen letzten Jahren hatte Hiroshi sich stark mit einer noch radikaleren Philosophie innerhalb des biologischen Anbaus, permakulturartig, ohne Zufuhr von Dünger, beschäftigt. Ein Teefeld von Shimodozono ist so bewirtschaftet und konnte dieses Jahr zum ersten Male beerntet werden - natürlich sind die Erträge noch geringer als beim "normalen" Bio-Anbau. Wir haben leider noch nicht probiert - die Qualität soll ungewöhnlich sein, sodass die Japaner "jeden Preis" dafür zahlen, und dieser Tee es wohl nicht bis nach Deutschland schaffen wird.








Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Verkostung der Arachas, Rohtees der neuen Ernte


Im Gepäck brachte Yutaka den neuen Rohtee 2011, Aracha, von verschiedenen Teefeldern mit. Wie typischerweise bei deutschem Wein wird Grüntee in Japan nach engsten Regionen separiert gefertigt und vermarktet. Markus hatte uns schon erzählt, dass die Ernte 2011 außergewöhnlich gut ausfällt. In der Verkostung, die Yutaka auf dem Shincha-Fest durchführte, konnten wir in den Aromen ganz frischen Grüntees schwelgen. Wie bei Wein sind die Tees mal kraftvoller oder feiner, verspielter oder geradliniger, vorder- oder hintergründiger, mit schnellem oder nachhaltigerem Abgang.






Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Yutaka Shimodozono bereitet die Teeverkostung vor

Teeverkostung: die Gäste probieren und diskutieren wie bei einer gehobenen Weinprobe - das Vokabular ist sehr ähnlich

Teeverkostung: die Gäste probieren und diskutieren wie bei einer gehobenen Weinprobe - das Vokabular ist sehr ähnlich

Teeverkostung: die Gäste probieren und diskutieren wie bei einer gehobenen Weinprobe - das Vokabular ist sehr ähnlich









Teezeremonie


Teezeremonie: der Teemeister, Gastgeber und GastAlwin studiert seit etlichen Jahren bei einem Teemeister, von denen es nur wenige in Deutschland gibt, die Kunst der japanischen Teezeremonie.
In den abgezirkelten Handbewegungen, der genauen Reihenfolge der einzelnen Handlungen und sogar im Teegeschirr verstecken sich viele Bedeutungen. Früher zu Samuraizeiten war die Teezeremonie auch entscheidender Bestandteil diplomatischer oder auch Kriegshandlungen. Das berühmte Buch "Der Tod des Teemeisters" von Yasushi Inoue erzählt z.B. eine dramatische politische Begebenheit zur alten Zeit der Teezeremonie. Heute ist die politische Bedeutung aus der traditionellen Teezeremonie herausgenommen.
Auf dem Shincha-Fest waren die rituellen Gäste der Teezeremonie keine Shogune, sondern Yutaka Shimodozono und Katharina Hastenpflug. Alwin bereitet beiden mit den vorgeschriebenen, an Zen-Meditation erinnernden Handbewegungen eine Schale Matcha-Tee (gemahlener Grüntee, der schaumig geschlagen wird) zu, eine Zeremonie, die pro Schale etwa 10 Minuten dauerte. Damit war nun das kleine japanische Teehaus im neuen Firmensitz eingeweiht.



Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

Teezeremonie: der Teemeister bereitet den Matcha-Tee vor.

eezeremonie: die Gastgeberin empfängt ihre Schale Tee






Shimodozono International Diepholz: der Steingarten vor dem FirmengebäudeDer Steingarten


Wer wollte, durfte seine Spuren hinterlassen im Kies, und mit einer großen Holzharke den Steingarten im Firmengelände neu dekorieren. Man fühlt sich in die Wellenbewegungen des Lebens oder des Wassers ein, und zieht die Harke auf den intuitiv gewählten Wegen hinter sich her, immer die eigenen Fußspuren verwischend. Körperlich ein bisschen anstrengend, aber das Ergebnis sieht immer schön aus. Eine meditative Übung ...












Shincha-Fest: Teemenue, Dessert Erdbeeren mit Matcha-SahneDas Tee-Menue


Das Abendmenue von Koch Ulrich stand natürlich im Zeichen des Grüntees. Sowohl in China als auch in Japan ist Grüntee traditionell Bestandteil vieler kunstvoller Gerichte.
Zum Grundnahrungsmittel Reis gab es verschiedene Gemüse, Salate mit Matcha-Balsamico-Dressing, mit Teeblättern gedünsteter Stör, und als Dessert Erdbeeren mit grünleuchtender Matcha-Sahne und Genmaicha (Tee mit gepufften Reiskörnern) "on Top". Dazu grellgrüne Cocktails mit Matcha-Pulver, Sekt und Fruchtschorlen. Die Masse an den verzehrten teein-reichen japanischen Tees in verschiedenster Form (auch als Schokolade) ließ die folgende Nacht hellwach werden.








Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa DaikoBenefizkonzert mit Masa Daiko


Wenn man die japanische Teezeremonie beobachtet hat, versteht man auch die Besonderheit der japanischen Trommelmusik. Das professionelle japanische Trommler-Ensemble Masa Daiko aus Bremen (http://www.masa-daiko.de/) führte in der leergeräumten Halle des Betriebsgebäudes traditionelle Trommelstücke verschiedener Regionen vor, teils mit Flöte und (Sprech-) Gesang, und auch Neukompositionen oder -entwicklungen. Die Stücke werden von den hier 6 SpielerInnen an großen und riesengroßen, mit Tierhäuten bezogenen Holztrommeln gespielt, mit ausholenden, choreographischen Bewegungen, die wiederum Bedeutungen in sich verbergen (Morgenerwachen, der Drache ...). Die tieftönenden Trommeln haben einen archaischen Reiz, in Gedanken wurden wir in Donnergrollen der Natur, von Wind und Wasser, stampfende Tierherden oder auch in zarte Töne des erwachenden Tages mitgenommen. Laut Yutaka ist das japanische Trommeln eine richtig lebendige Tradition in Japan. Es gibt viele professionelle und Laien - Gruppen dort.
In Diepholz gab es tosenden Applaus des staunenden Publikums.



Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa Daiko

Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa Daiko

Benefizkonzert der japanischen Trommelgruppe Masa Daiko








Ausblick auf Japan Tee nach der Atomkatastrophe in Fukushima

Kagoshima Bio-Sencha: typische Tee-Erntemaschine
Auf dem Shincha-Fest bei Shimodozono in Diepholz standen japanische Tee- und auch andere Traditionen im Vordergrund, auch die strenge, ästhetische Schönheit der japanischen Kultur - z.B. sind Außen und einige Innenräume des Betriebsgebäudes traditionell gestaltet.
Das Fukushima-Unglück war aber auch präsent. Yutaka Shimodozono berichtete, dass junge Menschen in Kagoshima, das selbst nicht von radioaktiver Verseuchung betroffen ist, dieses Jahr ihren Urlaub dafür hergaben, im Krisengebiet zu helfen. Er hofft, dass in der momentanen kritischen Energie-Diskussion auch das Bewußtsein für Umweltschutz und Bio-Landwirtschaft steigen wird.

In den letzten Wochen sind alle Naturkostfirmen, die mit japanischen Lebensmitteln handeln, mit den Ängsten der EndverbraucherInnen vor radioaktiver Belastung konfrontiert worden.
Hier haben wir nun Glück: bei der Analyse der ersten Pflückungen in Kagoshima liegt die Radioaktivität sogar unter der Nachweisgrenze.

Wie bei vielen Lebensmitteln aus Deutschland und anderen Herkünften auch, leben wir mit einer radioaktiven natürlichen Belastung, die einige wenige Bequerel betragen kann. Es ist unabhängig von Atomunfällen also davon auszugehen, dass Messwerte bei Lebensmittel oder Tee natürlicherweise nicht immer bei 0, sondern auch leicht darüber liegen.

Wir haben uns gefreut, dass auf dem Fest das Gefühl einer globalen Familie spürbar war. Und auch, ein Fest in japanischer Tradition feiern zu können, einer alten, bemerkenswerten Kultur, die wir in unserer Arbeit als Bio-Gewürz- und Teehersteller als bereichernd kennengelernt haben.






Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner






Bio - Halbschatten-Tees aus Kagoshima von Shimodozono in unserem Sortiment:

  • Fuka-Tenbu (frühe erste Pflückung, Rarität. Neu: ersetzt Tenbu-Sencha)
  • Soshun (Sencha 1. Pfl.)
  • Shunshi (Sencha 1. Pfl.)
  • Haruno (Sencha 1. Pfl.)
  • Natsu Cha (Sencha 2. Pfl.)
  • Aki Cha (Sencha 3. Pfl.)
  • Shuto Ban (Sencha 1. Pfl.)


... und aktuell Shincha (Flug-Sencha, erster Tee der neuen Ernte, Rarität)




Fotos: Steingarten, Nachtisch und Gruppenfoto Masa Daiko: Shimodozono International GmbH

Alle anderen Fotos: Heuschrecke Naturkost GmbH

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Tags: japan, shincha, sencha, matcha, bio-grüntee, kagoshima, masa daiko, japanische trommeln
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Zwischen-Nachrichten aus Japan ...

... Grenzwertdiskussionen und Sencha Tee




Wir bleiben mit Japan in Verbindung, fragen regelmäßig nach, wie es dort geht.


Seit Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima veröffentlichen wir auf unserer Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.heuschrecke.com Informationen, die regelmäßig aktualisiert werden.


Gesetzlich gilt der Grenzwert von 500Bq/kg (EU-VO vom 11.4.2011).
In einer firmeninternen Leitlinie haben wir uns für die Empfehlung des Umweltinstituts München entschieden, als oberen Grenzwert 50 Bq einzuhalten.


Noch gibt es begrenzte Mengen Tee aus Ernte 2010.


Wie es für die Ernte 2011 ab Mai aussehen wird, weiß noch niemand, aber momentan scheinen die Teeregionen Uji und Kagoshima noch keinen Fall Out zu haben.



Wir denken einerseits, dass wir uns bei Radioaktivität von der Erwartung "Null-Werte" verabschieden müssen. Auch aufgrund Tschernobyl und vieler,  ungemeldeter und / oder spät entdeckter Störfälle in anderen AKWs haben in Deutschland viele Lebensmittel, oder z.B. auch Atlantik-Lachs durch Sellafield, ein "Grundrauschen". Dazu kommt eine natürliche Radioaktivität, sowie eine Messfehlertoleranz der Labore, sodass Zahlen im einstelligen Bereich schwer interpretierbar sind. Eine vollständige Freiheit von Radioaktivität wird uns wahrscheinlich niemand mehr garantieren können.


Hier in Deutschland stecken wir als Hersteller der Marke Heuschrecke im Konflikt: alles ist vorbereitet, um japanische Produkte sicher und gut analysiert zu importieren und weiterzuhandeln.
Uns erreichen natürlich besorgte Anfragen der KonsumentInnen nach evtl. belasteter Ware. Die vielen Zahlen, mit denen die Medien jonglieren, sind nicht nur für Laien verwirrend.


Wir wissen zwar, dass wir auch natürlicherweise immer mit Radioaktivität leben, aber haben kein Gefühl dafür, was wir wegstecken können (auch "Die Wissenschaft" weiß es noch nicht genau): daher stützen wir uns auf den vorsichtigen Grenzwert von 50 Bq/Kg, der in kritischen Diskussionen nach Tschernobyl entstanden ist und vom Umweltinstitut München vertreten wird.


Und da gibt es noch die "German Angst". Irrationale Anfragen der Industriekunden (die u.a. für die großen Bio-Filialisten produzieren), ängstliche Naturkostkunden, die überall versteckte Japan-Zutaten vermuten, Stimmen aus Verbänden und Parteien, die nicht nur einen Importstopp aus Japan fordern, sondern gleich mit aus China und anderen ostasiatischen Ländern.
Das wird der derzeitigen Lage nicht gerecht und missachtet die Menschen dort. Uns ist es wichtig, die Zukunft für unsere Partner zu erhalten, und Warenströme weiter fließen zu lassen, solange es geht. Es fließen nicht nur Warenströme, sondern auch Kultur und Beziehungen.



Gero Plath von der Firma Mitoku (Japan Sencha extra fine) in Tokio berichtet:

"Hier im Buero geht es von frueh morgens bis spaet abends eigentlich nur um 297/2011.Was wir da den Behoerden an Dokumenten vorlegen muessen, ist der Wahnsinn. Es wird nie wieder eine EU Verordung geben die so genau bis ins Detail beachtet wird, das kann ich jetzt schon versprechen. Und das muessen wir ja mit ca. 25 verschiedene Behoerdenstellen koordinieren...
Der Teegarten dann, also ich glaube die haben genug Bestellungen von uns fuer ca. 3-4 Monate und dann faengt dann noch im Mai die Ernte an. Die werden die naechsten Wochen jeden Sa & So arbeiten.
Zum Teegarten, da kann ich aus erster Hand berichten, da ich vor ca. 10 Tagen da war. Da hat sich nichts geaendert, da kein Erbeben, kein Tsunami, keine Strahlung, keine Benzinknappheit, keine Wasserknappheit ...
Ca. 70% von Japan ist doch von der ganzen Geschichte nur indirekt betroffen. Die kennen das doch auch wie ihr auch nur aus dem Fernsehen.
Die machen sich natuerlich Sorgen um die Menschen in Tohoku und Sorgen um unsere Produkte (weil seit dem Erbeben nichts mehr rausgegangen ist = null Umsatz)."




Markus Hastenpflug von Shimodozono International, Kabusé-Sencha Tees aus Kagoshima:

"Mir zeigt das - alle Zahlenangaben, egal wie niedrig sie auch sind (selbst wenn sie unter den natürlichen radioaktiven Werten liegen), werden ins Negative interpretiert. Sobald gedruckte Werte veröffentlicht sind, ist eine "Belastung" augenscheinlich.
Was bleibt nach der Lektüre eines solchen Berichtes hängen?
Die Frage bleibt: Gibt es für verantwortungsvoll handelnde und um Aufklärung bemühte Lebensmittelhändler eine Lösung für dieses Dilemma?
Vielleicht hilft "Abwarten und Tee trinken".  Und wenn nicht ..."




Ein Teekonsument und Japan-Teeliebhaber antwortete uns:

"ich halte Ihren internen Grenzwert von 50 Bq/kg durchaus für vertretbar.
Eine 50g-Packung hat dann max. 2,5 Bq, d.h. wir würden 2,5*26 (eine Packung alle 2 Wochen) =65 Bq pro Jahr konsumieren. Emotionslos betrachtet im vertretbaren Bereich. Wenn man bedenkt welche Strahlung man noch so zu sich nimmt, dass ver- bzw. bestrahlt wurde.
Radioaktivität ist sicherlich eine sehr komplizierte Materie. Angefangen von den verschiedenen Strahlungsarten, Strahlungsleistungen und Strahlungsdosen. Dies wurde in den allgemeinen Medienberichte nur sehr wage angesprochen und erläutert. Daher kam die "German Angst" natürlich auch sehr schnell auf, die nur durch den lapidaren Satz "die Wolke kommt nicht bis zu uns" etwas gedämpft wurde."




In Deutschland vergessen wir leicht, dass Japan ein unheimlich langes Land ist, und die Winde bisher meist günstig wehten. In den Teeanbauregionen Uji (Präfekturen Kyoto, Nara u. angrenzende) und Kagoshima (= Präfektur Kagoshima), wo unsere Japan Sencha Tees herstammen, werden zur Zeit (Mitte April) keine erhöhten Werte festgestellt.
Wir hoffen, dass der (heroische - kann man schon sagen -) Kampf um die Reaktoren nützt, und dass Japan weiter für seine entlegeneren Anbaugebiete und Regionen Glück haben wird.


Hier die Werte für alle Präfekturen, Update 2x am Tag
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.mext.go.jp/english/radioactivity_level/detail/1303986.htm


Weitere informative Internetseiten zum Thema Japan:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Japan/japan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.bmu.de/allgemein/aktuell/160.php
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.bmelv.de/DE/Startseite/startseite_node.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://umweltinstitut.org



Im Mai treffen noch Schiffe mit Tee-Ernte 2010 ein. Die Ernte 2011 wird per Schiff nicht vor Juni / Juli

Teefeld in Kagoshima

eintreffen.


Shincha Tee: Mitte Mai kommt - wie beim Flugdarjeeling - eine kleine Menge der ersten Pflückungstage der neuen Ernte per Flugzeug. Dieser Tee ist besonders aufbereitet, enthält noch eine kleine Restfeuchtigkeit und schmeckt dadurch unglaublich frisch und duftig "wie ein Spaziergang durch Teefelder im Morgentau".

Shincha-Tee ist ein Kult. In den Teeanbaugebieten liegt der süßherbe Duft des frischgeernteten Tees über dem Land. In den Teeläden werden Shincha-Feste gefeiert, und auch hier erwarten Japan-TeeliebhaberInnen diesen Tee als Vorboten des neuen Teejahres.

 

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner


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Tags: japan, grenzwerte, radioaktivität, teebauern, uji, kagoshima, shincha, bio-grüntee, bio-sencha
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