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Heupd: Köln-Mülheim verordnet Nachtruhe
Gestaltungshoheit der Kommunen nach Leipziger Fluglärm-Urteil
KÖLN-MÜLHEIM heupd | Als erste Kommune in Deutschland nutzte die Bezirksverwaltung Köln-Mülheim nach dem Leipziger Richterspruch zum Nachtflugverbot in Frankfurt die neu gewonnene Gestaltungshoheit über den kommunalen Luftraum.
Bezirksbürgermeister Norbert Gans (SPD): "Mer op dä schäl Sigg sin schon emmer jet flöcker jewese als de andere." Künftig gilt ab 20:00 Uhr mit dem Gong der Tagesschau ein absolutes Überflugverbot für Köln-Mülheim. An Tagen mit spannenden Fußballübertragungen ist sogar schon ab 18:00 Uhr Ruhe angesagt. Gans: "Wat soll dat denn, wenn man sin eijeed Wood nid mih hüre kann? Un naach's tut dä Kraach eets rääch weh en dä Uhre. De Pänz knaatsche off, weil se nid schlofe künne. Fott domet."
Die Köln-Mülheimer waren nicht schon immer schneller, sondern auch rabiater als das restliche Köln, "sonst hätt mer nid mih uns Mülhemmer Freiheit" so Gans. Versuchen der Flughafenbetreiber, das nächtliche Überflugverbot zu ignorieren, wird sofort mit Tower- und Landebahn-Besetzungen entgegengetreten, auch Fesselballons sind gesichtet worden. Und hier gibt es auch keinen einzigen Polizisten, der die Sitzblockierer davontragen würde. "Mer verstonn uns als jood funktionierede Jemeinschaff. Och uns Metbürger un Metbürgerenne met Migrationshingergrund sin dobei." Für diesen Mut muss die rechtsrheinische Kommune einfach beglückwünscht werden. hg/us
heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
Messe-Vertretung: Pressedienst für unterbliebene Nachrichten
Quanten-Richter
Der in Köln lebende Künstler Gerhard Richter ist soeben 80 Jahre alt geworden.
Seit 2004 steht er (außer im Jahr 2009) auf Platz 1 der "Weltrangliste der lebenden Künstler".
Richters Schaffen ist äußerst vielseitig - er hat so ziemlich alle modernen Stile ausprobiert.
Er hat Fotovorlagen unscharf nach gemalt, hatte eine Grau-in-Grau-Phase, stellte Collagen zusammen und nahm sie wieder auseinander (Decollage).
In der Fortführung seiner Arbeiten "Farbtafeln" von 1966 und dem Werk "4096 Farben" das 6 Jahre später entstand, schuf er 2006 ein Fenster für den Kölner Dom, bestehend aus 11.500 Quadraten aus mundgeblasenen Glasscheiben
in 72 unterschiedlichen Farben, deren Eindruck sich durch den wechselnden Lichteinfall von außen ständig verändert.
Ich habe das Fenster schon oft bewundert und fotografiert – sehenswert!
Richter wurde vom Kölner Erzbischofs Kardinal Meisner für das abstrakte Farbspiel heftig kritisiert, das Fenster passe eher in eine Moschee.
Dabei ist der evangelisch erzogene Richter heute Atheist...
Was viele nicht wissen:
Sein Kirchen-Fenster im Kölner Dom mit den farbigen Glasflächen war nur der Vorläufer zur Erfindung einer komplett neuen Kunstrichtung.
Seit einigen Jahren schon arbeitet Richter an einer virtuellen Anwendung für das Internet-Zeitalter.
Er nennt die Markierungen, die (leider oft nur in einer günstig zu druckenden Schwarz-Weiss-Version) mittlerweile auf vielen Plakaten und Werbeträgern zu sehen sind: QR-Codes.
Das "Q" steht für die Quantisierung von Informationen und das "R" natürlich für den Namen des Künstlers.
Das genial interaktive am Sujet ist, dass wir mit Hilfe moderner "Apps" (zum Beispiel das kostenlose "Barcoo" für iPhones oder Android-Smartphones) die im Kunstwerk enthaltenen Informationen auslesen und direkt anwenden können.
Das können kurze Texte sein ("Kunst ist forschende Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit") oder Internet-Links zu Videos oder Installationen.
Wikipedia meint dazu: "Gleichzeitig integrieren sie Betrachterin und Betrachter in das Werk und machen sie zu Akteuren im Bild, plädieren gegen die Idee des autonomen Kunstwerks."
Sogar das Nachrichten-Magazin Spiegel druckt die QR-Codes mittlerweile oft am Ende der Artikel, um mit ein wenig künstlerischem Sahnehäubchen den sonst eher nüchternen investigativen Journalismus zu erhellen.
Wenn Sie also in den nächsten Tagen die Quanten-Richter-Codes irgendwo sehen, zücken Sie ruhig ästhetisch beseelt Ihr Smartphone und entdecken Sie die Information hinter der Kunst.
Nicht alles ist so, wie es scheint...
Wolfgang Kurtz
ist Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur
Kpunkt.
Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.
Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.
Köln geht in die 5. Session
Kathrin Franckenberg: Scham und Unschuld
... Köln fiebert in der 5. Session...
Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von M. Cassou, USA ("Point Zero"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.
"Galumphierend:
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…" Kathrin Franckenberg
Bilder vergrößern = bitte einmal anklicken. Der kreative Künstler überschreitet hin und wieder die Begrenzung des weißen Blattes ...
Heupd: Klimaschneise statt Fluglärm
Lärmaktionsplan in fünftlautester Stadt wird kreativ umgesetzt
Köln heupd | Sehr sorgfältig sind nach Abschluss von Messungen und Bürgerbefragungen in Köln nun die Ergebnisse kartiert worden. Erwartungsgemäß fiel der schon lang beklagte Fluglärm neben der Karnevalssaison besonders stark ins Gewicht.
Der Leiter des Umweltamtes Karl Bösmann lobt die engagierte Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen, betont aber, dass wahrscheinlich nicht alle Vorschläge zur Lärmreduzierung umgesetzt werden können. "Sobald die Flughafenbetreiber einen lauten Pups machen, ist es Essig mit Nachtflugverbot. Wer sich als kleiner Bürger im 21. Jahrhundert noch einbildet, er könne gegen die Wirtschaft anstänkern, lebt hinterm Mond", so Bösmann, "Bürgerwohl vor Wirtschaftsinteressen hat ausgeschissen." Der Leiter des Umweltamtes hat sich nach seiner Wutäußerung unverzüglich dafür entschuldigt.
Doch im Kölner Umweltamt wird bereits an einer Alternativlösung gearbeitet, dank der Zusammenarbeit der AG Stadtlärm und dem Think Tank Klimawandel. Da die Kölner Lärmkarte deutlich die sternförmige Anordnung der Ein- und Ausflugschneisen zeigt, entstand sogleich die Vision, für ein gesundes Stadtklima in Zeiten der Klimaerwärmung mit radikalen Vorschlägen vorzupreschen.
Bösmann stellt das vorläufige Ergebnis so dar: "Nicht mehr Grüngürtel, sondern Grünschneisen ins Herz der Stadt. Das sorgt für gute Luft, und nach den konsequenten Umsiedlungen stört auch der Fluglärm nicht mehr."
In der Entscheidung ist nun, die Menschen, die bisher in Gebieten mit massivem Fluglärm leben, in den ehemaligen ringförmigen Grüngürtel umzusiedeln, der ja nun nicht mehr gebraucht würde, da die neuen Klimaschneisen die Funktion einer grünen Lunge für die Stadt optimal übernehmen werden.
Zunächst wird es eine preisgünstige aber hochwertige Übergangscontainerlösung, "meinetwegen mit Vorgärtchen" so Bösmann, geben, bis es den umgesiedelten Haushalten finanziell wieder möglich ist, zu bauen.
Bis zum Jahr 2014 soll der mutige Plan vollständig umgesetzt sein, um der wachsenden Wirtschaft in ihren Bedürfnissen den Rücken freizuhalten. Eine neue Stadtphilosophie soll entstehen: "Gesellschaft gleich Ökonomie gleich Arbeitskräftemarkt gleich Gesellschaft", so lautet der neue Slogan.
Bereits jetzt sind kleine Erfolge zu spüren, wenn etwa aus anderen Städten Nachtflüge nach Köln umgelegt werden. "Alle sind herzlich willkommen", lautet es aus dem Kölner Presseamt, "und wenn wir mit der neuen Strategie auf Platz eins der Lärmstädte landen, soll es uns auch recht sein." Ob der gemeine Bürger und die gemeine Bürgerin damit wohl einverstanden sind, bleibt abzuwarten. hg/us
heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten
heupd| Lärmschädigung bald zuende?
Frachtunternehmen verlässt Flughafen Köln Bonn
Köln | heupd Der Verein Lärmgeschädigte Bürger und Bürgerinnen durch den Flughafen Köln Bonn jubelt: derzeit scheint es so, als hätten sie ihr Ziel - Nachtflugverbot für alle Maschinen - wenn auch indirekt, erreicht.
Die Frachtfirma FRACHT-WEG, deren veraltete und extrem laute Maschinen die Bürger und Bürgerinnen vom rechtsrheinischen Köln bis Siegburg Nacht für Nacht quälten und um ihren Schlaf brachten, gab nun bekannt, den Standort schließen zu wollen. Kurz, nachdem das Unternehmen die weltweit größte vollautomatische Sortieranlage eingeweiht hat, heißt es wieder Koffer packen.
FRACHT-WEG Deutschland-Sprecher Denis Zbel benutzt leicht verändert einen alten Slogan, um die neueste Entscheidung zu verdeutlichen: Fracht braucht die Macht. "Wir gehen davon aus, dass es in absehbarer Zeit in einer westeuropäischen Demokratie nicht mehr möglich sein wird, wirtschaftliche Interessen in der Art über die Interessen der Bürger zu stellen, dass Gesundheitsschäden in erheblichem Ausmaß billigend in Kauf genommen werden."
Der Wind habe sich gedreht, und das Argument Arbeitsplätze ziehe nicht mehr wie noch vor wenigen Jahren. Deshalb habe man sich nach geeigneteren Standorten umgesehen, um den Zentral- und osteuropäischen Markt aufzurollen, und sei auch fündig geworden. Verhandlungen mit der belarussischen Stadt Brest (Bjeraszje) seien vielversprechend.
D. Zbel: "Da die Stadt Brest so günstig an der polnischen Grenze liegt, erfüllt sie voll und ganz die Anforderungen an ein modernes Drehkreuz für Transkontinentalflüge zwischen Asien, USA und Europa."
Auf elegante Art wäre so ein jahrelanger Streit beigelegt, bevor Flughafen und Frachtfirma einem drohenden Bürgerentscheid unterliegen. us/hg
heupd = Heuschrecke-Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte Nachrichten










