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Gastbeitrag
22.06.2017
18:02

Ohrenkuss: Zukunft

Zur Ausstellung Touchdown - Ein Update und über die Zukunft

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. An dieser Stelle haben wir regelmäßig die Ohrenkuss-Magazine vorgestellt, oder Ohrenkuss-AutorInnen bloggten zu aktuellen Themen.

Ohrenkuss war die Keimzelle für das Projekt Opens external link in new windowtouchdown 21, initiiert von der Wissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Ohrenkuss-Gründerin Dr. Katja de Bragança. Aus der Selbstdarstellung:
TOUCHDOWN 21 ist ein Forschungs-Projekt. Ohrenkuss-Titelbild: Update
Ein Forschungs-Projekt mit und über Menschen mit Down-Syndrom.
Wir sammeln Informationen.
Wir wollen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Und wir wollen Menschen zusammenführen, die dieses Thema beschäftigt.

Zusammen mit der Bundeskunsthalle in Bonn entstand im Jahr 2016 die Ausstellung Touchdown. Jetzt, 2017, geht diese Ausstellung auf Wanderschaft.
Diese Ausstellung erzählt eine fantastische Geschichte.
 Von Außerirdischen mit Down-Syndrom, die das Leben auf der Erde erforschen.
:
Im Oktober 2016 landen 7 Astronauten und Astronautinnen von einem fremden Planeten (Kumusi) auf der Erde.

Sie nennen sich „Second Mission” (zweite Mission).
Sie haben das Down-Syndrom.

Vor 5.000 Jahren sind die ersten Außerirdischen ihrer Art auf der Erde
 gelandet.

Die Second Mission hat den Auftrag zu überprüfen, wie es den ersten Siedlern und Siedlerinnen ergangen ist und wie ihre Nachfahren heute leben.

Als lebensgroße Comic-Figuren begleiten die Astronauten die Besucher und Besucherinnen durch die Ausstellung.
 Der Zeichner Vincent Burmeister hat die fantastischen Comic-Figuren 
erschaffen.
Während der ganzen Dauer der Ausstellungen gab es Veranstaltungen und Tandemführungen von den Mitwirkenden bei TOUCHDOWN 21 und Ohrenkuss.

 

Für uns (die beiden Chef-Heuschrecken) war die Ausstellungseröffnung in unserem privaten Sylvester-Jahresrückblick 2016 das herausragendste und berührendste Ereignis. Wem diese Wanderausstellung mal begegnet - reingehen!
 
Die Frühjahresausgabe des Magazins "Ohrenkuss" führt die Gedanken, Gespräche und Diskussionen um Vergangenheit und Zukunft weiter. Die Gruppe der Außerirdischen von Kumusi meldet sich weiter zu Wort. Ein Update.

 

 


 

 

Was ist eikentlich der sinn des lebens?

 

 Tandemführung Julia Bertmann und Katja Weiske, Ausstellung Touchdown, Bundeskunsthalle Bonn

Marley Thelen, selbst als Email geschrieben

Was ist eikentlich der sinn des lebens? Ich erklere was das sinn besteht. Der sinn ist für
die Idee in deine und meine kopf drin. Das ist der sinn von unser kopf liegt in dir. Die
idee ist der sinn und leben ist das gefüll in unsere
Körper drin und warm Gefühl ist in deine und meine kopf und Körper ligt in dir erwacht.
Das finede ich gut und leben ist auch über liebe drin. Das ist auch gut für uns allen.

 

 

Daniel Rauers, diktiert

Ich hab zu viele Welten.
Welten ist gut.
Ich würde erzählen über meine Welten.
Drei Welten.
Zu viele.
Die erste Welten muss ich klären.
Die zweite Welten muss ich zählen.
Die dritte Welten muss ich den Leuten zeigen.

 

 

Marcus Friedrich, selbst als Email geschrieben

SOS an Büro-Zukunft
Ich möchte in meiner Zukunft einen "Chef" bei meiner Arbeit haben, der mich versteht
und mir Arbeiten gibt die ich an meinem Schreibtisch erledigen kann. Ich will auch
Arbeiten haben, die mehr Umfang haben. Ich brauche eine Assistenz, die mir sagt was
ich zuerst machen soll. Sie soll auch nett sein. Sie soll mich auch verstehen wenn ich
Probleme habe. Sie soll mich nicht an meinen Platz schicken. Es macht mich traurig,
wenn alle Leute auf mich einreden. Ich habe keine Chance und keine Kraft mehr mich zu
wehren. Das will ich nicht. Vertrauen bei der Arbeit bedeutet üfr mich sehr viel, aber das
habe ich bei meiner Arbeit nicht mehr. Das macht mir sehr zu schaffen. Ich will Arbeiten
haben, wo ich mich konzentrieren kann. Das geht aber unter. Das soll sich ändern. Ich
gehöre in diese Welt. Das müssen ALLE verstehen und begriffen haben. Ich bin auch nur
ein Mensch.

Tandemführung Julia Bertmann und Katja Weiske, Ausstellung Touchdown, Bundeskunsthalle Bonn

 

 

Ansgar Peters, selbst als Email geschrieben

Zukunft ist mein Leben. Ich möchte eine große Liebe und eine Wohnung zu haben das ist
mein Traum. Zukunft möchte ich gerne nach Amerika Reisen und ein Olteimer mieten
und durch Amerika fahren. Ich gründe eine Bänd um auf zu Treten und viele
Leute Musik zu zeigen.
Ich will gerne in meiner Zukunft mit meiner Musik arbeiten und verkaufen.

 

 

Marc Lohmann, diktiert

Ich lebe ganz lange, ohne Ende.
Ich brauche keine Sterbehilfe.

 

 

 

Die Außerirdischen von Kumusi. Gehen oder Bleiben?

 

 

Verena Günnel, diktiert

Die Außerirdischen reisen zurück zur Entstehung des Weltalls.
Die forschen daran.

 

 

Verena Günnel, diktiert

Vergangenheit seit 10 entfernten Sternen und Galaxie verschiedene zu erforschen. Die
Aliens sind Wissenschaftler geworden zu erforschen, wie die Galaxie zu erforschen.
Strukturen, wie die es rausgefunden wird.

Grafiker Vincent Burmeister, Julia Bertmann und Verena Günnel, Planung für die Ausstellung Touchdown, Bundeskunsthalle Bonn 

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert

Die Außerirdische reisen nach Rom.
Sie reisen 2010 Jahre zurück. Ins Jahr 6.
Da sehen die alte Petersturm. Und da sehen sie den alten Papst. Sie erforschen in Rom,
was der Papst gemacht haben.
Der Rom ist ja in Italien. Die Aliens erforschen Italien. Dann sehen die bestimmt die
Römern. Was die machen.
Die alten Römern die vertreiben die Christen und Juden. Das sehen die, meine Aliens.
Das finden die spannend.
Wenn die dann zurückfliegen, dann merken die das alles. In den Kopf. Und das erzählen
die dann den anderen Aliens, was das passiert ist.

 

 

Teresa Knopp, diktiert

Sie reisen in die Erd-Platonik. In die Ursprungszeit.
Ich komme da raus. Ich bin alleine. Ich sehe den Feuerring, die Vulkane. Dann sehe ich
die Plattenverschiebung, so Erdbeben. Ist zwar gefährlich das Erdbeben, aber es ist
eigentlich auch historisch.
Manche denken vom Wasser, das ist nur Wasser. Aber in Wirklichkeit sind da Platten.
Und diese Platten können sich auch verschieben und dann Tsunamis. Das ist zwar sehr
traurig, aber das sind nämlich die Naturgewalten. Meine Lieblings-Naturgewalt ist der
Rheinfall von Schaffhausen.

Daniel Rauers, Paul Spitzeck, Björn Langenfeld, Aufbau der Ausstellung Touchdown, Bundeskunsthalle Bonn 

 

Verena Günnel, diktiert

Hier ist ein Diskussion Gehen oder Bleiben.
Ich finde in mein Leben und in mein Zukunft immer auf Erde bleiben will. Weil das
meine Entscheidung ist. Und wohl zu fühlen.

 

 

Paul Spitzeck, diktiert

Ich bin, was ich bin - fLOWREW
fLOWREW will auf der Welt bleiben, weil es ist schön auf der Erde. Weil auf der Erde hat
man Netz in Handy. Es ist toll, wenn man auf der Erde ist, ihre Freunde oder ihre
Verwandte erreichbar ist. Ich glaube, in Weltraum ist schwierig, Rugby zu spielen.

 

 

Natalie Dedreux, diktiert

Ich möchte weiter Bildung lernen. Da lerne ich andere Berufe kenne. Ich möchte zum
Beispiel gerne Koch. Besonders liebe ich indisch.
Ich möchte gerne in einem Büro arbeiten. Das Büro ist groß. Zum Beispiel
Schrifthersteller sein. Ich schreibe es so auf, dass es Sinn ergibt. Ich möchte gerne ein
Diktat über Spätabtreibung machen. Ich bin auf der Welt, um etwas zu lernen und nicht
abgetrieben werden. Weil das gegen das Gesetz ist.
Daniel Rauers, Aufbau der Ausstellung Touchdown, Bundeskunsthalle Bonn

 

 

Florian Mühle, diktiert

Der Sinn des Lebens ist, dass sich die Eltern freuen, dass ich am Leben bin.
Das ist ein Geschenk der Natur, solche Menschen wie mich zu gebären.
Weil die Menschen mit Down-Syndrom auch wertvoll sind.
Mein Leben ist sehr sinnvoll, weil ich anderen Menschen Freude und Liebe, Herzlichkeit
und ein Lächeln in die Gesichter schenken kann. 
 



Marley Thelen, selbst als Email geschrieben

Meine leben meine freund zusammen
whonen. Das finde ich gut für mich und wir lieben uns sehr. Wenn wir ein kind griegen
würde das finde ich gut für mich. 

 

 

Dominic Edler, diktiert

Wenn ich alt bin, will ich gerne meinen Ruhestand genießen mit 80 Jahren im Altenheim.
Ein bisschen mit den alten Frauen herumschäckern ein bisschen. Und in Jazz-Keller
gehen und abtanzen.

 

 

 

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss
Fotos: Sandra Stein, Köln www.sandra-stein.de
Grafik und Gestaltung der gedruckten Ausgabe: Maya Hässig

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: ohrenkuss, touchdown21, down syndrom, trisomie 21, ausstellung, bundeskunsthalle, bonn
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Heuschrecke
31.10.2016
17:02

TOUCHDOWN in der Bundeskunsthalle

Ausstellungseröffnung TOUCHDOWN in der Bundeskunsthalle Bonn, 29.10.2016 - 12.3.2017

 
Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. An dieser Stelle haben wir regelmäßig die Ohrenkuss-Magazine vorgestellt, oder Ohrenkuss-AutorInnen bloggten zu aktuellen Themen.

Ohrenkuss war die Keimzelle für das Projekt Opens external link in new windowtouchdown 21, initiiert von der Wissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Ohrenkuss-Gründerin Dr. Katja de Bragança. Aus der Selbstdarstellung:
TOUCHDOWN 21 ist ein Forschungs-Projekt.
Ein Forschungs-Projekt mit und über Menschen mit Down-Syndrom.
Wir sammeln Informationen.
Wir wollen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Und wir wollen Menschen zusammenführen, die dieses Thema beschäftigt.
 

 

Eine Vision wird Wirklichkeit: Ausstellung TOUCHDOWN in der Opens external link in new windowBundeskunsthalle Bonn

... aus der Ausstellungs-Beschreibung von touchdown 21:

Diese Ausstellung erzählt zum ersten Mal die Geschichte des Down-Syndroms.
Sie zeigt Spuren von Menschen mit Down-Syndrom in verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern.
In der Kunst und in der Wissenschaft.
Sie erzählt, wie Menschen mit Down-Syndrom heute in unserer Gesellschaft
leben, wie sie früher gelebt haben und wie sie in Zukunft leben möchten.

 

Die Ausstellung ist gemeinsam von der Bundeskunsthalle mit Mitgliedern des Forschungsprojekts touchdown 21 und weiteren (externen) Experten entwickelt worden. Intendant Rein Wolfs erzählte in seiner Ansprache davon, wie intensiv, spannend und bereichernd  Planungs- und Entstehungsprozess auch für die Bundeskunsthalle selbst waren.


Die Gliederung der Ausstellung:

Diese Ausstellung erzählt eine fantastische Geschichte.

Von Außerirdischen mit Down-Syndrom, die das Leben auf der Erde erforschen.



Im Oktober 2016 landen 7 Astronauten und Astronautinnen von einem fremden Planeten auf der Erde.

Sie nennen sich „Second Mission” (zweite Mission).
Sie haben das Down-Syndrom.

Vor 5.000 Jahren sind die ersten Außerirdischen ihrer Art auf der Erde
 gelandet.

Die Second Mission hat den Auftrag zu überprüfen, wie es den ersten Siedlern und Siedlerinnen ergangen ist und wie ihre Nachfahren heute leben.

Als lebensgroße Comic-Figuren begleiten die Astronauten die Besucher und Besucherinnen durch die Ausstellung.

Der Zeichner Vincent Burmeister hat die fantastischen Comic-Figuren 
erschaffen.
 
Heuschrecke war auf der Eröffnung und gratuliert den MacherInnen von Ohrenkuss, touchdown 21, der Bundeskunsthalle und vielen weiteren zu einer berührenden und bereichernden Ausstellung mit einem besonderen Konzept.
Die folgende Bildergeschichte gibt einen Einblick vom festlichen Eröffnungsabend und der Ausstellung selbst.
Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle dauert vom 29.10.2016 bis zum 12.3.2017 und wandert dann weiter.

  

 

 

TOUCHDOWN - Eröffnungsabend in der Bundeskunsthalle

Eröffnungsreden vom Intendanten Rein Wolfs, Beirätin Julia Bertmann ...
... und Kuratorin Katja de Bragança
Glückwünsche und ein glückliches Gesicht: Katja de Bragança
Historiker und Kurator Ricola-Gunnar Lüttgenau und Beirätin Julia Bertmann

Coole und richtig gute HipHop-Band: The Choolers aus Belgien, die beiden Sänger mit 47 Chromosomen

Gäste und KünstlerInnen kommen aus ganz Europa.
Die Ohrenkuss-AutorInnen waren fast geschlossen da und versprühten gute Laune.
Die Ausstellung wird eröffnet. Sie ist strukturiert durch die Rahmenhandlung: 7 AstronautInnen mit Down Syndrom kommen von einem fremden Planeten auf die Erde und setzen sich in 8 Themen mit ihrer Geschichte auseinander.


Wir möchten Ihnen auch den Ausstellungskatalog (nur 7,- EUR! ) sehr ans Herz legen. Ein hochwertiges Buch, das noch mehr Hintergrund zur Ausstellung selbst gibt. Zum Beispiel werden die 7 AstronautInnen persönlich vorgestellt ... reale Personen, die auch als Ohrenkuss-AutorInnen bekannt sind ...
Die ganze Austellung wie auch das Buch besitzen eine Ästhetik, die wir von allem, was Katja de Bragança bisher von der Idee an begleitet hat, kennen - dank der vielen, hochprofessionellen Mitwirkenden.












Die Künstlerin Susanne Kümpel




















Mongolei-Tracht: Johanna v. Schönfeld
Figur "Otto" von Markus Keuler






Party am Eröffnungsabend ...


mit DJ Edgar, der zufällig früher auch auf den Heuschrecke-Weinfeten Musik gemacht hat ...
Ein schönes Fest mit viel Tanz ...
... und Tanzperformance der Künstlerin Sarah Gordy
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Tags: ohrenkuss, touchdown21, down syndrom, trisomie 21, ausstellungseröffnung, bundeskunsthalle, bonn
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Gastbeitrag
12.04.2016
20:10

Ohrenkuss: Anfang der Welt

Urknall war vorher

 

 
Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen in Abständen bei uns zu aktuellen Themen.
 
 
 
Ohrenkuss hat sich im letzten halben Jahr mit der Entstehung der Erde beschäftigt - nun ist das neue Magazin "Anfang der Welt" erschienen: "Die Welt ist rund. Um die Erde schaut: die Erde unten, Erde oben, Erde Seite, rechts und links. Dieses Land ist schön. Aber dieses Land ist arm. Vielen Leute gehen Europa hin, in den Wohnung hin, richtig warm. Es ist so kalt draußen. Viele Menschen macht nichts zu tun. Viele Menschen helfen. Und die Politik sagt: Komm mal rumgeflogen. Mach keine Sorgen. Es ist gut." (Dorothee Reumann, diktiert) Wir stellen die Welt-Ausgabe hier vor.
 

Und noch eine Save-the-date-Ankündigung: das neues Projekt  TOUCHDOWN 21, initiiert von der Wissenschaftlerin und Ohrenkuss-Gründerin Dr. Katja de Bragança, das wir letztes Mal hier vorstellten, zeigt eine Ausstellung.
 
Ort: Bundeskunsthalle Bonn.
 
Eröffnung: Freitag, 28.10.2016
 
Dauer der Ausstellung:  29. Oktober 2016 bis  12. Februar 2017. Hier der Flyer zur Ausstellung: http://www.touchdown21.info/de/news/48-der-flyer-zur-touchdown-ausstellung-ist-da.html
 
Über die Ausstellung: Die Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom begibt sich – als erste ihrer Art – auf eine kulturhistorische und experimentelle Spurensuche in unsere Vergangenheit und Gegenwart. Sie erzählt eine komplexe Beziehungsgeschichte. Sie beschreibt, wie Menschen lebten, leben und leben möchten – Menschen mit und ohne Down-Syndrom.
 
Aktiv von Menschen mit Down-Syndrom mit erarbeitet, umfasst die Ausstellung wissenschaftliche und künstlerische Exponate aus Archäologie, Zeitgeschichte, Genetik, Medizin, Soziologie, Literatur, Film, Theater und bildender Kunst. In ihrer inhaltlichen Tiefe und lebendigen Vielstimmigkeit will die Ausstellung – statt fertiger Antworten – vor allem einen Beitrag anbieten zu einer nachhaltig klügeren Debatte um gesellschaftliche Vielfalt. Einer Debatte um Teilhabe einerseits und den Umgang mit neuen medizinischen Möglichkeiten andererseits.
 
 

 


 

 

Anfang der Welt


"Die Welt zu halten ist schwer, mit meinen beiden Händen halte ich eine Welt. Wenn ich die Welt aufhebe, muss ich aufpassen, dass die Welt nicht den Boden berührt, nicht runterfällt. Die Welt ist schwer. Die Welt sieht für mich einfach wie eine Kugel aus, genauso wie die Farben von allen Inseln, die darauf sind: Asien, Afrika, Polen, Schweden, Fuerteventura, Deutschland, Europa und mehr. Die Weltkugel fühlt sich rund an. Riechen kann ich gar nichts, die Welt kann man nicht riechen. Nur der Müll stinkt wie die stinkenden Socken meiner Familie.
Die Welt kommt wie ein neugeborenes Baby auf die Welt, wie ich früher in dem Bauch von meiner Mutter war. Und die Welt kommt aus dem Bauch der Mutterwelt.
Die ganze Familie trennt den Müll, und meine Mutter trennt die Wäsche, und ich rede von der Rettung der Welt." (Nora Fiedler, diktiert)

 

 

Ohrenkuss: Ansgar Peters in einer Zelle mit Chromosomen

 

Das Kunstwerk im weißen Zelt ist von Ernesto Neto. Ich sitze in einem Kunstwerk – eine Säule. Die Säule ist schön beleuchtet. Und ich sehe ein rotes Licht scheinen – rot wie die Liebe. Ich finde die Säule sehr gigantisch. Es leuchtet in der Nacht wunderschön. Das Kunstwerk ist ziemlich breit – wie ein Baum. Es ist weiß, überall weiß - und da rot. Der Fußboden ist richtig schön weich und sanft. Ich liebe es gerne.

 

 

"Mein Körper aus Zellen.
In den Zellen sind Chromosomen. 47 Chromosomen.
Ich bin in Düsseldorf geboren.
Als wir mit dem Auto gefahren sind. Meine Familie.
Ich bin froh, wenn ich dabei bin.
Die Welt, die macht mich froh.
Ich bin mit mir zufrieden.
Ich bin zufrieden, dass sich gute Laune habe.
Ich bin glücklich." (Daniel Rauers, diktiert)

 

 

Ohrenkuss: Anna-Lisa Plettenberg in der Ausstellung Outer Space

 

Anna-Lisa Plettenberg, diktiert
Der Alex Karim, der ist ein Professor über diesen Urknall. Der ist in der Ohrenkuss-Redaktion gekommen. Dass (wir) darüber reden, über die Urknall.
Dieser Urknall ist ein englischer Wort: „Big Bang“.
Dass die Sterne zusammen waren, wenn die aufgepustet hat, dann ist wieder weiter geworden. Das habe ich noch im Kopf gehabt. Dass die Zeit länger, weitergeht.
(Alexander Karim hat mit einem Ballon den Urknall erklärt. Vor dem Aufpusten wurden Sterne auf den Ballon gezeichnet. Die Sterne wurden größer, als der Ballon aufgepustet wurde)

Daniel Rauers, diktiert
Ich kann nicht genau erklären, was der Urknall bedeutet.
Ich verstehe die Frage, aber ich kann es nicht genau erklären.
Ich bin auch mal geboren.
Das mit dem Urknall, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Das ist so kompliziert, das kann ich nicht erklären.
Der Urknall im Weltraum ist vor Ewigkeiten. Darum geht es.

 

"Das ist die Entstehung der Erde. In Millionen von Jahren, könnte auch Milliarden sein, das weiß keiner so genau, hat sich das entwickelt, nach und nach, da gab es keine Tiere, keine Menschen, kein gar nichts. Da gab es auch noch Ur-Saurier. Das wurde immer größer und größer, das ist ein Planet. Dass die Sonne größer wurde. Und viele sind von den Urmenschen… aus der damaligen Sicht. Aber das kann immer noch passieren. Kann, aber muss nicht sein.
Ich war damals nicht dabei gewesen.
Das kann man schlecht bezeichnen, auch in Worte zu fassen.
Farben? Das kann man nicht ausdenken.
Wann? Das weiß keiner. Auch nicht die Naturforscher.
Die Erde ist ja wie eine Kugel.
Da muss sie sich ja von Millionen Jahren angesammelt haben, dass es sich später zum Urknall entwickelt hat.
Die Erde ist ja genauso rund.
Da gab es keine Tiere, kein menschliches Wesen." (Achim Priester, diktiert)

 

 

Ohrenkuss: Verena Günnel in der Ausstellung Outer Space

 

Für mich viel zu viele Sterne da waren. Da waren richtig viele. Ich kann nicht so viele zählen auf einen Schlag. Wie weit ist diese Weltraumphantasie? Es gibt Sterne, Namen genannt worden. Nicht alle, nur manchmal. Das kann man nicht richtig beschreiben, wie Weltraumverstand ist. (Verena Günnel, diktiert)

 

 

Ohrenkuss: Paul Spitzeck in der Ausstellung Outer Space

 

Leben im All?

 
 
 
 
 
 
"Schön wär’s. Es gibt im Weltall, aber im Fernsehen, nicht in echt. Der Weltall ist sehr groß und sehr breit und nicht zu klein, aber es muss auch stimmen. Wenn ich sehen würde in der Ecke, dann würde ich sagen: Gibt es wirklich Alien." (Angela Fritzen, diktiert)
 
 
 

"Mein Vater war Professor für Astronomie. Er meinte, dass das alles Quatsch ist. Er hat nichts von Außerirdischen gehalten. Und ich bin seiner Meinung." (Achim Priester, diktiert)
 
 
 
 
"Ja, aber schwierig, weil oben ist andere schwerelos als die Erde. Im All muss man ein Anzug trage, weil wenn man so in All fliege, stirbt man. Die Alien kann oben spazieren gehen und brauch kein Anzug, weil die Alien lebt in die All. Es gibt kleine Alien, große Alien, aus Gold, aus Silber. Manche sind nett, manche ist nicht nett. Manche beißen auch. In den All ist dunkel. Da gibt es kein Licht. Nur winzige Sterne. Die Raumschiffe leuchten in die dunkle All. Es gibt Kontakt im All mit die Menschen in die Erde. Mit Walkie-Talkie. Wenn ein Raumschiff kaputt ist, kann man anrufe und Raumschifftaxi kommt und wird die Menschen im All Hilfe zu hole." (Paul Spitzeck, diktiert)

 

 
"Ich glaube, dass im All überhaupt nicht Leben ist. Da gibt’s nur Aliens und E.T.
Wenn ich ein Alien bin, dann bin ich E.T.
Weil ich nach Hause möchte." (Anna-Lisa Plettenberg, diktiert)
 
 
 
 
"DAS DOWN-SYNDROM IST EIN ALIEN." (Angela Fritzen, handgeschrieben)
 
 
 
 
"Aliens beißen nicht. Ich bin mutig." (Marley Thelen, diktiert)
 
 
 
 
"Also ich bin noch nie die Alien begegnet bin, weil ich bin anders bin. Der wohnt in Weltraum, ich nicht, ich wohne in Bonn. Für mich ist der viel zu groß und ich bin zu klein.
Ich war noch nie begegnet, weil ich treffe ganz selten einen Alien. Ich möchte gerne einen Alien treffen, brauche Uhrzeit, wenn ich Zeit habe, dann kann ich ihn treffen. Dann kann ich ihn einladen, wenn ich Lust hab." (Verena Günnel, diktiert)
 
 
 

 

Ohrenkuss: Daniel Rauers in der Weltraum-Ausstellung

 

 

"Ich treffe irgendein Alien. Die versteht mich. Ich rede mit ihm. Deutsche Sprache. Zeichensprache. Mittelgroß: 1 Meter lang. Ich treffe ihn bei dem Ufo auf der Erde. Wir machen was: Sachen. Coole Sachen. Freundschaft. Zusammen anrufen. Zeichensprache. Skype. 10 Stunden. Wir sind gut. Wir sind besser. Wir haben perfekte Zeichensprache gemacht. Wir haben den Raumschiff angeguckt. Und wir haben Ufos gesehen. Freundschaft. Wir haben gechillt. Wir haben Zeit gechillt. Wir haben Scherze gemacht. Faxen. Wir sind in die Dusche. Wir haben kalt geduscht, wir sind in der Badehose. Wir haben in die Uhrzeit gechillt, fünf Tage gechillt. Um halb elf haben wir geskypt. Ich bin auf der Erde. Alien auf dem Mond, ich hab mit dem Mond geredet." (Daniel Rauers, diktiert)

 

Texte und Fotos: © Ohrenkuss

Fotos: Hanna Witte, Köln www.hanna-witte.de

 

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss
Gestaltung der gedruckten Ausgabe: Maya Hässig

 
 

 

 

 

 

 

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, urknall, weltall, bundeskunsthalle, touchdown21
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Gastbeitrag
08.12.2015
19:21

Ohrenkuss: damals, heute, morgen

... damals, heute, morgen: Portraits von Ohrenkuss-AutorInnen

Ohrenkuss-Magazin Okt.2015: damals heute morgen
 


Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen in Abständen bei uns zu aktuellen Themen.

 

Nach der letzten, künstlerischen Ohrenkuss-Ausgabe, die schon selbst ein Kunstwerk war, folgt nun ein schlichteres, aber sehr inhalts-dichtes Magazin in der Tradition der ORAL HISTORY: die Ohrenkuss AutorInnen erzählen uns ihre Lebensgeschichten und -philosophien.

Hier im Heuschrecke-Blog folgen nun, mit der freundlichen Genehmigung der AutorInnen, aus der neuen Ausgabe die Portraits von Julia Bertmann, Angela Fritzen, Julian Göpel,Verena Günnel und Paul Spitzeck.


Außerdem es gibt ein neues Projekt vorzustellen: TOUCHDOWN 21, initiiert von der Wissenschaftlerin und Ohrenkuss-Gründerin Dr. Katja de Bragança - wir finden, eine großartige und logische Fortführung aus der bald 20jährigen Erfahrung des Ohrenkuss-Teams.

Aus der Selbstdarstellung:
 
TOUCHDOWN 21 ist ein Forschungs-Projekt.
Ein Forschungs-Projekt mit und über Menschen mit Down-Syndrom.
Wir sammeln Informationen.
Wir wollen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Und wir wollen Menschen zusammenführen, die dieses Thema beschäftigt.
 
Anm.: Das ist durchaus global gemeint, denn Ohrenkuss hat bereits GastautorInnen aus den USA, Australien und weiteren Ländern. Zitat von Julia Bertman, Fachfrau mit down-Syndrom, im Beirat von Touchdown 21: "TOUCHDOWN 21 blickt auf die Welt der Menschen mit Down-Syndrom. Ich mache mit, weil ich mein Anders-Sein erforschen will."
 
Weitere Informationen unter Opens external link in new window touchdown21.info. Und: "Es wird eine TOUCHDOWN-Ausstellung geben.In der Bundeskunsthalle in Bonn. Vom 29. Oktober 2016 bis zum 12. Februar 2017. Danach wandert die Ausstellung weiter. Wohin? Das wissen wir noch nicht."
 
Auf jeden Fall sind wir, die Heuschrecken, ganz begeistert und wünschen dem neuen Projekt viel Glück und Erfolg.

 

 

 

... damals, heute, morgen: Portraits

 




Julia Bertmann, Autorin bei OhrenkussJULIA BERTMANN


diktiert und handgeschrieben


"Damals als eine Mutter mit mir schwanger war, wusste sie nicht, dass ich das Down Syndrom habe. Meine Mutter wollte mich auf jeden Fall behalten. Als ich auf die Welt kam, freuten sich alle, dass ich da war. Ich war anders als die nichtbehinderten Menschen. Ich denke anders. Ich war in einem normalen Kindergarten und in einer normalen Grundschule. Bis zur 2. Klasse war ich da. Aber dann sind wir nach Mülheim an der Ruhr umgezogen. Da musste ich auf eine Sonderschule. Das fiel mir schwer. Mit nichtbehinderten Menschen komme ich gut klar. Mit Menschen mit Behinderung ist es ein bisschen schwierig. Ich habe keine Freunde sondern Bekannte. Ich will gerne Freunde haben. Mit denen ich was unternehmen kann.


In der Sonderschule sollte ich Schuhe binden üben. Das brauchte ich nicht. Ich hatte immer Schuhe mit Klettverschluss. Lesen, Schreiben, Rechnen gab es auf dieser Schule nicht. Die Lehrer meinten, Menschen mit Behinderungen können das Ganze nicht lernen. Aber heute kann ich lesen, schreiben, rechnen. Dank meiner Mutter mache ich zu Hause Schularbeiten. Ich bin schon viele Jahre beim Ohrenkuss. Bei meiner Arbeit, ich arbeite außerhalb der Werkstatt. In der Firma habe ich Arbeitskollegen, die mich unterschätzen. Ich kann mehr als schreddern, aber das wissen manche nicht, dass ich sehr gut am Computer umgehen kann. 


Ich fühle mich nicht alt. Man sieht es mir auch nicht an, dass ich 34 Jahre alt bin. Man sagt zu mir: das sieht man nicht. Ein Beispiel: Ich gehe zu Edeka und kaufe ein. Zuerst gehe ich an die Wurst Theke und hole Wurstaufschnitt. Die Verkäuferin sagt: möchtest Du eine Scheibe Wurst? Ich sage dann nein danke Sie können mich siezen. Sie ist dann perplex und sagt dann Entschuldigung. Dann kaufe ich Brot. Die Brotverkäuferin sagt welches Brot möchtest Du denn? Ich verdrehe mir die Augen und sage den Satz noch einmal: Sie können mich ruhig sießen. Die Brotverkäuferin sagt Entschuldigung. Das wusste ich nicht.


Ich würde eines Tages von zu Hause ausziehen. Ich kann aber nicht alleine wohnen. Ich bin Zuckerkrank und brauche Unterstützung bei meiner Zuckerkrankheit. Ich muss da leben wo man mich unterstützt. Ich würde gerne mit meinen Mandalas arbeiten und da mit Geld verdienen. Das ist meine Zukunft."






Die Ohrenkuss-Autorin Angela FritzenANGELA FRITZEN


diktiert und handgeschrieben



"Mit 40 Jahren bin ich sehr erwachsen. Für mich bedeutet Erwachensein, ich fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit Bus, Bahn, Straßenbahn und Zug alleine. Ich kann alles alleine machen. Ich spiele Saxophon seit 23 Jahren. Ich spiele auch gerne Blockflöte. Ich möchte irgendwann mal umziehen nach Essen zu meinem Freund. Mein Freund wohnt in Essen. Der ist fünf Jahre älter als ich.


Spachen zu lernen
und Leben wir uns
im Leben spielen
zu erleben möchten




Ich möchte gerne als Krankenschwester wie mein Schwester.
Arzthelferin zu werden.
Es gibt nur Praktikantin.
Ich möchte der Arzt sein: Dr. Angela Fritzen."



 

 

 

Julian Göpel, Ohrenkuss AutorJULIAN GÖPEL


handgeschrieben und diktiert

"Meine Selbestimung ist meine Meinung.
Respekt nehmen an anderen Leute 47/46 Chrosomen.

Ich bin 31. Das ist noch jung. Bis ich alt bin, da habe ich noch Luft.

Ich kann alleine alles frei machen und wieder arbeiten.
Ich kann alleine wohne und Haushalt machen kann.
Bald kann ich wieder viele Dinge machen in meiner Freizeit.
Ich kann auch koche und änhliches.

Laufen. Helfen. Fertig.
Was ich will:
Ich war noch nie auf’m Karnevalswagen drauf.
Ich war noch niemals im Feuerwehrwagen drin. Im Krankenwagen auch nicht. Im Polizeiwagen auch nicht.
Ich möchte vierzig werden.

Ich möchte einfach in Leichlingen bleiben (wenn ich alt bin) und nicht in eine andere Großstadt gehen. Ich bleibe in derselben Wohnung wohnen. Das nennt man Selbstbestimmung. Ich muss keine Treppen steigen und es gibt einen Fahrstuhl. Weil es ja viel schneller geht mit dem Aufzug.

Ich mache (wenn ich alt bin) dann nix mehr. Dann bleibe ich im Bett: Füße hoch – Glotze an!

Ich hatte Chance in meinem Beruf, dass ich auf meinen Arbeitsplatz arbeiten kann. Das kann mann auch mit meinem Betreuer reden. Chance ist, was in meinem Haushalt zu tun. Es kann man Wünsche ausuchen und die bringen auch gute Chance.
Chance heißt auch gut dass wir zusammen arbeiten können. Bei uns im Team.
Chance ist, das bringt Glück.
Chance ist, dass man mit den Leuten Glück macht.

Ich erkläre das mal: Ich bin ja Hausmeister-Assistent in der Firma. Da mache ich auch Papier-Kram. Und ich arbeite draußen. Ich bin für alles zuständlich. Zum Beispiel Traktor fahren. Gepäck hochbringen. Getränke hochfahren. Möbel hochfahren. Ich bin auch Handwerker und Maler. Handwerker muss man mit Holzarbeiten starten. Ich darf alleine Holz spalten. Und einer muss immer dabei sein. Als Maler muss man Tapetenwechsel machen. Und neue Sachen malen und neue Plakate aufhängen. Und neue Büroräume einrichten.
Manche Leute muss ich rausschmeißen bei der Arbeit. Wenn die alkoholisiert sind.
Ich darf auch alleine bei der Arbeit Wäsche hoch- und runterbringen: Wäsche falten mache ich auch gerne.
Man sollte bei der Arbeit nicht gemobbt werden.
Ich arbeite mit Kollegen zusammen – und Kolleginnen.
Ich arbeite mit Schweiß und muss Geld verdienen.
Das ist meine Arbeit.

Als ich geboren bin, erst mal im Krankenhaus in Solingen OhIigs.
Später war ich in der Badewanne mit meinen Schwestern zusammen. Ich hab zwei. Ich bin der Älteste. Für meine Schwestern war ich immer der Älteste. Ich war der große Bruder – stimmt.
In der Schule war ich nicht der Ober-Freak. Aber später, als ich groß bin, war ich in der zehnte Klasse und habe meinen Abschluss gehabt.  Da hatte ich Mofa-Führerschein geschafft.
Ich trage eine Brille. Wir alle tragen Brillen.
Ab Winter bin ich immer Schlitten gefahren. Mit meinem Vater zusammen. Als ich klein war, haben wir viele Ausflüge gemacht. Städte-Touren.
Als Kind konnte ich noch nicht lesen und schreiben. Das habe ich erst in der Schulzeit gemacht.
Als ich 18 war, hatte ich so viele Gäste gehabt auf meiner Feier. Da hatte ich erst mal bei meinen Eltern gelebt.
Ich hatte mal Flöten-Unterricht gehabt, als ich Kind war.



Ich bin 31. Ich habe eine eigene Wohnung. Da darf ich bestimmen, was ich will oder nicht. Da hatte ich ganz viel Unterstützung von meiner Familie.
Später kommen dazu meine Arbeitskollegen in meiner Firma Hackhauser Hof. Die haben mich eingeführt in meine Praktikumsstellen.
Flöte spielen mache ich immer noch gerne als erwachsener Mensch.
Wenn ich erwachsen bin, habe ich ganz viel mit Ohrenkuss erlebt. Mit viel Ausflügen. Ich war am Anfang an dabei. Seit 2003. Und bin 13 Jahre dabei. Oder auch noch viel länger. 

Als erwachsener Mensch hab ich mit Ohrenkuss viele Interviews und Ausstellungen gemacht. Fast ganz Deutschland. Das finde ich echt gut. Ich bin immer beim Ausflügen dabei gewesen. Ich hab viele kennengelernt. Saulange Zeit mit Ohrenkuss. Ich hatte auch Schreibassistenten gehabt. Das ist einmal die Kim Beard. Sara Czinczoll. Paul Roberts und Maria de Bragança Roberts. Ich kann mich erinnern, wir waren mal in Wuppertal gewesen. In Frechen in der Kirche, Arp-Museum Rolandseck, Weimar. Da hatte ich mal einen Bogen gehabt zum Schießen. Ich war viele Ausstellungsprojekten mitgemacht, mit Projektleitung und -leiterinnen. 

Ich war früher in der Konfirmation gewesen, da war ich noch sehr jung. Da waren viele Erwachsene ohne Behinderung dabei und mit Behinderung. Ich bin der einzige, der das Down-Syndrom hat, 47 Chromosomen. Aus deiner Konfirmation da hatte ich viele Freunde gefunden und ich bin noch in der Kirche drin in Leichlingen. Heute hab ich mich verändert, ich wohne nicht bei den Eltern, ich hab eine eigenen Wohnung, ich habe Betreuung, der hat auch eine Behinderung. Er betreut mich, wenn ich Hilfe brauche. Meine Eltern sind für immer für mich auch dabei gewesen und heute nicht mehr. Früher hatte ich mal Playmobil gespielt, das tu ich noch heute immer noch. Ich habe eine eigenen Wohnung, da baue ich bald eine Spielwiese an und ein eigenes Zelt zum Schlafen."






Verena Günnel, Ohrenkuss-AutorinVERENA GÜNNEL


diktiert

Zu einem Foto: Verena lächelt, mit rosa-weißem T-Shirt, mit 6 Jahren

 

"Es war einmal ein kleine Mädchen. Mein Name ist Verena. Ich war schon 6 Jahre. Also klein. Danach, später, war ich groß. Aber jetzt bin ich schon 28 Jahre geworden. Und jetzt bin ich erwachsen aus."



Zum Foto „Verena mit Lätzchen“, Dezember 1990

 

"Da war ich fast vier Jahre gewesen. Das war lange Zeit, als ich klein war! Und viel mein Leben erlebt hab, als ich noch klein war. Das war ein lange, lange Zeit gewesen von mir. Ich war so süß wie früher, als ich klein war. Aber ich kann mich nur ganz selten erinnern, wie ich klein war. Habe ich viel was gelernt davon, von meiner Familie beigebracht. Also sehr viele Dinge. Also früher als ich klein war, habe ich auf dem Arm gelegen. Sie haben mein Arm gekrabbelt. Das mag ich! Heute, wo ich erwachsen bin, mag ich das nicht mehr. Nur wenn ich klein bin."



"So alt bin ich ja noch nicht geworden. Manchmal jünger, manchmal älter. Das sind unterschiedlich - Alter. 
Meine Mutter ist schon 59 schon. Und die wird schon 60. Das ist alt.
2048 werde ich 60 Jahre alt. Das ist nicht mehr lange.

Ich bin jung. Anderen Menschen sind älter geworden, viel älter. Die sieht ganz anders aus. Andere Menschen, die sind älter sind.
Ich habe dunkelbraune Haare. Alte Menschen haben weiße, kurze Haare. Die sind unterschiedliche Haare.
Ich habe keine Falten. Meine Haut sieht ganz glatt aus. Und die Alten, die hat ja Falten.

Ich arbeite im Altenheim Evangelische Frauenhilfe in Mehlem.
Mir macht mir sehr Spaß zu arbeiten, wie Menschen betreuen kann. Das macht mir Spaß, da zu arbeiten. Für mich fühle ich sehr wohl und glücklich mein Leben. "






Ohrenkuss-Autor Paul SpitzeckPAUL SPITZECK


diktiert

"Ich hab keine Brille damals.
Und so klein war ich damals.
Damals war ich jünger als jetzt.
Ich war vier Jahre alt auf dem Foto.
Jetzt 21.
Damals war ich dünner. Damals bin ich bei meine Eltern gewohnt. Jetzt wohn ich alleine.
Damals geht das nicht, weil jetzt 21 bin.
Damals war mein Haare blonder als jetzt.

Heute bin ich erwachsen und selbstständig bin ich jetzt. Viele Dinge kann ich selber regeln.
Nämlich: Eigene Schlüssel habe von ihre Wohnung, und häufig hat man auch eine Schlüssel von die Elterhaus. Mein Stammort ist in Köln, meine Nebenwohnen ist in Stankt Augustin – Menden.
Ich bin anders als andere Menschen, weil andere Menschen hat nur 46 Chomosome. Ich bin ein besondere Mensch, ich habe drei Mal 21 Chromosomen. Andere Menschen, der 46 Chromosomen hat, muss nicht uns auslache. Wenn euch uns auslache, dann Spieß rumdrehen – sie 47, dann lache wir auch aus. Und das möchte ihr nicht, darum lasse wir auch in Friede und ihr uns.

Damals habe ich die Katzen gestreichelt.
Damals hatte ich eine andere Stimme als heute, weil ich hatte Stimmbruch. Ich habe früher mal wie ein Mädchen gesprochen und auch gesungen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wenn ich Musik von damals höre. Bin ich das oder meine Schwester? Ich habe erwachsene Stimme. Weil das so ist: Damals eine feine Stimme, heute ein Männerstimme.

Früher mal habe ich nicht gekocht, aber jetzt kann ich kochen.
Früher mal hat meine Mutter mich gefüttert, als ich ein Baby gewesen war. Meine Mutter hat Babybrei warm gemacht. Heute kann ich mit Messer und Gabel essen.

Ich glaube, jeder hat eine Chance. Mit 46 oder mit 47 Chromosomen hat man eine Chance.
Nur 47 Chromosomen die ganze Welt ist auch langweilig. Ein Teil 47, ein Teil 46 Chromosomen hat.
Ich kenn keinen, der immer Chancen hat.
Ich meine, dass jeder hat Chance, aber wenn vorbei ist, dann ist Schluss damit.
Aber ich glaube, die Chance kommt immer wieder.



Ich lebe jetzt in Köln, alleine, in einem Appartement. Weil ich arbeite in Köln und will nicht mehr pendeln.
BeWo heißt: Betreutes Wohnen. Da kommt einer und macht was mit mir. Wie einkaufen, kochen und was unternehmen. Ich schlafe alleine, aber es macht einer immer Nachtwache, denn es ist ein Wohnhaus, in dem viele Leute Hilfe brauchen.
Putzen mache ich, wenn ich frei habe. Und ich koche jeden Tag, immer Warmes.

Ich finde das gut, dass ich in Köln alleine wohne. Aber wenn es Feiertage ist, fahre ich nach meine Eltern. Oder wenn ich mit meinen Eltern in Urlaub fahre, muss ich Urlaub beantragen.
Ich habe gelernt zu Hause Selbstständigkeit. Ich finde mich schon erwachsen.
Ich vermisse meine große Schwester. Wenn ich skype, dann mehrmals mit meiner Schwester.
Ich mag das, wenn ich bei meine Eltern, weil die gibt mir viel Hoffnung und sie denken mit mir und fühlen mit mir, ich in Köln wohne.

Ich vermisse meine Familie.
Das geht so schnell, ich wollte nie erwachsen sein.
Ich finde mich stolz, dass ich alles selber bestimmen kann. Ich bin stolz auf mich, weil ich habe vieles, was meine Eltern nicht gelernt haben.

Wenn ich 75 Jahre alt bin, mache ich mich wieder jung. Viel Sport mache und gut esse.
Ich gehe im Jahr 2059 in Rente. Dann bin ich schon längst verheiratet.
Ich stelle mich nicht alt vor. Ewig jung sein.

Aber alt ist auch gut. Weil dann kann man sich verwöhne lassen: Das Essen am Bett. Und tolle Massage kriegt man. Und wenn man anklingelt, dann kommt jemand und hilft, dass die in Badezimmer. Und manche Leute sind so alt, kann nicht schlafen lege. Dann muss man sage: Geh jetzt bitte schlafe. Meine alte Erinnerunge.

Ich habe ein Praktikum in Altersheim gemacht. War eine schöne Zeit da. Ich habe gedacht: Ich möchte mal Altenpfleger machen.
Die haben nur wenig gegessen, die alten Menschen. Dann wurde das Essen wieder abgedeckt und in den Müll geschmissen. Das macht mich traurig. Aber so ist das Leben. Wenn wir über Leben reden: Es war auch traurig. Weil bei mir sind zwei Menschen verstorben. Das finde ich traurig. Das hat mir in mein Herz so gedrückt. Da habe ich ein bisschen geheult.

Stell Dir vor: Du wirst morgen früh wach und bist plötzlich alt. Wie verbringst Du den Tag?
Ich bleibe im Bett liegen und lasse mich verwöhnen. Dann muss viele Stars vor meinem Bett auftrete und macht Musik. Und ich kriege tolles Essen. Aber: Wenn ich alt bin, möchte ich gerne noch Zähne haben."




 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Fotos und Texte © Ohrenkuss
Fotos: Opens external link in new windowBritt Schilling, Freiburg
Gestaltung der gedruckten Ausgabe: Maya Hässig

 
 




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Tags: ohrenkuss, down syndrom, downtown werkstatt, kultur, kunst, poesie, 47 chromosomen, oral history, touchdown 21
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Gastbeitrag
15.04.2015
18:34

Ohrenkuss: Wer bin ich, wer bin ich nicht?

Über Kunst, das Meer im Gehirn, Blumen und Ai Weiwei, die Wut, und die Frage: Wer bin ich, wer bin ich nicht.

Ohrenkuss ...da rein, da raus - das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH. Die Ohrenkuss-AutorInnen bloggen in Abständen bei uns zu aktuellen Themen.

In den ganzen letzten Monaten war es - so schien es uns - ruhiger um Ohrenkuss. Aber nur scheinbar. Ende März, zum Welttag der Poesie, ist mit der Magazin-Ausgabe "Wer bin ich, wer bin ich nicht?" das Ergebnis einer unglaublich intensiven Redaktionsarbeit erschienen. In unseren Augen hat Ohrenkuss einen richtigen Sprung getan - die ganzen Projekte und Workshops des letzten Halbjahres mitsamt einem begleitenden Film und der Ohrenkuss-Ausgabe als Endprodukt ist KUNST.

Das Heft kann bestellt und abonniert werden im Opens external link in new windowOhrenkuss-Kiosk . Der sehr lebendige Film zeigt Ausschnitte aus den verschiedenen Workshops und Aktionen. Die Fotos hier im Blog sind während der Redaktionsarbeit enstanden. Im Heft selbst sind diesmal (fast) keine Fotos, sondern Zeichnungen, Gemaltes, Kollagen ... eben Kunst. 
 
Doch bevor wir nun einige Kapitel vorstellen, zunächst ...

 

... Der Film

 

 

Was ist Kunst?


Daniel Rauers, dikiert:


Ich kann mir die Frage sehr gut vorstellen. Aber ich muss sagen: Das kann man nicht so gut erklären. Ob etwas noch Kunst ist? Ich weiß nicht, ab wann es Kunst ist. Ich kann es nicht so gut erklären. Das ist schwer.


Johanna von Schönfeld, diktiert

Ich glaube, jeder Mensch ist kunstvoll.


Jeanne Marie Mohn, dikiert

Kunst ist: Zeichnungen machen.
Alles, was man im Atelier macht. So Kunst. Von Künstlern.


 

Dichterin (Gedicht)

Maria Trojer, handgeschrieben

Dichterin ist ein schöner Beruf.
Das möchte ich gerne sein.
Und am Tage weiter träumen,
um berühmt zu werden.
Weiter bilden – gute Dichtung.
Dichterleben –wohlzufühlen.
Alle Leute werden klatschen.
Tag für Nacht, da schreibe ich.
Um den guten Eindruck zu machen.
Alle werden mich doch loben.



Anna-Lisa Plettenberg, dikiert

Mein Kunst ist malen. Fertig!



Das Meer im Gehirn

Jürgen Paschen, Fachmann für traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat für Ohrenkuss ein Referat über die innere Landschaft der Körpers gehalten. Das Innere des Körpers, die Organe und Hohlräume, werden als eine innere Landschaft beschrieben, so wie man um sich herum Umgebung und Natur erlebt. Ohrenkuss wollte vor allem mehr über das Meer im Gehirn wissen ...




Paul Spitzeck, diktiert

Dass die Berge ist obe, wo den Gehirn ist. Und dass ganz unten den Meer ist.
Mein Gehirn sieht wie ein Fußballfeld aus. Und die Fußball-WM von 45 bis 2014 da mitspielt. Aber keine Verletzte. Aber die Gegner verletzt. Und viel Grün und Weiß.



Jeanne Marie Mohn, diktiert

Felsen sind das. Felsen sind auch am Meer. Es gibt auch einen Strand.
Ein Meer in meinem Gehirn – ich glaube ja. Da ist ein Fisch drin. Es gibt Fische oder so Blubbern da. Das blubbert in meinem Kopf immer. Ich glaube, das Wasser ist ruhig. Und es gibt auch Wiesen in dem Kopf drin. Eine Pyramide gibt es auch da. Die ist sehr hoch, Form wie Pyramide. Drum rum gibt es ganz viel Wasser. Kann man schwimmen drin. Da schwimmen Leute drin, ein paar. Es ist gut da.



Dominic Edler, diktiert

Das Meer - weil ich mit dem Meer ja aufgewachsen bin, als kleines Kind.
Und ich erinnere mich an die Berge, weil ich ja viel auf Reisen bin.
Das Meer in meinem Gehirn ist ein bisschen mit Liebe verbunden – in Gedanken schon für meine Freundin. Weil ich bin schon vergeben. Das Wasser in meinem Kopf-Gehirn ist mit einem Schiff über den Rhein zu fahren. Und irgendwie kommt man an ein Ziel. In diesem Schiff fahren wir über den Rhein. Und wo ein Weg ist, ist auch ein Ziel. Das gebe ich Euch auch mit auf den Weg.


Martin Weser, diktiert

Das sieht aus wie eine Schlange. Die Palmen, das kann man sich gar nicht vorstellen. Das kann man aber nicht sehen – in unserem Kopf.
Es sieht aus wie ein Apfelbaum in mir – so stelle ich es mir vor. So habe ich mir das vorgestellt. Die Wurzeln sind an den Füßen. Die wachsen in mir selber hoch. Und dann wachse ich. Mit den Füßen wachse ich höher, mit Zehenspitzen wachse ich – immer höher, wie die Wolke. Und so kann man sich das vorstellen bei mir.



Wer bin ich, wer bin ich nicht?



Achim Reinhardt, handgeschrieben

Wer bin ich?
Ich bin Achim ich bin ein Mann, Sohn von Mama und Papa. Bruder Onkel Cousin seit 2010 Rentner.
Wer bin ich nicht?
Ich bin kein Busfahrer kein Fussballer kein Tormann, kein Schiedsrichter kein Boxer, kein Bürgermeister und auch kein Förster und kein Teatherspieler.


Ruth Schilling, handgeschrieben

ich bin normal ich bin ein mensch
ich bin ein vogel der fliegen kann
ich könnte flöten ich bin kein löwe
ich bin keine schlange


Nora Fiedler, handgeschrieben

Wer bin ich?
Wer ich eigentlich bin ich mache es nur aus herzn. obwohl ich kompizirt bin ich zerpreche andauhernd meine Gedanken und mein Kopf, auf jeden Fall mein Ganzen Köpper ligt auf der Boden ich kann mich nicht konizertiren. Meine augen werden kleiner und dei Trännen kommen raus.
Wer bin ich nicht?
Ich weis es nicht was los ist bei mir mit mein Köpper ein Stich in herz, was stimmt eigentlich nicht mit mir. Ich will an liebsten in Boden versingen. wo ich arbeite kricke ich keine luft mehr. das bin ich nicht. wer bin ich nicht Das ist der Frage. diese Frage kann man nicht anworten. Das kann keiner.


Julia Bertmann, selbst am Computer geschrieben

Ich bin ein ganz normaler Stadt-Mensch. Ich bewege mich in einer normalen Umgebung. Ich arbeite und bekomme Geld. Ich bin klein und ich bin lustig. Ich bin eigentlich typisch Deutsch.
Ich bin nicht berühmt. Ich bin nicht schön. Ich bin nicht Reich. Ich bin nur einmalig.


Johanna von Schönfeld, selbst am Computer geschrieben

Ich bin: ne coole abwechslungsreiche faszinierende Frau aber nicht arrogant und eine servicekraft in Düsseldorf &ich bin nicht mal wie meine mum & jedes einzelne Familien Mitglied , wie zb meine Geschwister und herzenslieben und verwandten, die 46 chromosomen haben. Was sie alles nicht können kann ich alles, wo die vieles nicht können sind eher meine dauer Stärken. Ich bin willensstark: ich schaffe es ganz oft nach 18 uhr keine Kohlenhydrate zu essen weil das halt medizinisch ungesund ist. Ich bin sportlich weil ich zweimal in der alltagswoche sport treibe. Ich kann gut lesen und schreiben. Das kann nicht jeder mit 47 chromosomen ich bin keine 46 chromosomen tante: ich bin nicht so schnell im organisieren, zb im telefonbuchen von urlauben, ich würde es mir das wirklich wünschen das halt zu können.


Hermine Fraas, am Computer selbstgeschrieben

Ich heiße Hermine Christine Fraas. Ich habe schwarze Haare. Ich habe hübsche Augen und habe die Schlitzaugen und wie ein chinese. Ich bin auch hübscher als andere Menschen und sie kommen auch nicht zu Rande; und das müssen sie auch nicht.
Und weil andere Menschen es nicht akzeptieren. Und weil sie anders aussehen. Und sie haben auch andere Sitten und Gebräuche. Und das akzeptiren sie auch nicht so besonders und wir reagieren darauf ungehalten.


Verena Elisabeth Turin, handgeschrieben und dann selbst auf dem Computer abgetippt

Ich bin eine Frau mit Down Syndrom. Und ich heiße Verena Elisabeth Turin. Eigentlich könnte ich sagen, dass ich 34 Jahre alt bin.
Anschließend bin ich auch eine Musikerin, Freundin, Schriftstellerin, Einmischerin, Schwester, Tante, Verlobte. Naja, wer ich bin zu meiner Person.
Ist sehr schwierig zu sagen. Natürlich bin ich auch verliebt, unglücklich, froh, glücklich, sympatisch, ein wenig sportlich. Danach bin ich lustig, traurig, sehr nett, zärtlich, sehr lieb, einfühlsam. Manchmal bin ich auch sehr nachdenklich, ergeizig im Schwimmsport, ungerecht, nervig, sehr empfindlich, unfolgsam, beleidigt. Und eine Nervensäge, ungeduldig.
Ich bin keine Schlägerin, Raucherin, Alkoholerin. Leider bin ich keine Sängerin, Pianistin, Tänzerin.
Es ist zu schade das ich kein Bandmitglied bei der Bergfeuerband drinnen bin.
Anschließend bin ich keine Rauferin. Danach bin ich nicht eine Mutter. Ich bin kein Schreihals,
Langschläferin, Protestfrau, Kuchen und Zuckerlenfreundin, Kaffeetrinkerin.


Tobias Wolf, diktiert

Ich bin Tobias, wer soll ich sonst sein! Ich bin schon immer Tobias, seit ich 1979 geboren bin. Inzwischen bin ich schon gewachsen, aber ich bin immer noch der Tobias. Auch in der Zukunft bin ich für euch immer noch da. Ich bin immer selbst da. Ich bin ich und du bist du. Warum soll ich jemand anderes sein?

Ai Weiwei

 

Wie man auch im Film sieht, haben sich die Redakteure in diverse Kunstworkshops mit dem Berliner Künstler Peter F. Kurenbach gestürzt und Vorträgen von Peri de Bragança über den berühmten Konzeptkünstler Ai Weiwei gelauscht. In einem Referat von Jürgen Paschen ging es zudem um die Vorstellungen der Traditionellen  Chinesischen Medizin zur Landschaft des Körpers – und eben besagtes Meer im Kopf.

In der Auseinandersetzung mit dem politischen Schicksal Ai Weiweis haben die Ohrenkuss-AutorInnen mit kunstvolle Papierblumen gestaltet und auf dem Postweg nach Peking gesandt. Ai Weiwei hat ein Fahrrad mit einem Fahrradkorb vor seinem Haus und legt dort jeden Tag Blumen hinein, um damit zu zeigen, dass es ihn noch gibt. Zu den eigenen Papierblumen steckte die Redaktion einen liebevoll gestalteten persönlichen Brief, den die Bonner Sinologin Jette Pleiger nach einem gemeinsamen Ohrenkuss-Workshop ins Chinesische übertrug. Wie die zahlreichen Ohrenkuss-Abonnenten erhielt auch Ai Weiwei die druckfrische Ohrenkuss-Ausgabe, verbunden mit einer Einladung zu einem Interview via Skype mit der Bonner Redaktion.




Achim Priester, diktiert

Wenn man way übersetzt ins Deutsche, dann heißt es Weg.
Da haben wir was, dass der Ai Wei Wei nein nein heißt.


Anna-Lisa Plettenberg, diktiert

Ich bin der Ai Weiwei und lege um 9 Uhr jeden Tag die Blumen in den Fahrradkorb und das heißt, dass ich da bin. Mir gefällt das sehr schön, wenn ich das jeden Tag mache. Rosen tue ich da rein, manchmal auch andere.
Ich mache einen Internet-Blog, ich lade da Fotos von Blumen in Fahrradkorb für andere Leute hoch. Dass die Leute alle tausend, fünftausend, noch mehr das sehen. Dass ich da bin, dann bin ich glücklich.
Wenn ich in Gefängnis wäre, dann wäre das nicht schön, weil die alle anderen mich beobachte, wie ich auf Klo gehe oder dusche oder bade oder im Bett bin. Das ist nicht so schön. Sehr scheiße. Ich möchte gerne, dass alleine duschen oder auf Toilette gehen.
Und das ist nicht schön, dass sie am Flughafen den Pass weggenommen haben. Dann kann ich nicht wegfahren China. Das ist doof. Ich möchte gerne wegfahren aus China.
Ich mache das mit den Blumen in den Fahrradkorb so lange, bis die mir den Pass zurückgeben.


Björn Langenfeld, diktiert

Warum er verhaften? Warum? Warum hat gemacht? Ai Weiwei hat nix getan.  Verhaften – geht nicht. Geht nicht! Bitte, ich finde: Ai Weiwei muss wieder frei sein. Frei sein.
Und geboren ist 28.8.1957.


Wut


Marc Lohmann, diktiert

Als Löwe Gebrüll, richtig laut.
Dass es richtig kracht.
Ärger zu machen.
Irgendwas nicht passt.


Christina Groß, diktiert

Das tut weh , wenn ich wütend bin.
Wut hat die Farbe Schwarz , dunkel!
Wut ist im Bauch drin, ich werde traurig und still, wenn ich richtig wütend bin, stampfe ich mit den Füssen.
Wenn jemand anders wütend ist, fühle ich mich allein und klein. Habe dann zum Glück noch einen Freund.
Wenn die Wut ein Tier wäre, dann wäre sie ein Tiger.
Wenn ich Wut spüre, fühle ich mich allein und klein und brauche Hilfe.
Wut kann ich verstecken, dann geh ich in mein Zimmer und höre Musik.
Für Alles und Weiteres wünschen wir viel Glück und immer die Menschen, die weitere Schritte gehen.



Lars Breidenbach, diktiert

Wut heißt ich hab Schwierigkeiten, Probleme. (Sich) ärgern, mit Faust auf Tisch hauen
auch Sachen schmeißen, kaputt machen. Früher hab ich mal Unterwäsche kaputt gerissen, vor Wut. Weiß aber nicht mehr warum, null Ahnung. Früher mal, hab ich gelernt, nicht mehr machen. Einmal mit Faust auf Tisch hauen, so laut, meine Eltern waren erschrocken.
Manchmal ärgern, manchmal (vor) Langeweile, kann ich nix machen. Wut (im) Bauch, wenn Chaos ist. Hör mal: wir haben gemacht Haushalt, putzen, aufräumen, danach gehe ich ins Badezimmer, sehe ich Chaos, Handtuch schief hingelegt, und andere Sachen durcheinander, dann hab ich Wut Bauch, aber was willste machen, hab ich aufgeräumt,
war ich froh da, alles aufräumen, alles wird gut.
Gibte auch andere Wort mit Wut, hab mit meine Mutter überlegt: Hund Tollwut, Tollwut für Krankheit. Hund beißt, andere Tiere auch. Oder Wutanfall, schreien, herum schreien und streiten. Liebe und Stress, hü und hott, warum müssen Leute streiten? Was willste machen, is so.
Was kann man gegen Wut machen? Ruhig bleiben, tief Luft holen, aufatmen, musse raus, frische Luft gehen, Fahrrad fahren. Geht auch: weg gehen, weg fahren, Urlaub machen, erholen. Oder gibte Schlagzeug: laut spielen, (Wut) raus lassen. Oder heulen wie ein Wolf
(Heult ein Wolf vor Wut?) Weiß nicht. Hab keine Wort mehr, fertig.


Maria Trojer, handgeschrieben

Die Wut sieht aus wie ein Monster. Hat lange Krallen so dass er kratzt. Stampft mit den Pfoten bei der Tür herein. Geht von hinten auf mich los.
Als die Wut auf mich flog, so ragen diese Hörner aus. Oder wenn ich grantig bin und es nicht mache, was die Chefin sagt. So schlage hinter mir die Türe zu. Laufe sogar noch zur Küche, dort sind die Tränen rausgeschossen.
Dieser Satan hat das gemacht. Ich bekam eine große Wut,   vielleicht auch noch ein Zorn.
Wenn die große Wut kommt, sie lässt sich fallen über mich.

Verena Elisabeth Turin, auf dem Computer geschrieben

Ich habe einen Teil ganz tief in mir der sehr, sehr wütend ist.
Ganz tief in mir ist auch ein wütender Kampf und Sehnsuchtsschreie.
Meine Farbe von der Wut hat Tränenblau, Feuerrot, Rubinrot, Hellblau, Türkis, Gewitterfarben.
Wenn die Wut eine Musik wär, dann ist sie ganz laut wie ein Gewitter, Schmerzenschreie im Krieg. Und auch ein Konzert von einem sehr brühmten Schlagzeuer
Wenn die Wut ein Tier wär, dann wäre es ein Falke, Adler für mich. Und ich würde rubinrote Augen haben. Ich werde ein gefährliches Tier sein.
Es ist sehr schwierig die Wut zu verstecken. Die Wut hat man ganz tief in uns drinnen. Nein, die Wut kann man nicht verstecken. Die Wut kommt einfach raus.
Sie fragt uns nicht.


Blumen


Jeanne-Marie Mohn, diktiert

Blumen. Wunderschöne Blumen.
Hochzeitsblume, wenn dann die Braut die Blume geschmissen, wenn sie irgendein Mann liebt.
Blumen gießen, so bunte Farben sind.
Sie werden doch auch eingepflanzen, immer gegossen werden.
Über Liebe oder zu Hochzeiten schenken die Blumen.
Die riechen nach Butterblumen.
Wenn die Blumen die Kopf hängt, wenn die nicht gegossen werden, immer gegossen werden. Dann werden die kaputt.
Die Blumen immer in Vase stellen mit Wasser.
Mein Freund ist eine Blume, Blümchen.



Angela Fritzen, handgeschrieben

Die Blumen sind Rose, Tlupe, Buschwindrose, Glee, Bunde Tlupe, Herz, Rose, verschiedne Blumensorden wie noch nie.
Persönlich.
Vertraulich.
Erlichkeit.
Windlich.
Mohn
Sonneblüme
Schneeball
Marguerite



 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit mehr als zehn Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Fotos und Texte © Ohrenkuss
Film: Katja de Bragança (Film) und Gesa Hollerbach (Schnitt)
Gestaltung der gedruckten Ausgabe: Maya Hässig

 
 

 

 

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, downtown werkstatt, kultur, kunst, poesie, chromosomen, blumen, ai wei wei, chinesisch, tcm
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