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Heuschrecke
17.04.2012
11:51

Warum wird Tee teurer?

Hintergründe zur Preisentwicklung bei Bio-Tee

Europäische Hauptstadt



Seit ca. 2 Jahren ziehen die Teepreise weltweit stark an, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Auch Bio-China- und -Indientees sind 2012 deutlich teurer geworden.
Als KonsumentIn ist man versucht, Preissteigerungen auszuweichen - wir versuchen hier aufzuzeigen, warum das wahrscheinlich nicht weiterhilft.
Grund für die starken Erhöhungen im Bio-Bereich ist ein ganzes Bündel von Entwicklungen. Am Beispiel von China erläutern wir hier einige davon.







Eurokrise und Wechselkurse. Bezahlt wird der Tee in Euro. Gegenüber den chinesischen Rinminby bzw. Yuan (ebenso wie bei indischen Rupien, japanischen Yen) ist der Euro im Vergleich zum Vorjahr nochmal gesunken, was für die chinesischen Exporteure jetzt im Jahr 2012 allein 20% Verlust bedeutete, wenn nicht die Euro-Preise erhöht würden.


 





Europäische HauptstadtEntwicklungs- und Schwellenländer, Landflucht, Wanderarbeit. China boomt, bei steigenden Kosten und Inflation. Die Produktionskosten und Löhne haben sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt.
Dennoch geben immer noch viele Bauern wegen fehlenden Einkommens ihr Land auf und gehen als Wanderarbeiter in die Städte, der höheren Löhne wegen.
Auf dem Land werden infolge dessen mehr Arbeitskräfte angeworben - wegen der schwereren Landarbeit ist gute Bezahlung nötig, und "um die Freude, zu produzieren" zu erhalten, wie unser Teemakler es formuliert. Rapunzel hatte mal so eine schöne Plakatwerbung, die es trifft: "Bauern sind keine Bettler".








Europäische HauptstadtBio-Sicherheit und sicheres Einkommen. Die Existenzsicherung der Bauern ist nicht nur in einem Land wie China absolut notwendig, um die Sicherheit von Lebensmitteln herzustellen, besonders im Bio-Bereich. Die Initiative Fairbiotea gibt u.A. Geld für Maßnahmen, die die Bioqualität verbessern und konkret für die Bauern ein Zusatzeinkommen bedeuten, z.B. die eigene Kompostherstellung. In zugekauftem Bio-Kompost waren Rückstände von Chemikalien gefunden worden.












Europäische HauptstadtReparaturkosten für sicheres Bio. Ist Glyphosat im Tee die Antwort auf zu niedrige Teepreise?
Erst jetzt ist das omnipräsente Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat (Round Up, Monsanto) in den Fokus gerückt und das globale Ausmaß der Durchseuchung von Lebensmitteln allgemein durch Glyphosat bekannt geworden.
So erhalten die Bio-Teebauern von Fairbiotea jetzt einen Extra-Lohn für die rein manuelle Unkrautbeseitigung in den Teefeldern, um dieser Arbeit ihren gerechten Wert zu geben. Allein diese Maßnahme macht einen Mehrpreis von 0,50 EUR/ Kilo Biotee aus.
Schon grundsätzlich kostet Bio mehr. Es braucht z.B. viel mehr Arbeitskraft (und Löhne), eine Pflanzen von Hand mehrfach und immer zum rechten Zeitpunkt zu pflegen, als ein chemisches Präparat aufzubringen. So ist Preisdumping bei Bioprodukten immer kontraproduktiv, da Produzenten dann häufig keinen anderen Ausweg wissen, als verbotene chemische Substanzen einzusetzen, um keinen Verluste zu erleiden.
Unter folgendem Link sind auf der Fairbiotea-Seite die Bio-Mehrkosten einmal gut aufgeschlüsselt:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/assets/pdf/Hoehere_Kosten_Stand19112009.pdf








Europäische Hauptstadt

Teekultur kontra Niedrigpreise. Die chinesischen Teefarmen leben von der Vielfalt ihrer traditionellen Teesorten. Die höherwertigen und Spitzentees werden während der früheren Pflückungsperioden hergestellt  und zum großen Teil im Inland konsumiert (in China selbst werden für Tee insgesamt bessere Preise erzielt als im Export).
Darüber hinaus gibt es den "Resttee", einfache, typische Standardqualitäten, die aus späteren Pflückungen in Mengen produziert werden. Seit den 60er Jahren sorgt die chinesische Regierung in ihrem Devisenprogramm dafür, dass die Massentees mit subventionierten Lizenzen exportiert werden. Die erzielten Preise lagen damals wie heute unter den Produktionskosten der Teefarmen. Für konventionelle Farmen im Gesamtergebnis vielleicht noch tragbar - bei Bio funktioniert das nicht mehr.
In Deutschland sind vor allem diese Standard-Tees  bekannt, denn wegen der deutschen Preis-Rigidität finden höherwertige Tee leider zuwenig Nachfrage. So entsteht das Ungleichgewicht, dass Deutschland hauptsächlich China-Tees konsumiert, die nicht-kostendeckend produziert worden sind (erinnert an das innereuropäische Dilemma des deutschen Export-Überschusses). In anderen europäischen Ländern liegt die Wertschätzung für Teequalitäten vergleichsweise höher.





Globale Teeknappheit. Prosperierende "Entwicklungs- und "Schwellen"länder konsumieren ihre landwirtschaftlichen Produkte verstärkt selbst. Eigentlich gut. Für uns heißt das: seit 2 - 3 Jahren ist deutlich eine Verknappung der Teebestände bemerkbar, was sich ebenfalls preislich auswirkt. In den teeproduzierenden Ländern selbst wird aufgrund des steigenden Lebensstandards ca. 30% mehr Tee konsumiert, gleichzeitig importieren im Zuge der Globalisierung weitere Länder Tee, die dies bisher kaum getan haben: z.B. Osteuropa, Russland, asiatische und südamerikanische Länder.



Europäische Hauptstadt
Teure Qualitätsansprüche der Importländer. Die westlichen Qualitäts- und Bio-Standards verursachen in den typischen, deutlich ärmeren Agrarländern extreme Kosten.
Inzwischen übersteigen die Kosten von 10 - 15 Zertifizierungen, die den Teeproduzenten abverlangt werden, nicht selten die gesamte Lohnsumme aller Bauern.
Insgesamt ist es eine absurde Realität für Übersee-Ware mit zertifizierten Qualitäts- und HACCP-Konzepten sowie mehrerer Bio und Fair-Zertifizierungen (für die verschiedenen Importländer), dass die Bürokratiekosten mitunter den Wert des Lebensmittels übersteigen, ohne dass Bauern oder Konsumenten einen adäquaten Nutzen davon hätten.






Explodierende Laborkosten.
In agrarischen Ländern, wo unter Armutsbedingungen produziert wird, kollidieren die westlichen Qualitäts- und Bio-Standards zwangsweise mit den Alltagsbedingungen. Und dabei geht naturgemäß etwas schief. Im fairen Umgang zwischen Produzent und Importeur gibt es Beratungs- und Reparaturstrategien, aber es gibt auch immer höhere Analysekosten. Hinzu kommt, dass unsere Technik immer feiner und teurer wird  - man findet Substanzen, die man zwei Jahre vorher nicht buchstabieren konnte. Es gibt erschwerte Bedingungen durch den Klimawandel, Klimadruck, vermehrte Abdriften, Überflutungen aus konventionellen Feldern und verseuchtes Grundwasser, unwissentliche Kontaminationen und (nicht mal als häufigstes) manchmal auch einfach Betrug. In den letzten zwei Jahren haben sich die Laborkosten vervierfacht.



Europäische Hauptstadt
Verlust des Qualitätsniveaus. Eine gängige Strategie ist bei Preissteigerungen, auf die nächstniedrigere Qualitätsstufe auszuweichen.
Dies ist schleichend in den letzten 10 Jahren in Deutschland passiert. Kein Witz: das Teeniveau und damit die Fachkenntnis über Tee ist bei Bio-KonsumentInnen wirklich messbar gesunken. Wir haben es zunehmend schwer, Qualitäten, die über Standards hinausgehen, an den Mann und an die Frau zu bringen - und manchmal werden höherwertige Tees nur wegen ihres ausgeprägteren Geschmacks reklamiert.
Eine längerfristige Folge des Preisdrucks ist, dass die Einnahmen der Bauern nicht die Betriebskosten decken. Speziell im Teebereich wird die Kostendeckung hauptsächlich mit den hochwertigen Tees der beiden ersten Pflückungsmonate erreicht.
Ohne die Bereitschaft des Handels und der westlichen Verbraucher, für Qualität adäquate Preise zu bezahlen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, die Bioproduktion wieder aufzugeben (oder zu betrügen). Wir haben in Darjeeling, in China, und auch bei edlen Gewürzen wie Safran und Vanille in verschiedenen Ländern erlebt, dass Bauern und Farmen ihre Biozertifizierung in Phasen niedriger Weltmarktpreise nicht mehr verlängert haben/konnten.




Europäische Hauptstadt
Bio ist ein Versprechen. Ein Prozess - noch nicht die Lösung. In der globalen Welt gibt es zu viele komplexe Probleme, die kurzfristig nicht überwindbar sind. Kleines Beispiel: Pestizid S421 - auch so eine ubiquitäre Durchseuchung von Lebensmittel aufgrund staatlich verordneter Mücken & Malaria-Prophylaxe und Zwangsentwesung von Lager- und Wohnstätten. Wir müssen weiter am Bewusstsein von Produzenten - und eigentlich auch von Politkern - arbeiten.
Unsere Strategie ist: wir gestehen den Produzenten gerechte Preise zu, und auch eine Weiterentwicklung ihres Lebensstandards. Dafür bieten wir: keine perfekte Welt, aber Produktkultur: ein umfassendes Programm aller Qualitätsstufen. Bei unseren Standard-Tees, z.B. den Aktionstees, wählen wir gerne die höchste verfügbare Qualität aus. Als Fairbiotea-Partner arbeiten wir, sooft es geht, mit den 4 chinesischen Fairbiotea-Teefarmen zusammen. Für den bezahlten Preis bekommt man einen gerechten Gegenwert.
Wir sehen wie der Agrarbericht 2009 die (kleinbäuerliche) Bio-Landwirtschaft als wichtigsten Baustein zur Zukunftssicherung der Welternährung, und wollen dazu beitragen, dass "die Freude, zu produzieren" für die Bio-Bauern erhalten bleibt.




************************************
Die Fotos stammen nicht aus China, sondern aus einer europäischen Haupstadt.
Wer als erstes diese Hauptstadt errät, dem senden wir 1 x 100g eines erlesenen China-Faribiotea-Tee zu.
Es gilt das Datum des Kommentars ... also los.


************************************








Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 2
Tags: bio-tee, china, bio, fair, fairbiotea, preisentwicklung, wechselkurse, qualität, biosicherheit
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Schwarzes Gold: Kompost. Fairbiotea-Bericht

Entwicklungsprogram natürlicher Nährstoffkreislauf. Kompost-Seminar, Kompostherstellung und Forschung.

Fairbiotea ist ein von der Kontrollstelle IMO geprüftes Qualitätsmanagement-System unseres langjährigen Teeimporteurs, entstanden wegen der unsicheren Situation in China bezüglich Bio-Qualität und sozialer Lage der Teebauern.
Mittel sind Schulungen der Bauern, intensive Begleitung bei Prozessentwicklung und Analytik, Abnahme- und faire-Preis-Garantie - ohne die Almosen-Rückvergütungssysteme der kommerz. Fairtrade-Organisationen - , konkrete Verbesserung der Situation der Teebauern durch Zuteilung von Gärten und Kühen, faires Lohnsystem, Verbesserung der Ökologie (Nährstoffkreisläufe).

Vier Teegärten, von denen der Hauptteil unserer China-Tees auch stammt, sind bisher Teil des Fairbiotea-Systems.

Die Überwachung und Begleitung der Maßnahmen ist sehr aufwendig (und teuer, wir zahlen entsprechend einen Aufpreis an den Koordinator), und es gibt eine ständige Auseinandersetzung der Kulturen: was ist machtbar, was wird nicht akzeptiert, wie macht man es besser.

Die Inspektionsberichte zu den Farmen, die auch ethno-soziologisch sehr interessant sind (es wird nicht beschönigt oder glattgeschrieben), werden auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.Fairbiotea.de   veröffentlicht.

Auf dem Logo-Aufkleber auf unseren Teetüten wird auf die Website hingewiesen. Zur Zeit tragen im Heuschrecke-Sortiment ca. 20 Sorten reine und aromatisierte China-Grün- und Weiße Tees das Fairbiotea-Logo.

 

Hier folgt nun der "Kompost-Newsletter".  Für uns Städter weit weg, aber Kompost ist wirklich schwarzes Gold, und eine richtige Wissenschaft.

 

 





Fairbiotea - Newsletter 12/11:

 

Entwicklungsprogram natürlicher Nährstoffkreislauf

 

Kompost-Seminar, Kompostherstellung und Forschung







Im Oktober 2011 wurde im Auftrag des "fairbiotea"-Importeurs ein Seminar veranstaltet.

Kompost-Training 2011: Weltweit geht die Menge des Humus zurück.Das Seminar wurde von dem Bodenkundler Tobias Bandel von www.soilandmore.nl geleitet, der in vielen Ländern Kompostberatung durchgeführt hat.
In diesem Seminar, an dem Vertreter aller "fairbiotea"-Farmen, der lokalen Verwaltung, landwirtschaftliche Verbände und andere Einrichtungen teilgenommen haben, wurden aktuelle Erkenntnisse im Zusammenspiel zwischen landwirtschaftlicher Nutzung, Bodennutzbarkeit, Klimawandel und die zukünftige Ernährung einer zunehmenden Weltbevölkerung vermittelt.

CO2 Zertifizierung (Öffnet externen Link in neuem Fenster http://www.tuev-sued.de/uploads/images/1179753188212007230018/klima_validation_Ausgleich_d.pdf ) CO2 Fußabdruck ( Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Fu%C3%9Fabdruck ) und Emissionshandel ( Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://de.wikipedia.org/wiki/Emissionsrechtehandel ) als Refinanzierungsquelle bei der Kompostnutzung in der Landwirtschaft wurden vermittelt.





Kompost-Training 2011: Untersuchung der Bodenbeschaffenheit

Die Fruchtbarmachung der Wüste und die Umkehrung zunehmender Verwüstung im Klimawandel und durch die industrialisierte Landwirtschaft waren ebenso Bestandteil dieses Vortrages. Kompost kann die Bodenfruchtbarkeit wiederherstellen.


Neben diesen globalen Themen fand ein 3-tägiges praktisches Training in den Tee-Farmen statt, bei dem der Zustand der Bodenfruchtbarkeit und die Verfügbarkeit unterschiedlicher Biomassen für die Herstellung von hochwertigem Kompost untersucht wurden.

Danach wurde das notwendige Wissen bei der Kompostherstellung vermittelt und praktisch umgesetzt. Ein wesentlicher Bestandteil war hierbei auch die Herstellung und die Nutzung von Kompost-Tee.

Danach wurden die Eckdaten für das Kompost-Forschungsprojekt festgelegt, die für das Monitoring wichtig sind.
Mehr dazu finden sie auch unter www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/hecheng.html

Im Jahr 2011 wurde zusammen mit den Produzenten ein neuer Plan für die Entwicklung eines Nährstoffkreislaufes entwickelt. Die Finanzierung hierfür wurde vertraglich sichergestellt und wird zukünftig teilweise mit Bonuszahlungen, als Zuschuss für die Bezahlung der Kompostarbeiter, finanziert. Der Großteil der Kosten wird von den Produzenten übernommen.

 

Bei dem neuen Plan geht es zunächst um ein Forschungsprojekt, das die sinnvolle Nutzung von Kompost am praktischen Beispiel belegen soll.
Mit einem Berater von www.soilandmore.nl wurde ein professioneller Bodenkundler engagiert, der das Training für die richtige Kompostherstellung übernehmen wird. Hierfür fallen im ersten Schritt ca. 10.000 Euro Kosten an, die vom "fairbiotea"-Importeur übernommen werden.

Kompost-Training 2011: Der Kompost-Profi zeigt, wie es geht.Kompost-Training 2011: Der Kompost-Profi zeigt, wie es geht.

 

 













Kompost soll zunächst im Rahmen eines Forschungsprojektes, an einem zentralen Platz der Farm, nach Anleitung des Spezialisten und nach entsprechenden Plänen hergestellt werden und von entsprechend geschulten Kompost-Managern umgesetzt werden.

Die benötigte Biomasse für diese Kompostherstellung, d.h. grüne Biomasse, braune Biomasse, Holz, tierische Exkremente, Ton, Asche und Kalk, kommt überwiegend aus der Farm, kann allerdings auch von außerhalb beschafft werden, wenn die Produkte in der Farm nicht verfügbar sind.
Dieser Kompost soll in verschiedenen Varianten und Qualitäten hergestellt werden und die Herstellungsmethoden sollen dokumentiert werden.

Im Anschluss soll auf verschiedenen Testflächen die unterschiedliche Nutzung des Kompostes studiert und dokumentiert werden.

Hierbei werden unterschiedliche Mengen Kompost auf unterschiedlichen Testflächen unter den Tee-Büschen deponiert, hochwertigster Kompost wird als Kompost-Tee aufbereitet und auf die Tee-Pflanzen anderer Testflächen gesprüht. Und es wird Flächen geben, auf denen sowohl ein Depot angelegt wird, als auch Kompost-Tee gesprüht wird.

Es wird zudem Testflächen geben, bei denen Schattenbäume als Boden-Verbesserer einbezogen werden. So soll studiert werden, wie viel Kompost für eine positive Entwicklung der Pflanzen nötig ist und wie dieser eingesetzt werden muss.

Kompost-Training 2011: D ie Herstellung und Nutzung von Kompost-Tee.Kompost-Training 2011: D ie Herstellung und Nutzung von Kompost-Tee.

 

 

 

 

 

 









Nach ca. 3 Jahren, am Ende des Projektes, soll ausgewertet werden, ob die Kompostproduktion ökologisch und ökonomisch rentabel ist: D.h. wie hoch sind die Kosten für Herstellung und Ausbringung, wie gesund sind die Pflanzen und um wie viel steigt der Ernteertrag.

Die Hoffnung und Erwartung besteht, daß dieses Forschungsprojekt sowohl ökologisch als auch ökonomisch erfolgreich sein wird, die Pflanzen widerstandsfähiger werden und die Erntemengen so stark steigen, daß eine entsprechende Kompost-Großproduktion für die gesamten Tee-Flächen der Farm rentabel wird und problemlos finanzierbar ist.

So könnten misstrauische Bauern und Produzenten von der Herstellung und Nutzung von Kompost im Nährstoffkreislauf überzeugt werden. Das ist nötig, damit der neue Plan zukünftig mit dem Engagement der Bauern und der Produzenten unterstützt wird.
Nur so wird die Entwicklung des Nährstoffkreislaufes möglich.






Mehr Informationen auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairbiotea.de





Fairbiotea Lizenznehmer

Beispiele: Heuschrecke-Bio-Grüntee mit Fairbiotea-Logo
Lizenznehmer sind Tee-Hersteller, -Großhändler und -Versandhändler.


Heuschrecke Naturkost GmbH ist einer der ersten Lizenznehmer. Im Juni 2011 wurden wir als erster Lizenznehmer innerhalb unserer normalen Bio-Kontrolle auf die Einhaltung der Fairbiotea-Regeln zertifiziert.












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Tags: fairbiotea, nährstoffkreislauf, kompost, bio-tee, china
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Taikonauten

Chinas langer Marsch ins All

Wer hat als erster den Mond erreicht?

Nein, nicht die Schweizer - die Amerikaner waren es!
Ich habe noch irgendwo die vergilbte Tageszeitung mit den Sonderseiten zur ersten Mondlandung am 21. Juli 1969. Die habe ich als 12-jähriger für die Ewigkeit aufgehoben.

Foto: NASA, Public DomainWer war die weltraummäßig fortschrittlichste Nation der letzten 50 Jahre?
Na, die Amis natürlich - mit Voyager-Sonden, dem Apollo-Mondflug-Programm und dem Spacelab-Weltraumlabor.
Sicher, die Russen versuchten mitzuhalten, waren aber seit Apollo 11 immer die Zweiten. Solide Technik - aber weniger elegant und nie ganz vorne.

Das Bild der Weltraumfahrt hat sich in den letzten Jahren entscheidend geändert:

Amerika hatte das Raumfahrtprogramm deutlich heruntergefahren, nachdem die Vorherrschaft im All entschieden war und sich mehr auf die Sicherung irdischer Boden-Schätze durch (Öl-)Kriege und feindliche Übernahmen konzentriert.
Am 21. Juli 2011, exakt zum 42. Geburtstag der ersten Mondlandung kehrte das letzte amerikanische Space-Shuttle "Atlantis" - nach 30 Jahren Einsatz - zur Erde zurück und beendete die Ära dieser wiederverwendbaren Raumfähren.

Die Russen hatten schon seit einigen Jahren verstärkt die Botendienste übernommen und mit ihren zuverlässigen Sojus-Raketen Satelliten und Menschen ins All gebracht.
Auch amerikanische Astronauten nutzten die Space-Taxi-Dienste der ehemaligen Konkurrenten.
Leider sind in den letzten Jahren einige russische Missionen buchstäblich "ins Wasser gefallen":
im Dezember 2010 eine "Proton"-Rakete mit 3 Satelliten, im August 2011 stürzte eine Sojus-Rakete mit dem Versorgungsraumschiff Progress ab. Die bemannten Flüge zur Internationalen Raumstation ISS mussten daraufhin zwei Monate lang ausgesetzt werden.
Im Dezember 2011 eine Rakete mit 18 Satelliten an Bord nach nur 7 Minuten Flugzeit und am Sonntag, 15.1.2012 stürzten Teile der im November 2011 verlorenen Marssonde "Phobos-Grunt" zurück auf die Erde.  
Insgesamt missglückten 2011 fünf verschiedene Starts. Keine gute Entwicklung bei der russischen Weltraumagentur "Roskosmos".

Und hier kommen die neuesten "Shooting-Stars" am Himmel:
Neben den amerikanischen "Astronauten" und den russischen "Kosmonauten" streben jetzt auch erstmals chinesische "Taikonauten" gen Himmel.
Und das ziemlich flott und erfolgreich!

Ausgehend von einer russischen Sojus-Kapsel entwickelten die Chinesen zu Beginn unseres neuen Jahrtausends eigene Raumschiffe der "Shenzou-Reihe".
Am 15.10.2003 startete der 1. bemannte chinesische Raumflug vom Raumfahrtzentrum Jiuquan aus, um die Erde zu umkreisen. An Bord der Shenzhou V befand sich als einziger Pilot der ehrenwerte Yang Liwei. Sein Flug dauerte 21 Stunden und 23 Minuten und endete planmäßig mit einer Landung am Fallschirm auf dem harten Boden der Wüste Gobi. Die Volksrepublik China war damit in die kleine Gruppe der weltraumfahrenden Nationen aufgenommen.

Es folgten die Shenzou VI fast genau zwei Jahre später (Oktober 2005) mit schon 2 "Taikonauten" an Bord, die über 4 Tage in der Erdumlaufbahn blieben.
Im September 2008 die Shenzou VII mit 3 Mann Besatzung und dem ersten "Weltraumspaziergang" der Chinesen, ganze 22 Meter am Seil und in einem Raumanzug aus eigener, chinesischer Produktion.
Dann die Shenzou 8 - ein unbemannter Flug, in dem China das Ankoppeln an die erste eigene Raumstation "Tiangong 1" (gestartet 29.09.2011) erfolgreich testete.

Im Juni 2012 soll der 4. bemannte Raumflug Chinas mit der Shenzou IX folgen.

Das geht also recht flott voran und so wie es aussieht, wird die Zukunft im All eher chinesisch sprechen als amerikanisch oder russisch. Wobei sich China allerdings deutlich an geschichtliche Traditionen hält: Der Begriff "Taikonauten" verbindet die chinesischen Silben für "sehr groß" und "Himmel, Leere" mit dem griechischen "nautos" für Seefahrer.  Dadurch sind die 3 Begriffe "Astronaut, "Kosmonaut" und eben "Taikonaut" übereinstimmend, sowohl in der Bedeutung als auch in der Form.

Und nicht nur Traditionen aus der Geschichte der vorherigen Weltenraum-Bezwinger sondern auch Traditionen des "großen Vorsitzenden" Mao Ze Dong werden gewürdigt: "Langer Marsch" (Chang Zheng, abgekürzt CZ), ist der Sammelname der chinesischen Trägerraketen, die für die "Shenzou"-Missionen verwendet werden und ist benannt nach dem zentralen Heldenmythos der Kommunistischen Partei Chinas.
Auf diesem „langen Marsch“ legte Mao innerhalb von 370 Tagen 12.500 km zurück, eroberte mit der "Volksbefreiungsarmee" den Norden Chinas und emanzipierte den chinesischen Kommunismus von den Wurzeln des russischen Kommunismus. Der "Lange Marsch" ist den Chinesen ein Symbol für Stärke und Widerstandskraft Chinas und immer noch beliebtes Thema für Bücher und Filme.

Ausblick:
Am Raumfahrt-Programm der chinesischen Raumfahrtbehörde "CNSA" sind auch europäische Universitäten und Institute wie das Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt.
Wissenschaftler der Universitäten Erlangen, Hohenheim, Magdeburg, Tübingen und Hamburg, Freiburg sowie der Charité Berlin entwickeln Versuche und Projekte.
Neben den sechs rein deutschen Experimenten führen die Universitäten Erlangen und Wuhan ein gemeinsames Experiment durch.

China will bis 2015 den Mond erreichen und bis 2020 Gesteinsproben und Erfahrungen dort sammeln. Bis 2024 soll dann die erste bemannte Mission erfolgen. Neben einer großen Raumstation mit mehreren Modulen im Erd-Orbit (2020) plant China eine Station auf dem Mond und denkt über Flüge zum Mars nach.

Als 13-jähriger Weltraum-Fan träumte ich davon, dereinst unseren Planeten in seiner ganzen Schönheit aus der Erdumlaufbahn zu sehen - aber ich dachte nicht, dass ich dafür chinesisch lernen sollte...   
 



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.



 

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Tags: taikonauten, astronauten, kosmonauten, raumfahrt, china, all, shenzou, roskosmos, mondlandung
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China - gefälschte Biozertifikate, Medienberichte

China - Fairbiotea - Transparenz



  • Medienberichte über gefälschte Bio-Zertifikate in China



Das Problem unkorrekter Bio-Ware aus China, und im Grunde genommen aus weiteren Ländern, wo die bürokratische Struktur durch Korruption zu leicht unterwandert werden kann, ist seit längerem bekannt.
In ihrer Ausgabe vom 1.12.2011 berichtet die TAZ über das Thema: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.taz.de/Gefaelschte-ko-Zertifikate/!82846/



Wie schützen wir uns davor?

  • Wir arbeiten mit langjährigen Partnern zusammen.
  • Unsere Produzenten werden durch europäische Kontrollstellen geprüft (die aber natürlich chinesische Mitarbeiter haben).
  • Bio-Ware aus China wird lückenlos und meist mehrfach analysiert. Unser langjähriger Teeimporteur (seit 30 Jahren) untersucht unsere Tees aus China meist 4x mal bei unterschiedlichen Laboren. Bei der heutigen globalen Umweltverschmutzung kann allerdings auch bei Bio-Ware keine Rückstandsfreiheit mehr garantiert werden (wir berichteten in unserem Blog: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/11/15/weltweiter-pestizideinsatz-erschwert-rueckstandsfreie-bioproduktion.htm )
  • Obiger Teeimporteur hat aus den bekannten Gründen das von einer unabhängigen Kontrollstelle geprüfte Qualitätsmanagementsystem "Fairbiotea" ins Leben gerufen. Von den teilnehmenden Teefarmen beziehen wir den Hauptteil unserer chinesischen Tees.



Fairbiotea ist ein IMO-geprüftes Qualitätsmanagement-System unseres langjährigen Teeimporteurs, entstanden wegen der unsicheren Situation in China bezüglich Bio-Qualität und sozialer Lage der Teebauern.
Mittel sind Schulungen der Bauern, intensive Begleitung bei Prozessentwicklung und Analytik, Abnahme- und faire-Preis-Garantie - ohne die Almosen-Rückvergütungssysteme der kommerz. Fairtrade-Organisationen - , konkrete Verbesserung der Situation der Teebauern durch Zuteilung von Gärten und Kühen, faires Lohnsystem, Verbesserung der Ökologie (Nährstoffkreisläufe). Vier Teegärten, von denen der Hauptteil unserer China-Tees auch stammt, sind z.Zt Teil des Fairbiotea-Systems.
Die Überwachung und Begleitung der Maßnahmen ist sehr aufwendig und teuer, wir zahlen entsprechend einen Aufpreis an den Koordinator, und es gibt eine ständige Auseinandersetzung der Kulturen: was ist machtbar, was wird nicht akzeptiert, wie macht man es besser.
Berichte, die auch ethno-soziologisch sehr interessant sind (es wird nicht beschönigt oder glattgeschrieben) werden auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.Fairbiotea.de veröffentlicht. Auf dem Logo-Aufkleber auf unseren Teetüten wird hierauf hingewiesen. Zur Zeit tragen im Heuschrecke-Sortiment ca. 20 Sorten reine und aromatisierte China-Grün- und Weiße Tees das Fairbiotea-Logo.


Worum es Heuschrecke geht: wir unterstützen die Maßnahmen unseres langjährigen Importeurs, die über die EG-Bio-VO hinausgehen, und im Gegensatz zu vielen üblichen Fairtrade-Siegeln eine intensivere, verantwortlichere und partnerschaftlichere Begleitung der Produzenten darstellen. Die enge, gegenseitig beratende Partnerschaft mit Produzenten gehört zu unserer Firmenphilosophie. So arbeiten wir z.B. bevorzugt mit Bio-Kleinbauernprojekten zusammen und sind Gründungsmitglied in der Initiative "Trust Organic Small Farmers", wo diese auch Mitglied sind.



Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper






Das Fairbiotea-Logo

Newsletter 11/2011


Bericht aus den nachhaltigen fairbiotea Projekten: Inspektion der "fairbiotea"-Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle



Fairbiotea: Qingshan Farm, Bio-Teefeld

Unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/zertifizierung.html haben wir die IMO Bestätigung für alle 4 Bio-Farmen veröffentlicht. Leider können wir diese Originale nur in englischer Sprache zur Verfügung stellen.



Grundlagen für die im Sommer 2011 von IMO durchgeführten Inspektionen waren die "fairbiotea"-Entwicklungspläne und Standards bis zum Jahr 2010.
Die Bestätigungen sind von IMO so verfasst, daß der Entwicklungsstand der jeweiligen Entwicklungsbereiche kurz beschrieben wird und mit "Fullfilled" oder "partly fullfilled" bewertet wird.






Fairbiotea: Qingshan Farm, Teepflücker
Die Bewertung "partly fullfilled" wird dann vergeben, wenn die Entwicklungspläne noch nicht vollständig umgesetzt wurden oder nicht umgesetzt werden konnten, wie z.B. bei den Biogasanlagen, die nicht für den Nährstoffkreislauf in der Bio-Farm genutzt werden konnten, weil sowohl tierische als auch menschliche Exkremente in den Anlagen vermischt werden. Aus diesem Grund sind auch zukünftig Biogasanlagen nicht mehr Bestandteil der natürlichen Nährstoffbeschaffung.

Außerdem musste 2011 die gesamte Entwicklungsplanung für den Nährstoffkreislauf aufgegeben werden, weil diese auf falschen Daten beruhte und nicht mehr wie geplant umgesetzt werden konnte.








Fairbiotea: Qingshan Farm, Bio-Teeproduktion, Handverarbeitung im Wok
Ab 2011 steht Schulung in der Kompostherstellung und Kompostnutzung und ein praktisches Forschungsprogramm für die Anwendung und effektive Nutzung von hochwertigem Kompost im Vordergrund der Entwicklung. (Bericht folgt mit nächstem Newsletter.

Probleme gab es auch bei Bonusauszahlungen an die Bauern für die Jahre 2009 und 2010. Diese Themen wurden auch schon im Newsletter 09/2011 beschrieben.

Detaillierte Informationen zu diesen Themen erhalten sie auch unter folgenden Links:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshan01.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/hecheng.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/xinanyuan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/mingzhou.html
Fotos:  ©Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairbiotea.de


 

Fairbiotea-Newsletter 11/2011

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: china, bio-zertifikat, korruption, fälschung, medien, fairbiotea, bio-grüntee
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Fairbiotea - Bericht 2011

Bericht aus den nachhaltigen Fairbiotea Grüntee-Projekten in China

 

 
 
 
Fairbiotea ist ein von der Kontrollstelle IMO geprüftes Qualitätsmanagement-System unseres langjährigen Teeimporteurs, entstanden wegen der unsicheren Situation in China bezüglich Bio-Qualität und sozialer Lage der Teebauern.
Das Fairbiotea-Logo

Mittel sind Schulungen der Bauern, intensive Begleitung bei Prozessentwicklung und Analytik, Abnahme- und faire-Preis-Garantie - ohne die Almosen-Rückvergütungssysteme der kommerz. Fairtrade-Organisationen - , konkrete Verbesserung der Situation der Teebauern durch Zuteilung von Gärten und Kühen, faires Lohnsystem, Verbesserung der Ökologie (Nährstoffkreisläufe).

Vier Teegärten, von denen der Hauptteil unserer China-Tees auch stammt, sind bisher Teil des Fairbiotea-Systems.

Die Überwachung und Begleitung der Maßnahmen ist sehr aufwendig (und teuer, wir zahlen entsprechend einen Aufpreis an den Koordinator), und es gibt eine ständige Auseinandersetzung der Kulturen: was ist machtbar, was wird nicht akzeptiert, wie macht man es besser.

Die Inspektionsberichte zu den Farmen, die auch ethno-soziologisch sehr interessant sind (es wird nicht beschönigt oder glattgeschrieben), werden auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.Fairbiotea.de  ab November 2011 veröffentlicht. Wir haben die Erlaubnis erhalten, einen Auszug, der unserer Meinung nach die transparente und sich auseinandersetzende Herangehensweise von Fairbiotea gut zeigt, vorab hier zu einzustellen.

Auf dem Logo-Aufkleber auf unseren Teetüten wird auf die Website hingewiesen. Zur Zeit tragen im Heuschrecke-Sortiment ca. 20 Sorten reine und aromatisierte China-Grün- und Weiße Tees das Fairbiotea-Logo.


Hier folgt zuerst der aktuelle Newsletter von Fairbiotea. Danach ein Auszug aus dem Inspektionsbericht der Quingshan-Farm, den wir so interessant fanden.
 
 

 

 

Newsletter 9/2011

 

Inspektion der Fairbiotea Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle

 

Fairbiotea Inspektion durchgeführt von einem chinesischen Inspektor von IMO

Im Sommer 2011 wurden in allen Fairbiotea Teefarmen Kontrollen durchgeführt, bei denen neben der normalen Kontrolle nach EU-Verordnung und nach USDA NOP auch die Entwicklung der zusätzlichen öko-sozialen Fairbiotea Standards überprüft wurden.

Damit beauftragt ist die unabhängige und anerkannte Kontrollstelle Institut für Marktökologie (IMO). Die Kosten hierfür übernimmt der Fairbiotea Importeur. Die Ergebnisse werden derzeit noch von IMO ausgewertet. Wir werden über die Ergebnisse berichten. Diese Inspektionen werden einmal jährlich durchgeführt.

 




 Fairbiotea Inspektion durchgeführt von einem chinesischen Inspektor von IMO

Wie in nahezu allen Schwellenländern üblich gibt es eine Menge kultureller Unterschiede zu bewältigen, die zu vielen Missverständnissen und Fehlinformationen führen.
Die Sichtweisen in Bezug auf Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit. Biolandbau, Qualitätsmanagement, Recht und Soziales sind aus chinesischer und aus europäischer Sicht sehr unterschiedlich.

Das führt auch immer wieder zu Problemen bei der Umsetzung der Fairbiotea Standards.

Deshalb sind auf dem Weg der Entwicklung ständige Anpassungen nötig, um am Ende das Fairbiotea Ziel zu erreichen.




Entwicklungsprogramm Nährstoffkreislauf:

Fairbiotea: Erste Versuche der professionellen Kompostherstellung
Folgende Probleme und Fehlentwicklungen wurden mit der durchgeführten Kontrolle aufgedeckt:


Das geplante Anbau-und Beschaffungsprogram zur Beschaffung von Biomasse für die Kompostherstellung und die Entwicklung eines natürlichen und nachhaltigen Nährstoffkreislaufes basierten auf falschen Angaben der Produzenten und konnte unter realen Bedingungen nicht zielführend aufrechterhalten werden.


Deshalb wurde ein neues Forschungs- und Trainingskonzept entwickelt, das die Bauern und Produzenten sensibilisieren und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Vorteile der Kompostproduktion erforschen und Bauern und Produzenten überzeugen soll.
Fairbiotea: Junge Kälber auf der Qingshan Farm

Dieses Programm beginnt im Herbst 2011 mit einem professionellen Training durch Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.soilandmore.nl/. Die Kosten hierfür übernimmt der Fairbiotea Importeur.






 

 



Bonusauszahlung an die Bauern

 

Bauern quittieren den Erhalt der „fairbiotea“-Prämien mit Daumenabdruck weil sie nicht schreiben können.Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass die Prämien, die direkt auf die Bankkonten der Teebauern eingezahlt wurden, nicht entsprechend der Überweisung bei den Bauern ankamen. Die Beträge, die ankamen, hatten sich verändert. Das betraf alle Fairbiotea Farmen gleichermaßen.


Für uns Europäer ist es völlig unverständlich, dass jemand seine Bankkarte und seine Geheimzahl an Dritte weitergibt. Aber genau das ist in China üblich. Die Bauern überlassen die Verwaltung ihrer Bankkonten dem Farmmanagement und das Management verfügt über das Geschick des Kontos, ohne dass die Bauern davon Kenntnis haben. Dafür gibt es sogar plausible Gründe, die sich aus der dortigen Situation ergeben. Details darüber können Sie ausführlich in den Farm-Profilen nachlesen (Links zu den Farmen untenstehend).




Inzwischen haben die Produzenten mitgeteilt, dass die gesamten Beträge an die Bauern ausgezahlt wurden bzw. ihrer Bestimmung zugeführt wurden. Das wird mit der nächsten Inspektion im Sommer 2012 erneut überprüft.
Qingshan Tee Bauer quittiert den Erhalt der Fairbiotea Prämie.Fairbiotea lernt aus dieser Entwicklung und passt das Bonussystem diesen chinesischen Strukturen an, damit die Bauern ihren verdienten Bonus auch vollständig erhalten.

 

Vom Fairbiotea Importeur wurden inzwischen Prämien, für die Teebauern in den 4 Fairbiotea Teefarmen ausgezahlt. Ca. 300 Haushalte (ca. 4-5 Personen) erhielten insgesamt:
für das Jahr 2009 =  24.481,00 Euro
für das Jahr 2010 =- 39.032,00 Euro



Wenn man von einem üblichen monatlichen Einkommen der Teebauern von 40 Euro ausgeht, ist das aus Sicht der Bauern ein ordentlicher Betrag, der mit wachsenden Fairbiotea Importen und mit der Hilfe von Verbrauchern in Europa noch deutlich steigen soll. 

Mingzhou Bauern: Symbolische Übergabe der Prämien im Rahmen der Übergabe Feier.
Damit die ausgezahlten Summen in ein Verhältnis gesetzt werden können, das zum allgemeinen Verständnis beiträgt, möchten wir an dieser Stelle den Jahresbericht 2009 von Transfair Fair-trade zitieren, nachzulesen unter: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.transfair.org/fileadmin/user_upload/materialien/download/download_jahresbericht0910.pdf 
Dort wird angegeben, dass die Prämien für Tee, die im Jahr 2009 in Deutschland gesammelt wurden, für ca. 100 Fair-trade zertifizierte Teeplantagen (ca. 300.000 Bauern) weltweit 136.000 Euro betrugen. Wobei sich jede Teeplantage von FLO-Cert Fair-trade zertifizieren lassen muss, die Kosten hierfür betragen pro Jahr und Plantage ca. 3000 Euro, die von den Teeplantagen zu bezahlen sind. Fazit: 100 Teeplantagen zahlen geschätzt ca. 300.000 Euro für Fair-trade Zertifizierungen.




Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln


Seit 2008 werden in allen Teesorten aus den Fairbiotea Projekten keine bedenklichen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln mehr gemessen. Die Ergebnisse entsprachen zu jeder Zeit den BNN Orientierungswerten Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.n-bnn.de/cms/website.php?id=/de/qualitaet/bnn-orientierungswerte.html&sid=12b00b654e566b1d92406f82a96d3789.

In mehr als 99 % der  untersuchten Fairbiotea Teesorten wurden keinerlei Rückstände gemessen. Die wenigen Rückstände die gemessen wurden, waren in sehr minimalen Mengen vorhanden und es gab natürliche Erklärungen für diese Rückstände. Wir leben leider in einer verschmutzten Umwelt. Diese Umweltverschmutzung ist sehr vielfältig und verunreinigt auch die biologische Landwirtschaft.

Es gibt außerdem Stoffe, die in der Liste der im ökologischen Landbau verbotenen Pflanzenschutzmittel aufgeführt sind, aber auch als natürliche Bestandteile von Pflanzen vorkommen oder im natürlichen Produktionsprozess entstehen, wie z.B. bei der Verbrennung von organischen Stoffen in der Landwirtschaft oder in der Herstellung. Hinzu kommen noch erlaubte organische Pflanzenschutzmittel.
Verbrennung von organischem Material (z.B. Holz) in der Produktion oder im privaten Bereich produziert Biphenyl. Biphenyl ist auch als verbotenes Pflanzenschutzmittel gelistet.

Rückstände von chemischen oder natürlichen Pflanzenschutzmitteln lassen sich auch in der ökologischen Landwirtschaft nicht immer 100%ig ausschließen. Wird allerdings der ökologische Anbauprozess nachhaltig entwickelt und umgesetzt, wie bei Fairbiotea, kann es keine Belastungen  geben, die innerhalb der Farm bewusst oder unbewusst verursacht wurden. Das ist normalerweise nicht durch die üblichen Kontrollen der EU-Verordnung sichergestellt. Nachzulesen unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/EU-Oekokontrollsystem.pdf und Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/Ist_Bio_drin.pdf

Nach  der Umsetzung nachhaltiger Fairbiotea Standards im Anbauprozess bleibt lediglich ein kleines, nicht beherrschbares und kaum vermeidbares Restrisiko, das durch die o.g. Umweltverschmutzung, durch natürliche Prozesse oder durch Fehler und Unachtsamkeit einzelner Bauern entsteht.


Diese Rückstände müssen dann  im Sinne der Fairness auch akzeptiert werden, wenn die zumutbaren Grenzen eingehalten werden,  denn man kann ja Produzenten und Bauern nicht für die Verschmutzung der Umwelt und für natürliche Prozesse, die zu unvermeidbaren Verunreinigungen führen, verantwortlich machen.


Parallelproduktion


Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass es entsprechend den Fairbiotea Standards keinerlei Parallel Produktion mehr gibt. D.h. sowohl im landwirtschaftlichen Prozess als auch in den Fabriken werden nur noch Bioprodukte hergestellt. Damit ist eine Kreuzkontamination mit chemischen Stoffen durch Wind Drift innerhalb der Farm nicht mehr möglich. In der Teefabrik können keine Vermischungen mit belasteten konventionellen Produkten stattfinden.

Die Parallelproduktion in ökologischen Anbau ist die häufigste Ursache für Kontaminationen mit chemischen Stoffen, wird aber in der Regel von Kontrollstellen zugelassen.


Abnahmegarantien und Preise


Nur durch die Ambitionen und das finanzielle Engagement des Fairbiotea Importeurs ist es möglich das Fairbiotea Konzept umzusetzen. Noch kommt weder vom Markt noch von den Verbrauchern genügend Unterstützung.

2008 wurden ca. 200 Tonnen  aus den Fairbiotea Projekten  importiert, 2010 waren es schon ca. 500 Tonnen und für 2011 wurden 700 Tonnen bestellt. Die etwas höheren Preise als marktüblich, die hierfür gezahlt werden, finanziert ebenfalls der Fairbiotea Importeur und einige Großhändler in Europa (Anm.: wie auch die Heuschrecke), die Fairbiotea mit ebenfalls höheren Tee Preisen für nachhaltige Bio-Tees unterstützen.

Leider hat sich der nachhaltige ökologische Anbau- und Verarbeitungsprozess, mit sozialer Ausrichtung und fairen Geschäftsbedingungen, noch nicht im Markt durchgesetzt. Es wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen, aber leider nur wenig in der Praxis realisiert.
Fairbiotea ist natürlich noch zu jung, um schon erfolgreich sein zu können. Die Hoffnung bleibt, dass dieser Erfolg noch eintritt und Nachhaltigkeit nicht nur im Marketing benutzt wird, sondern auch praktischen gelebt wird und alle, vom Bauern bis zum Verbraucher, davon profitieren können.
Das ist nur dann möglich, wenn sich das Bewusstsein verändert und wenn Händler und Verbraucher bereit sind diese Nachhaltigkeit mit höheren Produktpreisen zu bezahlen.

Zu Kosten für einen nachhaltigen ökologischen Landbau lesen sie bitte detaillierte: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/Hoehere_Kosten_Stand19112009.pdf

Detaillierte Informationen zu den o.g. Themen können sie in den aktualisierten Farmprofilen nachlesen:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshang01.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/hecheng.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/xinanyuan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/mingzhou.html


Überschwemmung im Xinanyuan Projekt nach Starkregen:

 Überschwemmung im Xinanyuan-Gebiet Juni 2011

Im Juni 2011 trat innerhalb des Xinanyuan Gebietes in der Province Anhui (Mingzhou Farm, Xinanyuan Farm, Hecheng Farm, Liukou Farm) der Fluss über die Ufer und überschwemmte Teile der Farm und einer Teefabrik. Der Fluss transportiert auch Chemikalien aus der konventionellen Landwirtschaft, so können partiell minimale Mengen von Pflanzenschutzmittel gemessen werden, die sonst nicht vorkommen, die aber unterhalb der BNN-Orientierungswerte liegen. In der Teefabrik wurde eine erhebliche Menge Tee vernichtet und Maschinen wurden beschädigt, sodass diese Überschwemmung schwere finanzielle Verluste für das Projekt und die Bauern bedeutet.





Liukou Tee Farm neu im Fairbiotea System


Liukou-Farm neu im Fairbiotea-System
Nachdem in 2010 nahezu die Gesamtmenge Tee an den  Fairbiotea Importeur verkauft werden konnten, wird in 2011 die Liukou Farm neu in das Fairbiotea System aufgenommen. Die Farm wird ebenso wie die 3 anderen Farmen von der Xinanyuan Organic Development Co. Ltd. verwaltet und organisiert. Die Farm hat die 3 jährige Umstellungsphase durchlaufen und ist seit 2010 von IMO für den Europäischen Markt zertifiziert und ist wie die 3 anderen Farmen organisiert.
Mehr unterÖffnet externen Link in neuem Fenster http://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/Liukou.html





Fairbiotea Schulung und Beratung

Fairbiotea Schulung und Beratung 

Schulung und Beratung von außen ist gerade deshalb so wichtig weil es in China so viele Verständigungsprobleme gibt, aufgrund sprachlicher, kultureller und sozialer Unterschiede oder wegen mangelnder Bildung und fehlenden Organisationsstrukturen im Qualitätsmanagement.

Aber auch der Aufbau interner Kontroll- u. Beratungssysteme ist wichtig und muss entwickelt werden.

Dauerhafte Beratung durch Spezialisten ist dauerhaft unbedingt erforderlich, um Sicherheit im ökologischen Anbau zu gewährleiten, aber findet in der normalen EU-Kontrolle kaum statt.

Fairbiotea Schulung und Beratung

Die Kosten für externe qualifizierte Beratung werden nach seit 3 Jahren vom Fairbiotea Importeur übernommen. Diese Beratung ist auch zukünftig notwendig.

 





  

Bestätigung der Fairbiotea Entwicklung durch IMO


Wir hoffen dass IMO als unabhängige Kontrollstelle noch in diesem Jahr die Umsetzung der Fairbiostandards bzw. den Entwicklungsprozess förmlich bestätigen kann. Wegen der Farminternen Unregelmäßigkeiten bei der Handhabung der Bonuszahlungen, wäre es aber auch verständlich, dass man erst im Jahr 2012 nach der nächsten Inspektion eine Bestätigung ausstellt. Ggf. müssen die Produzenten erst belegen, dass die Bauern die komplette Summe der Prämien erhalten haben. Erst dann kann möglicherweise eine Bestätigung ausgestellt werden.




Fairbiotea Lizenznehmer

Beispiele: Heuschrecke-Bio-Grüntee mit Fairbiotea-Logo
Lizenznehmer sind Tee-Hersteller, -Großhändler und -Versandhändler.


Heuschrecke Naturkost GmbH ist einer der ersten Lizenznehmer. Im Juni 2011 wurden wir als erster Lizenznehmer innerhalb unserer normalen Bio-Kontrolle auf die Einhaltung der Fairbiotea-Regeln zertifiziert.




Nicht nur Fairbiotea Lizenznehmer vertreiben Tee aus den Fairbiotea Plantagen. Auch Unternehmen, die keine Lizenzverträge abgeschlossen haben vertreiben Tee aus den Fairbiotea Farmen, oft unter den Namen der Farmen (Mingzhou, Hecheng, Xinanyuan, Liukou, Qingshan). Allerdings kann Fairbiotea nur dann die Werbeaussagen, Herkunft und Vertrieb der Tees aus den Fairbiotea Projekten garantieren, wenn ein Lizenzvertrag abgeschlossen wurde, denn nur dann ist eine Kontrolle durch Fairbiotea gewährleistet.












Inspektionsbericht Qingshan-Farm 2011 (Auszug)



Vorbemerkung unseres Teeimporteurs, Gründer von Fairbiotea:


Fair zu handeln ist in Entwicklungsgebieten von Schwellenländern immer auch ein Entwicklungsprozess, der permanentes Lernen auf beiden Seiten erfordert, und die Standards müssen ständig fortentwickelt und angepasst werden.
Im wesentlichen geht es beim fairen Handeln um gegenseitiges Verständnis, Wohlwollen und Verantwortung mit dem Ziel, dass alle Beteiligten gleichermaßen von der Zusammenarbeit profitieren.
Dies zu verstehen, und auch in die Praxis umzusetzen, ist ein langer Entwicklungs- und Anpassungsprozess, der wegen der kulturellen Unterschiede kaum in den armen Regionen dieser Welt verstanden wird.
Aber besser, es wird nicht verstanden und es besteht Entwicklungspotenzial, als die Armut von Menschen bewusst auszunutzen um daraus Gewinn zu schöpfen, wie es die Industrieländer seit 150 Jahren praktizieren.



Aus dem Inspektionsbericht 2011 der Quingshan-Farm. Der Bericht ist ab November 2011 vollständig auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairbiotea .de veröffentlicht.

" ... Bei der fairbiotea Inspektion im Mai/Juni 2011 wurden leider Unregelmäßigkeiten beim Bonustransfer in 2009 zu den Bauern entdeckt. Es kamen nicht genau die Beträge bei den Bauern an, die gegen Bankbeleg vom Importeur auf die Konten der Bauern überwiesen wurden. Stattdessen kamen andere Beträge bei den einzelnen Empfängern an. Dies konnte durch Interviews mit den Bauern in Erfahrung gebracht werden, die zur Kontrolle der Auszahlungsbeträge geführt wurden. Die Unterschriften der Bauern auf den zusätzlichen Quittungen wurden vermutlich aus Bequemlichkeit vom Farmmanagement gefälscht.

Aus europäischer Sicht fragt man sich wie es möglich ist, dass ein Betrag der auf ein Konto überwiesen wird, nicht beim Kontoinhaber ankommt?

Weitere Recherchen ergaben, dass es in China auf dem Land üblich ist, dass alle Bauern ihre Bankkarten und Geheimzahlen an die Farmverwaltung übergeben und die Farmverwaltung die Konten verwaltet und Barauszahlungen an die Bauern leistet, ohne den Bauern mitzuteilen welche Geldeingänge auf den Konten eingehen. Dieser Vorgang wird damit begründet, dass viele Bauern nicht lesen und schreiben können, dass die Bank zu weit von der Farm entfernt ist und die Bauern nicht wissen wie sie bei Geldeingängen dorthin kommen sollen, um das Geld abzuheben. Außerdem sind die Bauern nicht daran gewöhnt ein Bankkonto zu haben und überlassen das lieber dem Farmmanagement.

Obwohl das aus Europäischer Sicht unglaublich erscheint, ist es offensichtlich in China üblich und die Argumentation durchaus glaubhaft, wie weitere Recherchen bestätigte. Ohne dem Farmmanagement etwas unterstellen zu wollen, eröffnet diese Handhabung der Korruption viele Möglichkeiten. Wir können an diesen Systemen kaum etwas ändern, außer den Kontrollen zu verstärken und mit der Farmverwaltung detaillierte Verträge auszuhandeln, die dann die Auszahlung der Bonusbeträge an die Bauern ganz genau regeln. Ob diese dann eingehalten werden, ist immer wieder zu überprüfen und bei Fehlverhalten müssen beim Management Korrekturen durchgesetzt werden.

Die Inspektion und Erklärung des Farmmanagements ergab weiter, dass man die leistungsbezogene Bezahlung als ungerecht empfand, weil eine leistungsbezogene Bezahlung in China nicht üblich sei und eine solche Bezahlung von den Bauern als unfair empfunden wird. Deshalb habe man die gesamte Summe sozial und gerecht mit gleichen Beträgen auf die Bauern verteilt, unabhängig davon, was der einzelne Bauer geleistet hat . Einen Teil des Geldes hat man dazu verwendet Rinder zu kaufen. Diese Beträge wurden von der Bonussumme abgezogen und die Bauern erhielten eine reduzierte Auszahlung und die Rinder zur Betreuung und Nutzung. Außerdem sollen die Bauern mehr Hühner und Schweine erhalten haben. Da die Interviews mit den Bauern diese Aussagen bestätigen, ist davon auszugehen, dass die verbleibenden Bonusbeträge unter den Bauern aufgeteilt wurden.

Deshalb besteht letztlich kein Grund an der Aussage zu zweifeln, obwohl unsere Vorgaben missachtet wurden. Das Farm Management war sich keiner Schuld bewusst, hat aber erklärt, die nicht gezahlten Beträge im August 2011 nachgezahlt zu haben.

Die Nachzahlung wird bei der nächsten Inspektion erneut überprüft.

Bis zur nächsten Bonuszahlung wird das leistungsbezogenes Bonussystem aber auch überdacht werden müssen. Halten wir am bisherigen System fest oder muss ein neuer Weg gefunden werden, wie wir das fairbiotea System durch motivierende, leistungsbezogene Bonuszahlungen an die Bauern unterstützen können und gleichzeitig den sozialen Empfindungen der Bauern und des Farmmanagements gerecht werden können. Erfahrungsgemäß kann man nichts gegen den Willen der Bauern und Produzenten erreichen, deshalb werden noch intensive Diskussionen mit den Produzenten nötig sein, um eine Entscheidung über eine Kurskorrektur treffen zu können und so eine höhere Akzeptanz zu erreichen. ..."






 

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Tags: fairbiotea, bio-grüntee, china
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