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Darjeeling streikt für Autonomie

Notwendiger Wandel für Darjeelings Teegärten - Kleinbauernkooperativen entstehen

Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings
Eine magische Brücke führt in die Region Mineral Spring in den Bergen Darjeelings

Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!
Die Teeregion Mineral Spring - Sitz der Dorfkooperative Sanjukta Vikas. Wir vermarkten ihren Tee in unserem Darjeeling Springtime!


Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Präsident der Kooperative Puram Tamang und seine Frau
Viele junge Teebauern dabei -
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Konferenz der Kooperativen-Mitglieder bei unserem Besuch
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Im Hintergrund Dokumentenverwaltung für die Bio-Zertifizierung
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Lageplan
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Gruppenbild ...
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... und Nachwuchs
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Typische Wohnhäuser in den Bergen
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Schmackhafte indisch-nepalische Küche
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Kein Ufo, sondern Bittercurd-Gemüse (Kürbisart)
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Junge Teepflanzen
Junge Teepflanzen
Ingwer - Anbau, damit es weitere Standbeine außer Tee gibt
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Der Selimbong - Teegarten, bio.
Der Selimbong - Teegarten, bio.
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling
Hier wird der frisch geerntete Mineral-Spring Darjeeling weiterverarbeitet

weiterverarbeitet, ...
... separat als Kleinbauerntee.
... separat als Kleinbauerntee.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Der Roller ist ein Herzstück in der Teefabrik.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Hier steckt viel Know How drin - wielange, mit welchem Druck und Temperatur die fermentierenden Teeblätter gerollt werden.
Teeverkostung
Teeverkostung
Teepflückerinnen ...
Teepflückerinnen ...
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
auf dem Weg zur Teefabrik, um die gepflückten Two leafs and a bud abzuliefern. Sie werden gewogen und ihnen in ihrem Büchlein gutgeschrieben.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Die TeemitarbeiterInnen der Fabrik.
Selimbong ist Demeter-zertifiziert und stellt seine Präparate selbst her - doch das wird nochmal eine eigene Geschichte ...



Juni 2017: Die Autonomie-Bewegung der Nepali-stämmigen Bevölkerung (Gorkha Movement) hat in Darjeeling zum Generalstreik aufgerufen. Auch die Teefabriken stehen schon seit Wochen still, second Flush bleibt auf den Feldern, sowie auch die darauf folgenden Ernten. Keine Exporte gehen mehr raus aus Darjeeling in 2017.


Kurz zur Geschichte: Als die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts den Teeanbau in Darjeeling begannen, warben sie in diesem sehr dünn besiedelten Teil Indiens ArbeiterInnen aus Nepal an. Darjeeling ist deshalb tatsächlich heute überwiegend in Sprache und Kultur nepalisch geprägt. Und wehrt sich gegen eine zu starke Assimilierung in den Bundesstaat West-Bengal. Es brodelte schon lange unter der jungen Gorkha-"Kriegern" mit ihrer stolzen Tradition, die im Vielvölkerstaat West-Bengal (noch von den Briten konzipiert) die Verlierer sind.


Ein klassischer Darjeeling-Teegarten ernährt bis zu 8000 Personen in den umliegenden Dörfern, und die Beziehung zwischen den TeearbeiterInnen und den damals britisch geführten Teefarmen war fürsorglich-eng angelegt. Nach Abzug der Briten und Übernahme durch indische Leitungen funktionierten die Mechanismen nicht mehr, die Teegärten verarmten, und damit auch die umliegende Bevölkerung. Dringende Modernisierungsmaßnahmen, sei es in den Fabriken oder in den Häusern der DorfbewohnerInnen, blieben aus. Erschwerend ist, dass auf dem Weltmarkt für die edlen Darjeelingtees schon seit vielen Jahren nicht die Preise erzielt werden können, die benötigt werden. Zur Verdeutlichung: Auf den steilen Berglagen werden nur ca. 750kg Tee/ha erzeugt, im flachen Assam dagegen ca. 3000kg/ha - ein Verhältnis wie zwischen Bourgogne-Crus und Languedoc-Landwein - auch von der Qualität her. Anders als dort gelingt es bei Darjeelingtee nicht, entsprechende Preise durchzusetzen.


Als Außenstehender wünscht man sich einerseits, dass die schöne britische Teegarten-Kultur erhalten bleibt, sieht jedoch auch die dringende Notwendigkeit, den kolonialen Charakter in gerechtere Wirtschaftsformen überzuführen.


Die Frage ist, ob die fortschreitende Konzentration der Darjeelingfarmen in den Händen weniger, außerhalb Darjeelings lebender und nicht unbedingt nachhaltig wirtschaftender Besitzer die Teeregion weiter ruiniert: ausbleibende Reformen für die aktuell noch im Patronatsverhältnis lebenden ArbeiterInnen, z.B. Lösungen für zeitgemäße Sozial- und Rentenleistungen. Sowie Bildung. Eine aufmüpfige junge Generation stellt ihre Forderungen und scheint bereit, einiges abzufackeln: Ist die Zentralverwaltung in Delhi gewillt, wenigstens Darjeeling als Unions-Territorium anzuerkennen, wenn schon nicht der Status eines Bundeslandes erreicht werden kann? Der Traum Darjeelings ist, ein Bundestaat innerhalb der indischen Union zu werden wie das nördlich gelegene Sikkim, das auch nicht größer ist als Darjeeling ( Sikkim ist übrigens 100% Bio. Es gibt dort keine konventionelle Landwirtschaft mehr!). Stattdessen versucht West Bengal provokativ, Nepali als Schulsprache zu verbieten laut Medien ...


Aber auch die fehlende Werterzielung bzw. fehlender Konsens über kostendeckende Preise, die Instandhaltung und innovative Investitionen berücksichtigen, gehört zu den Konfliktursachen. Nur wenn der hochwertigste Tee Indiens seinen Preis erzielt, wird es die Teeregion Darjeeling auch noch in 10 Jahren geben.


Ein schöner Erfolg ist, dass nach den großen Unglücken der 90er durch Bodenerosion nach der langen Monokultur (ganze Hänge rutschten über Nacht ab), nun der größere Teil der Teegärten biologisch bewirtschaftet wird. Eine andere zukunftsweisende Entwicklung ist, dass sich selbstständige Dorfkooperativen gründen, aufgegebene Teepflanzungen wiederbewirtschaften, evtl. zusammen mit einem sanften Tourismuskonzept. Diese Dorfkooperativen arbeiten partnerschaftlich mit bekannten Bio-Teegärten zusammen, die den Kleinbauerntee separat verarbeiten und vermarkten - eine win-win-Situation.

 

Beispiel: Mineral Spring ...  (siehe Fotos)

Diese Dorf-Kooperative bewirtschaftet in unzugänglichen Gebieten alte, aufgegebene Teepflanzen:
Die Kleinbauern der Dörfer Harsing, Dabaipani und Yankhoo östlich der Stadt Darjeeling hatten begonnen, nach Abzug der Briten in den 50iger Jahren die aufgegebenen Teefelder wieder zu bearbeiten. Zuerst illegal, um den sehr kargen Lebensunterhalt mit etwas Tee-Ernte und Holzrodung aufzubessern.


In den 80igern wurde die Landnutzung mithilfe einer NGO legalisiert. Ende der 90iger erfolgte die Gründung der Kooperative Sanjukta Vikas mit 264 Familien in Mineral Spring. Mit dem Kontakt zu TPI (Tea-Promoters India, einem wichtigen Partner von uns für Bio-Tee) wurde der Teeanbau professionell, mit sehr guten Qualitäten, die schon prämiert wurden. TPI garantiert eine feste Abnahme der nun bio-zertifizierten Teeblätter und verarbeitet sie im Bio-Darjeeling-Teegarten Selimbong, getrennt als Mineral Spring Darjeeling.

 

Heute sind 11 Dörfer mit ca. 465 Familien beteiligt. Im Jahr 2014 haben wir die Kooperative in der magisch anmutenden Landschaft besucht.


Unser Darjeeling Springtime beinhaltet seit Ende 2016 eine schöne 1.Flush-Qualität von Mineral Spring. Im politisch fragilen Darjeeling mit vielen verschleppten postkolonialen Problemen ist die Zusammenarbeit von selbständigen Kleinbauerngruppen und Bio-Teeplantagen, wie es TPI unterstützt, eine echte Win-Win-Situation. Wir wünschen uns natürlich, dass unsere Kleinbauerntees guten Anklang finden (wie auch die Nepal-Tees, oder unsere Aroma-Schwarztees mit dem Basistee von den Sahyadri Farmers in Kerala).

 




Der Streik kann - bis die Teeproduktion wieder anrollt, die Felder erst mal von den sprießenden Beikräutern gereinigt worden sind (die Natur ruht nicht während des Streiks) - dazu genutzt werden, Kooperativentee von Mineral Spring, oder den Darjeeling-ähnlichen Tee von der nepalischen Genossenschaft Kanchanjangha Tea Estate kennenzulernen.

Darjeelingtee-Engpässe wird es aber erst ab September 2018 geben; dann auch unvermeidliche größere Preiserhöhungen. Bis dahin haben wir Kontrakte über Tee, der schon in Bremen liegt.

 

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

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Tags: darjeeling, bio-tee, kleinbauern-kooperativen, teegärten, briten, indien, nepali, gorkha, mineral spring
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BioFach 2017

BioFach-Messe und Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz

Wenn wir Montags auf der BioFach anreisen, steht unser schwerer Bauholz-Stand dank Messebau24 bereits - ein Zugeständnis an unser Alter. Wir räumen dann nur noch Material und Ware etc. ein - immerhin mit 3 Paletten auch wie der erste Umzug eines Studenten in ein 30m²-Zimmer. Zur Stärkung erstmal ein Mate-Tee.
Wenn wir Montags auf der BioFach anreisen, steht unser schwerer Bauholz-Stand dank Messebau24 bereits - ein Zugeständnis an unser Alter. Wir räumen dann nur noch Material und Ware etc. ein - immerhin mit 3 Paletten auch wie der erste Umzug eines Studenten in ein 30m²-Zimmer. Zur Stärkung erstmal ein Mate-Tee.


Am Vorabend der BioFach Messe findet traditionell unsere Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, dieses Jahr die 11.
Am Vorabend der BioFach Messe findet traditionell unsere Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, 2017 im 11. Jahr. Wir werden noch ein ausführliches Protokoll dazu schreiben. Hier nur kurz:
Es treffen sich VetreterInnen der Kleinbauernprojekte PDS/Indien, SOFA/BioFoods aus Sri Lanka, die Wupperthal Coop aus Südafrika, Organic Africa aus Simbabwe (dieses Mal leider nicht, Flug verspätet), TPI aus Darjeeling und Terra Magnifica aus Kroatien, sowie Importeure aus Deutschland, Kanada und Frankreich.
Es treffen sich VetreterInnen der Kleinbauernprojekte PDS/Indien, SOFA/BioFoods aus Sri Lanka, die Wupperthal Coop aus Südafrika, Organic Africa aus Simbabwe (dieses Mal leider nicht, Flug verspätet), TPI aus Darjeeling und Terra Magnifica aus Kroatien, sowie Importeure aus Deutschland, Kanada und Frankreich.
Nach einem Sharing geht es weiter mit einer Diskussion über die steigende Umweltbelastung durch Agro-Industrie-Spritzmittel und Umweltkontaminanten - ein brennendes Thema.
Nach einem Sharing geht es weiter mit einer Diskussion über die steigende Umweltbelastung durch Agro-Industrie-Spritzmittel und Umweltkontaminanten - ein brennendes Thema.
Roman Turk von Terra Magnifica hat ein auf Kräuter und Gewürze spezialisiertes Labor gegründet und präsentiert nun seine Untersuchungsergebnisse von nun über 3 Jahren und mehreren tausend Analysen.
Roman Turk von Terra Magnifica hat ein auf Kräuter und Gewürze spezialisiertes Labor gegründet und präsentiert nun seine Untersuchungsergebnisse von nun über 3 Jahren und mehreren tausend Analysen.
Die Produktgruppen Kräuter und Gewürze sind im Vergleich zu Getreide und Frischware in einer besonderen Situation, da sie oft Schadstoffe aus Boden, Wasser und Luft sammeln, also eine reinigende Funktion haben. Wenn sie dann noch getrocknet analysiert werden, und der Trocknungsfaktor nicht berücksichtigt wird, überschreiten sie eigentlich schon in der Regel die BNN-Orientierungswerte. Die Interpretation der Spuren, die nicht die Biobauern verschuldet haben, wird gerade verschärft. Es kann sein, dass dann gut 50% der Bio-Gewürze und Kräuter deklassifiziert werden - ein Desaster gegenüber den Biobauern.
Die Produktgruppen Kräuter und Gewürze sind im Vergleich zu Getreide und Frischware in einer besonderen Situation, da sie oft Schadstoffe aus Boden, Wasser und Luft sammeln, also eine reinigende Funktion haben. Wenn sie dann noch getrocknet analysiert werden, und der Trocknungsfaktor nicht berücksichtigt wird, überschreiten sie eigentlich schon in der Regel die BNN-Orientierungswerte. Die Interpretation der Spuren, die nicht die Biobauern verschuldet haben, wird gerade in einigen Bundesländern, auch in einigen EU-Ländern, verschärft. Es kann sein, dass dann gut 50% der Bio-Gewürze und Kräuter deklassifiziert werden - ein Desaster gegenüber den Biobauern.
Beim gemeinsamen Abendessen der Tust-Organic-Small-Farmers-Mitglieder wird weiter diskutiert...
Beim gemeinsamen Abendessen der Tust-Organic-Small-Farmers-Mitglieder wird weiter diskutiert...
... und Geschichten ausgetauscht.


... und Geschichten ausgetauscht.



Der erste Messemorgen. Alles, was gestern Baustelle war, erstrahlt im Glanz.
Der erste Messemorgen. Alles, was gestern Baustelle war, erstrahlt im Glanz.
Unsere Messe-Neuheit ist eine kleine Demeter-Range an Gewürzen, davon viel von unseren Übersee-Kleinbauernpartnern. Hier Sunil und Jomon von PDS / Indien vor "ihren" Produkten.
Unsere Messe-Neuheit ist eine kleine Demeter-Range an Gewürzen, davon viel von unseren Übersee-Kleinbauernpartnern. Hier Sunil und Jomon von PDS / Indien vor "ihren" Produkten.
Und hier Bernard, Präsident der Small organic Farmer Association in Sri Lanka. Von dort kommen z.B. alle Muskatprodukte. Es ist wichtig für sie zu sehen, wie das, was sie angebaut und geerntet haben, hier präsentiert und geschätzt wird.
Und hier Bernard, Präsident der Small organic Farmer Association in Sri Lanka. Von dort kommen z.B. alle Muskatprodukte. Es ist wichtig für sie zu sehen, wie das, was sie angebaut und geerntet haben, hier präsentiert und geschätzt wird.
Tara und Shanta, 2 Schwestern, vom Kanchanjangha Tea Estate. Ihr Vater hatte die Teefarm 1984 als Genossenschaft gegründet. Hier werden auch Tees der umliegenden Kleinbauernkooperativen verarbeitet. Wir bieten z.B. einen Small Farmers-Nepal Tee an.
Tara und Shanta, 2 Schwestern, vom Kanchanjangha Tea Estate. Ihr Vater hatte die Teefarm 1984 als Genossenschaft gegründet. Hier werden auch Tees der umliegenden Kleinbauernkooperativen verarbeitet. Wir bieten z.B. einen Small Farmers-Nepal Tee an.
Prem Tamang von Tea Promoters India. TPI verwaltet 7 Bio-Teegärten in Darjeeling, Dooars und Assam, und verarbeitet außerdem partnerschaftlich den Tee von 5 Kleinbauernkooperativen. Wir haben auf dieser BioFach einen Kleinbauerndarjeeling von Mineral Spring vorgestellt.
Prem Tamang von Tea Promoters India. TPI verwaltet 7 Bio-Teegärten in Darjeeling, Dooars und Assam, und verarbeitet außerdem partnerschaftlich den Tee von 5 Kleinbauernkooperativen. Wir haben auf dieser BioFach einen Kleinbauerndarjeeling von Mineral Spring vorgestellt.
Da wir innerhalb des NRW-Gemeinschaftsstandes ausstellen, kommen wir jedes Jahr in den Genuss eines Besuchs von unserem grünen Umweltminister Johannes Remmel. Dieses Jahr hatten wir ihn zu einem Gespräch über das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltgiften in Bio-Gewürzem und -Kräutern gebeten - sodass evtl. bald das Bio, wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird. Er nahm sich viel Zeit dafür und versprach Diskussion darüber auf Regierungsebene.
Da wir innerhalb des NRW-Gemeinschaftsstandes ausstellen, kommen wir jedes Jahr in den Genuss eines Besuchs von unserem grünen Umweltminister Johannes Remmel. Dieses Jahr hatten wir ihn zu einem Gespräch über das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltgiften in Bio-Gewürzem und -Kräutern gebeten - und über unsere Sorge, dass evtl. bald das Bio, wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird. Er nahm sich viel Zeit dafür und versprach Diskussion darüber auf Regierungsebene.
Kurz vor dem Abbau - unser Messeteam - unsere langjährigen Messe-Hostessen Claudia und Angela, unser neuer Mitarbeiter Ferdinand und wir beide.
Bei uns steht auch Kim Axmann von der Kimango Farm in Tansania. Hier bekommen wir tolles Zitronengras, Moringa und ein mittelscharfes Bird Eye-Chili her.
Der Abbau hat 3 Stunden gedauert.
Kurz vor dem Abbau - unser Messeteam - unsere langjährigen Messe-Hostessen Claudia und Angela, unser neuer Mitarbeiter Ferdinand und wir beide.
Das anschließende wunderbaren Abendessen mit Partnern und Freunden aus 6 Ländern war dann wie wohlverdientes Chillen.
Der Abbau hat 3 Stunden gedauert.
Das anschließende wunderbare Abendessen mit Partnern und Freunden aus 6 Ländern und 4 Kontinenten war dann wie wohlverdientes Chillen.
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Tags: biofach, trust organic small farmers, bio-gewürze, bio-kräuter, bio-tee
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Fairbiotea: Bericht von der Qingshan-Farm

Newsletter 08/2016, Bericht aus den Fairbiotea-Projekten

 

Fairbiotea

Das Fairbiotea-Logo ist auch auf unseren Fairbiotea-Tees zu sehenWegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.

Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen. Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Bonussysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von CERES geprüft. Zur Zeit machen 2 Teegärten bei Fairbiotea mit: Qingshan und Donghzai.
Wir listen aus jeder Ernte soviele Fairbiotea-Tees wie nur möglich. Die Teegärten sind auf dem Rücketikett angegeben - Fairbiotea-Tees tragen das Siegel. Wir zahlen einen höheren Preis für die Tees, sowie eine jährliche Gebühr.

Am Ende dieses Newsletters geht der Fairbiotea-Gründer mit seinem langjährigen Hintergrundwissen auf Preis- und Exportentwicklungen und deren Folgen auf eine nachhaltige soziale Entwicklung ein, auch auf die harten Wettbewerbsbedingungen in China mit gegenseitigen Auswirkungen mit dem europäischen Markt.
Nun folgt der Fairbiotea-Newsletter 08/2016:

 


 

 

Qingshan-Farm

 


 

Allgemeine Entwicklung

 

Auch dieses Jahr gibt es positive ökologische Entwicklungen aus der Qingshan-Farm zu vermelden. Auch in Bezug auf Modernisierung und Qualitätsmanagement können wir über größere Entwicklungsschritte in der Qingshan-Farm berichten. Diese Entwicklung hat sich bei der jüngsten Fairbiotea-Inspektion im Frühsommer 2016 bestätigt. Es gab auch in diesem Jahr keinerlei Probleme mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Tees aus diesem Teegarten. Die EU-Verordnung für den ökologischen Landbau und das National Organic Program (NOP), die amerikanische Bio-Verordnung, wurden umgesetzt. Alle anderen gesetzlichen Anforderungen für Lebensmittelsicherheit in der EU wurden ebenfalls erfüllt.
 

 

 

 

Umweltkontaminationen

 

In den letzten Jahren hat das BFR (Bundesinstitut für Risikoforschung) das Bewusstsein deutscher Handelsunternehmen dahingehend geschärft, dass immer mehr gesundheitsgefährdende Substanzen in Lebensmitteln minimiert werden müssen. Es geht hier um Substanzen, die schon immer in Lebensmitteln enthalten waren und überwiegend als Umweltkontaminanten zu bezeichnen sind. So gibt es gleich eine ganze Reihe von Chemikalien, die beim Verbrennen von organischem Material durch eine chemische Reaktion in Rauch entstehen. Ähnlich wie wir das auch vom Grillen oder beim offenen Kaminfeuer kennen. Auch geräucherte Lebensmittel enthalten solche Substanzen.

Weltweit werden bei der Teeverarbeitung in den Teefabriken Kohle und Holz als Brennstoff eingesetzt. Bei der Verbrennung von Unkraut in der Landwirtschaft, von Treibstoff im Straßenverkehr und in der Industrie sowie durch das Heizen von Wohnungen mit Holz, Kohle oder Öl entstehen diese Substanzen, die in die Umwelt gelangen und die landwirtschaftlichen Produkte kontaminieren können. Neben solchen, vermutlich gesundheitsschädlichen Substanzen, die in Rauch entstehen, gibt es eine Reihe anderer natürlicher Umweltkontaminanten, z.B. Mineralstäube, die aus den Böden gelöst werden und durch Wind in die Landwirtschaft getragen werden.

Es gibt etwa 6000 verschiedene Pflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide (PA), ein natürliches Pflanzengift, enthalten. PA ist natürlicherweise in Unkräutern zu finden. Bei der maschinellen Ernte von landwirtschaftlichen Produkten werden Unkräuter mitgeerntet. Dies lässt sich nicht ganz vermeiden. Dadurch gelangen die gesundheitsgefährdenden Substanzen auch in die landwirtschaftlichen Produkte.

Wir möchten es bei diesen Beispielen belassen, um die allgemeine Problematik solcher Kontaminierungen und deren Kontrolle im Produktionsprozess verständlich zu machen. Es gibt darüber hinaus jedoch weitere Substanzen, die natürlicherweise oder durch allgemeine Umweltverschmutzung in der Umwelt vorhanden sind und Produkte verunreinigen können. Teilweise sind die Kontaminationen zu ungenügend erforscht, um die Kontaminationsquellen überhaupt erkennen zu können.

Europäische Handelsunternehmen und Lebensmittelproduzenten stehen vor einer großen Herausforderung, da BFR, EFSA (European Food Safety Authority, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und weitere Behörden eine Minimierung der Substanzen in Lebensmitteln fordern, aber keine praktischen Lösungen anbieten können.

Sofern die Kontaminationsquellen gefunden sind (oft sind es mehrere Quellen gleichzeitig), können oft auch Maßnahmen zur Minimierung der Substanzen gefunden werden. Das erfordert häufig Zeit und große Investitionen in die Modernisierung, z.B. den Kauf neuer Verarbeitungsmaschinen oder eine risikoorientierte Kontrolle des Produktionsprozesses, also kostenintensive Maßnahmen zur Änderung von Prozessabläufen.

Die Kontrolle von Kontaminationsprozessen ist also mit großem Aufwand verbunden. Diese Maßnahmen, die die Gesundheit europäischer Verbraucher fördern und das Europäische Gesundheitssystem entlasten, kosten viel Geld, welches überwiegend die Produzenten aufbringen müssen. Die Produkte verteuern sich dadurch ebenso wie durch die Umsetzung sozialer Mindeststandards und vieles andere, was aus Europa gefordert wird.

Leider möchten die europäischen Unternehmen und Konsumenten die höheren Produktpreise nicht bezahlen, was bedeutet, dass die Produzenten und Bauern entweder auf den Kosten sitzen bleiben oder ihren sozialen Verpflichtungen gegenüber ihren Arbeitern nicht mehr nachkommen können. Diese Umstände erschweren die Investitionsbereitschaft zunehmend und verlangsamen die Entwicklung in der internationalen Landwirtschaft.

Die europäischen Medien tragen wenig dazu bei, die Verbraucher detailliert zu informieren. Die Verbraucher werden permanent mit negativer Berichterstattung verunsichert, statt Wege aufgezeigt zu bekommen, wie sie eine positive Entwicklung unterstützen können. Es wäre hilfreich, wenn die europäischen Verbraucher erkennen könnten, dass sie und die Produzenten davon profitieren, wenn höhere Produktpreise bezahlt würden, die tatsächlich bei den Produzenten ankommen oder indem Projekte wie Fairbiotea stärker unterstützt werden.





Modernisierung, Minimierung von gesundheitsgefährdenden Substanzen

 

Wie alle landwirtschaftlichen Betriebe weltweit hat auch die Qingshan-Farm mit den o.g. Umweltkontaminanten zu tun. 2015 wurden im Fairbiotea-Projekt Maßnahmen zur Reduzierung von gesundheitsgefährdenden Substanzen umgesetzt. Weitere Maßnahmen sind in Arbeit. So wurden in der Vorverarbeitungsfabrik neue Maschinen angeschafft und Umbaumaßnahmen vorgenommen. Die Maschinen werden nun elektrisch beheizt, so dass auf die bisherige Befeuerung mit Holz verzichtet werden kann. Dadurch werden Rauchkontaminationen unterbunden und Kontaminationssubstanzen wie Anthrachinon, Biphenyl, Ortho-Phenylphenol, PAK etc. minimiert.

Die bisherige Art des Unkrautjätens wurde verbessert, wodurch eine mögliche Kontamination mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) verhindert wird.

Eine neue Endverarbeitungsfabrik befindet sich im Bau. Diese wird mit den modernsten Maschinen ausgestattet werden und ihren Betrieb mit Beginn der nächsten Saison aufnehmen. Dadurch werden das Qualitätsmanagement und das Hygienemanagement noch stärker als bisher an europäische Anforderungen angepasst.





Kompostforschungsprojekt

 

Das laufende Kompostforschungsprojekt, welches Fairbiotea in der Qingshan-Farm seit Jahren betreibt, wird einen Beitrag zum Schutz der Teepflanzen liefern und die Böden fruchtbarer machen. Bis dahin werden die Erträge in den nächsten Jahren weiterhin niedriger ausfallen.



Auch im Jahr 2015 hat Fairbiotea die Fortführung des Kompostforschungsprojektes finanziert. Das Projekt wird von Dr. Pablo Gonzales geleitet. Erneut wurde technisches Equipment für die Kompostforschung und die Kompostgroßproduktion angeschafft. Finanziert wurde dies überwiegend aus dem Fairbiotea-Bonussystem.
Mehr über die Kompostforschung lesen Sie bitte unter: www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_07_2014.pdf

Fairbiotea hofft, dass in den Jahren 2016 und 2017 weitere fehlende Maschinen und Geräte angeschafft werden können, die für eine moderne Kompostgroßproduktion nötig sind.






Kompostgroßproduktion

 

Die Kompostgroßproduktion hat im Frühling 2016 begonnen. Immer wieder treten Probleme auf, die wir im hochentwickelten Europa nicht erwarten. So stellen wir fest, dass manche Geräte, die von Fairbiotea finanziert wurden und den Bauern die Arbeit erleichtern, von den Bauern nicht benutzt werden, weil sie einfach nicht gewohnt sind, damit umzugehen.

Werkzeuge, die an den Traktor angebaut werden, passen nicht oder gehen schnell defekt und müssen vom Hersteller nachgearbeitet werden. Ein Anhänger, der für den Traktor angeschafft wurde, ist nicht so ausgelegt, dass er in den engen Kurven und auf den schmalen Straßen benutzt werden kann usw.

Leider dauert es immer sehr lange, bevor Anschaffungen tatsächlich einsatzfähig sind. Entwicklungsarbeit bedeutet Geduldsarbeit und ist immer wieder von Rückschlägen begleitet.

Nachdem nun entsprechende Maschinen zur Verfügung stehen, Bezugsquellen für unterschiedliche Biomassen gefunden sind, Lieferanten für Kuhdung vorhanden sind (die eigenen Rinder reichen nicht aus), sind wir zuversichtlich, dass wir, was den Nährstoffkreislauf angeht, einen riesigen Schritt weiter sind. Wir hoffen, dass nun der Kern des ökologischen Landbaus erreicht ist und wir zukünftig Kompostanwendungen haben werden, die die Farm ökologisch nachhaltig voranbringen wird.

 



Bonussystem

 

Mit dem Strategiewechsel, Bonuszahlungen nur noch für Materialien, Maschinen, Werkzeuge oder andere sichtbare Projekte auszuzahlen, hat Fairbiotea die Kontrolle über den Verbleib der Gelder wieder zurückgewonnen. In den vergangenen Jahren mussten wir wiederholt feststellen, dass finanzielle Bonuszuwendungen nicht bei den Bauern ankamen oder die Höhe der Zuwendungen, die die Bauern erhielten, nicht mit den geplanten Zahlungen übereinstimmten. Eine Überprüfung der Auszahlungen war praktisch unmöglich geworden. Leider ist Korruption in China weit verbreitet.

Bis zum Jahr 2015 hat Fairbiotea folgende Entwicklungsmaßnahmen initiiert und co-finanziert:

  • * Traktor als Antrieb für verschiedene Geräte, die in der Kompostproduktion benötigt werden und als Zugmaschine für einen Anhänger
  • * Frontlader
  • * Mähgeräte für Großflächen
  • * Schredder
  • * Kompostabdeckung 5x50 Meter
  • * Messgeräte für Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeitsgehalt im Kompost
  • * Kompostwender (selbstfahrend)
  • * Neuer Lastwagen
  • * Neue elektrisch betriebene und elektrisch heizende Maschinen für die Teeverarbeitung in der Vorverarbeitungsfabrik
  • * Zuwegung für Kompostplatz (Kompost-Großproduktion)
  • * Jahresgehälter für zwei Kompostmanager
  • * Honorar des Fairbiotea-Beraters und Projektleiters des Kompostforschungsprojektes
  • * 100 Schattenbäume
  • * Demeter-Training für Manager
  • * UTZ-Training
  • * Für die Xiaojiaqiao-Schule, die von den Kindern der Qingshan-Farm besucht wird, wurde die komplette Ausstattung eines neuen Multimediaraums finanziert.







Im Wesentlichen konzentriert sich Fairbiotea darauf, die Bonus-Prämien in die nachhaltige Entwicklung der Farm zu investieren und nach Möglichkeit sichtbare und kontrollierbare soziale Projekte zu unterstützen. Das ist nur dann möglich, wenn diese Maßnahmen vom Farmmanagement und von den Bauern gewünscht sind und entsprechende Vorschläge formuliert werden, die einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen.





 

Teepreise, Export und nachhaltige soziale Entwicklung

 

Steigende Herstellungs-, Arbeits- und Sozialkosten nicht durch entsprechend höhere Einnahmen aus dem Exportgeschäft kompensieren zu können, belastet eine positive ökonomische und soziale Entwicklung in nahezu allen Teegärten der Welt. In Europa werden nach wie vor zu mehr als 90% die Teesorten mit den billigsten Exportpreisen konsumiert. Dieser Trend nimmt bedauerlicherweise noch zu. Bessere Qualitäten, die teilweise das zehnfache der Exportpreise bringen würden, werden in Europa immer weniger nachgefragt. Das reduziert zusätzlich die Einnahmen von Teeproduzenten.

Dennoch erwarten europäische Unternehmen und Verbraucher von den Produzenten ständig neue Anstrengungen und Investitionen in die Sicherstellung europäischer Lebensmittelsicherheit. Es werden zudem immer mehr teure Zertifizierungssysteme gefordert, die von den Produzenten finanziert werden müssen. Mehr und mehr werden nun auch noch eine Reihe von teuren Sozialzertifizierungen verlangt, deren Kosten die Produzenten tragen sollen, die aber weder den Produzenten noch den Bauern einen Nutzen bringen, weil diese Zertifizierungen nicht die Interessen von Bauern und Produzenten vertreten, sondern reine Marketinginstrumente sind, die dem Markenimage europäischer Unternehmen dienen. Wenn die Produzenten für diese Leistungen keinen Ausgleich in Form angemessen höherer Produktpreise bekommen und soziale Zertifizierungen nicht in der Lage sind, eine Verbesserung der Lebensbedingungen herbeizuführen, dann muss man sich fragen ob dieses Verhalten europäischer Zertifizierer und Markenhersteller nicht eher in die Zeit des Kolonialismus vor 100 Jahren gehört.
Lesen Sie mehr dazu unter Teequalität und Export in unserem letztjährigen Newsletter: www.fairbiotea.de/assets/files/Newsletter_DEU_09_2015.pdf
Alles was in diesem Newsletter über die positive nachhaltige Entwicklung in Qingshan zu lesen ist, ist nur deshalb möglich, weil Fairbiotea den größten Teil dieser Entwicklung finanziert. Es gibt kaum Teegärten in der Welt, die eine solche Unterstützung bei der nachhaltigen Entwicklung von außen bekommen.





Die Praxis der Sozialstandards in chinesischen Teefarmen

 

Jede Provinz in China hat unterschiedliche aber ähnliche gesetzliche Standards, die von größeren Unternehmen in der Regel eingehalten, von kleineren Unternehmen jedoch oft unterlaufen werden. Diese gesetzlichen Sozialstandards gelten für alle Betriebe, die mit ihren Mitarbeitern befristete oder unbefristete Arbeitsverträge abschließen müssen.

Diese Gesetze gelten nicht für die traditionell organisierten Teefarmen (kleinbäuerliche Betriebe, selbständige Bauern besitzen kleine Erbpachtflächen, die sie selbst bewirtschaften). Diese Bauern besitzen keine Arbeitsverträge und werden von Teefabrikbesitzern und Tee-Aufkäufern oft regelrecht ausgebeutet. Solche Kleinbauern bilden die Mehrheit in der chinesischen Landwirtschaft und erzielen kaum mehr als 50 Euro monatliche Einkünfte aus der Landwirtschaft.

In solchen Strukturen ist eine risikoorientierte biologische Landwirtschaft nicht möglich, obwohl Bio-Zertifikate ausgestellt werden.

 

 

 

 

 

Qingshan, Company Farm, Provinz Hunan

 

  • Gesetzlicher Mindestlohn Landtarif: für alle Beschäftigten 1390 RMB (ca. 190 Euro) monatlich. Es wird auch übertariflich bezahlt. Ausgebildete Fachkräfte, z.B. in der Endverarbeitungsfabrik erhalten bis zu 4500 RMB (ca. 600 Euro) monatlich.
  • Gesetzlicher Mindestlohn Stadttarif: 1720 RMB (ca. 240 Euro) monatlich
  • Gesetzliche Rentenversicherung: 20% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 8% der Arbeitnehmer
  • Gesetzliche Krankenversicherung: 8% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 2% der Arbeitnehmer
  • Gesetzliche Unfallversicherung: 0,5% der Lohnsumme zahlt der Arbeitgeber, 0,5% der Arbeitnehmer


Gesetzliche Arbeitsverträge: Außer den Saisonarbeitern (Erntehelfern), die kurzfristige Arbeitsverträge während der Erntesaison erhalten, bekommen alle Mitarbeiter unbefristete Verträge. In der Erntesaison werden Überstunden geleistet, die während der erntefreien Zeit abgefeiert werden können. Überstunden an Werktagen werden mit dem 1,5-fachen vergütet, an Wochenenden mit dem 2-fachen und Feiertage mit dem 3-fachen. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden, 5 Arbeitstage die Woche. Urlaub gibt es an den gesetzlichen Feiertagen, 11 Tage im Jahr.

Gewerkschaften sind im gesetzlichen Rahmen erlaubt und sollen die Rechte der Arbeitnehmer schützen. Gewerkschaften auf Unternehmensebene (betriebliche Gewerkschaften) sind zu gründen, wenn im Unternehmen 25 oder mehr Gewerkschaftsmitglieder arbeiten. Die Gewerkschaftsvertreter werden von einer dem Betrieb übergeordneten Behörde ernannt. Hauptaufgabe der Gewerkschaften ist die Bündelung und Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer, immer auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Statt Arbeitskämpfen ist das Ziel, einen Ausgleich von Arbeitnehmer- und Unternehmensinteressen zu verfolgen und ganzheitliche Lösungen anzustreben.

Betriebsrat: Die betrieblichen Gewerkschaften unterstützen die Gründung von Betriebsräten im Unternehmen. Anders als die Gewerkschaftsvertreter werden die Betriebsräte von allen Arbeitnehmern im Unternehmen gewählt. Der Betriebsrat ist nicht ständig aktiv, sondern tritt in bestimmten Abständen als Gremium zusammen. In der Qingshan-Farm existiert kein Betriebsrat.

 

 

 

 

Wettbewerbsverzerrungen im chinesischen Markt, mit Folgen für den Europäischen Markt

 

So sehr China bemüht ist, die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft aus sozialen, wirtschaftlichen und qualitativen Gründen durch moderne Company-Farmen zu ersetzen, so sehr sorgen genau diese Bemühungen im Zusammenspiel mit dem Exportgeschäft für unfaire Wettbewerbsbedingungen, die auch in Europa wirksam sind.

Die Kleinbauern, die ihre kleinen Erbpachtflächen überwiegend mit Tee zum Verkaufen und mit Gemüse zur Eigenversorgung bewirtschaften, werden als selbständige Bauern betrachtet, die nur sehr wenig Anspruch auf soziale Rechte haben. Oft schließen sich 50 bis 500 Kleinbauern zu einer Produktionsgemeinschaft zusammen, die dann den Tee bis zur Endtrocknung verarbeitet.

Moderne chemische Dünger, Pestizide und Herbizide betrachten die überwiegend älteren Bauern als einen Segen, weil ihnen dadurch die beschwerliche Arbeit in den Teegärten erheblich erleichtert wird. Die jungen Bauern sind nicht mehr in den Dörfern, sondern suchen ihr Glück als Wanderarbeiter in den großen Städten.

Die Kleinbauern produzieren ökologisch zertifizierten Tee, ohne dass sie jemals in ökologischem Landbau geschult wurden, die Anforderungen des europäischen Marktes kennen oder einen Biozertifizierungsvertrag mit einer Kontrollstelle abschließen.

Die EU-Bioverordnung sieht einen Mechanismus vor, der ursprünglich als Marktzugang für Kleinbauern gedacht war. Die Kleinbauern sollten nicht vom Biomarkt ausgeschlossen werden und dennoch sollte Biosicherheit hergestellt werden. Dies ist jedoch theoretisches Wunschdenken, das sich in Kulturen außerhalb Europas praktisch nicht umsetzen lässt.

Dieser Mechanismus wird dadurch ausgelöst, dass ein Unternehmen oder eine Einzelperson von außen einen Zertifizierungsvertrag finanziert und mit einer EU-Biokontrollstelle abschließt und sich zu einem internen Kontrollsystem (ICS) verpflichtet, das den ökologischen Herstellungsprozess sicherstellen soll. Die teilnehmenden Kleinbauern werden im Rahmen der Zertifizierung namentlich gelistet und die jeweilige Größe der Anbaufläche dokumentiert. Der Inhaber des Zertifikates bzw. dessen Management soll die Bauern im ökologischen Landbau ausbilden und den ökologischen Herstellungsprozess überwachen. Dies findet jedoch nur theoretisch statt. In der Praxis werden die Bauern allenfalls aufgefordert, auf chemische Substanzen zu verzichten, wobei erfahrungsgemäß ein Teil der Bauern diesen Anweisungen nachkommt und ein anderer Teil sich diesen offen oder insgeheim verweigert. Der so angebaute Tee wird dann von der Gemeinschaft getrocknet und vermischt. Die Kontrollstellen sind kaum in der Lage zu kontrollieren welcher Bauer nun Chemikalien angewendet hat und welcher nicht.

Der Besitzer des Zertifikates, üblicherweise einer oder mehrere lokale Politiker, die ebenso über kein Wissen über ökologischen Landbau verfügen, kaufen den Bauern diesen so hergestellten Tee sehr billig ab. Die Bauern profitieren nicht vom höheren Preis, der für Biotee am Markt erzielt wird. Die Bauern erhalten einen Preis, der den Marktanforderungen angepasst ist. Der Aufkäufer verkauft den Tee an andere chinesische Großhändler oder Exporteure weiter bzw. exportiert den Tee direkt.

In solch einem System kann überwiegend keine risikoorientierte Bioherstellung sichergestellt werden. Die europäischen Anforderungen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit können nicht umgesetzt werden, es gibt kein Qualitäts- und Hygienemanagement. Investitionen in Lebensmittelsicherheit werden nicht getätigt. Diese Systeme erhalten trotzdem problemlos alle nachhaltigen Zertifizierungen wie z.B. Rainforest Alliance, UTZ und FLO Fair-trade.

FLO Fair-trade zertifiziert in China ausschließlich nur diese kleinbäuerlichen Strukturen, in denen es sehr unfair zugeht. Andere Strukturen, in denen nachhaltige Standards und soziale Gesetze eingehalten werden und die Arbeiter gut behandelt werden, zertifiziert Fair-Trade skandalöserweise nicht.

Stellt man die traditionelle, kleinbäuerliche, ökologische Teeproduktion der modernen ökologischen Teeproduktion, verwaltet durch große Wirtschaftsunternehmen (Company-Farmen) gegenüber, ist klar ersichtlich, dass die Teeproduktion in kleinbäuerlichen Betrieben sehr viel billiger ist, weil auf nachhaltige Entwicklung verzichtet wird und die Teeproduktion in modernen Company-Farmen sehr viel teurer ist, weil eine nachhaltige Entwicklung stattfindet, arbeitsrechtliche Gesetze greifen und lebensmittelrechtliche Anforderungen aus Europa eingehalten werden.

Der ungleiche Wettbewerb dieser beiden Systeme in China, begleitet von den niedrigen europäischen Preiserwartungen, führt zu einer paradoxen Realität in Europa. Die Teesorten, die aus modernen chinesischen Betrieben stammen, können im Export nicht mehr mit den Preisen der Teesorten konkurrieren, die aus den traditionellen Teefarmen stammen. Deshalb wird in Europa immer mehr Tee aus traditionellen Betrieben vermarktet. Die fehlende Nachhaltigkeit dieser billigen Tees steht aber im krassen Widerspruch zu den nachhaltigen Anforderungen, die europäische Gesetze, Unternehmen und Verbraucher erwarten.

Mittlerweile ist die Wettbewerbsverzerrung so stark und der wirtschaftliche Druck im Export nach Europa so hoch, dass die modernen Betriebe in China damit begonnen haben Tee aus der traditionellen Landwirtschaft zuzukaufen, um die hohen Preise aus der nachhaltigen Bewirtschaftung kompensieren zu können.

Leider ist die Kenntnis über solche Hintergründe in Europa nicht sehr populär. Und die Schlüsse die man daraus ziehen muss sind noch weniger populär, denn man kann sich nicht wie üblich für die billigsten Produkte entscheiden, wenn man verantwortlich nachhaltig handeln möchte, sondern man muss sich für die teuersten Produkte entscheiden, um eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen. Es ist außerdem erforderlich, die Bezugsquellen genau zu kennen.

Fairbiotea-Tee, hier von der Donghzai-Farm, von Heuschrecke

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Tags: fairbiotea, china, bio-tee, qingshan farm
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Was gibt es Neues?

Aktuelles und Neues von der Heuschrecke

 

  • Preisentwicklung / Aktuelles / Neuprodukte

 

Unsere neue Preisliste für die Bioläden ist gerade in Druck (siehe auch http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2015/06/14/druckerei-zimmermann.htm)

Aus diesem Anlass berichten wir auch in unserem Blog über Aktuelles und Neues aus unserer Firma und vom Bio-Marktgeschehen.

 

 

 

Preise

 

Unsere Bio-Vanille kommt aus Madagaskar von Kleinbauern. Hier: Fermentierung + Trocknung. Vanille ist ein kostbares Gewürz, was von der Blüte bis zur Fermentation sehr intensiv betreut werden muss.Preisentwicklungen: neben den üblichen moderaten Erhöhungen gibt es zur Zeit vor allem drastische Steigerungen bei Vanille aufgrund knapper Ernten und erhöhter Nachfrage.

Insgesamt wird überproportional teurer: alles aus Ägypten, sowie die Gewürze Zimt (30%) (betrifft auch Gewürz- und Teemischungen mit Zimt), Pfeffer, Ingwer, Curcuma, Knoblauch, Rosa Beeren u.a.


Gewürze

 

Schwierige Beschaffung durch Belastungen weiterhin bei: Schokoladenpfeffer, Langer Pfeffer, Curryblatt, Kaffirlimettenblätter.

Szechuanpfeffer: im Moment keine Aussicht.

Neulistung: Cardamom schwarz (Nepal-Cardamom), den größeren, rauchig-deftigen Verwandte des grünen Cardamoms, konnten wir jetzt listen, da die neue Anthrachinon-Verordnung ihn ausdrücklich von den strengen Grenzwerten für diesen Problemstoff ausnimmt, der bei traditioneller Trocknung (Holzrauch u.ä.) entsteht, mit der Begründung: dass „dieses traditionelle Produkt dem Markt erhalten bleiben soll“.

Vanille-Transport zum HafenFenchel: Bitterfenchel/ Berfena Fenchel war „kurz“ lieferbar. Es hat für ein paar unserer aromatischen Fenchel-Mischungen (halb Süß-, halb Bitterfenchel) gereicht.
Bitterfenchel pur ist leider schon wieder aus. Der grüne Fenchel allein ist im Moment etwas zu leicht ölhaltig.

Knappheiten bei einigen Blattkräuter-Kulturen: Korianderblatt, Kerbel. Es wächst schon üppig auf den Feldern - darf nur jetzt nicht zu nass werden. Für Kerbel gibt es bei Kilo-Ware eine Lieferlücke bis zur neuen Ernte. Rote Tütchen für die Bioläden gibt es noch.

Koriander: schon wieder zuende von unserem Bioland-Bauern Alfred Hammann. Es folgt wieder Litauen.

Die Erhöhung für Vanille, Pulver und Schoten, hatten wir im März/April umgesetzt – steigt weiter, auch die Vanille-Mischprodukte!


Demeter-Vertrag

 

Eine Neuigkeit: wir haben jetzt einen Demeter-Vertrag, sodass wir unsere Demeter-Gewürze und –Kräuter explizit ausloben und kennzeichnen können. In der neuen Preisliste gibt es unter der Demeter-Rubrik ca. 20 Gewürze und Kräuter, in den Bioläden ab ca. September.


Warum machen wir das? Warum jetzt? Eine zusätzliche Zertifizierung ist für einen kleinen Spezialisten wie uns natürlich immer mit viel Aufwand verbunden, und wahrscheinlich wird es sich unterm Strich nicht rechnen. Was uns überzeugt hat ist die Begeisterung unserer Kleinbauernpartner in den Übersee-Ländern, die schon länger am Demeter-„Ball“ sind.

 

Wupperthal, Südafrika: erfolgreiche Versuche mit Demeter-Präparaten bei Rooibusch - wir hoffen auf die Demeter-Zertifizierung 2017Wir konnten auf mehreren Kontinenten schon begutachten, mit wieviel Liebe die Präparate hergestellt werden. Unsere Bauern empfinden – wie sie erzählen – durch die naturnahe und sinnliche Methode eine stärkere Verbindung zu ihren Vorfahren. Sie können beobachten, dass in den ganzen Klimawandel-Phänomenen die Demeter-Setzlinge stärker sind und besser überleben.

 

Neben den Kleinbauernprojekten PDS in Indien und SOFA / Biofoods in Sri Lanka (von dort haben wir schon lange die Demeter-Qualitäten importiert) könnte es ab Mitte 2017 De-meter Rooibusch von unseren Wupperthalern geben. Auch in China (Fairbiotea-Teefarm Qingshan) und bei TPI (ver-schiedene Darjeeling-Teegärten, u.a. Singell) wird geschult, geforscht und z.T. angewandt, obwohl noch nicht zertifiziert.

 

Wenn man den Zukunftsforschern glauben mag, wird unsere Nahrungsmittelproduktion unter Bevölkerungswachstum und Bodenverlusten durch Klimawandel / Übernutzung in mittle-rer Zukunft eine Schlacht sein zwischen gentechnischen Ver-fahren (CrisprCas) und urbanem Anbau unter Kunstlicht bei ressourcensparenden Wasserkreisläufen in mehrstöckigen Anbau-Gebäuden. Da ist die Demeter-Landwirtschaft ein echter Lichtblick – wir hätten gerne, dass sie sich noch etwas über die Welt verbreitet.


Neue Gewürzmischungen

 

1) Sanddorn-Curry mit den Hauptzutaten Sanddornbeeren und Curryblatt - beides Zutaten mit einer delikaten Herbe, die dadurch faszinierend gut zusammenpassen. Abgerundet durch weichere und mildere Gewürzzutaten, ohne Schärfe. Im Winter ist Sanddorn-Curry z.B. ideal für Weiß-, Spitz-, Rosenkohl und Wirsing: Es gibt dem spröden Wintergemüse viel Charme. Im Sommer dann für exotische Tomaten-Schmortöpfe und -Pastasaucen.

Die dänische Spitzenköchin Kille Enna, die gerade ein Aromabuch schreibt, hat unsere neuen Gewürzmischungen probiert:
„I used “Sanddorncurry” on oven fried potatoes. Nothing else. In the oven high heat + oliveoil. The scent is absolutely fantastic and mesmerizing . So fein und raffiniert mama mia. The taste did not work only with potatoes i think if i had added sourness and ripe sweet fruit (sugar notes) it would have worked very well.”

Die Teefarmen Selimbong und Singell bereiten ebenfalls die typischen biodynamischen Präparate selbst zu.2) Dessertgewürz ‚Vom Glück des Herzens’, gemahlen, nach Vorbild Hildegard von Bingens.

Hintergedanken: im Superfood-Zeitalter die weise Hildegard v. Bingen moderner interpretieren – ihre Pflanzendeutungen in der „Physica“ sind für ein gesundes Leben zeitlos aktuell. Und: Experimente in der Küche, um mit Gewürzen im Frühstücksbrei / Müsli das morgendliche Erwachen der Organe zu fördern.
Die Kombination der Haupzutaten Galgant-Zimt-Bockshornklee (letzteres eines der ältesten u. wichtigsten Gewürze der Welt) ergibt ein neues, süß-warmes, verführeri-sches Aroma. Dazu kommen passende weitere Blüten (Rose, Königskerze), Kräuter und Gewürze.
Kille Enna schreibt hierzu: “ I have had your “vom Glück des Herzens” on my oat porridge with honey and cream for a week now. It is an unusual combination. I would always add more rose to a spice mix like that. However there is this mar-velous harmony and a strange kind of addition in that mix. There sure is magic in this powder!”
Die Gewürzmischung kann großzügig in Frühstücksbreien + Müslis, Desserts und Gebäck verwendet werden. Tipp: als Kaffeegewürz, oder Basis für heiße Gewürzmilch.


Kräuter

 

Neulistung: 2 Kräutertees nach Hildegard von Bingen:
Die Idee zu diesen Tees entstand aus dem Wunsch, die visi-onär denkende Äbtissin besser bzw. moderner zu verstehen – neuere Forschungen scheinen immer wieder ihre Gedanken zu bestätigen.

1) „Vom Glück des Herzens“-Tee (mit gleichem Namen wie das Dessertgewürz)  ist eine sinnvolle Zusammenstellung thematisch passender Kräuter und Gewürze, mit einem zart duftigen, leicht minzigen Geschmack und winziger Bitternote aus Enzian.

2) Rose-Galgant Basentee, ebenfalls nach Hildegard von Bingen. Im Geschmack lieblich-mild und dennoch würzig, ist er ein Begleiter zum Entschlacken, Fasten, und auch angenehm als Kräutertee zwischendurch.

Moringa Blatt-Tee und Moringa-Pulver (gemahlenes Blatt) von der Kimango-Farm, Tansania. Das Blatt wird bei uns im Haus vermahlen, nicht pulver- sondern pixelfein – etwas werterhaltender. Evtl. kleine Lieferlücke vor der neuen Ernte im Herbst.

 

Neulistung: Yerba Mate con Palo (traditionell): aus der Provinz Misiones von Indio-Bauern (Guarani, im ‚Fair for Life’ - Programm der Bio-Stiftung & IMO), Argentinien.

Con Palo heißt „mit Holz“, also ein Mate Tee mit allen Stängeln und Staubanteilen, die anfallen. Der Geschmack ist weicher und vollmundiger im Gegensatz zum herberen gesiebten Mate-Blatttee, wie er in Europa bekannt ist.

Demeter-Schulung auf der Fairbiotea-Farm Qingshan in ChinaMate con Palo verträgt lange Ziehzeiten in der Calebasse mit Bombilla, aber man kann ihn auch wie einen klassischen Grüntee aufgießen.


Tee

 

Nepal: Letztes Jahr listeten wir ein Sortiment vom Kanchanjangha Tea Estate  im Osten Nepals in 60km Luftlinie von Darjeeling. Die Farm wurde in den 80-ern genossenschaftlich organisiert gegründet, plus angeschlossene Kleinbauern-Kooperativen aus den umliegenden Dörfern. Die Tees haben eine hohe Qualität, erinnern an Darjeeling, aber weicher.
Trotz der Medienaufmerksamkeit durch das Erdbeben 2015 haben Nepal-Tees noch nicht wieder die Resonanz der 70er/80er Jahre in den Bioläden erreicht.  Für die Farmer wäre es notwendig, dass der Umsatz weiter wächst. Wir führen einen „Small Farmers Tee“, Kanchan Schwarztee, Kanchan Grüntee, Kanchan Gold-Tee (Rarität). Kanchan ist die Region ca. 80km südlich des Himalaya-Riesen Kangchendzönga (8586 m).

Darjeeling: Unser indischer Export-Partner TPI, Familie Mohan, verwaltet in der 3. Generation sehr engagiert 8 Bio-Teefarmen in Darjeeling, Dooars und Assam.
Sie sind ebenfalls  Mitglied unserer Initiative Trust Organic Small Farmers. So managed TPI das Tee - Kleinbauernprojekt Sahyadri in Kerala, deren würzige Südindien Tees wir als Grundtee für unsere Aromatees verwenden.
In Darjeeling betreut TPI 3 weitere Kleinbauernprojekte -  die Teeblätter werden dann in den Teefarmen Singell, Samabeong und Selimbong verarbeitet. Diese Dorf-Kooperativen – eine ist Mineral Spring - bewirtschaften in unzugänglichen Gebieten alte, aufgegebene Teepflanzen wieder -  mit z.T. prämierten Darjeeling-Qualitäten. Eine auch politisch  interessante Win Win-Situation. Zum Herbst listen wir einen schönen First Flush-Darjeeling von Mineral Spring.

China:. Pu Erh Tee ist nach längerer Lieferlücke wegen herstellungsbedingter Anthrachinonbelastung wieder lieferbar, und zwar von der Fairbiotea-Farm Donghzai. Zum normalen Pu Erh Tee haben wir eine Premium-Qualität gelistet: Golden Pu Erh Tee mit hohem Anteil an Blattknospen, vollmundig, weich und erdig.

Fairbiotea: seit 2011 nehmen wir teil an der Fairbiotea-Initiative, einem geprüften Qualitätsmanagement für nachhaltigen und sozial verantwortlichen Anbau und Handel mit China-Bio-Tee, eine Initiative unseres langjährigen Teemaklers.


Jahres-Anzeigenthema 2016: Paradies

Teepflückerinnen auf Selimbong, Darjeeling 

Das Kostbarste, was es auf der Erde gibt, ist fruchtbarer, unvergifteter Ackerboden. Und der Reichtum in der Pflanzenwelt, die uns ernährt. Beides ist bedroht durch menschengemachten Klimawandel, Umweltverseuchung und Versiegelung.

Da wir uns in letzter Zeit zudem mit Hildegard von Bingen  auseinander setzten (s.o.), wählten wir als Leitmotiv für unsere diesjährige Anzeige ein Zitat aus ihren Visionen, was dies ausdrückt:

 

"In der Grünkraft der Blumen und Kräuter, und in den Düften der Gewürze liegt der Ort der Freude, das Paradies." (liber scivias 1.2.28)

 

 

Passt sehr schön zu unserem vielfältigen und duftenden Sortiment.


Alles Gute wünschen    Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner

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Tags: preisentwicklung, bio-gewürze, bio-kräuter, bio-tee, demeter-vertrag, fairbiotea, hildegard von bingen
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Hitparaden

Marke Heuschrecke: Ein Bogen von Vanilleschoten bis Matcha-Tee

  • Hier zeigen wir als eine Art Nachlese einmal Auszüge aus unserer Statistik 2014: Produkt - Hitparade der Marke Heuschrecke
  • Für unsere (tiefen) Spezialsortimente: Gewürze, Kräuter, Salze, Tee
  • Gesamt ca. 748 Produkte - hier stellen wir die ersten Plätze, nach Produktgruppen geordnet, vor. Wer einmal die Komplett-Hitparade lesen möchte - hier bitteschön ...

Regeln für den Einzelhandel und für die Küche zuhause: Ein Spezialsortiment lebt von einer runden Auswahl, die auch Selteneres sowie verschiedene Preis- und Qualitätsklassen bietet. Diese Hitparade dient in erster Linie auch dazu, zu überprüfen, dass die Renner nicht im Laden fehlen. Aber jeder Laden hat auch sein eigenes Profil mit Inhaber- und Kundenvorlieben. 

 

 Mono - Gewürze, Platz 1 - 15 (von 102 Sorten)

Bio-Vanillepulver von Kleinbauern aus Nord-Ost-Madagaskar, von HeuschreckeVANILLESCHOTEN, kbA Bourbon
VANILLEPULVER, Bourbon, kbA
SAFRAN Fäden kbA Iran
PFEFFER, schwarz, ganz, TGSEB Tellicherry
MUSKATNÜSSE, ganz, kbA
CURCUMA, gemahlen, Alleppy
CAYENNE PFEFFER/Chili gemahlen
UrwaldPfeffer 'Kannampady' schwarz ganz
SCHWARZKÜMMEL, Sekem, kbA
ZIMTSTANGEN,'Ceylon',10 cm,kbA
PAPRIKA, edelsüß, Ungarn, Nachfüllbeutel
KORIANDER, gemahlen, Litauen, demnächst wieder Deutschland
OREGANO, gerebelt, kbA
STERNANIS, ganz, kbA, Vietnam
MUSKATBLÜTE, gemahlen,kbA

 

 

Gewürzmischungen, Platz 1 - 15 (von 36 Sorten)

  • Unsere Keltische Serie, die uns am Herzen liegt, ist in allen Rubriken (Gewürze, Kräutertees, Kräutersalz) vorne. Hier verarbeiten wir viele heimische, traditionelle, seltenere Pflanzen aus Wildsammlung. Diese kommen vom biozertifizierten Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica in Kroatien.
  • Ende des Jahres 2015 wird es noch eine neue, schöne, etwas fruchtige und ganz milde Currymischung von uns geben.

 

Garam Masala mit teilw. vorgerösteten Zutaten, bio, von Heuschrecke

GARAM MASALA, Gewürzmischung, kbA
Keltische Kräuterküche, kbA
PFEFFER, BUNT, ganz, kbA
Zitronenpfeffer, gemahlen kbA
HILDEGARTEN GEWÜRZ, gemahlen
CURRY-PULVER extra, Nachfüllbeutel
AYURVEDA - GEWÜRZ, kbA m. Tulsi
KRÄUTER DER PROVENCE, gerebelt
Lemon-Curry,Gewürz, gemahlen,
ORIENT Gewürz kbA gemahlen
HARISSA-Gewürz, gemahlen, scharf, kbA
ROSEN-GEWÜRZ Ras-el-Hanout, kbA
CURRY-PULVER, extra, kbA
BITTERGEWÜRZ Heidelberger kbA
Orangen-Curry, Gewürz,gemahlen, kbA

 

 

 

Kräutertee und Kräuterteemischungen, Platz 1 - 15 (von 99 Sorten)

Griechischer Bergtee, der leckerste, bio, von Heuschrecke

  • Hier gibt es 2015 einige Trend-Neulistungen , die dann bei der nächsten Statistik im vorderen Feld landen werden: Baobab-Fruchtpulver, Keltischer Beerenmix, Keltischer Blüten Tee, und Flohsamen in der 250g-Tüte.


BERGTEE, griechisch, Büschel, kbA
Keltischer Haustee, kbA
ROOIBUSCH Vanille kbA
ROOIBUSCH rot, pur       kbA
GUTE NACHT KRÄUTERMISCHUNG
KAMILLE, Blüten ganz, Kroatien
BRENN-NESSEL, Blatt-Krüll, kbA
ROOIBUSCH rot, pur       kbA
SALBEI, gerebelt, Bioland, kbA
Keltischer Abendtee, kbA
Krawallbrause Kindertee, kbA
PFEFFERMINZE, Blattkrüll Bioland, kbA
NANAMINZE, geschnitten, kbA
Cannabis- (Hanf)tee grün,geschnítten, KbA   (in Berlin auf Platz 1)
HAFERTEE GRÜN geschnitten, kbA

 

 

 

Salze und Kräutersalze, Platz 1 - 10 (von 30 Sorten)

Keltisches Würzsalz (sehr edel), kbA, von Heuschrecke

  • Auch hier 2015 eine Trend-Neulistung: Kala Namak, indisches Schwarzsalz (vegane Küche) - dieses wird sicher unter den ersten 10 in der nächsten Statistik landen. Und ich freue mich total, dass unser relativ junges Produkt "Keltisches Würzsalz" mit Wild-Wurzeln so gut ankommt.


Himalaya Salz fein Nachfüllbeutel 500g.
MEERSALZ JOD (mit Algen), Atlantik fein, kbA
MEERSALZ, Atlantik, fein, Portugal
Fleur de Sel Portugal Nachfüllbeutel
KRÄUTERSALZ mediterran Nachfüllbeutel 400g
Fleur de Sel Portugal 75g
KRÄUTERSALZ,traditionell 500g
KELTISCHES WÜRZSALZ kbA 75g
Himalaya Speise-Salz fein Dose
KRÄUTERSALZ mediterran Streudose

Tee (Grüntee, Schwarztee, Tee-Spezialitäten) Platz 1 - 20 (von 89 Sorten)

  • Hier kommen 2015 ein Nepal-Teesortiment und Edel-Tees aus ChIna Yunnan dazu. Als Spezialität werden sie sicher nicht unter den ersten 20 sein, aber für TeeliebhaberInnen das Sortiment bereichern. Ein Teesortiment kann man mit einem Weinsortiment vergleichen, vom preiswerten Landwein bis zum kostspieligen Bourgogne - so bieten wir auch hier alle klassischen Anbaugebiete an.

Matcha Kabuse 2 bio - dieser ist gut für Smoothies und zum Kochen geeignet.


MATCHA' Kabuse 2 Tee Japan 2.Pflückung
GRÜN TEE AKTION, China kbA 250g
MATCHA'Kabuse 1 Tee Jap 1.Pflückung
PU ERH Tee ChinaYunnan kbA rot (in Kürze wieder da)
CHINA SENCHA Aktion-Grüntee kbA 250g
CHUN MEE China Grüntee Aktion 250g
DARJEELING BioKampagne 250g
EARL GREY TEE schwarz, zart, kbA
DARJEELING BioKampagne 1kg
JAPAN SENCHA extra fine, kbA
VANILLE GRÜNTEE  kbA
DARJEELING AKTION 1.Flush  kbA
SHUTOH-BAN JAPAN BANCHA,kbA
CHINA JASMIN OOLONG kbA
DARJEELING HIMALAYA Classic, kbA
DARJEELING GRÜNTEE Simripani Aktion 250g
CHINA GRÜN TEE Wuyuan kbA
CHINA JASMIN grün Blatttee kbA
GRÜN TEE AKTION, China kbA 1kg
TEMPLE of HEAVEN Ch.Gunpowder



 

Was kaufen unsere Verarbeiterkunden, Naturkost-Hersteller: Platz 1 - 18 (von ca. 800 Sorten)

  • Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel, Käse- und Tofu- Hersteller, Metzger, Bäcker, Hersteller von Suppen, Salatsaucen, Würzpasten, Brotaufstrichen, Marmeladen, Süßigkeiten etc.. 

Eine unserer Mühlen - wir mahlen zeitnah am Verkauf bei uns im Haus

 

BÄRLAUCH, gemahlen, kbA, ORIGINAL-Säcke
VANILLEPULVER, Bourbon, kbA, ORI
STERNANIS, gemahlen, kbA Vietnam, ORI
Paprika Mischung kbA ORI für Käsehersteller
CURRY-Mischung, mild,  kbA, ORI
OREGANO, grün, gerebelt. kbA ORI
INGWER, gemahlen, kbA, ORI
PFEFFER, weiß, gemahlen, Mischung, ORI
PFEFFER,schwarz gemahlen, kbA, ORI
MUSKATBLÜTE, gemahlen, kbA, ORI
CURCUMA, gemahlen, kbA, ORI
PAPRIKA edelsüss, kbA,ORI
KAMILLENBLÜTEN, ganz, kbA, ORI
BOHNENKRAUT (Berg), kbA, Kroatien, ORI
CURRY-PULVER, extra, kbA ORI
MUSKATNÜSSE, gemahlen, Skal, kbA ORI
PAPRIKAFLOCKEN, rot, 9x9mm, kbA, ORI
BASILIKUM, gerebelt 2-4mm kbA, ORI

 

Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

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