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Südafrika-Reisebericht (6): Rooibusch aus den Cederbergen
Besuch bei unserem Lieferanten: die Wupperthal Original (Bio-) Rooibusch Cooperative
Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 6. Teil.
(1. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm ) Ankunft in Kapstadt
(2. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm ) Im Nordkap, Papkuilsfontain, Flora, Felsmalereien
(3. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm ) Besuch der Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld, Koos Koopman
(4. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm ) Ankunft in Wupperthal. Die Geschichte des Dorfes Wupperthal, frühere Missionsstation.
( 5. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/05/11/suedafrika-reise-5-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm ) Wupperthal Original Rooibusch Cooperative. Verarbeitung und Fermentieren von Bio-Rooibusch.
Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen (Tra Tra - River) und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.
In diesem Teil berichten wir über die Rooibusch-Ernte und die Endverarbeitung des Tees. Außerdem erzählen wir von der Vorstandssitzung und der Farmer-Versammlung, an denen wir teilnahmen.
Doch zunächst sitzen wir, die Reisegruppe, an unserem ersten Abend in Wupperthal zusammen, und haben uns die DVD über den Bau des Teacourts angesehen. Mit einfachem Werkzeug und Schubkarre wurde die alte Leder-Gerberei ausgeräumt, gereinigt, und aus den Felsen die neue Trockenfläche herausgearbeitet.
Nicht nur die EG-Bio-Verordnung, für uns der Mindeststandard für Bio-Anbau, sondern auch die HACCP-VO oder IFS-Standards für Qualitätsmanagement und Hygiene mit ihrem Perfektionsanspruch stoßen in Drittweltländern gerne an ihre Grenzen - bzw. umgekehrt: den einfachen Bauern und den Vorständen der Kleinbauernverbänden fehlt es oft an Ausbildung und finanziellen Mittel, um alle Bestimmungen immer erfüllen zu können, und es ist eine größere Meisterleistung als bei uns, es zu schaffen.
Nach unseren ganzen Reisen meinen wir - und auch die anderen Mitglieder unserer Reisegruppe - dass in den ärmeren Ländern, die inzwischen den größten Teil unserer (Bio-) Lebensmittel produzieren, ein ewiger Kampf mit und gegen Bestimmungen stattfindet. Mag sein, dass die Vorgaben nicht zur einheimischen Kultur passen (z.B. in China so erlebt), oder andere einheimischen Überlebensprobleme die westlichen Anforderungen auch einfach absurd erscheinen lassen. Zum Teil ist es nötig, sie durchzusetzen, zum Teil könnte es sicher modifiziert werden. Zum Teil ist die Europäische Ordnungsvorstellung in einem Land mit wenig und mentalitätsbedingt anderer Art von Infrastruktur zu schwierig zu bedienen.
Hilft nichts - ohne Erfüllung des EU-Standards kann keine Bio-Ware in die EU exportiert werden - und manchmal wandert auch das ganze Bio-Business (ohne bösen Willen) auf einem Grat zwischen fairen Geschäften und Ökokolonialismus (als eine Art Bevormundung).
Überhaupt steckt in einem Kilo Rooibusch-Tee erstaunlich viel körperliche Arbeit, vor allem in der Weiterverarbeitung auf dem Teacourt.
Wir selber trinken Rooibusch Tee seitdem mit sehr viel mehr Respekt - und haben dabei jetzt auch noch wunderschöne Landschaftsbilder und nette Menschen im Kopf - was wir mit diesem Bericht weitergeben möchten.

Am nächsten Tag wurde in Heuningvlei geerntet, eine Siedlung noch einmal 400m höher gelegen.
Nach einem herzlichen Empfang ging es gemeinsam auf die Felder.


Zwischendrin waren immer wieder vertrocknete rote Büsche zu sehen - es gibt hier einen verbreiteten Schäding, ein Wurm, der die Wurzel so anfrisst, dass die Pflanze abstirbt. Ein großes Problem, da ein Rooibusch wie Wein oder Tee ca. 3 Jahre braucht, um guten Ertrag zu bringen.
Geerntet wird immer im Team - meist ein Mann und eine Frau. Einer schneidet mit der Sichel die Garben ab, der Partner nimmt sie an, und das Ganze in einer Blitzgeschwindigkeit. Hier eine Bilderreihe:


















Wenn ein Auto voll beladen ist, wird der Tee sofort zum Teacourt gebracht, zum Schneiden und Fermentieren.
Wir fuhren mit, da wir anschließend auf eine Vorstandssitzung eingeladen waren, die anlässlich unseres Besuchs stattfand.
Zum 8-köpfigen Vorstand der Cooperative gehören: Wayne van Schalkwyk (Präsident), Barend Salomo (Vizepräsident und verantwortlich für Marketing / Kommunikation, unser Ansprechpartner), Thomas (Tommy) Salomo (Vize-Schatzmeister und Courtmanager), Christian (Koos) Gertse (Training / Organisaion), Christo Farao (Human Ressources (Personal/Mitarbeiter-Belange) und Zertifizierung), Sofia Valentyn (Schatzmeisterin), Petrus (Piet) Salomo (Sekretär), Sofia Farao (Vize-Sekretärin).
Nachdem wir uns und unsere Unternehmen einzeln vorgestellt hatten, berichtete Barend Salomo aus der Cooperative. Unser Importeur und Organisator der Gruppe, Benedikt Kaukler, hatte ein intelligentes GPS-Gerät mitgebracht. Das erlaubt nun, die Felder genauer zu kartieren, und auch Versuchsreihen besser zu überwachen.
Der Klimawandel macht sich durch verstärkte Dürreperioden bemerkbar, die die Pflanzen bedrohen. Es sollen jetzt gezielte Versuche gemacht werden, auch begleitet von einer Doktorandin, wilde Rooibusch-Pflanzen zu vermehren, und verschiedene Höhenlagen auszuwerten.
Wie in vielen ländlichen Gemeinden gibt es auch in Wupperthal das Problem der Abwanderung junger Menschen - es gibt zuwenig Arbeitsplätze. Bei der nächsten Vorstandswahl sollen gezielt Jüngere und in gleichem Anteil Männer und Frauen aufgestellt werden: "die Jungen haben neue Ideen, und Frauen denken noch mal anders als Männer ...".
Am Abend gab es direkt die nächste Versammlung, die reguläre Farmerversammlung der Region Heuningvlei. Der Vorstand war wieder dabei, außerdem ca. 25 Kleinbauern und -Bäuerinnen. Wir waren praktisch 2 intensive Tage überall dabei gewesen, und gaben jetzt eine Art Feed Back. Nach dem drastischen Umsatzrückgang von Rooibusch in Europa war es aber auch unsere Aufgabe, realistische Möglichkeiten vorzustellen, mehr zur Förderung des Rooibuschtees zu tun. Dabei wurden die Absatzzahlen und die möglichen Produktionsmengen diskutiert, und wir stellten unsere Rooibusch-Mischungen vor - eine Möglichkeit, Mengen zu erhöhen. Ebenso analysierten wir Prozessabläufe in der Herstellung, die evtl. noch optimiert werden können, vor allem bei der Verarbeitung auf dem Teacourt - das Spezialgebiet von Teewissenschaftler Sarath Ranaweera. Es war auch Thema, welche Pflanzen außerdem angebaut und verarbeitet werden könnten (Zitronengras wäre evtl. eine Möglichkeit), um zusätzliches Einkommen zu generieren. Es ist immer noch so, dass viele der Farmer außerhalb der Rooibusch-Saison im Wein- und Zitrusanbau oder in der Viehzucht Saisonarbeit suchen. Hier die Bilderreihe:








Obwohl alle recht gut Englisch sprachen, übersetzte Barend ins Afrikaans, die eigentlich vertraute Sprache im Kapland.
Ton Vink berichtete auf Niederländisch über seine Erfahrungen beim Aufbau einer Kleinbauernkooperative in Frankreich, was von der Versammlung besonders geschätzt wurde.
Wir sprachen auch lange über den außergewöhnlichen Zusammenhalt der Cooperative, der beim Bau des Teacourts so deutlich wurde.
Die Versammlung wurde mit einem Gebet eröffnet und einem Segen geschlossen. Barend hat hier in der Moravian Gemeinde auch die Funktion eines Priesters inne, neben seiner Aufgaben in der Cooperative.
Besuch bei Frans van der Westhuizen - Rooibusch-Endverarbeitung


Frans van der Westhuizen ist der Bio-Pionier für Rooibusch in Südafrika. Seine Firma Kings Products liegt in Klipfontein, etwa 20km von Wupperthal entfernt.
Frans produziert selber Rooibusch Tee - seine Spezialität ist Grüner Rooibuschtee (hohe Qualität, bei uns im Programm!).
Außerdem macht er Auftragsverarbeitung für andere Betriebe. Es ist ein Familienbetrieb: seine Frau ist verantwortlich für die Eigenmarken-Produktion, und die beiden Söhne (beide zur Zeit im Studium) können auf jeder Position im Betrieb einspringen.


Hierhin werden laufend die Säcke fermentierten und sonnengetrockneten Rooibuschs aus Wupperthal für die abschließende Verarbeitung hingebracht.
Frans ist nicht nur Verarbeiter für die Wupperthaler Cooperative, sondern auch Mentor - und weiß, bei welchem Bauern man günstig eine Maschine oder einen Traktor organisieren kann.
Wie bei uns: unser Kräuterbauer Alfred Hammann besorgte uns auch unsere Mühlen und Siebe von Kollegenbetrieben ...

Zunächst geht der Tee in die Misch- und Siebanlagen.
Er wird noch einmal gut gemischt und dann durch verschiedene Siebarten separiert nach gröberen Anteilen (Stokkies, gut für unsere Teemischungen), Fine Cut und Superfine Cut (das, was wir als Rooibusch kennen), noch feinere Anteile für Teebeutel, sowie Dust, Staub. 


Anschließend geht der Tee in die Anlage zur Dampfsterilisation und Endtrocknung. Zunächst wird bei 120 - 150°C und 400 bar sterilisiert, und dann bei ca. 60°C endgetrocknet. In dieser Form gelangt der Tee dann zu uns.
Jetzt heißt es, für dieses Mal von den Wupperthalern Abschied zu nehmen. Voraussichtlich werden wir Barend Salomo wieder im Frühjahr auf unserer Trust Organic Small Farmers-Versammlung und der BioFach-Messe in Nürnberg sehen.
Trust Organic Small Farmers ist eine Kommunikations- und Marketing-Initiative zur Förderung von Kleinbauernprojekten. Mitglieder sind Hersteller-Firmen wie wir, Importeure und Kleinbauernprojekte aus der ganzen Welt. Info:
www.trust-organic-small-farmers.de
Als letzten Punkt unserer Reise werden wir noch das Honeybusch-Projekt Ericaville besuchen. Dieser Trust, gegründet von Township-Bewohnern, ist vernetzt mit Wupperthal und Heiveld. Hiervon erzählen wir dann im nächsten und letzten Teil unseres Reiseberichts.
Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner
Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
Alle Fotos mit Klickvergrößerung
Südafrika-Reise (5) - Vom Rheinland nach Wupperthal
In Wupperthal: Rooibusch - Herstellung
Reisebericht in Fortsetzungen ... hier der 5. Teil.
(1. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/15/vom-rheinland-nach-wupperthal-1.htm )
(2. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm )
(3. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/20/vom-rheinland-nach-wupperthal-3.htm )
(4. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/27/suedafrikareise-4-vom-rheinland-nach-wupperthal.htm )
Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal, Südafrika.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten. Unsere erste Station war noch weiter im Norden gelegen die Bio-Rooibusch-Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville. Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her.
Unsere 8-köpfige Reisegruppe bestand aus: uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH, Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte, Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka. In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert. Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.


In diesem Teil wird nun das Schneiden und Fermentieren des Rooibusch-Tees beschrieben - also das, was direkt nach der Ernte geschieht.
Später werden wir die Dorfbewohner zur Ernte begleiten, und auch noch Frans van der Westhuizen besuchen, der die Endproduktion, also das Aussieben der verschiedenen Fraktionen (Größen), das Endtrocknen und Sterilisieren übernimmt.
Zur Rooibusch-Produktion gehört ein Teacourt, das ist einfach eine Trocknungsfläche aus Beton, direkt an der Teehalle, wie es sie auch in Indien und Sri Lanka für Muskat, Pfeffer, Ingwer, Curcuma usw. gibt.

Diesen Teacourt hatten die Mitglieder der Cooperative, Frauen wie Männer, vor kurzem gebaut: in wirklich schwerer Arbeit, mit Hacken und Schubkarren, eine ebene Fläche aus den Felsen gehauen und betoniert.
Die Vorgeschichte: es gab in Wupperthal eine Rooibusch-Association, seit 1998 auch biozertifiziert, und im Fairen Handel präsent. Gerade die Wupperthaler Region ist in Südafrika für den besten Rooibusch Tee bekannt.

Die Association hatte sich aufgerieben - die übliche Landflucht aus einem Dorf mit zuwenig Verdienstmöglichkeiten, Absatzkrise von Rooibuschtee (sehr starker Rückgang auch in Deutschland). Einige Mitglieder wollten in dieser Situation aufhören, die Bio-Richtlinien zu befolgen, andere doch weiter ökozertifiziert bleiben, was Stress in der Association und mit der Kontrollstelle auslöste (die Zertifizierung von Kleinbauerninitiativen ist recht aufwendig).

2009 gründete schließlich die "Öko-Fraktion" mit rund 80 Familien die Wupperthal Original Rooibos Coop. Allerdings ohne Produktionsmittel, sodass sie - bis auf ihren Besitz von Rooibos-Feldern - materiell von vorne anfangen mussten. Sie bekamen von der Moravian Church, dem aktuellen Besitzer der ehemaligen Missionsgüter, das Gebäude und Land der ehemaligen Gerberei zugeteilt.
Im dortigen Winter ist der Teacourt gebaut worden, eine Aktion, die auf unglaubliche Art die (Öko-)Dorfbewohner solidarisiert und gestärkt hat. Es existiert eine DVD über den Prozess (die wir irgendwann mal, sobald es technisch geht - in den Blog stellen wollen). Uns erinnerte das an das Zusammenrücken der Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg, dem Schuttaufräumen und Steineklopfen. 
Zum Zeitpunkt unserer Ankunft am frühen Nachmittag wurde gerade der Tee der Ernte des Vortags zusammengeschoben und in Säcke abgefüllt. Der Tee hatte in der Nacht zuvor fermentiert, und war am Morgen zum Trocken ausgebreitet worden.
Dieser Rooibusch-Rohtee wird später zur Weiterverarbeitung zu Frans van der Westhuizen gebracht.


Teehalle: Büro-Ecke und Lager, alles noch recht frisch eingerichtet.


Rückverfolgbarkeit: durch den Code auf den Säcken kann der Tee bis zur jeweiligen Pflückung zurückverfolgt werden. 
Piet Salomo und Sofia Valentyn aus dem Vorstand. Wir werden später noch an einer Vorstandssitzung teilnehmen.


Es geht weiter mit der Produktion:
Bis Mittag brachten Coop-Mitglieder mehrmals Ladungen frisch geernteten Tees - dieser musste nun auch am selben Tag zügig weiterverarbeitet werden - was mitunter bis in die Nacht geht.


Zunächst wird der Tee auf der Schneidemaschine zerkleinert - die Maschine ist eine neue, stolze Errungenschaft, die Frans vermittelt hatte.
Der frischgeschnittene Rooibusch fällt auf den Teacourt, und wird mit Schubkarren zu einer langen Reihe aufgehäuft.
Zwischendrin gab es ein Experiment - der (Grün-)Teewissenschaftler unserer Gruppe, Dr. Sarath Ranaweera aus Sri Lanka, versuchte eine neue Vorgehensweise - er begleitete die ganze Prozessreihe mit Ideen und Vorschlägen - vielleicht lassen sich einige Techniken der Grünteeherstellung auf den Rooibusch übertragen, um die Aromen noch besser herauszuholen ...




Ist die Reihe fertig, wird der Tee für die Fermentation vorbereitet. Er wird angefeuchtet, mit Schaufeln gut durchgearbeitet, und dann muss er sehr fest gepresst bzw. gequetscht werden, um die nadelartigen "Blättchen" des Rooibuschs aufzubrechen.
Der Pflanzensaft oxidiert (autofermentiert) dann und bringt die rot-braune Farbe und das Aroma, wie bei Schwarztee in Indien und Sri Lanka.


Früher wurden Esel über den Tee geführt, heute macht es ganz profan ein Traktor - gut gereinigt und am Boden abgedichtet, presst er mit seinen Reifen die angehäuften Teereihen. Zwischendurch werden die Reihen mit Schaufel und Holzschieber immer wieder durchgemischt, damit am Ende eine gleichmäßige Fermentation erreicht wird.
Über Nacht fermentiert der Tee, und der Duft, der über dem Teacourt liegt, ändert sich.
Am nächsten Morgen wird er dann auf der Trocknungsfläche ausgebreitet, so wie wir es eingangs gesehen hatten.
Am nächsten Tag werden wir die Cooperativenmitglieder nach Heuningvlei zur Ernte begleiten - das erzählen wir im nächsten Teil ...
Hier wollen wir unseren Wupperthaler Freunden zeigen, wie der Tee bei uns abgepackt wird:
Dear Friends from Wupperthal,

Thank you for showing us frankly all steps of production in your Rooibos-processing, and discussing all issues, equally if difficult or well-functioning. Not at least we thank your for your hospitality and sharing your beautiful environment with us. We often think of you as our global family.


Here you see how your tea is packed in our company. We don't do any teabags, just loose tea because of the better taste.


The ladies Lydia and Ira are responsible for tea-packing.
There is a half-automatic machine to fill the right weight, and the packages are labelled and closed by hand. Five packages are in one Display.
... und hier geht es weiter zum nächsten Teil des Reiseberichts:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/06/11/suedafrika-reisebericht-6-rooibusch-ernte-in-wupperthal.htm

Best regards to you all
Heinz-Dieter (Heidi) Gasper + Ursula Stübner
Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Fotos mit "cn" im Dateinamen: © Christine Nachmann, Fotografin aus Scarborough, Südafrika
Alle Fotos mit Klickvergrößerung
Vom Rheinland nach Wupperthal (1)
Unsere Lieferanten in Südafrika
... ein Reisebericht in Fortsetzungen ...
Am 25.3.2010, in der Osterzeit, machten wir uns vom Rheinland aus auf den Weg nach Wupperthal.
Wupperthal (ca. 10.000km von Köln entfernt) in der Provinz Western Cape in Südafrika wurde 1829 als Station der Rheinischen Mission gegründet und ist heute ein schmuckes Dorf in einem lieblichen Tal, mit durchfließendem Flüsschen und schattigen Bäumen. In dieser Region am Fuße der Cederberge leben die Nachfahren der Khoi-San People. Von dort stammt unser Bio-Rooibusch Tee, von der Wupperthal Original Rooibusch Cooperative, einem Kleinbauern-Zusammenschluss und unsere Partner, die wir besuchen wollten.
Unsere erste Station war zunächst noch weiter im Norden gelegen: die Bio-Rooibusch - Cooperative Heiveld nahe Nieuwoudtville.
Unser letzer Besuch ging zum Honeybuschprojekt Ericaville/Kurland, eine Township nahe Knysa/Plettenberg im Eastern Cape. Da kommt unser Bio-Honeybusch Tee her .

Doch von Anfang an.
Unsere Reisegruppe bestand aus uns beiden, Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner von der Heuschrecke GmbH,
Dr. Benedikt Kaukler - Koordinator und Importeur für die Ware unserer Bio-Kleinbauernprojekte,
Ton Vink - Gründer der Bio-Kräuter- und Gewürzfirma Herbier du Diois in der Drôme in Frankreich (er ist Amsterdamer, lebt seit den 80ern in Frankreich und war damals einer der ersten Heuschrecke-Lieferanten), sowie
Dr. Sarath Ranaweera - Teewissenschaftler und Gründer des Bio-Kleinbauernprojekts SOFA und der Firma Biofoods in Sri Lanka.
In Kapstadt stieß Sönke Hobbensiefken zu uns, unser Export-Partner in Südafrika, in Windhuk in Namibia geboren, in Hannover aufgewachsen und als studierter Demeter-Landwirt nach Südafrika ausgewandert.
Einen Tag später wurde unsere Achter-Gruppe komplett mit Arlette Rohmer, Gründerin des Bio-Tee-Herstellers Jardins de Gaia im Elsaß in Frankreich, und Christine Nachmann, professionelle Fotografin, Deutsche, seit über 10 Jahren in Kapstadt lebend.
Christine hatten wir im Jahr 2000 in China kennengelernt ...


Kapstadt präsentierte sich uns in aufgeregter Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft, und auch ein wichtiges Jazzfestival fand dort gerade statt.

Viele Baustellen - aber exclusiver Besuch (Queen Mary2).
Kapstadt wird von den Einheimischen Mutterstadt genannt, weil jede auch kleinste Prozedur 9 Monate dauert.


Einige Straßen führen noch ins Nichts, aber das Fußballstadion war vor kurzem fertiggestellt worden und sieht echt schmuck (Heidi meint: protzig) aus.
... zum 2. Teil:
http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/04/19/vom-rheinland-nach-wupperthal-2.htm
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner
Fotos: © Heuschrecke Naturkost GmbH
Best wishes 2010 from Wupperthal
Neujahrsgrüße aus Wupperthal, Südafrika
Gestern erreichten uns ein Neujahrsbrief der Bio-Rooibusch-Cooperative Wupperthal in Südafrika, wo wir unseren Rooibusch her beziehen, und mit der wir über die gemeinsame Initiative "Trust organic small farmers" freundschaftlich verbunden sind. Wir stellen hier den Brief im Original auf englisch in den Blog. Erklärend dazu: es gab eine Menge Streit in der "alten" Cooperative, der zur Spaltung geführt hat - vor allem Ex-Mitglieder, die nur noch Landbesitzer waren, aber nicht mehr dort gelebt und gearbeitet hatten, hatten sich von der ursprünlichen Idee entfernt (daher jetzt das 'Original' im Namen). Bitte lesen Sie zur weiteren Information auch unser
Lieferantenportrait Wupperthal-Rooibusch.
Im Frühjahr werden wir die Wupperthaler sowie das Dorf Erikaville besuchen, und darüber natürlich wieder einen Reisebericht schreiben.
Wupperthal, 31 December 2009
Dear Friends of Wupperthal Rooibos Original Coop
We from Wupperthal wish you all the best for the New Year 2010.
We would like to inform you about the latest developments and progress in our Coop.
Our group of 83 farmers has been registered in June 2009 as "Wupperthal Original Rooibos Agricultural Primary Co-operative Limited" which we refer to from now as Wupperthal Original Rooibos Coop.
We successfully received also in June 2009 the organic certification via LACON for EC and NOP.
We also were able to go through the lengthy application process of FLO certification and had on 15 December a very successful inspection and are awaiting final certification. The new FLO ID is 22605.
The Wupperthal Original Coop is also member of the "Trust Organic Small Farmers" and the International Alliance for ECO- ETHICAL TRADE AND GOODS
During the past year we received land from the church to build our new tea court. All farmers were very encouraged to help building and last week we casted the concrete bed. We are looking forward to using this new tea court by the end of January.
Via Frontier's (USA-Importeur) Well Earth program we were able to purchase new machines for the primary processing of the rooibos tea.
For the secondary processing we have found a reliable partner in Kings Products where our tea also gets sterilized and packed for export and the local market. At Kings Products we can produce various grades, blends and flavoured rooibos tea products and we are in the process of building up a BEE partnership with Kings Products.
Our export gets done by our partners at TopQualiTea - South Africa (Pty) Ltd. The bureaucracy involved with each shipment is something we decided should be handled in Cape Town where fast and reliable acting is required.
We are sorry we haven't been more informative in the past few months but re-building our team, production, facilities and getting all the registrations and certifications sorted kept us quite busy.
For now we wish you a prosperous 2010
For the Coop
Barend Salomo
(chairman of the coop)
Der Wupperthal-Bio-Rooibusch ist Grundlage unserer Bio-Rooibusch-Tees:
Rooibusch rot pur, Rooibusch Lemon Myrtle, Rooibusch Sanddorn, Rooibusch Citron, Rooibusch Rose, Rooibusch Vanille, Rooibusch SchokoZimt, Rooibusch Gewürz, Rooibusch Chai.





















