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BioFach Messe 2012 - Ein Heuschrecke-Bericht.
Was tun wir eigentlich so auf der Messe? Über unsere Kunden, Lieferanten und Bio-Produkte.

- 07 Der erste Messe-Morgen an unserem Stand - der Tee für unsere Kunden, Lieferanten und Besucher ist fertig. Naturkostläden, Naturkostgroßhandel, Hofläden, Kräuter- und Tee-Fachhandel, Praxen und Gesundheitsberater, verschiedenste Naturkost- und Kosmetikhersteller, die Gewürze und Kräuter benötigen, Anbauer und Importeure werden uns in den nächsten 4 Tagen besuchen.

- 08 Unsere diesjährigen Produktneuheiten sind zum Glück alle kurz vor der Messe fertiggeworden (keine Dummies): Harissa-Gewürz, Keltisches Würzsalz, edler Malabar-Super-Pfeffer von den Sahyadri Spice Farmers, Bambus Tee, Cannabis Tee, Kinder-Rooibusch Tee mit Erdbeer und Vanille, und 3 sehr edle China-Grüntees.

- 29 Zufälliges Zusammentreffen an unserem Stand - unsere ungarischen Paprika-Connections: Guszti und Werner. Ungarischer Paprika ist - sagt man - der beste der Welt. Es gibt eine lange frostfreie Periode, aber es ist nicht so heiß, dass die Paprikafrüchte am Strauch ausreifen. So haben die Ungarn die Methode des Nachreifens entwickelt, die dem Aroma sehr gut tut (Zucker baut sich auf, aber die Aromen bauen nicht so sehr ab wie am Strauch).

- 30 Mit Guszti haben wir etwas Neues ausgeheckt: Bio-Anis-Anbau in Ungarn. Die Anissamen, die wir auf die Messe mitgebracht haben, wird Guszti jetzt zur Aussaat mitnehmen, das Klima ist günstig. Es gab leider mit Anis aus der Türkei und aus Italien, wo er üblicherweise herkommt, des öfteren Pestizidprobleme - so entstand die Idee mit unseren ungarischen Partnern.

- 41 Auch das ist BioFach: alte Freunde und Kollegen wiedertreffen, hier Maria Kettenring, Buchautorin und Mitarbeiterin bei Primavera. Ende der 80er Jahre haben erst Primavera und kurz danach Heuschrecke mit ätherischen Ölen gestartet, wir von unseren Kräuterlieferanten animiert, da Überschüsse destilliert wurden. Während Primavera sich zum Marktführer für ätherische Öle (und seit einigen Jahren mit eigener Kosmetiklinie) in unserer Branche entwickelt hat, sind wir verstärkt Spezialist für Gewürze, Kräuter und Tee geworden, mit einem kleinen Basissortiment ätherischer Öle.

- 43 Pfefferkäse (mit unserem Pfeffer) ist der Renner der Fleckenbühler Käserei. Suchthilfe Fleckenbühl - hier aus ihrer Selbstdarstellung: "Eine offene, konsequent nüchterne Gemeinschaft: Das sind wir Fleckenbühler. Unser Angebot ist einfach: Wir nehmen Menschen mit Suchtproblemen in jeder Lebenssituation sofort bei uns auf. Und dann helfen wir ihnen, dauerhaft suchtfrei und selbstbestimmt zu leben. Unsere eigenen früheren Suchterfahrungen helfen uns dabei. Wir Fleckenbühler haben uns dafür entschieden, nüchtern - ohne Drogen, Alkohol und Tabak – zu leben und unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wir leben und arbeiten zusammen." Auf dem Foto: der Vize-Käsemeister und der Käsemeister.

- 44 Die Firma Isana mit ihrer Naturkostmarke Bio Verde ist bekannt für frische Bio-Feinkost. Einmal im Jahr organisieren wir mit Terra Magnifica (Wildsammlungsprojekt in Kroatien) den Bärlauch-Transfer während der Erntzeit im Mai, tiefgekühlt und Tonnen - jedesmal eine Aufregung, ob alles gutgeht - es nicht regnet, und die Kühlungen während der wöchentlichen Transporte im ganzen Mai heil bleiben - , für das frische (nicht erhitzte) Bärlauchpesto und die Bärlauchgnocchi. Walter Lutz zeigt sie hier - lecker! Auch das findet auf der BioFach statt: zusammen mit Isana und Terra Magnifica besprechen wir die Planung für kommenden Mai. In unserem Blog haben wir schon mehrmals über die Bärlauch-Ernte (sozusagen life) berichtet.

- 45 Taifun, die Firma von Wolfgang Heck, macht leckere Tofus, Bratlinge und Tofuwurst (die es zum o.g. Salat in unserer Mittagspause gibt, wenn es schnell gehen muss) - u.A. mit vielen Heuschrecke-Gewürzen. Für die Grillknacker von Taifun tüfteln wir die ideale Mischung aus mehreren weißen Pfeffern aus, die den richtigen Fermentations-Ton haben (das, was Pfefferneulinge an Schafstall erinnert). Dieser gibt dem neutralen Tofu eine angenehme Würze. Weißer Pfeffer ist neben Muskat und Majoran auch für Metzger eins der wichtigsten Gewürze.

- 46 Freund, Lieferant und Kunde seit den 80iger Jahren: Jan Kees vom Demeter-Kräuterhof Het blauwe Huis in den Niederlanden (siehe bei unseren Lieferantenportraits). Jan Kees erinnert nicht zufällig an den weisen Schulleiter Dumbledore. Sein Büro sieht fast aus wie die Studierstube von Dumbledore, komplett voll mit wertvollen alten Kräuterbüchern. Das Trio mit Jan Kees, Ton Vink (ein anderer Kollege mit einem Kräuterbetrieb in der Drome, Frankreich), und Heuschrecke-Inhaber Heinz-Dieter Gasper wird auch "Alte Meister" genannt.

- 47 Dieses Jahr im Sommer haben wir mit Roman Turk und seiner Frau Sanja von Terra Magnifica in Kroatien Sammlergruppen und Kleinbauern besucht. Auf unsere Theke "Coole Kelten" zeigen wir ein Fotobuch davon (ganz einfach und schnell im Internet mit einer Fotolabor-Software erstellt - überraschend gute Qualität ... hatten wir erst kurz vor der Messe entdeckt, dass es sowas gibt ...). Roman, Sanja und Ana (Ana hält das Büro zusammen) sind fasziniert, ein Buch über ihren Betrieb zu sehen.

- 50 Dominik Collenberg hat in Zimbabwe die Bio-Kleinbauerninitiative KAITE ins Leben gerufen. Seit mehreren Jahren sind wir nun schon in gutem Kontakt. Nachdem KAITE zunächst auf ätherische Öle und Kosmetik-Rohstoffe spezialisiert war, kamen dann die Gewürze und Kräuter dazu. Dieses Jahr erwarten wir den ersten Container mit Chili (sehr scharf) und verschiedenen Kräutern und Blüten. Inzwischen gehören 1000 Bauernfamilien zu KAITE.

- 60 Die kirchliche Nichtregierungsorganisation Peermade Development Society hat ein gut funktionierendes Kleinbauernprojekt in Kerala ins Leben gerufen, mit mittlerweile 2100 Familien. Wir arbeiten schon lange mit ihnen zusammen, und planen hier mit Chacko Thomas und Leiter Father Sabu John unseren Gewürzbedarf für 2012.
Fortschrott ...
... aber das Kräutersalz bleibt in alter Qualität.
Einige Tage konnten wir nun weder Kräutersalz produzieren noch abpacken.
Der Hand-Gabelstapler bzw. Elektro-Deichselhubwagen unseres Flurförderfahrzeugparks (für die engen Gänge Nr. 1 und Nr. 7) war endgültig altersmüde und ließ sich nicht mehr reparieren. Der Neue wurde sehnsüchtig erwartet. Wir hatten uns natürlich den Porsche unter den Flurfahrzeugen ausgewählt (unser Firmenballett wollte es mit einem Tanz auf den hochgefahrenen Gabeln einweihen, wenn der Sicherheitsbeauftragte nicht hinguckt).
Heute kam er. Man freut sich nach 2 Wochen ohne doch sehr über die Möglichkeiten der Technik.
Auch wenn wir uns immer wieder wundern: wie der Fortschritt die gusseisernstabilen Vorgängergeräte der 80er Jahre (hat ja bis vorletzte Woche funktioniert) zu zarten Plastikteilchen verhunzt. (Übrigens, einer unserer ersten Server - 1998 - funktioniert noch - die Nachfolgegeräte waren kurzlebiger.)
Die Ebene, wo sich unsere Mahl- und Mischräume befinden, ist 3,20m hoch und kann nur mit dem Handstapler im engen Gang Nr. 7 beschickt werden. Der dicke Gabelstapler passt da nicht rein.
Die Arbeitsvorgänge sind so: unten werden gemäß Mischprotokoll alle Kräuterzutaten einzeln fertig abgewogen. Eine andere Person kontrolliert nochmal, ob alles richtig zusammengestellt ist, und dann geht es hoch auf die Beschickungsebene. Dazu kommt eine Palette unseres Atlantik-Meersalz, die gut eine Tonne wiegt. (Natürlich wird das nicht einzeln per Treppe raufbugsiert. Daher die kleine Kräutersalz-Lieferlücke.) 

Kräuter und Gewürze werden zusammen gemahlen (das Zusammenmahlen optimiert das Aroma), und dann mit dem Meersalz gemischt. Kultobjekt: der Rhönradmischer aus dem letzten Jahrtausend. Unser Kräutersalz ist übrigens auch ein Kultobjekt, mit einer interessanten
Geschichte, und außerdem das zweitälteste Bio-Kräutersalz Deutschlands (1984, nach Rapunzel).


Von der Mahl- und Mischebene geht's es dann wieder runter in die Produktionsräume, wo die Frauen das Salz abpacken - von der Streudose über den Nachfüllbeutel bis zum 2-kg-Pack für Verarbeiterkunden. Noch ein Kultobjekt - unsere
Klipverschluss-Maschine ohne Strom und Computertechnik, die (da die Firma das Gerät und die Klipse längst eingestellt hatten wegen Unrentabilität - geht nie kaputt) jetzt mit Raubkopieklipsen aus Spanien läuft.
Als nächstes bekommen wir dann noch einen Waagenhandgabelhubwagen!
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner
Bildbetrachtung, Bio
Impressionismus: Bio-Kamillefeld in Kroatien
10 Dinge, die man sieht, und die man nicht sieht.

1) Felder - 3 Farben, sanft wie Schleier: weiß, grün, rot.
Links ziehen sich Kamilleblüten in die Tiefe des Bildes (100m? 300m?). In der Mitte ein schmaler grüner Streifen Gras. Rechts leuchtend roter Mohn, soweit das Auge reicht.
2) Sieht man genau hin, ist auch das weiße Kamillefeld von roten Tupfern durchzogen: Klatschmohnblüten. Im grünen Streifen gibt es rote und weiße Flecken, und auch im roten Mohnfeld gibt es weiße Punkte.
3) Eigentlich ist das Ganze ein Kamillefeld. Der Bio-Bauer in Kroatien hat das Land erst recht spät von der Gemeinde gepachtet, gepflügt, und auf den letzten Drücker noch ausgesät, jedenfalls den linken Teil, der gut aufgegangen ist. Im mittleren Teil liegt eine Drainage zur Entwässerung, deshalb wenig Blüten und sattes Grün. Der rechte Streifen wurde zu spät mit Kamille eingesät, sodass der Mohn das Rennen gewonnen hat.
4) Jetzt ist das Feld abgeerntet. Die Blüten werden getrocknet, und der Mohn von Hand aussortiert - eine Arbeit, die wir uns in Deutschland nicht mehr vorstellen können - oder fast unbezahlbar wäre. Leider konnte in dieser Situation nicht mehr realisiert werden, auch Abnehmer für die getrockneten Mohnblüten zu finden. Mohnblüten sind auch bei uns Bestandteil von Kräuterteemischungen.
5) Ganz kurze Zeit später kam der Hagel und hat innerhalb von 10 Minuten die anderen Felder dieses auf Kamille spezialisierten Bio-Bauers verwüstet, die noch nicht abgeerntet waren. Im Wert macht das ca. 0,5 Mio. EUR aus. Die Häufung solch heftiger Wetterlagen ist Zeichen des Klimawandels (das hören wir auch von unseren anderen Bio-Bauern).
6) Hier die Fotos eines "voll erblühten" Kamillefeldes, aufgenommen ein paar Tage nach dam Hagel, verwüstet.

7) Das ist eine typische Gefahr für die Bio-Landwirtschaft. Bei extremen Wetterlagen verwenden konventionelle Bauern mehr Pestizide. Sie kommen einmal durch Abdrift, zum anderen gelangen kontaminiertes Wasser und Schlamm bei den Überflutungen in die Bio-Felder. Und übrigens auch ins Grundwasser und zunehmend in unsere Mineralwasserbrunnen, wie Ökotest in seiner Ausgabe 7/2011 warnt. Das zunehmende Problem durch die Agrochemie kann kein einzelner Bio-Bauer mehr lösen, sondern gehört auf die politische Ebene.
8) Wenn unser Bio-Bauer uns erzählt, seine Kamillefelder liegen nun weiter von konventionellen Tabakfeldern entfernt, ist das wieder weniger Risiko. Kamille ist ein Sammler - diese Pflanzen speichern mehr Pestizide als andere Pflanzen bei Belastung. Deswegen wird jede Charge analysiert.
9) Im Moment werden die Felder zu einem 2. Versuch vorbereitet. Es wird alles untergepflügt und als Zwischensaat Raps eingesät.
10) Im Spätsommer wird dann wieder Kamille eingesät. Wenn das Wetter mitspielt und mit etwas Glück gibt es noch mal eine Ernte.
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
Teepause am Aschermittwoch: Fastentees
Kräutertees begleiten körperliches und mentales Fasten
Was will Fasten im weiteren Sinne?
Man möchte gerne fasten, wenn man sich irgendwie überfüttert fühlt. Übertragen: wenn sich Körper oder auch Geist überlastet oder überfüllt fühlen. Man spürt vielleicht im Hintergrund ein Bedürfnis nach Klarheit, Ruhe, Erfrischung und Erneuerung.
Der Einstieg in das Fasten ist eine Phase des innerlichen Reinigens. Man muss es nicht auf die harte Tour machen - es reicht, sich zurückzunehmen, Reize herunterzufahren, viel trinken (klares Wasser) und sich viel bewegen, gut schlafen (genug Raum dafür lassen), und klar essen (frisch und natürlich zubereitet, ohne Zusatzstoffe, keine Konserven, kein Fastfood).
Dann wird sich eine Phase der Erneuerung ankündigen. Deshalb ist auch der Frühling, wo die Natur sich aus der Winterstarre heraus erneuert, eine günstige Zeit zum Fasten.
Vielleicht fühlt es sich so an, als würde man neue Verträge mit dem Leben oder mit sich selbst abschließen, über alltägliche Verhaltensweisen bis hin zur Suche nach Lebenserfüllung. Der Frühling regt an: Veränderung ist möglich in Einklang mit den Erwachen der Wachstumszeit in der Natur.
(Fasten in der anderen klassischen Zeit, der Adventszeit und frühem Winter, hat wieder einen anderen Reiz).
In allen Phasen sind Kräutertees eine gute Begleitung. Sie spülen Niere, Leber und Gefäße, aber "spülen" auch mental. Pflanzen sind differenzierte, kommunikationsfähige Wesen mit Eigenheiten.
Hier stellen wir als Beispiel eine Gruppe geeigneter Bio-Kräutertees aus unserem Sortiment vor, die am besten im Wechsel getrunken werden:
- Brennnessel Tee, Blattkrüll, Anbauer: Bioland-Kräuterhof Tannenhof. Brennnesseltee ist immer eine gute Hilfe, wenn man sich übergessen / überfordert / überfüllt fühlt. Blattkrüll ist ein möglichst grober Schnitt, eine sehr hohe Qualität, die die Inhaltsstoffe schützt und die man schmeckt.
- Maisbart Tee (Maishaar, Griffel), Anbauer: Terra Magnifica, Kroatien. Wärmt und spült schön ...
- Luna-Energietee, Kräuterteemischung mit Maisbart, Hirtentäschel, Kornblume, Galgant. Vitalisierende und wärmende Teepause.
- Ingwer & Zitrus, Ayurvedische Mischung mit: Ingwer, Zitronengras, Zitronenschale, Himbeerblätter, Süßholz, Cassia-Zimt, Fenchel, Galgant, Ringelblume. Erfrischend scharf, belebend, wärmend.
- Und noch ein Vitalgetränk: Frisch gepresste Zitrone in heißem oder kaltem Wasser mit einem Löffel Honig.
Gutes Gelingen wünscht
Ursula Stübner
Heuschrecke-Tees gibt es in Naturkostläden oder im Naturkost-Versandhandel. Siehe unter Links.
Alltag zwischen Pfeffer und Zimt
Der Alltag in der Heuschrecke
Was unterscheidet eigentlich den Hersteller-Betrieb vom Großhandel?
Im Großhandel gibt es ein festes Verkaufsteam, das am Telefon sitzt, sowie den Einkauf für Frisch- und Trocken - alles ist routiniert, da es ein festes (zumindest Trocken-) Sortiment gibt, und auch nur nach den Verkaufszahlen wöchentlich beim Hersteller/Lieferanten eingekauft wird. Im Lager wird die Bestellung, ebenfalls routinemäßig, für feste Touren kommissioniert.
Bei einem spezialisierten Import- und Herstellerbetrieb, der so nah am landwirtschaftlichen Ursprung ist wie die Heuschrecke, sieht es anders aus. Einkauf, Verkauf und Produktion sind nicht voneinander abgegrenzt, sondern in ständiger Kommunikation, bzw. in unserer relativ kleinen Firma in Personalunion.
Unsere Produkte Bio-Gewürze, -Kräuter und -Tee können nicht routinemäßig nach Bedarf eingekauft werden, sondern werden entweder schon zur Saatzeit abgesprochen, oder kurz vor den Ernten kontraktiert, und dann in ein oder mehreren Partien abgerufen. Das bringt mit sich, dass das Lager im Spätherbst / Winter - dann ist die landwirtschaftliche Ware in der Regel fertig aufbereitet (getrocknet, geschnitten, gereinigt) - sehr voll wird, und sich langsam bis zum Spätsommer leert.
Es muss gut geplant werden, welche Mengen man für welche Kundengruppen und Stammkunden benötigt, und mit Überraschungen muss immer wieder gerechnet werden: die Ware kann bis zur Ernte durch ungünstige Wetterbedingungen (jetzt zunehmend durch den Klimawandel, 2010 war es sehr stark spürbar) zerstört werden, oder ganze Partien Gewürze aus bestimmten Ländern (Türkei, Ägypten, China, Indien) fallen aus, da sie sich bei der unumgänglichen Analytik durch ein (BNN-empfohlenes) Labor als pestizidbelastet herausstellen. Und fehlen dann auf dem Biomarkt.
Im Einkauf arbeiten wir bevorzugt mit Einzelbauern (wo es geht, regional) und mit Kleinbauernprojekten zusammen. Wir verwalten also kleinere Chargen, haben u.U. mit unserer Einkaufspolitik, die langfristig, fair und nachhaltig angelegt ist, einen höheren Organisationsbedarf, höhere Kosten und auch ein höheres Preisniveau (da wir auch gerne jeweils höhere Qualitäten auswählen), als Firmen, die nur bei Plantagen, Agro-Großbetrieben oder Aufkäufern einkaufen.
Alle diffizileren Anfragen und Großmengen-Bestellungen gehen letztendlich noch einmal über den Tisch desjenigen, der einkauft. Nur so können wir (abseits von Überraschungen) gewährleisten, dass wir selber das ganze Jahr Ware für unsere eigene Produktion haben, und auch die 10 - 1000-Kilomengen-Kunden bedienen.
Wir verkaufen Gewürze, Kräuter und Tee (100% Bio-Sortiment) einmal als lose Ware an Verarbeiterkunden, Naturkosthersteller und Kräuterspezialisten, und zum anderen abgepackt unter der Marke Heuschrecke an Naturkost-Großhandel und -Fachgeschäfte. Für einige Verarbeiterkunden stellen wir direkt exklusive Gewürzmischungen her, z.B. für Ketchup, Brotaufstriche, Saucen oder Käse. Andere Kunden brauchen Gewürze oder Kräuter in speziellen Mahlgraden oder Schnittgrößen, die wir dann in unserer Produktion auf Bestellung anfertigen. Bei einigen Aufträgen wird nur nach Preis eingekauft - wir freuen uns mehr über die Stammkunden, die anspruchsvoller sind, mehr ausgeben, und erwarten, dass Kräuter und Gewürze aromatisch sind.
Bei uns arbeiten wenige Personen im Büro, die aber alle Stränge vom Einkauf über die Produktion bis zum Verkauf / Marketing / Buchhaltung und Controlling in der Hand halten. Der größere Anteil des Heuschrecke-Teams arbeitet in der Produktion. Eine Gruppe Herren stellt Gewürze und Kräuter für unsere eigenen Mischungen zusammen, mahlt und mischt, und kommissioniert die Sackware für unsere Verarbeiterkunden. Übrigens sind wir einer der nur noch wenigen Gewürzhersteller, die im eigenen Haus selber mahlen und mischen. Vieles ist üblicherweise längst in Großbetriebe vorgelagert.
Der Vorteil bei uns liegt auf der Hand: Qualität. Wir arbeiten in relativ kleinen Chargen nah am Verkaufstermin, sodass unsere Gewürzmischungen lange aromatisch und frisch sind. Und zermahlen die Gewürze nicht bis zum Punkt, wo ätherische Öle und Farbe verdampft sind.
Die Damen in der Produktion füllen die Ware für die Marke Heuschrecke ab (das mit Männern und Frauen ergibt sich seit 30 Jahren von alleine und ist keineswegs festgelegt). Wir sind wenig vollautomatisiert, was unserem Qualitätsanspruch entgegenkommt: so können wir z.B. die Kräuter für unsere Kräutertees möglichst grob belassen (aromaschützend), da viel von Hand abgefüllt wird (passt nicht durch Abfüllmaschinen).
Kunden, die bei uns bestellen, werden zwar schnell, aber nicht in jedem Fall kurzfristig bedient. Aus dem vorhin Erzählten wird deutlich, dass ein Einkauf wie im Großhandel - spontan anrufen und morgen erhalten - bei uns anders abläuft, und manchmal etwas Zeit braucht.
Bei Neuanfragen, die über unsere vorgeplanten Bestände hinausgehen, wird zuerst eine Marktrecherche (wir sind gut vernetzt zu diesem Zweck) gemacht, damit unsere Zusagen/Absagen/Verzögerungen seriös sind.
Gelegentlich sind wir in Produktion und Lager zur Koordinierung oder Warenverprobung unterwegs, sodass das Telefon kurzzeitig nicht besetzt ist. Auch können wir viele Fragen nicht spontan am Telefon schon beantworten, z.B. ob dieses oder jenes in gewünschter Menge zum bestimmten Termin verfügbar ist. Bei Marktknappheit kann eine Recherche und Beantwortung auch mehrere Tage dauern.
Oder wir telefonieren bereits auf 2 oder drei Leitungen, aber auf den drei anderen Leitungen klingelt es auch noch .... 
Deshalb hören Sie jetzt manchmal unseren Anrufbeantworter, der sie bittet, alternativ schriftlich anzufragen, per Fax oder Email. Telefonisch komplexe oder lange Listen zu klären ist nicht immer sinnvoll.
Bestellungen und auch Angebots-Anfragen - für eine bessere Verbindlichkeit und zur Vermeidung von Missverständnissen bitte auch immer schriftlich per Fax oder Mail senden, mit komplettem Absender. Dadurch helfen Sie uns, unsere Abläufe effizient zu gestalten. Nur mit einer optimierten Organisation können wir unser anspruchsvolles Spezialsortiment erhalten, und unsere handwerkliche Produktion in hoher Qualität weiterführen.
Im Moment bereiten wir uns auf die weltgrößte Bio-Messe vor - die BioFach in Nürnberg Mitte Februar.
Das heißt: die neuen Produkte fertigstellen, Etiketten und Infos drucken, die neue Preisliste 2011 noch vorher schnell versenden - und den Messestand packen. Ein Haufen Arbeit in dieser Zeit. Für ein paar Tage in geschäftiger, aber auch festlicher Atmosphäre: hier stellen wir aus für unsere Kunden, aber werden auch einen Großteil unserer Lieferanten aus allen Erdteilen wiedersehen. Auf diese Vernetzung von Menschen an diesem Knotenpunkt, mit all seinen Möglichkeiten, - konspirativ, humorvoll, freundschaftlich -, freuen wir uns.
Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner






































































