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Matcha Tee

Kabusé- und Premium-Matcha


Japanisches Grünteepulver, Kabusé- und Tencha - Qualität aus kontrolliert biologischem Anbau

Leichte Tee-Erntemaschine in Japan, Kagoshima, auf Bio-Teefeld

 

Die japanische Teeszene ist völlig überrascht durch den aktuellen Matcha Tee -Boom in Deutschland: einmal sind die Öko-Partykids von Koffein-Dosengetränken auf Matcha-Tee umgestiegen (ebenso Studierende im Lern-Stress), zum anderen ist er Zutat der "Grünen Smoothies", einer interessanten Wellness-Idee. Sowohl junge Veggie-Köche als auch die alteingesessenen Fernsehköche kochen mit Matcha-Tee.


Ach ja, und dann ist es natürlich auch der klassische Tee der japanischen Teezeremonie. Wie bei Wein übertreffen sich die begehrten Qualitäten, und die Preise steigen so hoch wie für seltene Champagner.


Champagner ist das Stichwort. Matcha Tee wird aus besten Tencha-/Sencha-Qualitäten hergestellt, enthält viel Teein und ist dementsprechend anregend. Ein tolles Getränk für ein Fest, zur Einstimmung, für angeregte Gespräche mit Freunden. Schon die kleine Zeremonie der Zubereitung hat etwas Festliches.

 

 





Häufig gestellte Frage: Hat Matcha Rohkostqualität?

 

Nein, grundsätzlich nicht. ABER: gerade die japanische Methode ist ein optimierter Prozess, wo bei möglichst kurzem Hitzeeinsatz die Fermentationsenzyme gestoppt werden, andererseits die Poren aufgeschlossen und damit die Wirkstoffe wie Vitamine verfügbar gemacht werden. Laut Tabellen hat Matcha-Pulver z.B. noch doppelt soviel Vitamin C wie Zitrone.
Der Herstellungsprozess im Einzelnen: die Grünteeblätter werden direkt nach der Ernte für 1-2 min. bei 100°C gedämpft. Anschließend werden die Blätter bei 60 - 80°C für 6-8-min. getrocknet. Dann hat man den Aracha-Tee = Trocknungs-Vorstufe.
Der hochwertigere Matcha Premium aus Tencha-Tee wird als Aracha anschließend langsam auf Steinmühlen (30g/Std) gemahlen, wobei das Mahlgut sich hier nicht mehr über 40°C erhitzt. Bei Kabusé-Matcha wird vorher endgetrocknet, also etwas länger getrocknet, bevor er gemahlen wird.

 

 Kabusé-Feld (bio) in Japan, Kagoshima

Was ist Kabusé?

 

Halbschattentee. Auf den Teefelder werden ca. 10 Tage vor der Ernte schwarze Netze, die noch 50% Licht durchlassen, über die Teesträucher gelegt. Dadurch steigern die Pflanzen ihre Wirkstoffbildung und entwickeln das duftige Aroma.
Bei Vollschattentee sind die Netze dichter und lassen nur noch 10% des Lichts hindurch.

 

 

 

Was ist Tencha?

 

Dieser Grundtee für den klassischen Matcha aus Vollschattentee wird als ganzes Blatt schonend getrocknet, und anschließend werden die Blattrippen herausgelöst. Dadurch wird der Tee zart und weich, besonders rund und aromatisch.
Bei den etwas preisgünstigeren Kabusé Matcha Tees (#61104 Kabusé 1. Pflückung und #61107 Kabusé 2. Pflückung) ist der Grundtee ein guter Sencha-Tee, der aus dem ganzen Teeblatt hergestellt wurde.
Matcha aus Tencha wird aber als der "echte" Matcha angesehen ( in unserem Sortiment: #61109 Matcha Premium).


Matcha - Steinmühlen mahlen sehr langsam. Ergebnis: 30g Matcha-Pulver

Das Mahlen

 

Die edlen Tencha-Matchas wie unser Matcha Premium werden auf Steinmühlen so langsam vermahlen, dass das Teepulver nicht über 40°C erwärmt wird, um die Zerstörung der geschmacksgebenden Eiweiße zu vermeiden Das Ergebnis ist 30g pro Stunde - das Zusehen ist sehr meditativ.
Die Kabusé-Matchas werden etwas "effizienter" auf Keramikmühlen gemahlen: 75g pro Stunde ist das Ergebnis.

 

 

 

Die Zubereitung

 Matcha-Zubereitung

Matchaschale (oder größere (Müsli-)Schale) mit heißem Wasser vorwärmen. Etwa 1 kleinen gestr. Teel. Pulver hineingeben (professionell: 1 - 2 Bambusspatelspitzen). 70-100ml gekochtes Wasser auf 70-80°C abkühlen lassen und dann erst auf das Pulver gießen. Mit dem Bambusbesen (alternativ kl. Schneebesen) solange schlagen, bis feiner Schaum (Jadeschaum) an der Oberfläche entsteht.
Und dann durch den Schaum schlürfen: frisch-süßlich mit leichter "Edel-Bitterkeit" und viel Teein.
Zu diesem intensiv - bitteren Tee isst man "Teesüßigkeiten", in Japan aus süßen Bohnenpasten, bei uns z.B. Marzipan. Für die jüngere Generation: Marshmellows würden auch sehr gut passen (gibt's die eigentlich schon in Bio?), Schokolade eher nicht.





Die Herkunft unserer Matcha Tees - keine Radioaktivität nachweisbar


Die Matcha-Tees in unserem Sortiment stammen aus Kagoshima, ganz im Süden Japans. Kagoshima ist bekannt für heiße Quellen und noch aktive Vulkane (malerisch: der Sakurajima). Die fruchtbare vulkanische Erde macht es zu einem hochwertigen Teeanbaugebiet. Kabusé-Tees sind klassisch für dort.
Seit dem Unglück 2011 - dem Erdbeben und anschließendem Reaktor-Unglück in Fukushima - wird regelmäßig auf Radioaktivität getestet. Alle Test waren unter der Nachweisgrenze. Kagoshima liegt ca. 1200km südlich von Fukushima.




Kabusé-Matcha Nr. 2, kbA, Heuschrecke

Matcha Nr. 1, kbA, HeuschreckeMatcha Premium, kbA, Heuschrecke

Unser Sortiment


Wir führen zur Zeit  3 Matcha-Sorten:

  • Kabusé Nr. 1- Matcha (Halbschattentee): auf Keramikmühlen gemahlenes ganzes Blatt, 1. Pflückung. Aromatisch und kräftig mit edelbitterer Note. Empfehlenswert für leichten Matcha, gut geeignet für Smoothies und Mixgetränke. In der 30g-Schmuckdose.
  • Kabusé Nr. 2- Matcha (Halbschattentee): auf Keramikmühlen gemahlenes ganzes Blatt, 2. Pflückung. Kräftig - feinherbe Tasse (Schale). Sehr gut geeignet für die Grüntee-Küche, für Smoothies, Desserts etc.. In der preisgünstigen 50g-Tüte.
  • Matcha Premium, Vollschattentee, bei dem die Blattrippen vorher entfernt wurden (Tencha). Auf Steinmühlen vermahlen. Geschmack zwischen Herbe und Süße gut balancierend, leicht nussig, intensiver Duft, kräftige, grüne Farbe. Ein klassischer Matcha-Tee mit Herkunft Kagoshima - für die eigene Teezeremonie. In der 30g-Schmuckdose.

 

 

 

Bezugsquellen: im Naturkostladen oder -versand (sieheOpens internal link in current window links)
Fotos: Matchamühlen und Teezubereitung © Markus Hastenpflug (danke, Markus)
           Teemaschine, Kabusé-Feld, Produkte © Heuschrecke

 

 

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Tags: matcha, sencha, tencha, japan.bio-grüntee, grünteepulver, kabusé, schattentee
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Fairbiotea 2013

Inspektionsberichte 2013: Qingshan-Farm erfolgreich, Xinanyuan-Projekt verliert Anerkennung

Fairbiotea - Siegel, so auf den Teepackungen zu sehen
Fairbiotea - Siegel, so auf den Teepackungen zu sehen
Qingshan Farm, Teegarten
Qingshan Farm, Teegarten
Qingshan Farm, Teepflücker
Qingshan Farm, Teepflücker
Qingshan Farm, im Wok verarbeiteter Tee
Qingshan Farm, im Wok verarbeiteter Tee
Qingshan Farm, Inspektion 2013, Bauer und Kontrolleure
Qingshan Farm, Inspektion 2013, Bauer und Kontrolleure
Qingshan Farm, Kalb im Teefeld
Qingshan Farm, Kalb im Teefeld
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Tee-Lagerhalle
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Tee-Lagerhalle
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Tee-Produktionshalle
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Tee-Produktionshalle
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Klimawandel bringt extreme Trockenheit
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Klimawandel bringt extreme Trockenheit
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Klimawandel bringt extreme Trockenheit
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Klimawandel bringt extreme Trockenheit
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Klimawandel bringt extreme Trockenheit
Qingshan Farm, Inspektion 2013: Klimawandel bringt extreme Trockenheit
  • Fairbiotea - Qualitätsmanagement für Biotee in China



Wegen der besonderen politischen und sozialen Lage in China ist die Beschaffung von zuverlässiger, fairer Bio-Ware erschwert. Obwohl die Chinesen die Regeln ihrer harmonischen und ganzheitlichen Feng-Shui-Lehre auch auf die Landwirtschaft anwenden, passt das Einhalten unserer rigiden EU-Bio-Gesetzgebung nicht ins Weltbild. Mehr oder weniger häufig sind China-Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Gründen pestizidbelastet, was für europäische Bio-Importeure ein aufwändiges Analysesystem unbedingt erforderlich macht. Der parallel wachsende Kapitalismus hat eine gigantische Landfluchtbewegung ausgelöst, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.


Unser Tee-Importeur, mit dem wir seit über 35 Jahren zusammenarbeiten, tüftelte deshalb seit 2008 an einer Lösung, die im Jahr 2010 unter dem Logo "Fairbiotea" spruchreif wurde: ein über den EU-Bio-Standard hinausgehendes Qualitäts-Management-System für ökosoziale Gerechtigkeit, das die Verordnung, besonders für den Teebereich, ergänzt und sicherer und transparenter für alle Seiten macht. Ein Versuch, eine vertrauensvolle, verläßliche Situation für Bauern und Handelspartner bis zu den KonsumentInnen zu schaffen.
Das System ist auf ein praktisches Qualitätsmanagement ausgerichtet, und bietet kostenlose, qualifizierte Schulung und analytische Beratung für Bio-Teebauern und -Farmen.


Neben zusätzlichen Sicherheitsstandards hat das System eine ökosoziale Entwicklung zum Ziel: Entwicklung von Nährstoffkreisläufen, Prämiensysteme zur Einkommensverbesserung und Motivation der Bauern, Abnahmegarantien, faire Preise u.v.m.. Die Fairbiotea-Standards werden jährlich extern von IMO geprüft. Begonnen hat das Projekt mit 4 Farmen.


Ab Ernte 2013 wird das Fairbiotea-System nur noch mit einer Farm, der Qingshan-Teefarm in der Provinz Hunan, weitergeführt, von der wir schon seit einiger Zeit bevorzugt Ware beziehen.
Leider mußte die Zusammenarbeit zwischen Fairbiotea und den Farmen Hecheng, Xinanyuan und Mingzhou in der Provinz Anhui ab Ernte 2013 aufgrund zuvieler Mängel vorerst beendet werden (siehe auch Newsletter Xinanyuan weiter unten). Zum System ‚Fairbiotea' gehören nicht nur vollmundige Erfolgsmeldungen im Medien-Sprech. Das ist ungewohnt, aber ehrlicher als Nachhaltigkeitsgesäusel.


Die Jahres-Inspektionen sind recht aufwändig. Es werden zwei Inspektionen gleichzeitig durchgeführt: die Bio-Kontrollstelle IMO Schweiz überwacht ihre (Schwester-)Firma IMO China. IMO China führt die durch die EU-Verordnung für den ökologischen Landbau vorgeschriebene Minimal-Standards-Bio-Kontrolle durch. Fairbiotea beauftragt IMO China aber auch mit der Kontrolle der Fairbiotea-Standards. Fairbiotea führt zur gleichen Zeit mit eigenen Mitarbeitern eine Inspektion parallel zur IMO-Inspektion durch.
 
 
In ihren Newsletter berichten die Fairbiotea-Mitarbeiter außergewöhnlich offen über die Inspektionen, über Erfolge und Mißerfolge, über kulturelle Mißverständnisse und Widerstände. Dauerthema ist der Konflikt zwischen den Anforderungen der EG-Bio-Verordnung, die aufwändige Handarbeit mit hohen Lohn-Mehrkosten erforderlich machen, und der Preisrigidität eines dominanten Teils des westlichen Markts - siehe auch unseren Bericht: Opens external link in new windowWarum Tee teurer wird.


Daneben sind die chinesischen Ideale oder das chinesische Verständnis für Ökologie und fairer Handel nicht dieselben wie die westlichen, im Klartext: Anweisungen aus unsere EG-Bio-Verordnung werden nicht ausgeführt, wenn sie nicht in das chinesische Weltbild passen - global nachvollziehbar, aber uns Westeuropäern fremd.
 

Der Bericht über die Qingshan Farm fällt positiv aus. Neben einigen fehlenden Dokumentationen, die nachgereicht werden müssen, wurde festgestellt, dass die ökologischen landwirtschaftlichen Prozesse grundsätzlich alle in Ordnung sind. Da die Qingshan Farm als "Company" organisiert ist (ein Produzent erwirbt bzw. pachtet die landwirtschaftlichen Flächen der Kleinbauern und bezahlt die Bauern dafür; für ihre Arbeit erhalten sie den vorgeschriebenen Mindestlohn) kommen auch die Prämien für den ökologischen Anbau tatsächlich bei den Bauern an. Hier können Sie den vollständigen Bericht lesen:  Inspektionsbericht Qingshan Farm 2013 

 



Dieses Jahr haben die Teebauern der Quingshan Farm erstmalig mit einem Phänomen des Klimawandels zu kämpfen: aufgrund großer Trockenheit sterben die Teesträucher ab. Da die Teepflanze wie Weinstöcke langlebig ist (sie werden so alt wie die Menschen), und die Büsche erst nach 7 - 10 Jahren richtig tragen, ist das ein ernster Verlust, und die nebenstehenden Fotos richtig traurig.


Die Entwicklung im "fairbiotea"-Xinanyuan-Projekt mit den Farmen Hecheng, Xinanyuan, Liukou 1, Liukou 2 und Mingzhou verlief leider negativ. Fairbiotea ist hier mit seinen Ambitionen vorerst gescheitert. Die Gründe sind - so vermutet Fairbiotea - zurückzuführen auf den Interessenkonflikt zwischen einem an Ökologie desinteressierten Produzenten/Manager, und den schlecht bezahlten, unmotivierten Bauern. Der Hygienebericht fiel mangelhaft aus, und es gab eindeutige Hinweise auf die verbotene Verwendung von Kunstdünger und Glyphosat (Roundup. Pestizid) - beides spart dem Bauern die (nicht bezahlte) Zusatz-Feldarbeit. Das Dokumentationswesen ist nicht installiert worden.
Diese Tees werden ab Ernte 2013 (Winter / Frühjahr 2013/14) nicht mehr das Fairbiotea-Siegel tragen. Ernte 2012 war in Ordnung - hier bleibt das Siegel. Hier ist der komplette Inspektionsbericht mit vielen Fotos:  Inspektionsbericht und Deklassifizierung Xinanyuan 2013

 



Im Trend 2013 und folgender Jahre werden die Preise für Tee weiter steigen, zumal im Inland und auf anderen Kontinenten, sogar Afrika, höhere Preise für Tee erzielt werden als in Europa. Wir rechnen damit, dass sich die exportierten Mengen weiter verknappen.
Trotzdem bleibt Tee sein Geld wert - ein Liter Tee wird nicht teurer sein als 1l Cola, aber natürlicher und gesünder, genussvoller sowieso.

 

Auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de sind die Hintergründe noch einmal ausführlich nachzulesen.

 

 

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

 

 

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Tags: china, biotee, bio-grüntee, qingshan teefarm, fairbiotea
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Die Qingshan-Teefarm

Enge Zusammenarbeit mit Fairbiotea: Qingshan Teefarm in Hunan / China. Ein Portrait

Hier stellen wir Ihnen die Teefarm "Qingshan" (gesprochen: Tschingschan) in China vor, von der wir neben Aktionstees (China Sencha, Chun Mee, China Aktionstee) vor allem viele schöne Teespezialitäten bekommen, wie Jasmin und Green Dragon Pearls, Jasmin-Grüntee, Weißer Tee "White Monkey", Pai Mu Tan, Gunpowder, Mao Feng, Green Scent Tip und China-Gyokuro. (Die Herkünfte können aber wechseln, weil nicht jede Teefarm jedes Jahr die gleichen Sorten herstellt.)


Daten: Die Qingshan Tea Farm (leuchtender Berg) liegt in der Provinz Hunan im Yuan Ling County. Größe: 141 Hektar, Produktion ca. 330.000kg Tee jährlich. Unsere favorisierte Teefarm in China: die Vorabmuster entsprechen typischerweise unserem Geschmack, danach machen wir die entsprechenden Jahreskontrakte. Qingshan arbeitet intensiv mit Fairbiotea zusammen.


Der folgende Text stammt von der sehr informativen Website Opens external link in new windowwww.fairbiotea.de, und aus dem IMO-Inspektionsbericht der Fairbiotea-Kontrolle 2012. (Unsere Anmerkungen sind in Kursiv-Schrift.)


Fairbiotea ist die Initiative unseres Teemaklers für sichere, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Teeproduktion in China. Die Fairbiotea-Inspektion findet zusätzlich zur normalen Bio-Kontrolle statt. Fairbiotea unterstützt die Farmen mit Beratung, Organisationshilfen und Geldern, z.B. Bonusgelder an die ArbeiterInnen, und gibt Auflagen für den Bio-Anbau auf.


(Weitere Berichte zu China Tee, z.B. auch den Inspektionsbericht 2013, finden Sie unter Opens internal link in current windowLieferantenportraits (runterscrollen zu China Tees)




Bio-Teefarm Qingshan

Die Fähre zur Halbinsel und zur Qingshan-Teefarm
Junge Jasminpflanzen für den edlen Jasmintee. Die frischen Blüten werden dem Tee untergemischt, wieder ausgesiebt und wieder frische Blüten zugemischt - 3 - 4 Mal, bis der Jasmintee sein bezauberndes, sinnliches Aroma erreicht.
Die IMO-Kontrolleure begutachten für die Bio-Kontrolle und für Fairbiotea die Teefelder.
Pruning: alle paar Jahre werden die Teesträucher stark zurückgeschnitten, um die Pflanze zu kräftigen und die Qualität zu erneuern.
Die Farmarbeiter stellen ihren Kompost selber her - Inspektion durch die Bio-Kontrolleure.
Teefeld, Bio-Teefarm Qingshan
Die TeepflückerInnen, Qingshan
Die TeepflückerInnen, Qingshan
Die Bio- und Fairbiotea-Kontrolleure interviewen die Teepflücker. Interessantes Phänomen auch auf den anderen Interview-Fotos: die befragten TeepflückerInnen halten immer genussvoll eine frisch angezündete Zigarette in der Hand ...
Teereihen im Teefeld der Qingshan-Farm
Die Kuh ist gerade kein Lastenträger
Fairbiotea-Initiative: Gemüsegärten für die Farmer zur Selbstversorgung
Die Farmerfamilien wohnen typischerweise in diesen Holzhäusern.
Lunch für die Kontrolleure auf der Teefarm. Unserer Meinung nach zählt die chinesische Küche zu den weltbesten. Auch in armen Gegenden oder einfachen Dörfern werden auf einem 2-Flammenkocher die köstlichsten, vielgängigen Menues gezaubert.
Dorf mit typischen Holzhäusern auf der Halbinsel
Die Teesträucher werden relativ hoch belassen hier. Das Pflücken ist körperlich schon anstrengend ...
Vor der Weiterverarbeitung in der Teefabrik werden die Teeblätter für kurze Zeit zum Anwelken ausgebreitet.
Alte, rüstige Dame auf Qingshan
Die Kontrolleure inspizieren die Teefabrik. Hier werden die Teeblätter nach dem Welken erhitzt (geröstet oder gedämpft), um die Fermentation zu stoppen. Anschließend werden sie geformt (China hat eine ausgeprägte Teekultur mit den unterschiedlichsten Formen des getrockneten Blattes, von der lieblichen Augenbraue, Jadespiralen, über Gunpowder und Drachenperlen bis hin zu Teerosen) und getrocknet.
Hier das vorläufige Endprodukt, der Rohtee.

 



Auch im Sommer 2012 wurde wieder eine Inspektion von einer unabhängigen Kontrollstelle (IMO China/Schweiz) durchgeführt. Die Ergebnisse werden bestätigen, daß die "fairbiotea"-Entwicklung kontinuierlich verfolgt und verwirklicht wird (und stellt auch die Schwierigkeiten dar).



Standort und Lage der Farmen


Die Farm liegt, ideal geschützt für den ökologischen Landbau, auf einer bergigen Halbinsel mit Höhen bis zu 750m, inmitten eines Stausees ( Wuqiangxi ).
Dieser dient als natürliches Wasserreservoir und als Zuchtgebiet für Biofische. Weder auf der Insel, noch in der näheren Umgebung, haben sich Industrieunternehmen angesiedelt, durch deren Tätigkeit Kontaminations-Gefahren für die Ökoflächen bestehen könnten.
Auf der Halbinsel wird ausschließlich ökologische Landwirtschaft betrieben. Neben ökologischen Gemüsegärten, die der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln dienen, wird überwiegend Tee angebaut.
Der Stausee sorgt dabei für ein Feucht-Klima, welches wiederum der Qualität des Tees zu Gute kommt: Eine gesunde "Grüne Insel" mit reichhaltiger, natürlicher Vegetation.


Im Jahr 2011 gab es noch keine durchgängig befahrbare Straße zu der Farm, die nächste Straßenanbindung liegt 7 km entfernt.
Die Farm ist nur mit dem Schiff erreichbar. Lieferungen zu den Inseln müssen ebenfalls mit dem Schiff transportiert werden. Die ca. 300-330 Tonnen Tee die jährlich auf der Insel hergestellt werden, mußten auf dem Rücken zum Weitertransport zum Schiff getragen werden.


Bei der "fairbiotea"-Inspektion im Juni 2012 konnte in der Farm festgestellt werden, daß im zurückliegenden Jahr sehr viel im Straßenbau passiert ist.
Die einfache Zufahrtstraße wurde größtenteils asphaltiert. Bei trockenem Wetter kann diese, noch nicht ganz fertiggestellte Straße schon befahren werden. Man wartet nun auf weitere Zuschüsse von der Behörde, um die restlichen 2-3 Kilometer asphaltieren zu können. Dann ist die Farm auch bei schlechtem Wetter befahrbar und vollständig an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen. Nach vollständiger Fertigstellung kann ein Kleinlaster ca. 10 Tonnen Tee in 3 Stunden zur Endverarbeitungsfabrik transportieren.
Gegenüber dem bisherigen Transport per Schiff entsteht dadurch eine erhebliche Zeitersparnis und Arbeitserleichterung. Das ist bei immer weniger verfügbaren Arbeitskräften sehr hilfreich und es können dadurch Kosten gespart werden.
In der Farm wurden viele Fußpfade durch schmale Betonstraßen ersetzt (ca. 12 km). Dadurch können die Waren (Tee, Kompost etc.) innerhalb der Farm mit Fahrzeugen transportiert werden. Bisher mussten die Bauern alles auf dem Rücken tragen. Den Anstoß für diese Bauvorhaben gaben "fairbiotea" und die Bauern von Qingshan durch die Teilfinanzierung mit den Bonus-Geldern.



Das Leben in den Farmen


Auf der Halbinsel existieren (insgesamt) ca. 200 Haushalte, 148 Haushalte sind mehr oder weniger als Saisonarbeiter in den Tee-Anbau eingebunden.

Davon befinden sich 67 Haushalte direkt in der Qingshan Farm. Davon haben 52 Haushalte vom Staat das unentgeltliche Nutzungsrecht an ihren Tee-Flächen (Erbpacht). Diese Haushalte haben sich dazu entschlossen, ihr gesamtes Tee-Land komplett von einer Betreibergesellschaft bearbeiten zu lassen. So kann deutlich mehr Einkommen erwirtschaftet werden, als wenn jeder seine kleinen Flächen selber nutzen würde. In der Regel leben die Bauern in einzelnen, freistehenden Holzhäusern. Meist leben 3 Generationen unter einem Dach: Die Großeltern, 1 bis 2 Elternpaare und 1 bis 2 Kinder.

Nur in höheren Lagen liegen zwei Dörfer ( Yubuxi und Chakoutan ). Derzeit leben in der Qingshan Farm nur noch 165 Personen. Davon arbeiten derzeit 85 als Vertragsarbeiter in der Fabrik, im Farm-Management oder als Saisonarbeiter. Die restlichen 80 Personen sind arbeitsunfähige Alte, Kranke und Kinder oder Personen, die anderen Tätigkeiten außerhalb der Tee-Farm nachgehen.

Die chinesische Landbevölkerung hat es nicht einfach. Deshalb haben in den letzten Jahren viele Männer und Frauen im arbeitsfähigen Alter ihre Familien verlassen, um in den großen Städten im Osten des Landes, fern der Heimat, einen besser bezahlten Job zu finden.

Diese Wanderarbeiter-Jobs sind heute oft die Haupteinnahmequelle der chinesischen Land-Familien. Die Kinder leben meist bei den Großeltern, während die Eltern nur einmal im Jahr für 2 Wochen zum Frühlingsfest zurückkehren.

Zuhause leben überwiegend nur noch Alte und Kinder. Die Alten pflanzen Gemüse, züchten Hühner, Schweine, Ziegen, Rinder und fischen im See - ausschließlich zur Selbstversorgung. Nur kann so leider kein finanzielles Einkommen erzielt werden.
Von ihrer Betreibergesellschaft werden sie - gegen Bezahlung - als "selbständige Bauern" lediglich nach Bedarf auf der Tee-Farm eingesetzt. So pflücken diese Bauern z.B. während der Erntesaison als "Saisonarbeiter" den Tee und verkaufen die frischen Blätter über die Gesellschaft an die Tee-Fabrik.

Manchmal finden sie sogar eine feste Anstellung im Umfeld oder innerhalb der Tee- Farm. Dort sind die Einkommen besser als im chinesischen Durchschnitt, weil die privat-organisierten Betreibergesellschaften gegenüber den sonstigen, überwiegend unorganisierten Kleinbauer-Strukturen, sehr viel bessere Tee-Preise erwirtschaften können und den Haushalten durch Pachteinnahmen und Bezahlung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten ein niedriges aber festes Einkommen verschaffen.

Auf der Qingshan-Farm gibt es in der Nähe Kindergärten, Grundschulen ( 1.-7. Klasse ) und zwei Mittelschulen ( 7.- 9. Klasse ). Die Schulen sind wegen der fehlenden Straße für die Kinder nicht täglich erreichbar. So sind die Kinder unter der Woche im Internat untergebracht. Alle Kinder besuchen die Schule mindestens 9 Jahre lang - und zwar kostenlos. Wenn die Schule weiter entfernt liegt, müssen die Eltern in China für Unterkunft und Verpflegung im Internat aufkommen. Kindergärten müssen in China von den Eltern immer selbst bezahlt werden.



Arbeitsrecht, Soziales und Einkommen


2012: In den letzten Jahren haben immer mehr junge Menschen im arbeitsfähigen Alter die Farmen verlassen, um ihr Glück als Fabrikarbeiter oder als Wanderarbeiter zu suchen.

Die Abgeschiedenheit auf dem Land ist für junge Chinesen unattraktiv, die Arbeit schwer und die Bezahlung, verglichen mit anderer Arbeit, ist schlecht. Die Städte sind sehr viel attraktiver.

Inzwischen ist die Zahl der arbeitsfähigen Bauern in der Farm stark zurückgegangen und die überwiegende Zahl dieser Bauern ist älter als 50 Jahre. Die Bauern werden heute überwiegend als Saisonarbeiter gegen Tageslohn beschäftigt, hinzu kommt eine immer größer werdende Zahl von Saisonarbeitern, die von außen angeworben werden müssen. Die Zahl der Fabrikarbeiter mit längerfristigen Arbeitsverträgen steigt, und es gibt große Bemühungen der Betreibergesellschaft diese überwiegend qualifizierten Arbeiter dauerhaft zu halten.

Selbständige Bauern in der Tee-Produktion und in der Tee-Landwirtschaft gibt es inzwischen nicht mehr. Alle traditionell ansässigen Bauern, die früher selbständig ihr eigenes Pachtland bewirtschaftet haben, erhalten nach wie vor Zahlungen für die Verpachtung Ihrer Tee-Flächen an die Betreibergesellschaft. Auch die Bauern, die weggezogen sind.

Alle Bauern, die in der Farm für die Betreibergesellschaft arbeiten, erhalten geregelten Tageslohn, sofern sie keine längerfristigen Arbeitsverträge in der Tee-Fabrik oder im Farm-Management haben.

Trotz stark steigender Löhne gelingt es derzeit nicht, genügend Arbeitskräfte zur Auslastung der Farmkapazitäten zu finden. Deshalb kann die Farm nur einen Teil der Tee-Mengen herstellen, die möglich wären, wenn ausreichend und qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden wären. Für Unternehmen in China ist der Mangel an Arbeitskräften eine völlig neue Situation. Man mußte sich bisher noch nicht darum kümmern die Arbeitssituation attraktiver zu gestalten, um genügend Arbeitskräfte zu bekommen. Man tut sich mit dieser neuen Situation sehr schwer.

Das Arbeitsumfeld, die Bezahlung, Behandlung und die Leistungen müssen verbessert werden. Die Arbeit muss besser organisiert und durch Modernisierung erleichtert werden, damit junge Menschen auf der Farm bleiben und mehr Arbeiter dauerhaft angeworben werden können. Das stellt die Betreibergesellschaft vor große Herausforderungen, weil diese Maßnahmen hohe Investitionen erfordern und schnell umgesetzt werden müssen. Dadurch steigen die Produktionskosten und der Tee-Preis muss deshalb ebenfalls steigen.
Die Lebenshaltungskosten in China steigen ständig und oft stärker als die Einkommen auf dem Land. Deshalb wird man auch in den nächsten Jahren mehr Geld für die Herstellung von Tee ausgeben müssen.



Biologischer Anbau und Tee Ernte


Auf der Qingshan-Tea-Farm sind derzeit 141 ha mit Tee bepflanzt ( Camellia Sinensis ). Im Laufe einer Erntesaison werden, abhängig vom Wetter, ca. 1200 to frische Tee-Blätter gepflückt, die dann zu ca. 300 -330 to getrocknetem Tee verarbeitet werden.
Derzeit wird über die Ausweitung der Tee Anbau Fläche diskutiert. In der Nachbarschaft könnten weitere, schon (bio-)zertifizierte Flächen auf das "fairbiotea"-System umgestellt werden.
In der Qingshan Vorverarbeitungs-Tee-Fabrik wird zunächst das Rohmaterial (fertig getrockneter Tee ) hergestellt. Danach wird der Tee in der Endverarbeitungs-Fabrik nachgearbeitet (gereinigt, graduiert, sortiert, geschnitten, qualifiziert und verpackt ).

Im Frühling erzielen die Top-Tee-Sorten Preise von bis zu 300,- Euro Farm-VKPreis per Kilo im chinesischen Markt! Das gilt für die besten Grünen und Weißen Tees des Jahres, die meist nur in sehr kleinen Mengen gepflückt werden und ausschließlich in China konsumiert werden.
Exportiert werden überwiegend die preiswertesten Tee-Sorten. Für grünen Fannings-Tee, der in Aufgussbeuteln verarbeitet wird und der etwa 15-20% der Produktion ausmacht, können momentan nur Preise erzielt werden, welche die Produktionskosten nicht ausreichend decken. Der Markt macht die Preise.

(Anm.: Das wird gerne von großen Anbietern behauptet, aber kann natürlich so nicht stehenbleiben: "Der Markt gibt höhere Preise nicht her". Nicht der Markt, sondern die großen Bio-Abnehmer zahlen zu geringe Preise. Bei guter Kommunikation kann gute Ware auch zu fairen Preisen weitergegeben werden, vielleicht bei etwas weniger Umsatz. Wenn man den Marktfetischisten geglaubt hätte, hätte, hätte es keine Biobewegung gegeben. Zur Problematik der Teepreise siehe auch unseren Beitrag: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2012/04/17/warum-wird-tee-teurer.htm )

Grundsätzlich werden unterschiedlichste Sorten in verschiedenen Tee-Qualitäten hergestellt: Verschiedene Sorten Grüne Tees, Jasmin Tees, Weiße Tees, Oolong Tees, bei ausreichender Nachfrage auch Schwarze Tees und Pu Erh Tees.
Bei der Ernte im Frühling, Sommer oder Herbst, wird unterschiedlich gepflückt, so wird die gute Qualität im Frühling überwiegend per Hand gepflückt. Bei der Ernte im Sommer und im Herbst wird häufig, für die preiswerten Tee-Sorten, maschinell gepflückt. Dabei wird eine Art tragbarer Rasenmäher mit großem Fangsack eingesetzt.



Inspektion 2012, Mängel und Verbesserungen


In der Umgebung der Qingshan Farm sind derzeit ca. 900 Hektar Tee in der Umstellung auf biologischen Anbau. Die Fläche soll zukünftig noch auf ca. 4500 Hektar erweitert werden. Die Qingshan Farm hat sich mit der Hilfe von "fairbiotea" zu einem Model mit Forschungscharakter entwickelt. Erfahrungen, die dort gesammelt werden, können zukünftig auch in den anderen Farmen in der Umgebung genutzt werden.

Trotz einiger Korrekturen und Verbesserungen mußten wir auch im vergangenen Jahr feststellen, daß es sehr schwierig bleibt, nachhaltige Beratung und Schulung in China in die Praxis umzusetzen. Insbesondere die interne Kontrolle und die interne Ausbildung der Arbeiter und Bauern im Qualitäts-Management kommen nur langsam voran. Die Gründe hierfür sind aus europäischer Sicht unergründlich. Im Wesentlichen ist das wohl auf strukturelle Gründe zurückzuführen, über die wir schon letztes Jahr berichtet haben.

Hinzu kommen zunehmend die Probleme, die durch die Abwanderung junger Bauern entstehen. Damit wandern auch ausgebildete Fachkräfte ab, deren Kenntnisse kaum durch Saisonarbeiter ersetzt werden können.
Ältere Menschen sind oft nicht bereit ihr Arbeitsverhalten zu ändern und befolgen ungerne neue Anweisungen und Abläufe. Geeignete Farm-Manager und qualifizierte Ausbilder zu finden ist extrem schwierig. Die Motivation ist bei allen Beteiligten nur bedingt vorhanden. Interne Anreize werden nicht ausreichend umgesetzt und oft fehlt noch das Verständnis und die Kreativität beim Management, solche Anreize zu schaffen.

Die extrem steigenden Produktionskosten und der schwache Euro verteuern nicht nur den Tee. Trotz enormen Teepreis-Steigerungen können die steigenden Kosten nicht schnell genug kompensiert werden. Die Produzenten geraten so unter enormen Kostendruck und vermeiden derzeit noch höhere Ausgaben für eine nachhaltige Entwicklung.

So muss "fairbiotea" weiter auf Kontinuität setzen und immer wieder die Entwicklung auf das beschränken, was gerade strukturell möglich und finanzierbar ist. Dabei darf die nachhaltige Entwicklung nicht aus den Augen verloren werden. Die aktuelle Situation erfordert Geduld und die Gewissheit, daß es zu einem späteren Zeitpunkt wieder schneller voran gehen wird.

(Über folgende, globale Pestizid-Problematik haben wir vor Kurzem in unserem Blog berichtet: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2012/09/06/bio-bashing-wem-nutzt-es.htm )

Im vergangenen Jahr haben wir vereinzelt in Bio-Tee Herbizide gefunden. Es kann sich um Ausschwemmungen aus höheren Berglagen gehandelt haben, zertifizierter Bio-Dünger oder die Umweltbelastung könnten eine Kontamination verursacht haben. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß sich einzelnen Bauern nicht an die "fairbiotea"-Standards gehalten haben und in ihren Gemüsegärten Herbizide benutzt haben, um sich Arbeit und Zeit bei der Unkrautbekämpfung zu sparen. Das wäre zwar im Sinne der EU-Gesetzgebung für den ökologischen Landbau nicht verboten, entspricht aber nicht den "fairbiotea"-Standards.
Letztlich konnte die Kontaminationsquelle auch nicht von der Bio-Kontrollstelle aufgedeckt werden.
Ab 2012 sollen nun organische Dünger auf Schadstoffe untersucht werden, um Kontaminationen zu vermeiden.
Die einzelnen Bauern sollen intensiver geschult und kontrolliert werden, um Fehlverhalten zu vermeiden.
Umweltkontaminationen lassen sich nur schwer durch geeignete Maßnahmen unterbinden.
Die kontaminierten Tees entsprachen dennoch den Europäischen Lebensmittel-Vorschriften und wurden nicht als Bio-Tee vermarktet.



Positiver Ausblick


Nach dem Kompost-Training im Herbst 2011, das im Auftrag von "fairbiotea" vonOpens external link in new window www.soilandmore.nl durchgeführt wurde, ist viel Erfreuliches in der Farm passiert. So konnte bei der Inspektion im Sommer 2012 festgestellt werden, daß nahezu alle ansässigen Bauern dezentral Kompost herstellen. Die Kompostherstellung erfolgt noch nicht professionell und effektiv genug, aber zum Üben und Erfahrung sammeln ist diese Entwicklung hervorragend. Durch das Kompostforschungsprojekt, unter der Leitung der "fairbiotea"-Berater werden weitere Erkenntnisse gesammelt, dokumentiert und ausgewertet, so soll die Herstellung von Kompost professionalisieren und die Nährstoffzufuhr optimiert werden.
Berechnungen haben ergeben, daß die heute schon gute Co2-Bilanz in Bio-Teefarmen bei einer Anwendung von Kompost auf nur 50% der Fläche, inklusive Transport der Ware nach Europa, hervorragend wäre. Denn die Bilanz wäre Co2-neutral. Die Kompost-Nutzung liefert den besten Beitrag für den Umweltund Klimaschutz, den die Landwirtschaft überhaupt liefern kann.


Das gesamte Portrait der Quingshan Farm ist nachzulesen unter: Opens external link in new windowhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshan-tea-farm.html#01


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China - gefälschte Biozertifikate, Medienberichte

China - Fairbiotea - Transparenz



  • Medienberichte über gefälschte Bio-Zertifikate in China



Das Problem unkorrekter Bio-Ware aus China, und im Grunde genommen aus weiteren Ländern, wo die bürokratische Struktur durch Korruption zu leicht unterwandert werden kann, ist seit längerem bekannt.
In ihrer Ausgabe vom 1.12.2011 berichtet die TAZ über das Thema: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.taz.de/Gefaelschte-ko-Zertifikate/!82846/



Wie schützen wir uns davor?

  • Wir arbeiten mit langjährigen Partnern zusammen.
  • Unsere Produzenten werden durch europäische Kontrollstellen geprüft (die aber natürlich chinesische Mitarbeiter haben).
  • Bio-Ware aus China wird lückenlos und meist mehrfach analysiert. Unser langjähriger Teeimporteur (seit 30 Jahren) untersucht unsere Tees aus China meist 4x mal bei unterschiedlichen Laboren. Bei der heutigen globalen Umweltverschmutzung kann allerdings auch bei Bio-Ware keine Rückstandsfreiheit mehr garantiert werden (wir berichteten in unserem Blog: www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/11/15/weltweiter-pestizideinsatz-erschwert-rueckstandsfreie-bioproduktion.htm )
  • Obiger Teeimporteur hat aus den bekannten Gründen das von einer unabhängigen Kontrollstelle geprüfte Qualitätsmanagementsystem "Fairbiotea" ins Leben gerufen. Von den teilnehmenden Teefarmen beziehen wir den Hauptteil unserer chinesischen Tees.



Fairbiotea ist ein IMO-geprüftes Qualitätsmanagement-System unseres langjährigen Teeimporteurs, entstanden wegen der unsicheren Situation in China bezüglich Bio-Qualität und sozialer Lage der Teebauern.
Mittel sind Schulungen der Bauern, intensive Begleitung bei Prozessentwicklung und Analytik, Abnahme- und faire-Preis-Garantie - ohne die Almosen-Rückvergütungssysteme der kommerz. Fairtrade-Organisationen - , konkrete Verbesserung der Situation der Teebauern durch Zuteilung von Gärten und Kühen, faires Lohnsystem, Verbesserung der Ökologie (Nährstoffkreisläufe). Vier Teegärten, von denen der Hauptteil unserer China-Tees auch stammt, sind z.Zt Teil des Fairbiotea-Systems.
Die Überwachung und Begleitung der Maßnahmen ist sehr aufwendig und teuer, wir zahlen entsprechend einen Aufpreis an den Koordinator, und es gibt eine ständige Auseinandersetzung der Kulturen: was ist machtbar, was wird nicht akzeptiert, wie macht man es besser.
Berichte, die auch ethno-soziologisch sehr interessant sind (es wird nicht beschönigt oder glattgeschrieben) werden auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.Fairbiotea.de veröffentlicht. Auf dem Logo-Aufkleber auf unseren Teetüten wird hierauf hingewiesen. Zur Zeit tragen im Heuschrecke-Sortiment ca. 20 Sorten reine und aromatisierte China-Grün- und Weiße Tees das Fairbiotea-Logo.


Worum es Heuschrecke geht: wir unterstützen die Maßnahmen unseres langjährigen Importeurs, die über die EG-Bio-VO hinausgehen, und im Gegensatz zu vielen üblichen Fairtrade-Siegeln eine intensivere, verantwortlichere und partnerschaftlichere Begleitung der Produzenten darstellen. Die enge, gegenseitig beratende Partnerschaft mit Produzenten gehört zu unserer Firmenphilosophie. So arbeiten wir z.B. bevorzugt mit Bio-Kleinbauernprojekten zusammen und sind Gründungsmitglied in der Initiative "Trust Organic Small Farmers", wo diese auch Mitglied sind.



Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper






Das Fairbiotea-Logo

Newsletter 11/2011


Bericht aus den nachhaltigen fairbiotea Projekten: Inspektion der "fairbiotea"-Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle



Fairbiotea: Qingshan Farm, Bio-Teefeld

Unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/zertifizierung.html haben wir die IMO Bestätigung für alle 4 Bio-Farmen veröffentlicht. Leider können wir diese Originale nur in englischer Sprache zur Verfügung stellen.



Grundlagen für die im Sommer 2011 von IMO durchgeführten Inspektionen waren die "fairbiotea"-Entwicklungspläne und Standards bis zum Jahr 2010.
Die Bestätigungen sind von IMO so verfasst, daß der Entwicklungsstand der jeweiligen Entwicklungsbereiche kurz beschrieben wird und mit "Fullfilled" oder "partly fullfilled" bewertet wird.






Fairbiotea: Qingshan Farm, Teepflücker
Die Bewertung "partly fullfilled" wird dann vergeben, wenn die Entwicklungspläne noch nicht vollständig umgesetzt wurden oder nicht umgesetzt werden konnten, wie z.B. bei den Biogasanlagen, die nicht für den Nährstoffkreislauf in der Bio-Farm genutzt werden konnten, weil sowohl tierische als auch menschliche Exkremente in den Anlagen vermischt werden. Aus diesem Grund sind auch zukünftig Biogasanlagen nicht mehr Bestandteil der natürlichen Nährstoffbeschaffung.

Außerdem musste 2011 die gesamte Entwicklungsplanung für den Nährstoffkreislauf aufgegeben werden, weil diese auf falschen Daten beruhte und nicht mehr wie geplant umgesetzt werden konnte.








Fairbiotea: Qingshan Farm, Bio-Teeproduktion, Handverarbeitung im Wok
Ab 2011 steht Schulung in der Kompostherstellung und Kompostnutzung und ein praktisches Forschungsprogramm für die Anwendung und effektive Nutzung von hochwertigem Kompost im Vordergrund der Entwicklung. (Bericht folgt mit nächstem Newsletter.

Probleme gab es auch bei Bonusauszahlungen an die Bauern für die Jahre 2009 und 2010. Diese Themen wurden auch schon im Newsletter 09/2011 beschrieben.

Detaillierte Informationen zu diesen Themen erhalten sie auch unter folgenden Links:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshan01.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/hecheng.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/xinanyuan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/mingzhou.html
Fotos:  ©Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairbiotea.de


 

Fairbiotea-Newsletter 11/2011

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Fairbiotea - Bericht 2011

Bericht aus den nachhaltigen Fairbiotea Grüntee-Projekten in China

 

 
 
 
Fairbiotea ist ein von der Kontrollstelle IMO geprüftes Qualitätsmanagement-System unseres langjährigen Teeimporteurs, entstanden wegen der unsicheren Situation in China bezüglich Bio-Qualität und sozialer Lage der Teebauern.
Das Fairbiotea-Logo

Mittel sind Schulungen der Bauern, intensive Begleitung bei Prozessentwicklung und Analytik, Abnahme- und faire-Preis-Garantie - ohne die Almosen-Rückvergütungssysteme der kommerz. Fairtrade-Organisationen - , konkrete Verbesserung der Situation der Teebauern durch Zuteilung von Gärten und Kühen, faires Lohnsystem, Verbesserung der Ökologie (Nährstoffkreisläufe).

Vier Teegärten, von denen der Hauptteil unserer China-Tees auch stammt, sind bisher Teil des Fairbiotea-Systems.

Die Überwachung und Begleitung der Maßnahmen ist sehr aufwendig (und teuer, wir zahlen entsprechend einen Aufpreis an den Koordinator), und es gibt eine ständige Auseinandersetzung der Kulturen: was ist machtbar, was wird nicht akzeptiert, wie macht man es besser.

Die Inspektionsberichte zu den Farmen, die auch ethno-soziologisch sehr interessant sind (es wird nicht beschönigt oder glattgeschrieben), werden auf der Website Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.Fairbiotea.de  ab November 2011 veröffentlicht. Wir haben die Erlaubnis erhalten, einen Auszug, der unserer Meinung nach die transparente und sich auseinandersetzende Herangehensweise von Fairbiotea gut zeigt, vorab hier zu einzustellen.

Auf dem Logo-Aufkleber auf unseren Teetüten wird auf die Website hingewiesen. Zur Zeit tragen im Heuschrecke-Sortiment ca. 20 Sorten reine und aromatisierte China-Grün- und Weiße Tees das Fairbiotea-Logo.


Hier folgt zuerst der aktuelle Newsletter von Fairbiotea. Danach ein Auszug aus dem Inspektionsbericht der Quingshan-Farm, den wir so interessant fanden.
 
 

 

 

Newsletter 9/2011

 

Inspektion der Fairbiotea Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle

 

Fairbiotea Inspektion durchgeführt von einem chinesischen Inspektor von IMO

Im Sommer 2011 wurden in allen Fairbiotea Teefarmen Kontrollen durchgeführt, bei denen neben der normalen Kontrolle nach EU-Verordnung und nach USDA NOP auch die Entwicklung der zusätzlichen öko-sozialen Fairbiotea Standards überprüft wurden.

Damit beauftragt ist die unabhängige und anerkannte Kontrollstelle Institut für Marktökologie (IMO). Die Kosten hierfür übernimmt der Fairbiotea Importeur. Die Ergebnisse werden derzeit noch von IMO ausgewertet. Wir werden über die Ergebnisse berichten. Diese Inspektionen werden einmal jährlich durchgeführt.

 




 Fairbiotea Inspektion durchgeführt von einem chinesischen Inspektor von IMO

Wie in nahezu allen Schwellenländern üblich gibt es eine Menge kultureller Unterschiede zu bewältigen, die zu vielen Missverständnissen und Fehlinformationen führen.
Die Sichtweisen in Bezug auf Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit. Biolandbau, Qualitätsmanagement, Recht und Soziales sind aus chinesischer und aus europäischer Sicht sehr unterschiedlich.

Das führt auch immer wieder zu Problemen bei der Umsetzung der Fairbiotea Standards.

Deshalb sind auf dem Weg der Entwicklung ständige Anpassungen nötig, um am Ende das Fairbiotea Ziel zu erreichen.




Entwicklungsprogramm Nährstoffkreislauf:

Fairbiotea: Erste Versuche der professionellen Kompostherstellung
Folgende Probleme und Fehlentwicklungen wurden mit der durchgeführten Kontrolle aufgedeckt:


Das geplante Anbau-und Beschaffungsprogram zur Beschaffung von Biomasse für die Kompostherstellung und die Entwicklung eines natürlichen und nachhaltigen Nährstoffkreislaufes basierten auf falschen Angaben der Produzenten und konnte unter realen Bedingungen nicht zielführend aufrechterhalten werden.


Deshalb wurde ein neues Forschungs- und Trainingskonzept entwickelt, das die Bauern und Produzenten sensibilisieren und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Vorteile der Kompostproduktion erforschen und Bauern und Produzenten überzeugen soll.
Fairbiotea: Junge Kälber auf der Qingshan Farm

Dieses Programm beginnt im Herbst 2011 mit einem professionellen Training durch Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.soilandmore.nl/. Die Kosten hierfür übernimmt der Fairbiotea Importeur.






 

 



Bonusauszahlung an die Bauern

 

Bauern quittieren den Erhalt der „fairbiotea“-Prämien mit Daumenabdruck weil sie nicht schreiben können.Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass die Prämien, die direkt auf die Bankkonten der Teebauern eingezahlt wurden, nicht entsprechend der Überweisung bei den Bauern ankamen. Die Beträge, die ankamen, hatten sich verändert. Das betraf alle Fairbiotea Farmen gleichermaßen.


Für uns Europäer ist es völlig unverständlich, dass jemand seine Bankkarte und seine Geheimzahl an Dritte weitergibt. Aber genau das ist in China üblich. Die Bauern überlassen die Verwaltung ihrer Bankkonten dem Farmmanagement und das Management verfügt über das Geschick des Kontos, ohne dass die Bauern davon Kenntnis haben. Dafür gibt es sogar plausible Gründe, die sich aus der dortigen Situation ergeben. Details darüber können Sie ausführlich in den Farm-Profilen nachlesen (Links zu den Farmen untenstehend).




Inzwischen haben die Produzenten mitgeteilt, dass die gesamten Beträge an die Bauern ausgezahlt wurden bzw. ihrer Bestimmung zugeführt wurden. Das wird mit der nächsten Inspektion im Sommer 2012 erneut überprüft.
Qingshan Tee Bauer quittiert den Erhalt der Fairbiotea Prämie.Fairbiotea lernt aus dieser Entwicklung und passt das Bonussystem diesen chinesischen Strukturen an, damit die Bauern ihren verdienten Bonus auch vollständig erhalten.

 

Vom Fairbiotea Importeur wurden inzwischen Prämien, für die Teebauern in den 4 Fairbiotea Teefarmen ausgezahlt. Ca. 300 Haushalte (ca. 4-5 Personen) erhielten insgesamt:
für das Jahr 2009 =  24.481,00 Euro
für das Jahr 2010 =- 39.032,00 Euro



Wenn man von einem üblichen monatlichen Einkommen der Teebauern von 40 Euro ausgeht, ist das aus Sicht der Bauern ein ordentlicher Betrag, der mit wachsenden Fairbiotea Importen und mit der Hilfe von Verbrauchern in Europa noch deutlich steigen soll. 

Mingzhou Bauern: Symbolische Übergabe der Prämien im Rahmen der Übergabe Feier.
Damit die ausgezahlten Summen in ein Verhältnis gesetzt werden können, das zum allgemeinen Verständnis beiträgt, möchten wir an dieser Stelle den Jahresbericht 2009 von Transfair Fair-trade zitieren, nachzulesen unter: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.transfair.org/fileadmin/user_upload/materialien/download/download_jahresbericht0910.pdf 
Dort wird angegeben, dass die Prämien für Tee, die im Jahr 2009 in Deutschland gesammelt wurden, für ca. 100 Fair-trade zertifizierte Teeplantagen (ca. 300.000 Bauern) weltweit 136.000 Euro betrugen. Wobei sich jede Teeplantage von FLO-Cert Fair-trade zertifizieren lassen muss, die Kosten hierfür betragen pro Jahr und Plantage ca. 3000 Euro, die von den Teeplantagen zu bezahlen sind. Fazit: 100 Teeplantagen zahlen geschätzt ca. 300.000 Euro für Fair-trade Zertifizierungen.




Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln


Seit 2008 werden in allen Teesorten aus den Fairbiotea Projekten keine bedenklichen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln mehr gemessen. Die Ergebnisse entsprachen zu jeder Zeit den BNN Orientierungswerten Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.n-bnn.de/cms/website.php?id=/de/qualitaet/bnn-orientierungswerte.html&sid=12b00b654e566b1d92406f82a96d3789.

In mehr als 99 % der  untersuchten Fairbiotea Teesorten wurden keinerlei Rückstände gemessen. Die wenigen Rückstände die gemessen wurden, waren in sehr minimalen Mengen vorhanden und es gab natürliche Erklärungen für diese Rückstände. Wir leben leider in einer verschmutzten Umwelt. Diese Umweltverschmutzung ist sehr vielfältig und verunreinigt auch die biologische Landwirtschaft.

Es gibt außerdem Stoffe, die in der Liste der im ökologischen Landbau verbotenen Pflanzenschutzmittel aufgeführt sind, aber auch als natürliche Bestandteile von Pflanzen vorkommen oder im natürlichen Produktionsprozess entstehen, wie z.B. bei der Verbrennung von organischen Stoffen in der Landwirtschaft oder in der Herstellung. Hinzu kommen noch erlaubte organische Pflanzenschutzmittel.
Verbrennung von organischem Material (z.B. Holz) in der Produktion oder im privaten Bereich produziert Biphenyl. Biphenyl ist auch als verbotenes Pflanzenschutzmittel gelistet.

Rückstände von chemischen oder natürlichen Pflanzenschutzmitteln lassen sich auch in der ökologischen Landwirtschaft nicht immer 100%ig ausschließen. Wird allerdings der ökologische Anbauprozess nachhaltig entwickelt und umgesetzt, wie bei Fairbiotea, kann es keine Belastungen  geben, die innerhalb der Farm bewusst oder unbewusst verursacht wurden. Das ist normalerweise nicht durch die üblichen Kontrollen der EU-Verordnung sichergestellt. Nachzulesen unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/EU-Oekokontrollsystem.pdf und Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/Ist_Bio_drin.pdf

Nach  der Umsetzung nachhaltiger Fairbiotea Standards im Anbauprozess bleibt lediglich ein kleines, nicht beherrschbares und kaum vermeidbares Restrisiko, das durch die o.g. Umweltverschmutzung, durch natürliche Prozesse oder durch Fehler und Unachtsamkeit einzelner Bauern entsteht.


Diese Rückstände müssen dann  im Sinne der Fairness auch akzeptiert werden, wenn die zumutbaren Grenzen eingehalten werden,  denn man kann ja Produzenten und Bauern nicht für die Verschmutzung der Umwelt und für natürliche Prozesse, die zu unvermeidbaren Verunreinigungen führen, verantwortlich machen.


Parallelproduktion


Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass es entsprechend den Fairbiotea Standards keinerlei Parallel Produktion mehr gibt. D.h. sowohl im landwirtschaftlichen Prozess als auch in den Fabriken werden nur noch Bioprodukte hergestellt. Damit ist eine Kreuzkontamination mit chemischen Stoffen durch Wind Drift innerhalb der Farm nicht mehr möglich. In der Teefabrik können keine Vermischungen mit belasteten konventionellen Produkten stattfinden.

Die Parallelproduktion in ökologischen Anbau ist die häufigste Ursache für Kontaminationen mit chemischen Stoffen, wird aber in der Regel von Kontrollstellen zugelassen.


Abnahmegarantien und Preise


Nur durch die Ambitionen und das finanzielle Engagement des Fairbiotea Importeurs ist es möglich das Fairbiotea Konzept umzusetzen. Noch kommt weder vom Markt noch von den Verbrauchern genügend Unterstützung.

2008 wurden ca. 200 Tonnen  aus den Fairbiotea Projekten  importiert, 2010 waren es schon ca. 500 Tonnen und für 2011 wurden 700 Tonnen bestellt. Die etwas höheren Preise als marktüblich, die hierfür gezahlt werden, finanziert ebenfalls der Fairbiotea Importeur und einige Großhändler in Europa (Anm.: wie auch die Heuschrecke), die Fairbiotea mit ebenfalls höheren Tee Preisen für nachhaltige Bio-Tees unterstützen.

Leider hat sich der nachhaltige ökologische Anbau- und Verarbeitungsprozess, mit sozialer Ausrichtung und fairen Geschäftsbedingungen, noch nicht im Markt durchgesetzt. Es wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen, aber leider nur wenig in der Praxis realisiert.
Fairbiotea ist natürlich noch zu jung, um schon erfolgreich sein zu können. Die Hoffnung bleibt, dass dieser Erfolg noch eintritt und Nachhaltigkeit nicht nur im Marketing benutzt wird, sondern auch praktischen gelebt wird und alle, vom Bauern bis zum Verbraucher, davon profitieren können.
Das ist nur dann möglich, wenn sich das Bewusstsein verändert und wenn Händler und Verbraucher bereit sind diese Nachhaltigkeit mit höheren Produktpreisen zu bezahlen.

Zu Kosten für einen nachhaltigen ökologischen Landbau lesen sie bitte detaillierte: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/assets/pdf/Hoehere_Kosten_Stand19112009.pdf

Detaillierte Informationen zu den o.g. Themen können sie in den aktualisierten Farmprofilen nachlesen:
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Hunan/qingshang01.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/hecheng.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/xinanyuan.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/mingzhou.html


Überschwemmung im Xinanyuan Projekt nach Starkregen:

 Überschwemmung im Xinanyuan-Gebiet Juni 2011

Im Juni 2011 trat innerhalb des Xinanyuan Gebietes in der Province Anhui (Mingzhou Farm, Xinanyuan Farm, Hecheng Farm, Liukou Farm) der Fluss über die Ufer und überschwemmte Teile der Farm und einer Teefabrik. Der Fluss transportiert auch Chemikalien aus der konventionellen Landwirtschaft, so können partiell minimale Mengen von Pflanzenschutzmittel gemessen werden, die sonst nicht vorkommen, die aber unterhalb der BNN-Orientierungswerte liegen. In der Teefabrik wurde eine erhebliche Menge Tee vernichtet und Maschinen wurden beschädigt, sodass diese Überschwemmung schwere finanzielle Verluste für das Projekt und die Bauern bedeutet.





Liukou Tee Farm neu im Fairbiotea System


Liukou-Farm neu im Fairbiotea-System
Nachdem in 2010 nahezu die Gesamtmenge Tee an den  Fairbiotea Importeur verkauft werden konnten, wird in 2011 die Liukou Farm neu in das Fairbiotea System aufgenommen. Die Farm wird ebenso wie die 3 anderen Farmen von der Xinanyuan Organic Development Co. Ltd. verwaltet und organisiert. Die Farm hat die 3 jährige Umstellungsphase durchlaufen und ist seit 2010 von IMO für den Europäischen Markt zertifiziert und ist wie die 3 anderen Farmen organisiert.
Mehr unterÖffnet externen Link in neuem Fenster http://www.Fairbiotea.de/Land/Provinz/Anhui/Liukou.html





Fairbiotea Schulung und Beratung

Fairbiotea Schulung und Beratung 

Schulung und Beratung von außen ist gerade deshalb so wichtig weil es in China so viele Verständigungsprobleme gibt, aufgrund sprachlicher, kultureller und sozialer Unterschiede oder wegen mangelnder Bildung und fehlenden Organisationsstrukturen im Qualitätsmanagement.

Aber auch der Aufbau interner Kontroll- u. Beratungssysteme ist wichtig und muss entwickelt werden.

Dauerhafte Beratung durch Spezialisten ist dauerhaft unbedingt erforderlich, um Sicherheit im ökologischen Anbau zu gewährleiten, aber findet in der normalen EU-Kontrolle kaum statt.

Fairbiotea Schulung und Beratung

Die Kosten für externe qualifizierte Beratung werden nach seit 3 Jahren vom Fairbiotea Importeur übernommen. Diese Beratung ist auch zukünftig notwendig.

 





  

Bestätigung der Fairbiotea Entwicklung durch IMO


Wir hoffen dass IMO als unabhängige Kontrollstelle noch in diesem Jahr die Umsetzung der Fairbiostandards bzw. den Entwicklungsprozess förmlich bestätigen kann. Wegen der Farminternen Unregelmäßigkeiten bei der Handhabung der Bonuszahlungen, wäre es aber auch verständlich, dass man erst im Jahr 2012 nach der nächsten Inspektion eine Bestätigung ausstellt. Ggf. müssen die Produzenten erst belegen, dass die Bauern die komplette Summe der Prämien erhalten haben. Erst dann kann möglicherweise eine Bestätigung ausgestellt werden.




Fairbiotea Lizenznehmer

Beispiele: Heuschrecke-Bio-Grüntee mit Fairbiotea-Logo
Lizenznehmer sind Tee-Hersteller, -Großhändler und -Versandhändler.


Heuschrecke Naturkost GmbH ist einer der ersten Lizenznehmer. Im Juni 2011 wurden wir als erster Lizenznehmer innerhalb unserer normalen Bio-Kontrolle auf die Einhaltung der Fairbiotea-Regeln zertifiziert.




Nicht nur Fairbiotea Lizenznehmer vertreiben Tee aus den Fairbiotea Plantagen. Auch Unternehmen, die keine Lizenzverträge abgeschlossen haben vertreiben Tee aus den Fairbiotea Farmen, oft unter den Namen der Farmen (Mingzhou, Hecheng, Xinanyuan, Liukou, Qingshan). Allerdings kann Fairbiotea nur dann die Werbeaussagen, Herkunft und Vertrieb der Tees aus den Fairbiotea Projekten garantieren, wenn ein Lizenzvertrag abgeschlossen wurde, denn nur dann ist eine Kontrolle durch Fairbiotea gewährleistet.












Inspektionsbericht Qingshan-Farm 2011 (Auszug)



Vorbemerkung unseres Teeimporteurs, Gründer von Fairbiotea:


Fair zu handeln ist in Entwicklungsgebieten von Schwellenländern immer auch ein Entwicklungsprozess, der permanentes Lernen auf beiden Seiten erfordert, und die Standards müssen ständig fortentwickelt und angepasst werden.
Im wesentlichen geht es beim fairen Handeln um gegenseitiges Verständnis, Wohlwollen und Verantwortung mit dem Ziel, dass alle Beteiligten gleichermaßen von der Zusammenarbeit profitieren.
Dies zu verstehen, und auch in die Praxis umzusetzen, ist ein langer Entwicklungs- und Anpassungsprozess, der wegen der kulturellen Unterschiede kaum in den armen Regionen dieser Welt verstanden wird.
Aber besser, es wird nicht verstanden und es besteht Entwicklungspotenzial, als die Armut von Menschen bewusst auszunutzen um daraus Gewinn zu schöpfen, wie es die Industrieländer seit 150 Jahren praktizieren.



Aus dem Inspektionsbericht 2011 der Quingshan-Farm. Der Bericht ist ab November 2011 vollständig auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairbiotea .de veröffentlicht.

" ... Bei der fairbiotea Inspektion im Mai/Juni 2011 wurden leider Unregelmäßigkeiten beim Bonustransfer in 2009 zu den Bauern entdeckt. Es kamen nicht genau die Beträge bei den Bauern an, die gegen Bankbeleg vom Importeur auf die Konten der Bauern überwiesen wurden. Stattdessen kamen andere Beträge bei den einzelnen Empfängern an. Dies konnte durch Interviews mit den Bauern in Erfahrung gebracht werden, die zur Kontrolle der Auszahlungsbeträge geführt wurden. Die Unterschriften der Bauern auf den zusätzlichen Quittungen wurden vermutlich aus Bequemlichkeit vom Farmmanagement gefälscht.

Aus europäischer Sicht fragt man sich wie es möglich ist, dass ein Betrag der auf ein Konto überwiesen wird, nicht beim Kontoinhaber ankommt?

Weitere Recherchen ergaben, dass es in China auf dem Land üblich ist, dass alle Bauern ihre Bankkarten und Geheimzahlen an die Farmverwaltung übergeben und die Farmverwaltung die Konten verwaltet und Barauszahlungen an die Bauern leistet, ohne den Bauern mitzuteilen welche Geldeingänge auf den Konten eingehen. Dieser Vorgang wird damit begründet, dass viele Bauern nicht lesen und schreiben können, dass die Bank zu weit von der Farm entfernt ist und die Bauern nicht wissen wie sie bei Geldeingängen dorthin kommen sollen, um das Geld abzuheben. Außerdem sind die Bauern nicht daran gewöhnt ein Bankkonto zu haben und überlassen das lieber dem Farmmanagement.

Obwohl das aus Europäischer Sicht unglaublich erscheint, ist es offensichtlich in China üblich und die Argumentation durchaus glaubhaft, wie weitere Recherchen bestätigte. Ohne dem Farmmanagement etwas unterstellen zu wollen, eröffnet diese Handhabung der Korruption viele Möglichkeiten. Wir können an diesen Systemen kaum etwas ändern, außer den Kontrollen zu verstärken und mit der Farmverwaltung detaillierte Verträge auszuhandeln, die dann die Auszahlung der Bonusbeträge an die Bauern ganz genau regeln. Ob diese dann eingehalten werden, ist immer wieder zu überprüfen und bei Fehlverhalten müssen beim Management Korrekturen durchgesetzt werden.

Die Inspektion und Erklärung des Farmmanagements ergab weiter, dass man die leistungsbezogene Bezahlung als ungerecht empfand, weil eine leistungsbezogene Bezahlung in China nicht üblich sei und eine solche Bezahlung von den Bauern als unfair empfunden wird. Deshalb habe man die gesamte Summe sozial und gerecht mit gleichen Beträgen auf die Bauern verteilt, unabhängig davon, was der einzelne Bauer geleistet hat . Einen Teil des Geldes hat man dazu verwendet Rinder zu kaufen. Diese Beträge wurden von der Bonussumme abgezogen und die Bauern erhielten eine reduzierte Auszahlung und die Rinder zur Betreuung und Nutzung. Außerdem sollen die Bauern mehr Hühner und Schweine erhalten haben. Da die Interviews mit den Bauern diese Aussagen bestätigen, ist davon auszugehen, dass die verbleibenden Bonusbeträge unter den Bauern aufgeteilt wurden.

Deshalb besteht letztlich kein Grund an der Aussage zu zweifeln, obwohl unsere Vorgaben missachtet wurden. Das Farm Management war sich keiner Schuld bewusst, hat aber erklärt, die nicht gezahlten Beträge im August 2011 nachgezahlt zu haben.

Die Nachzahlung wird bei der nächsten Inspektion erneut überprüft.

Bis zur nächsten Bonuszahlung wird das leistungsbezogenes Bonussystem aber auch überdacht werden müssen. Halten wir am bisherigen System fest oder muss ein neuer Weg gefunden werden, wie wir das fairbiotea System durch motivierende, leistungsbezogene Bonuszahlungen an die Bauern unterstützen können und gleichzeitig den sozialen Empfindungen der Bauern und des Farmmanagements gerecht werden können. Erfahrungsgemäß kann man nichts gegen den Willen der Bauern und Produzenten erreichen, deshalb werden noch intensive Diskussionen mit den Produzenten nötig sein, um eine Entscheidung über eine Kurskorrektur treffen zu können und so eine höhere Akzeptanz zu erreichen. ..."






 

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