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Stevia mit Zimtblättern - Süße Angelegenheiten

Joshuas Gewürzreise: Stevia mit Zimtblättern

 

Dies ist die Einleitung

 

Wie mittlerweile den Meisten klar wird, hat Stevia in der EU eine lange Geschichte mit vielen Kontroversen und bürokratischen Hürden. Doch nun ist er auch als Kräutertee hier angekommen und darauf werde ich mich fokussieren.

 

Ein kurzer Exkurs: 1997 wurde in der EU die Novel Food-Verordnung geschaffen zur Prüfung / Zulassung neuartiger Lebensmittel. Das war zu diesem Zeitpunkt auf die zunehmenden, gentechnisch veränderten Lebensmittel gemünzt.
1999 wurde mithilfe dieser Verordnung - die damals nicht unbedingt zuständig war - die natürliche, südamerikanische Pflanze Stevia mit unzureichendem Dokumentenmaterial beantragt und prompt zurückgewiesen, bzw. in der EU verboten. Und zwar sehr nachhaltig - hier gibt es verschiedene Verschwörungstherorien.
Wir hatten 1997 begonnen, Stevia erfolgreich als Kräutertee zu verkaufen, 1999 stand dann alle 2 Wochen die Lebensmittelkontrolle im Lager und hat die Bestände geprüft. Über die Jahre ist dann interessanterweise das weiße Pulver Steviosid legalisiert worden, das Kraut aber nicht. Im Frühjahr 2017 hatten wir zuletzt nochmal die Lebensmittelbehörde im Lager. Es gab nämlich andererseits EU-geförderten Stevia-Anbau in Spanien - davon hatten wir etwas, und das wurde dann über das europäische Schnellwarnsystem in der ganzen EU verfolgt (wie Interpol) und gesperrt. Nur 4 Monate später gelang es einem deutschen Kräuterhändler rechtskräftig nachzuweisen, dass er schon vor 1997 im nennenswerten Umfang Stevia in Kräutertees gehandelt hatte. Nun ist es erlaubt, aber nur als Zutat im Kräutertee.

Diese Geschichte hatte über all die Jahre einen gewissen Wahnsinn, sodass wir 2010 in unserem eigenen Pressedienst (für sich selbstbewahrheitende Fake News) eine kleine Notiz veröffentlichten, wonach die EU wegen Handelshemmnis zu Schadensersatz gegenüber den südamerikanischen Stevia-Kleinbauern verurteilt worden sei Opens external link in new window(http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/02/23/heupd-wto-schuetzt-kleinbauern.htm).  Diese Notiz wurde in den USA in Wallstreet Online verlinkt, und es entspann sich eine kleine Diskussion unter den Usern, inwieweit die Nachricht für gerade in den vermutlich beteiligten Süßstoffmulti investierende Anleger relevant sei.

Wir hatten uns über die Zeit einen Sport daraus gemacht, regelmäßig die zuständigen Ministerien und Behörden zum Stand zu Stevia abzufragen - bis hin zur EU-Behörde EFSA. Hier nun 2 Antworten, die zeigen -  das Herumgeeiere ist noch nicht vorbei:
Antwort des  BMEL: "Ja, der Status hat sich aktuell geändert. Leider liegen uns keine Dokumente über den Entscheidungsprozess vor, aber der Novel-Food Katalog der Europäischen Kommission ist hier öffentlich einsehbar. Für die Blätter oder entsprechende Zubereitungen aus Stevia rebaudiana Bertoni wurde eine Verwendung als Lebensmittel/Bestandteil bzw. Lebensmittelzutat mit einem nennenswertem Umfang vor dem 15. Mai 1997 festgestellt. Sie sind daher keine "Neuartigen Lebensmittel" im Sinne der Novel Food Verordnung und unterliegen nicht den entsprechenden Auflagen."
Antwort des BVL: "Wenn Sie dort nach stevia rebaudiana suchen, finden Sie nun den Eintrag, dass die Verwendung der Steviablätter in Tees nicht mehr als neuartig gilt. "The request only concerns tea, herbal and fruit infusions containing or prepared with leaves of Stevia rebaudiana Bertoni and intended to be consumed as such. Such use(s) is considered as not novel. The use of extracts from leaves of Stevia rebaudiana Bertoni as a sweetener or as a flavouring fall in the context of Regulation (EC) No 1333/2008 on food additives or Regulation (EC) No 1334/2008 on flavourings respectively."Diese Verwendung wird als nicht neuartig angesehen. Dies erfolgt nach Abstimmung zwischen den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten und nach Beratung in der zuständigen Arbeitsgruppe auf EU-Ebene (CAFAB). Dieser Eintrag zu stevia ist insofern ein novum, als hier eine speziell auf eine bestimmte Produktgruppe beschränkte Verwendung als nicht neuartig angesehen wird. Bisher gab es diese Festlegung nur für die Verwendung in Lebensmitteln und in Nahrungsergänzungsmitteln. Mit dieser Veröffentlichung im Novel Food Katalog ist keine Entscheidung der Kommission verbunden. Der Novel Food Katalog ist auch weder rechtsverbindlich noch abschließend, dient den beteiligten Parteien am Rechtsverkehr (Lebensmittelunternehmer und untersuchende Behörden) jedoch als Beurteilungsgrundlage. Es bleibt mithin dabei, dass jede andere - im oben genannten Eintrag des Novel Food Katalogs nicht genannte - Verwendung von Steviablättern in Lebensmitteln weiterhin als neuartig anzusehen ist." 

Unser Stevia-Kräutertee ist daher eine süß-aromatische Mischung aus Stevia Blatt und etwas Zimtblatt.




Stevia als Kräutertee? Viele werden sich genau diese Frage stellen, da Stevia vor allem als Süßungsmittel benutzt wird. Liegt ja auch nahe, wenn man es auch Süßkraut nennt. Ist das nicht zu süß? Das kommt ganz drauf an, was man damit macht und was man möchte.
Wer mal in den arabischen Ländern war, der kennt vielleicht den Minztee, der gerne mit so viel Zucker genossen wird, dass er schon fast dickflüssig wird. Doch erstmal weg vom süßen Nass, hin zum schönen herben Trockenen.

Stevia kommt ursprünglich aus Südamerika und wurde da schon von vielen indigenen Völkern der Süße wegen geschätzt. Was man hier oftmals als weißes Stevia-Pulver findet, hat seinen Anfang an einer schönen Staude, von der man dann die Blätter verwendet (Zufällig kommen bei uns die Blätter in die Packung, weil Pulver-Tee uns gänzlich suspekt ist). Die Süße verdankt das Ganze dann den in unterschiedlichen Anteilen vorkommenden Stevioglycosiden.

Wem das zu schwere Kost war, der sollte sich diese mit ein bisschen Süßtee runterspülen. Da mein Bildungsauftrag in diesem Bereich verschwindend gering ist, wende ich mich direkt dem "Wie mache ich etwas Süßes, um mir den Tag zu versüßen" zu.  Ach ja. Vorab: Wem in dem Text zu viel "süß" vorkommt, der kann sich getrost entspannen. Stevia hat weder viel Zucker, ist nicht kariogen und auch für Diabetiker eine Alternative. Ist also ganz harmlos (Und wenn wir eine Diätzeitschrift wären: Kalorienarm! So nehmen Sie 6 Pfund für den Sommer ab!)

 

 

 

Stevia-Zimtblatt-Tee

 

Stevia-Zimtblatt-Tee


Genug mit dem ewigen Geplänkel. Jetzt aber wirklich der Tee.

Zuallererst würde ich auch hier empfehlen, den Tee nach den altbekannten Regeln aufzubrühen:

  • 10g Tee
  • 1L Wasser
  • 10 Minuten Zeit


Alles zusammen in ein entsprechendes Gefäß füllen und erstmal einen schönen Schluck nehmen. Schmeckts? Sehr gut, einen neuen Tee gefunden, den man noch weiter mischen kann für spannende Kombinationen. Schmeckt nicht? Abwarten, mit spannenden Kombinationen kann man vielleicht doch noch was erreichen! Also, auf zur weiteren Entdeckungsreise:



Spannende Kombinationen


Um bei Tee zu bleiben, widmen wir uns erstmal der Möglichkeit eines kalten Teegetränks, auch häufig Eistee betitelt. Ist zwar nicht mehr ganz Sommer, aber so kalt ist es auch noch nicht. Das Schöne am Stevia-Zimtblatt-Tee ist, dass man sowohl schon für die Süße gesorgt hat, als auch für ein bisschen Geschmacksgrundlage. Dazu kommt, wie bei den meisten Eistees üblich Schwarztee. So haben wir eine gute Grundlage, um damit herum zu experimentieren.

  • 1.5g (1 EL) Stevia-Zimtblatt-Tee
  • 4.5g (1.5 EL) Schwarztee
  • 1L Wasser


Wie schon öfter angemerkt, bin ich recht empfindlich, was Süße angeht. Ich hatte zuerst 1 : 1 Stevia und Schwarztee ausprobiert, aber das war mir zu einseitig. 1 : 3 scheint mir eine deutlich bessere Mischung zu sein. Als Ziehzeit haben mir 5 Minuten bei 100 Grad Celsius zugesagt. So kommt alles recht schön zur Geltung, ohne das eine Komponente zu stark ist. Dieses Gebräu muss nun aber erstmal abkühlen, also ab in den Kühlschrank damit. Während das passiert kann man sich Gedanken machen, auf welchen Geschmack man Lust hat. Heute puristisch ohne alles? Doch lieber ein bisschen Säure und Zitrone? Man kann sich auch am oben erwähnten Marokkanischen Minztee orientieren, und ein paar Minzblätter mit reingeben. Das aber am besten schon vorher, während des Kochens. Wenn man abenteuerlustig ist, kann man es auch mit Fruchtsäften probieren. Vorausschauende können den Tee mit Ingwer aufbrühen (und den Ingwer in der Kanne lassen, wenn man es scharf mag.) Hier sind der Kreativität und dem Geschmack keine Grenzen gesetzt (Naja, der Kreativität vielleicht die Geschmacksgrenze und umgekehrt). Wenn es etwas später wird, sind durchaus auch Cocktails auf dieser Basis vorstellbar.

Für den Start ist hier der Zitronentee:

  • Saft einer halben Zitrone


Den abgekühlten Tee einfach mit dem Saft einer Zitrone mischen (1/2 Zitrone auf 1 Liter). Auch hier kann man sich streiten, aber das ist für mich ein guter Startpunkt. Generell könnte ein bisschen Zitronensaft das ein oder andere Rezept aufwerten.

Zitronen-Eistee


Doch bei Tee muss noch nicht Schluss sein. Man kann doch auch sicherlich noch mehr als Wasser damit aufwerten.

Und zwar: Milch!

 

"Chai Tee"

 

Chai-Tee aus Stevia


Na gut. Es fängt doch wieder mit Wasser an. Aber auch nicht direkt mit Stevia, sondern hiermit:

  • 4 Kapseln grünen Kardamom
  • 4 Nelken
  • 1 Sternanis
  • 1/2TL Anis
  • 3 Pfefferkörner
  • 3g (kleines Stück) Ingwer
  • 2g (noch kleineres Stück) Curcuma
  • 1 Stück Zimtrinde
  • 400mL Wasser


Diese muntere Mischung ca. 10 Minuten leicht köcheln lassen und einmal tief durchatmen. Riecht nämlich schon lecker. Dann kommen dazu:

  • 1.5g (1 EL) Stevia-Zimtblatt-Tee
  • 4.5g (1.5 EL) Schwarztee
  • 100 mL Kokosmilch*
  • 100 mL Reismilch*


Das ganze wird nochmal kurz aufgekocht und kann dann vom Herd genommen werden. Hier sollte es allerdings nochmal gute 5 Minuten stehen gelassen werden. Gerne probieren, je nach Geschmack geht es auch länger. Wenn es gut schmeckt, die Flüssigkeit durch ein Sieb geben und die übrigen Gewürze entsorgen. Den Tee nochmal ordentlich mit einem Schneebesen oder ähnlichem aufschlagen, dann schmeckt es gleich nochmal besser.
* Die Ersatzmilch kann durch richtige Milch oder jede andere Ersatzmilch ersetzt werden. Ich habe diese Kombination gewählt, da sie eine schöne Süße und gleichzeitig eine schöne, cremige Kokosnote mit sich bringt.

Das ganze kann man jetzt entweder so wie es ist genießen ODER man geht noch einen Schritt weiter:

 

 

"Chai-Tee" Milchreis

 

Chai-Milchreis


Ohja. Es ist zwar kein richtiger Chai-Tee aber es ist richtiger Milchreis. Für die oben angegebene Menge von 600 mL Flüssigkeit reicht für ca. 150 g Milchreis. Was noch?

  • 150g Milchreis
  • 600mL "Chai Tee"
  • 1 Stück Zitronenzeste
  • 1 Ei


Reis, Tee und Zitronenzeste in einen Topf geben und wie auch sonst Milchreis kochen: Viel rühren, mittlere Temperatur und Geduld. Wenn der Milchreis fertig ist das Ei separieren, das Eigelb direkt in den Topf, das Eiweiß in eine Schüssel und aufschlagen. Dann das aufgeschlagene Eiweiß vorsichtig unterheben und einen wunderbar fluffig cremigen Milchreis genießen.

Guten Appetit!

 

 

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen Opens external link in new windowhier.

 

 

 

 

 

 

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Das Jubiläum - Ein Jubiläums-Essen

Dreierlei mit verschiedenen Zutaten

 

 

Bei diesem Jubiläum geht es viel darum, einen Blick hinter die Kulissen der Heuschrecke zu werfen. Und da ich gerne koche, gibt es im Rahmen des Jubiläums natürlich auch ein Rezept.

Ich fragte also Ursula, was HeiDi und sie gerne essen (wurde gestern beantwortet) und sie nannte mir dazu gleich noch ein paar von HeiDis Lieblingszutaten: Kichererbsen, Reis, Tahini, Miso, Kreuzkümmel, Knoblauch und eventuell noch einen Spritzer Zitronen. Wenn das nicht mindestens Hummus bedeutet, weiß ich auch nicht.

Für mich ist es wunderbar, ich bin großer Fan von Kichererbsen, liebe Miso und Kreuzkümmel und Knoblauch sind fantastische Geschmäcker. Ich überlegte, was ich mache, entschied mich aber prompt dafür, einfach alles, was ziemlich offensichtlich ist, zu machen. Rausgekommen ist ein fantastisches Essen, das sich vor allem um die Kichererbsen dreht und im Großen und Ganzen sehr klassisch ist. Durch das Miso hat es aber dennoch einen kleinen Twist.

 

 

Die Kichererbsen Dreifaltigkeit


Also, der Plan war es, das ganze um die Kichererbsen herum zu konstruieren. Ich hoffe, niemand hat Spannung erwartet, denn hier sind die drei Gerichte: Hummus, Falafel und eine Reispfanne. Wie fängt man an? Natürlich mit dem Einweichen von Kichererbsen:

  • 250g trockene Kichererbsen
  • Genügend Wasser
  • 2 TL Salz
  • (1 TL Natron)


Alles in eine Schüssel geben, mit ausreichend Platz, denn die Kichererbsen saugen sich voll. Genügend Wasser wäre wohl die 3-4 fache Menge.
Aber Moment mal - Natron? Hab ich so mal gelesen und kann bestätigen: Es hilft den Kichererbsen weicher zu werden und macht nachher ein feineres Hummus. Obwohl das nicht unbedingt für Falafel und Reispfanne notwendig wäre, hatte ich auch keine Lust die Kichererbsen separat einzuweichen. Hat sich aber auch nicht negativ auf das Endresultat ausgewirkt, wer also genau wie ich alles in einer Schüssel einweichen will, kann getrost Natron dazu geben.
Das ganze lässt man dann am besten über Nacht stehen und träumt schonmal von leckerem Essen - in meinem Fall vor allem von "Fall"afel. (...) Am nächsten Tag setzen wir für das Hummus schonmal die Kichererbsen auf. Das bedeutet:

  • 150g Kichererbsen (ganz grob 2 Drittel des ganzen)
  • 1 kleine Zwiebel, halbiert
  • 1 kleiner Staudensellerie
  • 1 kleine Möhre
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Lorbeerblätter
  • Genügend Wasser um die Kichererbsen dauerhaft bedeckt zu halten


In seiner Gesamtheit in einen Topf, zum Kochen bringen und ca. 1-2 Stunden kochen lassen. Wer clever ist nimmt, einen Teil der Kichererbsen vorher raus (ca. nach einer Stunde), für die Reispfanne, damit sie noch ein bisschen Biss haben. Ich war es nicht. Nach 2 Stunden sind die Kichererbsen fast von alleine zu Hummus geworden. Zwischendrin immer mal nach den kleinen gucken, dass sie auch genügend Wasser haben. Wenn man Falafel machen möchte, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.

 

 

Fantastische, frische Falafel mit (f)ielen frischen Kräutern


Ich liebe gute Falafel, gibt es leider nicht so viele von... Selber gemacht hatte ich sie vorher noch nie, da ich keinen von diesen coolen Food-Prozessoren hatte. Naja. Hier sind die Zutaten, die ich benutzt habe:

  • 100 g Kichererbsen (ein gutes Drittel von dem, was ich eingeweicht habe)
  • 1 kleine Hand voll frische Petersilie
  • 1 kleine Hand voll frischen Koriander
  • 1 kleine Hand voll frische Minze
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • ca. 1 EL von einem Mix aus Kreuzkümmel und Koriandersamen (siehe unten)
  • Salz


Das Ganze hat dann gerade so in meinen kleinen Foodprocessor gepasst, siehe hier:

Kichererbsen und Kräuter in Food-Processor

*Alle Fotos haben einen Gelbstich. Das tut mir leid - es war spät, gab also kein gutes Licht mehr...*


Dann geht es darum, alles zu einer Masse zu zerkleinern. Das hat bei mir eine Weile gedauert. Wer sowas schonmal gemacht hat, hat da sicherlich so viel Ahnung wie ich. Soll in etwa nachher so aussehen:

Falafel-Mix zerkleinert


Zu dem Gewürzmix. Ich habe einfach je ca. 2 EL Koriandersamen und Kreuzkümmel in meinen Mörser geworfen und solange darauf rumgedrückt, bis es wie ein gut essbares Pulver aussah, siehe unten. Riecht und schmeckt fantastisch.

Kreuzkümmel und Koriandersamen gemörsert

Die fertige Masse lässt man jetzt mindestens 15 Minuten stehen. In der Zeit kann man mal kurz nach den kochenden Kichererbsen gucken, eine geeignete Pfanne suchen, Öl suchen und wer ungeduldig ist, kann auch schonmal den Herd mit der Pfanne und dem Öl drauf anmachen. Dann werden die Bällchen mit einem Teelöffel und feuchten Händen geformt. (Chef John sagt so schön: "Wet hands make smooth balls" - gilt für alle feuchten Produkte, wie z.B. Hackbällchen). Sie sollen nicht allzu groß sein, daher auch der Teelöffel - ca. 1 guter Teelöffel ist groß genug. Ist das Öl heiß, lässt man sie baden. Muss nicht frittiert sein, reicht auch so wie auf dem Foto. Sieht das nicht wunderschön aus?

Falaffel in der Pfanne



So lässt man sie, bis sie von der einen Seite schön braun sind, ca. 2 Minuten. Dann drehen und nochmal ca. 2 Minuten. Die Farbe ist aber eigentlich ein deutlich besseres Indiz! Fertig und im trockenen sah es bei mir so aus. Außen knusprig, innen schön zart und saftig (klingt in etwa so wie eine alte Werbung)! Das Ergebnis kann sich sehen, aber noch viel mehr schmecken lassen.

Falafel und Hummus


Wenn man das Hummus gut getimed hat, kriegt man warme Falafel mit kaltem Hummus, sieht dann so aus. Anmerkung: Hab ich nicht, mein Hummus war warm, war trotzdem lecker. Apropos Hummus:



Miso-Hummus


Miso-Hummus unterscheidet sich vom Hummus nur durch eine Komponente - Miso. Wer sich das gedacht hat, Hut ab. Hier also erstmal das Rezept für fertiges Hummus. Man nimmt die gekochten, fast Hummus artigen Kichererbsen, schüttet sie in einen Mixer und schüttet Kochwasser dazu, bis sie gerade so bedeckt sind. Aus dem Kochwasser nimmt man auch noch die Möhren und den Knoblauch, der Rest kommt weg! Das püriert man jetzt schön - dauert etwa 2 Minuten. Schön langsam anfangen, dann immer schneller, bis sich eine glatte Masse ergibt. Wenn die Masse zu dickflüssig ist, einfach noch mehr Kochwasser dazu geben. Wenn sie zu dünnflüssig ist, ist irgendwas schief gelaufen. Dann weniger Kochwasser - äh, beim nächsten Mal. Ist man mit der Konsistenz zufrieden, alles in eine Schüssel. Dazu kommt jetzt ein Püree aus Tahini, Knoblauch und Zitronensaft:

  • 1.5 gute EL Tahini
  • 4 Knoblauchzehen
  • Saft einer Zitrone


Das Ganze kann man auch gut in einem Mixer pürieren. Dann so viel des Pürees in das Kichererbsen-Mus rühren, bis es so schmeckt, wie man es sich vorstellt. Das kann mal mehr, mal weniger sein. Einfach Löffel für Löffel abschmecken, dann wird das schon. So. Hummus fertig. Jetzt nimmt man entweder alles davon oder nur einen Teil und mischt das ganze mit einem EL Miso. Daraus ergibt sich ein Hummus mit einem guten Miso-Geschmack. Auch hier gilt: Variieren nach eigenem Ermessen. Nimmt man mehr, schmeckt es mehr nach Miso, und umgekehrt. Fun Fact: Dass Miso, Knoblauch und Tahini gut zusammen passen, ist kein Geheimnis: Auch für (Miso-)Ramen nimmt man oft eine Mischung aus diesen 3 Komponenten (+ eventuell weitere), um die Brühe noch mehr zu würzen.

Ohja. Miso. Für die, die damit noch nicht in Berührung kamen: Miso ist ein Fermentprodukt aus Sojabohnen, Koji(Eine Pilz, der zur Fermentation gebraucht wird) und Salz. Daraus entsteht eine Art Würzpaste, die sehr salzig ist und viel Umami hat. Irgendwo ähnlich wie Sojasoße, aber als Paste. Genau wie bei Soja-Soße gibt es hier Variationen, je nach Fermentationsdauer.

Am besten schmeckt das ganze kalt, aber auch warm muss man sich nicht dafür schämen. Zum Anrichten mit ordentlich gutem Olivenöl überträufeln. Toll zu den Falafeln.


Reispfanne a la HeiDi


Zu guter Letzt die Reispfanne. Sie vereint alle die Geschmäcker der anderen beiden Produkte in einer neuen Konsistenz. Ein weiterer Vorteil: Es ist deutlich einfacher zu kochen und woanders aufzuwärmen (Ursulas Wunsch). Dazu nimmt man:

  • 75g Reis
  • Wasser
  • Salz
  • ca. die Hälfte der vorgekochten Kichererbsen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Koriander-Kreuzkümmel-Mix
  • 1.5 EL Miso
  • 1 EL Zitronensaft
  • Frische Kräuter und Tomaten und eventuell noch Hummus zum Anrichten


Kurzum: Reis mit Salz vorkochen, bis er al dente ist. Pfanne erhitzen, Knoblauch kurz in heißes Öl, aber aufpassen, dass er nicht verbrennt! Dann den Reis dazu, kurz anbraten. Dazu die Kichererbsen, Miso, Gewürze und Zitronensaft dazu. Alles gut verrühren. Dann probieren. Wenn es noch nicht genug Geschmack ist, mehr davon. Bei mir ist es irgendwann ein bisschen matschig geworden. Macht aber nichts - muss man sich nur beim Anrichten etwas mehr Mühe geben. Tomaten und frische Kräuter (aus dem Falafel-Mix) finde ich ein Muss dazu! Tomaten schmecken auch so hervorragend zu dem Gewürzmix, aber sie geben dem sehr Umami-lastigen, weichen, samtigen Essen eine gute Frische, bieten einen schönen farblichen Kontrast und werten das Essen nochmal deutlich auf. Wichtig ist, dass sie nicht warm sind. Für die Kräuter gilt ähnliches!

Reispfanne mit Tomaten und frischen Kräutern


Guten Appetit!

 

 

Bonus:

 Frittierte Reisbällchen mit Hummus und Tomaten

Reste der Reispfanne im Öl von gestern fritiert. Schmeckt auch nicht schlecht. Wer sagt, die sein zu dunkel, würde ich recht geben - ich musste allerdings einen Blogbeitrag schreiben und habe die Zeit aus den Augen verloren. War lecker, aber ein bisschen bröselig!

 

 

Wer's verpasst hat:

Opens external link in new windowJubiläum Teil 1: Text aus der Vergangenheit

Opens external link in new windowJubiläum Teil 2: Wer ist Heuschrecke heute?

Opens external link in new window Jubiläum Teil 3: Ein externer Erfahrungsbericht

Opens external link in new windowJubiläum Teil 4: Was gibt's eigentlich bei HeiDi und Ursula zu essen?

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

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BioFach 2017

BioFach-Messe und Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz

Wenn wir Montags auf der BioFach anreisen, steht unser schwerer Bauholz-Stand dank Messebau24 bereits - ein Zugeständnis an unser Alter. Wir räumen dann nur noch Material und Ware etc. ein - immerhin mit 3 Paletten auch wie der erste Umzug eines Studenten in ein 30m²-Zimmer. Zur Stärkung erstmal ein Mate-Tee.
Wenn wir Montags auf der BioFach anreisen, steht unser schwerer Bauholz-Stand dank Messebau24 bereits - ein Zugeständnis an unser Alter. Wir räumen dann nur noch Material und Ware etc. ein - immerhin mit 3 Paletten auch wie der erste Umzug eines Studenten in ein 30m²-Zimmer. Zur Stärkung erstmal ein Mate-Tee.


Am Vorabend der BioFach Messe findet traditionell unsere Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, dieses Jahr die 11.
Am Vorabend der BioFach Messe findet traditionell unsere Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, 2017 im 11. Jahr. Wir werden noch ein ausführliches Protokoll dazu schreiben. Hier nur kurz:
Es treffen sich VetreterInnen der Kleinbauernprojekte PDS/Indien, SOFA/BioFoods aus Sri Lanka, die Wupperthal Coop aus Südafrika, Organic Africa aus Simbabwe (dieses Mal leider nicht, Flug verspätet), TPI aus Darjeeling und Terra Magnifica aus Kroatien, sowie Importeure aus Deutschland, Kanada und Frankreich.
Es treffen sich VetreterInnen der Kleinbauernprojekte PDS/Indien, SOFA/BioFoods aus Sri Lanka, die Wupperthal Coop aus Südafrika, Organic Africa aus Simbabwe (dieses Mal leider nicht, Flug verspätet), TPI aus Darjeeling und Terra Magnifica aus Kroatien, sowie Importeure aus Deutschland, Kanada und Frankreich.
Nach einem Sharing geht es weiter mit einer Diskussion über die steigende Umweltbelastung durch Agro-Industrie-Spritzmittel und Umweltkontaminanten - ein brennendes Thema.
Nach einem Sharing geht es weiter mit einer Diskussion über die steigende Umweltbelastung durch Agro-Industrie-Spritzmittel und Umweltkontaminanten - ein brennendes Thema.
Roman Turk von Terra Magnifica hat ein auf Kräuter und Gewürze spezialisiertes Labor gegründet und präsentiert nun seine Untersuchungsergebnisse von nun über 3 Jahren und mehreren tausend Analysen.
Roman Turk von Terra Magnifica hat ein auf Kräuter und Gewürze spezialisiertes Labor gegründet und präsentiert nun seine Untersuchungsergebnisse von nun über 3 Jahren und mehreren tausend Analysen.
Die Produktgruppen Kräuter und Gewürze sind im Vergleich zu Getreide und Frischware in einer besonderen Situation, da sie oft Schadstoffe aus Boden, Wasser und Luft sammeln, also eine reinigende Funktion haben. Wenn sie dann noch getrocknet analysiert werden, und der Trocknungsfaktor nicht berücksichtigt wird, überschreiten sie eigentlich schon in der Regel die BNN-Orientierungswerte. Die Interpretation der Spuren, die nicht die Biobauern verschuldet haben, wird gerade verschärft. Es kann sein, dass dann gut 50% der Bio-Gewürze und Kräuter deklassifiziert werden - ein Desaster gegenüber den Biobauern.
Die Produktgruppen Kräuter und Gewürze sind im Vergleich zu Getreide und Frischware in einer besonderen Situation, da sie oft Schadstoffe aus Boden, Wasser und Luft sammeln, also eine reinigende Funktion haben. Wenn sie dann noch getrocknet analysiert werden, und der Trocknungsfaktor nicht berücksichtigt wird, überschreiten sie eigentlich schon in der Regel die BNN-Orientierungswerte. Die Interpretation der Spuren, die nicht die Biobauern verschuldet haben, wird gerade in einigen Bundesländern, auch in einigen EU-Ländern, verschärft. Es kann sein, dass dann gut 50% der Bio-Gewürze und Kräuter deklassifiziert werden - ein Desaster gegenüber den Biobauern.
Beim gemeinsamen Abendessen der Tust-Organic-Small-Farmers-Mitglieder wird weiter diskutiert...
Beim gemeinsamen Abendessen der Tust-Organic-Small-Farmers-Mitglieder wird weiter diskutiert...
... und Geschichten ausgetauscht.


... und Geschichten ausgetauscht.



Der erste Messemorgen. Alles, was gestern Baustelle war, erstrahlt im Glanz.
Der erste Messemorgen. Alles, was gestern Baustelle war, erstrahlt im Glanz.
Unsere Messe-Neuheit ist eine kleine Demeter-Range an Gewürzen, davon viel von unseren Übersee-Kleinbauernpartnern. Hier Sunil und Jomon von PDS / Indien vor "ihren" Produkten.
Unsere Messe-Neuheit ist eine kleine Demeter-Range an Gewürzen, davon viel von unseren Übersee-Kleinbauernpartnern. Hier Sunil und Jomon von PDS / Indien vor "ihren" Produkten.
Und hier Bernard, Präsident der Small organic Farmer Association in Sri Lanka. Von dort kommen z.B. alle Muskatprodukte. Es ist wichtig für sie zu sehen, wie das, was sie angebaut und geerntet haben, hier präsentiert und geschätzt wird.
Und hier Bernard, Präsident der Small organic Farmer Association in Sri Lanka. Von dort kommen z.B. alle Muskatprodukte. Es ist wichtig für sie zu sehen, wie das, was sie angebaut und geerntet haben, hier präsentiert und geschätzt wird.
Tara und Shanta, 2 Schwestern, vom Kanchanjangha Tea Estate. Ihr Vater hatte die Teefarm 1984 als Genossenschaft gegründet. Hier werden auch Tees der umliegenden Kleinbauernkooperativen verarbeitet. Wir bieten z.B. einen Small Farmers-Nepal Tee an.
Tara und Shanta, 2 Schwestern, vom Kanchanjangha Tea Estate. Ihr Vater hatte die Teefarm 1984 als Genossenschaft gegründet. Hier werden auch Tees der umliegenden Kleinbauernkooperativen verarbeitet. Wir bieten z.B. einen Small Farmers-Nepal Tee an.
Prem Tamang von Tea Promoters India. TPI verwaltet 7 Bio-Teegärten in Darjeeling, Dooars und Assam, und verarbeitet außerdem partnerschaftlich den Tee von 5 Kleinbauernkooperativen. Wir haben auf dieser BioFach einen Kleinbauerndarjeeling von Mineral Spring vorgestellt.
Prem Tamang von Tea Promoters India. TPI verwaltet 7 Bio-Teegärten in Darjeeling, Dooars und Assam, und verarbeitet außerdem partnerschaftlich den Tee von 5 Kleinbauernkooperativen. Wir haben auf dieser BioFach einen Kleinbauerndarjeeling von Mineral Spring vorgestellt.
Da wir innerhalb des NRW-Gemeinschaftsstandes ausstellen, kommen wir jedes Jahr in den Genuss eines Besuchs von unserem grünen Umweltminister Johannes Remmel. Dieses Jahr hatten wir ihn zu einem Gespräch über das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltgiften in Bio-Gewürzem und -Kräutern gebeten - sodass evtl. bald das Bio, wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird. Er nahm sich viel Zeit dafür und versprach Diskussion darüber auf Regierungsebene.
Da wir innerhalb des NRW-Gemeinschaftsstandes ausstellen, kommen wir jedes Jahr in den Genuss eines Besuchs von unserem grünen Umweltminister Johannes Remmel. Dieses Jahr hatten wir ihn zu einem Gespräch über das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltgiften in Bio-Gewürzem und -Kräutern gebeten - und über unsere Sorge, dass evtl. bald das Bio, wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird. Er nahm sich viel Zeit dafür und versprach Diskussion darüber auf Regierungsebene.
Kurz vor dem Abbau - unser Messeteam - unsere langjährigen Messe-Hostessen Claudia und Angela, unser neuer Mitarbeiter Ferdinand und wir beide.
Bei uns steht auch Kim Axmann von der Kimango Farm in Tansania. Hier bekommen wir tolles Zitronengras, Moringa und ein mittelscharfes Bird Eye-Chili her.
Der Abbau hat 3 Stunden gedauert.
Kurz vor dem Abbau - unser Messeteam - unsere langjährigen Messe-Hostessen Claudia und Angela, unser neuer Mitarbeiter Ferdinand und wir beide.
Das anschließende wunderbaren Abendessen mit Partnern und Freunden aus 6 Ländern war dann wie wohlverdientes Chillen.
Der Abbau hat 3 Stunden gedauert.
Das anschließende wunderbare Abendessen mit Partnern und Freunden aus 6 Ländern und 4 Kontinenten war dann wie wohlverdientes Chillen.
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Demeter in Übersee

... die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur Zukunft der Erde am besten beitragen kann...

Heuschrecke - Demeter - Gewürze
Seit August 2016 haben wir einen Demeter-Vertrag, sodass wir unsere Demeter-Gewürze und –Kräuter jetzt explizit ausloben und kennzeichnen können. In unserer kleinen Demeter-Linie gibt es nun ca. 20 Gewürze und Kräuter.


Warum machen wir das ? Warum jetzt? Eine zusätzliche Zertifizierung ist für einen kleinen Spezialisten wie uns natürlich immer mit viel Aufwand verbunden, und wahrscheinlich wird es sich unterm Strich nicht rechnen. Was uns überzeugt hat ist die Begeisterung unserer Kleinbauernpartner in den Übersee-Ländern, die schon länger am Demeter-„Ball“ sind.

 

Wir konnten auf mehreren Kontinenten schon begutachten, mit wieviel Liebe die Präparate hergestellt werden. Unsere Bauern empfinden – wie sie erzählen – durch die naturnahe und sinnliche Methode eine stärkere Verbindung zu ihren Vorfahren. Sie können beobachten, dass in den ganzen Klimawandel-Phänomenen die Demeter-Setzlinge stärker sind und besser überleben.


Neben den Kleinbauernprojekten PDS/ Sahyadri Spice Farmers in Indien und SOFA / Biofoods in Sri Lanka (von dort haben wir schon lange die Demeter-Qualitäten importiert) könnte es ab Mitte 2017 Demeter Rooibusch von unseren Wupperthalern geben. Auch in China (Fairbiotea-Teefarm Qingshan) und bei TPI (verschiedene Darjeeling-Teegärten, u.a. Singell) wird geschult, geforscht und z.T. angewandt, obwohl noch nicht zertifiziert.

 

Wenn man den Zukunftsforschern glauben mag, wird unsere Nahrungsmittelproduktion unter Bevölkerungswachstum und Bodenverlusten durch Klimawandel / Übernutzung in mittlerer Zukunft eine Schlacht sein zwischen gentechnischen Verfahren (CrisprCas) und urbanem Anbau unter Kunstlicht bei ressourcensparenden Wasserkreisläufen in mehrstöckigen Anbau-Gebäuden. Da ist die Demeter-Landwirtschaft ein echter Lichtblick – wir hätten gerne, dass sie sich noch etwas über die Welt verbreitet.

Derzeit führen wir folgende Produkte in Demeter-Qualität: Bockshornklee, Cardamom gemahlen, Curcuma, Ingwer gemahlen, Knoblauch Granulat, Liebstöckel, Muskatblüte gemahlen, Muskatnuss ganz, Muskatnuss gemahlen, Nanaminze, Nelken ganz, Pfeffer 'Tellicherry' schwarz ganz, Pfeffer schwarz gemahlen, Pfeffer weiß ganz, Pfeffer weiß gemahlen, Schnittlauch, Schwarzkümmel, Zimt Ceylon gemahlen, Zimtstangen Ceylon, Zitronenmelisse. (Bezugsquellen: Bioläden)

 

 

Was ist das Wichtigste an Demeter?

 

Der biodynamische Landbau bezieht die geistige oder spirituelle Dimension der Erde mit ein - die Verbindung von Erde, Pflanzen und Tiere zum Kosmos und den anderen Planeten. Demeter-Landbau bedeutet Artenvielfalt und gesunde Kreisläufe. Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel werden dynamisiert (wie in der Homöopathie). Viele Bauern in Übersee machen dies selbst, andere besorgen sich die fertigen Präparate.

 

 Jan-Kees Luijerink mit Demeter-Kräuterbauer Peter Heuner vom Krebsbachhof, vor Johanniskraut

"Der biodynamische Landbau ist die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur allgemeinen, langfristigen Entwicklung der Erde als Träger der Menschheit in Zukunft am besten beitragen kann."

Jan-Kees Luijerink, langjähriger Inhaber des Demeter-Kräuterhofs "Het blauwe Huis" in Holland.
 

 

"Now I can see the plants singing and dancing in the wind".

Barend Salomo, Vorstand der Wupperthal Original Rooibos Cooperative, Westkap, Südafrika

 

 

"TPI believes that Biodynamic Agriculture in tea cultivation aligns to the rhythm of the Universe. This holistic farming system helps harness cosmic forces, releases them into the soil to make it vibrant and living."

Binod Mohan, Tea Promoters India

 

 

Fotos: Qingshan-Farm - von Fairbiotea; Wupperthal, Südafrika - von Christine Nachmann/ Jardins de Gaya; SOFA Sri Lanka - teilweise von BioFoods, alle anderen Fotos - von Heuschrecke.

 

 

 

Biodynamischer Tee-Anbau in Derjeeling, in den Bio-Teegärten Singell und Selimbong. Wahrscheinlich kann bald zertifiziert werden.
Die Präparate werden hier selbst hergestellt.


















Demeter-Schulung auf der Fairbiotea-Farm Qingshan.
"Der Berater kommt aus Indien und heißt Jakes Jayakaran und er ist von Demeter autorisiert. Außerdem gibt es in China noch einen Anthroposophischen Verein, für den der Leiter von Ceres China Ding Wei (früher Leiter IMO China) arbeitet. Er fungiert als eine Art Übersetzer der Beratung. Und dann haben wir dort noch unseren Berater Pablo Gonzales, der sich um das Kompostforschungsprojekt und die Kompostproduktion kümmert. Ob das mit der Demeter Zertifizierung letztlich funktionieren wird kann ich noch nicht sagen. Es gibt derzeit einen ungelösten Konflikt. Die Chinesen möchten erst eine Probeumstellung auf 7 ha machen, aber Demeter besteht auf einer Umstellung der gesamten Farm. Ich sehe das entspannt ob es denn eine Demeter Zertifizierung gibt oder nicht, die Beratung wird zu einem besseren Verständnis und einer Vertiefung des ökologischen Landbaues führen." Wolfgang Wilhelm, Gründer von Fairbiotea (www.fairbiotea.de)








Die Wupperthal Original Rooibos Cooperative im Westkap, Südafrika, hat letztes Jahr in einem Dorf mit biodynamischem Landbau begonnen.
Barend Salomo sagt, dass die biodynamische Methode die Kleinbauern glücklich mache. Sie verbinde sie in ihrer Ganzheitlichkeit mit den Vorvätern.
Wenn wir Glück haben, gibt es 2017 den ersten Demeter-Rooibos. Dies ist auch unserer Trust-Organic-Small-Farmer-Kollegin Arlette Rohmer von der französischen Tee-Firma Les Jardins de Gaia zu verdanken, die die Cooperative immer wieder zur Biodynamie ermutigt hat.
Demeter heißt übrigens nicht automatisch schadstofffrei. Was die Chemie und Agroindustrie in die Umwelt gebracht haben, kann kein Bauer auslöschen. Hier liegt die Lösung bei der Industrie bzw. bei der Politik. Demeter tut etwas für die Gesundheit der Pflanzen.
Aus Sri Lanka und Indien beziehen wir schon lange Demeter-Bulk-Ware. Die Kleinbauern dort sind so vertraut mit Demeter, dass man nicht meinen sollte, dass diese Methode aus Deutschland stammt. Sie fügt sich erstaunlich gut ein in die örtlichen Gegebenheiten, und wirkt sich günstig auf die Probleme des Klimawandels aus.
Unsere Kleinbauernpartner PDS / Sahyadri Spice Farmers in Indien, und SOFA / Biofoods in Sri Lanka gaben letzendlich den Anstoß zu unserer Zertifizierung.
Dr. Sarath Ranaweera von Biofoods hat letztes Jahr die Gründung der ersten Biodynamic Association in Sri Lanka mit initiiert.
Hier in den letzten 4 Bildern ist noch die Demeter-Kompost- und die Präparate-Herstellung der Sahyadri Spice Farmers / PDS in Kerala, Indien zu sehen.
Es ist ein gutes Gefühl, aber auch ein großer Aufwand, den die Kleinbauern im Demeter-Anbau stemmen.
Wichtiger als wir hier vielleicht denken ist es ihnen, ein gutes Feed Back von ihren Hauptmärkten, den westlichen Bio-Märkten zu bekommen.
Einfach die Nachricht, dass die Übersee-Demeter-Produkte hier wirklich gefragt werden, und dass das Durchhalten des Aufwandes von uns geschätzt wird.
Demeter ist mehr als nur gute Produkte - es bewahrt auch die kosmische Energie in Mutter Erde, ein kleiner Lichtblick im Agroindustriestress.
Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: demeter, biodynamischer landbau, bio-gewürze, kleinbauernprojekte, übersee
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Lieblingsrezept vom Lammertzhof

Tomatensugo mit Bruschetta-Gewürz von Heuschrecke

Bioland-Hof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen
Bioland-Hof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen
Hofansicht
Hofansicht
Der Hofladen
Der Hofladen
Die Belegschaft ...
Die Belegschaft ...
... und die jungen Helfer
... und die jungen Helfer
Bruschetta da Roberto von Heuschrecke (gibt auch ein scharfes Arrabbiata da Roberto). Roberto ist unser Schwager, Inhaber des Eiscafe-Bistros Segalla und begnadeter Koch. Er entwickelte mit uns die beiden Rezepturen.
Bruschetta da Roberto von Heuschrecke (gibt auch ein scharfes Arrabbiata da Roberto). Roberto ist unser Schwager, Inhaber des Eiscafe-Bistros Segalla und begnadeter Koch. Er entwickelte mit uns die beiden Rezepturen.
Der Biolandhof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen in Kaarst ist schon seit Jahrzehnten Kunde bei uns.
Unter ihren MitarbeiterInnen hat Petra nun eine Lieblingsrezept-Aktion ausgerufen: jede/r soll seine liebsten Produkte beschreiben, mit Rezepten. Diese werden im Laden veröffentlicht - für die KundInnen.
Petra erzählte uns schon seit mehreren Jahren, wenn wir sie auf Messen trafen, von ihrem tollen Sugo-Rezept mit unserer Gewürzmischung "Bruschetta da Roberto". Anlässlich der Lieblings-Aktion hat sie es nun für uns aufgeschrieben:

 

"Name: Petra Graute-Hannen

Arbeitsbereich: Einkauf, Verkauf, Planung, Leitung, Mitarbeiterführung …… und Inhaberin.   

Mein Lieblingsprodukt im Hofladen ist „Bruschetta da Roberto“ von Heuschrecke (in Köln), weil ...
... es Tomatengerichten eine besondere Note gibt.
Weil die Firma Heuschrecke eine tolle Arbeit leistet, beeindruckendes Wissen und Einkaufskontakte für Kräuter und Gewürze hat und dabei noch authentische Kreationen bringt mit Gesicht: Roberto ist ein Verwandter der Eigentümer Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner."

 

Mein Lieblingsrezept: Tomatensugo

 

Zutaten (Für 4Personen):

  • 1 kg kleine Tomaten (Amoroso)
  • ca.  60 g getrocknete  Tomaten
  • ½ Bund Lauchzwiebeln oder 2 Schalotten
  • 2-3 El gutes Olivenöl (mein Favorit von SanVicario) evtl. auch von dem Tomatenöl etwas dazu
  • 1Knoblauchzehe
  • ca. 1 El Bruschetta da Roberto
  • einen kräftigen Schuss Sherry (ca. 50 ml)
  • 1 El Zucker
  • Fleur de Sel oder auch Kräutersalz (mediterran, von Heuschrecke)
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • frischer Basilikum

 

Zubereitung:


Die Bundzwiebel /Schalotte klein schneiden, die Tomaten halbieren und das Innere aushöhlen (geht auch ohne, wenn man sich aber die Arbeit macht, schmeckt die Sugo intensiver). Eventuell je nach Größe der Tomaten noch kleiner schreiben.

 

Dann das Öl erhitzen und die Zwiebeln/Schalotten und die getrockneten Tomaten anbraten.

 

Den Knoblauch zerdrücken und ebenfalls zufügen.

 

Anschließend die frischen Tomaten, das Bruschettagewürz und den Sherry zugeben. den Zucker oben drüber streuen und zugedeckt erst auf großer Flamme aufbrutscheln, dann klein stellen und langsam weich dünsten und einköcheln lassen.

 

Am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Sugo mit frischem Basilikum bestreuen.


Dazu gute italienische Pasta (z.B. Orecchiette oder Cicatelli von San Viario. Als Ergänzung  bzw. sättigender wird es noch mit roten Linsen auf italienische Art: Dazu kleingeschnittene Zwiebel und Knoblauch in gutem Olivenöl zuerst andünsten, die Linsen zufügen dann wie ein Risotto immer wieder mit kleinen Mengen Gemüsebrühe (oder Hühnerbrühe, wer es mag) angießen und weich dünsten.

 

Auf dem Teller gibt man einen Schuss gutes Olivenöl obendrauf.

 

 

Guten Appetit !!

 

wünscht Petra Graute-Hannen

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Tags: lammertzhof, bioland-hof, bio-gemüse, bio-gewürze, bruschetta da roberto, sugo, tomaten, rezept
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