Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
96003 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94577 mal gesehen   24.03.2014
Blogst Du hier!
75436 mal gesehen   21.10.2009
Verschwörungstheorien
75385 mal gesehen   19.05.2010

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Das Jubiläum - Ein Jubiläums-Essen

Dreierlei mit verschiedenen Zutaten

 

 

Bei diesem Jubiläum geht es viel darum, einen Blick hinter die Kulissen der Heuschrecke zu werfen. Und da ich gerne koche, gibt es im Rahmen des Jubiläums natürlich auch ein Rezept.

Ich fragte also Ursula, was HeiDi und sie gerne essen (wurde gestern beantwortet) und sie nannte mir dazu gleich noch ein paar von HeiDis Lieblingszutaten: Kichererbsen, Reis, Tahini, Miso, Kreuzkümmel, Knoblauch und eventuell noch einen Spritzer Zitronen. Wenn das nicht mindestens Hummus bedeutet, weiß ich auch nicht.

Für mich ist es wunderbar, ich bin großer Fan von Kichererbsen, liebe Miso und Kreuzkümmel und Knoblauch sind fantastische Geschmäcker. Ich überlegte, was ich mache, entschied mich aber prompt dafür, einfach alles, was ziemlich offensichtlich ist, zu machen. Rausgekommen ist ein fantastisches Essen, das sich vor allem um die Kichererbsen dreht und im Großen und Ganzen sehr klassisch ist. Durch das Miso hat es aber dennoch einen kleinen Twist.

 

 

Die Kichererbsen Dreifaltigkeit


Also, der Plan war es, das ganze um die Kichererbsen herum zu konstruieren. Ich hoffe, niemand hat Spannung erwartet, denn hier sind die drei Gerichte: Hummus, Falafel und eine Reispfanne. Wie fängt man an? Natürlich mit dem Einweichen von Kichererbsen:

  • 250g trockene Kichererbsen
  • Genügend Wasser
  • 2 TL Salz
  • (1 TL Natron)


Alles in eine Schüssel geben, mit ausreichend Platz, denn die Kichererbsen saugen sich voll. Genügend Wasser wäre wohl die 3-4 fache Menge.
Aber Moment mal - Natron? Hab ich so mal gelesen und kann bestätigen: Es hilft den Kichererbsen weicher zu werden und macht nachher ein feineres Hummus. Obwohl das nicht unbedingt für Falafel und Reispfanne notwendig wäre, hatte ich auch keine Lust die Kichererbsen separat einzuweichen. Hat sich aber auch nicht negativ auf das Endresultat ausgewirkt, wer also genau wie ich alles in einer Schüssel einweichen will, kann getrost Natron dazu geben.
Das ganze lässt man dann am besten über Nacht stehen und träumt schonmal von leckerem Essen - in meinem Fall vor allem von "Fall"afel. (...) Am nächsten Tag setzen wir für das Hummus schonmal die Kichererbsen auf. Das bedeutet:

  • 150g Kichererbsen (ganz grob 2 Drittel des ganzen)
  • 1 kleine Zwiebel, halbiert
  • 1 kleiner Staudensellerie
  • 1 kleine Möhre
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Lorbeerblätter
  • Genügend Wasser um die Kichererbsen dauerhaft bedeckt zu halten


In seiner Gesamtheit in einen Topf, zum Kochen bringen und ca. 1-2 Stunden kochen lassen. Wer clever ist nimmt, einen Teil der Kichererbsen vorher raus (ca. nach einer Stunde), für die Reispfanne, damit sie noch ein bisschen Biss haben. Ich war es nicht. Nach 2 Stunden sind die Kichererbsen fast von alleine zu Hummus geworden. Zwischendrin immer mal nach den kleinen gucken, dass sie auch genügend Wasser haben. Wenn man Falafel machen möchte, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.

 

 

Fantastische, frische Falafel mit (f)ielen frischen Kräutern


Ich liebe gute Falafel, gibt es leider nicht so viele von... Selber gemacht hatte ich sie vorher noch nie, da ich keinen von diesen coolen Food-Prozessoren hatte. Naja. Hier sind die Zutaten, die ich benutzt habe:

  • 100 g Kichererbsen (ein gutes Drittel von dem, was ich eingeweicht habe)
  • 1 kleine Hand voll frische Petersilie
  • 1 kleine Hand voll frischen Koriander
  • 1 kleine Hand voll frische Minze
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • ca. 1 EL von einem Mix aus Kreuzkümmel und Koriandersamen (siehe unten)
  • Salz


Das Ganze hat dann gerade so in meinen kleinen Foodprocessor gepasst, siehe hier:

Kichererbsen und Kräuter in Food-Processor

*Alle Fotos haben einen Gelbstich. Das tut mir leid - es war spät, gab also kein gutes Licht mehr...*


Dann geht es darum, alles zu einer Masse zu zerkleinern. Das hat bei mir eine Weile gedauert. Wer sowas schonmal gemacht hat, hat da sicherlich so viel Ahnung wie ich. Soll in etwa nachher so aussehen:

Falafel-Mix zerkleinert


Zu dem Gewürzmix. Ich habe einfach je ca. 2 EL Koriandersamen und Kreuzkümmel in meinen Mörser geworfen und solange darauf rumgedrückt, bis es wie ein gut essbares Pulver aussah, siehe unten. Riecht und schmeckt fantastisch.

Kreuzkümmel und Koriandersamen gemörsert

Die fertige Masse lässt man jetzt mindestens 15 Minuten stehen. In der Zeit kann man mal kurz nach den kochenden Kichererbsen gucken, eine geeignete Pfanne suchen, Öl suchen und wer ungeduldig ist, kann auch schonmal den Herd mit der Pfanne und dem Öl drauf anmachen. Dann werden die Bällchen mit einem Teelöffel und feuchten Händen geformt. (Chef John sagt so schön: "Wet hands make smooth balls" - gilt für alle feuchten Produkte, wie z.B. Hackbällchen). Sie sollen nicht allzu groß sein, daher auch der Teelöffel - ca. 1 guter Teelöffel ist groß genug. Ist das Öl heiß, lässt man sie baden. Muss nicht frittiert sein, reicht auch so wie auf dem Foto. Sieht das nicht wunderschön aus?

Falaffel in der Pfanne



So lässt man sie, bis sie von der einen Seite schön braun sind, ca. 2 Minuten. Dann drehen und nochmal ca. 2 Minuten. Die Farbe ist aber eigentlich ein deutlich besseres Indiz! Fertig und im trockenen sah es bei mir so aus. Außen knusprig, innen schön zart und saftig (klingt in etwa so wie eine alte Werbung)! Das Ergebnis kann sich sehen, aber noch viel mehr schmecken lassen.

Falafel und Hummus


Wenn man das Hummus gut getimed hat, kriegt man warme Falafel mit kaltem Hummus, sieht dann so aus. Anmerkung: Hab ich nicht, mein Hummus war warm, war trotzdem lecker. Apropos Hummus:



Miso-Hummus


Miso-Hummus unterscheidet sich vom Hummus nur durch eine Komponente - Miso. Wer sich das gedacht hat, Hut ab. Hier also erstmal das Rezept für fertiges Hummus. Man nimmt die gekochten, fast Hummus artigen Kichererbsen, schüttet sie in einen Mixer und schüttet Kochwasser dazu, bis sie gerade so bedeckt sind. Aus dem Kochwasser nimmt man auch noch die Möhren und den Knoblauch, der Rest kommt weg! Das püriert man jetzt schön - dauert etwa 2 Minuten. Schön langsam anfangen, dann immer schneller, bis sich eine glatte Masse ergibt. Wenn die Masse zu dickflüssig ist, einfach noch mehr Kochwasser dazu geben. Wenn sie zu dünnflüssig ist, ist irgendwas schief gelaufen. Dann weniger Kochwasser - äh, beim nächsten Mal. Ist man mit der Konsistenz zufrieden, alles in eine Schüssel. Dazu kommt jetzt ein Püree aus Tahini, Knoblauch und Zitronensaft:

  • 1.5 gute EL Tahini
  • 4 Knoblauchzehen
  • Saft einer Zitrone


Das Ganze kann man auch gut in einem Mixer pürieren. Dann so viel des Pürees in das Kichererbsen-Mus rühren, bis es so schmeckt, wie man es sich vorstellt. Das kann mal mehr, mal weniger sein. Einfach Löffel für Löffel abschmecken, dann wird das schon. So. Hummus fertig. Jetzt nimmt man entweder alles davon oder nur einen Teil und mischt das ganze mit einem EL Miso. Daraus ergibt sich ein Hummus mit einem guten Miso-Geschmack. Auch hier gilt: Variieren nach eigenem Ermessen. Nimmt man mehr, schmeckt es mehr nach Miso, und umgekehrt. Fun Fact: Dass Miso, Knoblauch und Tahini gut zusammen passen, ist kein Geheimnis: Auch für (Miso-)Ramen nimmt man oft eine Mischung aus diesen 3 Komponenten (+ eventuell weitere), um die Brühe noch mehr zu würzen.

Ohja. Miso. Für die, die damit noch nicht in Berührung kamen: Miso ist ein Fermentprodukt aus Sojabohnen, Koji(Eine Pilz, der zur Fermentation gebraucht wird) und Salz. Daraus entsteht eine Art Würzpaste, die sehr salzig ist und viel Umami hat. Irgendwo ähnlich wie Sojasoße, aber als Paste. Genau wie bei Soja-Soße gibt es hier Variationen, je nach Fermentationsdauer.

Am besten schmeckt das ganze kalt, aber auch warm muss man sich nicht dafür schämen. Zum Anrichten mit ordentlich gutem Olivenöl überträufeln. Toll zu den Falafeln.


Reispfanne a la HeiDi


Zu guter Letzt die Reispfanne. Sie vereint alle die Geschmäcker der anderen beiden Produkte in einer neuen Konsistenz. Ein weiterer Vorteil: Es ist deutlich einfacher zu kochen und woanders aufzuwärmen (Ursulas Wunsch). Dazu nimmt man:

  • 75g Reis
  • Wasser
  • Salz
  • ca. die Hälfte der vorgekochten Kichererbsen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Koriander-Kreuzkümmel-Mix
  • 1.5 EL Miso
  • 1 EL Zitronensaft
  • Frische Kräuter und Tomaten und eventuell noch Hummus zum Anrichten


Kurzum: Reis mit Salz vorkochen, bis er al dente ist. Pfanne erhitzen, Knoblauch kurz in heißes Öl, aber aufpassen, dass er nicht verbrennt! Dann den Reis dazu, kurz anbraten. Dazu die Kichererbsen, Miso, Gewürze und Zitronensaft dazu. Alles gut verrühren. Dann probieren. Wenn es noch nicht genug Geschmack ist, mehr davon. Bei mir ist es irgendwann ein bisschen matschig geworden. Macht aber nichts - muss man sich nur beim Anrichten etwas mehr Mühe geben. Tomaten und frische Kräuter (aus dem Falafel-Mix) finde ich ein Muss dazu! Tomaten schmecken auch so hervorragend zu dem Gewürzmix, aber sie geben dem sehr Umami-lastigen, weichen, samtigen Essen eine gute Frische, bieten einen schönen farblichen Kontrast und werten das Essen nochmal deutlich auf. Wichtig ist, dass sie nicht warm sind. Für die Kräuter gilt ähnliches!

Reispfanne mit Tomaten und frischen Kräutern


Guten Appetit!

 

 

Bonus:

 Frittierte Reisbällchen mit Hummus und Tomaten

Reste der Reispfanne im Öl von gestern fritiert. Schmeckt auch nicht schlecht. Wer sagt, die sein zu dunkel, würde ich recht geben - ich musste allerdings einen Blogbeitrag schreiben und habe die Zeit aus den Augen verloren. War lecker, aber ein bisschen bröselig!

 

 

Wer's verpasst hat:

Opens external link in new windowJubiläum Teil 1: Text aus der Vergangenheit

Opens external link in new windowJubiläum Teil 2: Wer ist Heuschrecke heute?

Opens external link in new window Jubiläum Teil 3: Ein externer Erfahrungsbericht

Opens external link in new windowJubiläum Teil 4: Was gibt's eigentlich bei HeiDi und Ursula zu essen?

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen Opens external link in new windowhier.

 

 

 


Tags: rezept, jubiläum, bio-gewürze, gewürze
Anzahl Aufrufe: 311
  •  
  • 1 Kommentar(e)
  •  
theresa
08.09.2017
17:38

WOW

Super schöne Bilder zu tollen Rezepten!! Das macht Laune nachzukochen!! Werde ich tun!! Besonders gefällt mir der Stil des Schreibens!! So leicht und beschwingt!!!

Mein Kommentar

Bitte obigen Code eintragen

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.



Ihr Kommentar wird in der Regel am nächsten Arbeitstag freigeschaltet.

Spams, Links, rechtswidrige und anonyme Kommentare können nicht berücksichtigt werden.


Zurück