BLOG | Neueste Nachrichten

Biobauern versus Agroindustrie
17.07.2017 12:25
Ohrenkuss: Zukunft
22.06.2017 18:02
Qualität bei Kräutern und Gewürzen
18.05.2017 19:07
Im Frühling
18.04.2017 16:48
BioFach 2017
21.02.2017 14:53
Herzklopfentropfen
03.02.2017 19:42

Blog-Text-Suche

Meist gelesene Posts

Trocknungsverfahren für Kräuter und Gewürze
95479 mal gesehen   21.03.2014
Heiliger des Monats März: Oscar Romero
94420 mal gesehen   24.03.2014
Verschwörungstheorien
74963 mal gesehen   19.05.2010
Blogst Du hier!
71975 mal gesehen   21.10.2009

Archiv

Abonnieren für RSS-Reader

RSS 0.91Nachrichten
RSS 2.0Nachrichten

Biobauern versus Agroindustrie

Froh sein über jeden Biobauer ...

Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica, Kroatien: Holunder-Sammlung
Hagebutten
Berberitzen
Kornblumenblüten: pink - red - blue
Bergbohnenkraut
Salbei
Bärlauch
Sammlerinnen
Wacholder
Wasserminze
Gründer von Terra Magnifica Roman Turk, Blütenbauer Drago, Heuschrecke-Gründer Heinz-Dieter Gasper

 

... aber das mit der Rückstandsfreiheit ist in den letzten 40 Jahren von der Landwirtschaftspolitik weltweit vermasselt worden.

 

 

Die Revision der EU-Bio-Verordnung steht nun bevor. In unserem Blog haben wir schon öfter darüber berichtet, warum Bio nicht automatisch Rückstandsfreiheit heißen kann. Seit einigen Jahre beobachten wir eine dramatische Zunahme des Pestizid-Grundrauschens in der Umwelt aus der konventionellen Landwirtschaft. So gab es letztes Jahr und auch bisher in diesem Jahr zum Beispiel keine Ernten aus biozertifizierter Wildsammlung für Schachtelhalm, Löwenzahn und Klatschmohn aufgrund hoher Glyphosatkontaminanationen aus Grundwasser und Luft. Brennnessel, Kamille und viele weitere unserer traditionellen Kräuter könnten folgen. In Übersee-Ländern gibt es dieselbe Problematik für Bio-Kleinbauern, sei es aus behördlichen Spritzungen zur Malariabekämpfung oder aus Intensivanbau von Baumwolle etc.

 


Im folgenden nun die Presseerklärung unseres Branchenverbandes Bundesverband Naturkost Naturwaren zur neuen EU-Öko-Verordnung, mit einem Einschub von uns zur besonderen Situation von Kräutern, Gewürzen und Tee.

 

 

 


 

 

 

BNN: Trilog-Kompromiss zur EU-Öko-Verordnung nicht akzeptabel

So nicht – sonst endet Bio in der Nische

 


Der in Brüssel abgestimmte Entwurf für eine neue EU-Öko-Verordnung hat das Potenzial, das auch von der Bundesregierung gewünschte Wachstum des Biomarkts auszubremsen. Positiv zu vermerken ist, dass der „Bio-Grenzwert“ vom Tisch ist. Allerdings wurden stattdessen in Artikel 20 Regelungen aufgenommen, die bei kleinsten Spuren von bei Bio unerlaubten Stoffen sowohl von Unternehmen als auch Kontrollstellen und -behörden eine lange Reihe von überzogenen Maßnahmen fordern.

 

„Es wird weiter ignoriert, dass Spurenfunde auch bei Bio möglich sind, solange großflächig Ackergifte eingesetzt werden“, kritisiert BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. Das führe zu einer Flut an sinnlosen Untersuchungen, unangemessenen Warensperrungen und blockiere vor allem die notwendigen Kontrollkapazitäten für echte Betrugsfälle. „Am Ende könnte der Dokumentations-und Kontrollaufwand Landwirte von der Umstellung auf Bio abschrecken“, warnt Röder.


Ein Fachgutachten im Auftrag des BNN zeigt, dass Jahr für Jahr auf jedem Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche im Schnitt 258 Kilogramm Agrochemikalien eingesetzt werden. Am Beispiel von konventionellem Weichweizen lässt sich beziffern, dass pro Kilogramm konventionellem Lebensmittel 452 Milligramm Pestizide zum Einsatz kommen. „Ausgerechnet Bio-Landwirte und Bio-Verarbeiter, die chemisch-synthetische Pestizide nicht einsetzen und ablehnen, werden für Rückstände aus der konventionellen Landwirtschaft verantwortlich gemacht“, stellt Röder fest. „Wir können nur immer wieder betonen: Bio-Anbau kann nicht unter der Glasglocke stattfinden.“

 

Trotz des weitverbreiteten Einsatzes von Ackergiften in der konventionellen Landwirtschaft ist die Belastung von Bio-Produkten im Schnitt um den Faktor 100 niedriger als bei konventionellen. Das zeigen zum Beispiel die Analysen des staatlichen Ökomonitorings in Baden-Württemberg und die Ergebnisse aus dem BNN-Monitoring für Obst und Gemüse.
„Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt darf dem Trilog-Kompromiss nicht zustimmen und muss darauf drängen, dass Artikel 20 praxisnah gestaltet wird“, fordert BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. Außerdem sei es entscheidend, den Pestizideinsatz in der EU zu verringern.

 

 

  • Pestizid-Grundrauschen - Als Importeur, der gut vernetzt mit Anbauern und Kollegen ist, bekommen wir das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltkontaminanten bei Bio-Rohstoffen bedrohlich hautnah mit.
    Der Aufwand, Bio-Ware mit unverschuldeten Kontaminationen für den Bio-Markt zu retten (und um die uns bekannten Bio-Bauern zu schützen, was für Importeure auch eine nicht zu unterschätzende Pflichtaufgabe ist), wird immer aufwändiger und riskanter.

    Die Opens external link in new windowBNN-Orientierungswerte, die noch am ehesten die Realität abbilden und auch jeweils wegen neuer Erkenntnisse angepasst werden, verlieren jetzt schon ihre Akzeptanz bei den Landesbehörden. Die vorgesehene Meldepflicht der neuen EU-Öko-Gesetzgebung wird keinen Raum mehr lassen - selbst Kontaminationsspuren gerade an der Messgrenze können zur Sperrung und Dezertifizierung führen.


    Das bringt die Produktgruppen Kräutern, Gewürzen und Tee in eine besondere Situation, da sie zum großen Teil als Schadstoffsammler fungieren (Boden-Reinigungskräfte, eben Detox), und durch die Trocknung eine relative Anreicherung zu höheren Werten führt (hier auch Trockenfrüchte). Aussicht: eine wachsende Anzahl von Wildsammlungs-(Heil-)Kräuter wird es nur noch begrenzt oder gar nicht in Bio-Qualität geben (Acker-Schachtelhalm, Löwenzahn, Brennnessel, Sauerampfer usw.); Tendenz: jährlich steigende Belastung, es müssen neue Sammlungsgebiete weit abseits konventioneller Landwirtschaft, weitab von Bächen, Flüsse und Gewässern getestet werden usw.. 
    Wie also umgehen mit Kontaminationsbelastungen? Das Wichtigste schützen: unsere Bio-Bauern und -Bäuerinnen, die selbst keine Pestizide
    in die Umwelt geben.

 


Den Videoclip #EndlichVerständlich „Warum Pestizide im Ökolandbau zum Problem werden können, obwohl sie nicht eingesetzt werden“ mit Kirsten Arp, Leiterin des BNN-Monitorings für Obst und Gemüse, finden Sie Opens external link in new windowhier.


Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. │ Katja Niedzwezky

 

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. vertritt die Unternehmen der Naturkost- und Naturwarenbranche. Der Verband verabschiedet besondere Qualitätsrichtlinien für den Naturkost-Fachhandel (aktuell über 400 Verkaufsstellen), die über die gesetzlichen Anforderungen für Bio-Produkte hinausgehen. Die BNN-Mitgliedsunternehmen beschäftigen insgesamt rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter über 1.000 Auszubildende. Der Naturkost-Facheinzelhandel erzielte 2016 in Deutschland ein Umsatzvolumen von 3,21 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik.

 




Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Bitte obigen Code eintragen

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.



Ihr Kommentar wird in der Regel am nächsten Arbeitstag freigeschaltet.

Spams, Links, rechtswidrige und anonyme Kommentare können nicht berücksichtigt werden.


Zurück