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I Ging: 18 Die Arbeit am Verdorbenen

Gabriele Seifert: I Ging - Outside Projekt

 

Die Künstlerin:

Am Rande der legendären David Hockney-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig 2012/13, in der Museumsnacht und der danach stattfindenden Museums-Party (ja, das hatte der vorvorherige Direktor Kasper König eingeführt: Kunststudenten erklären Besuchern die Objekte, danach gibt's Party) lernten wir die Kölner Künstlerin Gabriele Seifert kennen. Vom Hölzchen aufs Stöckchen auf die Schafgarbenstengel kommend, kommen wir auf ihr I Ging-outside Projekt.

 

In ihrem aktuellen Kunst-Projekt "I Ging-outside", jetzt im siebten Jahr, bringt Gabriele das ehrwürdige I Ging im Kölner Stadtbild (und auch anderswo über die Welt verstreut - bis nach Südkorea) in passenden Kontexten ein. Seit diesem Treffen im Museum gibt es "I Gings" von Gabriele im Heuschrecke-Blog - in der Regel eins pro Jahreszeit, und manchmal extra für uns gemacht. Highlights sind z.B. die Aktion in unserer Firma: http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2014/03/12/i-ging-nr-21-das-durchbeissen-nr-22-die-anmut.htm  und die verschlungene Lissabon-Geschichte: http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2014/11/27/i-ging-nr-55-die-fuelle.htm .

 

 

 

Das I Ging (Yi Jing, Buch der Wandlungen):

... ist ein chinesisches, sehr altes Orakelsystem, das seit mind 2000 v.Chr. belegt ist. Es wurde mit 16 Schafgarbenstengel, oder später auch mit 3 Münzen geworfen. In mehreren Würfen erhält man zur gestellten Frage nach einem binären System ein Hexagramm, das aus 6 durchgehenden oder unterbrochenen Linien bestehen. Es gibt 64 verschiedene Hexagramme mit jeweils einer bestimmten Bedeutung, dazu Weisheits-Texte (evtl. Konfuzius zugeschrieben), die konkret, philosophisch und kosmisch zu verstehen sind - nicht ganz einfach, nie eindeutig, nie schlecht oder gut. 

 

 

Diesmal: Begegnung mit dem I Ging in Peking (I Ging 18, Die Arbeit am Verdorbenen)

"Diesmal möchte ich ein wenig von Peking und einer Begegnung mit dem I Ging Orakel berichten:

Im Herbst waren wir im Rahmen eines Videomapping Projektes mit einigen Künstlern in Peking. Nachdem wir gemeinsam einen buddhistischen Tempel im Zentrum der Stadt besucht hatten, trafen wir auf einen Mann, der auf der Straße mithilfe dem I Ging Orakel die Zukunft weissagt. Liang hatte mich bereits am Morgen auf ein Schild der Regierung aufmerksam gemacht, das die chinesische Bevölkerung vor den abergläubischen Orakel-Praktiken warnt.


Ich war neugierig und wollte es einmal ausprobieren und dank der Übersetzung von Echo Ho war dies auch möglich. Zunächst musste ich zwischen zwei Ritualen wählen und habe mich für das Stäbchenorakel entschieden. Hierbei schüttelt man einen Bambusbecher, der mit den 64 Stäbchen der I Ging Zeichen gefüllt ist, solange, bis ein Stäbchen herausfällt.

 

Nach langem Schütteln, -gefühlt fünf Minuten, wobei mich schon fast die Geduld verlassen hatte-, fiel ein Bambustäbchen heraus - die "Arbeit am Verdorbenen“.  Der Mann sagte einige allgemeine Dinge zu meinem Orakel, dass ich meine Methode ändern müsse, um Erfolg zu haben und dass mich böse Mächte behindern würden. Dann bot er mir an noch ausführlicher zu antworten, falls ich ihm meine Frage verraten würde. Als ich dies ablehnte, lächelte er mich verständnisvoll an und entschuldigte sich dafür, mir nicht eine günstigere Voraussage machen zu können.

In Peking wird der Daoismus weiterhin im "Tempel der weißen Wolke" praktiziert und auf dem Gelände des „Himmelstempel" findet man noch zahlreiche Artefakte dieser ursprünglichen Religion der Chinesen."

 

Herzliche Grüße

Gabriele Seifert

 

 

Dao-Mönch
Räuchergefäß im Temple of Heaven
I Ging Orakel
Stäbchenorakel
18 Die Arbeit am Verdorbenen

 

 

 


 Gabriele Seifert

Gabriele Seifert ist 1959 geboren und lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Köln.
 
Arbeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Collage, Video und Installation.

Vita: Sie hat Philosophie und Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf studiert, und war Meisterschülerin bei Ulrich Erben.
Für Furore sorgte sie in Münster mit ihrem Beitrag zur Ausstellung Frau und Technik und der mehrtägigen Multimedia-Aktion Nadeln in Ketten, 1986 in der Hamelhalle. Aber auch sonst machte sie mit Malerei und Lichtbild-Installationen von sich reden.
Ab 1986 begleitete Gabi Seifert Bands wie Mortification To The Flesh oder die Osnabrücker Poison Dwarfs auf Tourneen und bereicherte deren Auftritte mit Dia-Performances. Osnabrücker Musiker widmeten ihr zum Dank den Song She's a jewel. Das Lied erschien 1987 auf dem Album Portsmouth von Prince Of The Blood.
Im Februar 1987 zog Gabi Seifert nach Köln und entdeckte für sich die Videokunst. Dieses Metier hat sie 1989/90 in Düsseldorf bei dem "Vater der Media Art" Nam June Paik studiert, der ihr bis zu seinem Tode freundschaftlich verbunden blieb. Paik machte sie nicht nur mit neuen Techniken bekannt, sondern auch mit dem Videokünstler Matthias Neuenhofer. Den hat sie 1991 geheiratet. Heute lebt Gabriele Seifert mit ihrem Gatten und den Kindern Luis und Maleen im Kölner Agnesviertel.  (Quelle: http://www.adamriese.info/wmgabi.htm)


Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.gabrieleseifert.net


Fotos © Gabriele Seifert
IGing ist noch keine Trademark dieser Börsenkapitalfirma No.1  (noch heißt es <i-dsching>, nicht <ai-dsching>).

 

 

 


Tags: i ging, daoismus, gabriele seifert
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