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Gastbeitrag
05.08.2016
14:47

Mikrokosmos: Holz-Schildborstlinge

Kleine Pilze im regnerischen Sommer ...

Foto 1 Hochwasser am Hellenbach, Klumpenmühle
Foto 1 Hochwasser am Hellenbach, Klumpenmühle
Foto 2 Holz-Schildborstlinge, scheinbar auf nacktem Boden
Foto 2 Holz-Schildborstlinge, scheinbar auf nacktem Boden
Foto 3 Randhaare von Scutellinia scutellata, bis 2mm lang
Foto 3 Randhaare von Scutellinia scutellata, bis 2mm lang
Foto 4 Borsten von Scutellinia scutellata, 1000 Mikrometer
Foto 4 Scutellinia scutellata, Borsten von 1-2000 Mikrometern
Foto 5 Scutellinia scutellata, Asci / Paraphysen (schlauchförmige Fortpflanzungsorgan der Pilze)
Foto 5 Scutellinia scutellata, Asci (schlauchförmige, 8 Sporen enthaltende Fortpflanzungszellen), dazwischen Paraphysen (keulenköpfige, sterile Zellen)
Foto 6 Scutellinia scutellata, Sporen im Schlauch
Foto 6 Scutellinia scutellata, Sporen im Ascus
Foto 7 Scutellinia scutellata, feinwarzige Sporen
Foto 7 Scutellinia scutellata, feinwarzige Sporen
Foto 8 Scutellinia scutellata, wie ein Feuerwerk wirken die angefärbten Asci / Paraphysen
Foto 8 Scutellinia scutellata, wie ein Feuerwerk wirken die angefärbten Asci / Paraphysen

 

Am 25. Juni kam er bereits zum 2. Mal den normalerweise im Sommer winzigen Hellenbach  - meist führt er gerade mal 2 Liter /Sekunde - heruntergetost: der Starkregen.

 

 

 

Er überschwemmte das Tal an der Klumpenmühle bei Riegenroth im Hunsrück weitläufig (Foto 1).

 

 

 

Ideales Klima für’s Pilzwachstum, sollte man meinen. Aber dem war nicht so! Bei Inspektion der Hochwasserschäden erfreute uns also umso mehr der Fund eines ganzen Haufens Holz-Schildborstlinge  (Scutellinia scutellata), die wir auf dem Waldweg fast zertreten hätten, wenn uns das orangerote Leuchten der flachen, kleinen Becherlinge von 0,3 bis ca. 1 cm im Durchmesser nicht rechtzeitig aufgefallen wäre (Foto 2).

 

 

 

Die Becherchen wuchsen scheinbar auf nacktem Waldboden, aber, wie der Name “HOLZ-Schildborstling” schon sagt, ist bei seinem Wirt immer Holz im Spiel und seien es auch nur kleine im feuchten Boden versteckte tote Ästchen, auf denen die stiellosen Fruchtkörper sich entwickeln.

 

 

 

Je näher man die schildartigen Becher unter die Lupe nimmt, desto einleuchtender wird der Name Borstling: das orangerote Hymenium ist von einem Becherrand umgeben, der mit bis zu 2 mm langen, spitzen, borstigen, braunen Haaren besetzt ist, dunkler, als die Aussenseite der tellerförmigen Becher (Foto 3).

 

 

 


In Deutschland gibt es mehr als 10 verschiedene Schildborstlinge, die sich alle rein äusserlich und ihren Biotopansprüchen sehr ähneln, deshalb ist es unerlässlich, sich bei der Artbestimmung unbedingt an den mikroskopischen Merkmalen dieser kleinen Schlauchpilze zu orientieren.

 

 

 


Die Länge der unten  häufig gegabelten Haare bis zu 1000 manchmal gar 2000 Mikrometern (Foto 4), die Jod-negativen Schläuche, mit einem Deckel (auf unserem Foto 5 allerdings nicht sichtbar) zur Entlassung der breitelliptischen, ganz, ganz schwach warzig ornamentierten 8 Sporen (ca. 19-21 Mikrometer lang, ca. 12-14 Mikrometer breit, Foto 6, Foto 7) versehen, die oben keulig verdickten (bis ca. 10 Mikrometer) sterilen Zellen (Paraphysen, auch Foto 5) zwischen den Schläuchen  --- all’ das führte uns zur Festlegung auf den in unseren Breiten häufigsten Schildborstling:

 

 

 


Scutellinia scutellata – einfach: Holz-Schildborstling, so (wider)borstig wie der diesjährige Sommeranfang! Darauf ein Feuerwerk! (Foto 8).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen schönen Sommer noch wünschen die PSV



Eva Wandelt und Lothar Claußnitzer









Bilder mit Klickvergrößerung

 


Evi und Lothar Claußnitzer-Wandelt, Pilzsachverständige
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt und Wiesenmeister).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos © Evi Wandelt, Lothar Claußnitzer

 

 

 

 

 

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