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Hibiscusmarmelade

Farbe, Säure, Kirsch-Beeren-Düfte

 

Bio-Hibiscus aus einem Frauenprojekt in Burkina FasoAls wir im letzten Sommer in Darjeeling bei Prem Tamang (von der Firma TPTI, unserem Partner für Darjeeling Tee) beim Frühstück saßen, fragte er uns, warum es bei uns keine Hibiscusmarmelade (Rosella) gäbe.

 

Das war der Anlass, wieder einmal Ingrid von SOBO zu einer Rezept-Challenge anzustacheln. Jeder startete mit einem Pfund Hibiscus in seiner Experimentierküche.

 

Von Evi (siehe unsere Rubrik Mikrokosmos, ihre Pilzbeschreibungen) bekam ich Pflaumen und Quitten - damit waren meine Themen gesetzt. Ingrid bewahrte bis zum Schluss Stillschweigen darüber, was sie vorhatte.

 

Für die Pflaumen, die als Marmelade ja immer etwas Unterstützung brauchen (üblicherweise Gewürze), war die Hibiscus-Ergänzung perfekt. Zunächst habe ich etwa 2kg entsteinte Pflaumen nur mit etwas Wasser weich gedünstet, parallel etwa 250ml Hibiscus-Sud (aus ca 40g Hibiscus) gekocht (eine Weile köcheln lassen), und diesen zu den Pflaumen gegeben - außerdem 1 EL Baobab-Pulver (Baobabpulver bieten wir vom Kleinbauernprojekt KAITE aus Simbabwe an). Dann erst kam die entsprechende Menge Gelierzucker hinzu und das Ganze wurde zur Marmelade gekocht. Mmmh, der Hibiscus gibt eine sehr intensive Kirschsaft-Beerennote hinzu - die Säure ist da, aber verbirgt sich hinter der Süße - sehr knackig.

 

Mein zweites Hibiscus-Experiment mit Quitte war weniger ergiebig. Die typischen Quitteneigenschaften wurden durch die Hibiscusaromen zu stark überdeckt, hier bleibe ich lieber bei meinen vorherigen Experimenten mit Orangenschale, Vanille, Rosenwasser ...

Bio-Hibiscus Burkina Faso von Heuschrecke 

Auf der nächsten Messe drückte mir Ingrid zwei Gläser in die Hand. Ihre Zitronen-Hibiscus-Marmelade war ein Farben- und Aromenspiel - rote Zitronenmarmelade (!!) mit präsenten, herben Zitrusnoten, dazu die Hibiscus-Säure - sehr erfrischend.

Der Knüller war aber Ingrids Feigen-Hibiscus-Senf. Sehr ausgewogen, nicht scharf, süß-fruchtig. Wir haben ihn am liebsten zu würzigem Bergkäse gegessen.

Hier folgen nun die genauen Rezepte für Ingrids Marmelade und Senf:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitronen-Hibiskus-Marmelade

Ingrids Zitronen-Hibiscus-Marmelade

ZUTATEN:
80 g Hibiskusblüten
1000 ml Wasser
800 g BIO-Zitronen (fertig geputzt, d.h. waschen, evt. braune Stellen sparsam und die spitzen Enden an beiden Seiten abschneiden – nicht schälen!)
600 g Agavensirup/Honig (auch beides gemischt)
300 g Zucker  
½ TL Fleur de Sel
Ca. 11 g Fruchtgel von Arche (ca. ½ Päckchen; die Zitronen haben eine starke Gelierkraft!)


ZUBEREITUNG:
Zuerst die Hibiskusblüten mit 1000 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Min. stehen lassen. Dann durch ein Teenetz abseihen und gut ausdrücken – es sollte ca. 750 ml Tee ergeben.
Die Zitronen kleinschneiden und mit Süßungsmitteln, Salz und dem Fruchtgel in einen hohen großen Topf gegeben. Alles mit einem Pürierstab gründlich pürieren.
Den Hibiskustee unter die pürierten Zitronen mischen (nicht vor dem Pürieren!)  und das Ganze ein paar Std. (z.B. über Nacht) ziehen lassen.
Dann die Marmelade zum Kochen bringen, unter Rühren 3 Min. sprudelnd kochen lassen und sofort in sterilisierte Gläser füllen. Die Gläser schnell verschließen und für 5 Min. auf den Kopf stellen.
Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.




Feigen-Hibiskus-Senf

frische Hibiscusblüte
ZUTATEN:
80 g Hibiskusblüten
3 (frische) Lorbeerblätter
700 ml kochendes Wasser
250 g getrocknete, kleingeschnittene Feigen
30 ml (Sherry- oder Rotwein-) Essig
¼ - ½ TL Salz, etwas Pfeffer
Etwas frisch gemörserten grünen Pfeffer
120 g festen Honig
100 g (Himbeer-) Agavensirup
11 g Fruchtgel von Arche
etwas geriebenen Ingwer
60 g fein gemahlene gelbe Senfkörner

ZUBEREITUNG:
Hibiskusblüten und Lorbeerblätter mit dem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen und dann durch ein Teenetz in einen Topf abseihen – Teeblätter dabei gut ausdrücken. Lorbeerblätter dem Sud wieder zufügen. Das Ganze zum Kochen bringen und in einem großen hohen Topf über die Feigen gießen, zugedeckt ca. 3-4 Std. durchziehen lassen.
Essig, Salz & Pfeffer, Honig & Sirup und das Fruchtgel zu den Feigen geben und alles zusammen fein pürieren. Langsam zum Kochen bringen, 3 Min. sprudelnd kochen lassen, dann von der Platte nehmen. Den Senf und Ingwer nach Geschmack (je mehr, desto schärfer:-) zugeben und noch einmal aufkochen lassen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und für 5 Min. auf den Kopf stellen.
Nach dem Anbruch kühl aufbewahren.

 

Gutes Gelingen wünschen

Ursula Stübner ... und Ingrid Küttelwesch

 

 

 

 



Ingrid Küttelwesch

Ingrid hatte vor einigen Jahren Praktikum bei uns gemacht, und bringt seitdem unsere Gewürze mit den Produkten von SOBO zusammen. Unter anderem entwickelt sie die SOBO-Dessertcremes zum Kalt-Anrühren. Die Marmeladen sind zum Vergnügen zwischendurch entstanden.
SOBO ist eine alte Kölner Naturkost-Firma. Inhaber Uli Bergholz hat damals, so glauben wir, die Sojaschnetzel für Deutschland "erfunden". Später hat er dann wahrscheinlich den Pudding  erfunden, und vor Kurzem vermutlich auch noch die Gummibärchen.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.sobo-naturkost.de

 

 

 

 


Tags: hibiscus, marmelade, senf, bio kräuter, bio gewürze, sobo
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